Veranstaltungen

Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19.00
Das Genie als Bedürfnis der Medienindustrie
Vortrag

Das Urheberrecht ist geprägt durch Konzepte von Kreativität und Originalität des 18. Jahrhunderts, in deren Zentrum das aus sich selbst schöpfende Individuum steht. Ästhetische Praxis und Kunsttheorie haben mittlerweile derlei Vorstellungen weitgehend dekonstruiert, dennoch werden sie von bestimmten Interessengruppen aktiv am Leben erhalten. Ausgehend von der Arbeitsthese, dass KünstlerInnenbilder und Kunstbegriffe Konstruktionen sind, die nicht zuletzt politischen und ökonomischen Interessen dienen, wird anhand einiger Beispiele aufgezeigt, mit welchen KünstlerInnenbildern im Diskurs um das geistige Eigentum operiert wird.

Cornelia Sollfrank, Künstlerin, Dundee / Hamburg

In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst

Dienstag, 16. Dezember 2008, 19.00
IN DIE WELT
Let's talk about ... SCRIPTS!

Das bewegende Portrait einer Geburtsklinik in Wien gibt einen Einblick in das IndieWeltKommen. In ihrer ganzen Intensität und Unterschiedlichkeit wird die Geburt mit den Mitteln des Direct Cinema gezeigt und verbunden mit dem Zyklus der begleitenden Abläufe im Krankenhaus. Eine Chronik vom Beginn des Lebens – und dessen Organisation.

Constantin Wulff, Drebuchautor und Regisseur, und Dieter Pichler, Schnitt, im Gespräch mit Alexander Horwath

IN DIE WELT (A 2008) sixpackfilm Wien, Regie: Constantin Wulff, Kinostart: 21. 11. 08
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at

Montag, 15. Dezember 2008, 19.00
Die Nationalsozialisten und der Mufti
Vortrag und Gespräch

Das verhängnisvolle Bündnis des Jerusalemer Mufti Amin el-Husseini mit den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren ist ein elementares Beispiel für das Scheitern einer Politik. Kompromisslosigkeit und extremer Judenhass waren stets Merkmale der Politik el-Husseinis. Der wichtigste und entscheidende Punkt war die von ihm gesuchte Kollaboration mit den Nationalsozialisten, weil er deren Vernichtungspolitik gegenüber den Juden verinnerlicht hatte. Sowohl vor als auch nach dem Krieg spielte der Mufti eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Antisemitismus in Palästina und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass PalästinenserInnen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs staatenlos blieben.

Klaus Gensicke, Politikwissenschaftler, Berlin
Moderation: Stephan Grigat

Eine Veranstaltung von Café Critique

Freitag, 12. Dezember 2008, 19.00
Beiträge der OSPG zur Pazifikforschung
Buchpräsentation

2006 organisierte die Österreichisch Südpazifische Gesellschaft das Symposium Im Spiegel der Anderen. Präsentation und Repräsentation von Ozeanien in Museen. Die Vortragsbeiträge zur Situation ethnologischer Museen und Ozeaniensammlungen in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz wurden nun in der aktuellen Ausgabe der Novara – Beiträge der OSPG zur Pazifikforschung veröffentlicht und um theoretische Überlegungen zur Präsentation und Repräsentation von außereuropäischen Kulturen in europäischen Museen ergänzt.


Igor Eberhard, Kultur und Sozialanthropologe, Universität Wien
Julia Gohm, Kultur und Sozialanthropologin, Universität Wien
Margit Wolfsberger, Kultur und Sozialanthropologin, Universität Wien


Igor Eberhard, Julia Gohm, Margit Wolfsberger, Novara – Beiträge der OSPG zur Pazifikforschung, Jahrgang 2007, LIT-Verlag Eine Veranstaltung der OSPG Österreichisch Südpazifische Gesellschaft.

Die OSPG lädt anschließend zur Feier.

Donnerstag, 11. Dezember 2008, 19.00
Das Schweigen
Film und Theorie

Drei Jahre vor Persona entstand Das Schweigen: ein dunkler Bergman Film über Einsamkeit, Sex, Ambivalenz und Tod, der bei seinem Erscheinen Anfang der 1960er Jahre unter „Pornographieverdacht“ geriet. Die schwerkranke Übersetzerin Ester und ihre Schwester Anna finden sich mit ihrem Sohn Johan auf einem Zwischenstopp ihrer Reise in einem kaum bewohnten Hotel wieder. Der Aufenthalt in einem Land dessen Sprache unverständlich bleibt und alle damit verbundenen Ereignisse und Entwicklungen sind eng mit der Abwesenheit des toten Vaters verbunden.

Judith Fischer, Autorin, Wien

Das Schweigen / Tystnaden (S 1963), Regie: Ingmar Bergman, wird um 19.30 Uhr im HTU Cinestudio (Audimax TU Wien, Getreidemarkt 9, 1060 Wien) gezeigt.

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 19.00
Denunziation im Nationalsozialismus
Vortrag und Diskussion

„Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben, als er diesen Satz Mitte des 19. Jahrhunderts niederschrieb. Selbst zur Zeit des Nationalsozialismus galt die Denunziation als unehrenhaft, dennoch war sie ein wichtiger Bestandteil der nationalsozialistischen Herrschaft. Erst durch DenunziantInnen konnte ein Großteil des „abweichenden Verhaltens“ der Bevölkerung verfolgt werden. Das nationalsozialistische System war auf Anzeigen aus der Bevölkerung angewiesen, um das Private öffentlich zu machen.

Heimo Halbrainer, Historiker, CLIO Graz, Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 09. Dezember 2008, 19.00
Alltagsrassismus in Österreich
Abschlussveranstaltung About Africa

Zerrbilder von AfrikanerInnen in gewissen Medien, rassistische Zuweisungen, Berichte über Schikanen durch Polizei und Behörden und menschenverachtende Graffitis sind Zeugen des gegenwärtigen Alltagsrassismus in Österreich. Dass dieser eine lange Tradition hat, belegen zum Beispiel Mehlspeisennamen wie „Mohr im Hemd“ oder das Logo des „Meinl-Mohren“, das kürzlich im Rahmen einer künstlerischen Intervention des GrafikerInnenduos Toledo i Dertschei umgestaltet wurde. Welche Forderungen stellen sich angesichts von Jahrzehnten nicht eingelöster Versprechungen in Sachen Anti-Diskriminierungs- Gesetzen an die neue Regierung, was ist vom kommenden Landtagswahlkampf in Wien zu befürchten?

Irene Brickner, Der Standard
Tina Leisch, Film- Theater- und Textarbeiterin
Carlos Toledo, Künstler, Toledo i Dertschei
Wolfgang Zimmer, ZARA
Moderation: Joe Taylor, PANAFA - Pan African Forum in Austria

Freitag, 05. Dezember 2008, 19.00
Normierte Leidenschaft?
Vortrag

Ab 1900 spielte die Fotografie von PatientInnen in europäischen Psychiatrien eine Rolle für die Diagnose, die Dokumentation von Krankheitsverläufen und die didaktische Vermittlung von Krankheitsbildern. Insbesondere Frauen waren Zielobjekte, an denen mit visuellen Zeichen von Verrücktheit und Anormalität experimentiert wurde. Bilder aus der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts konstruieren die Frau als Ikone psychischen Leidens und Anormalität. Es ist an der Zeit, die Blickkultur, die über visuelle Normierungsversuche der Psychiatrie Weiblichkeit be- und festschreibt, zu untersuchen.

Susanne Regener, Kultur und Medienwissenschaftlerin, Universität Siegen

In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 04. Dezember 2008, 19.00
Blut in den Mund
Buchpräsentation und Gespräch

Hermann Nitschs künstlerischer Orgiasmus ist ein anerkannter Großversuch am Mythos. So sehr der Künstler betont, dass es ihm darum gehe, den Weg einer wortlosen, introspektiven Erfahrung zu finden, hat er sich doch immer wieder erklärend zu seiner Arbeit zu Wort gemeldet. Blut in den Mund versammelt über 700 Aussagen, die sich dem Aphorismus annähern. Keine authentischen Zaubersprüche eines Meisters, sondern ein strenges Begriffsgeflecht, das auf Nitschs kontinuierliche Selbstdeutung zurückgeht. Vernetzte Stichworte erlauben es, seine Theorie diachron zu verfolgen und zugleich synchron Tiefenschichten des Werkes aufzuspüren.

Wolfgang Koch im Gespräch mit
Lajos Adamik, Kunstvermittler, Budapest
Ivon Czermak, Künstlerin
Peter Gorsen, Kunsthistoriker

Wolfgang Koch: Blut in den Mund. Hermann Nitsch am Wort. Von A – Z, Reihe Europa erlesen, Klagenfurt / Celovec: Wieser Verlag 2008

Mittwoch, 03. Dezember 2008, 19.00
Von Adorno zu Foucault
Vortrag und Gespräch

Ausgehend von einer Kritik an Ulrich Bröcklings Das unternehmerische Selbst wird gezeigt, was passiert, wenn die Begriffe Adornos einfach gegen jene von Foucault eingetauscht werden: Die Begriffsbildung à la Foucault lässt es nicht zu, von einer Bedeutung des Nationalsozialismus für die aktuelle Subjektkonstitution sprechen zu können. Warum das so ist, erklärt ein Rekurs auf die Philosophiegeschichte anhand einer Verschiebung im „Begriff vom Begriff“, die vom Augustinischen Trinitätsbegriff hin zur Hegelschen und Negativen Dialektik stattgefunden hat und sich schon bei Abaelard nachweisen lässt.

Manfred Dahlmann, ça ira Verlag, Freiburg
Moderation: Gerhard Scheit

Eine Veranstaltung von Café Critique

Dienstag, 02. Dezember 2008, 19.00
ÄSTHETISCHES KNOW-HOW
Präsentation und Künstlergespräch

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt ÄSTHETISCHES KNOWHOW. Sprache – Technologie – Medialität untersucht, welchen Einfluss Sprachmedien wie Schrift oder Soundtechnologien auf die Wahrnehmung von Texten haben. LOOP, das Institut für systemische Medienforschung, interviewt 15 Wiener KünstlerInnen zu ihrem Knowhow über die Anwendung von Medien, Materialien und Techniken. Am Beispiel des Experten-Interviews mit Ferdinand Schmatz stellen die Projektleiterinnen die theoretischen und methodischen Grundlagen des Forschungsdesigns vor.

Katharina Gsöllpointner, LOOP. Institut für systemische Medienforschung
Sibylle Moser, LOOP. Institut für systemische Medienforschung
Ferdinand Schmatz, Autor

Montag, 01. Dezember 2008, 19.00
LIP oder die Macht der Phantasie
kinokis mikrokino #157

1973 besetzen ArbeiterInnen des renommierten Uhrenherstellers LIP in Besançon die Fabrik. Aus einem harten Arbeitskampf hatte sich das Undenkbare entwickelt: Zusammen mit den Gewerkschaften beschließen die ArbeiterInnen die Übernahme der Uhrenproduktion in Eigenregie. Ihre Aktion schlägt international hohe Wellen und erfährt breite Solidarität. Zwei Jahre lang gelingt es ihnen, das Experiment der Selbstverwaltung am Laufen zu halten und Entlassungen zu verhindern, bis die Fabrik 1975 zerschlagen wird. Christian Rouauds Dokumentarfilm entwirft eine Chronologie der Ereignisse und lässt die AktivistInnen von damals zu Wort kommen.

Anschließend Gespräch mit Peter Grabher, kinoki

LIP oder die Macht der Phantasie / Les LIP, l’imagination au pouvoir (F 2007), Regie: Christian Rouaud, 118 min, dt. Fassungt

Freitag, 28. November 2008, 17.00
Kunstkritik in der Ausbildung?
Podiumsdiskussion

Was in englischsprachigen Ländern schon längst angeboten wird, hat den Weg nach Mitteleuropa noch nicht gefunden: eine theorie- und praxisorientierte Ausbildung für KunstkritikerInnen. Hier ist eine Rollendefinition zu schärfen, die derzeit zwischen Journalismus, KuratorInnentum und Kunsthistorie hin und her pendelt. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, kann sich jede/r KunstkritikerIn nennen und auch als solche/r tätig sein. Welche Ausbildung oder Tätigkeit legitimiert zur Kunstkritik?

Sybille Omlin, Kunstpublizistin, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin, Wien
Ulf Wuggenig, Soziologe, Universität Lüneburg
Thomas Wulffen, Kunstkritiker, Berlin
Moderation: Dominik Portune, Depot

Erbarmungslos – Eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft

Donnerstag, 27. November 2008, 19.00
Let's Make MONEY
Let's talk about ... SCRIPTS!

Mit seinem Film Let’s Make MONEY folgt Erwin Wagenhofer der Spur des Geldes im weltweiten Finanzsystem dorthin, wo spanische Bauarbeiter, afrikanische BäuerInnen oder indische ArbeiterInnen unser Geld vermehren und selbst arm bleiben. Er blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherungen, zeigt die gefeierten FondsmanagerInnen, die das Geld ihrer KundInnen jeden Tag aufs Neue anlegen und Unternehmen, die zum Wohle ihrer AktionärInnen ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig sind und die Umwelt egal ist.

