Veranstaltungen

Montag, 21. Dezember 2009, 19.00
Topologie
Buchpräsentation

„Topologie“ ist bekanntlich die Bezeichnung einer seit langem hoch spezialisierten mathematischen Disziplin. Doch ist davon auch in einem weiten Feld kultureller Produktion die Rede. Es gilt also, nach den Wegen und Umwegen zu fragen, auf denen topologische Begriffe, Verfahren und Denkfiguren in Kunst, Literatur, Psychologie und Philosophie rezipiert und umgeprägt wurden.

Richard Heinrich, Philosoph, Universität Wien
Wolfram Pichler, Kunsthistoriker, Universität Wien
Ralph Ubl, Kunsthistoriker, University of Chicago
Juliane Vogel, Germanistin, Universität Konstanz
Barbara Wittmann, Kunsthistorikerin, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

Donnerstag, 17. Dezember 2009, 19.00
Ästhetische Erziehung: geben, nehmen oder müssen?
Vortrag und Respondenz

Ästhetische Erziehung, spielerisches Lernen und Konzepte einer zwischen Sinnlichkeit und Sinn, Aktivität und Passivität angesiedelten Kreativität verzeichnen seit Schillers „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ eine wechselvolle Karriere. Es stellt sich die Frage, ob diese Einschätzung des Ästhetischen im Zeitalter der Kreativindustrie naiv-affirmativ ist oder gar einen utopischen Stachel birgt.

Ruth Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien
Pespondenz: Günay Özali, Pädagoginn

In Kooperation mit der Reihe Jour fixe Bildungstheorie, IWK

Mittwoch, 16. Dezember 2009, 19.00
Antworten auf Nichts
kinokis mikrokino #167

Abseits von Rain Man war und ist Autismus Gegenstand filmischer Arbeit: Kinofilme wie Sandrine Bonnaires Elle s'appelle Sabine, Dokumentationen zur psychosozialen Situation und Unterbringung, Lehrvideos zur verhaltenstherapeutischen Behandlung bis hin zu Fundraising- und Awareness-Videos amerikanischer Autism-NGOs geben Einblick in jene Mittel, durch welche die Angst, Verzweiflung und Fremdheit des Autismus konfrontiert, rationalisiert und verwertbar gemacht werden soll. Anhand von Ausschnitten aus diesem Material und durch das Screening des Spielfilms Sommer von Philip Gröning wird ein Eindruck davon vermittelt, welche Kräfte und Widerstände im Autismus am Werk sind, und was das mit den gegenwärtigen sozialen Verhältnissen zu tun hat.

Roman Widholm, Philosoph und Betreuer von Menschen mit Autismus in Wien und Niederösterreich

Sommer (D 1986), Regie: Philip Gröning, 105 Min., DVD

Dienstag, 15. Dezember 2009, 19.00
Wer vertritt Basiskultur?
IGKW-Reihe „Kultur?“

Das Spektrum der Auffassungen von „VertreterInnen der Basiskultur“ über Basisarbeit ist breit gefächert. Bereits am Begriff „vertreten“ scheiden sich die Geister. Lässt sich Basiskultur vertreten? Und wenn ja, wer vertritt sie? Was ist unter Basiskultur zu verstehen, worin unterscheiden sich die Positionen, welche konsensualen Standpunkte von KulturarbeiterInnen gibt es?

Günther Friesinger, IG Kultur Wien
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Barbara Zenz, Ex-„Movimento“ und Projekt Eiskeller
Moderation: Hikmet Kayahan

In Kooperation mit der IG Kultur Wien

Montag, 14. Dezember 2009, 19.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 3, Resumee

Mit der Sicht des Films auf das Land, mit der Wahrnehmung eines städtischen Auges, dem Blick aus der Distanz oder direkt aus seiner Mitte der Provinz setzte sich die Reihe Film & Theorie von Lichtblick auseinander. Der Film als Produkt und Spiegelbild seiner geographischen Herkunft wie das spezifisch Österreichische standen dabei im Mittelpunk der Betrachtung.

Leitung: Robert Buchschwenter, Dramaturg
Informationen zu den Vorführungen im Filmhaus Kino am Spittelberg und zu den Vorträgen: www.lichtblick.action.at

Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick

Freitag, 11. Dezember 2009, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 2

Tristana, angesiedelt in der Ödnis einer Provinzstadt nach der Jahrhundertwende, erzählt von der Rache eines schönen, einbeinigen Mündels an seinem Vormund, der es zu seiner Frau gemacht hat. Und dann der Umschlag der Rollen, die Umkehr der Macht. Doppelte Perversion, doppeltes Scheitern. Jeder der erotischen Widersacher ist gleichsam Teil von Buñuels Alter Ego. Dennoch werden Moral und Sympathie, Sinn und Katharsis der Tragödie auf Distanz gehalten. Nichts, das Buñuel mehr verachtet als Verständlichkeit. Unüberbrückbare Kälte des Blicks, dessen Ziel es ist, das Rätsel der Welt und der Menschen als Rätsel offen zu halten.


Günter Schwaiger, Produzent und Regisseur

Der Film Tristana wir am 11. Dezember im Kino im Filmhaus am Spittelberg um 18.00 Uhr gezeigt.

R: Luis Bunuel, D: Catherine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero; Spanien/Italien/ Frankreich 1969/70, 98 min

Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick

Mittwoch, 09. Dezember 2009, 19.00
NachRichten aus der Vergangenheit?
Vortrag und Diskussion

Zum Gedenkjahr 2008 startete in Österreich das Projekt Nach-Richten, dessen Ziel es war, das publizistische Umfeld, mit dem die Menschen im Dritten Reich konfrontiert waren, zu vermitteln und kritisch zu hinterfragen. Während in Österreich das Projekt keine größere Diskussion auslöste, sorgte das für Deutschland geplante Modell der HerausgeberInnen 2009 für einen veritablen öffentlichen Skandal. Mit Verweis auf das Urheberrecht ließ der Freistaat Bayern Teile einer Nummer beschlagnahmen. Es folgte eine hitzige Diskussion, ob das Projekt NS-Propaganda verbreite und ob Missbrauchsgefahr bestehe.

Fritz Hausjell, Kommunikationswissenschaftler, wissenschaftlicher Leiter NachRichten
Sandra Paweronschitz, Chefredakteurin NachRichten

Freitag, 04. Dezember 2009, 19.00
#unsereuni - #unibrennt
Präsentation und Diskussion

Berichte über die Studierendenproteste dringen bislang nur über das Internet nach Außen. Nun erzählen Studierende und Lehrende auch außerhalb der besetzten Universitäten aus dem Zentrum der Proteste und beantworten Fragen für jene, die sich ein genaueres Bild abseits der Medienberichterstattung machen wollen: Wie und warum haben die Proteste begonnen, wer sind die ProtagonistInnen, wie organisiert sich der Protest tatsächlich vor Ort, was sind die Aussichten für den mittlerweile internationalen Protest?


BesetzerInnen und solidarische Lehrende der Universität

Donnerstag, 03. Dezember 2009, 19.00
LA PIVELLINA
Let’s talk about … SCRIPTS!

La Pivellina ist ein mit LaiendarstellerInnen realisierter Film, der von Vorurteilen und Courage erzählt. Im Winter steht Patrizias und Walters Wanderzirkus still und ihr Wohnmobil fix auf einem abgeschotteten Terrain am Stadtrand von Rom. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein zweijähriges Mädchen, allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Nachbarjungen Tairo schafft sie der kleinen Asia ein zu Hause auf Zeit, einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone der Stadt sowie der italienischen Gesellschaft.


Tizza Covi, Regisseurin und Autorin La Pivellina (AT/I 2009)
Rainer Frimmel, Regisseur und Produzent La Pivellina (AT/I 2009)
Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien

Mittwoch, 02. Dezember 2009, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Isolde Charim, Philosophin
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck

Dienstag, 01. Dezember 2009, 19.00
Der Wald vor lauter Bäumen: Himmel oder Hölle
Film & Theorie, Teil 1

Eine Kindheit im Burgenland. Das Kino des Vaters. Die Metzgerei des einen, das Wirtshaus des anderen Onkels. Die Konfrontation mit den beiden wichtigsten Tabus: Sex und Tod. Indianerspiel auf Wald und Wiese, Dachboden oder Keller. Das herausragende Spielfilmdebut von Wolfgang Murnberger.


Joachim Schätz, Film- und Kulturwissenschafter, Filmjournalist

Der Film Himmel oder Hölle wird am 1.12. im Filmhaus am Spittelberg, Spittelberggasse 3, 1070 Wien, um 18.00 Uhr gezeigt.

R: Wolfgang Murnberger, D: Adi Murnberger, Fabian Weidinger, Johannes Habeler, Lukas Habeler, Österreich 1990, 74 min


Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick

Montag, 30. November 2009, 19.00
Comic.Film.Helden
Buchpräsentation und Diskussion

Die Erfolgswelle von Comicverfilmungen erzeugt auch immer mehr wissenschaftliches Interesse. Im neu erschienenen Sammelband Comic.Film.Helden analysieren heimische wie internationale Film- und MedienwissenschaftlerInnen verschiedenste HeldInnenkonzepte in aktuellen Hollywood-Adaptionen wie The Dark Knight, Watchmen, The Spirit, Sin City und Pseudo-Comicfilmen à la Hancock. Einen zweiten Schwerpunkt bilden verfilmte autobiographische Comics: Persepolis und American Splendor sowie Anime-Verfilmungen. Die inhaltliche Bandbreite der Beiträge liegt zwischen HeldInnenproblematik, Intermedialität, Ästhetik, Medientheorie und Gender.

Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler
Barbara Eder, Queer-Theoretikerin und Medienwissenschaftlerin
Barbara Kainz, Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin
Günter Krenn, Film- und Medienwissenschaftler
Karin Krichmayr, Journalistin

Barbara Kainz (Hg.), Comic.Film.Helden. Heldenkonzepte und medienwissenschaftliche Analysen. Wien: Löcker 2009

Freitag, 27. November 2009, 19.00
Flatrate - eine neue Verteilungsgerechtigkeit?
Tatort Kulturpolitik #3

Die nachhaltige Veränderung von Kommunikationsstrukturen durch die technische Entwicklung des Internets wird für verschiedene Interessengruppen wirksam, darunter vor allem Content-ProduzentInnen, Content-VerwerterInnen und KonsumentInnen. Zum einen umgehen Konzerne immer öfter Verwertungsgesellschaften und UrheberInnenrechte, zum anderen ist die Verteilungsstruktur der Gelder durch die Verwertungsgesellschaften nach oben orientiert. Zugleich zeichnet sich aber auch ein Paradigmenwechsel ab. Für den Bereich des Content-Austausches im Netz wird schon seit einigen Jahren die Einführung einer Flatrate diskutiert. Wer profitiert von dieser? Welche Probleme und Komplikationen sind von vornherein erwartbar?

