Veranstaltungen

Donnerstag, 14. Dezember 2006, 19.00
Geschichtspolitik und Erinnerungskultur
Buchpräsentation mit Diskussion zu Herausforderungen und Strategien

Mit den rechtskonservativen Regierungsfeierlichkeiten 2005 hat auch die Anzahl der NS-Verharmlosungen erneut zugenommen. 2007 werden für das "Haus der Geschichte" wichtige Entscheidungen getroffen, schon ein Jahr später wird Österreich der Auslöschung durch das NS-Terrorregime 1938 gedenken. Damit stehen Geschichtspolitik und Erinnerungskultur vor neuen Herausforderungen und strategischen Diskussionen. Der Anfang Dezember 2006 erscheinende Essay-Band rebranding images sucht aus verschiedenen streitbaren Perspektiven die diskursive Konfrontation mit der Produktion von Identitätsbildern und historischen Mythen und fördert damit die Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung, Wiedergutmachung und politischem Neubeginn.

Die HerausgeberInnen Katharina Wegan und Martin Wassermair im Gespräch mit den BuchautorInnen Marlene Streeruwitz und Vrääth Öhner.

Martin Wassermair, Katharina Wegan (Hg.): rebranding images. Ein streitbares Lesebuch zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in
Österreich. Wien: Studienverlag 2006.

http://oesterreich-2005.at/projekte/rebranding_images/vorschau.pdf
http://www.wassermair.net/texte/rebranding_images_editorial

Donnerstag, 07. Dezember 2006, 19.00
Zum Begriff Kunst
Gespräch

Der Begriff „Kunst“ ist kein einheitlicher, je nach künstlerischem oder wissenschaftlichem Zugang kann er variieren. Auch erfährt er historisch betrachtet immer wieder Verschiebungen: Die Spanne des Begriffs umfasst über die Zeit hinweg den mittelalterlichen Kultgegenstand genauso wie das „l’art pour l’art“-Objekt und die politische Agitation. Wie generieren sich aber die jeweils aktuellen Bedeutungen dieses Begriffs? Wer ist an der Begriffsbildung maßgeblich mitbeteiligt? Handelt es sich bei den verschiedenen Ausprägungen bloß um Moden, oder spiegelt die Begriffsverschiebung eine tiefere gesellschaftliche Wandlung wider? Wie steht es gegenwärtig um die Kunst? Ist sie bestimmt durch das vielzitierte postmoderne „anything goes“, das nur noch durch die Vermarktbarkeit gelenkt wird? Kurzum: es ist Zeit, über die Kunst im Allgemeinen und ihre aktuellen Ausprägungen im Besonderen zu sprechen.

Stefan Heidenreich, Kunsthistoriker, Humboldt Universität zu Berlin
Gabriele Werner, Kunsthistorikerin, Universität für Angewandte Kunst

Dienstag, 05. Dezember 2006, 19.00
ALMfilm
kinokis mikrokino #140

ALMFILM ist ein Film über die MitarbeiterInnen des sozialen Arbeits-Projektes ALM, ein Bauernhof im Nordwesten von Wien, der landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeit für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung bietet. Drei begleitende und neun begleitete MitarbeiterInnen bewirtschaften einen Weingarten und den Hof. Der Film zeigt die Erfolge aber auch Konflikte dieser Arbeitsweise, begegnet Wünschen und Ängsten, Witz und Sprachgefühl der Portraitierten.

ALMfilm (A 2006), R: Gundula Daxecker, 69 Min.

Anschließend Gespräch mit Achim Schwarz (Betreuer auf der ALM), Murat Börekci, Manuela Hauer, Julia Panholzer (Mitwirkende).

Montag, 04. Dezember 2006, 21.15
Out of Time and Space
Film und Theorie

Die Aristotelische Dramaturgenregel der Einheit von Zeit, Raum und Handlungsfolge ist in Egoyans filmischen Arbeiten stets Gegenstand medialer Dekonstruktionsarbeit. CALENDAR, eine Erzählung über die Entstehung von Zeit-Bildern, verknüpft die Zeit-Raum-Verschiebungen mit komplexen Überlegungen zur Subjektkonstitution. Zur Diskussion stehen Fragen nach Autobiografie, Migration und Referentialität im Zusammenhang mit filmischer Erzählweise und medialer Konstituiertheit. Erzählzeit und –raum dienen dabei als Fluchtpunkt.

Andrea B. Braidt, Filmwissenschafterin, Universität Wien

CALENDAR (CAN 1993), Regie: Atom Egoyans, wird am 4. Dezember um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Freitag, 01. Dezember 2006, 20.00
Hurrya - Rettungsfahrt mit Folgen
Filmpräsentation

Im Juli 2004 wurden 37 Menschen, die bei ihrer Seeflucht aus Afrika Schiffbruch erlitten hatten, durch die Besatzung des Schiffes Cap Anamur der gleichnamigen Hilfsorganisation gerettet. Erst nach Tagen durfte das Schiff im sizilianischen Porto Empedocle einlaufen. Die Retter wurden daraufhin wegen Mithilfe zur illegalen Einwanderung verhaftet, die Geretteten in Schubhaft genommen und binnen weniger Tage abgeschoben. Der italienische Journalist und Menschenrechtsaktivist Enrico Montalbano rollt in seinem Film Hurrya (Freiheit) die Thematik der europäischen Migrationabwehr an den Küsten und in den Lagern Italiens rund um das Geschehen zur Blockade der Cap Anamur auf.

Hurrya (I 2005), Regie: Enrico Montalbano, 80 Min.

Anschließend stehen Enrico Montalbano und der ehemalige Geschäftsführer der Cap Anamur Elias Bierdel für Fragen zur Verfügung.

Die Filmpräsentation bildet den Abschluss zum Studientag: „Menschenrechtsverletzungen in der Festung Europa, Rettungsfahrt mit Folgen“. 1. Dezember 2006, 10.00-17.00, Österreichische Beamtenversicherung, Grillparzerstraße 11, 1010 Wien, veranstaltet von der Asylkoordiation Österreich, Österreichische Liga für Menschenrechte und SOS Mitmensch.
Nähere Informationen: www.liga.or.at

Donnerstag, 30. November 2006, 19.00
Fotografie als visuelle Argumentation in Ausstellungen
Vorträge und Diskussion

Fotografien treten als Ausstellungsobjekte mit vielfältigen Funktionen und Zuschreibungen auf: als Illustrationen, Dokumentationen historischer Zusammenhänge oder auch als selbständige Kunstwerke. Welche Position ihnen innerhalb einer Ausstellung zugewiesen wird, erschließt sich meist aus dem Kontext und ergänzenden inhaltlichen Beschreibungen. Zweifelsohne muss die dokumentarische Authentizität fotografischer Objekte und damit die Wirkungsmacht im Zusammenhang mit einer "Politik der Wahrheit" (Foucault) – ihre manipulative Kraft Aussagen zu inszenieren und zu produzieren – gerade in Ausstellungen thematisiert und in Frage gestellt werden.

Marion von Osten: Die Rolle der Fotografie zwischen Kunst und Dokument in Informationsausstellungen
Elisabeth Klamper: Zeugnis und Erzählung / Reproduktion und Original: Die Rolle von Fotografien im Zusammenhang mit der Neugestaltung der ständigen Ausstellung des DÖW
Moderation: Charlotte Martinz-Turek und Luisa Ziaja / schnittpunkt

Eine Veranstaltung von schnittpunkt. ausstellungstheorie&praxis im Rahmen des Monats der Fotografie 2006.
www.schnitt.org

Mittwoch, 29. November 2006, 19.00
Rassismus in der politischen Auseinandersetzung
ZARA:TALK

Die aktuelle ZARA-Kampagne „clean politics“ wendet sich gegen menschenverachtende, verhetzende und diskriminierende Aussagen und Verhaltensweisen in der politischen Auseinandersetzung. Rassistische Aussagen und Handlungen, die ZARA während des Wahlkampfes für die Nationalratswahl gemeldet wurden, aber auch eigene Beobachtungen und Erfahrungen werden analysiert.

Hikmet Kayahan, ZARA im Gespräch mit
Barbara Liegl, ZARA und RAXEN - Focal Point für Österreich

Eine Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
www.zara.or.at

Dienstag, 28. November 2006, 19.00
Atlas der Globalisierung
Buchpräsentation und Gespräch

Der erste Atlas der Globalisierung erschien 2003, bis dahin gab es keine vergleichbare Analyse zum Thema. Nun liegt eine neue Bestandsaufnahme vor, die anhand zahlreicher Karten, Infografiken und Texte die Globalisierung und ihre sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen erläutert. In fünf Kapiteln wird über VerliererInnen und GewinnerInnen der Globalisierung, die ökologische Situation des Planeten, die geopolitischen Machtverhältnisse nach dem Irakkrieg, die ungelösten Konflikte von Afghanistan bis Zypern und den unaufhaltsamen Aufstieg Asiens anschaulich informiert.

Dilek Cinar, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Niels Kadritzke, Le Monde diplomatique, Berlin

Atlas der Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. Le Monde diplomatique: 2006.

Montag, 27. November 2006, 21.15
The Others
Film und Theorie

Eine Frau, zwei Kinder und ein großes Haus. Auch ohne jede sichtbare Bedrohung gehört The Others zu den unheimlichsten Filmen der letzten Jahre. Was macht uns eigentlich solche Angst an Amenábars Konzept der ewig ortsgebundenen Existenz? „Haunted Houses“ sind in Film und Literatur Gebäude und Zonen, in denen die Lebenden den Toten begegnen, Kreuzungen von Fakt und Fiktion, Orte, an denen Kontakt und Kommunikation hypnotische Formen annehmen. The Others als filmisches Wahrnehmungsexperiment mit Licht, Klang und Bewegung im geschlossenen Raum.

Judith Fischer, Künstlerin
Maya McKechneay, Filmkritikerin

The Others (E/F/USA 2001), Regie: Alejandro Amenábar wird am 27. November um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 22. November 2006, 19.00
Die gute Regierung der Zapatistas
Buch- und Filmpräsentation

Seit ihrem Aufstand 1994 sind die Zapatistas in Chiapas/Mexiko eine der faszinierendsten sozialen Bewegungen Lateinamerikas. Sie kontrollieren über dreißig autonome Landkreise im Süden Mexikos, die seit 2003 von den "Juntas de Buen Gobierno", den Räten der Guten Regierung verwaltet werden. In dem im Rahmen des Projekts "Alternative Economics, Alternative Societies" entstandenen Video von Oliver Ressler und Tom Waibel berichten Zapatistas über Gründe des Aufstands und die Erfolge und Probleme der Autonomie.  Von den universellen Ansprüchen eines indigenen Aufstandes und seiner Relevanz für die Erneuerung linker Theorie und Praxis handelt das neue Buch des in Puebla/Mexiko lehrenden Politikwissenschafters John Holloway.

Jens Kastner, Soziologe
Oliver Ressler, Künstler
Tom Waibel, Filmemacher

Dienstag, 21. November 2006, 19.00
Frei und offen
Podiumsdiskussion

Der Kampf für die freien Medien ist ein langer und in diesem Land ein steiniger Weg. Einst führte er über das Mediencamp am Karlsplatz, wo dessen InitiatorInnen ihre Forderungen, unter anderem zur Schaffung von Fördermodellen, Sicherstellung des Basisbetriebs und Gewährleistung politischer Unabhängigkeit für den dritten Mediensektor, an die zuständige Politik adressierten. Teilerfolge konnten errungen werden. So erhielt Radio Orange 2004 endlich die Zusage zur Basisförderung, und das längst angekündigte rot-grüne Projekt Community TV konnte vor genau einem Jahr an den Start gehen. Viel Programm ist seither über den Äther gegangen, aber auch so mancher Streit über die als gar nicht so unabhängig kritisierten freien Kanäle laut geworden. Der erste Geburtstag von okto gibt Anlass, über Gelungenes und noch zu Verhandelndes am Sektor offener Kanäle zu diskutieren.