Erwin Wagenhofer, Drehbuchautor und Regisseur im Gepräch mit Constantin Wulff

Let’s Make MONEY (A 2008), Allegro Film, Regie: Erwin Wagenhofer, Kinostart 31. 10. 2008

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at

Dienstag, 25. November 2008, 19.00
Jenseits von Subversion und Affirmation
Buchpräsentation und Diskussion

Ironie, Montage oder Verfremdung stellen Versuche dar, unkontrollierbare Ereignisse der Wahrnehmung zu kalkulieren. Im Unterschied zu gängigen kulturwissenschaftlichen Sichtweisen, für die solche ästhetische Taktiken eine politisch "subversive" oder "transgressive" Wirkung gleichsam in sich tragen, wird eine Lesart vorgestellt, die zeigt, wie unser Handeln im öffentlichen Raum auf stets überraschende und zwiespältige Weise in Auseinandersetzungen um den Umbau der Gesellschaft involviert ist. Ziel dieser Neubefragung ist es, eingefrorene Beurteilungsweisen zu überwinden und einen veränderten Blick auf Kontinuitäten und Innovationen bezüglich des politischen Gebrauchs von Ironie, Montage oder Verfremdung zu gewinnen.

Helmut Lethen, IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien
Gabriele Sorgo, Fachbereich pädagogische Anthropologie der Institute für Erziehungswissenschaften der Universitäten Graz u. Innsbruck
Anna Schober, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Moderation: Wladimir Fischer, Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung Wien

Anna Schober: Ironie, Montage, Verfremdung. Ästhetische Taktiken und die politische Gestalt der Demokratie. München: Wilhelm Fink Verlag 2008

Montag, 24. November 2008, 19.00
Ästhetik des Urheberrechts
Vortrag und Diskussion

Die Entwicklung der Künste in der Moderne verläuft seit dem 18. Jahrhundert in enger Wechselwirkung mit der Herausbildung des Urheberrechts. Ursprünglich regelte das Urheberrecht nur die Rechte an der Verbreitung von Druckwerken, in der Folge wurde sein Zuständigkeitsbereich sukzessive ausgedehnt mit erheblichen Konsequenzen für die Freiheit in der Entwicklung neuer Werke: Das Urheberrecht erweist sich als die gesellschaftlich normative Bedingung der Möglichkeit moderner Kunst und zugleich als Schranke ihrer Entwicklung. So wie urheberrechtliche Normen ästhetische Konsequenzen zeitigen, spielen im Streit um ihre Legitimität oder Revisionsbedürftigkeit ästhetische Präferenzen eine wesentliche Rolle.

Eberhard Ortland, Institut für Philosophie, Universität Hildesheim

In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 20. November 2008, 19.00
Vom Gartenkünstler zur Landschaftsarchitektin
Vortrag

Das Berufsfeld der Landschaftsarchitektur entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert aus dem Aufgabenfeld des Gartenkünstlers und wurde durch die erste berufsständische Interessenvertretung in Deutschland repräsentiert. Im Allgemeinen als apolitischer Bereich betrachtet, wurde spätestens mit der Gleichschaltung auch dieser Interessenvertretungen unter der nationalsozialistischen Diktatur deutlich, dass die Landschaftsarchitektur kein ideologiefreies Feld ist.

Joachim Wolschke Bulmahn, Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz Universität Hannover

Eine Veranstaltung des Institutes für Landschaftsarchitektur, Universität für Bodenkultur Wien

Dienstag, 18. November 2008, 19.00
Amateure im Netz
Buchbesprechung

Amateure im Netz untersucht die Medialisierung des Alltags in Online Tagebüchern und Weblogs. Seit dem Aufkommen sozialer Portale wie Facebook und Xing und userInnengenerierter Formate wie YouTube und Wikipedia kristallieren sich neuartige diskursive und mediale Verfahrensweisen heraus. Die Spielregeln der neuen Repräsentationspolitik und Wahrnehmungskultur werden analysiert und die medienspezifischen Prozeduren sozialer Normalisierung und Subjektkonstitution aufgezeigt.

Susanne Lummerding, Institut für Theater,Film und Medienwissenschaft, Universität Wien
Mela Mikes, Podcasterin, Team Teichenberg
Ramón Reichert, Medientheorie, Kunstuniversität Linz
Franz Zeller, ORF Wissenschaftsredakteur

Ramón Reichert: Amateure im Netz. Selbstmanagement und Wissenstechnik im Web 2.0. Bielefeld: transcript 2008

Montag, 17. November 2008, 19.00
Rassistische Diskriminierungen in der Arbeitswelt
ZARA:Talk

Rassistische Diskriminierung am Arbeitsmarkt gibt es, und sie passiert täglich, ob sich das nun in schlechteren Arbeitsbedingungen, schlechterer Bezahlung, größeren Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche, Nichtanerkennung ausländischer Studienabschlüsse oder auch durch Mobbinghandlungen von MitarbeiterInnen ausdrückt. Wo liegen die größten Herausforderungen in diesem Bereich, welche Lösungen könnte es geben und was macht die Arbeiterkammer gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Barbara Liegl, ZARA-Geschäftsführerin
Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at

Donnerstag, 13. November 2008, 19.00
erinnern, zweifeln, handeln
kinokis mikrokino #156

Als Kind des Roten Wien und politische Aktivistin im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, mit Mutter, Bruder und GenossInnen verhaftet nach Ravensbrück deportiert: Für das Filmporträt montiert die Regisseurin Interviews mit Hilde Zimmermann aus dem Videoarchiv Ravensbrück mit Erinnerungen derer, für die sie wichtig war: Verwandte, FreundInnen und junge Frauen, die Hilde Zimmermann in den Neunzigern zur Mitarbeit bei der Lagergemeinschaft Ravensbrück einlud.

Ulli Fuchs, Projektkoordinatorin erinnern für die zukunft, Wien Mariahilf
Brigitte Halbmayr, Soziologin, Lagergemeinschaft Ravensbrück
Tina Leisch, Film,Text und Theaterarbeiterin
Gabriele Zimmermann, Soziologin
Harry Zimmermann, Jurist

Hilde Zimmermann (Arbeitstitel, A 2008), Regie: Tina Leisch, ca. 65 min,Rohschnittscreening

Mittwoch, 12. November 2008, 19.00
Novemberprogrom 1938 in ZeugInnenberichten
Vortrag und Diskussion

Die "Kristallnacht" wird in Geschichtswerken zumeist nur als eine Art „Vorspiel“ zur Vernichtung europäischer Juden und Jüdinnen interpretiert. In vielen ZeugInnenberichten aus den Jahren 1945 bis 1950 wird zwar hin und wieder die Flucht aus Deutschland mit 1938 angeführt, die "Kristallnacht" allerdings findet kaum Erwähnung. Der protokollierte Zeitraum der Berichte von Holocaust Überlebenden beginnt oft unmittelbar mit den Deportationen und endet mit der Befreiung aus den Konzentrationslagern. Erst später findet sich auch die Zeit der langjährigen Verfolgung vor den Deportationen in den ZeugInnenberichten.

Veronika Zangl, Institut für Theater,Film und Medienwissenschaft,
Institut für Germanistik, Universität Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 11. November 2008, 19.00
Antihelden in Comicverfilmungen
Buchpräsentation und Diskussion

Comicverfilmungen der letzten Jahre favorisieren einen speziellen Heldentypus: den Antihelden. Als Protagonisten von Graphic Novels – Comics aus der Independent-Szene mit literarischem Anspruch – bieten sie vor allem aufgrund ihrer vielschichtigen Charakterzüge im Vergleich zu den allbekannten klassischen Superhelden ein breiteres Diskussionsspektrum. Die nun publizierte Diplomarbeit Der Antiheld hat viele Gesichter beschäftigt sich mit den Antihelden Figuren Hellboy, Enid und Constantine. Analysiert werden die Veränderungen und Kontinuitäten des jeweiligen Antiheldentypus vom Comic zum Film sowie die intermedialen Faktoren.

Thomas Ballhausen, Film und Literaturwissenschaftler
Barbara Kainz, Theater,Film und Medienwissenschaftlerin
Simon Ofenloch, Filmwissenschaftler, Frankfurt / Main
Andreas Rauscher, Filmwissenschaftler, Mainz

Anschließend Party

Barbara Kainz: Der Antiheld hat viele Gesichter. Image und Motive einer Heldenspezies in Comicverfilmungen. Wien: Löcker 2008

Montag, 10. November 2008, 19.00
Zeitzeugengespräch mit Fritz Zawrel

Fritz Zawrel wurde mit 11 Jahren in die Kinderfachabteilung „Am Spiegelgrund“ eingewiesen, die bekannteste Wiener „Erziehungsanstalt“ im Nationalsozialismus. Hier wurden nicht nur behinderte Kinder missbraucht und massenweise getötet, sondern auch so genannte „asoziale“ Kinder und Jugendliche, zu denen Fritz Zawrel zählte, interniert. Fritz Zawrel überlebte die Anstalt, musste später jedoch wieder auf seinen früheren Peiniger Dr. Heinrich Gross treffen und am eigenem Leib erfahren, wie man in Österreich mit Tätern aus der Zeit des Nationalsozialismus verfährt.

Susanne Üblackner im Gespräch mit Fritz Zawrel

Eine Veranstaltung von Gedenkdienst und der Bundesjugendvertretung im Rahmen der Enquete "Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus"

Samstag, 08. November 2008, 14.30
Schaffen Fotos Fakten?
Vorträge und Diskussion

Während dokumentarische Strategien in der zeitgenössischen Kunst zunehmend aktuelle gesellschaftliche und politische Themen in den Ausstellungsraum tragen, ist das Medium Fotografie in den Geschichtswissenschaften in den letzten Jahren einer kritischen Reflexion als historische Quelle unterzogen worden. Eine Zusammenschau beider Perspektiven lotet Möglichkeiten und Grenzen eines Mediums aus, das ebenso in seinem manipulativen Charakter wie in seiner investigativen Qualität zur Diskussion gestellt wird.

Cornelia Brink, Historikerin, Universität Tübingen: Zur Erweiterung quellenkritischer Analysen um die Reflexion ethischer und politischer Implikationen der Präsentation dokumentarischer Aufnahmen.

Heidemarie Uhl, Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Über Präsentationsweisen und Narrative von Fotografien,die die NS-Zeit thematisieren, in unterschiedlichen Museen und Ausstellungskontexten.

Friedrich Tietjen, Kunsthistoriker, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig: Die Fotografie als wissenschaftliches Bildmedium der Kunstgeschichte.

Franz Jud, Kunsthistoriker, Wien: Analyse zum Umgang mit Dokumentationen in Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und dem Dilemma des Authentischen.

Fotos Schaffen Fakten. Schaffen Fotos Fakten? Dokumentarische Bilder zwischen Illustration und Kritik ist eine Veranstaltung von schnittpunkt im Rahmen des Monats der Fotografie

Donnerstag, 06. November 2008, 19.00
"Dies ist kein Gottestaat!"
Buchpräsentation

Die Qualität eines demokratischen Rechtsstaates zeigt sich in Zeiten des internationalen Terrorismus am Umgang mit den Bedrohungsszenarien, mit denen dieser sich konfrontiert sieht. „Dies ist kein Gottesstaat!“ soll auf die Notwendigkeit der Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vor Terrorismus und islamistischem Totalitarismus hinweisen und gleichzeitig die Gefahr einer Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien durch Formen der Terrorismusbekämpfung darstellen, die selbst Schritte in Richtung eines autoritären Überwachungsstaates setzen.

Eva Pentz, Georg Prack, Thomas Schmidinger, Thomas Wittek, AutorInnen
Moderation: Mary Kreutzer, Journalistin

Eva Pentz, Georg Prack, Thomas Schmidinger, Thomas Wittek: „Dies ist kein Gottesstaat!“ Terrorismus und Rechtsstaat am Beispiel des Prozesses gegen Mohamed M. und Mona S. Wien: Passagen Verlag 2008

Dienstag, 04. November 2008, 19.00
REQUIEM
Film und Theorie

Eine junge Frau verlässt ihr streng katholisches Elternhaus, um ein Studium zu beginnen. Glücklich, das kleinbürgerliche Umfeld hinter sich gelassen zu haben, genießt sie die ersten Schritte in der neuen Freiheit und findet schnell Freunde. Doch sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt: Trotz ärztlicher Behandlung hat sie immer öfter mit epileptischen Anfällen und Wahnvorstellungen zu kämpfen. Sie hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Schließlich begibt sie sich in die Obhut eines jungen Priesters und stimmt einem Exorzismus zu.

Robert Buchschwenter, Filmwissenschaftler

REQUIEM (D 2006), Regie: Hans Christian Schmid, wird um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt

Freitag, 31. Oktober 2008, 19.00
Psychiatrie und Migration
Podiumsdiskussion

Psychiatrische PatientInnen mit Migrationshintergrund sind doppelt fremd. Einerseits bezüglich ihrer Erkrankung, andererseits bringen sie aufgrund der Migration vielfältigere Lebenskontexte mit als andere PatientInnen. MigrantInnen werden weniger umfassend behandelt, Probleme werden oft später erkannt, es gibt seltener Betreuungsgespräche und Medikamente werden häufiger eingesetzt. Dem Gesundheitssystem fehlt es an Mehrsprachigkeit, eine zeitgemäße Psychiatrie muss aber eine kultursensible Diagnostik und Behandlung bereitstellen.

Solmaz Golsabahi, Klinik für Psychiatrie, Hamm
Friedrun Huemer, Verein Hemayat
Sanda Schmidjell, Peregrina
Thomas Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie, Wien

Donnerstag, 30. Oktober 2008, 19.00
Alternative Ökonomien, alternative Gesellschaften
Buchpräsentation und Diskussion

Seit dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus erscheint Kapitalismus alternativlos. Ohne Gegenmodell zum herrschenden System haben es alternative Konzepte einer ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung schwer. „Alternativen“ werden in den alten Industriestaaten nur dort breiter diskutiert, wo sie bestehende Machtverhältnisse nicht in Frage stellen. Andere sozio-ökonomische Ansätze kämpfen mit dem Stigma des Utopischen und bleiben von einer ernsthaften Auseinandersetzung weitgehend ausgeschlossen.