Silke von Lewinski, Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, München
Ursula Sedlaczek, Austro Mechana
Felix Stalder, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich/ Institut für Neue Kulturtechnologien, Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien - Fokus

In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich

Donnerstag, 26. November 2009, 19.00
Kritische Strategien im kulturellen Alltag
Buchpräsentationen und Diskussion

Alle Macht der Vorstellungskraft? Im Laufe der vergangenen vierzig Jahre ist Imagination als Grundlage für eine radikale Politik zu einem Klischee geworden. Aber was genau ist radikale Imagination? Was bedeutet es, die Macht der Vorstellungskraft aufzurufen, wenn es scheint, dass sie durch die Macht des Spektakels schon die Macht ergriffen hat? Bleibt noch ein subversives Potential?

Stevphen Shukaitis, Redakteur Autonomedia, University of Essex, UK
Moderaion: Katharina Ludwig, Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin
Stevphen Shukaitis: Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in the Revolutions of Everyday Life. Minor Compositions 2009, an imprint of Autonomedia


Konrad Becker: Strategic Reality Dictionary: Deep Infopolitics and Cultural Intelligence, Autonomedia 2009


Konrad Becker, Jim Fleming (eds.): Critical Strategies in Art and Media: Perspectives of New Cultural Practices, Various Authors, 2010


Veranstaltung in englischer Sprache


Eine Veranstaltung von World-Information Institute in Kooperation mit dem Depot

Mittwoch, 25. November 2009, 19.00
GO EAST ?
Diskussion

Nach dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten fallen in diesen Ländern neben zahlreichen Aktivitäten einige Initiativen im Bereich der Bildenden Kunst wegen ihres qualitativen Anspruchs und der zu erwartenden Nachaltigkeit besonders auf. Wie aber sehen die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für diese engagierten Projekte angesichts der aktuellen Wirschaftskrise aus? Setzt diese der positiven Tendenz ein Ende?

Jaroslaw Lubiak, Chefkurator des Muzeum Sztuki, Lodz
Maria Anna Potocka, Direktorin des Bunkier Sztuki, Krakau
Walter Seidl, Kurator der Kunstsammlung Erste Bank-Gruppe, Wien

Eine Veranstaltung von Die Galerien

Dienstag, 24. November 2009, 19.00
eine von 8
Let’s talk about … SCRIPTS!

Als Frederike endlich einen Termin bei ihrer Frauenärztin bekommt, lautet die Diagnose Brustkrebs. In Österreich erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs. Jährlich werden ca. 5.000 neue Fälle diagnostiziert. Rund 1.700 Frauen verlieren den Kampf. Frederike beschließt, einen Film über sich und ihre Krankheit zu machen. Mit wem soll sie über die Krankheit reden? Was soll sie tun? Frederike ist Schauspielerin mit Engagement am Grazer Schauspielhaus. Gemeinsam mit Sabine Derflinger macht sie sich an die Umsetzung einer Dokumentation über ihre Krankheit.


Sabine Derflinger, Regisseurin und Autorin, eine von 8 (AT 2008)
Constantin Wulff, Filmschaffender, dok.at


Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at

Montag, 23. November 2009, 19.00
Dschihadismus-Materialien
Vortrag und Respondenz

„Dschihadismus“ bezeichnet eine moderne transnationale Strömung, die ihre gewaltsamen Aktionen mit einem sehr spezifischen Islamverständnis legitimiert, das häufig auch gegen andere MuslimInnen gewendet wird. Dschihadistische Ideen werden oft mittels Videos via Internet propagiert. Diese Videos geben einen Einblick in die dschihadistische Welt. Einige dieser Videos werden in der Präsentation analysiert.

Rüdiger Lohlker, Islamwissenschaftler, Universität Wien
Respondenz: Gudrun Harrer, Der Standard

In Kooperation mit dem Facultas Verlag

Samstag, 21. November 2009, 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 2

11.00 Panel: Un/Freiheiten in neoliberalen Verhältnissen
Impulsreferate: Luzenir Caixeta, Philosophin, feministische Theologin, Linz
Christine Klapeer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Birge Krondorfer, Philosophin, Wien

14.30 Panel: „Befreiungsbewegungen“ – historisch und gegenwärtig
Impulsreferate: Claudia Brunner, Politikwissenschaftlerin, Berlin/Wien
Irene Bandhauer-Schöffmann, Historikerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin, Historikerin, Wien

17.00 Plenardiskussion: „Sex“ und „Befreit-Sein“?
Kurzinputs: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Wien
Barbara Eder, Medienwissenschaftlerin, Wien/Berlin
Gudrun Hauer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Karin Rick, Schriftstellerin, Wien
Lila Tipp, Lesbenberatung, Wien


Moderationen: Nina Arzberger, Psychologin, Psychotherapeutin, Wien
Sabine Prokop, Kulturwissenschaftlerin, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Freitag, 20. November 2009, 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 1

Welche Konzepte, Bilder, Diskurse, Aktions- und Organisationsformen zur Befreiung haben sich historisch durchgesetzt, und was bedeutet dies in geschlechterkritischer Perspektive? An welche Entwürfe von Befreiung knüpfen Frauenbewegungen an? Inwieweit sind neoliberale Freiheitsversprechen nur „Theater“ mit vielen negativen Effekten „hinter der Bühne“? Und wo stehen wir – theoretisch und praktisch – im strittigen Feld des sexuellen Befreit-Seins?

Vortrag: Zum Verhältnis von Freiheit, Subjektivierung und Selbstpräkarisierung
Isabell Lorey, Politologin, Berlin/Wien
Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer
Wissenschafterinnen, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Donnerstag, 19. November 2009, 19.00
Kulturelle Bildung als gesellschaftliches Projekt
Vortrag und Respondenz

Kulturelle Bildung ist ein Eckpfeiler der allgemeinen Erwachsenenbildung. In den letzten Jahrzehnten gelang es, gesellschaftliche Herausforderungen wie Medienkompetenz, kulturelle Veränderung durch Migration und demografischen Wandel in den Aufgabenbereich kultureller Bildung aufzunehmen. Dennoch findet sie im bildungspolitischen Diskurs bislang wenig Berücksichtigung. Anhand ausgewählter Beispiele und Problemstellungen wird kulturelle Bildung als Entwicklungsfeld des lebenslangen Lernens und als Projekt für eine humanere Gesellschaft analysiert.

Richard Stang, Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule der Medien, Stuttgart
Respondenz: Marion Thuswald, Akademie der bildenden Künste, Wien

In Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung

Mittwoch, 18. November 2009, 19.00
Bolivien – Gespaltenene Gesellschaft?
kinokis mikrokino #166

Die Wiederwahl Evo Morales’, des ersten indigenen Präsidenten Lateinamerikas, scheint wahrscheinlich. Ob es seiner Regierung auch gelingen wird, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Kräfte zu integrieren, ist allerdings mehr als ungewiss. Die beiden Videos von Ismael Saavedra – in den 70er-Jahren Mitglied der Filmgruppe UKAMAU, inhaftiert und exiliert während der Militärdiktatur – erzählen vom Aufstieg der sozialen Bewegungen seit 2000. Sie gehen auch der Frage nach, welchen Beitrag die indigenen Traditionen Boliviens zur Überwindung des neoliberalen Gesellschaftsmodells heute leisten können.

Anschließend Gespräch mit:
Almut Schilling-Vacaflor, Soziologin, Universität Wien
Eva Simmler, Filmemacherin, Kunsthistorikerin, kinoki

Jiwasa (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 66 Min., OmeU
3000 (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 64 Min., OmeU

Freitag, 13. November 2009, 19.00
Über Geschlechterdemokratie hinaus
Buchpräsentation

Die Beiträge des Tagungsbandes Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie, Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu überschreiten. Diese Auseinandersetzung geschieht sowohl auf begrifflich-theoretischer also auch auf empirisch-sozialwissenschaftlicher Ebene.

Hanna Hacker, Soziologin, Universität Wien
Utta Isop, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Kirstin Mertlitsch, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt

Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop, Kirstin Mertlitsch (Hg): Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy.
Klagenfurt: Drava 2009

Mittwoch, 11. November 2009, 19.00
Holocausterinnerung in Ungarn
Vortrag

Ungarn muss sich heute nicht nur mit der Beteiligung am Holocaust, sondern gleich mit drei verschiedenen „rechtsdiktatorischen Vergangenheiten“ auseinandersetzen: mit der autoritär-konservativen Regierung unter Miklós Horthy, den faschistischen Pfeilkreuzlern unter Ferenc Szálasi und mit der Okkupation durch das Dritte Reich. Die nach 1945 begonnene Auseindersetzung mit dem Holocaust wurde nach einer demokratischen Übergangsphase von 1945 bis 1948 durch eine neuerliche Diktaturerfahrung im Kommunismus gebrochen. Die Komplexität des Themas schlägt sich heute in der Konkurrenz von Erinnerungen und miteinander verwobenen Täter- und Opferdiskursen nieder. Anhand der beiden Museen „Haus des Terrors“ und „Holocaust-Dokumentationszentrum“ wird aktuellen Tendenzen in der ungarischen Debatte nachgegangen.

Regina Fritz, Historikerin, Wien/Budapest

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Donnerstag, 05. November 2009, 19.00
Gentrifizierung durch künstlerische Interventionen?
Die Kunst mit der Stadt, Teil 1

Zuerst die Kunst, dann die Revitalisierung, dann die Verdrängung. Auf dieser einfachen Formel beruht oftmals die Kritik an kunstinduzierten Aufwertungsprozessen eines Stadtgebietes. Doch stimmt dieser Befund auch im Detail? Wer profitiert wovon im Zuge städtischer Aufwertungsprozesse, wer gestaltet sie und welche Rolle kommt der Kultur- und Stadtentwicklungspolitik dabei zu?

Shams Asadi, Stadtplanerin, Magistrat Wien - Stadtentwicklung und Stadplanung
Sabine Knierbein, TU Wien, Arbeitsbereich Stadtkultur und öffentlicher Raum (SKuOR)
Wolfgang Schneider, Künstler, Projekte im öffentlichen Raum
Johannes Suitner, Studierender der Studienrichtung Raumplanung , TU Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS

Eine Veranstaltung von FOKUS- Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien in Kooperation mit dem Depot

Mittwoch, 04. November 2009, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe des Bündnisses gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Menasse, Schriftsteller

Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19.00
Soziokultur: Ein Konzept im Wandel
Vortrag

Seit den 70er Jahren steht Soziokultur für eine gesellschaftspolitisch engagierte Kulturarbeit, die durch aktive Teilhabe von BürgerInnen neue Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnet. Sozio kultur knüpft an die Lebenswelt von Zielgruppen an, orientiert sich an Problemlagen in Stadtteilen oder Regionen, sucht produktive Verbindungen zwischen Kunst und Alltag. Wie hat sich das Konzept der Soziokultur in den letzten Jahrzehnten gewandelt, was kann über die Rahmenbedingungen, Fördermodelle und aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Soziokultur gesagt werden?

Bernd Wagner, Kulturpolitische Gesellschaft, Bonn
Respondenz: Wofgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke, Wien

In Kooperation mit der IG Kultur Österreich und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 28. Oktober 2009, 19.00
Das ABC des Kinos
Buchpräsentation

Das Buchprojekt Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien von Winfried Pauleit enthält ein Theoriehörbuch auf CD und zehn künstlerisch gestaltete Hefte, die in zehn Schritten die theoretischen Grundlagen des Kinos darlegen. Hier treffen sich Gedanken zur Post-Kinematografie, zu Kracauers Fotografie- Aufsatz, zu Kino und Schule, zu Cyborgs und Kino, zur Film- und Theoriearbeit von Laura Mulvey und Peter Wollen, zu Tom Tykwer Geschichtsarbeit und zum Motiv des Kartenspiels.