Barbara Eppensteiner, Programmintendantin okto
Katharina Schell, Medienjournalistin, Kurier
Helga Schwarzwald, Geschäftsführerin Radio Orange 94.0
Martin Wassermair, Kulturrat Österreich
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, IG Kultur Österreich

Montag, 20. November 2006, 19.00
Menschen töten
Lesung

Vom 20. - 26. November findet im Wiener Topkino in Kooperation mit Amnesty International und Lichtblick die Filmreihe "Auge um Auge - Todesstrafe im Film" statt. Zum Start dieser Filmreihe liest Dorothee Frank aus ihrem Buch Menschen töten, mit dem sie versucht, ein gesellschaftliches Tabu zu überwinden: das Schreiben über das Töten. Neben der Auseinandersetzung mit der Thematik in Philosophie und Literatur stehen vor allem die Gespräche mit TäterInnen, Überlebenden und zum Tode Verurteilten im Mittelpunkt, ebenso wie Gespräche mit Beteiligten an Hinrichtungen.

Dorothee Frank, Journalistin, Autorin von: Menschen töten. Düsseldorf: Patmos Verlag 2006

Die Filmreihe Auge um Auge - Todesstrafe im Film beginnt am 20.11. um 21.00 Uhr mit dem Film Nizhalkkuthu (Shadow Kill / Dunkle Schatten) im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien.

Eine Veranstaltung von Amnesty International Österreich und Lichtblick.

Freitag, 17. November 2006, 16.00
Ausstellungen zwischen Wissensvermittlung und Populismus
Symposium

Ob als „wissenschaftliche Anstalten öffentlichen Rechts“, wie sich die in die Vollrechtsfähigkeit entlassenen Museen seit einigen Jahren nennen, ob von Vereinen getragen oder von privaten Unternehmen finanziert, eines haben Ausstellungshäuser gemein: sie müssen gute BesucherInnenquoten vorweisen können. Unter diesem Erfolgsdruck leiden häufig Unterscheidbarkeitsprofil und Ausstellungskonzepte der einzelnen Häuser. Wie reagieren LeiterInnen öffentlich oder privat finanzierter Institutionen auf die unterschiedlichen Anforderungen von Seiten der GeldgeberInnen und der Kunstöffentlichkeit? Wie gestaltet sich die Rolle der KuratorInnen im Spannungsfeld von Erfolgsdruck und wissenschaftlichem Anspruch? Welche Rolle in diesem Szenario nimmt die Vermittlung ein und welche sind die Probleme rund um diese wichtige Schnittfläche zwischen Ausstellung und Öffentlichkeit?

16.00: Barbara Holub, Secession, und Stella Rollig, Lentos Kunstmuseum Linz
17.00: Rainer Fuchs, wiss. Leiter des MUMOK, und Brigitte Huck, freie Kuratorin
18.00: Karin Schneider, Kunstvermittlerin, und Luisa Ziaja, schnittpunkt
19.00: Abschließende Podiumsdiskussion mit den TeilnehmerInnen
Moderation: Elke Krasny, Kulturtheoretikerin

Dienstag, 07. November 2006, 19.00
Kärnten. Slowenenfrage? Koroška. Vprašanje Slovencev?
kinokis mikrokino # 139

Einem Kärntner Slowenen wird versehentlich ein Paket zugestellt, das eigentlich für Jörg Haiders Tochter bestimmt war. So beginnt der Dokumentarfilm F.A.Q. - Frequently Asked Questions des Regisseurs Stefan Hafner, der das Schicksal und die Situation der slowenischen Minderheit in Kärnten aus einer gleichermaßen souveränen wie humorvollen Perspektive zeigt. Helmuth Qualtinger sollte 1980 im Rahmen der Klagenfurter Oktober Arena auftreten, einer Veranstaltung zugunsten der slowenischen Minderheit in Kärnten. Da er verhindert war, wurde seine Lesung aus Harald Irnbergers Roman Sieg in deutscher Nacht von der Medienwerkstatt aufgezeichnet und bei der Veranstaltung vorgeführt.

F.A.Q. - Frequently Asked Questions (A 2005) Regie: Stefan Hafner, Alexander Binder, 85 Min. "Nenavaden pogled nove generacije na staro temo."

Helmut Qualtinger liest Texte zur Slowenenfrage (A 1980) Medienwerkstatt Wien, 40 Min.

Anschließend Gespräch mit Stefan Hafner.

Donnerstag, 02. November 2006, 19.00
Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft
Podiumsdiskussion

Zum Auftakt der Konferenz Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft der IG Kultur Österreich werden Rahmenbedingungen und Ziele aktueller antirassistischer Praxen im Kulturbereich reflektiert. In welcher Form nehmen antirassistische Oppositionen und politische Kulturarbeit aufeinander Bezug? Wie gehen kritische KulturarbeiterInnen mit unterschiedlichen antirassistischen Repräsentationsformen um, und welche Rolle nimmt dabei die Selbstorganisation von MigrantInnen ein?

Kien Nghi Ha, Politikwissenschafter, Berlin
Marty Huber, IG Kultur Österreich, Wien
Baruch Wolski, Kulturverein Kanafani, Wien
Moderation: Vlatka Frketic, Femigra

In Kooperation mit dem Projekt fields of Transfer der IG Kultur, http://www.igkultur.at/transfer

Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Antirasstische Interventionen und Strategien. 3. November, WUK, Währingerstrasse 59, 1090 Wien, 10.00 –20.00 Uhr.

Dienstag, 31. Oktober 2006, 19.00
Typisch atypisch?
Podiumsdiskussion

Allein die Tatsache, dass die richtige Mehrzahl von Praktikum heute öfter benutzt wird als noch vor wenigen Jahren, ist ein Indiz für die stetige Zunahme dieser Form prekärer Beschäftigung. Steigende AbsolventInnenzahlen, der Beschäftigungsstopp im öffentlichen Sektor und eine schlechte Arbeitsmarktsituation sind Einflussfaktoren, die junge Menschen als versteckte Vollzeitkräfte in die Praktika-Schleife abdriften lassen. Welche persönlichen Risiken nehmen nicht oder schlecht bezahlte PraktikantInnen in Kauf, und wie wirkt sich das Lohndumping auf den Arbeitsmarkt aus?

Josef Lentsch, Career Center der Universität Wien
Gabriele Michalitsch, Wirtschaftsuniversität Wien
Anna Schopf, Plattform Generation Praktikum
Sandra Stern, GPA, work@flex
Moderation: Klemens Kaps, DATUM Österreich

www.generation-praktikum.at

Montag, 30. Oktober 2006, 19.00
Life Science Governance
Reihe Bioethik

Die Probleme, die sich aus den grundlegenden Fragen der Bioethik ergeben, stellen die Politik vor eine wichtige Herausforderung. Die an der Universität Wien angesiedelte interdisziplinäre Forschungsplattform Life Science Governance geht der Frage nach, wie das schwierige Verhältnis zwischen Naturwissenschaften, Medizin und Gesellschaft zu verstehen ist, und welche Handlungsoptionen für die Politik bestehen. Einer der Arbeitsbereiche der Plattform befasst sich mit den philosophisch-theoretischen Grundlagen der Biopolitik, ein anderer mit der konkreten biopolitischen Problematik der Stammzellenforschung.

Erich Grießler, Soziologe, Institut für höhere Studien
Barbara Prainsack, Politologin, Forschungsplattform Life Science Governance
Martin G. Weiß, Philosoph, Forschungsplattform Life Science Governance

Mittwoch, 25. Oktober 2006, 19.00
corpus
Präsentation der Website

Im deutschen Sprachraum gibt es bisher kein Medium, das die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Tanz, Choreografie und Performance bündelt und in Zusammenhang mit Politik und Gesellschaft stellt. Die neue Website corpus versucht diese Lücke von Wien aus zu schließen und eine Plattform für aktuelle Debatten und konkrete Kritik zu bieten. Auf der Basis aktueller Auseinandersetzungen um den Körper als Kommunikationssystem und Repräsentationsfeld von Machtpolitik und Ökonomie arbeitet die corpus-Redaktion an einem virtuellen Ort der Kritik.

Redaktionskollektiv corpus

www.corpusweb.net

Dienstag, 24. Oktober 2006, 19.00
Nach Meinung der Mehrheit?
Podiumsdiskussion

Die Wahlen sind vorbei, die Mehrheit hat entschieden, jetzt werden mögliche Koalitionen verhandelt und damit Wahlversprechen eingelöst oder verworfen. Innenpolitische Entscheidungen werden getroffen, auch über Zu- und Einwanderung, die in der Regel von der Meinung, den Ängsten und Vorurteilen der Mehrheitsgesellschaft ausgehen. Wie aber kommt die Mehrheit zu ihrer Einstellung? Welche Rolle spielen die Medien im Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft und welchen Einfluss haben sie auf die Politik?

Hannes Aigelsreiter, Ö1
Martina Salomon, Die Presse
Michael Völker, Der Standard
Nina Weißensteiner, Falter
Christa Zöchling, profil
Moderation: Wolfgang Müller-Funk, Plattform gegen Rassismus

In Kooperation mit der Plattform gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

www.antirassismus-plattform.at

Montag, 23. Oktober 2006, 19.00
Offene Universität
Publikumsdiskussion

Die Utopie einer freien und offenen Universität ist ein wichtiger Bestandteil bürgerlicher und sozialistischer Bildungsvorstellungen. Die Arbeiterbewegung forderte eine Demokratisierung des Wissens, die sie mit dem Modell der Volkshochschulen umsetzte. Durch den Druck der StudentInnenrevolte 1968 wurde der Zugang zu den Universitäten erneut erleichtert. Nun sind Beschränkungen und Privatisierung wieder zum Leitprinzip der Bildungspolitik geworden. Es kann aber auch anders funktionieren.

Wolf-Dieter Narr, Politologe, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Berlin

In Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner-Institut und der Grünen Bildungswerkstatt Wien.

www.oeh.ac.at/elite

Samstag, 21. Oktober 2006, 11.00
Bildproduktion als politisches Mittel
Workshop

Um Ideologien und Mythen zu verbreiten, wird bevorzugt die Ebene der visuellen Wahrnehmung adressiert. Bildstrategien versuchen, diese Wahrnehmung zu manipulieren und nutzbar zu machen. Die Redaktionen von Grundrisse. Zeitschrift für linke Theorie + Debatte und der Zeitschrift die weisse Blatt arbeiten theoretisch und praktisch an Strategien für eine emanzipative Bildproduktion als politisches Mittel.

Linda Bilda, Nora Hermann, die weisse Blatt
Martin Birkner, Bernhard Dorfer, Robert Foltin, Paul Pop, Karl Reitter, Grundrisse
Sabeth Buchmann, Kunsthistorikerin

www.grundrisse.net, www.dieweisseblatt.org

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 19.00
Skandale und Spiele
Podiumsdiskussion

Gibt es spezifische Merkmale des Kunst- und Kulturgeschehens der Bundesländer, also eine bezeichnende Tiroler Szene, eine typisch steirische Kulturpolitik? Mit einer genaueren Betrachtung des Salzburger Kulturlebens, das nicht zuletzt durch die zahlreichen „Kunstskandale“ mediale Aufmerksamkeit erlangt hat, wird eine neue Reihe gestartet, die einzelne Schwerpunkte zur Situation von Kunst und Kultur in den Bundesländern hinterfragt.

Juliane Alton, Obfrau IG Kultur
Hildegard Fraueneder, Galerie 5020 Salzburg
Marcus Hank, ARGEkultur Salzburg
Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten
Moderation: Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst

Mittwoch, 18. Oktober 2006, 19.00
Innere Feinde
Vortrag und Diskussion

Durch die medizinische Konstruktion innerer Feinde im Nationalsozialismus wurden immer neue Gruppen von Menschen als „minderwertig“ ausgestoßen und im Extremfall als „lebensunwert“ der Vernichtung preisgegeben. In diesem Sinne ist die Zahl von über 770.000 allein in Wien als „erbbiologisch minderwertig“ erfassten Personen zu interpretieren: als deutlicher Hinweis auf das unbegrenzte Radikalisierungspotenzial einer politisch entgrenzten Medizin, die keinen rechtsstaatlichen Einschränkungen mehr unterworfen war.

