Veranstaltungen

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19.00
Care! Selbstsorge als Zumutung
Gespräch

Der neoliberale Zugriff auf die Ressourcen der sozialen Reproduktion treibt Frauen oft in die Erschöpfung, um die Versorgung ihrer Nächsten aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig werden sie mit dem Imperativ „Du musst auf Dich selbst achten!“ konfrontiert. Mit psychoanalytischen Reflexionen wird der ideologischen Vermittlung dieser Zumutung nachgegangen, die der Sorge den für sie konstitutiven Bezug zu anderen wegstreicht. Dabei steht die Zeitdiagnose der gegenwärtigen marxistischen Lacan-Rezeption im Zentrum, wonach wir heute mit dem paradoxen Gebot „Genieße!“ konfrontiert sind.

Tove Soiland, Historikerin, Feministische Theoretikerin, Zürich
Moderation: Birge Krondorfer, Feministische Philosophin, Bildnerin

In Kooperation mit der Frauenbildungsstätte Frauenhetz

Montag, 29. Mai 2017, 19.00
Border, Barrier, Barricade?
Future now #2

For each event within the discourse series Future now two participants, one artist and one theorist, conceive future scenarios. This time to the topic of borders: The last years have seen a proliferation of borders, made of concrete and metal, security techniques, laws, deportations and also made of exoticism and racism.

The PHD candidate Carla Küffner is working in the field of migration studies and analyzes (non-)deportation practices.
Nour Shantout ist studying at Akademie der bildenden Künste Wien, and works around social barriers, and heritage.

Carla Küffner, theorist
Nour Shantout, artist

In Kooperation mit Zeitschrift engagée politisch-philosophische Einmischungen, Kunstraum Memphis und Kepler Salon Linz

Dienstag, 30. Mai 2017, 19.00
Pop zwischen Normativität und Subversion
Thnk Tnak

Welche Rolle spielt das Subversive im Pop heute? Einerseits stellen Nische, Differenz und Abweichung zentrale Normen des Kapitalismus der Gegenwart dar, andererseits macht die Hegemonie kalkulierter Einzelirritationen das Antitotalitäre der Subversion attraktiv. Dass Widerstands-Rhetoriken gerade auch wieder unter Rechten Konjunktur haben, verkompliziert die Dialektik von popkulturell subvertierter Norm und zur Norm geronnener Pop-Subversion erneut.

Tobias Gerber, Universität Basel
Katharina Hausladen, Akademie der bildenden Künste Wien
Christoph Jacke, Universität Paderborn

 

Tobias Gerber, Katharina Hausladen (Hg.): Compared to What? Pop zwischen Normativität und Subversion. Wien/Berlin: Turia+Kant 2017

Mittwoch, 31. Mai 2017, 19.00
Migrationsmanagement – eine Kritik
Zeitschriftenpräsentation

Migrationsmanagement ist ein politisches Konzept, das auf die Aufrechterhaltung der globalen Machtverhältnisse durch die Steuerung von Migrationsbewegungen abzielt. Die Autor_ innen des Schwerpunktheftes des Journals für Entwicklungspolitik beleuchten das Projekt des Migrationsmanagements u.a. aus der Perspektive der kritischen Migrations- und Grenzregimeforschung und lenken dabei den Blick auf eine Vielzahl der darin relevanten Akteur_innen.

Petra Dannecker, Soziologin, Universität Wien
Sara de Jong, Politikwissenschafterin, The Open University, Milton Keynes
Irene Messinger, Sozialwissenschafterin, Universität Wien
Gerd Valchars, Politikwissenschafter, Universität Wien

 

Journal für Entwicklungspolitik. Volume XXXIII, Issue 1/2017. Migrationsmanagement: Praktiken, Intentionen, Interventionen.

Donnerstag, 01. Juni 2017, 19.00
Bewährungsprobe #15
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innen-vereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion. Albert Allgaier ist Gründungsmitglied der GRUPPE UNO WIEN und bezeichnet seine Arbeitsweise als „sehr konkrete Poesie“. Oscar Cueto setzt sich in seinen Zeichnungen und Video- Installationen mit Problemen der Geschichtlichkeit, philosophischen Fragestellungen und Identität auseinander.

Albert Allgaier, Künstler, Wien
Oscar Cueto, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Dienstag, 06. Juni 2017, 19.00
Crowd and Art
Buchpräsentation und Respondenz

Das Internet zwingt nicht nur, Begriffe wie Masse und Individuum neu zu definieren, es rückt auch Formen der Beteiligung in den Fokus, die unfreiwillig und unbewusst stattfinden. Manuela Naveau untersucht das Thema der Partizipation am Boden der vernetzten Realität, um einen Weg zwischen romantisierten Vorstellungen wie Emanzipation und Ermächtigung und zu dystopischen Konnotationen wie Überwachung, Kontrolle und Aneignung zu zeichnen. Eine Website fungiert dabei als eine Art Archiv zum Buch.