Michael Loebenstein, Autor, Filmhistoriker, Filmmuseum Wien
Winfried Pauleit, Kunst-und Kulturwissenschafter, Universität Bremen
Moderation: Marc Ries, Medien- und Kulturtheoretiker, Wien

Winfried Pauleit (Hg): Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien. 10 Hefte. Frankfurt: Stroemfeld Verlag 2008

Dienstag, 27. Oktober 2009, 19.00
Das weiße Band
Let’s talk about … Scripts!

Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Erzählt wird die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors, seiner kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an.


Stefan Grissemann, Filmkritiker, Kulturresortleiter, profil
Michael Haneke, Regisseur und Autor, Das weiße Band (D/F/AT/I 2009)


Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.00
Wie sind die extremen Rechten zu stoppen?
Diskussion

Die Beispiele Ungarns und Italiens zeigen, wie unmittelbar die Bedrohung durch Rechte und rechtsextreme Parteien in Europa ist. Auch in Österreich sehen sich AntifaschistInnen mit der dringlichen Aufgabe konfrontiert, den Aufstieg der extremen Rechten aufzuhalten und effektive Gegenstrategien zu entwickeln.

Alex Callinicos, Kings College, London
Matija Medenica, sozialistischer Aktivist, Belgrad
Manfred Ecker, Linkswende, Wien

Eine Veranstaltung der Linkswende zur Eröffnung des Kongresses „Marx is muss“

Mittwoch, 21. Oktober 2009, 19.00
Filme der Spanischen Republik
kinokis mikrokino #165

Die erste Reportage über den spanischen Bürgerkrieg Reportaje del Movimiento Revolucionario en Barcelona wurde 1936 gedreht. Im selben Jahr entstanden, zeigen Bajo el signo libertario das Leben in einem Dorf nach der Verstaatlichung der Landwirtschaft und La defensa de Madrid die letzten Tage der Belagerung von Madrid. Die Bebilderung des Kampfes um Spanien aus faschistischer Sicht illustriert ein Ausschnitt aus Helden in Spanien, eine filmischen Co-Produktion der Franquisten mit Nazi-Deutschland, gedreht 1938/39. Alain Resnais’ und Robert Hessens Filmessay Guernica aus dem Jahr 1950 meditiert, ausgehend vom gleichnamigen Bild Picassos, über das Verhältnis von künstlerischer Arbeit und Geschichte.

Anschließend Gespräch mit:
Josef Eisenbauer, Freiwilliger im spanischen Bürgerkrieg
Thomas Tode, Filmemacher und -historiker, Hamburg

Dienstag, 20. Oktober 2009, 19.00
Wer macht Bezirkskultur?
Auftakt zur IGKW-Reihe „Kultur?“

Auf Stadt- und Bezirksebene versucht die IG Kultur Wien, die Schaffung und den Erhalt von Freiräumen für unabhängige Kulturarbeit zu ermöglichen. Auch das Wiener Volksbildungswerk will sich unter dem Namen Basis.Kultur.Wien verstärkt der Basiskulturarbeit widmen, ebenso die Wiener Bezirksfestwochen, die als Wir sind Wien – Festival der Bezirke einen neuen Anstrich erhielten. Zusätzlich sind die Bezirksvorstehungen für die Vergabe von Fördermitteln für Bezirkskultur maßgeblich verantwortlich.Welche Konzepte werden auf Bezirksebene verfolgt?

Martin Just, Obmann, IG Kultur Wien
Florian Maute, Kulturkommissionsvorsitzender-Stellvertreter und Kultursprecher, ÖVP Josefstadt
Madeleine Reiser, Kulturkommissionsvorsitzende und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, Die Grünen Neubau
Inge Zankl, Gemeinderätin, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft, SPÖ
Anita Zemlyak, Geschäftsführende Generalsekretärin, Basis.Kultur.Wien

In Kooperation mit der IG Kultur Wien

Montag, 19. Oktober 2009, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Filmvorführung und Gespräch

Mit ihrem Forschungsprojekt Gehörlose ÖsterreicherInnen im Nationalsozialismus hat sich Verena Krausneker u. a. mit der Frage beschäftigt, wie heute gehörlose Jugendliche vor dem rechten Rand bewahrt werden können. Anhand des Beispiels einer Sprache, die nicht der Norm entspricht, von vielen nicht einmal als eigene Sprache wahrgenommen wird, wird ergründet, welche sprachlichen Strategien gegen den Rechtsruck entwickelt werden können und müssen.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Verena Krausneker, Sprachwissenschaftlerin

Gerhörlose Österreicherinnen und Österreicher im Nationalsozialismus. 8 Kurzfilme in Österreichischer Gebärdensprache mit deutschen Untertiteln. Verena Krausneker und Katharina Schalber. Erzählerin: Astrid Weidinger. Gesamtlänge 220 Min., A 2009

Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.

In Kooperation mit dem Bündnis gegen den Rechtsruck

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 19.00
Die paradoxe Deutschlandpolitik Salazars
Vortrag

Von 1932 bis 1968 stand António de Oliveira Salazar an der Spitze der Militärjunta in Portugal. Um sich vom traditionellen Bündnispartner Großbritannien zu lösen, näherte sich das Regime ab Mitte der 1930er dem Dritten Reich an, ohne gänzlich mit Großbritannien zu brechen. Das letzte Kapitel dieses außenpolitischen Drahtseilaktes bildete die stillschweigende Unterstützung portugiesischer Behörden, als sich die SS während der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Ungarns den Manfred-Weiss-Konzern aneignete, im Gegenzug aber die Familie der jüdischen EigentümerInnen ins neutrale Portugal ausreisen ließ.

António Louçã, Historiker, Lissabon


In Kooperation mit dem Gedenkdienst im Rahmen der Präsentation der aktuellen Ausgabe der Theresienstädter Studien und Dokumente – TSD – durch die Mitherausgeberin Anna Hájková

Dienstag, 13. Oktober 2009, 19.30
Abschiebepraxis in Österreich
Vortrag und Diskussion

Schubhaft ist die einzige Haft die ohne eine vorausgegangene Straftat verhängt wird. Die sogenannten Schubhäftlinge müssen für jeden Tag ihrer Freiheitsberaubung bezahlen. Was sich hinter den verschlossenen Türen der Schubhaft abspielt, ist den meisten unbekannt, denn der Zugang zu Informationen sowie auch der Zutritt zu den Polizeianhaltezentren sind eingeschränkt. Wie lange kann jemand für seinen illegalen Aufenthalt eingesperrt werden? Wie sieht der Alltag in der Schubhaft aus und wie geht eine Abschiebung vor sich? Warum riskieren immer wieder Schubhäftlinge ihr Leben durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme?

Lukas Gahleitner, noborder
Verena Roschger, noborder

Eine Veranstaltung von noborder in Kooperation mit der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung

Montag, 12. Oktober 2009, 19.00
Nature Morte
Buchbesprechung

Wie kann eine künstlerische Arbeit dokumentiert werden, ohne dass diese dabei reproduziert wird? Die fotografische Dokumentation Nature Morte versucht, ausgehend von diesem Gedanken, Details aus künstlerischen Archiven als Stillleben zu inszenieren, über das eigentlich Künstlerische aber nichts zu verraten. Das Archiv selbst ist künstlerische Arbeit.

Florian Bettel, Kulturwissenschaftler
Gabriele Jurjevec-Koller, Direktorin, Bibliothek der Universität für angewandte Kunst Tatia Skhirtladze, Künstlerin


Jessica Beebone, Florian Bettel (Hg): Tatia Skhirtladze, Nature Morte. Dutch Art Institute: 2009

Freitag, 09. Oktober 2009, 19.00
Nollywood! – Nigerianisches Filmschaffen
Vortrag

Wer weiß, dass Nigeria die drittgrößte Video- und Filmindustrie der Welt aufweist, und dass sie wahrscheinlich die zweitgrößte Industrie in Nigeria gleich nach der Erdölförderung ist? Nollywood – so der Name des nigerianischen Pendents zu Holly- und Bollywood – stellt durch seine Vielfalt, sowohl der Erzählweisen als auch der Themen und durch die teilweise mangelnde technische Qualität europäische Sehgewohnheiten auf eine harte Probe. Der außergewöhnliche Erfolg dieser Produktionen, die ohne jegliche Filmförderung entstehen, liefert auch auf der theoretischen Ebene eine Herausforderung an gewohnte Positionen bezüglich der sogenannten „Dritten Welt“.

Julien Enoka Ayemba, Filmwissenschaftler und Kritiker, Berlin
Martin Goessler, freischaffender Filmemacher, Diplomand, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien

Eine Veranstaltung im Rahmen von About Africa – Afrika im Film. Filmhaus Kino, 14. bis 21. Oktober 2009

Mittwoch, 07. Oktober 2009, 19.00
„Was damals Recht war …“
kinokis mikrokino #164

Joža Kuhar, ein Kärntner Slowene, erhält für seine „Tapferkeit“ an der Front drei Wochen Urlaub. Auf seiner Heimreise wird er Zeuge des brutalen Umgangs fanatischer Nazis mit einer slowenischen Bäuerin. Zurück in seinem Dorf muss er erfahren, dass seine Familie vertrieben wurde und fremde Menschen in seinem Elternhaus wohnen. Um nicht länger für Hitler kämpfen zu müssen, desertiert er und schließt sich der Partisanenbewegung an. Der Film Vrnitev / Die Rückkehr entrollt ein Panorama des Kärntner Deutschnationalismus von der Zwischenkriegszeit über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart.

Anschließend Gespräch mit:
Elena Messner, Literaturwissenschaftlerin
Peter Pirker, Verein Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz
Moderation: Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin, kinoki

Vrnitev / Die Rückkehr (SLO 1976), Regie: Anton Tomašic, Buch: Janko Messner, 59 Min., slowenisch / deutsch

1977 erhielt der Film auf dem Filmfestival „Das goldene Prag / Zlata Praha“ den Preis für das beste Drehbuch. Der Drehbuchautor, der Kärntner Slowene Janko Messner, er wurde 1945 von der SS schwer verletzt, gab aus Protest darüber, dass der ORF trotz mehrmaliger Ersuchen zahlreicher Organisationen und Kulturschaffender bis heute den Film nicht österreichweit ausgestrahlt hat, 2006 das Ehrenkreuz der Republik Österreich zurück.

In Kooperation mit der Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht im Theater Nestroyhof Hamakom vom 1. September bis 15. Oktober 2009


Dienstag, 30. Juni 2009, 19.00
Umelec – Kunstszene Wien / Österreich
Zeitschriftenpräsentation

In der aktuellen Ausgabe von Ume¢ lec, einer internationalen Zeitschrift für zeitgenössische Kunst, werfen heimische wie internationale Kunst- und Kulturschaffende einen Blick auf österreichische Kulturpolitik, die Kunstszene und ihre AgentInnen. Darüber hinaus versammelt die Ausgabe Artikel zum hiesigen Kunstmarkt und widmet sich unter anderem der Kunst im öffentlichen Raum und dem Aktivismus. Die Kunstzeitschrift Ume¢ lec erscheint in vier Sprachen und veröffentlicht regelmäßig Ausgaben mit Länderschwerpunkten, die sich mit dem jeweiligen Kunstgeschehen und seinen AkteurInnen auseinander setzen.