Herwig Czech, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

In Kooperation mit GEDENKDIENST.

Montag, 16. Oktober 2006, 19.00
Über Kapitalismuskritik
Vortrag

Luc Boltanski veröffentlichte 1999 gemeinsam mit Eve Chiapello ein Buch über den neuen Geist des Kapitalismus. Hierbei charakterisierte er den Kapitalismus als normatives System, das die Fähigkeit besitzt, sich immer wieder unter unterschiedlichsten Bedingungen zu behaupten. Motor dieses Anpassungsvermögens sei die am Kapitalismus selbst geäußerte Kritik, die von diesem anverwandelt und konstruktiv verarbeitet wird. Der Autor beschrieb damals die Machtlosigkeit einer anachronistisch argumentierenden Kritik, stellte aber ihr Wiedererstarken in Aussicht. Hat sich seitdem etwas verändert? Wie sieht er die aktuelle Situation der Kritik?

Luc Boltanski, Soziologe, Paris
Einführung und Moderation: Giovanni Leghissa, Philosoph, Wien, Triest

Vortrag in französischer Sprache mit Konsekutivübersetzung

In Kooperation mit dem Französischen Kulturinstitut Wien.

Donnerstag, 12. Oktober 2006, 19.00
Derrida und die Frage des Politischen
Diskussion und Buchpräsentation

Besonders in seinen späten Schriften wendet sich Jacques Derrida dem Politischen zu; er tut dies unter den Vorzeichen der Dekonstruktion und der Différance. Es stellt sich dabei aber die Frage, ob sich aus diesen theoretisch-philosophischen Reflexionen ein konkret-politisches Handeln ableiten lässt. Diese Problematik bildet auch einen Schwerpunkt des Sammelbandes nach Derrida.

Artur Boelderl, Philosoph, KTU Linz
Oliver Marchart, Philosoph, Universität Luzern
Moderation: Peter Zeillinger, Philosoph, Universität Wien

Dominik Portune, Peter Zeillinger (Hg.): nach Derrida. Dekonstruktion in zeitgenössischen Diskursen. Wien: Turia+Kant 2006.

Mittwoch, 11. Oktober 2006, 19.00
Die Couch: Vom Denken im Liegen
Ausstellungsbesprechung

Die Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Freud-Jahres setzt sich auf vielfältige Weise mit den Bedeutungsebenen der Couch als Inbegriff von Freuds Theorie und Praxis auseinander. Sie widmet sich der Entstehung des psychoanalytischen Settings, bezieht kulturelle Aspekte der Couch als Liegemöbel ebenso mit ein wie dessen Funktion im Wandel der Zeit und zeigt Querbezüge zur Literatur, Kunst und Medizin des 19., 20. und 21. Jahrhunderts auf.

Georg Gröller, Psychoanalytiker
Lydia Marinelli, Kuratorin der Ausstellung
Roswitha Muttenthaler, Museologin

Die Couch. Vom Denken im Liegen. Ausstellung im Sigmund Freud Museum Wien, 5. Mai bis 5. November 2006.

Dienstag, 10. Oktober 2006, 19.00
Vom Osten nichts Neues?
Projektpräsentation

Medien zeigen „den Osten“ gerne als Ort wirrer Verhältnisse vor trostloser Kulisse. Dieses Bildrepertoire trägt zur Formung von Vorstellungen und Meinungen bei und beeinflusst kollektives Erinnern. WissenschafterInnen, MedienpraktikerInnen und DokumentarfilmerInnen arbeiten an der Universität Wien an einem Forschungsprojekt zusammen, das versucht, diese Bilder in aktuellen politischen Kontexten zur Diskussion zu stellen und Gegenbilder auszumachen.

Projektgruppe Film-Gedächtnis-Politik des Forschungsschwerpunktes TRAFO-Transdisziplinäres Forschen des bm:bwk

Dienstag, 03. Oktober 2006, 19.00
Schwarze filmische Perspektiven
kinokis mikrokino #138

Schwarze Menschen leben nicht erst seit den letzten Jahrzehnten in Europa, sondern seit Jahrhunderten. Vier Videoarbeiten entwerfen Gegenbilder zu allgegenwärtigen Stereotypisierungen und rassistischen Diskriminierungen in der afrikanischen Diaspora in Österreich, Deutschland und Großbritannien. Let it be known ist das Gründungsmanifest der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte. Josephine Soliman 2006 erinnert an die Tochter von Angelo Soliman. Brothers Keepers dokumentiert eine Tour Schwarzer deutscher MusikerInnen durch neofaschistisch dominierte Gebiete in Ostdeutschland. Britain’s Black Legacy beschreibt die Selbstverteidigungsstrategien britischer black communities gegen rassistische Angriffe sowie polizeiliche und juristische Diskriminierungen.

Let it be known (A 2006), Musikvideo Dominic Mariochukwu Gilbert, 3 Min.
Josephine Soliman 2006 (A 2006), Videoinstallation Belinda Kazeem und Claudia Unterweger, 5 Min.
Brothers Keepers on Tour in East Germany (D 2004), Regie: Abdel Rahman Satti, 27 Min.
Britain’s Black Legacy (GB 1991), Regie: Ken Fero, Mogniss H. Abdallah, 45 Min.

Anschließend Gespräch mit der Aktivistin Belinda Kazeem, dem Künstler Dominic Mariochukwu Gilbert, beide Mitglieder der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte, und Sidy, Künstler, Verein gale.

Montag, 02. Oktober 2006, 19.00
Die Willkür der Auslese
Publikumsdiskussion

Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten sind seit nunmehr einem Jahr für acht Studienfächer Realität. Die aktuellen Auswahlverfahren wollen die „Studierfähigkeit“ der angehenden Studierenden voraussagen. Zukünftige StudentInnen haben Eignungstests und Knock-Out-Prüfungen an den Medizinuniversitäten, in Psychologie oder anderen Studienrichtungen zu bestehen. Die Kriterien für diese kostspieligen und nicht unumstrittenen Aufnahmehürden werden willkürlich festgelegt. Dabei stellt sich die Frage, ob Bildungswege vorhersehbar sind. Und sollen wirklich Testergebnisse über eine Zuteilung zum Studium entscheiden?

Lotte Kreissler, Lehrerin mit Schwerpunkt demokratische Bildung
Fanny Rasul, Bildungspolitisches Referat der ÖH-Bundesvertretung

In Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner Institut und der Grünen Bildungswerkstatt Wien.

www.oeh.ac.at/elite

Sonntag, 01. Oktober 2006, 16.45
Nationalratswahl 2006
ORF-Übertragung
Donnerstag, 28. September 2006, 20.15
Diskussion der Spitzenkandidaten
ORF-Übertragung
Mittwoch, 27. September 2006, 12.00
Sites an Subjects. Narrating Heritage
Gespräch anlässlich der Internationalen Konferenz SCOPE

Der Kulturphilosoph Homi K. Bhabha, sieht eine neue Bewegung in der Kulturerbe Diskussion durch Migration und Globalisierung - eine Verschiebung vom kulturellen Objekt selbst hin zu den verschiedenen Interpretationen: 'Kulturelle Objekte, Bauwerke oder Praktiken sind nicht ohne die Geschichten zu verstehen, die damit verbunden sind. Wir leben in einer Welt der Migration - deshalb können kulturelle Objekte keinen für alle gleichen Wert besitzen. Die Erforschung der Zirkulation von Ideen und Geschichten über das Objekt ist viel produktiver als die derzeitige Sicht von kulturellem Erbe.'

Homi K. Bhabha, Harvard University
Rahul Mehrotra, Universitiy of Michigan)
Claudia Haas, Lord Cultural Resources, London)
Lauren Segal (Constitution Hill, Johannesburg)
Robert Temel, Österreichische Gesellschaft für Architektur
Moderation: Christian Doegl, uma information technology

www.scope.at

Mittwoch, 27. September 2006, 19.00
Was ist Rassismus?
ZARA:TALK

Zur historischen Entwicklung der aktuellen Rassismustheorien wird ein informativer Überblick gegeben und versucht, wissenschaftlich fundierte Antworten für eine soziale Praxis zu finden, die trotz anti-rassistischer Bemühungen immer noch Ungleichheit und Machthierarchien schafft.

Verena Krausneker, Sprachwissenschafterin im Talk mit Volker Frey, Jurist

Eine Veranstaltungsreihe von ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit in Kooperation mit dem Depot.

www.zara.or.at

Dienstag, 26. September 2006, 19.00
Österreich, eine tägliche Erscheinung
Blattkritik

Seit dem 1. September ist Österreich nicht nur ein Land, sondern auch eine neue, täglich erscheinende Zeitung. Drei Wochen nach ihrem Start ist der richtige Zeitpunkt für eine Blattkritik gekommen. Die LeserInnen konnten sich ein Urteil bilden und wissen jetzt, was drin ist, wo Österreich drauf steht.

Harald Fidler, Der Standard
Anneliese Rohrer, Kurier

Donnerstag, 21. September 2006, 19.00
Gestrandet
Buchpräsentation

Gestrandet schildert die typischen Karrieren von Flüchtlingen aus deren Sicht, analysiert die Fluchtgründe, beschreibt die Probleme mit Schlepperbanden sowie das Verhalten der Behörden, die den AsylwerberInnen mit Misstrauen begegnen. Deren Alltag ist vom Warten auf einen höchst ungewissen Ausgang des Asylverfahrens geprägt. Das vorliegende Buch schließt mit einem Plädoyer für eine offene Gesellschaft, zu der es aus Sicht des Autors keine Alternative gibt.

Konrad Hofer, Soziologe, im Gespräch mit einer Asylwerberin aus Nigeria und ihrem Mann, Österreicher mit Geburtsland Türkei

Konrad Hofer (Hg.): Gestrandet. Aus dem Alltag von AsylwerberInnen. Wien: Löcker Verlag 2006.

Mittwoch, 20. September 2006, 19.00
Was heißt Integration?
Podiumsdiskussion

Mit der Aufforderung zur „Integration“ werden oft nur Aufgaben und Pflichten von MigrantInnen eingemahnt: Sie sollen die Sprache lernen, über österreichische Geschichte und einheimisches Brauchtum Bescheid wissen, fleißig und unauffällig sein. Seltener wird unter Integration die Schaffung von Grundlagen verstanden, die den neu Hinzukommenden einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Wohnen, Arbeit und Sozialleistungen ermöglichen. Kaum gefragt werden VertreterInnen von MigrantInnenorganisationen nach ihren Vorschlägen für ein besseres Zusammenleben in dieser Gesellschaft.

Beatrice Achaleke, Schwarze Frauen Community
Carla Amina Baghajati, Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Moderation: Hikmet Kayahan, Migrationsexperte

Donnerstag, 14. September 2006, 19.00
Großvater, wer warst du?
kinokis mikrokino #137

Angehörige der Enkelgeneration hinterfragen Auswirkungen des Nationalsozialismus auf ihre eigene Familie. Dabei werden Verdrängung und Trauer genauso aufgearbeitet wie Schuld und familiärer Opportunismus. Die präsentierten Filme gehen von den konträren Ausgangssituationen der Opfer- und Täterperspektive aus. Szepannek rekonstruiert das Leben ihres Großvaters, der als Kommunist 1942 hingerichtet wurde. Carney beschäftigt sich mit der Unfähigkeit zu trauern, die seit der vielschichtigen Verwicklung in den Nationalsozialismus auf seiner Familie lastet. Er schlägt einen Bogen in das heutige Österreich und zeigt, wie die Familienmitglieder mit dem Vermächtnis umgehen, daran scheitern. Als Carneys Mutter während der Dreharbeiten lebensbedrohlich erkrankt, beginnt die Bewältigung für den Filmemacher selbst.

Großvater, wer warst du? (A 2006), Regie: Katharina Szepannek, 53 Min.
Prescreening: The End of the Neubacher Project (A 2006), Regie: Marcus J. Carney, 74 Min.

Anschließend Eva Simmler im Gespräch mit den beiden FilmemacherInnen.