Oliver Ressler, Künstler
Karin Schönpflug, Ökonomin

Oliver Ressler (Hg.): Alternative Ökonomien, alternative Gesellschaften. Wien: Promedia 2008.

Montag, 27. Oktober 2008, 19.00
Sneaker Stories
kinokis mikrokino #155

Sneaker Stories begleitet drei Jugendliche aus Wien, Brooklyn und Ghana, die für ihre Basketball-Karriere alles geben. Sie lassen Schule, Jobs und Sicherheiten sausen, um so zu werden, wie ihre Idole aus der Turnschuhwerbung. Sneaker Stories sucht die Spuren der Macht von Konsum und Globalisierung in den Träumen urbaner Jugendlicher. In zurückhaltenden Beobachtungen ihres Alltags auf drei Kontinenten erfasst der Film die realen Auswirkungen der globalen Marketingschlacht um das Fetischobjekt ,Turnschuh‘.5


Anschließend Gespräch mit Katharina Weingartner.

Sneaker Stories (A / USA 2008), Regie: Katharina Weingartner,Produktion: Markus Wailand / Pooldoks, 95 min

Freitag, 24. Oktober 2008, 19.00
Öffentlichkeiten jenseits des Malestream
Buchpräsentation

Feministische Medien haben die Welt verändert. Medien dienten nicht alleine der Formulierung von Forderungen, sondern als szeneinterne Foren auch der Formierung unterschiedlichster Frauenbewegungen. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des feministischen Magazins an.schläge wirft ein Sammelband den Blick auf Geschichte und Gegenwart feministischer Medienvielfalt: vom Flugblatt zum Fanzine, von der Lesbenpresse zum TV-Magazin. Das Buch erhebt den Status Quo der mittlerweile höchst differenzierten medialen Landschaft und diskutiert dabei Ansätze, Probleme und Paradigmenwechsel feministischer Medienproduktion.

Saskya Rudigier, Redakteurin, an.schläge
Lea Susemichel, Redakteurin, an.schläge

Lea Susemichel, Saskya Rudigier, Gabi Horak (Hg.): Feministische Medien. Öffentlichkeiten jenseits des Malestream. Ulrike Helmer Verlag, 2008.

Donnerstag, 23. Oktober 2008, 19.00
Formen der Kritik
Podiumsdiskussion

Die strikte Separation einzelner Kunstfelder wie bildende Kunst, Literatur, Musik und Film wird zwar oft hinterfragt, aber trotzdem wird an ihr festgehalten. Entsprechend hat jedes diese Felder seine eigenen Funktionsweisen. Was bedeutet das für die jeweiligen KritikerInnen, an welche ungeschriebenen Gesetze und Bedingungen sind sie gebunden, und wie wirken sich Netzwerke und Verquickungen innerhalb einer Szene auf das Schreiben aus?

Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Kunstkritikerin
Martin Blumenau, Musikkritiker
Daniela Strigl, Literaturkritikerin
Maya McKechneay, Filmkritikerin
Moderation: Erwin Uhrmann, Kunstwerft

Eine Diskussionsreihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.

Mittwoch, 22. Oktober 2008, 19.00
Roma in Österreich
ZARA:Talk

Nach den Vertreibungen rumänischer Roma in Italien und deren Flucht unter anderem nach Österreich rückte die größte Minderheit Europas wieder in die Schlagzeilen. Viel wurde über ihre Situation in den ost- und südeuropäischen Ländern berichtet, nur sehr wenig hingegen über jene Roma, die in Österreich leben: Wie steht es um ihre Chancen?

Ilija Jovanovic, Romano Centro
Emmerich Gärtner-Horvath, Roma-Service

Dienstag, 21. Oktober 2008, 19.00
Remixing und User Generated Content
Vortrag

Das Urheberrecht schützt das Autorsubjekt und sein geistiges Eigentum, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert formuliert wurden. Die Medienumwelt des 21. Jahrhunderts dagegen stützt das Remixing bestehender Werke und eine geistige Großzügigkeit und Promiskuität. In Appropriation, Tropikalisierung, Hybriden und Mash-Ups verschwinden die AutorInnen nicht etwa, doch als Kristallisationspunkt von Reputation wird ihre Funktion neu ausgehandelt, zwischen Persönlichkeitsrechten und Kunstfreiheit, zwischen Erwerbsarbeit der Profis und Selbstausdruck aller.

Volker Grassmuck, Medienwissenschaftler, Hannover

In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst.

Freitag, 17. Oktober 2008, 19.00
Wirksame Strategien gegen Rassismus
Podium

Unerwartete und massenhafte Solidarisierung mit Flüchtlingsfamilien hat ein Jahr lang die österreichische Innenpolitik verwirrt. Die öffentliche Unterstützung für die Flüchtlingshelferin Ute Bock zeigt ebenfalls sehr deutlich, dass für menschlichen Umgang mit Flüchtlingen genügend Rückhalt vorhanden ist. Ob diese gute Stimmung genutzt werden kann, um Fortschritte im Kampf gegen Rassismus zu erzielen, hängt von den richtigen Strategien ab.

Ute Bock, Flüchtlingshelferin, Wien
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Dina Murati, Flüchtling, Aktivistin in der Bleiberechtsbewegung
Manfred Ecker, Linkswende

Eine Veranstaltung von Linkswende als Auftakt zum antikapitalistischen Kongress ,Marx is muss'; 18. und 19. Oktober im Amerlinghaus

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 19.00
Östereicherinnen im KZ Lichtenburg
Vorträge und Gespräche

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die ersten Österreicherinnen in ein bis heute nahezu unbekanntes Konzentrationslager deportiert: die Lichtenburg in Sachsen-Anhalt. Bis zur Fertigstellung des Frauen-KZ Ravensbrück im Mai 1939 diente es als Frauenlager. Anhand von Biografien ehemaliger Häftlinge und einer österreichischen Aufseherin soll mit der Geschichte des KZ Lichtenburg ein Schlaglicht auf den Beginn der Ver folgung widerständiger und „gemeinschaftsfremder“ Frauen geworfen werden. Zwei Nachkommen dieser ersten Häftlinge werden zudem erläutern, wie die Erinnerung an die Mutter bzw. Großmutter tradiert wurde.

Brigitte Halbmayr, Sylvia Köchl und Maria Newald, ÖLGR Österreichische
Lagergemeinschaft Ravensbrück
Anschließend Gespräche mit Svetlana Hromin-Heidler und Tanja Maché

In Kooperation mit ÖLGR Österreichische Lagergemeinschaft
Ravensbrück.

Die ÖLGR lädt anschließend zu einem kleinen Buffet.

Dienstag, 14. Oktober 2008, 19.00
From the Off of Public Space
Presentation and Discussion

The concept of Off-Spaces deals with proportions of power that are articulated in claims of space. The presentation of artworks in public spaces can sometimes mean strategic action in systematic structures. Which are the aesthetic strategie used to intervene and subvert the dominant conditions of such spaces? Activistic art workers living in different cities present their projects and talk about questions that arise when public space and art space converge.

Marco Baravalle, S.A.L.E, Venice
Zoe Gudovic, žene na delu, Belgrade
Martin Krenn, artist, Vienna
Moderation: Gerald Raunig, philosopher, Vienna

Donnerstag, 09. Oktober 2008, 21.15
Familienbande
Film und Theorie

Affliction erzählt von gebrochenen Männern, denen es nicht gelingt, sich aus ihren gewaltgeprägten Beziehungsgeschichten zu befreien. Absonderung, Ausweglosigkeit und die Flucht in Gewalt – ein Themenkomplex, welcher Schrader seit seinem Drehbuch für Scorseses Taxi Driver nie mehr losgelassen hat. Schrader dazu: „Ich mag genau die Charaktere, die andere nicht für einen Filmhelden geeignet halten. Angeblich weil sich der Zuschauer damit nicht identifizieren kann. Aber wenn man die Welt aus ihrer Perspektive sieht, dann wird sie sehr interessant.“

Philipp Penetzdorfer, Musiker, DJ, Innsbruck

Affliction / Der Gejagte (USA 1997), Regie: Paul Schrader, wird um
19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 08. Oktober 2008, 19.00
Bündnis gegen den Rechtsruck
Strategien gegen Rechts

Die Republik hat gewählt und ist wieder ein Stück weiter nach rechts gerutscht. Was ist zu tun? Aussitzen und auf bessere Zeiten hoffen? Aktiv werden und Widerstand leisten? Welche Widerstandsformen sind zielführend? Und: können gemeinsame Ziele definiert werden? In einem ersten Brainstorming wollen wir ein BÜNDNISS GEGEN DEN RECHTSRUCK diskutieren, versuchen gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie mit den Entwicklungen umgangen werden kann und soll.

Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Moderation: Hikmet Kayahan

Dienstag, 07. Oktober 2008, 19.00
Art Following the Trend? Artists' Voices
Podiumsdiskussion

Durch die Erweiterung des Kunstbegriffs entstanden neue Arbeitsfelder, die den Schwerpunkt auf einen operativen Einsatz von künstlerischen Kompetenzen legen: KünstlerInnen arbeiten als VermittlerInnen in gesellschaftlichen Bereichen. Wo liegen die Grenzen zwischen künstlerischem Anspruch und sozialen Notwendigkeiten? Welche Methoden der Kommunikation fließen in solche Kunstprojekte ein und welche Rolle spielen Laien-TeilnehmerInnen bei künstlerischen Projekten?

Sini Coreth, freischaffende Künstlerin
Elizabeth McGlynn, Universität für angewandte Kunst
Amina Handke, Okto TV
Barbara Putz-Plecko, Universität für angewandte Kunst
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia

Eine Veranstaltung von kanonmedia.

Montag, 06. Oktober 2008, 19.00
Gedenkjahr 2008
Gespräch

Die Veranstaltungen zum Gedenkjahr 2008 gingen mehr oder weniger routiniert und kaum beachtet über die Bühne. An den Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland und an die Parlamentsausschaltung durch Dollfuß will Österreich nicht so gerne erinnert werden. Wie schon das Gedenkjahr 1988 im Schatten der Affäre Waldheim bewies, verrät der Umgang mit Geschichte nicht nur viel über die Vergangenheit, sondern auch einiges über die Gegenwart. Mit welchen Geschichtsbildern operieren AkteurInnen der Vergangenheitspolitik? Welche Strategien in der Interpretation von Geschichte verfolgen sie?

Heidemarie Uhl, ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaft
Peter Larndorfer, Verein Gedenkdienst

In Kooperation mit Gedenkdienst.

Dienstag, 30. September 2008, 19.00
Tausend Maschinen
Vortrag und Buchpräsentation

Tausend Maschinen. Eine kleine Philosophie der Maschine als sozialer Bewegung ist eine differenzierende Würdigung und Weiterentwicklung des Begriffs der Maschine, wie er von den französischen Philosophen Félix Guattari und Gilles Deleuze vorgeschlagen wurde: die Maschine nicht mehr als technische Anlage, sondern als soziale Zusammensetzung und Verkettung. Aus der Untersuchung einer Vielzahl von filmischen, literarischen und performativen Mikropolitiken wird der Begriff der abstrakten Maschine und die Geschichte des Euromayday als transnationale, aktivistische und diskursive Praxis entfaltet.

Gerald Raunig, Philosoph, eipcp
Moderation: Tom Waibel, Philosoph

Gerald Raunig: Tausend Maschinen. Eine kleine Philosophie der Maschine als sozialer Bewegung. Band 7 der Reihe „es kommt darauf an“, Wien: Turia + Kant 2008.

In Kooperation mit eipcp und Turia + Kant.

Montag, 29. September 2008, 19.00
Die Schule demokratisieren
kinokis mikrokino #154

Schulmodelle aus Deutschland, Dänemark und Israel setzen radikale Demokratie in „lernende Institutionen“ um. Der Film Demokratische Schulen zeigt Interviews und Bilder aus dem Alltag der dänischen Næstved Fri Skole. Pretty Cool System porträtiert eine der größten Demokratischen Schulen weltweit die 1987 in Israel gegründet wurde. Zéro de conduite, von der Zensur verboten, dokumentiert die Rebellion unterdrückter Schüler in einem französischen Provinzinternat.

Anschließend Gespräch mit Lotte Kreissler, Demokratische Bildungsarbeit und integrative Konfliktberatung nach der Transcend-Methode

Demokratische Schulen (D 2006), Regie: Jan Gabbert, Prod.: K.R.Ä.T. Z.Ä., 35 min
Pretty Cool System. Leben und Lernen an der Demokratischen Schule
in Hadera / Israel (D 2005), Regie & Prod.: K.R.Ä.T. Z.Ä., 41 min
Zéro de conduite / Betragen nicht genügend (F 1933), Regie: Jean Vigo , 44 min, frz. OmdU

Sonntag, 28. September 2008, 17.00
Nationalratswahl 2008
ORF-Übertragung
Freitag, 26. September 2008, 17.00
Place-Making Politics in Contested Cities
Lectures and Roundtable

Upon the fierce competition between cities and regions, topdown and bottom-up cultural strategies have been deployed for urban and image regeneration. With reference to flagship cultural landmarks, the advocacy of public art and the use of other cultural apparatus for urban development, international speakers will discuss the problems and perspectives of current place-making practices in city regions both in Europe and Asia. Another focus will be on alternative place-making strategies through community-based projects and art interventions.