Alena Boika, Chefredakteurin Ume¢ lec Prag
Herwig G. Höller, Journalist, springerin, Wien
Michaela Konrad, Künstlerin, Wien
Elisabeth Mayerhofer, FOKUS
Bert Podkowa, Redaktuer Ume¢ lec Berlin
Ursula Maria Probst, Kuratorin und Kunstkritikerin, Wien

Umelec – Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Kultur – Prag – Berlin – London

Veranstaltung in englischer Sprache

Montag, 29. Juni 2009, 19.00
Kleine Fische
Let's talk about... SCRIPTS!

Im globalisierten Warenverkehr ist ein kleiner Fischladen keine gute Anlage für die Hoffnungen und Mühen der ungleichen Brüder Kurt und Martin - aber eine Chance, ihre Beziehung auf eine neue Basis zu stellen. „Kleine Fische“ erzählt die Geschichte der grundverschiedenen Brüder: Zögerlicher Nesthocker der eine, rebellischer Ausreißer der andere, reiben sie sich im Streit um den kleinen Fischladen im Familienbesitz. Martin will das Geschäft zu einem modernen, ökologisch bedachten Unternehmen umformen, engagiert sich in der Globalisierungskritik - nicht zuletzt, um damit der Studentin Karin zu imponieren. Sein Bruder Kurt findet an den Weltverbesserungsideen wenig Interesse, umso mehr aber an Karin.


Marco Antoniazzi, Regisseur und Drehbuchautor und Gregor Stadlober, Drehbuchautor im Gepräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum

Kleine Fische (A 2009), Regie: Marco Antoniazzi, Drehbuch: Marco Antoniazzi, Gregor Stadlober, Novotny & Novotny Filmproduktion

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot

Donnerstag, 25. Juni 2009, 19.00
Ozeanien. Geschichte und Gesellschaft
Buchpräsentation

Ozeanien ist spätestens seit der Klimadebatte in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Das Verschwinden ganzer Inselstaaten droht, nachdem ein weltweiter Anstieg des Meersspiegels immer wahrscheinlicher wird. Dies verursacht bereits jetzt in den insularen Gesellschaften soziale und politische Verwerfungen. Mittels eines multiperspektivischen Zugangs werden Ursachen gegenwärtiger Probleme, die fragile politische Situation nach Umsturzversuchen in manchen melanesischen Staaten sowie die Perspektiven der Kleinstaaten im regionalen Verbund untersucht.

Hermann Mückler, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Ingfrid Schütz-Müller, Institut für Politologie, Universität Wien
Moderation: Hannes Hofbauer, Promedia Verlag

Mückler/Ortmayr/Werber (Hg): Ozeanien. 18. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft. Wien, Promedia 2009

Mittwoch, 24. Juni 2009, 19.00
Gangster Girls
Let's talk about... SCRIPTS!

Im einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und Liebessehnsucht, Wuzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren fernen Kindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins Frauengefängnis gebracht werden. Was brachte sie hinter Gitter und was macht das Gefängnis mit ihnen? Die Antworten, die die jungen Frauen improvisierend auf der Bühne präsentieren, sind oft ganz andere, als diejenigen, die sie in intensiven Interview-Tableaus geben. So entsteht ein vielschichtiges, von den Gefangenen selbst gezeichnetes Bild des sozialen Raumes Gefängnis.

Tina Leisch, Regisseurin,
im Gepräch mit Constantin Wulff

Gangster Girls (A 2008) Regie: Tina Leisch, Produktion: Ursula Wolschlager

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at und Depot

Montag, 22. Juni 2009, 19.00
Ökonomische Entwicklung und Krieg im Irak
Vortrag und Diskussion

Die wirtschaftliche Entwicklung des Irak, beeinflusst durch die Folgen des Baathismus, des Embargos der 1990er-Jahre und der politischen Instabilität nach 2003, steht selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der irakische Ökonom Kadhim Habib widmet sich den Fragen der politischen Ökonomie des Irak unter Auslotung der Möglichkeiten und Grenzen eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus unter den gegebenen Rahmenbedingungen.

Kadhim Habib, Ökonom, Verein für angewandte Konfliktforschung e. V. , Berlin
Moderation: Thomas Schmidinger, LeEZA - Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit

In Kooperation mit LeEZA und bayt al-Iraq - Irakisches Haus

Freitag, 19. Juni 2009, 19.00
Sammeln – eine Kunst
Gespräch

Private Sammlungen genießen immer öfter das öffentliche Inter esse und mediale Aufmerksamkeit. So gilt die Sammlung der Generali Foundation in Wien etwa, als eine der weltweit stringentesten zu konzeptionellen Kunstpositionen. Auch die TBA 21, die insbesondere die Produktion neuer, künstlerischer Projekte unterstützt, bekommt internationale Beachtung. Haben diese privaten Initiativen mittlerweile die Vorbildfunktionen für die Positionierung öffentlicher Kunstsammlungen übernommen?

Sabine Breitwieser, Kuratorin und Gründungsdirektorin der Generali Foundation, Wien
Beatrix Ruf, Kuratorin Sammlung Ringier und Direktorin Kunsthalle Zürich
Daniela Zyman, Chefkuratorin, Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien
Moderation: Sabeth Buchmann, Kunsttheoretikerin und -kritikerin, Professorin an der Akademie der bildenden Künste, Wien

Eine Veranstaltung von die Galerien

Donnerstag, 18. Juni 2009, 19.00
Bildung - Kunst - Politik
Vortrag und Respondenz

Politische Strategien in Kunst und Bildung der Moderne haben gemeinsam, dass sie sich – als Teil ihrer Freiheit – gegen die bestehenden Verhältnisse entscheiden und in den Dienst einer Sache stellen konnten. „Im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft“ ergibt sich also eine politische und theoretische Schnittstelle von Kunst und Bildung. Wie kann eine zeitgenössische Kunstvermittlung gedacht werden, der es um eine Sache geht, für die es sich zu entscheiden gilt, ohne bereits vorwegnehmen zu können, was diese genau ist?

Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, schnittpunkt
Respondenz: Ingo Lauggas, Kulturwissenschafter

In Kooperation mit dem Verband Österreichischer Volkshochschulen

Montag, 15. Juni 2009, 19.00
Bilder der Krise – Krise der Bilder
kinokis mikrokino #163

"Wir zahlen Eure Krise nicht!" lautete das Motto des europaweiten Frühlingsspaziergangs gegen die scheinbar selbstverständliche Umverteilung von gesellschaftlichem Vermögen an das kriselnde Finanzsytem. Kontrolle und Regulierung der Finanzmärkte, Schließung von Steueroasen und staatliche Unterstützungen sollen die Rückkehr zum kapitalistischen Normalbetrieb gewährleisten. Doch dieser „Normalbetrieb“ erweist sich für die Mehrheit der Weltbevölkerung auch ohne Krise als unhaltbarer Ausnahmezustand. Können visuelle Strategien zum Verständnis komplexer ökonomischer Verhältnisse beitragen?

Moderation: Peter Grabher, kinoki

Mittwoch, 10. Juni 2009, 19.00
Bevölkerungspolitik im Nationalsozialismus
Vortrag und Diskussion

Die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches war als „rassische Aufwertung des Volkskörpers“ angelegt. Etwa ein Viertel der ReichsbürgerInnen galt den NS-Machthabern als „minderwertig“ und sollte sich möglichst nicht fortpflanzen. Die als „wertvolles Menschenmaterial“ Klassifizierten wurden dagegen durch Vergünstigungen aber auch durch strenge Ahndung von Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen dazu angehalten, die germanische Kopfzahl zu erhöhen. Wie lassen sich Langzeitfolgen dieser Politik analysieren?

Christian Fiala, Arzt, Museum für Verhütung und Schwangerschafts- abbruch
Susanne Krejsa, Journalistin, Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 09. Juni 2009, 19.00
Utopie als Werkzeug in der Kunst
Vortrag

Um die Frage nach den Bedingungen, unter denen das „Ereignis der Kunst“ möglich wird, zu beantworten werden Potentiale und Grenzen des Kunst-Werks erforscht. Als sein spezifisches Vermögen wird oft die Hinterfragung bestehender Ordnungen gesehen. Das Ereignis des Kunst-Werks wird dabei als eine beständige Bearbeitung des status quo, die ein verändertes Verständnis von Utopie verlangt, verstanden. Die Arbeit an einer immanenten Utopie wird durch Forderungen und Anliegen der Do-it-Yourself-Bewegung und ihrer KünstlerInnen verdeutlicht.

Andrea Wald, fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Wien

In Kooperation mit der Reihe „Utopie als Werkzeug in Politik, Kultur und Religion“ IWK

Montag, 08. Juni 2009, 19.00
Representing History. Case study – Perestroyka
Filmscreening und Gespräch

Mit ihrer Arbeit reflektiert die KünstlerInnengruppe Chto Delat? politische Theorie, Kunst und Aktivismus und setzt sich mit der gleichnamigen englisch-russischen Zeitschrift das Ziel einer Repolitisierung der russischen Kultur. Der Film Chronicles of Perestroyka basiert auf Dokumentationen aus den Jahren 1987 bis 1991 und zeigt die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Perestroika in St. Petersburg. Das Projekt Perestroyka-Song spiel.
The Victory over the Coup handelt von einer Schlüsselepisode während der Perestroika in der Sowjetunion.

Olga Egorova, Chto Delat?, St. Petersburg
Dmitry Vilensky, Chto Delat?, St. Petersburg
Moderation: Lisa Bolyos, Kollektiv Annegang


Veranstaltung in englischer Sprache

Freitag, 05. Juni 2009, 19.00
Konsensbildung?
Präsentation und Diskussion

Wie haben sich Proteste der Studierenden, Lehrenden oder KulturarbeiterInen im Zeitalter des Postfordismus und der Globalisierung verändert? Konnten sich neue Formen des Widerstands erfolgreich der Ausdifferenzierung von Arbeitsregimen und der Kommodifizierung von Bildung widersetzen? In einem zweitägigen Workshop mit Silvia Federici und George Caffentzis wurden Möglichkeiten einer antikapitalistischen Redefinierung der "akademischem Freiheit" erörtert. Die Ergebnisse des Workshops stehen zur Diskussion.

Silvia Federici und George Caffentzis, MitbegründerInnen des Committee for Academic Freedom in Africa, Mitglieder des Midnight Notes Collective und des Edu-Factory Collective, USA

Eine Kooperation von edu-meltdown und Studierenden der Akademie der bildenden Künste

Mittwoch, 03. Juni 2009, 19.00
Wirtschaftszweig Migration
Impulsreferate und Diskussion

Migration ist seit vielen Jahren Gegenstand von Regulierungsversuchen, die komplexe und unübersichtliche gesetzliche Bestimmungen und Kontrollmechanismen mit sich bringen. Der EU-Arbeitsmarkt etabliert sich als Handlungsfeld migrationspolitischer Maßnahmen mit deren Ausführung allerdings meist Private beauftragt werden. Ein wachsender Wirtschaftszweig aus Dienstleistungsbetrieben, wie die European Homecare, ist die Folge. Die konkreten Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von MigrantInnen sind zu klären.