Manuela Naveau, Künstlerin, Kuratorin und Produzentin Ars Electronica Linz
Respondenz: Thomas Macho, Kulturwissenschafter, IFK Institut für Kulturwissenschaften, Wien

Manuela Naveau: Crowd and Art. Kunst und Partizipation im Internet. Bielefeld: Transcript 2016. www.crowdandart.at

Mittwoch, 07. Juni 2017, 19.00
Der Antisemitismus der Ajatollahs
Vortrag

Ganz gleich, wer im heutigen Iran Präsident ist: die Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Leugnung oder Relativierung der Shoah gehören zum Wesen des iranischen Regimes. Wie stellt sich die Situation im Iran nach den Präsidentschaftswahlen dar? Und was bedeutet die Ideologie des Regimes für seine regionale Expansion bis an die Grenzen Israels und seine alljährlichen, weltweit durchgeführten Aufmärsche zum „Quds-Tag“?

Stephan Grigat, Politikwissenschaftler, Universität Wien

Donnerstag, 08. Juni 2017, 19.00
Eine Reise zu anarchistischen Projekten
kinoki mikrokino #224

Dreißig Jahre nach dem Ende des real existierenden Sozialismus, mitten in der kapitalistischen Krise, wirken die Ideen der anarchistischen Selbstorganisation taufrisch. Aber gibt es ein richtiges Leben im Falschen? Mit ihrem Film Projekt A nehmen die Filmemacher die Zuschauer_innen mit auf eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa, unter anderen zum „Internationalen Anarchistischen Treffen“ in der Schweiz und zum als öffentlichen Park umgestalteten Parkplatz „Parko Narvarinou“ in Athen.

Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa (D/ES/GR/CH 2015), Regie: Marcel Seehuber & Moritz Springer, 84 min., dt. OF

Anschließend: Peter Grabher, Historiker, im Gespräch mit Robert Foltin, Autor, Aktivist

Montag, 12. Juni 2017, 19.00
war is forever. Gewebe im Gedächtnis
feminismen diskutieren

Hoa Lous Kunstbuch, das Zine youpuke-war is forever, 2016 im Selbstverlag publiziert, ist als Archiv angelegt: 1000 Seiten über die Einschreibung des Krieges im Massenmedien- /Informationszeitalter. Eine weibliche Odyssee, die Verwebung von Michel Serres’ Kommunikationsnetz mit Penelope, und daraus resultierende Fragen nach dem Web, den Codes, der Zerstörung und dem Analogen.

Hoa Luo, Künstlerin, Philosophin, Kuratorin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit den Verband feministischer Wissenschafter*innen

Freitag, 23. Juni 2017, 19.00
Jetzt!
Vortrag

Während Architektur in der landläufigen Wahrnehmung zunehmend auf ihre marktwirtschaftlichen Komponenten reduziert wird, bietet sich die Gelegenheit, diese quasi unerkannt als kulturkritisches Werkzeug einzusetzen. Die desolate Reputation der Architektur erzeugt ein „terrain vague“, welches mannigfaltige Möglichkeiten zur Einflussnahme bereithält. Bequem operiert es sich hier aus der harmlosen Marginalität heraus: Da wo der Wille gebrochen scheint, wird kein Widerstand vermutet …

Anne-Julchen Bernhardt, Architektin, BeL Sozietät für Architektur, Köln / RWTH Aachen
Jörg Leeser, Architekt, Peter Behrens, BeL Sozietät für Architektur, Köln / School of Architecture, Düsseldorf

ÖGFA_Schwerpunkt: Die Versprechen der Zukunft / Teil 2: Stille Reserven

Dienstag, 27. Juni 2017, 19.00
Vienna Biennale: Die Zukunft der Arbeit
Ausstellungsbesprechung

Laut Forschungsunion der deutschen Bundesregierung steht die vierte industrielle Revolution bevor und wird nicht nur Produktionsweisen verändern, sondern auch massive Eingriffe in die Konzepte von Arbeit und damit in soziale Strukturen mit sich bringen. Die Vienna Biennale steht 2017 unter dem Titel Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft und nähert sich mit zwei Ausstellungen dieser großen gesellschaftlichen Frage aus künstlerischer Perspektive.

Julia Hofmann, Wirtschaftssoziologin, Uni Wien
Werner Rodlauer, artmagazine.cc