17.00: Lectures
Keynote: Jim Segers, Citymine(d), London / Brussels
Vitus Weh, quartier 21, Vienna
Ricky Renier, Art in Public Space, Vienna
Howard Chan, Community Museum Project, Hong Kong
Feld 72 – Architecture and Urban Strategies, Vienna
Anthony Po-Shan Leung, Performance Artist, Editor of Inmedia Hong Kong

18.30: Roundtable
Moderation: Elke Krasny, cultural theorist, curator, Vienna

Concept and organisation: Urban Imaginary Series is initiated and
curated by Hilary Tsui, the founder of city transit Asia-Europe – a
non-profit platform for arts exchange, urban discourse and research
cooperation between Asian and European cities.

Eine Veranstaltung von city-transit Asia-Europe.

Donnerstag, 25. September 2008, 19.00
Wo ist Platz für Kunstkritik?
Podiumsdiskussion

Die Kunstkritik hat sich zunehmend aus der Tagesberichterstattung und dem Feuilleton zurückgezogen, gleichzeitig aber in anderen Medien – etwa in Lifestylemagazinen – ein breites Betätigungsfeld gefunden. Sind diese Texte mit jenen im Feuilleton oder in klassischen Kunstmagazinen vergleichbar? Dieser Frage widmet sich auch der Art Critics Award 2008: Sowohl Kunstzeitschriften als auch Magazine an der Schnittstelle zwischen Mode, Design und Architektur wurden über 3 Monate lang für die Vergabe des Preises beobachtet. Die Ergebnisse dieser Medienbeobachtung liefern einen Status Quo des Schreibens über Kunst.

Andrea Winklbauer, Kunstkritikerin
Elisabeth Gottfried, Eikon
Thomas Weber, the gap
Moderation: Lioba Reddeker, basis wien

Eine Diskussionsreihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.

Dienstag, 23. September 2008, 19.00
EU-Grundrechte-Agentur ohne Rechte?
ZARA:Talk

Die EU-Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist Anfang des Jahres 2008 in der EU-Grundrechteagentur (FRA) aufgegangen. Die neue Einrichtung beschäftigt sich nunmehr mit dem Thema Menschenrechte im Allgemeinen und beschränkt ihr Mandat nur auf die Beratung der EU-Institutionen. Ein Rückschlag für den Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?

Morten Kjaerum, EU-Agentur für Grundrechte
Thomas Bergmayr, derstandard.at

Montag, 22. September 2008, 19.00
Wir wählen wieder
Zur Nationalratswahl 2008

Ende September wird neu gewählt und neben Altbekanntem gibt es auch Neues im bundesweiten Angebot: RETTÖ wartet auf seinen Einsatz, Die Christen hoffen auf Gottes Hilfe, die Liberalen sind wieder dabei und auch ein Fritz steht auf der Liste. In der politischen Mitte wird es immer enger, darum wird nach rechts nachgerückt, links wäre noch Platz frei, den will aber kaum wer. Was ist von den österreichischen WählerInnen zu erwarten, was wird die Wahl diesmal bringen? Was Gewohntes, was noch Schlimmeres oder eine Überraschung?

Konrad Becker, wahlkabine.at
Anneliese Rohrer, Kurier
Klaus Stimeder, DATUM
Moderation: Monika Mokre, Österreichische Gesellschaft für
Politikwissenschaft

Freitag, 19. September 2008, 19.00
Von der Straße ins Museum
Podiumsdiskussion

Street Art – sie reicht von Graffiti bis zur Schablonenkunst – ist eine Kunstform, die den öffentlichen Raum markiert, kommentiert, manchmal kritisiert. Mittlerweile haben Institutionen auf der ganzen Welt die Street Art für sich entdeckt. Die Londoner TATE Modern widmete ihr gerade ein Ausstellungsprojekt und auch das MuseumsQuartier Wien eröffnete jüngst eine so genannte „Street-Art- Passage“. Der Zugang in der Breite Gasse zeigt eine permanente Arbeit des Pariser Street- Art Künstlers Space Invader und ein Bereich steht kontinuierlichen Wechselausstellungen zur Verfügung. Kann solch eine Institutionalisierung von Street Art glücken und wem dient sie letztendlich?

Jogi Neufeld, Kurator StreetArt-Passage
Thomas Northoff, Österreichisches GraffitiArchiv für Literatur, Kunst und Forschung
Nicholas Platzer, 401rush / Galerie INOPERAbLE
Norbert Siegl, Institut für Graffitiforschung
Dieter Schrage, Kulturwissenschaftler
Moderation: Karl Neumayr, Journalist

Donnerstag, 18. September 2008, 19.00
Grundeinkommen oder Grundsicherung?
Vortrag und Diskussion

Grundeinkommen und Grundsicherung sind zwei unterschiedlich Modelle – auch wenn sie gerne verwechselt werden. Nachdem gerade in den Kunst-, Kultur- und Medien-Szenen regelmäßig großes Vorschussvertrauen in einen Umbau der österreichischen Sozialsicherungs-Systeme gesetzt wird, ist es höchste Zeit, Missverständnisse auszuräumen und gerade hinsichtlich der in Planung befindlichen „Mindestsicherung“ einen genauen Blick auf Hintergründe und Auswirkungen unterschiedlicher Vorschläge zu sozialer Absicherung zu werfen.

Gabriele Michalitsch, Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Daniela Koweindl, Kulturrat Österreich

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Tatort
Kulturpolitik. Regie Kulturrat Österreich.

Mittwoch, 17. September 2008, 19.00
Manifesta 7
Review und Diskussion

Die Manifesta hat sich längst in der europäischen Kunst- Biennalen Landschaft mit einem ganz eigenen Konzept etabliert: An wechselnden Standorten präsentiert diese Ausstellung oft noch weniger bekannte KünstlerInnen und interveniert in ortsspezifische und identitätspolitische Strukturen. Die diesjährige Manifesta bespielt zur Zeit vier Schauplätze in Südtirol und im Trentino und damit erstmals nicht nur eine Stadt sondern eine ganze Region.

Hedwig Fijen, Manifesta
Georg Schöllhammer, Springerin
Moderation: Dominik Portune, Depot

Dienstag, 16. September 2008, 19.00
Dokumentarismen im Kunstfeld
Buchpräsentation und Diskussion

Seit mehreren Jahren häufen sich dokumentarische Stile im Kunstfeld. Ihr Auftauchen verweist nicht nur auf einen sich verändernden Kunstbegriff, sondern auch auf die Transformation dokumentarischer Formen im Kontext medialer Globalisierung. Diese Umbrüche beeinflussen das Verhältnis zur Realität: Sie verändern traditionelle Öffentlichkeiten ebenso wie die Formen ihrer Vermittlung. Die Farbe der Wahrheit verhandelt klassische Fragestellungen der Dokumentarismen anhand von neueren Beispielen aus dem Kunstfeld.

Vrääth Öhner, Film-, Medien- und Kulturwissenschaftler
Drehli Robnik, Filmwissenschaftler
Hito Steyerl, Filmemacherin und Autorin
Moderation: Peter Grabher, kinoki

Anschließend Party

Hito Steyerl: Die Farbe der Wahrheit – Dokumentarismen im Kunstfeld.
Wien: Turia + Kant 2008, republicart, Band 8.

In Kooperation mit eipcp – european institute for progressive cultural policies.
Bei der Veranstaltung wird Kinderbetreuung angeboten (Bedarf bitte bis
spätestens 11. September unter contact@eipcp.net anmelden).

Samstag, 13. September 2008, 19.00
Pro-europäisch und EU-kritisch
Vortrag

Nach dem Nein Irlands zum EU-Reformvertrag reichte die Stimmungslage von euphorischer Freude bis zu resignativer Ernüchterung. Doch wer jubelte hier aus welchen Gründen und wer fürchtete um das „europäische Projekt“? Die ins Feld geführten Gründe für die Ablehnung waren ebenso widersprüchlich wie die Gründe für eine Zustimmung. Daraus ergibt sich dringende Bedarf, das Spannungsverhältnis zwischen EUKritik, Nationalismus und pro-europäischer Haltung zu klären.

Heribert Schiedel, DÖW Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Eine Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt in Kooperation mit Context XXI.

Freitag, 12. September 2008, 19.00
Focus On: I myself am war!
Talk

The talk will explore alternative discursive spaces in relation to I MYSELF AM WAR!, a project reflecting current complex relational powers that are formed by representational politics.It presents “subject-positions” rooted in differential structures mapped out beyond mainstream-ideology towards de- and re-regulation processes.

Gulsen Bal, Open Space. Zentrum für Kunstprojekte
Luisa Ziaja, Kunsthistorikerin
Rosa Reitsamer, Soziologin

In Kooperation mit Open Space. Zentrum für Kunstprojekte.

Dienstag, 01. Juli 2008, 19.00
Erinnerungsbegehren und Musealisierung
Gespräch

Die Berliner Museums-und Gedenkstättenlandschaft ist ein paradigmatischer Ort für die Transformation der Erinnerungs­bedürfnisse spätmoderner Gesellschaften. Das neue Interesse für das negative Gedächtnis zeigt sich an der „Entdeckung“ der historischen Stätten der NS-Tätergesellschaft, wie der Topographie des Terrors und dem Haus der Wannsee-Konferenz. An „historischen“ Orten ebenso wie in neuen Museums-und Ausstellungs-Formaten wurden museale Repräsentationen eines Schuldgedächtnisses realisiert, die mittlerweile den nationalen Container hinter sich gelassen haben und zu Orten einer globalen Geschichtserzählung geworden sind.

Heidemarie Uhl, Zeithistorikerin, ÖAW
Monika Sommer, schnittpunkt

Eine Veranstaltung von schnittpunkt ausstellungstheorie & praxis im Kontext der Berlin-Exkursion Architekturen des Gedenkens. Narrationen der Erinnerung im Postnazismus

Donnerstag, 26. Juni 2008, 19.00
Repression gegen AktivistInnen aufgrund von §278a StGB
Diskussion

Seit 21. Mai befinden sich AktivistInnen der Tierschutzszene in Untersuchungshaft, der Vorwurf lautet auf Paragraph 278a StGB - Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, aber bisher ohne konkrete Tatbeschuldigung. Ende der 1990er Jahre wurde unter Heranziehung dieses Paragraphen die so genannte „Operation Spring“ durchgeführt, eine Verhaftungswelle gegen - speziell auch in der antirassistischen Szene aktive - Personen, darunter vor allem MigrantInnen mit prekärem Aufenthaltsstatus. Diskussionsgrundlage ist hier nicht das Thema Tierrechte sondern die auf bestimmte politische AktivistInnen gerichtete Anwendung des §278a durch Polizei und Staatsanwaltschaft.

Gabriele Sommer, Rechtshilfe
Santa Precaria, EuroMayDay Wien

Eine Veranstaltung des EuroMayDay Wien http://www.euromayday.at

Dienstag, 24. Juni 2008, 19.00
Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa
Vortrag

Der Soziologe Andrei S. Markovits beleuchtet, auch in seinem Buch „Amerika, dich hasst sich´s besser“, die historischen Wurzeln der europäischen Aversion gegen die USA und untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Antiamerikanismus und Antisemitismus in Westeuropa. Wieso ist es in Europa kein Problem, negative Sterotype gegenüber AmerikanerInnen wie dumm, fett, und ignorant zu vertreten, ohne auf Widerspruch zu stoßen? Ähnliche verbale Ausschreitungen gegenüber Menschen anderer Herkunft sind heutzutage zum Glück verpönt und öffentlich nicht mehr tragbar. "Die Aversion gegen Amerika eint Westeuropa inzwischen mehr als jede andere politische Emotion - die gemeinsame Antipathie gegen Israel ausgenommen".


Andrei Markovits, Professor für Politikwissenschaft und Soziologie, University of Michigan, Ann Arbor USA

Eine Veranstaltung der Studienvertretung Politikwissenschaft der Universität Wien

Donnerstag, 19. Juni 2008, 19.00
New practices in Art and Media
Buchpräsentation und Diskussion

Vor einem Jahrzehnt standen globale Kommunikationssysteme im Zentrum von Spekulationen und künstlerischen Experimentierens. Kulturschaffende zählten zu den frühen PionierInnen bei der Erprobung und Erforschung des emanzipatorischen Potentials digitaler Medien. Bis heute gilt Public Netbase als einer der bedeutendsten Knotenpunkte. Mit dem Buch Non Stop Future wird die Entwicklung der neuen Praxen in Kunst und Medien anhand der Wiener Netzplattform nachgezeichnet.

Konrad Becker, World-Information Institute
Branca Curcic, Herausgeberin, Kuda.org
Dieter Daniels, Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung
Robert Misik, Autor und Publizist
Zoran Pantelic, Herausgeber, Kuda.org

Kuda.org / Branka Curcic / Zoran Pantelic (Hg.): Public Netbase: Non Stop Future – New practices in Art and Media. Frankfurt am Main: Revolver – Archiv für aktuelle Kunst 2008

Mittwoch, 18. Juni 2008, 19.00
Der Fußball ist überall gleich
ZARA:Talk

Der ehemalige Rapidspieler Sergej Mandreko meinte, dass der „Fußball überall gleich“ sei und lediglich „anders interpretiert“ werde. Dies mag zwar für die Regeln am Spielfeld gelten, aber stimmt das auch für die Rahmenbedingungen, die SpielerInnen an ihrem täglichen Arbeitsplatz vorfinden? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Diskussionen im Fußball und medialen politischen Diskursen über Zuwanderung? Spielt der Profifußball eine Rolle für den gesellschaftlichen Wandel Richtung Gleichbehandlung und Diversität?