Impulsreferate:
Bettina Haidinger, FORBA Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, Wien
Katrin McGauran, Mitarbeiterin von Statewatch, Amsterdam
Vassilis Tsianos, Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, Universität Hamburg

Moderation: Beat Weber, BEIGEWUM, Wien

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Minderheiten und dem Institut für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 28. Mai 2009, 19.00
Der ästhetisierte Alltag
Vortrag und Respondenz

Schöner Leben ohne zu denken? Versprechen des Ästhetischen mit dem Prinzip des lebenslangen Lernens in Verbindung zu bringen, bedeutet im Feld der Alltagskulturen eine Verdoppelung der Realität: Wir alle lernen quasi automatisch ein Leben lang, uns in Produktkulturen mit ihren funktionalen und ästhetischen Anforderungen einzupassen. Heute käme es darauf an, die unbewusste Vereinnahmung zu erkennen und das unauflöslich enge Verhältnis, das sich zwischen uns und den beeindruckenden Produkten entwickelt hat, zu verstehen.

Gerd Selle, Kunstpädagoge und Kunsttheoretiker, München

Respondenz: Elfie Miklautz, Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung, WU Wien

Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung und der Akademie der bildenden Künste, Wien

Mittwoch, 27. Mai 2009, 19.00
Mehr Rassismus als geglaubt?
ZARA-Talk

Eine EU-weit durchgeführte Umfrage der Europäischen Agentur für Grundrechte in Wien zeigt, dass das Ausmaß rassistischer Diskriminierungen, Belästigungen und rassistisch motivierter Gewalt weitaus größer ist, als dies offizielle Statistiken suggerieren. In Österreich wurde die Lage von TürkInnen und Ex-JugoslawInnen untersucht. Vor allem fehlt das Vertrauen in Mechanismen des Opferschutzes: 12 Prozent der Befragten wurden in den vergangenen 12 Monaten Opfer eines rassistisch motivierten Verbrechens, jedoch 80 Prozent der Betroffenen meldeten dies nicht bei der Polizei.

Joanna Goodey, Frau - EU Agentur für Grundrechte
Alexander Osman, Muslimischen Jugend Österreichs
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at 

Dienstag, 26. Mai 2009, 19.00
Kunst-Netz-Werke
Podiumsdiskussion

Die Suche nach Kunstkritik im Internet leitet bald zu Projekten und Initiativen, die dieses Medium sowohl zur Repräsentation als auch zu mehr oder weniger subversiven Vernetzungen nützen. Dabei verschwinden die Grenzen zwischen künstlerischer Intervention, Inszenierung, NetzKunst und Kunstkritik. Konventionelle Kunstkritik hingegen wird man vergebens suchen.

Doris Steinbichler, sonance.artistic.network
Alex Nikolic, eroticunion.org
Franz Thalmair, CONT3xt.net
Moderation: Sonja Bettel, Wissenschaftsjournalistin Ö1


Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft

Montag, 25. Mai 2009, 19.00
7915 KM
Let’s talk about … SCRIPTS!

7915 KM trennen Paris und Dakar – diese Strecke legten die TeilnehmerInnen der größten Wüstenrallye zurück. Entlang dieser Route geht der Film auf die Suche nach der vielfältigen Gegenwart Afrikas und führt durch Marokko, die Republik Sahara, Mauretanien, Mali und Senegal. Der Titel steht aber auch für die Distanz, die zwischen Europa und Afrika durch politische sowie wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen wird. Ohne die ernüchternde Realität aus den Augen zu verlieren, entsteht eine Hommage an Menschlichkeit und Langsamkeit, die eingefahrene Wahrnehmungen in Frage stellt und viele vermeintlich afrikanische Probleme auf uns selbst zurückwirft.

Maria Arlamovsky, Drehbuchautorin
Nikolaus Geyrhalter, Regisseur, Drehbuchautor
Wolfgang Widerhofer, Drehbuchautor, Cutter
im Gespräch mit Constantin Wulff, Filmschaffender, Publizist und Kurator


7915 KM (A 2008), Regie: N. Geyrhalter, Buch: Maria Arlamovsky, Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer; Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion


Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at

Freitag, 22. Mai 2009, 12.00 - 19.00
Ästhetiken der Differenz
Workshop Bildpolitik

Bildpolitik kündigt die Vorstellung politischer Inhalte auf. Sie bringt Relationen ins Spiel: zwischen Sinnen und Medien, zwischen Gegenwart und Geschichte, zwischen Leinwand und ZuschauerInnen, zwischen Ästhetik und Politik. Das Bild wird zu einer Form, die denkt, die sich mit Zeit auflädt, die zum Handeln animiert, die von Gleichheit statt von Kampf spricht. Bildpolitik praktiziert eine Ästhetik, die Konstellationen herstellt und deutet, die Differenzen forciert und Unterscheidungsvermögen schult. Ein Prozess, der andauert und ins Außen führt.

12:00 Begrüssung
12:15 Wolfgang Beilenhoff: Massenbilder und Massenmedium Film.
Joachim Schätz: “Not in the middle, please! Out in the suburbs!“Inszenierte Gemeinschaft bei Preston Sturges
14:00 Pause
14:30 Tanja Wittmann: Bilder als zirkulierende Dinge, Waren
15:30 Pause
16:00 Gudrun Lena Stölzl: Blick trifft Geschichte. Dialektische Bilder im Film
Hito Steyerl: Ein Zeuge ist kein Zeuge

Moderation: Elisabeth Büttner, Melanie Letschnig, Petra Löffler

Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien. Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at

Mittwoch, 20. Mai 2009, 19.00
unvermittelt – zwischen Kunst und Vermittlung
Vortrag und Diskussion

/unvermittelt nennt sich eine Arbeitsgemeinschaft der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin. 2008 wurde eine gleichnamige Kampagne gestartet, mit dem Ziel Werbestrategien für die Vermittlung eines Arbeitsbegriffs jenseits von Überarbeitung und Mangel zu entwickeln und anzuwenden. „Warum sollten wir als KünstlerInnen nicht Strategien genau aus dem Feld ent lehnen, das wir als verantwortlich für unsere Misere erachten?“ Nun soll die Übertragbarkeit dieser Kampagne in den Wiener Kontext überlegt werden.

Uli Ertl, /unvermittelt
Rut Waldeyer, /unvermittelt

In Kooperation mit SOHO IN OTTAKRING 2009: arbeiten oder nicht arbeiten / to work or not to work (16.– 30. Mai)

Dienstag, 19. Mai 2009, 19.00
Back Talk- Strategien gegen rechts
Gespräch

Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Heribert Schiedel, Dokumentationsachiv des österreichsichen Widerstandes

Montag, 18. Mai 2009, 19.00
ÖH-Wahlen
Podium

Zwischen 26. und 28. Mai sind die Studierenden wieder aufgerufen, ihre Studien- und Universitätsvertretung zu wählen. Erstmals auch über E-Voting, worüber sich die Begeisterung allerdings in Grenzen hält. Auch sonst will kein Beifall über die hochschulpolitischen Maßnahmen aufkommen. Die vorgesehenen Zugangsbeschränkungen zum Masterstudium, die nur über Ausnahmeregelungen vollzogene Abschaffung der Studiengebühren und vieles mehr gaben Anlass zur Kritik. Was wollen die Fraktionen verändern und wie viel Einfluss auf die Politik hat die ÖH überhaupt?

Samir Al-Mobayyed, AG Aktiongemeinschaft
Alegra-Isabel Raising, JULIs, Junge Liberale
Sigi Maurer, GRAS Grüne & Alternative StudentInnen
Sophie Wollner, VSStÖ Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs
Julia Wukovits, KSV Kommunistischer StudentInneverband
FLÖ, Unabhängige Fachschaftslisten Österreich
Moderation: Christoph Schwarz, Innenpolitik Die Presse

Samstag, 16. Mai 2009, 19.00
Siehst du, was die Leute wollen?
kinoki mikrokino #162

In den 1960ern und 1970ern entwickelte sich in Brasilien eine überraschende und selbständige Variante des sogenannten 3. Kinos. Die FilmarbeiterInnen des Cine Novo versuchten gemeinsam mit dem Theater der Unterdrückten und den populären Kulturzentren des Landes das Verhältnis zwischen Form und Inhalt politischer Kunst im Zeitalter der Militärdiktatur neu zu bestimmen. Besondere Aktualität gewinnt dieses Projekt nicht zuletzt durch den Umstand, dass mit Gilberto Gil ein bedeutender Aktivist des Cine Novo bis 2008 Kulturminister der Regierung Lula war.


Vortrag und Kommentar zu ausgewählten Filmausschnitten:
Rodrigo Nunes, Philosoph, Politikwissenschafter, University of East, London


Vortrag in englischer Sprache

Freitag, 15. Mai 2009, 9.00 - 19.00
Ästhetiken des Imperfekten
Workshop Bildstörung

Bildstörung ist Intervention – nicht der technisch bedingte Unfall, sondern vielmehr eine selbstreflexive Praxis, die dem Bild einen Abstand zu sich selbst verleiht, ein Bewußtsein seiner Form. Bildstörung als Intervention – das ist Kritik am dramaturgischen Inzest und der Herstellung des einen Sinns, Kritik an Illusionswirkung und Repräsentation. „Trennung der Elemente“ (Brecht), „Ordnung des Risses“ (Deleuze), – so lauten die Ideale einer minoritären Ästhetik, die noch das Akzidentielle zu integrieren vermag.

12:00 Begrüssung
12:15 Silke Felber:Distruggere l’immagine – das zerstörte Bild bei Carmelo Bene
Thomas Binder-Reisinger / Uschi Feldges: gehört gestört – über das wechselseitige Eingreifen von Ton und Bild
14:00 Pause
14:30 Gabriele Jutz: Praktiken des Cinéma Brut
Lydia Nsiah: Bild-Störung. Irritation des filmischen Bilderflusses im Fotofilm
16:30 Pause
17:00 Agnes Ganseforth: Nachrichten vom kleinen Leben - Drei Filmpräsentationen

Moderation: Franziska Bruckner, Christian Schulte, Georg Vogt, Sara Vorwalder

Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien. Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at

Donnerstag, 14. Mai 2009, 19.00
Der kulturelle und der künstlerische Lehrauftrag
Vortrag und Respondenz

Die „kulturelle Ausdrucksfähigkeit“ gilt als Schlüsselkompetenz im Bildungskanon der lebenslangen Lernstrategie. Ist dafür auch die entsprechende Kultur des Lernens vorhanden oderbrauchen wir Zeit, um diese erst zu entwickeln?