Mittwoch, 13. September 2006, 19.00
Film wider das Vergessen
Vortrag mit Filmausschnitten und Diskussion

In den 80er Jahren griff der West-Berliner Verein Aktives Museum im Kampf gegen das Vergessen auf die Methode und Metapher der Archäologie zurück. So entstand am ehemaligen Gestapogelände in Berlin die Topographie des Terrors. Der ehemalige Archäologiestudent Frederick Baker setzt nicht auf den archäologischen Umgang mit den Ruinen des Dritten Reiches, sondern auf die filmische Aufarbeitung der Geschichte.

Frederick Baker, Filmemacher
Friederika Richter, Autorin

In Kooperation mit GEDENKDIENST.

Dienstag, 12. September 2006, 19.00
Anstöße zur Kultur- und Medienpolitik
Kulturrat Österreich

Die politische Auseinandersetzung im Vorfeld der österreichischen Nationalratswahlen zeichnet sich durch einen Mangel an Inhalten und gesellschaftspolitischen Entwürfen aus. Diesem Trend will der Kulturrat Österreich – ein Zusammenschluss der Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden – entgegentreten, indem er die Kulturpolitik als wichtige Querschnittsmaterie ins Blickfeld rückt. Grundlegende und aktuelle kulturpolitische Themen werden in einer Publikation im Zeitungsformat unter dem Titel Kulturrat Österreich – Kulturpolitik Diskurs Vernetzung zusammengefasst. Aktuelle Problemfelder wie Kunstförderung, Niederlassungsrecht, Medienfreiheit und Grundeinkommen sollen präsentiert und diskutiert werden.

Andrea Ellmeier, Kulturwissenschafterin
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Joachim Riedl, Die Zeit
Sarah Schönauer, Subnet Salzburg
Moderation: Eva Simmler, Filmemacherin

In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich.

Mittwoch, 28. Juni 2006, 19.00
Die wahr/falsch Inc.
Ausstellungsbesprechung

Die heutige Wissenschaft wird häufig als Bedrohung empfunden oder uneingeschränkt bewundert. Die wahr/falsch Inc., eine Ausstellung im Stadtraum von Wien, versucht Wissenschaft und Forschung als Alltag zu thematisieren. Welche Szenarien gibt es, Wissenschaft in der Öffentlichkeit darzustellen, ohne ihre Resultate zu popularisieren oder politische Anklage zu führen? Anhand unterschiedlichster Themen, von Doping bis zur Migration von WissenschafterInnen wird zudem eine Zusammenführung und gegenseitige Aufhebung von Wissenschaft und Kunst angedacht.

Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
Judith Kröll, wahr/falsch Inc.
Veronika Wöhrer, Wissenschaftssoziologin, Universität Wien

x.06 – Die wahr/falsch Inc. Wissenschaftsausstellung in der Stadt, 2. Juni bis 15. Juli 2006.

Mittwoch, 21. Juni 2006, 19.00
Nord-Süd-Beziehungen
Buchpräsentation

„Nord-Süd-Beziehungen“ sind eine gängige aber irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale Arbeitsteilung. Der scheinbar neutrale Begriff verschleiert nur die herrschenden Machtverhältnisse. Im Aufdecken verborgener Machtbeziehungen löst sich „Nord-Süd“ aus seiner geographischen Zuweisung und wird zum Inbegriff eines Dominanz- und Abhängigkeitsverhältnisses. Ein solches findet sich in der Geschichte nicht nur zwischen den europäischen Kolonialmächten und dem Süden sondern auch im Verhältnis europäischer Großmächte zu den inneren Kolonien in Ost- und Südosteuropa. „Nord-Süd-Beziehungen“ existieren weltweit und auf jeder räumlichen Ebene, von der lokalen bis zur globalen.

Michael Baiculescu, Mandelbaum Verlag
Birgit Englert, Institut für Afrikanistik, Universität Wien
Ingeborg Grau, Institut für Afrikanistik, Universität Wien
Hannes Hofbauer, Wirtschafts- und Sozialhistoriker
Andrea Komlosy, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien

Birgit Englert, Ingeborg Grau, Andrea Komlosy (Hg.): Nord-Süd-Beziehungen. Kolonialismen und Ansätze zu ihrer Überwindung. Wien: Mandelbaum Verlag 2006.

Montag, 19. Juni 2006, 19.00
Creating the Change
Podiumsdiskussion und Buchpräsentation

Vor welchem Hintergrund Frauenpolitik für den Kulturbereich im 21. Jahrhundert gedacht werden muss, wird in der vorliegenden Publikation Creating the Change erläutert. Sie basiert auf einer zweijährigen Studie der IG Kultur Vorarlberg, die die Situation von kulturschaffenden Frauen beleuchtet, aber auch konkrete Verbesserungsvorschläge für ihre Arbeitsbedingungen liefert. Weitere Themen widmen sich der Repräsentationskritik, Körperdiskursen und gender-bezogenen Aspekten der bildenden Kunst, Literatur und Medienkunst.

Juliane Alton, IG Kultur Vorarlberg
Sabine Benzer, Theater am Saumarkt, Vorarlberg
Johanna Schaffer, feministische Theoretikerin, Universität Wien
Joshua Taubert, Transgenderaktivis*

Sabine Benzer (Hg.): Creating the Change. Beiträge zu Theorie & Praxis von Frauenförder- und Gleichbehandlungsmaßnahmen im Kulturbereich. Wien: Turia+Kant 2006.

Montag, 12. Juni 2006, 21.15
Zwischenland
Film und Theorie

Der Film Lichter führt die mit Migration, Unternehmertum, Schmuggel, Fluchthilfe, Lokalisierung oder Transgression verbundenen Erzählungen an einem Ort zusammen. Dieser Ort wird weniger durch die Existenz einer Staatsgrenze und die Aussicht auf ihre Überschreitung definiert, als vielmehr durch die Widerstände, die sich den Wünschen der Protagonisten dort in den Weg stellen. Wie sich zeigt, ist das nächste Licht an diesem Ort immer das falsche.

Vrääth Öhner, Filmwissenschafter

Lichter (D 2003) Regie: Hans-Christian Schmid, wird um 19.00 Uhr im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.

Donnerstag, 08. Juni 2006, 10.30
Der Verband Freier Radios Österreich
Pressegespräch

Der Verband Freier Radios hat ein Fördermodell zur Sicherung einer pluralistischen Radiolandschaft in Österreich entwickelt. Zur Vorstellung des Gesetzesentwurfes sowie zur Präsentation der Leistungen laden:

Helmut Peissl, Vorsitz Verband Freier Radios Österreich
Wolfgang Hirner, Geschäftsführung Radiofabrik, Salzburg
Veronika Leiner, Geschäftsführerung Radio FRO, Linz

Mittwoch, 07. Juni 2006, 19.00
Jüdisches Gedächtnis im Dokumentarfilm
kinokis mikrokino #136

Ruth Beckermanns Reise durch ihre Familiengeschichte erzählt die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte einer Region. Die Autorin zeigt als Vertreterin der ‘zweiten Generation der Überlebenden’ das Schicksal ihrer jüdischen Eltern auf, besucht den rumänischen Teil der Bukowina, berichtet über Dreharbeiten einer US-Firma zu einem KZ-Film mit jüdischen KomparsInnen und gibt Eindrücke von Demonstrationen gegen die Wahl Waldheims zum Bundespräsidenten wieder. Emil Rennert folgt seinerseits den Spuren seiner jüdischen Urgroßeltern, die aus Radautz, einer Kleinstadt in der südlichen Bukowina stammten. In Interviews zeichnet er die Lebensgeschichte der letzten Überlebenden des Holocaust nach und berichtet von der Zeit, in der die Bukowina noch als multiethnisches Land mit einer fruchtbaren Koexistenz unterschiedlichster Menschen und einer reichhaltigen jüdischen Kultur existierte.

Gespräch mit Ruth Beckermann und Emil Rennert

Die papierene Brücke (A 1987), Regie: Ruth Beckermann, 91 Min.
Eine verschwundene Welt (A 2005), Regie: Emil Rennert, 50 Min.

Dienstag, 06. Juni 2006, 19.00
Mythos Wien: Klischee und Wirklichkeit
surfingVIENNA

Eine Stadt hat nicht nur Gesichter, sondern auch eine „Seele“ – dieses eigenartige Gemisch aus individuellen Befindlichkeiten und kollektiven Vorurteilen, aus künstlerisch variierten und medial verzierten Charakterisierungsmotiven. Der Wiener Schmäh oder die Wiener Morbidität zählen zu den mythischen Kategorien, die das Selbstbild der WienerInnen ebenso prägen wie die Erwartungshaltungen Außenstehender.

Joachim Riedl, Journalist, Die Zeit
Barbara Schedler, Kulturattachée der Schweizerischen Botschaft, Wien
Moderation: Robert Buchschwenter, Dramaturg, Siegfried Mattl, Zeithistoriker

In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/surfingVienna.hmtl

Freitag, 02. Juni 2006, 19.00
Intersexualität und Zwangsoperationen
Podiumsdiskussion

Als intersexuell werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsmerkmale weder eindeutig weiblich noch eindeutig männlich sind bzw. Merkmale beider Geschlechter aufweisen. Durch einen operativen Eingriff wird die eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht, meist dem weiblichen, vollzogen. Die operativen Eingriffe ziehen sich zumeist über Jahre und können auch zu schwerwiegenden psychischen und physischen Folgen führen. Medizinisch lassen sich diese Eingriffe selten begründen. Weshalb die Stimmen immer lauter werden, dem Kind selbst die Wahl zu lassen und den Eingriff erst nach der Pubertät zu tätigen wenn das Kind es wünscht. Die PatientInnen sollen im Mittelpunkt stehen und nicht die Normvorstellungen der Gesellschaft.

Alex Jürgen, Hauptdarsteller „Tintenfischalarm“
Eva Matt, Juristin
Franz Waldhauser, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH
Alfred Springer, Univ. Klinik für Psychiatrie, AKH

Eine Kooperation mit TransX und der Plattform intersex.at im Rahmen der LesBiSchwulTransX-Aktionswoche der ÖH.

Dienstag, 30. Mai 2006, 19.00
Was wird aus der "Medienstadt" Wien?
Podiumsdiskussion

Um das Potenzial der Stadt zu nutzen, bedarf es einer Vielfalt lebendiger Freiräume. Insbesondere Orte selbstbestimmter Medienaneignung sind zunehmend marginalisiert. Den politischen Bekenntnissen zur Förderung von Institutionen freier Medienarbeit folgte Ernüchterung. Wo kann Medienkultur jenseits von Konzern- und staatlichen Interessen Platz finden? Wie konstituiert sich eine “Information City” Wien?

Konrad Becker, t0, Institut für neue Kulturtechnologien
Katharina Gsöllpointner, Medientheoretikerin
Felix Stalder, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich
Beat Weber, MALMOE
Barbara Novak, SPÖ Gemeinderätin Wien
Moderation: Sylvia Riedmann, Journalistin

Montag, 29. Mai 2006, 19.00
Geschlossene Gesellschaft?
Publikumsdiskussion

Sind die Eliten in Wirtschaft, Politik und Justiz in ihren Machtpositionen, weil sie einfach die Besten für diese Jobs sind? Michael Hartmann behauptet in seinem Buch Der Mythos von den Leistungseliten, dass nicht die persönliche Leistung das entscheidende Kriterium für den Aufstieg in Spitzenpositionen ist, sondern nach wie vor die soziale Herkunft und das Geschlecht der betreffenden Personen. Von einer sozialen Öffnung der gesellschaftlichen Eliten kann daher nicht die Rede sein.