Georg Spitaler, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Elisabeth Kotvojs, FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel.
Barbara Liegl, ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Moderation: Thomas Bergmayr, derStandard.at

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit

Mittwoch, 11. Juni 2008, 18.30
Justiz für NS-KriegsverbrecherInnen
Podiumsgespräch

2007 setzte das Justizministerium Prämien für Hinweise auf den Verbleib mehrerer NS-TäterInnen aus. Sofern sie noch leben, sind diese heute jenseits der 90 Jahre alt. Wie erklärt sich dieser späte Wandel im Verhalten der österreichischen Justiz? Welche Strategien der Auseinandersetzung verfolgt sie? Welche Schlüsse kann die österreichische Gesellschaft aus der Befassung mit ihrer Täterrolle ziehen?

Oliver Scheiber, Justizministerium, Ministersekretär für Strafrecht, Menschenrechte und Fortbildung
Winfried Garscha, Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz/Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands
Moderation: Florian Wenninger, Verein Gedenkdienst

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 10. Juni 2008, 19.00
Alles Fußball oder was?
kinokis mikrokino #153

„So wie manche Menschen über Fußball reden, könnte man meinen, dabei ginge es um Leben und Tod.“, kommentiert ein FC-Liverpool Manager und setzt hinzu: „Sie haben keine Ahnung. Es geht um weitaus mehr.“ Aber selbst Fußball-Uninteressierte entkommen in diesen Junitagen kaum der Instrumentalisierung des Stadtraums zugunsten angeblich öffentlicher Vermarktungsinteressen. Kinokis mikrokino lädt zum Match: Das „männliche Tor zur Welt“ (Theweleit) wird zum Thema von ungewöhnlichen Analysen, denen als Spielbälle Ausschnitte medialer Fußballinszenierungen von Svankmajers Viril Games bis zu Günther Kochs Reportage über das „Geisterspiel“ FC Nürnberg gegen Alemannia Aachen zugeworfen werden.


Helmut Neundlinger, Fußballjournalist und -forscher

Freitag, 06. Juni 2008, 19.00
Jugoslawien: Wiederaneignung der Geschichte
kinokis mikrokino #152 (Teil 2)

Aufstand in Jazak ist ein Protestfilm gegen die Exploitation der PartizanInnengeschichte in den millionenschweren Hochglanz­schinken à la Sutjeska Last of the Zilniks schildert die Geschichte der Widerstandskämpferin Milica Shuvakovic, alias Masha, und ihrem Mann Konrad Žilnik, später als Volksheld gefeiert. Masha wird von den Deutschen festgenommen und bringt im Konzentrationslager ihren Sohn Želimir zur Welt, bevor sie ermordet wird. Lager Nis ist einer der großen kommerziellen, jugoslawischen antifaschistischen Filme. Gefangene des Konzentrationslagers Nis planen einen Ausbruch, in einer Nebenhandlung bringt eine Gefangene ihr Kind zur Welt, das aus dem KZ gerettet wird. Žilnik wurde nie zu einer Vorführung des Filmes eingeladen.

19.00: Aufstand in Jazak – Ustanak u Jasku (Jugoslawien 1972), Regie: Želimir Žilnik,18 min
Last of the Zilniks – Zadnji Žilnik (Slowenien 2007), Regie: D. Anakiev, 61 min
Anschließend Diskussion mit Želimir Žilnik und Dimitar Anakiev.

21.00: Lager Nis (Jugoslawien 1987), Regie: Miomir Stamenkovic, 92 min

In Zusammenarbeit mit PartizanInnenFilmForschungsBrigade

Donnerstag, 05. Juni 2008, 19.00
Želimir Žilniks „Kenedi“-Trilogie
kinokis mikrokino #152 (Teil 1)

Kenedi heiratet dokumentiert die unermüdlichen Versuche des Rom Kenedi Hasani  nach der Vertreibung aus der EU in Serbien Fuß zu fassen oder eine Hintertür zurück  ins Euro-land zu entdecken. Žilnik beweist, dass Filmemachen eine Methode sein kann, mit Menschen gemeinsam Widerstand zu organisieren.  In Kenedi goes back home fungiert Kenedi, selbst von der Abschiebung betroffen, als Mittelsmann  zwischen Filmteam und anderen unfreiwillig Heimgekehrten, die von ihren  Erfahrungen berichten.  Kenedi lost and found: Kenedi ist es gelungen, physisch in die  EU einzureisen, doch ohne Chance, den entscheidenderen Teil der eigenen  Existenz, den papierenen, auch hier zu etablieren. 19.00: Kenedi heiratet – Kenedi se zeni (Serbien 2007), R: Ž. Žilnik, 80 min
Anschließend Diskussion mit Želimir Žilnik und den Mitwirkenden Kenedi Hasani, Philipp Eisenmann und Ethem Saygieder

21.30: Kenedi se vraca kuci – Kenedi goes back home (Serbien/Montenegro 2003), Regie: Želimir Žilnik, 74 min, serbisch/dt. OmeU

22.45: Kenedi lost and found (2005), Regie: Želimir Žilnik, 26 min

In Zusammenarbeit mit dem Ordinariat für postkonzeptuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien

Mittwoch, 04. Juni 2008, 19.00
Der "Wilde Westen" und der Rechtsstaat
Vortrag und Filmvorführung

In der filmischen Darstellung präsentierte sich der mythische Westen, das „wahre Amerika“, als weitgehend staatsfreier Raum, rund um starke Männer organisiert. John Fords The Man Who Shot Liberty Valance zeigt den Moment des Übergangs dieser mythischen Welt in einen verwalteten Rechtsstaat, der in seinen Grundlagen aber nicht weniger patriarchal ist.

Martin Weidinger, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien

The Man Who Shot Liberty Valance (USA 1962), Regie: John Ford, 123 min, engl. OV

Eine Veranstaltung von ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende

Montag, 02. Juni 2008, 19.00
Massenmord als blinder Fleck der Wissensökonomie - Zur Geschichtsvermittlung durch Ruzowitzkys Film Die Fälscher
Vortrag

Rund um Die Fälscher, Stefan Ruzowitzkys Oscar-prämierten Film über die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, regiert eine Deutungshegemonie von Kulturpatriotismus und Bildungskrisenbewältigung: Es geht um den heimischen Filmwirtschaftsstandort und um konsensuale Wissensbildung für den Schulunterricht. Diese Diskurse scheinen allerdings bereits als Perspektiven des Geschichtsbildes von Ruzowitzys Satire angelegt: die Werkstatt im KZ als Kreativwirtschaftsstandort, das Wissen der Wissensarbeiter um den Massenmord als Problem.

Drehli Robnik, Filmwissenschaftler, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte & Gesellschaft

Nach dem Vortrag Diskussion mit Ingo Zechner, Historiker und Philosoph

Donnerstag, 29. Mai 2008, 21.15
A History of Violence
Film und Theorie

Als Coffeshop-Besitzer Tom Stall von zwei Räubern überfallen wird, erschießt er diese in Notwehr und avanciert dadurch zum Kleinstadthelden, sodass sein bisher idyllisches Familienleben mitsamt Frau und Kindern in den Mittelpunkt der Medien gerät. Der Aufruhr um ihn erfährt eine drastische Wendung, als Tom von dem geheimnisvollen Fogarty aufgesucht wird, der ihn beschuldigt, ein Verbrecher zu sein. Nun beginnt ein Spiel mit verschiedenen Identitäten, eskalierender Gewalt und deren Auswirkungen sowie fließenden Übergängen zwischen Realität und Fiktion.

Joachim Schätz, Filmkritiker, Falter

A History of Violence (USA 2005), Regie: David Cronenberg, wird um 19.15 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 28. Mai 2008, 19.00
Schule und Integration
ZARA:Talk

Die Begegnungsvielfalt in der Schule beschränkt sich nicht nur auf die unterschiedliche ethnische Zugehörigkeit der SchülerIn­nen, sondern ergibt sich auch aus deren unterschiedlicher sozialer Herkunft. Missverständnisse und Konflikte sind nicht selten im schulischen Alltag. Können die Beteiligten den Nutzen dieser Vielfalt erkennen und lernen, kompetent damit umzugehen?

Dagmar Strohmeier, Institut für Bildungspsychologie der Universität WienKatrin Wladasch, ZARA-Trainerin in Schulworkshops
Moderation: Thomas Bergmayr, derStandard.at

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit

Dienstag, 27. Mai 2008, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Die Albertina

Die Albertina präsentiert sich seit ihrer Wiedereröffnung nicht mehr als die spezialisierte Grafiksammlung, die sie einmal war. Ausgestellt werden nicht nur grafische Arbeiten entsprechend dem einstigen Profil, sondern auch Gesamtschauen, in denen Gemälde eine prominente Rolle spielen. Außerdem erweitert die Albertina mit der Sammlung Batliner und ihrer Sammlung für Gegenwartskunst ihr Repertoire um die Malerei der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Wie will sich die  Albertina in der österreichischen Museumslandschaft profilieren?

Klaus Albrecht Schröder, Direktor Albertina
Thomas Trenkler, Der Standard

Montag, 26. Mai 2008, 19.00
Weggenommen. Zurückgegeben?
Reihe Restitution

Das Thema Restitution ist immer dann in aller Munde, wenn eine Kunstsammlung oder ein Museum wegen geraubter Kunst Schlagzeilen macht. Doch der Vermögensentzug betrifft unterschiedlichste Bereiche wie Immobilien und Firmen oder auch enteignete Güter, die, scheinbar von geringem Wert, für die ehemaligen BesitzerInnen aber ihre Existenzgrundlage bedeuteten. Grund genug, um sich dem Thema Restitution in seiner Breite anzunehmen, die Geschichte der Restitution nachzuzeichnen und vor allem aufzuzeigen, wo das bestehende Restitutionsrecht Lücken hat und welche Schwierigkeiten es für die verschiedenen Opfergruppen bzw. deren Angehörige bei der Rückerstattung gibt.

Gerhard Baumgartner, Historiker und Journalist
Eva Blimlinger, Historikerin
Ursula Kriebaum, Juristin
Niko Wahl, Historiker

Mittwoch, 21. Mai 2008, 19.00
Eingetragene PartnerInnenschaft
Ein Überblick

Schon vor 20 Jahren hat die Homosexuellen Initiative HOSI Wien begonnen, die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften und ihre Gleichstellung mit der Ehe zu fordern. Die gesellschaftliche Diskussion ist abgeschlossen, aber Österreich scheint auch in dieser Angelegenheit bemüht, als europäisches Schlusslicht durch das Ziel zu hüpfen. Was dürfen homosexuelle Paare in Spanien, in Grönland oder Andorra, was sie in Österreich nicht können? Wie sieht die Prognose aus, ist mit einer politisch positiven Entscheidung in näherer Zukunft zu rechnen?

Christian Högl, Gerhard Liedl, Jona Solomon, HOSI Wien

Dienstag, 20. Mai 2008, 18.30
Zeitzeugengespräch

Max Mannheimer wurde 1920 in Nordmähren geboren. Er überlebte Theresienstadt, Auschwitz, das Warschauer Ghetto und Dachau samt Nebenlagern. Heute ist er Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau. Das Gespräch ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung Henryk Mandelbaum – Nur die Sterne waren wie gestern über einen Überlebenden der Sonderkommandos von Auschwitz, die von 7. bis 30. Mai in der Aula der Uni Wien zu sehen ist.

Max Mannheimer, Autor, Lagergemeinschaft Dachau
Florian Wenninger, Gedenkdienst

In Kooperation mit Gedenkdienst

Montag, 19. Mai 2008, 19.00
Die Stadt ohne Juden
Filmvorführung und Vortrag

Die Stadt ohne Juden ist einer der wenigen erhaltenen expresssionistischen Filme aus Österreich. Im Gegensatz zur Buchvorlage von Hugo Bettauer über den Antisemitismus der 1920er-Jahre endet die Verfilmung im Happy End. „Diese, von der literarischen Vorlage völlig abweichende, überraschende Wendung, die das Geschehen als Traumhandlung simplifiziert, kann nicht nur als einfaches dramaturgisches Hilfsmittel angesehen werden, sondern als Musterbeispiel von Verdrängungskunst der österreichischen Seele. Der naive und vielleicht grobe Versuch aus dem Jahre 1924 kann als Generalprobe für das gelesen werden, was nach dem Zweiten Weltkrieg im Land ohne Eigenschaften praktiziert wurde.“ (Thomas Ballhausen, Günter Krenn 2006)

Thomas Ballhausen, Filmarchiv/Uni Wien

Die Stadt ohne Juden (Österreich 1924), Regie: Hans-Karl Breslauer, 80 min

Freitag, 16. Mai 2008, 18.00
Regierung durch Subjektivierung oder Subjektivierung durch Regierung?
Vortrag

Aus der Perspektive der Gouvernementalitätsstudien gewinnt mit dem Wandel von fordistischen zu post-fordistischen Gesellschaften die Figur des „unternehmerischen Selbst“ an Bedeutung. Unklar ist dabei jedoch, ob dieses Selbst empirisch konkret, oder aber programmatisch in unterschiedlichen geselllschaftlichen Feldern wie in Regierungsprogrammen, Ratgebern u.Ä. auftaucht. Welche Folgen impliziert das Auftauchen des unternehmerischen Selbst für die gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse?