Vortrag: Gerhard Hermanky, Künstlerische Volkshoch schule, Wien
Respondenz: Gerhard Bisovsky, Volkshochschule Meidling, Wien


Kooperation mit dem Ring Österreichischer Bildungswerke

Mittwoch, 13. Mai 2009, 19.00
Der Holocaust und die israelische Gesellschaft
Vortrag und Diskussion

Diese Veranstaltung musste leider entfallen

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit hinein in die 1950er Jahre war die Geschichte des NS-Massenmordes in Israel öffentlich kaum Thema. Auch die Gründung der nationalen Gedenkstätte Yad Vashem 1953 änderte daran zunächst wenig, fokussierte sie anfangs doch vor allem den Aspekt des Widerstandes und weniger den Genozid als solchen. Wandlungen und Brüche in der Erinnerungsarbeit waren in den folgenden Jahrzehnten untrennbar verknüpft mit aktuellen Ereignissen.


Doron Rabinovici, Autor und Historiker

In Kooperation mit Gedenkdienst

Donnerstag, 07. Mai 2009, 19.00
Tonga in Transit. Zimbabwe in Transition
Podium

Zimbabwe sucht derzeit mit einer Regierung der Nationalen Einheit einen Weg aus der tiefen politischen Krise. Zivilgesellschaft und KünstlerInnen übernehmen in diesem Prozess des Übergangs eine wichtige Rolle, um einen bloßen „Elitentausch“ zu verhindern. Tonga MusikerInnen aus Zimbabwe und Zambia, zur Zeit zu Gast in Linz und Wien werben für Aufmerksamkeit für ihr Herkunftsland. Die MedienkünstlerInnen von MACHFELD haben über Migrationswege und Überlebensstrategien der Tonga in Zimbabwe und in Johannesburg recherchiert.

Keith Goddard, Komponist und Menschenrechtsaktivist, Harare, Zimbabwe
Peter Kuthan, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Linz
Sabine Maier und Michael Mastrototaro, MACHFELD, Medien künstlerInnen, Wien
Jossam Munkuli, Musikgruppe Simonga, Siachilaba, Zimbabwe
Chief Sinazongwe, Musikgruppe Maliko, Sinazongwe, Zambia
Moderation: Walter Sauer, Wirtschafts- und Sozialwissenschafter, SADOCC, Wien

In Kooperation mit Aktionsradius Wien, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Kulturen in Bewegung / VIDC, MACHFELD, SADOCC Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika, Windhundkultur

Veranstaltung in englischer Sprache

Mittwoch, 06. Mai 2009, 19.00
Demokratische Medienlandschaft?
Vortrag und Podium

Wie demokratisch ist die österreichische Medienlandschaft? Antworten auf diese Fragen ergeben sich aus der Überprüfung mehrerer Aspekte wie die der Interessen von MedieneigentümerInnen und großer InserentInnen sowie durch die Beobachtung der LeserInnenresonanz. Zu klären ist, welche Auswirkungen diese Faktoren auf die Ethik des Journalismus, auf die jeweilige Blattlinie und auf die Haltung der Leitmedien zu bestimmten Grundfragen haben.

Vortrag
Thomas Ballhausen, Literatur- und Filmwissenschafter

Anschließend Diskussion
Eric Frey, Der Standard
Christian Rainer, Profil
Anneliese Rohrer, Kurier
Armin Thurnher, Falter
Eine Veranstaltung der neuBasis Wien

Montag, 04. Mai 2009, 19.00
Ein 10. Todestag
Gespräch

Die Gedenkveranstaltungen für Marcus Omofuma, er wurde vor 10 Jahren während seiner Abschiebung aus Österreich zu Tode geknebelt, sind die ersten in einer Reihe von zukünftigen Gedenkjahren zum jeweils 10. Todestag von Richard Ibekwe, Cheibani Wague, Edwin Ndupu, Yankuba Ceesay. Amnesty International berichtet in „Österreich: Opfer oder Verdächtige – Eine Frage der Hautfarbe“ über rassistische Diskriminierung im Polizei- und Justizsystem. Die Innenministerin macht sich allerdings lieber Gedanken über AsylwerberInnen, die den Behörden auf den „Nasen herumtanzen“.


Michael Genner, Asyl in Not
Grace Latigo, Aktivistin und Künstlerin
Rainer Klien, SOS Mitmensch Burgendland
Achu Paul, Andrea Zauner,
Moderation: Di-Tutu Bukasa, Chefredakteur Die Bunte Zeitung


In Kooperation mit Asyl in Not und dem wik – Wiener Integrationskonferenz- Vernetzungsbüro

Dienstag, 28. April 2009, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch

Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Doron Rabinovici, Historiker und Autor

Montag, 27. April 2009, 19.00
Psychiatrie und Recht
Podiumsdiskussion

Die Betreuung und Behandlung von Menschen mit psychischen
Erkrankungen ist ein hochsensibler Bereich. Immer wieder
treffen Interessen der Angehörigen, der Betroffenen und ihrer
gesetzlichen VertreterInnen und die Erfahrungen der ÄrztInnen
und des Pflegepersonals aufeinander. Eine besondere Rolle
spielen dabei die Rechte der PatientInnen, ihre Bedürfnisse
und Wünsche. Wie können Bedingungen sichergestellt werden,
die es den PatientInnen ermöglichen, informiert und aufgeklärt
ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und ihre Behandlung mitzubestimmen.

Konrad Brustbauer, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
Gerhard Ortwein-Swoboda, Psychiatrische Abteilung Justizanstalt Göllersdorf
Alexandra Stockinger, promente – Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit
Moderation: Thomas Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie AKH Wien

Dienstag, 21. April 2009, 19.00
Aufstand in Sobibor
kinokis mikrokino #161

Escape from Sobibor schildert den erfolgreichen Aufstand jüdischer Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor, das von der SS unter Geheimhaltung als eine der zentralen Todesfabriken betrieben wurde. Nachdem 1943 eine Gruppe jüdischer
Sowjet-Soldaten eingeliefert wurde, entstand der Plan einer gemeinsamen Flucht aller Häftlinge. Der Film hält sich streng an die gleichnamige Romanvorlage Richard Rashkes und zeichnet ein dichtes Bild vom „Funktionieren“ der NS-Todeslager
und der verzweifelten Situation jener Frauen und Männer, die am 14. August 1943 einen kollektiven Aufstand wagten.


Einführung und Gespräch mit Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien

Escape from Sobibor (GB / USA 1987), Regie: Jack Gold, Buch: Richard Rashke, 143 Min., engl. OF

Donnerstag, 02. April 2009, 19.00
Kunst – Partizipation – Bildung
Vortrag

Partizipatorische und intervenierende Praxen der Kunst schaffen und erforschen Handlungsräume, vermitteln zwischen Alltagserfahrung und Kunst, produzieren Anschlüsse an Lebenswelten und Kulturen – und generieren vielfältige Lern- und Bildungsprozesse. Anhand ausgewählter Projekte werden Erkenntnisse und Erfahrungen im Feld von Kunst und Pädagogik thematisiert, wird nach den Modellen und Utopien „produktiver Schnittstellen zwischen Kunst und Leben“ gefragt, die im Rahmen dieser künstlerischen Praxen entworfen werden.

Christine Heil, Kunstpädagogin, Universität Flensburg
Respondenz: Eva Egermann, Künstlerin, Akademie der bildenden Künste Wien

In Kooperation mit dem IWK, Reihe „Jour fixe Bildungstheorie“

Mittwoch, 01. April 2009, 19.00
The Porn Identity
Ausstellungsbesprechung

Mit der Ausstellung The Porn Identity klinkt sich die Kunsthalle Wien in die seit einigen Jahren laufenden Pornografie-Diskurse ein und zeigt künstlerische Untersuchen zum Thema: „Der Transfer der schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen
Raum durchbricht nicht nur den pornotypischen Zusammenhang von marktorientierter Veröffentlichung und reprivatisiertem Konsum, sondern durch die einhergehende Verkomplizierung der pornografischen Identität auch die Frage nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Kunst und der visuellen
Kultur der Stimulation.“ Stimulierend?

Diedrich Diederichsen, Kulturwissenschafter
Marty Huber, queere Aktivistin und Performancetheoretikerin

Die Ausstellung The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone ist vom 13. Februar bis 1. Juni 2009 in der Kunsthalle Wien zu sehen.

Donnerstag, 26. März 2009, 19.00
Nationalsozialismus und Geschlecht
Buchpräsentation

Erstmals untersucht ein breit angelegter Sammelband disziplinenübergreifend die Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ im „Dritten Reich“. Die Beiträge bleiben nicht bei den kontrovers diskutierten Fragen nach den Rollen und Handlungsspielräumen von Frauen im Nationalsozialismus stehen, sondern beschreiben Verknüpfungen von Geschlechterarrangements und Geschlechterbildern mit Machtstrukturen. Dabei werden vielfältige Verbindungen von Sexualität, „Rasse“, medialen Inszenierungen, Kunst und Politik genauso offen gelegt, wie der Einsatz von Geschlechterbildern im Gedenken an den Nationalsozialismus.

Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Universität Wien
Johanna Gehmacher, Historikerin, Universität Wien
Christina Herkommer, Soziologin, Freie Universität Berlin

Elke Frietsch, Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld: transcript 2009

Mittwoch, 25. März 2009, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch

Eine neue Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Misik, Publizist

http://dasbuendnis.twoday.net

Dienstag, 24. März 2009, 19.00
Editor’s choice
Podiumsdiskussion

Vielfältig ist die zeitgenössische Kunst, vielfältig ist auch die Medienlandschaft rund um diese. Gemeinsam ist fast allen Kunstzeitschriften, dass sie international agieren müssen. Zu unterscheiden sind sie an ihrem jeweiligen Zugang zur Kunstszene
sowie an der Prägung durch HerausgeberInnen und Entstehungskontext. Drei Herausgeberinnen von Magazinen rund um zeitgenössische Kunst sprechen über die Positionierung ihrer Produkte, die lokalen Unterschiede und die Ansprüche, denen ihre Arbeit genügen muss. Und nicht zuletzt soll zur Sprache kommen, welchen Stellenwert die Kunstkritik in den unterschiedlichen Formaten einnimmt.

Rosanna Gangemi, Drome Magazine, Rom
Ivan Mecl, Umelec, Prag-Berlin-London
Hedwig Saxenhuber, Springerin, Wien
Moderation: Fiona Liewehr, Kuratorin, Galerie Kargl

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.

Donnerstag, 19. März 2009, 19.00
Das Boot ist leer – der Topf ist voll
Künstlergespräch

Die Wirtschaftskrise beherrscht die Diskussionen – auch in der Kunstwelt. KünstlerInnen setzen sich immer wieder mit unterschiedlichen Krisen und der ihnen jeweils zugrunde liegenden Logik aus einander. Der Künstler John Bock zum
Beispiel, versucht in perfomativen Erläuterungen den schwer begreiflichen Zusammenhang von Ökonomie und Befindlichkeit krisengeschüttelter Subjekte zu erklären. Die Künstlerguppe gelitin, sie sollte am 9. 11. 2001 eine Ausstellung in New York eröffnen, entschloss sich, stattdessen eine Diskussionsreihe zu den Ereignissen dieses Tages einzurichten.

Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither, Tobias Urban, gelitin
John Bock, Künstler

Eine Veranstaltung von „die Galerien“

Mittwoch, 18. März 2009, 19.00
Das Kunsthistorische Museum
Zur Österreichischen Museumslandschaft

Das Kunsthistorische Museum hat in seiner jüngsten Vergangenheit durch eine umstrittene und viel diskutierte Museumspolitik sowie durch Skandale Schlagzeilen gemacht. Unter der neuen Führung von Sabine Haag soll nun an die ehemalige
Reputation des Hauses angeknüpft und die international anerkannte Sammlung in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden. Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus, mit welchen Konzepten wird die neue Direktorin, als erste Frau mit der Leitung der einstigen Habsburgischen Sammlung betraut, mediale Beachtung erlangen?

Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
Thomas Trenkler, Der Standard

Mittwoch, 11. März 2009, 19.00
Annäherungen an das Unfassbare
Vortrag und Diskussion

Jährlich besuchen hunderte Schulklassen die Gedenkstätte Mauthausen. Über die Sinnhaftigkeit dieser Unternehmungen gibt es geteilte Meinungen. Denn Gedenkstätten garantieren nicht die Einsicht in die Abläufe und Mechanismen der Shoah. Für eine angemessene und sinnvolle Auseinandersetzung mit der Thematik bedarf es einer abgestimmten Vermittlung, die in Mauthausen bislang fehlten. Yariv Lapid, seit 2007 Leiter der pädagogischen Abteilung, arbeitet am Aufbau einer pädagogischen Infrastruktur und an der Ausarbeitung umfassender Vermittlungskonzepte.

Yariv Lapid, Historiker, Gedenkstätte Mauthausen

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 10. März 2009, 19.00
MÄRZ
Let’s talk about … SCRIPTS!

Mit der letzten Nacht dreier junger Männer beginnt MÄRZ. Der gemeinsame Selbstmord der Freunde – ohne ersichtliches Motiv, ohne Abschiedsbrief – erschüttert eine kleine Tiroler Gemeinde. Was die Verstorbenen zu ihrem Schritt bewog, lässt sich nicht sagen. Der Film sucht die Nähe zu ihren Angehörigen, die sich in einem Alltag wiederfinden, der sich nach außen hin nicht verändert hat.

Klaus Händl, Regisseur, im Gespräch mit
Robert Buchschwenter, Drehbuchform

MÄRZ (A 2008), Buch und Regie: Klaus Händl, Produktion: COOP99 und Händl Klaus Filmproduktion, Wien.

Montag, 09. März 2009, 19.00
Patenschaft für „Altfälle“?
Podium zum Bleiberecht

Bis Ende März hat der Verfassungsgerichtshof die Frist gesetzt, um das Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht in Richtung humanitäre Regelung des Bleiberechts zu reparieren. Bis dahin sollte jedenfalls geklärt sein, ob der Bund oder die Länder – mit oder ohne Beiräte – die sogenannten „Altfälle“, also AsylwerberInnen, die seit mindestens fünf Jahren ohne positiven Aufenthaltsbescheid in Österreich leben, zur „Patenschaft freigeben“ oder ob vielleicht doch Recht vor Gnade walten wird.

Josef Kalina, Bundesrat, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Wolfgang Großruck, Nationalratsabgeordneter, ÖVP (hat abgesagt)
Moderation: Irene Brickner, Der Standard


Mittwoch, 04. März 2009, 19.00
Roma-Reportagen aus Osteuropa
Buchpräsentation

Kaum eine andere „Minderheit“ in ähnlicher Größenordnung sieht sich aus dem gesellschaftlichen Leben Osteuropas derart ausgeschlossen wie die Roma. Ob in der Slowakei, in Ungarn, Rumänien oder Bulgarien – hunderttausende Familien leben an
der Peripherie, in Slums am Rande der Städte und Dörfer. Entsprechend niedrig ist die Lebenserwartung für diese Menschen. Trotz zahlreicher Versuche vieler NGOs sind politische Lösungen zur Verbesserung der Situation für Roma nicht einmal
ansatzweise erkennbar. Und die EU begegnet diesem Problem weiterhin mit Ratlosigkeit.

Helmut Schüller, Priester, Volksgruppenbeirat der Roma beim Bundeskanzleramt
Andreas Tröscher, Autor und Journalist

Andreas Tröscher: Zigeunerleben. Roma-Reportagen aus Osteuropa, Turia + Kant: Wien 2009

Dienstag, 03. März 2009, 19.00
Bündnis gegen rechts
Vernetzungstreffen

Das Vernetzungstreffen wird folgende Fragen behandeln: Welche Arbeitstrukturen braucht das Bündnis? Welche Arbeitsteilung ist sinnvoll? Welche konkreten Projekt/Aktions-Ideen gibt es? Welche Projekt, welche Aktion sollen gemeinsam umgesetzt werden?

Moderation: Hikmet Kayahan

Eine Veranstaltung von Bündnis gegen rechts

Montag, 02. März 2009, 19.00
ZUOZ – Schule der Elite
kinokis mikrokino #160

ZUOZ-Schule der Elite erhielt den 3sat- Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2007: „Die Ausübung von Macht will gelernt sein, und wie kann sie effizienter gelernt werden als in einem System der ständigen
Kontrolle. Eine abgeschlossene Internatswelt für den Nachwuchs der globalen Wirtschaftselite: Der Mikrokosmos wird in eindringlichen Szenen und Bildern analysiert, die eine Bandbreite an Widerstandsgesten und Anpassungsmechanismen
aufscheinen lassen. Die nachhaltige Wirkung des Films besteht nicht zuletzt darin, dass das moderne Internat als Modell für die Unternehmensführung sichtbar wird“.

Anschließend Gespräch mit Daniella Marxer, Regisseurin

ZUOZ – Schule der Elite (A / F 2007), Regie: Daniella Marxer, 71 Min., OF m. dt. UT

Freitag, 27. Februar 2009, 19.00
Lyrik schreiben – Lyrik managen
Podiumsgespräch

Zwischen Mundart, Schrift und Lautpoesie liegen die Spannungsfelder in der Entwicklung von Lyrik. Wie steht es um die Lyrik im deutschsprachigen und europäischen Raum, wer kann noch von ihr leben? Zeitgenössische LyrikerInnen widmen sich neben ihrer eigentlichen literarischen Arbeit auch dem „Managen“ von Lyrik. Zur Diskussion steht der Austausch zwischen KünstlerInnen, Kunstszenen und Ländern sowie Anregung und Ausweitung zur Zusammenarbeit.

Christian Ide Hintze, Dichter, Schulen für Dichtung in Wien und Medellín
Augusta Laar, Künstlerin und Lyrikerin
Anton G. Leitner, Dichter, Verleger der Lyrikzeitschrift Das Gedicht
Dominik Riedo, Dichter, „Kulturminister“ der Schweiz

Eine Veranstaltung der schule für dichtung

Mittwoch, 25. Februar 2009, 19.00
EIN AUGENBLICK FREIHEIT
Let’s talk about … SCRIPTS!

Der Film erzählt von der Odyssee drei iranisch / kurdischer Flüchtlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig vertrauenswürdigen Hotel auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge warten. Der österreichisch-iranische Filmemacher Arash T. Riahi setzt die Flucht und das eigentümliche Zwischenstadium der Asylwerbenden mit tragischer Komik und enormer Spannung in Szene.

Arash T. Riahi, Drehbuchautor und Regisseur im Gespräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum

EIN AUGENBLICK FREIHEIT (A 2008), Wega Film, Regie und Buch: Arash T. Riahi, österreichischer Kinostart 09. 01. 2009


Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien

Dienstag, 24. Februar 2009, 19.00
Lissabon – Wien: Kunstkritik und Szene
Podiumsdiskussion

ABGESAGT:


Lissabon und Wien sind 2299 Kilometer voneinander entfernt und haben völlig unterschiedliche Kunstszenen. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, wenn es um Kunstkritik und Rezeption geht. Nach den diskursorientierten 90er Jahren wurde die reichhaltige Feuilleton-Szene in Portugal stark dezimiert. Handelt es sich bei diesem Verschwinden auch um ein österreichisches bzw. um ein gesamteuropäisches Phänomen? Es ist zu diskutieren, welche Bedürfnisse die heutigen Kunstszenen haben und unter welchen Bedingungen diese in Österreich und Portugal stehen.

Miguel Branco, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Bernhard Cella, Künstler, Salon für Kunstbuch, Wien
Marcelo Costa, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Christoph Nebel, Künstler, Kunstschule Wien
Moderation: Werner Rodlauer, artmagazine.cc

Podiumsdiskussion in englischer Sprache

Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.

Donnerstag, 19. Februar 2009, 19.00
Diagonale – ein Arbeitsfestival
Gespräch

Die Diagonale – das Festival des österreichischen Films – hat eine bewegte Geschichte und seit einigen Monaten auch eine neue Intendantin. Filmpublizistin und Kuratorin Barbara Pichler möchte das jährlich in Graz stattfindende Treffen von Filminteressierten verstärkt als „Arbeitsfestival“ prägen und dabei seine film- und kulturpolitische Bedeutung wieder stärken. Kontinuitäten, Impulse und Akzentsetzungen sollen das Gespräch rund um das Filmgeschehen schärfen.

Stefan Grissemann, Filmjournalist
Barbara Pichler, Intendantin Diagonale 2009

Mittwoch, 18. Februar 2009, 19.00
Wann begann temporär?
Diskussion und Buchpräsentation

Die Verbindung von Stadterneuerung und künstlerischen Interventionen im Stadtraum steht hoch im Kurs. Wann begann temporär? untersucht verschiedene Vorläufer dieses Trends, von Aktionen der Architekturkollektive Coop Himmelb(l)au, Haus-Rucker-Co, Zünd-Up oder Missing Link bis zu Protestbewegungen wie Spittelberg und Arena. Fragen nach Flüchtigkeit und Nachhaltigkeit, Medialisierungsstrategien und Verwertungslogiken waren schon aktuell als temporär begann. Wie werden sie im Kontext heutiger Praktiken diskutiert?

Andrea Breitfuss, Stadtplanerin und Sozialwissenschafterin
Christiane Feuerstein, Architektin
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Sabine Oppolzer, Journalistin, Beirat Kunst im öffentlichen Raum Wien
Dietmar Steiner, Direktor Az W Architekturzentrum Wien
Moderation: Elke Krasny, Kulturwissenschafterin

Christiane Feuerstein und Angelika Fitz: Wann begann temporär? Von frühen Stadtinterventionen zur Institutionalisierung performativer Strategien. Wien: Springer 2009

Dienstag, 17. Februar 2009, 19.00
Meinungsfreiheit
ZARA : TALK

Nicht selten wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit angeführt, um diskriminierenden und rassistischen Aussagen einen rechtlichen Rahmen zu verschaffen. Damit wird die Verletzung eines Grundrechtes durch den Verweis auf ein anderes zu legitimieren versucht. Aber ist Rassismus wirklich eine Meinung? Gilt das Recht auf Meinungsfreiheit auch für rassistische Äußerungen? Auf welche rechtliche Grundlage können sich Opfer rassistischer Diskriminierung im Alltag, durch Medien, Politik zu ihrem Schutz, ihrer Verteidigung berufen?