Michael Hartmann, Institut für Soziologie, TU Darmstadt

Eine Rezension von Michael Hartmanns Der Mythos von den Leistungseliten
(Frankfurt am Main: Campus 2002) findet sich auf http://www.oeh.ac.at/elite

In Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner Institut und der Grünen Bildungswerkstatt Wien

Mittwoch, 24. Mai 2006, 17.00
Innovationspreis IG Kultur Wien
Podiumsdiskussion

2005 wurde zum zweiten Mal der LAUCH, der Innovationspreis der freien Kulturszene Wiens, vergeben. Folgend dem Ausschreibungsthema „Off road – navigating the future“ ging die IG Kultur Wien auch auf der Ebene der Preisvergabe neue Wege. Ziel war es, die Reflexion und den aktiven Diskurs rund um die eingereichten Projekte zu fördern. Im Sinne der Weiterentwicklung dieses Prozesses, sind alle Einreichenden, Mitglieder der IG Kultur Wien und Interessierte eingeladen, gemeinsam an der Modifizierung des Auswahlverfahrens und des zukünftigen Innovationspreis aktiv mitzuwirken.

Marty Huber, Querspektiven - 6ter Blick
Betty Kogler, „store“
Gerhard Leixl, European Tango
Christine Standfest, palais donaustadt
Moderation: Angela Eder, IG Kultur Wien

http://www.innovationspreis.org

Mittwoch, 24. Mai 2006, 19.00
Jury, Matrix oder Kollektivverfahren?
Podiumsdiskussion

Derzeit werden nicht nur in Wien Modelle für mehr Mitbestimmung von Kulturschaffenden in der Vergabe von Fördergeldern erprobt. Dabei geht es – etwa bei der Projektförderung oder im Zuge von Wettbewerben und Preisvergaben – um die Etablierung von autonomen Strukturen und mehr Transparenz. Doch bergen diese partizipatorischen Modelle auch Gefahren und Stolpersteine, die es zu analysieren und in Folge zu verbessern gilt.

Anne Katrin Feßler, derStandard.at
Monika Mokre, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien
Friedrich E. Rakuschan, Medienepistemologe, Universität für angewandte Kunst
Roland Schöny, Projektleitung Kunst im öffentlichen Raum Wien, WZW
Martina Wäfler, Kulturmanagement, 17 & 4 Organisationsberatung GmbH
Moderation: Thomas J. Jelinek, IG Kultur Wien

In Kooperation mit der IG Kultur Wien.

Dienstag, 23. Mai 2006, 19.00
Die Zukunft der Erinnerungskultur
Podiumsdiskussion

Mit dem Verschwinden der ZeitzeugInnen, der sogenannten Erlebnisgeneration, wird der Umgang mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus auch zu einer Frage der Musealisierung. Aber lässt sich der Holocaust ins Museum „zwingen“? Der wachsenden historischen Distanz der jungen Generation soll eine Erinnerungskultur entgegenwirken, die aber ohne notwendigen und kritischen Bezug zur Gegenwart kaum wirksam sein kann. Stellen Mahnmäler und Gedenkstätten eine zeitgemäße Form der Vermittlung dar?

Günther Sturm, Historiker
Helmut Wartlik, Nationalfonds der Republik Österreich

In Kooperation mit GEDENKDIENST.

Montag, 22. Mai 2006, 19.00
Film/Denken - Film und Philosophie
Buchpräsentation und Diskussion

Wie kann Film im Zeitalter der digitalen Medien und Künste gedacht werden? Welche Wirkungsweisen hat er auf die Konstitution von Subjekt, Wissen und Gesellschaft? Zu diesen Fragestellungen unternimmt der Sammelband einen filmtheoretischen Exkurs, wobei unterschiedliche Methoden und Denkschulen zu Wort kommen. Das soll einen Dialog anregen, der der Enge der jeweiligen schulischen Zugangsweise entkommen und helfen möchte, Film als ein komplexes Phänomen aktuell zu begreifen.

Gabriele Jutz, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst, Wien
Eva Laquièze-Waniek, Philosophin, Wien/Straßburg
Peter Mahr, Philosoph, Universität Wien
Ludwig Nagl, Philosoph, Universität Wien
Matthias Wittmann, Filmwissenschafter, Wien

Ludwig Nagl, Eva Waniek, Brigitte Mayr (Hg.): Film/Denken – Thinking Film. Film & Philosophie. Wien: SYNEMA-Publikationen 2005.

In Kooperation mit SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien.

Mittwoch, 17. Mai 2006, 19.00
Wer macht die Kunst?
Podiumsdiskussion

Welcher Kunst zu bestimmten Zeiten Relevanz zugeschrieben wird, hängt von vielen Faktoren ab. So sind innerhalb des Kunstsystems verschiedene AkteurInnen am Werk: KünstlerInnen, KuratorInnen, TheoretikerInnen, SammlerInnen, KritikerInnen und KunstvermittlerInnen bestimmen alle auf ihre jeweils spezifische Weise die Richtung mit, in die sich die Kunst entwickelt, und sind so auch an der Genese neuer Tendenzen beteiligt. Wie sehen die KünstlerInnen selbst ihre Funktion und Ihren Einflussbereich, wo ziehen sie die Grenze zwischen Bedingtheit und aktivem Gestalten des Systems?

Andreas Duscha, Künstler, mahony
Xenia Hausner, Künstlerin
Marko Lulic, Künstler
Rita Vitorelli, Künstlerin
Moderation: Friedrich Tietjen, Kunsthistoriker

Montag, 15. Mai 2006, 19.00
Adele geht - was bleibt?
Podiumsdiskussion und Buchpräsentation

Die Beschlagnahme zweier Klimt-Bilder im Jahr 1997 veranlasste eine Neubewertung der Haltung Österreichs zu den Fragen Arisierung und Restitution. Die Rückgabe von fünf Klimt-Gemälden im heurigen Jahr markiert den vorläufigen Höhepunkt dieses Prozesses. Zwischen diesen Eckpunkten liegt die Erledigung weniger glamouröser Themen: ZwangsarbeiterInnenentschädigung, Pauschalabgeltung für verlorene Wohnungen, Einrichtung einer Historikerkommission. Diese Maßnahmen betrafen zehntausende Menschen, Kunstrestitution indes betrifft eigentlich nur ganz wenige. Dennoch war der Kunst ein wesentlich stärkeres mediales Interesse sicher.

Robert Holzbauer, Stiftung Leopold
Alfred J. Noll, Rechtsanwalt
Thomas Trenkler, Der Standard
Moderation: Eva Blimlinger, Historikerin

Buchpräsentation: Verena Pawlowsky, Harald Wendelin (Hg.): Enteignete Kunst. Raub und Rückgabe – Österreich von 1938 bis heute. Wien: Mandelbaum Verlag 2006.

Donnerstag, 11. Mai 2006, 18.00
Die neue Regierung der Zeichen
Doppelvortrag

Für Félix Guattari ist Kapital nicht bloß eine ökonomische, sondern auch eine semiotische Kategorie, die die Gesamtheit von Macht und Produktion umfasst. So behandelt Maurizio Lazzarato die Frage neuer Zeichenregime vor dem Hintergrund der verschiedenen politischen Formen des Kapitals und ihres Verhältnisses zueinander. Angela Melitopoulos beschreibt das von ihr initiierte, kollaborative Videomontage-Projekt Timescapes, das mit KünstlerInnen und AktivistInnen in Südosteuropa – auf Basis einer gemeinsamen Datenbank – die Themen Mobilität und Migration erforscht.

Maurizio Lazzarato, Soziologe und Philosoph, Paris
Angela Melitopoulos, Videokünstlerin, Köln
Moderation: Gerald Raunig, Philosoph, Wien und Hito Steyerl, Filmemacherin und Theoretikerin, Berlin

In Kooperation mit eipcp im Rahmen des Projekts translate. Beyond Culture: The Politics of Translation. http://translate.eipcp.net/

Mittwoch, 10. Mai 2006, 19.00
Ästhetik der anästhesierten Sinne
Vortrag und Buchpräsentation

Wenn in der Kunsttheorie von Sinnen die Rede ist, so sind damit zumeist die Primärsinne Sehen und Hören gemeint. Riechen, Schmecken und Tasten werden traditionell als der Kunst unangemessen abgetan und damit „anästhesiert“.Mădălina Diaconu geht den vernachlässigten „Sekundärsinnen“ nach, analysiert sie hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und philosophischen Bedeutung und fragt sich, ob sie für spezifische Kunstformen nicht doch relevant sind.

Mădălina Diaconu, Philosophin

Mădălina Diaconu (Hg.): Tasten, Riechen, Schmecken. Eine Ästhetik der anästhesierten Sinne. Würzburg: Königshausen & Neumann 2005.

Dienstag, 09. Mai 2006, 19.00
Hintergedankenjahr 2005
Projektpräsentation

Im Rahmen einer Ringvorlesung des Instituts für Politikwissenschaft wurden Studierende gebeten, sich „Hintergedanken“ zum Gedankenjahr 2005 zu machen. Die dabei entstandenen Projekte setzen sich mit der spektakulären Inszenierung von Erinnerung auseinander, etwa in Form eines Doku-Fakes, der Installation 25 missing peaces oder einer Sendung auf Radio Orange. Bei der Veranstaltung werden ausgewählte Arbeiten der Studierenden vorgestellt und kommentiert.

Petra Bernhardt, Organisatorin der Ringvorlesung
Sarah Galehr, Organisatorin der Ringvorlesung
Karin Liebhart, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien

Montag, 08. Mai 2006, 21.15
Unpassendes nach Maß
Film und Theorie

Als Oh Dae-su aus dem Zimmer entlassen wird, in das er, ohne zu wissen wieso und von wem, fünfzehn Jahre eingesperrt war, ist er ein hypersensibles Monster, das sich gegen das Gesetz auflehnt, welches hinter dem Vollzug seiner nachwirkenden Isolationsfolter steht. Er ist ein Mensch, der die Gesetze der Kommunikation neu lernen muss, mit einer an allen Ecken und Enden „verschobenen“ Existenz. Dementsprechend verschoben wirken auch die Raum-Zeit-Koordinaten von Oldboy – einem Actionthriller-Melodram, das Unpassendes zu einem maßgeschneiderten Ensemble zusammenführt.

Robert Buchschwenter, Filmtheoretiker

Oldboy (Südkorea 2004), Regie: Chan-Wook Park, wird am 8. Mai um 19.00 Uhr im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt

Donnerstag, 04. Mai 2006, 19.00

Das halbstündige Format mit dem Titel “Quasi - Ein Magazin“, das für den offenen Kanal OKTO konzipiert wurde, versteht sich als Straßenmagazin und wird einmal im Monat über Kunst, Politik und soziale Themen berichten. Die Themen der Ausgabe 05, Mai 2006: Interview mit der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung, Initiative Ehe ohne Grenzen, Antirassistischer Osterspaziergang und ein musikalischer Bericht über die "Fenzl experience" und ihre Wien Tour. Zeitgleich zur Präsentation wird die Sendung auf OKTO ausgestrahlt. Die Produzentinnen sind anwesend.

http://quasi.tv

Mittwoch, 03. Mai 2006, 19.00
Lateinamerika - Chronik einer Plünderung
kinokis mikrokino #135

Mit Memoria del saqueo – Chronik einer Plünderung hat Fernando Solanas ein Protokoll der sozioökonomischen und politischen Entwicklung Argentiniens verfasst, die zur schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes geführt hat. Mit Hilfe von Archivmaterial und zahlreichen Interviews thematisiert Solanas Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder. „In Argentinien tobt eine neue Form von Krieg gegen das Volk, wo statt mit Waffen mit wirtschaftlichen Mitteln gekämpft wird. Jedes Jahr sterben 35.000 Menschen an Unterernährung, mehr als während der acht Jahre Militärdiktatur.“

Memoria del saqueo – Chronik einer Plünderung (Argentinien 2004), Regie: Fernando E. Solanas, 118 Min.

In Zusammenarbeit mit dem Alternativengipfel Enlazando Alternativas 2 –
Europa/Lateinamerika/Karibik (Wien, 10. bis 13. Mai 2006).
http://www.alternativas.at

Dienstag, 02. Mai 2006, 19.00
Brunnenmarkt: Treffpunkt Kulturen
surfingVIENNA

Seitdem Migration eines der wesentlichen politischen und kulturellen Themen in Wien geworden ist, werden auch Filme aus der Zweiten Generation von MigrantInnen immer häufiger in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Brunnenmarkt als Zentrum eines ansonsten in Wien wenig verdichteten MigrantInnenmilieus kann als ein Knotenpunkt betrachtet werden, an dem sich die Prinzipien von Integration und Parallelgesellschaft in den vielfältigsten Facetten ausmachen lassen.