Andrea Bührmann, Soziologin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Donnerstag, 15. Mai 2008, 19.00
Psychiatrie im Visier
Podiumsgespräch

Zeitgleich mit den Studentenbewegungen der 1960er-Jahre entwickelten sich vielerorts in Europa und den USA Initiativen mit dem Ziel, die Bedingungen in der Psychiatrie zu verbessern. Theoretische und philosophische Unterstützung fanden sie u.a. durch Foucault, Deleuze und Guattari. In den 70er-und 80er-Jahren kam es neben der Gründung verschiedener Organisationen in vielen Ländern zu Psychiatriereformen. Aktuell berichten zahlreiche Medien über Missstände in psychiatrischen Abteilungen, aber eine grundlegende öffentliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Was wurde aus der großen Reformbewegung und deren AktivistInnen? Wo steht die Psychiatrie heute und wo sollte sie stehen?


Michaela Amering, Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie / Institut für Ethik und Recht in der Medizin
Ulrike Kadi, Institut für Philosophie der Uni Wien / Ärztin
Robert Mittermair, LOK – Leben ohne Krankenhaus
Josef Schörghofer, Psychosozialer Dienst Wien
Moderation: Elisabeth Penzias, freie Autorin

Mittwoch, 14. Mai 2008, 18.30
TäterInnen im Nationalsozialismus
Vortrag

Millionen Menschen wurden während des Nationalsozialismus ermordet. Auch von Männern und Frauen – davon geht die TäterInnenforschung inzwischen aus – die sich weder in Befehlsnotstand befanden, noch radikale AntisemitInnen waren. Warum haben sie sich, ohne für uns heute nachvollziehbare Not, für die Gewalt, für das Morden entschieden?

Michaela Christ, Soziologin, Essen

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 13. Mai 2008, 19.00
Neu besetzt
Podiumsgespräch

Nach turbulenten Zeiten starten die Generali Foundation und die Secession nun unter neuer Führung ihr Programm: Sabine Folie, seit 1998 leitende Kuratorin der Kunsthalle Wien, wechselte Mitte Februar in die Generali Foundation, um dort die künstlerische Leitung zu übernehmen. Im Fall der Secession wurde András Pálffy im Dezember vergangenen Jahres zum neuen Präsidenten gewählt. Wie sehen ihre Pläne für die nähere Zukunft aus und wie werden sie ihre Häuser innerhalb des Wiener Ausstellungsgeschehens für zeitgenössische Kunst positionieren?

Sabine Folie, Leiterin Generali Foundation
András Pálffy, Präsident Secession
Moderation: Dominik Portune, Depot

Samstag, 10. Mai 2008, 15.30
Aufschub
Filmvorführung und Diskussion

Aufschub zeigt historische Aufnahmen aus dem Jahr 1944. Dieser Film ist „auf der ersten Ebene ein Dokument aus dem und über das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden. Auf einer zweiten Ebene aber, und zwar durch die Wiederholung von Aufnahmen und mit Hilfe von Zwischentiteln, reflektiert Farocki die Konnotationen von Bildern. Er diskutiert die Ikonografie der KZ-Bilder, die sich zum Kanon verfestigt haben und in unseren Köpfen zu Chiffren erstarrt sind. Farocki beharrt auf der Mehrdeutigkeit von Bildern, auf der Konkurrenz möglicher Lesarten und verfolgt, indem er gegen obsolete Regeln der Pietät verstößt, ein aufklärerisches Ziel.“ (Thomas Rothschild)

Harun Farocki, Essayfilmer, Berlin

Aufschub (D 2007), Regie: Harun Farocki, 37 min

In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst IWK

Donnerstag, 08. Mai 2008, 20.00
Entgrenzung und Privatisierung
Vortrag

Seit der Herausbildung von fürstlichen Territorialherrschaften wird die höchste Regulierungskompetenz in einem bestimmten Territorium als zentrales Charakteristikum von „Staat“ gesehen. Später wurden die Regulierungskompetenzen des Staates zunehmend erweitert. Mit der Globalisierung des Kapitalismus veränderten sich nicht nur die Bedingungen nationalstaatlicher Politik, es kommt auch zu einer Teilprivatisierung zuvor öffentlicher Gewalt sowie zur Aufspaltung staatlicher Souveränität in unterschiedliche Rechtsräume, mithin zur Auflösung der Einheit von Staat und Territorium.

Heide Gerstenberger, Universität Bremen

In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst IWK

Mittwoch, 07. Mai 2008, 19.00
Kunst im Trend. Artists' Voices.
Podiumsdiskussion

kanonmedia stellt die Ergebnisse der 2007/2008 durchgeführten Studie zu  Selbstverständnis und Definitionen von KünstlerInnen zu deren gesellschaftlichen  Rollen und Funktionen und ihren Einkommensverhältnissen vor und diskutiert  aktuelle kulturpolitische Entwicklungen im Kontext von Creative Industries mit  VertreterInnen aus Kulturtheorie und -politik.

Franziska Maderthaner, Universität für angewandte Kunst Wien
Marie Ringler, Kultursprecherin, Die Grünen Wien
Paul Stepan, Fokus
Michael Wimmer, Educult
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia

Samstag, 03. Mai 2008, 19.00
Kunst im Trend. Artists' Voices.
Podiumsgespräch

Vertreter aus Malerei, Philosophie, Theater und Wissenschaft untersuchen Charakteristika und Immanenzen künstlerischer Prozesse in der darstellenden und der bildenden Kunst. Wo bestehen die selben Ansprüche und Fragestellungen und wo erfordert ein künstlerisches Genre eigene, selbst bedingte Prozesse? Der Diskurs unternimmt den Versuch, Absoluta und Relativa künstlerischer Produktion in ihrer Bedeutung für zeitgenössische Entwicklungen kulturellen Schaffens zu untersuchen.

Michael Aichhorn, Schauspieler, Regisseur, Maler
Stefan Bläske, Theaterwissenschaftler
Leander Kaiser, Maler, Philosoph
Stylianos Schicho, Maler
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia

Eine Veranstaltung von kanonmedia

Montag, 28. April 2008, 19.00
ArbeiterIn, hörst du es nicht?
kinokis mikrokino #151

Mit seltenen Archiv-Aufnahmen und Interviews, unter anderem von Billy Bragg und Pete Seeger, erzählt der Film The Internationale von Peter Miller die Geschichte des legendären Liedes, einer Sammelklage der Unterdrückten und Ausgebeuteten rund um die Welt und widmet sich Menschen, deren Leben dieses Lied für immer verändert hat.In seiner Musikdokumentation Revolution bebildert Jouko Aaltonen gewitzt und äußerst ungewöhnlich die Schilderungen von mittlerweile in die Jahre gekommenen SängerInnen diverser finnischer Bands wie Agit-Prop, Torpeedo, Neilikka u. a. über deren linke und politische Vergangenheit im Spannungsverhältnis zum Hier und Jetzt.

The Internationale (USA 2000), Regie: Peter Miller, 60 min, engl. OF
Revolution/Kenen Joukoissa Seisot (Finnland 2006), Regie: Jouko Aaltonen, 80 min, OmeU

Freitag, 25. April 2008, 19.00
Reiseführer in eine Elendssiedlung
Buchpräsentation und Diskussion

Beograd Gazela führt in einen Roma-Slum im Zentrum Belgrads und informiert über grundlegende soziale wie ökonomische Strukturen einer Elendssiedlung. Das Buch legt die vielschichtigen Mechanismen der Marginalisierung und Diskriminierung von Roma offen. Wie gestaltet sich das Leben ohne städtische Infrastruktur, ohne Wasser, ohne Strom? Wie organisieren sich die BewohnerInnen, welcher Arbeit gehen sie nach? Wie steht es mit ihrer medizinischen, wie mit ihrer kulturellen Versorgung?

Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann, Can Gülcü, Autoren

Mirjam Karoly, Politikwissenschaftlerin
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
Moderation: Katharina Morawek, Kunstvermittlerin, Redakteurin

Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann, Can Gülcü: Beograd Gazela – Reiseführer in eine Elendssiedlung. Klagenfurt: Drava 2008

Mittwoch, 23. April 2008, 19.00
Religion als Feindbild: MuslimInnen in Österreich
ZARA:Talk

Die Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit ist kein neues Phänomen, nimmt aber wieder eine zunehmend bedeutendere Stellung in der Gesellschaft ein. Um in die von Vorurteilen beherrschte Debatte aufklärend einzugreifen, wurde im Frühjahr 2006 das Dokumentationsarchiv Islamophobie (DAI) gegründet.

Karim Saad, Medienbeobachtung, DAI
Thomas Bergmayr, derStandard.at

In Kooperation mit ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit

Montag, 21. April 2008, 19.00
Neues Ausstellen?
Präsentation und Kommentar

Neben den bewährten Kunsträumen haben sich auch sogenannte Off-Spaces dem Ausstellen von Kunst verschrieben. Was macht aber den signifikanten Unterschied zur Ausstellungspraxis etablierter Einrichtungen aus? Gibt es den überhaupt oder erschöpft er sich im Ausstellen vorwiegend noch unbekannter KünstlerInnen? Zwei BetreiberInnen unterschiedlicher Wiener Kunsträume geben Auskunft über ihre Konzepte und stellen sich kritischen Kommentaren.

Andreas Becker und Thomas Hesse, neo.con: Projektraum für Kunst
Gulsen Bal, Open Space. Zentrum für Kunstprojekte

Kommentar:
Christian Egger, Künstler und Mitherausgeber der „Zeitschrift“
Patrick Schabus, Student, Post-Konzeptuelle Kunst, Akademie der bildenden Künste Wien

Mittwoch, 16. April 2008, 19.00
Bildung als Polemik und als Ideal
Vortrag mit Respondenz

Der Ausdruck "Bildung" ruft eine Opposition hervor und schließt das Versprechen ein, die beiden Seiten zu vermitteln. Aktuell und kontrovers ist das Manöver im gegenwärtigen Umbau der Hochschulausbildung nach den Prinzipien der Europäischen Studienarchitektur zu beobachten. FürsprecherInnen der „Bildung“ attackieren die berufsbezogenen, verdünnten Kurzstudien und plädieren für ein breit angelegtes, historisch und theoretisch unterlegtes Kulturwissen. Die neu entwickelten Curricula werden in diesem Zusammenhang gerne als Kapitulation vor außer-akademischen Interessen betrachtet.

Herbert Hrachovec, Institut für Philosophie, Senat der Universität Wien
Respondent: Gerhard Clemenz, Institut für Volkswirtschaftslehre, Senat der Universität Wien

Eine Veranstaltung aus der Reihe Sprechen über Bildung: Begriffe, Metaphern, Diskurse in Kooperation mit dem IWK.

Dienstag, 15. April 2008, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Das Belvedere

Das Belvedere soll mit der Direktorin Agnes Husslein- Arco zum Kompetenzzentrum für österreichische Kunst werden – dazu zählt auch Zeitgenössisches. Dementsprechend steht neuerdings die zeitgenössische Kunst hoch im Kurs: Das ehemalige Atelier Augarten wurde zum Augarten Contemporary und das 20er-Haus soll bis 2009 zu einer neuen Plattform für Gegenwarts- kunst werden. Wie lässt sich dieses Vorhaben schlüssig in die existierende Museumslandschaft eingliedern? Wie kann eine solche überhaupt aussehen?

Agnes Husslein-Arco, Direktorin Belvedere
Thomas Trenkler, Der Standard

Donnerstag, 10. April 2008, 21.15
The Ice Storm
Film und Theorie

diese Veranstaltung muss leider abgesagt werden

November 1973: Watergate Skandal und Vietnamkrieg bewegen die USA. Vor diesem Hintergrund inszeniert Ang Lee nach dem gleichnamigen Roman von Rick Moody das schleichende und verhängnisvolle Auseinanderbrechen einer Mittelstandsfamilie und deren Läuterung. Ein Familiendrama als kritischer Blick auf das Amerika der 1970er-Jahre.


Philipp Penetzdorfer, Musiker, DJ, Innsbruck

The Ice Storm (USA 1997), Regie: Ang Lee, OmU, wird um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 09. April 2008, 19.00
(K)eiN Bild? Das Image Österreichs in Israel
Vortrag und Diskussion

„Die Deutschen waren exzellente Nazis, aber schlechte Antisemiten. Die Österreicher waren schlechte Nazis, aber exzellente Antisemiten“, so ein österreichischer Überlebender des Holocaust in einem Interview mit der Londoner Times. Viele Israelis beurteilen andere Nationen zumeist nach deren Verhalten während des Zweiten Weltkriegs. Eine Ausnahme ist Österreich. Die israelische Haltung zu Österreich liegt zwischen Nichtbeachtung und leichter Abneigung. „Der Name Waldheims fällt des öfteren oder man besinnt sich der zuckersüßen Erinnerung namens The Sound of Music“. Nicht einmal annähernd ist das Bild Österreichs in Israel so emotional besetzt wie der Blick auf Deutschland. Warum?

Michal Levertov, Medienberaterin und Journalistin, British Jewish Chronicle, Tel Aviv/Israel

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 08. April 2008, 19.00
Was kommt nach der BIA?
Podiumsgespräch

Mandatsüberschreitung, Geheimdiensttuerei und ÖVP-Nähe. Nach der Kritik am Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) soll dieses nun in einer neuen Korruptionsbehörde aufgehen. Wie aber soll Korruptionsbekämpfung und Polizeikontrolle im Rechtsstaat prinzipiell organisiert sein? ExpertInnen diskutieren die Bedingungen für eine menschenrechtsfreundliche und missbrauchsresistente Polizei-Polizei.