Alfred Noll, Jurist
Alexander Steffek, ZARA, INACH – Network against Cyber Hate
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at

Montag, 16. Februar 2009, 19.00
Tribute to the Suffragettes
kinokis mikrokino # 159

Mit den Suffragetten begann vor über hundert Jahren, vor allem in den USA und Großbritannien der radikale Kampf für das Stimmrecht der Frauen. Ihre Massenproteste, öffentlichen Kampagnen, Parteigründungen und Akte zivilen Ungehorsams trafen auf wütende staatliche Repression. The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst erzählt die Geschichte der Suffragetten anhand der Biografie einer ihrer schillerndsten Protagonistinnen. I would be delighted to talk Suffrage fungiert gleichzeitig als Stadtführung, Oral History-Dokument und collagierter Kostümfilm. What 80 Million Women Want ist ein Dokument der Suffragetten-Bewegung, in dem Emmeline Pankhurst und Harriot Stanton Blatch als Schauspielerinnen zu sehen sind.

Anschließendes Gespräch mit Fiona Rukschcio, Künstlerin und
Filmemacherin und Hilde Schmölzer, Kunsthistorikerin und Autorin

The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst (GB 1994), Castle Home Video, 55 min, engl. OV, DVD
I would be delighted to talk Suffrage (GB 2003 / 5), Regie: Fiona Rukschcio, Protagonistin: Althea Greenan, Musik: Nick Cash, 30 min, engl. OV, DVD
What 80 Million Women Want (USA 1913), Regie: Willard Louis, 56 min, stumm, engl. Zwischentitel, DVD

 

Mittwoch, 11. Februar 2009, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Das Museum für angewandte Kunst

Das MAK – Museum für angewandte Kunst hat sich zu einer international anerkannten Einrichtung für zeitgenössische Kunst entwickelt. Die ursprünglichen Aufgaben des MAK liegen jedoch in einem anderen Bereich: Kunsthandwerk, Design, Architektur. Wie lässt sich aus dem Spagat zwischen diesen beiden Bereichen eine Identität entwickeln? Was sind die Zukunftsszenarien des Museums in der umworbenen Gegenwartskunst-Szene? Und wie steht es um die angekündigte Kooperation zwischen MAK und der Universität für angewandte Kunst?

Peter Noever, Direktor MAK Museum für angewandte Kunst
Thomas Trenkler, Der Standard

Dienstag, 10. Februar 2009, 19.00
Stauffenberg im Film 1948 – 2008
Buchpräsentation und Gespräch

Von G. W. Pabsts Erleuchtungsthriller 1955 über den Sensualismus heutigen Geschichtsfernsehens bis zum Blockbuster Valkyrie: Kino- und TV-Bilder arbeiten das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in immer neuen Sinnkontexten um. Dabei wird
sichtbar, was jeweils als „Ereignis“ und „Subjekt“ zählen soll. Inszeniert wird ein Verständnis, eine Zeit- und Affektlogik, von Nationalsozialismus, Geschichte und Politik. Stauffenberg, der Attentäter mit Augenklappe und Handprothese, erscheint jeweils als Modernisierungsverächter oder Modelleuropäer, Republikaner oder Rebell, biopolitischer Normtypus oder Kreativarbeiter.

Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft
Karin Harrasser, Kulturwissenschafterin, KHM Köln

Drehli Robnik: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20. Juli im Film 1948 – 2008, Wien: Verlag Turia + Kant 2009

Donnerstag, 29. Januar 2009, 19.00
"Mündig oder müde - brauchen BürgerInnen Wissenschaftskommunikation?"
Podiumsdiksussion

Mündige BürgerInnen sind ein erklärtes Ziel der Wissenschaftskommunikation. Doch wie soll Mündigkeit in Bezug auf Wissenschaft konkret aussehen? Was stellen sich Politik und Wissenschaft darunter vor, was der Wissenschaftsjournalismus? Was trägt die derzeitige Wissenschaftskommunikation dazu bei? Werden die BürgerInnen erreicht oder übersättigt? Und brauchen BügerInnen Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus überhaupt, um mündig zu werden?

Ludovit Garzik, Geschäftsführer, Rat für Forschung und Technologieentwicklung
Josef Glößl, Gentechnik-Experte, Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie, Universität für Bodenkultur Wien
Karen Kastenhofer, Wissenschaftsforscherin, Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Klaus Taschwer, Wissenschaftsjournalist, Der Standard und heureka!

Moderation: Astrid Kuffner, freie Journalistin

Mittwoch, 28. Januar 2009, 19.00
Sondermodell Österreich?
Buchpräsentation und Diskussion

Im Unterschied zu anderen Ländern hat Österreich eine offizielle Verhandlungspartnerin, wenn es um religiöse Belange aller in diesem Land lebenden MuslimInnen geht. Die staatlich anerkannte IGGiÖ, die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, vertritt alle MuslimInnen ungeachtet ihrer Herkunft, Staatsbürgerschaft, Ethnizität. Welche positiven und negativen
Aspekte ergeben sich aus diesem „Sondermodell Österreich“?

Omar Al-Rawi, IGGiÖ, Gemeinderat Wien, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Christian Rathner, Journalist, ORF Religionsredaktion
Maja Sticker, Autorin, Sozial- und Kulturanthropologin
Moderation: Christa Markom, Sozial- und Kulturanthropologin, in{}fem

Maja Sticker: Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Klagenfurt / Celovec: Drava 2008

In Kooperation mit: in{}fem – Forschungswerkstatt für feministische
Interdisziplinarität und der Grünen Bildungswerkstatt

Montag, 26. Januar 2009, 19.00
HERE TO STAY!
kinokis mikrokino # 158

Als Welthauptstadt des Hauswandrassismus versinkt Wien in rassistischen Beschmierungen. „Schwere Unruhen und Blutvergießen“ gäbe es in den USA, würden dort solche Parolen zu lesen sein, meinte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison bei einem Wienbesuch. Wien ist anders. Während die Frage der Hundekotbeseitigung unter größter öffentlicher Anteilnahme erörtert wird, fühlt sich für die „N**** raus“ ,„Tötet N****“-Parolen niemand zuständig. HERE TO STAY! findet sich auf der Suche nach den HetzerInnen plötzlich im Österreichischen
Parlament wieder. Der Film bricht mit gängigen Klischees und zeigt bemerkenswerte Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die Österreich als ihre neue Heimat sehen. Sie sind HERE TO STAY!

Anschließendes Gespräch mit Markus Wailand, Filmemacher und weiteren an dem Filmprojekt Beteiligten.

HERE TO STAY! (A 2008), Buch, Regie, Produktion: Markus Wailand /pooldoks Filmproduktion, mit Beatrice Achaleke, Patrick Bongola, Simon Inou, Abdallah Salisu u.v.m., 65 min

Mittwoch, 21. Januar 2009, 19.00
Wer braucht Qualitätsmedien?
Podium

In Zeiten wechselnder WählerInnenschaften, immer ausdifferenzierterer sozialer Milieus und nachlassender LeserInnen-Blatt-Bindung wird der Ruf nach Verlässlichkeit der Informationen, die in den Medien verbreitet werden, immer lauter. Leitmedien sind – theoretisch – gefragter denn je. Aber sind Leitmedien in Österreich automatisch mit Qualitätsmedien gleichzusetzen? Und was bedeutet der Qualitätsbegriff im Journalismus überhaupt?


Hannes Haas, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Univ. Wien
Sybille Hamann, Chefredakteurin Zeitschrift LIGA
Klaus Stimeder, Chefredakteur DATUM – Seiten der Zeit
Oliver Voigt, Verlagsgruppe NEWS
Moderation: Eva Weissenberger, Redakteurin Kleine Zeitung


Eine Veranstaltung aus Anlass der 50. Ausgabe des Magazins DATUM

Montag, 19. Januar 2009, 19.00
Kalkulierte Originalität?
Vortrag

Nicht jeder Einfall gilt dem Urheberrecht als schützenswert; damit dieses zur Geltung kommt, wird vielmehr ein Mindestmaß an Originalität eingefordert. Diesem juristischen Anspruch liegt die Vorstellung von KünstlerInnen als Genies zugrunde, deren Arbeiten wegen ihres unverwechselbaren Stils vor dem Zugriff von NachahmerInnen geschützt werden sollen. Dazu dient das Instrument „geistiges Eigentum“, welches aber aufgrund des Eigentumscharakters dazu tendiert, Ware zu werden. Doch Waren werden für die Erwartungen eines Marktes produziert, sind Kalkulationsobjekte und als solche wenig originell.

Odin Kröger, Philosoph

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 15. Januar 2009, 19.00
Mythos Kultur
Buchpräsentation und Diskussion

Als Einzelbegriff verwendet oder eingeflochten in Komposita wie Multikulturalismus oder Kulturpessimismus und präsent hinter Begriffen wie Identität oder Pluralismus, „Kultur“ ist zu einem Schlüsselbegriff der gesellschaftlichen Diskurse avanciert. Von konservativen Hütern tradierter Identitäten und „kultureller Werte“ bis hin zu buchstäblich liberal-demokratischen Linken, die in der Hochachtung jedweder „autochthonen“ kulturellreligiösen Praxis die Quintessenz der demokratischen Toleranz sehen: Sie alle singen ein Loblied auf die Kultur. Woher kommt eine solche Hoch- oder gar Überschätzung von Kultur, welche Funktion erfüllt sie in der heutigen Welt?

Dunja Larise, Kulturwissenschafterin und Philosophin

Dunja Larise: Mythos Kultur. Wien: Praesens Verlag 2008

Mittwoch, 14. Januar 2009, 19.00
Orte – Bilder – Erinnerungen
Vortrag und Diskussion

Das Festhalten an der Opferthese verhinderte die längste Zeit eine fundierte Aufarbeitung der Täterschaft Österreichs im Nationalsozialismus und somit auch den Eingang der mehr als 65.000 österreichischen Opfer der Shoah in das heimische Geschichtsbewusstsein. Ein Forschungsprojekt schildert nun das Jahr des „Anschlusses“ ausschließlich aus der Perspektive der im NS-Regime in Österreich enteigneten, misshandelten, verfolgten und vertriebenen Juden und Jüdinnen.

Dieter J. Hecht, Historiker, Österreichische Akademie der Wissenschaften

In Kooperation mit Gedenkdienst

Montag, 12. Januar 2009, 19.00
Frauen in der Wirtschaftskrise
Podiumsdiskussion

Die hereingebrochene Wirtschaftskrise trifft alle, doch manche eben besonders. Mehrheitlich in Teilzeit- und prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, bekommen Frauen die Auswirkungen mehr zu spüren als Männer. Jetzt schon leben 200.000 Frauen in Österreich in akuter Armut, beinahe dreimal so viele sind armutsgefährdet. Angesichts der jahrzehntelangen politischen Versäumnisse und der aktuellen wirtschaftlichen Lage stellt sich die Frage, wer in diesem Land überhaupt einen Umschwung herbeiführen kann oder will?

Marion Breiter, Netzwerk Österreichische Frauen- und Mädchenberatungsstellen
Renate Csörgits, Bundesfrauenvorsitzende ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Erna Dittelbach, feminist-attac
Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende Frauen in der Wirtschaft WKO Wirtschaftskammer Österreich
Ulrike Mühlberger, Ökonomin, WIFO Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Moderation: Katharina Ebner, Depot