Heinz Fassmann, Migrationsexperte
Bülent Öztoplu, Geschäftsführer Verein Echo
Moderation: Robert Buchschwenter, Dramaturg, Siegfried Mattl, Zeithistoriker

In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/surfingVienna.hmtl

Dienstag, 25. April 2006, 19.00
Biobanken
Reihe Bioethik

Biobanken sind Einrichtungen zur Speicherung von Materialien, die dem menschlichen Körper entnommen wurden. Für die biomedizinische Forschung bieten Biobanken die Voraussetzung für Erkenntnisfortschritte, die die gezielte Entwicklung therapeutischer und diagnostischer Methoden und Anwendungen ermöglichen. Die ethische und juristische Relevanz im Umgang mit Biobanken zeigt sich unter anderem bei der möglichen Weiterverwendung von gesammelten Körpermaterialien zu anderen Zwecken. Vor diesem Hintergrund muss das Persönlichkeitsrecht der PatientInnen und SpenderInnen und deren Recht auf Information oder auf Verweigerung von Information berücksichtigt werden.

Christine Mannhalter, Arbeitsgruppe Biobanken für medizinische Forschung der Bioethikkommission
Kurt Zatloukal, Molekulare Pathologie, Universität Graz
Hans G. Zeger, ARGE Daten, Wien
Moderation: Matthias Beck, Institut für Ethik und Recht in der Medizin, Universität Wien

Freitag, 21. April 2006, 19.00
Der öffentliche Raum
Symposium

Der Begriff des „öffentlichen Raumes“ manifestiert sich in vielen Bereichen von Kunst und Politik. Mit der zunehmenden Konkurrenz zwischen den Städten wächst die Abhängigkeit von privatem Kapital. Für Investments werden Marketingstrategien zur Aufwertung eingesetzt, die auch die urbane Kultur und Lebensqualität betreffen. Zugleich ist der öffentliche Raum ein Topos, der immer wieder zur Formulierung demokratischer Ansprüche dient. Aufgrund dieser komplexen Zusammenhänge unterliegt aber der Begriff des öffentlichen Raumes einer zunehmenden Unschärfe.

Vorträge
15.00 Manfred Russo, Kultursoziologe
16.00 Nicole Grothe, Kunsthistorikerin
17.00 Jeanne van Heeswijk, Künstlerin
18.00 Andreas Findeisen, Philosoph

19.00 Podiumsdiskussion
Jeanne van Heeswijk, Künstlerin
Barbara Holub, Künstlerin
Jens Kastner
Elisabeth Mayerhofer, Kulturwissenschafterin
Christof Reinprecht, Soziologe
Roland Schöny, Projektleiter Kunst im öffentlichen Raum Wien
Moderation: Elke Krasny

Eine Veranstaltung von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung und Österreichische Gesellschaft für Soziologie /Sektion Stadtforschung.

Mittwoch, 19. April 2006, 19.00
Essenz der Anarchie
Buchpräsentation und Diskussion

Die libertäre Demokratie, wie sie der Anarchismus vorschlägt, begreift sich als Antithese zur parlamentarischen Demokratie. Jede im Rahmen gesellschaftlicher Prozesse wirkende etatistische oder technokratische Autorität soll ausgeschaltet werden. Muss sich der Anarchismus aber auf eine utopische Idee reduzieren lassen? Worin lägen Möglichkeiten realpolitischer Umsetzbarkeit der „libertären Demokratie“? Wie könnten die radikalen Ansätze des Anarchismus die gesellschaftspolitische Realität beeinflussen?

Karl Öllinger, Sozialsprecher Die Grünen
Gerhard Senft, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Eva Kaiserseder, Promedia Verlag

Gerhard Senft (Hg.): Essenz der Anarchie. Die Parlamentarismuskritik des libertären Sozialismus.
Wien: Promedia, Edition Linke Klassiker 2006.

Donnerstag, 06. April 2006, 19.00
Exile Family Movie
kinokis mikrokino #134

Eine iranische Familie, die im politischen Exil in Europa und Amerika lebt, organisiert ein geheimes Treffen mit jenen Familienmitgliedern, die sich immer noch im Iran aufhalten. Exile Family Movie von Arash dokumentiert dieses Treffen, für welches nur ein einziger Ort in Frage kommt: Saudi-Arabien. Trotz der Gefahren geben die im Exil lebenden Familienmitglieder vor, muslimische Pilger zu sein, um die heiligen Städte Medina und Mekka betreten können. Dort kommt es in einem kleinen Hotelzimmer zu dem lang erwarteten Wiedersehen nach zwanzig Jahren Trennung. Was folgt, ist das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen, der muslimischen Welt und den westlichen Gesellschaften Europas und Amerikas.

Exile Family Movie (Österreich/Iran 1994-2006), Regie: Arash, 55 Min.

Arash, Filmemacher
Azadeh, Mitwirkende
Dominik Kamalzadeh, Filmkritiker, Der Standard

Mittwoch, 05. April 2006, 19.00
Brauchen wir ein "Verbotsgesetz"?
Podiumsgespräch

2004 gab es in Österreich 724 Anzeigen im Sinne des Gesetzes gegen NS-Wiederbetätigung. Die Debatte um den Ex-Bundesrat John Gudenus und den britischen Holocaustleugner David Irving stellt erneut die Frage nach der Bedeutung einer solchen Gesetzgebung. Fördert diese einen kritischen Diskurs um die österreichische Vergangenheit oder wird hier ein gesellschaftliches Problem auf einen Straftatbestand reduziert?

Theo Öhlinger, Universität Wien
Heribert Schiedel, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

In Kooperation mit Gedenkdienst

Mittwoch, 05. April 2006, 19.00
Bildtheorie
Lesekreis

Für diesen Termin ist ein Text von W.J.T. Mitchell zu lesen: Der Pictorial Turn. In: Christian Kravagna (Hg.): Privileg Blick. Kritik der visuellen Kultur. Berlin 1997, S. 15–40. Der Text liegt als Mastercopy im Depot auf.

Dienstag, 04. April 2006, 19.00
Spektakel Mariahilferstrasse
SurfingVIENNA

Die Erfahrung des Konsums prägt das architektonische Gesicht der Stadt ebenso, wie sie das soziale Gefüge sichtbar macht und zugleich nachhaltig beeinflusst. Während auch in Wien ein Globalisierungsprozess zu beobachten ist, der zur Überformung der Konsum-Räume durch internationale Ketten und Franchiser führt, hält sich gleichzeitig die Vorstellung einer spezifischen Wiener „Geschäftskultur“, was wiederum zu den nachhaltigen Images Wiens zählt.

Gottfried Pirhofer, Urbanist, Vorstand des Vereins Zukunfts.Station Wien
Moderation: Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Robert Buchschwenter, Dramaturg

In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html

Freitag, 31. März 2006, 19.30
Feministische Kapitalismuskritik
Vortrag und Diskussion

Kritik am Kapitalismus wird vielfach auf die Kritik an ökonomischen Verhältnissen reduziert. Daraus folgte lange Zeit die linke Strategie, "Wirtschaft" ins Zentrum politischen Handelns zu stellen. Andere Themenfelder, wie die Frauenemanzipation, wurden als zweitrangig abgewertet. Frigga Haug stellt die Emanzipation von Frauen ins Zentrum ihrer Herrschaftskritik: "Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse zu behaupten, unterstellt, dass alle Praxen in der Gesellschaft durch Geschlechterverhältnisse bestimmt sind, einen Geschlechtersubtext haben, auch in dieser Weise herrschaftlich kodiert sind."

Frigga Haug, InkriT Institut für kritische Theorie, Berlin

Donnerstag, 30. März 2006, 19.00
Politik der kulturellen Übersetzung
Podiumsdiskussion

Wie kann es sein, dass jedes Individuum hybrid ist und sich trotzdem vom anderen in seiner Identität unterscheidet? Der Begriff der „kulturellen Übersetzung“ stellt uns diese Frage und verspricht sie auch zu beantworten. Vermag er das? Angesichts der glänzenden Karriere, die dieser ursprünglich bescheidene Begriff der linguistischen Praxis in den letzten Jahren in der internationalen Theorie-Szene gemacht hat, kann man ihm das zutrauen. Doch kann er sich auch in der politischen Realität behaupten?

Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Kulturwissenschafterin, Manchester
Dieter Lesage, Philosoph, Brüssel
Moderation: Boris Buden, Philosoph, Berlin

In Kooperation mit eipcp im Rahmen des Projekts translate. Beyond Culture: The Politics of Translation.
http://translate.eipcp.net/

Dienstag, 28. März 2006, 19.00
Die Rolle der Kunstkritik
Wer macht die Kunst?

Die Aufgabe der Kunstkritik ist es, Kunst und das Ausstellungswesen zu analysieren, zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Sie hat verstärkende Wirkung auf bestehende Tendenzen in der Kunst und übernimmt damit einen substantiellen Part im Kunstsystem. Und doch scheint der Einfluss heute geringer zu sein. Was kann die Kunstkritik noch leisten?

Sabeth Buchmann, Kunsttheoretikerin
Horst Christoph, Journalist
Rainer Metzger, Kunstkritiker
Moderation: Matthias Dusini, Kunstkritiker

Montag, 27. März 2006, 19.00
Feindaufklärung und Reeducation
Buchpräsentation

Theodor W. Adorno und Max Horkheimer flohen vor dem Nationalsozialismus in die Vereinigten Staaten. Die USA wurden zu einem Bezugspunkt bei ihrer Kritik der postnazistischen deutschen und österreichischen Gesellschaft. Das trägt ihnen bei Nazis bis heute den Ruf ein, „Säulenheilige der Umerziehungsrepublik“ zu sein. So sehr die Kritische Theorie von Adorno und Horkheimer, an Marx geschult, die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit angriff, so klar war ihr doch der Unterschied zwischen dem US-amerikanischen Liberalismus und der deutschen Volksgemeinschaft – ein Unterschied, der sie zu einer Parteilichkeit anhielt, die bis heute aktuell ist. Vor diesem Hintergrund diskutieren der Herausgeber sowie die Autoren über Islamismus, die USA und die Position der Kritik in der postnazistischen Gesellschaft.

Stephan Grigat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Florian Markl, Historiker
Gerhard Scheit, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien

Stephan Grigat (Hg.): Feindaufklärung und Reeducation, Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus; ça ira-Verlag, Freiburg, 2006

Donnerstag, 23. März 2006, 19.00
Theaterreform: Eine Zwischenbilanz
Podiumsdiskussion

Drei Jahre nachdem die Stadt Wien eine groß angelegte Theaterreform des gesamten OFF-Bereichs initiiert hat, stagniert der Prozess auf der Ebene politischer und budgetärer Umsetzbarkeiten. Zeit für eine Zwischenbilanz: Welche Ziele konnten bislang erreicht werden oder müssen revidiert werden? Was ist offen geblieben? Wie leben die TheatermacherInnen mit der Praxis der Reform? Gibt es noch Visionen für die Zukunft des Freien Theaters in Wien? Welche dringlichen Forderungen sind an die Kulturpolitik zu stellen?

Nicolas Dabelstein, Theater Turbine/IGFT
Corinne Eckenstein, Theater Foxfire/IGFT
Günter Lackenbucher, Kulturreferent Theater, Stadt Wien
Marco Schreuder, Kulturausschuss Grüne Wien
Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher ÖVP Wien
Moderation: Sabine Kock, Geschäftsführerin IG Freie Theaterarbeit

Mittwoch, 22. März 2006, 19.00
XING_Magazin für politische Kultur
Zeitschriftenpräsentation

XING_ Magazin für politische Kultur erscheint seit November 2004. Zusammen mit Partnerinstitutionen wie dem Int. Forschungszentrum für Kulturwissenschaften und dem LBI für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit werden die Themen aufbereitet. Bisherige Schwerpunkte waren „Wachstumskoalitionen“, „Erinnern & Vergessen“ und „Was Wissen schafft“. Die Rubrik „Transkulturalität“ beschäftigt sich vor allem mit europäischer Kulturpolitik. Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Thema „Fluchtorte“.