Walter Geyer, Staatsanwalt
Florian Klenk, Falter
Nadja Lorenz, Rechtsanwältin
Edith Meinhart, Profil
Richard Soyer, Rechtsanwalt
Moderation: Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch

Eine Veranstaltung von SOS Mitmensch.

Freitag, 04. April 2008, 19.00
Wilder Osten?
Vortrag mit Diskussion

In der Ära Putin wurden soziale Fragen weitestgehend der Stabilisierung des Kapitalismus untergeordnet. Privatisierungen, Pensionsreform, Einschränkung demokratischer Freiheiten waren die Folgen dieser Entwicklung. Dieser eingeschlagene Weg wird sich auch unter dem neuen Präsidenten Medwedew nicht ändern. Doch mehr als 31 Millionen Menschen sind in Gewerkschaften organisiert, neue „alternative“ Gewerkschaften und soziale Bewegungen sind entstanden.

Maria Kursina, Aktivistin der Gruppe Wperjod, Moskau

Eine Veranstaltung der Sozialistischen Alternative

Donnerstag, 03. April 2008, 19.00
biber
Blattkritik

biber, das Stadtmagazin für Wien, Viyan und Beč, ist, laut Selbstdefinition, nicht drollig wie das im Deutschen gleichnamige Nagetier, sondern scharf wie der im Türkischen und Serbokroatischen gleichnamige Pfeffer oder Paprika. Gegründet wurde das transkulturelle Magazin mit Unterstützung von Bülent Öztoplu vom Verein Echo und Simon Kravagna vom Kurier, der als Chefredakteur fungiert. Für die Beiträge verantwortlich ist ein Team von jungen JournalistInnen „mit türkischem, bosnischem, serbischem, kroatischem, kurdischem, brasilianischem, kärntnerischem, oberösterreichischem, slowenischem und soweiter-ischem Hintergrund“. Wie biber ist das Magazin wirklich?

Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten
Christopher Wurmdobler, Falter

Mittwoch, 02. April 2008, 19.00
Avantgarde im slowenischen Film
Vortrag und Filmvorführung

Bread and Milk von Jan Cvitkovič ist einer der erfolgreichsten slowenischen, zugleich aber in seiner Heimat am wenigsten bekannten Filme. FilmemacherInnen, die sich der Erforschung neuer Bildsprachen widmen, sind häufig damit konfrontiert, dass ihre Werke von Fernsehen und Kino als nicht vorführungstauglich abgelehnt werden, aber andererseits internationale Auszeichnungen erhalten – wie im erwähnten Beispiel einen Goldenen Löwen.

Melita Zajc, Medienwissenschaftlerin, Universität Maribor
Vortrag in englischer Sprache

Kruh in mleko/Bread and Milk (SLO 2001), Regie: Jan Cvitkovič, 68 min, OmeU

In Kooperation mit ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende

Montag, 31. März 2008, 19.00
Dear Artwork and Spectator
Buchpräsentation

Die Publikation Dear Artwork and Spectator erscheint als zweiter Teil eines Projektes zu Fragen der Theatralität an der Universität für angewandte Kunst und folgt der Ausstellung Knapp daneben ist auch mittendrin. Dear Artwork and Spectator versammelt künstlerische Beiträge, die theoretische Positionen zur Theatralität aufgreifen und in visueller Auseinandersetzung weiterdenken.

Simon Kogler, Student, Universität für angewandte Kunst Wien
Nora Landkammer, Kunstvermittlerin
Marlies Pöschl, Studentin, Universität für angewandte Kunst Wien
Ruth Ranacher, Filmwissenschaftlerin und Schauspielerin

Magdalena Barthofer, Veronika Hauer, Gerda Prantl, Kay Walkowiak, Tanja Widmann und Angelika Zehrer: Dear Artwork and Spectator. Universität für Angewandte Kuns, Abteilung für Kunst und Kommunikative Praxis (Hg), Wien 2008

Eine Veranstaltung der Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Kunst und kommunikative Praxis

Donnerstag, 27. März 2008, 19.00
Nie wieder Integration!
ZARA: Talk

Unter dem Deckmäntelchen der „Integration“ wird in Österreich derzeit eine „Leitkulturdebatte“ geführt. Auch der rassistische Diskurs nimmt sich des Begriffes immer mehr an, wenn etwa von „Integrationsunwilligen“ gesprochen wird. Wie entstanden diese Tendenzen und gibt es alternative Konzepte?

Dieter Schindlauer, Obmann ZARA
Sonja Fercher, ZARA Öffentlichkeitsarbeit

In Kooperation mit ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit

Mittwoch, 26. März 2008, 18.00
Out of the Cube - Kunst im öffentlichen Raum
Symposium

2007 wurde der Wiener Fonds Kunst im öffentlichen Raum in eine GmbH umgewandelt. Anlässlich dieser Umstrukturierung stellen sich Fragen nach Zielsetzungen von Kunst im öffentlichen Raum, nach den Schwerpunkten der Förderpolitik, nach Qualitätskriterien und Evaluierungsmaßnahmen.

18.00: Kunst im öffentlichen Raum: Was soll und kann sie leisten?
Anselm Wagner, Kunsthistoriker
Kommentar: Wolfgang Schneider, Künstler

18.30: Kunst im öffentlichen Raum in Wien: Ziele und Umsetzung
Roland Schöny, Kurator für Gegenwartskunst
Kommentar: Monika Mokre, Politikwissenschaftlerin

19.00-19.30: Pause

19.30: Podiumsdiskussion
Pamela Bartar, Kulturschaffende
Bettina Leidl, Geschäftsführerin Kunst im öffentlichen Raum GmbH
Michael Rieper, Architekt
Beatrix Zobl, Künstlerin
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Kulturwissenschaftlerin

Eine Veranstaltung von FOKUS und Zobl/Schneider

Freitag, 14. März 2008, 19.00
Neu besetzt
Podiumsgespräch

Nach einem turbulenten Herbst startet die Generali Foundation nun unter neuer Führung ihr Programm: Sabine Folie, seit 1998 leitende Kuratorin der Kunsthalle Wien, wechselte Mitte Februar in die Generali Foundation, um dort die künstlerische Leitung zu übernehmen. Wie sehen ihre Pläne für die nähere Zukunft aus und wie wird sie das Haus innerhalb des Wiener Ausstellungsgeschehens für zeitgenössische Kunst profilieren?

Sabine Folie, Generali Foundation
Moderation: Almuth Spiegler, Die Presse

Donnerstag, 13. März 2008, 21.15
Capturing the Friedmans
Film und Theorie

Die Friedmans, eine US-amerikanische Bilderbuchfamilie, werden zu Thanksgiving jäh aus ihrer scheinbaren Idylle gerissen, als es gegen Vater und Sohn zur Anklage wegen vielfachen Kindesmissbrauchs kommt. Die Beweislage erweist sich als widersprüchlich, es folgt ein jahrelanger Prozess. Andrew Jarecki rekonstruiert den Fall und verknüpft in diesem Dokumentarfilm Ausschnitte aus zahlreichen Super-8-Videos der Familie mit Aussagen von Familienmitgliedern, Anwälten, Untersuchungsbeamten, Journalisten, Kriminologen und Opfern. Wo liegt die Wahrheit?

Geri Weber, Filmwissenschaftler

Capturing the Friedmans (USA 2003), Regie: Andrew Jarecki, OmU, wird um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 12. März 2008, 19.00
Ein Massaker im italienischen Gedächtnis
Vortrag und Diskussion

Unter österreichischem Kommando ermordeten 1944 Angehörige der SS-Division „Reichsführer SS“ im Gebiet der italienischen Ortschaft Marzabotto hunderte Menschen, darunter einen Großteil Kinder. Die Verurteilung von zehn ehemaligen deutschen und österreichischen Soldaten 2007 zu lebenslänglicher Haft für diese Tat bleibt ein symbolischer Akt, da sie nicht ausgeliefert werden. Wie sieht die Einschreibung des Massakers in die italienische Geschichte aus und wie der Umgang mit der individuellen und öffentlichen Erinnerung in der Region?

Marzia Gigli, Historikerin, Peace School in Monte Sole/ Marzabotto

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 11. März 2008, 19.00
Gesellschaftskritik und Psychoanalyse
Buchpräsentation

Während die Kritische Theorie, die sich auf die Psychoanalyse stützt, stets an Freuds Orthodoxie festhielt, gab und gibt es linke Positionen, die dessen Lehre revidierten und von einem radikalen Medium der Aufklärung zu einem der praktischen Anpassung an die bestehenden Verhältnisse machten. Wesentliche Erkenntnisse der Psychoanalyse, wie die Bedeutung des Unbewussten, der Verdrängung, sowie der infantilen Sexualität, wurden zurückgenommen, und dadurch den „revolutionären Vorstößen der unbequemen Psychoanalyse“ (Freud) der Stachel gezogen.

Renate Göllner, Publizistin
Alex Gruber, Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien
Ljiljana Radonic, Initiativkolleg Kulturen der Differenz. Transformation in Zentraleuropa, Uni Wien
Gerhard Scheit, Publizist

Göllner, Renate/Radonic, Ljiljana (Hg.): Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse. Freiburg: Ça ira 2007

In Kooperation mit Café Critique

Montag, 10. März 2008, 19.00
Erinnerungskultur in Österreich
Podiumsdiskussion

Die Art wie eine Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit umgeht, spiegelt ihr Selbstverständnis wider. Erinnern ist immer auch ein Akt der Auswahl, des Weglassens und des Hervorhebens vergangener Ereignisse. Es stellt sich die Frage, welche Narrative und Praktiken die kollektive Erinnerung in Österreich formen. Öffentliche Institutionen haben einen gewichtigen Anteil am Prozess der Geschichtskonstruktion. Das wird, gerade in diesem Jahr, wieder deutlich. Welche Gedächtnispolitik wird von staatlicher Seite verfolgt, welche Geschichtsbilder von Medien und Bildungsinstitutionen erzeugt?

Brigitte Bailer-Galanda, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
Raimund Fastenbauer, Israelitische Kultusgemeinde Wien
Peter Huemer, Journalist und Historiker
Robert Streibel, Historiker, Koordinator erinnern.at
Moderation: Eva Blimlinger, Historikerin, Universität für angewandte Kunst

Donnerstag, 06. März 2008, 17.00
Die Bilder des Zeugen Schattmann
kinokis mikrokino #150

In seinem autobiographischen Roman Die Bilder des Zeugen Schattmann beschreibt der Kommunist Peter Edel, der 1945 aus dem österreichischem Konzentrationslager Ebensee befreit wurde, seinen Weg von der antisemitischen Ausgrenzung bis zur Deportation nach Auschwitz, wo seine Frau ermordet wurde. Peter Edel war 1963 Zeuge im Prozess gegen Hans Globke, einen der Urheber der „Nürnberger Rassengesetze“. Später lebte er in der DDR, wo er an der Verfilmung seines Buches durch die Deutsche Film AG zu einem 4-teiligen Fernsehfilm mitarbeitete.

Einführung:
Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Barbara Eichinger, Initiativkolleg Sinne-Technik-Inszenierung, Universität Wien

Die Bilder des Zeugen Schattmann (DDR 1971/72), Regie: Kurt Jung-Alsen/Co-Regie: Peter Edel, 5 h 57 min  (4 Teile)

Mittwoch, 05. März 2008, 19.00
Der slowenische Partisanenfilm
Vortrag und Filmvorführung

Gut ein Drittel aller slowenischen Spielfilme, die zwischen den Jahren 1945 und 1989 produziert wurden, sind Partisanenfilme. Rückblickend betrachtet, waren die slowenischen Partisanenfilme ideologisch nicht konsistent: Bis Ende der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts befassten sich die Filme überwiegend mit dem Widerstand der Partisanen gegen die deutsche und italienische Okkupation. Danach wurden diese Filme immer stärker zu Medien der kritischen Befragung, nicht nur des Partisanenkampfes als solchem, sondern auch der sozialistischen Gesellschaft selbst.

Peter Stanković, Soziologe, Universität Ljubljana
Vortrag in englischer Sprache

Nasvidenje v naslednji vojni/Farewell Until The Next War (YU 1980), Regie: Živojin Pavlović, 115 min, OmeU

In Kooperation mit ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende

Montag, 03. März 2008, 19.00
Das Pamphlet: Neubewertung nötig?
Gespräch

Das Pamphlet ist im deutschen Sprachraum aufgrund seiner nicht kontrollierbaren Wirkung negativ konnotiert und wird abwertend als „Schmähschrift“ verstanden. Im angloamerikanischen Raum hingegen wird diese freieste Form des Publizierens als Medium einer dezentralisierten, kritischen Öffentlichkeit hoch gehalten und erlebt gerade unter KünstlerInnen ein Revival. Auch hierzulande zeichnet sich langsam eine Neubelebung dieser leidenschaftlichen, subjektiven Form des Publizierens ab. Das Entstehen von Kleinst- und Eigenverlagen deutet ebenso darauf hin wie die zunehmende Popularität von entsprechenden Weblogs. Dabei handelt es sich beim Pamphlet aber nicht nur um ein Medium und um eine Form, sondern auch um eine Einstellung.