Fritz Betz, Mediensoziologe, FH Eisenstadt
Manuel Schilcher, XING Mitherausgeber
Bernhard Seyringer, XING Mitherausgeber

http://www.xing.at

Samstag, 18. März 2006, 19.00
her position in transition
Resümee zum Internationalen Künstlerinnenfestival

"Das Private ist politisch", so lautete in den 70er-Jahren das Credo der Frauenbewegung. Im Zuge der neoliberalen Politik allerdings wurde das Politische privat. Aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zieht sich der Staat mit schwerwiegenden Auswirkungen zurück –auch aus dem Kunstbereich. Derzeit wird den KünstlerInnen eine große Bereitschaft zu Mobilität und schneller Orientierung abverlangt. Der "professionelle Nomadismus" wirkt sich auf das Selbstverständnis der Künstlerinnen aus. An welche feministische Tradition kann die „mobile Künstlerin" heute anknüpfen? Gibt es ein unterstützendes Lobbying im Kunstbetrieb, das Frauen nützen?

mit Katharina Pewny, Sabine Prokop, Barbara Klein, Margit Niederhuber
Cristina Castrillo, Umbral/ Argentinien, Schweiz
Jill Greenhalgh, The Magdalena Project/ Great Britain
Shailja Patel, Migritude/ Indien, Kenya, USA

In Kooperation mit her position in transition.

http://www.herpositionintransition.at

Donnerstag, 16. März 2006, 19.00
Das Kapital verfilmen
kinokis mikrokino #133

Sergej Eisenstein träumte davon, Das Kapital von Karl Marx zu verfilmen. Er hat das Projekt niemals ausgeführt, verfasste aber präzise Notizen und beispielhafte Filmsequenzen. kinokis mikrokino #133 präsentiert filmische Versuche, die abstrakte Vorgänge in konkrete Bilder umsetzen: Griffith kontrastiert das harte Leben von Brotpreisen abhängigen Farmern mit dem Luxusleben eines Weizenspekulanten, Richter zeigt den Verfall der Geldwährung, Borgstädts Film versucht sich in der Darstellung der marxistischen Gesellschaftstheorie, Drew illustriert den Text des kommunistischen Manifests mit Cartoons und Lewis schließlich eröffnet einen reflexiven Raum, in dem der Zuschauer über die Utopie des Eisenstein-Projekts nachdenken kann.

A Corner in Wheat (USA 1909), Regie: David Ward Griffith, 14 Min.
Inflation (D 1928), Regie: Hans Richter, 3 Min.
Des Geistes Schwert (D 1931), Regie: Jam Borgstädt, 37 Min.
Die Börse als Markt (CH 1939), Regie: Hans Richter, 20 Min.
Manifestoon (USA 1995), Regie: Jesse Drew, 8 Min.
Two Impossible Films (GB 1995), Regie: Mark Lewis,16 Min.

Thomas Tode, Filmwissenschafter und Filmemacher, Hamburg

Dienstag, 14. März 2006, 19.00
Transitraum Gürtel
SurfingVIENNA

Mit der Neugestaltung des Gürtels erlebte Wien Mitte der 90er-Jahre eine deutliche Verschiebung des urbanen Erlebnismilieus. An der Peripherie entstand eine Schnittlinie heterogener Szenen. Der Mix aus neu angesiedelten Lokalen, dem Rotlichtmilieu, den MigrantInnenwohngebieten führte zu einer Verdichtung und Vermischung vielfältiger Angebote und funktional unterschiedlicher Sphären.

Silja Tillner, Architektin, Projekt Urbion
Rupert Weinzierl, Kulturwissenschafter WIWIPOL
Moderation: Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Universität Wien, Robert Buchschwenter, Dramaturg

In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html

Montag, 13. März 2006, 21.15
Raum, Zeit und Gedächtnis
Film und Theorie

Der argentinische Regisseur Gustavo Mosquera schließt an das Erbe des „Magischen Realismus“ der Science-Fiction- und Mystery-Kultur an. In seinem Low-Budget-Film Moebius wird das U-Bahn-System von Buenos Aires zum Labyrinth einer Parallelwelt, die beunruhigenderweise direkt unter der Oberfläche der Alltagsrealität zu existieren scheint. Die Entdeckung des Mathematikers Moebius verknüpft sich raffiniert mit den Erzählungen Jorge Luis Borges’ und den Parabeln Franz Kafkas. Mit seinen narrativen und visuellen Anspielungen kann der Film aber auch als Metapher für ein kollektives Gedächtnis und die jüngere Geschichte Argentiniens gelesen werden.

Gerald Weber, Filmwissenschafter

Moebius (Argentinien 1996) Regie: Gustavo Mosquera, wird am 13. März um 19.00 im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.

Donnerstag, 09. März 2006, 19.00
Geschichte der Filmzensur in Österreich
Buchpräsentation und Filmbeispiele

Mit der Popularisierung des Films in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts kam es in Österreich zu einer Vielzahl sozialer, ökonomischer und politischer Veränderungen. Eine für das neue Medium einschneidende Maßnahme war die Einrichtung der Filmzensur, mit der sich auch die Presse massiv auseinandergesetzt hat. Aus bisher unveröffentlichten Quellen haben die Autoren eine repräsentative, kommentierte Sammlung erstellt und bieten zusätzlich einen Überblick zur Geschichte der Zensur.

Thomas Ballhausen, Paolo Caneppele, Autoren

Thomas Ballhausen, Paolo Caneppele: Die Filmzensur in der österreichischen Presse bis 1938. Geschichte – Aspekte – Quellen. Wien: Verlag Turia + Kant 2005.

Dienstag, 07. März 2006, 19.00
Die Kulturförderungsverwaltung
Präsentation einer Studie

Seit 1971 erscheint jährlich der staatliche Kunstbericht, der die Förderungen der Kunstsektion detailliert dokumentiert. Ohne analytische Kommentare allerdings und ohne Auflistung der abgelehnten Anträge sowie der Förderquoten. Ein faires Förderungsverfahren indes benötigt Berechenbarkeit und Transparenz. Mit dem Forschungsprojekt "Good Governance" in der Kulturförderungsverwaltung hat sich deshalb das Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft die Abwicklung der Kunstförderung auf Bundesebene angesehen und dabei die Abteilungen II/2 (Theaterförderung) und II/8 (Kulturinitiativen) miteinander verglichen.

Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft

Tasos Zembylas: "Good Governance" in der Kulturförderungsverwaltung. Einsichten aus einer empirischen Untersuchung. Wien: 2005.

Montag, 06. März 2006, 19.00
Unkeusch wider die Natur
Buchpräsentation

Der Begriff Sodomie war ursprünglich ein Sammelbegriff für alle sexuellen Praktiken, die nicht auf Fortpflanzung zielten. Als Sünde konnte Sodomie gebeichtet werden, doch als Delikt wurde sie streng bestraft. Stand bislang vor allem die strafrechtliche Verfolgung gleichgeschlechtlicher Beziehungen im historischen Interesse, so untersucht die vorliegende Studie die Verfolgung vor allem sexueller Praktiken mit Tieren und sucht nach den ideologischen Hintergründen.

Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien
Susanne Hehenberger, Historikerin
Alexander Lellek, Löcker Verlag
Christina Lutter, Kulturwissenschafterin, bm:bwk

Anschließend szenische Lesung aus den Quellen mit Elisabeth Frysak, Markus Katzenschläger und Stephan Steiner

Susanne Hehenberger: Unkeusch wider die Natur. Sodomieprozesse im frühneuzeitlichen Österreich. Wien: Löcker 2006.

Dienstag, 28. Februar 2006, 19.00
Karlsplatz: Kontrollverlust und Überwachung
Surfing Vienna

Allen Planungen zum Trotz entwickeln urbane Zentren im Lauf der Zeit ihr Eigenleben und entziehen sich der behördlichen Kontrolle in dem Maß, in dem sich auf Grund sozialer Defizite substrukturelle Funktionsmechanismen ergeben. Während diese Orte für den Großteil der Bevölkerung Gefahrenherde darstellen, sind sie für andere Überlebensräume. Die aktuelle Umgestaltung des Karlsplatzes steht in Verbindung mit der Präsenz von Randgruppen, der Berührung von Norm und abweichendem Verhalten und damit im Spannungsfeld von Sicherheit und Bedrohung. Marginalisierte Gruppen finden hier einen Ort und rücken damit ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, gleichzeitig aber auch ins Visier einer strikten Ordnungspolitik. Ausgehend von der Betrachtung konkreter Orte und urbaner Spannungsfelder zielt die von Siegfried Mattl und Robert Buchschwenter kuratierte Veranstaltungsreihe auf die diskursive Erschließung von Stadträumen.

Rüdiger Lainer, Architekt, Projekt Umbau Karlsplatz
Michael Zinganel, Künstler und Architekt
Moderation: Siegfried Mattl und Robert Buchschwenter

www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html

In Kooperation mit dem Drehbuchforum Wien und dem Filmfonds Wien.

Freitag, 24. Februar 2006, 19.00
Von der Bewegung zur Erfahrung
Buchpräsentation

Wir machen sie, tauschen sie aus, bearbeiten sie über Reflexion und Erzählung. Selten steht sie aber im Mittelpunkt von Überlegungen zur Organisation sozialer, erzieherischer, politischer Praxis. Ein Grund dafür liegt vielleicht in dem Umstand, dass „Erfahrung“ im Unterschied etwa zur „Bewegung“ nicht zum Objekt der Identifizierung oder des Sich-Abgrenzens taugt. Wie aber verketten sich Erfahrungen jenseits von Institution und Kritik, sodass es möglich wird, vom Protest, vom Widerstand zur Schaffung von sozialen Zusammenhängen überzugehen?

Klaus Neundlinger, Philosoph, Universität Neapel
Stefan Nowotny, Philosoph, eipcp
Alice Pechriggl, Philosophin, Universität Klagenfurt

Klaus Neundlinger: Einübung ins Aufbegehren. Ein Beitrag zur Materialgeschichte des Glases. Wien: Turia+Kant 2005

Eine Kooperation mit eipcp.

Donnerstag, 23. Februar 2006, 19.00
6 Jahre Widerstandslesung
Dienstag, 21. Februar 2006, 19.00
Künstler-Sozialversicherungsfonds
Podiumsdiskussion

Fünf Jahre Künstler-Sozialversicherungsfonds ermöglichen eine Bilanz. Vor zwei Jahren wurden sämtliche Beitragszahlungen des Bundes eingestellt, nun fordert der Fonds Rückzahlungen von den KünstlerInnen. Keinen Anspruch hat, wer zu viel oder zu wenig verdient. Und wer kein Einkommen innerhalb der festgelegten Grenzen erreicht hat, soll bereits erhaltene Zuschüsse zum Pensionsversicherungsbeitrag wieder zurückzahlen. Zuletzt hat der Fonds die KünstlerInnen-Einkommen aus dem Jahr 2001 geprüft und hunderte Rückzahlungsforderungen ausgeschickt. Während Interessenvertretungen Sofortmaßnahmen verlangen, erzählt Staatssekretär Morak weiterhin eine „Erfolgsgeschichte“ des Fonds.

Sabine Kock, IG Freie Theater
Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Christine Muttonen, Kultursprecherin SPÖ
Franz Leo Popp, ehem. Geschäftsführer des Künstler-Sozialversicherungsfonds
Othmar Stoss, Geschäftsführer des Künstler-Sozialversicherungsfonds
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, IG Kultur

Donnerstag, 16. Februar 2006, 19.00
Pro und contra PID
Bioethik

Bei der – in Österreich verbotenen – Präimplantationsdiagnostik (PID) werden in vitro gezeugte Embryonen auf mögliche Chromosomendefekte hin untersucht. Aufgrund des Befundes wird dann entschieden, ob der Embryo in die Gebärmutter implantiert wird. Zugunsten der PID wird argumentiert, dass sie eine ethisch vertretbare Alternative zum embryopathisch begründeten Schwangerschaftsabbruch darstelle. KritikerInnen lehnen sie als Methode der eugenischen Selektion ab, die dazu führen könnte, dass nicht nur nach Erbkrankheiten gesucht wird, sondern auch nach erwünschten genetischen Dispositionen und so der „Mensch nach Maß“ gezüchtet werden könnte.

Paul Aiginger, Vorsitzender Aktion Leben Österreich
Johannes Huber, Professor für Reproduktionsmedizin, Universität Wien
Ulrich Körtner, Professor für Systematische Theologie, Universität Wien
Moderation: Ulrike Felt, Professorin am Institut für Wissenschaftsforschung, Universität Wien

Dienstag, 07. Februar 2006, 19.00
Zur Revolte in Frankreich
kinokis mikrokino #132

Die Unruhen in den französischen Banlieues haben eine lange Vorgeschichte: Sartre erklärte schon Ende der 60er Jahre, die „Dritte Welt“ beginne in den Pariser Vorstädten; Mitte der 80er Jahre machten junge MigrantInnen mit Demonstrationen auf ihre Situation und den wachsenden Rassismus aufmerksam. Sweet France von Ken Fero und Mogniss H. Abdallah interpretiert ironisch das Chanson Douce France – cher pays de mon enfance und zeichnet die Geschichte der „Beur-Bewegung“ nach, der spontanen Organisation der Kinder von ArbeitsmigrantInnen in Frankreich.  Adieu von Arnaud des Pallières erzählt zwei Geschichten, die durch die biblische Erzählung von Jonas im Walfisch lose verbunden werden: Der Vater einer Bauernfamilie wird vom Tod seines Sohnes tief getroffen und Ismahel, ein algerischer Emigrant, flüchtet nach Frankreich, von wo er wieder abgeschoben wird.

Sweet France, Mogniss H. Abdallah / Ken Fero, F 1993, 52 min., engl. OF
Adieu, Arnaud des Pallières, F 2003, 123 min., frz. OF + dt. UT

Montag, 06. Februar 2006, 19.00
MALMOE
Blattkritik

„Sensationsjournalismus für Fortgeschrittene“ verspricht die Zeitung MALMOE ihren LeserInnen. Das ambitiöse Großformat mit polit- und popkultureller Schlagseite geht alle ein bis zwei Monate angriffig und reflexiv an die Öffentlichkeit, um sich von Creative Industries bis Schwarz-Blau-Orange mit allem anzulegen, was im urbanen Alltag unangenehm auffällt.

Thomas Haunschmid, freier Mitarbeiter Ö1
Astrid Zimmermann, Medienhaus Wien

Sonntag, 05. Februar 2006, 17.00
11. Jahrestag Attentat in Oberwart
Filmvorführung und Gespräch

Zum 11. Jahrestag des Attentats laden Romani Dori, kinoki, Initiative Minderheiten, der Verein exil und der Augustin zu einer Gedenkveranstaltung.  Am 4.2.1995 wurden vier Männer durch eine Sprengfalle getötet, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt. Sie wurden ermordet, weil sie Roma waren.  Der Film Stefan Horvath. Zigeuner aus Oberwart von Peter Wagner zeigt ein Portrait Stefan Horvaths, der durch das Attentat einen Sohn verlor. Daraufhin begann er, Geschichten seiner Elterngeneration aufzuzeichnen, die den systematischen Mord an den Roma in der NS-Zeit thematisieren. Stefan Horvath will mit seinen Erzählungen den Roma seiner Heimat eine Erinnerung nachliefern, von der er glaubt, dass sie vielfach befreiende, wenn auch teilweise schmerzhafte Wirkung haben könnte.

Gespräch mit Stefan Horvath und Peter Wagner
Bobana Stojkov liest aus Elfriede Jelineks Oberwartstück Stecken, Stab und Stangl
Musikalisches Programm: Rahid Jerha


Film und Diskussion werden live ins Romanes übersetzt.

Donnerstag, 02. Februar 2006, 19.00
Entwicklungszusammenarbeit
Podiumsdiskussion

In den vergangenen fünfzig Jahren haben nicht nur die Ziele und die leitenden Konzepte der Entwicklungszusammenarbeit häufig gewechselt, sondern auch die AkteurInnen und deren Instrumente. Nach einer zivilgesellschaftlichen Phase in den 1990er Jahren steht heute die Unterstützung staatlicher Strukturen wieder deutlicher im Vordergrund. In diesem Sinne wurde Österreich von der OECD empfohlen, einen größeren Anteil seiner Mittel direkt in den Empfängerländern verwalten zu lassen. Die NGOs der Entwicklungszusammenarbeit sehen darin eine Bedrohung ihrer Existenz und damit jener Entwicklungsprojekte, die sich an den spezifischen Bedürfnissen der betreuten Gesellschaften orientieren.

Anton Mair, Stellvertretender Sektionsleiter, BMaA/VII
Walter Schicho, Leiter des Projekts Internationale Entwicklung der Universität Wien
Moderaton: Laura Leyser, Sozial- und Kulturanthropologin

Im Anschluss an die Diskussion wird eine Neuerscheinung präsentiert:
Bea De Abreu Fialho Gomes, Irmi Hanak-Maral, Walter Schicho (Hg.): Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Handlungsmuster, Interessen. Wien: Mandelbaum Verlag 2005

Dienstag, 31. Januar 2006, 19.00
Kunst und Wirtschaft
Wer macht die Kunst?

Wirtschaft und Kunst scheinen in den Augen vieler das Dream-Team der Zukunft zu sein. Spezialisierte Netzwerker versuchen, das Verhältnis der beiden Partnerinnen zu optimieren, um den Austausch von ökonomischem und kulturellem Kapital möglichst reibungslos zu gestalten. In den Entwicklungsplänen der Kunstuniversitäten wird eine verstärkte Vernetzung zwischen Hochschulen, Kunstmärkten, Wirtschaft und Gesellschaft anvisiert – Vernetzungen, die dialogisch funktionieren und zur wechselseitigen Stimulierung dieser Bereiche führen sollen. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, in welcher Weise die Betriebssysteme Wirtschaft und Kunst einander beeinflussen und welche Szenarien für ihre Verquickung wünschenswert wären.

Christina Haupt-Stummer, section.a
Brigitte Kössner, Initiativen Wirtschaft für Kunst
Ulf Wuggenig, Soziologe, Lüneburg
Moderation: Anne Katrin Feßler, derStandard.at

Dienstag, 24. Januar 2006, 19.00
Kino wie noch nie
Ausstellungsbesprechung

„Was und wie wird im Kino gesehen? Wie funktioniert das Medium Film? Welchen Regeln folgt es?“ Um diesen Fragen nachzuspüren, hat die Generali Foundation Antje Ehmann und Harun Farocki eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren. Diese holen das Kino in den Kunstraum, denken es weiter und spüren ihm mit den dort gängigen Kunstpraktiken nach. Die Filmsprache wird über Fotoserien, Dia-Folgen und Sequenz-Montagen aufgeschlossen.

Patric Blaser, Filmwissenschafter, Universität Wien
Gabriele Jutz, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst, Wien
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin

Kino wie noch nie. Ausstellung in der Generali Foundation, 20. Jänner bis
24. April 2006.

Donnerstag, 19. Januar 2006, 19.00
Was war Kunst?
Gespräch

Kunst ist kaum auf den Begriff zu bringen. Doch lassen sich in ihrer Geschichte immer wieder Wendungen ausmachen, die zu unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes geführt haben. Daraus sind in der Folge Gemeinplätze entstanden, die in Kunstdebatten oft auf allzu selbstverständliche Weise reproduziert werden. In seinem Buch Was war Kunst? (Frankfurt: Fischer 2005) analysiert Wolfgang Ullrich solche Formeln, die den Kunstbegriff der letzten vier Jahrhunderte bestimmt haben. Deren wechselvolle Karrieren machen nachdenklich: Wie sehen die gegenwärtig produzierten Klischees aus? Und welche Karrieren stehen dem Kunstbegriff noch bevor?

Wolfgang Ullrich, Kunsttheoretiker, München
Wolfgang Zinggl, Kultursprecher Die Grünen

Montag, 16. Januar 2006, 19.00
Gemeindebau, öffne dich
Podiumsdiskussion

Am 23. Jänner tritt eine bereits im Jahr 2003 beschlossene EU-Richtlinie in Kraft, die ÖsterreicherInnen und Drittstaatsangehörige, die bereits fünf Jahre im Land leben, beim Ansuchen um Gemeindewohnungen gleichstellt. Absicht der Richtlinie war es, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und Integration zu fördern. Die einen sehen darin die Gefahr einer Verslumung in den Gemeindebauten, während andere die zögerliche Umsetzung der EU-Richtlinie kritisieren. Von der Politik allerdings wird das Thema weitgehend totgeschwiegen.

Bernhard Perchinig, Institut für Europäische Integrationsforschung, ÖAW
Tove Raiby, Gebietsbetreuung Ottakring
Dieter Schindlauer, Obmann ZARA
Katrin Wladasch, ZARA
Moderation: Anita Zielina, derStandard.at

Donnerstag, 12. Januar 2006, 19.00
Böser Islam?
Podiumsdiskussion

Michael Genner von Asyl in Not hat in mehreren Rundschreiben den Islam kritisiert, weil dieser zu den Menschenrechten ein gespanntes Verhältnis habe. In der Bunten Zeitung wurde diese Kritik zurückgewiesen, weil sie auf einer höchst mangelhaften Kenntnis des Islam beruhe und für einzelne willkürlich herbeizitierte Verbrechen die Religion verantwortlich mache. Ausgehend von diesen Artikeln gibt die Diskussion Gelegenheit, beide Standpunkte auszuführen.

Tarafa Baghajati, ENAR
Michael Genner, Asyl in Not
Moderation: DiTutu Bukasa, Die Bunten

In Kooperation mit Die Bunten.

Mittwoch, 11. Januar 2006, 19.00
Als Gast gekommen, als Ausländer geblieben
Dissertation

Der Vortrag widmet sich der Frage, wie die österreichische Gesellschaft mit den Zugewanderten und der Zuwanderung umgeht, wobei die Situation von Frauen und Jugendlichen der zweiten Generation besondere Berücksichtigung findet. Auch der Begriff Integration wird genauer beleuchtet, weist er doch sowohl in der Wissenschaft wie auch in der öffentlichen und politischen Diskussion unterschiedliche Bedeutungen auf. Es ist daher unerlässlich, nach den Zielen einer wie auch immer definierten Integration zu fragen und zu prüfen, ob sie tatsächlich alle auftretenden Probleme lösen kann.

Gudrun Kainz, Sozialwirtin

Gudrun Kainz: Als „Gast“ gekommen – als „Ausländer“ geblieben.
Der österreichische Umgang mit Zuwanderung und den Zugewanderten unter besonderer Berücksichtigung der Situation der Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten. Johannes Kepler Universität Linz 2005

Dienstag, 10. Januar 2006, 19.00
Chris Marker: Rot liegt in der Luft
kinokis mikrokino #131

Im Jahre 1977 montierte der französische Filmessayist Chris Marker Bilder zu einem imponierenden Fresko der revolutionären, politischen Bewegungen seiner Zeit. Er griff auf eigene Aufnahmen zurück („man weiß nie, was man filmt“) und auf Bilder anderer Kameraleute aus Frankreich, Chile, Kuba etc. Um Distanz zu schaffen, kommentierte er sie neu, vervielfachte die Standpunkte durch einen achtstimmigen Kommentar und färbte die Bilder künstlich ein. Markers nachdenklicher Versuch einer Bilanz der 68er-Revolte sucht festzustellen, ob trotz des Scheiterns der emanzipatorischen Bewegungen ein „rotes Lüftchen“ geblieben ist.

Rot liegt in der Luft (Le fonds de l’air est rouge), Chris Marker, F 1977, 179 min, DF
Erster Teil – Die schwachen Hände:
1) Von Vietnam zum Mord an Che.
2) Mai ‘68 und all das.
Zweiter Teil – Die zerbrochenen Hände:
1) Vom Prager Frühling zum Gemeinsamen Programm.
2) Von Chile zu – wohin eigentlich?