Wolfgang Duchkowitsch, Prof. für  Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Robert Misik, Weblog misik.at
Petra Sturm, pamphlet.at

Montag, 25. Februar 2008, 19.00
You Can’t Be Neutral On A Moving Train
kinokis mikrokino #149

Der Versuch, Howard Zinns Leben und Aktivismus in 78 Minuten zu porträtieren, hätte nur zu leicht scheitern können. Die politischen Interventionen des rastlosen und uneitlen Menschen, der keine Neutralität kennt, sind vielschichtig und facettenreich: Werftarbeiter in New York, Kampfflieger im 2. Weltkrieg, Professor für Geschichte in den bürgerrechtsbewegten Südstaaten der frühen 1960er, Anti-Vietnamkriegsaktivist, Gewerkschaftler, Intellektueller und Autor einer umfassenden Geschichte der USA aus der Perspektive der Ausgebeuteten und Marginalisierten. Eine Lebensgeschichte, die wie die Kartographie einer unaufhaltsamen Bewegung gegen die Unmenschlichkeit der herrschenden Verhältnisse anmutet. Doch der Versuch ist geglückt.

Howard Zinn: You Can’t Be Neutral On A Moving Train – Eine amerikanische Lebensgeschichte (USA 2004), Regie: Deb Ellis & Denis Müller, 78 min, OmdtU.

Donnerstag, 07. Februar 2008, 19.00
Kunst im Trend. Artists‘ Voices
KünstlerInnen Gespräch

Das Projekt Kunst im Trend. Artists‘ Voices untersucht die Rollen zeitgenössischer KünstlerInnen in gegenwärtigen Gesellschaften. Ein wichtiges Modul dieses Projekts bilden Video Interviews, ein anderer Schwerpunkt gilt einer Studie, die sich auf der Grundlage von Gesprächen, insbesondere mit bildenden KünstlerInnen im Kontext von Creative Industries befasst. Wie definieren sie die Position ihres Kunstschaffens, was sind ihre Motivationen, Kunst zu produzieren, was ihre Zielsetzungen und Finanzierungsmodelle?

Ricarda Denzer, Künstlerin
PRINZGAU/podgorschek, KünstlerInnen
Moderation: Alexandra Reill, Medienkünstlerin, kanonmedia

Freitag, 01. Februar 2008, 19.00
Gisela Wandert Aus
GemeinWesenArbeit in Wien

Gesellschaft und Politik sind gefordert, neue Instrumente zu entwickeln, die Ausgrenzungsprozessen entgegenwirken und die Teilhabe von Menschen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, fördern, verbessern. Gemeinwesenarbeit ermöglicht es, gemeinsam mit den Menschen in Stadtteilen nachhaltige Verbesserungen ihrer Lebenssituationen zu erreichen. Wie kann Gemeinwesenarbeit in Wien als gesamtstädtische Aufgabe etabliert werden? Warum ist Gemeinwesenarbeit für PolitikerInnen attraktiv?

Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops:
Heidrun Paschen, Milena Grossauer, Agenda21
Sabine Haslinger, Renate Schnee, Stadtteilzentrum Bassena
Christoph Floner, Gebietsbetreuung
Hannes Posch, Plansinn
Moderation: Antonia Coffey, Kommunale Netze

Eine Veranstaltung des Wiener Vernetzungsfrühstück.

Donnerstag, 31. Januar 2008, 19.00
Stars in der Wissenschaft
Podiumsdiskussion

Zweifelsohne - die Wissenschaft hat ihre Stars. Doch was macht einen Wissenschaftsstar aus? Ist der “typische“ Wissenschaftsstar männlich, zerzaust
und von einem Hauch Wahnsinn umgeben oder hat sich das Image gewandelt? Was bringen Stars der Wissenschaft? Wer macht sie dazu? Welche Rolle spielt die Scientific Community, welche die Medien und heißt “Wissenschaftsstar sein“ für beide überhaupt dasselbe?

Eva Flicker, Mediensoziologin, Universität Wien
Laurenz Niel, Koordinator des wissenschaftlichen Rats des I.S.T. Austria
Gerald Steinhardt,Dekan,Fakultät für Informatik,TU Wien
Astrid Zimmermann, Medienhaus Wien
Moderation: Elke Ziegler, science.ORF.at

Eine Veranstaltung von SciCo.

Mittwoch, 30. Januar 2008, 19.00
Baukultur in Österreich: Was ist das?
Podiumsdiskussion

Wer weiß, was Baukultur ist? Die Architektur- und Baukulturvermittlung ist eine relativ junge Disziplin und spielt, trotz einiger ambitionierter Initiativen, immer noch eine eher untergeordnete Rolle. Im schulischen Bereich ist sie, wenn überhaupt, der Werk- oder Kunsterziehung zugeordnet. Doch werden Werk- und KunstpädagogInnen in ihrem Studium darauf vorbereitet? Für die außerschulische Vermittlung stehen die neun Architekturhäuser in Österreich. An wen richten sie ihre Vermittlungsprogramme, können sie auch ein Publikum jenseits der Fachleute ansprechen?

Barbara Feller, Architekturstiftung Österreich
Alexandra Viehhauser, Architekturzentrum Wien
Anton Falkeis, Universität für angewandte Kunst Wien
Moderation: Anita Aigner, Technische Universität Wien, Institut für Kunst und Gestaltung

Montag, 28. Januar 2008, 19.00
Dollfuß contra Vertov
kinokis mikrokino #148

1932 verursachte einer der letzten sowjetischen Filme, die in Österreich vor dem Ende der 1. Republik noch ins Kino kamen, einen Eklat mit gerichtlichen Folgen. Dziga Vertovs spektakulärer erster Tonfilm Enthusiasmus – Das Lied vom Aufbau über die Fortschritte des 1. Fünfjahresplanes war nur einen Tag regulär im Wiener Kreuz-Kino gelaufen, und zwar am 20. 5. 1932 – dem Tag, an dem Engelbert Dollfuß seine Kanzlerschaft antrat. Tags darauf wurde der Film von der Polizei wegen „Religionsstörung“ beschlagnahmt und gegen die Kinobesitzerin Golda Landau und den Verleiher des Filmes, Josef Szende, ein Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs, Anzeige erstattet.


Enthusiasmus – Das Lied vom Aufbau (Entuziazm / Simfonija Donbassa). Dziga Vertov, SU 1930, 65 min., OmdtU

Einführung: Peter Grabher

Freitag, 25. Januar 2008, 19.00
Neue Räume – Neue Kunst?
Podiumsdiskussion

Die Kunstlandschaft in Wien hat sich in den letzten Jahren verändert. Längst besteht diese nämlich nicht mehr nur aus etablierten Kunstinstitutionen, sondern lebt, profitiert und wandelt sich durch kleine und junge Projektinitiativen und Off-Räume. Wer sind die Personen, die dahinter stehen und was sind ihre Ambitionen?

Dana Charkasi, Galerie Dana Charkasi
Marita Fraser, bell street project space
Mario Grubisic, viennabiennale
Moderation: Antje Mayer, redaktionsbüro

Donnerstag, 24. Januar 2008, 19.00
Wie werde ich SchriftstellerIn?
Schreiben in Österreich

Für verschiedenste künstlerische Richtungen gibt es universitäre Ausbildungsmöglichkeiten, aber nicht für SchriftstellerInnen. Während sich das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig als einzige universitäre Lehrstelle für Schreiben im deutschsprachigen Raum größter Anziehungskraft erfreut, gibt es in Österreich
nach wie vor keine akademische Ausbildung. Wäre ein Institut für Literatur in Österreich denkbar und sinnvoll? Brauchen die AutorInnen eine Schule, und was sollte eine zeitgemäße Ausbildung vermitteln?

Christine Brauner, Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen
Konstanze Fliedl, Institut für Germanistik, Uni Wien
Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut, Uni Leipzig
Christian Ide Hintze, schule für dichtung, Wien
Nils Jensen, Vorstandsmitglied IG AutorInnen, Herausgeber Buchkultur
Moderation: Alexandra Millner, Literaturwissenschafterin

Mittwoch, 23. Januar 2008, 19.00
Gott und Vaterland
Kommentierte Wochenschau

2008 wird in Österreich als Anlass genommen, an den Beginn der faschistischen Diktatur zu erinnern. Dabei wird oft vergessen oder verschwiegen, dass die faschistischen Wurzeln hier schon viele Jahre zuvor ihren Nährboden gefunden hatten, das Parlament bereits 1933 außer Kraft gesetzt wurde und die Regierung die Aussetzung aller Wahlen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene verordnete. Ausschnitte aus der Wochenschau des Jahres 1933 dokumentieren die propagandistische Selbstdarstellung des austrofaschistischen Ständestaates.

Michael Achenbach, Filmarchiv Austria
Thomas Ballhausen, Filmarchiv Austria

Österreich in Bild und Ton, 1933/34, Wochenschau des austrofaschistischen Ständestaates

In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria.

Montag, 21. Januar 2008, 19.00
Bildung und Glück

Mit dem Titel „Bildung und Glück“ wird ein Thema angeschnitten, das über ein rein sozialpolitisches Verständnis von Bildung als gerechter Verteilung eines wichtigen gesellschaftlichen Guts hinausgeht. Es fragt auch weiter als nur danach, ob eine bestimmte Ausbildung das Ergreifen eines späteren Berufs erleichtert oder nicht. Im Anschluss an die antike Philosophie soll der Frage nachgegangen werden, ob „Bildung“ nicht jene Größe ist, die die notwendige Bedingung eines guten und – gegebenenfalls – auch eines geglückten Lebens sein kann. Ist Wissen Macht, oder kann man über Wilhelm Liebknechts berühmtes Diktum hinaus sagen, dass Bildung auch Glück ist?

Vortrag:
Micha Brumlik, Universität Frankfurt am Main

Kommentar:
Wolfgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst. http://www.univie.ac.at/iwk/

Donnerstag, 17. Januar 2008, 21.15
Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb
Film und Theorie

Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb von ISHII Sógo ist die In-Frage-Stellung typischer Familienwerte anhand einer japanischen Durchschnittsfamilie. Der „umgekehrte Düsenantrieb“ der Familie Kobayashi nährt sich vor allem aus den
fehlgeleiteten Energien des Vaters. Er ist einer von den Millionen Büroangestellten in Tokyo, der aus Motivationsgründen seiner Familie ein neues Häuschen kauft; alle sollen aus der neuen Umgebung neue Kraft schöpfen und die Familie wieder als Ruhepol für die harten Anforderungen der japanischen Alltags sehen. Bis eines Tages der Großvater auftaucht.

Claudia Siefen, Filmkritikerin

Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb (Japan 1984), Regie: ISHII Sógo, wird um 19.15 Uhr im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Dienstag, 15. Januar 2008, 19.00
Der produzierte Geist
Vortrag

Der Vortrag versucht zwei Fragen, die das Feld der aktuellen Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum bestimmen, zu beantworten. Zum einen: Ist geistiges Eigentum überhaupt möglich, d.h. lässt sich eine im Umgang mit Dingen entwickelte soziale Praxis wie Eigentum überhaupt anders als bloß metaphorisch auf die Ergebnisse geistiger Tätigkeit übertragen? Und zum anderen: Ist geistiges Eigentum eine notwendige Konsequenz der ökonomischen Entwicklung in der Gegenwart?

Christian Schmidt, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst.

Montag, 14. Januar 2008, 19.00
Zwischen Turbo-Kapitalismus und kritischer Kunstpraxis
Vortrag und Kommentar

China boomt. In der Folge des so genannten „Turbo-Kapitalismus“ haben chinesische KünstlerInnen mit ihren Arbeiten nicht nur Höchstpreise erzielt, sondern auch kritische Kunstpraxen entwickelt, die das China-Image, welches Großausstellungen auf der ganzen Welt generieren, hinterfragen. Doch auch die kritische Kunstproduktion wird im Westen innerhalb  eines bestimmten China-Bildes rezipiert. So die Kritik des Künstlers Dan S. Wang aus Chicago, der neue Modelle der Präsentation und Auseinandersetzung mit der kritischen Kunstszene fordert.

Dan S. Wang, Künstler, Chicago
Kommentare:
Edelbert Köb, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Peter Pakesch, Landesmuseum Joanneum, Kunsthaus Graz

Veranstaltung in englischer Sprache.

Mittwoch, 09. Januar 2008, 19.00
Ausgeblendet
Podiumsdiskussion

Kunst- und Kulturproduktion während der NS Zeit ist kaum Thema öffentlicher Diskussionen. Was bedeutet es, eine sich über Jahre hinstreckende Periode der Kunstproduktion aus der kunsthistorischen Darstellung des 20. Jahrhunderts auszublenden? Anders als in anderen Sparten, scheint sich in dieser Disziplin eine Verdrängungstaktik bemerkbar zu machen. Wie soll mit Kunst unterm Hakenkreuz umgegangen werden?

Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Institut für  Kunstgeschichte, Universität Wien
Susanne Rolinek, Museologin, Museum der Moderne  Salzburg
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin
Moderation: Birgit Kirchmayr, Zeithistorikerin, Institut für  Neuere Geschichte, Universität Linz

Dienstag, 08. Januar 2008, 19.00
Bildpolitik ohne Opfer
Vortrag und ZARA:Talk

Der Künstler und Historiker Ken Gonzales-Day – seine Bilder waren Anfang des Jahres im Rahmen der Sammelausstellung Exil des Imaginären. Politik Ästhetik Liebe in der Generali Foundation Wien zu sehen – beschäftigte sich mit den Lynchmorden in Kalifornien in der Zeit von 1850 bis 1935. Über die Frage einer angemessenen Repräsentation dieser Geschichte hat er eine besondere Art entwickelt, mit der Abbildung von Opfern rassistischer Gewalt umzugehen. Die grundsätzliche Problematik von bildlicher Darstellung im Zusammenhang mit Rassismus und Diskriminierung steht zur Diskussion.

Jens Kastner, Kunsthistoriker und Soziologe
Sonja Fercher, derstandard.at

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.
www.zara.or.at