Veranstaltungen

Dienstag, 21. Dezember 2010, 19.00
Kontinuität radikaler Filmarbeit in Bolivien
kinokis mikrokino #177

Bolivien gilt heute als Vorzeigebeispiel für weltweit statt findende Dekolonialisierunsprozesse. Die „Entrümpelung“ des kolonialen Erbes hat eine bewegte Vorgeschichte. Juan Ismael Saavedra Menacho war Aktivist der nationalen Befreiungsbewegung und Mitglied der Anfang der 1960er Jahre gegründeten
Filmgruppe Ukamau. In seiner jüngsten Arbeit 80 unternimmt der Dokumentarfilmer eine Rekonstruktion des Staatsstreichs 1980, der ihn damals selbst ins Exil zwang. Der vom Grupo Ukamau mit Betroffenen inszenierte Spielfilm Yawar Mallku – Das Blut des Kondors denunzierte 1969 die Zwangssterilisierung indigener Frauen und steht beispielhaft für das militante Kino Lateinamerikas.

Yawar Mallku – Das Blut des Kondors (Bolivien 1969). Regie: Jorge Sanjinés, Prod.: Grupo Ukamau. 74 min. OmU
80 (Bolivien 2010). Regie: Ismael Saavedra. 70 min. OmU

Freitag, 17. Dezember 2010, 19.00
Postkolonialer Kapitalismus: Wissen und Arbeit
Vortrag

Zu Beginn seines Werks Provincializing Europe spricht Dipesh Chakrabarty von den Klischees, denen jenes Europa, das er provinzialisieren oder dezentrieren will, zutiefst verhaftet bleibt. Dazu zählt die homogene Vorstellung von Arbeit als „Lohnarbeit“ und die politische und epistemische Rolle, die dieser nach wie vor zukommt. Die Heterogenität von Arbeitsverhältnissen unter kolonialen und postkolonialen Bedingungen bietet heute jedoch einen besseren Analyserahmen. Sandro Mezzadra skizziert eine Theorie des postkolonialen Kapitalismus in Relation zu Wissensproduktion und „globaler Arbeit“ entlang der Konfliktlinien und Antagonismen, die diesen durchkreuzen.

Sandro Mezzadra, Politikwissenschaftler, Universität Bologna
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Eine Veranstaltung von eipcp im Rahmen von Creating Worlds

Montag, 13. Dezember 2010, 19.00
Überwachung und Selbst-Überwachung
Vortrag

Überwachung hat viele Spielarten: panoptisch: Wenige beobachten Viele, synoptisch: Viele beobachten Wenige, polyoptisch: Viele beobachten Viele, post-optisch im Internet. Diese Formen justieren auf je eigene Weise das Verhältnis zwischen den Dimensionen Privatheit und Öffentlichkeit und suchen eine Form der Selbstregierung zu etablieren, bei der die Herstellung sozialer Ordnung autonom und aus eigenen Interessen heraus erfolgt. Dazu zählt nicht zuletzt, im Rahmen einer Ökonomie der Aufmerksamkeit Transparenz her- und darzustellen.

Aldo Legnaro, Sozialwissenschaftler, Köln

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Culture of Control?

Donnerstag, 09. Dezember 2010, 19.00
Bildung im Kontext des ökonomischen Wandels
Vortrag

Der weltweite wirtschaftliche Strukturwandel seit den 1970er Jahren impliziert die Privatisierung jener Ressourcen, welche bislang als Gemeinwohl und als nicht verkäuflich galten: Gene und Zellen, Wasser und Luft, Kultur und Bildung. Die ökonomische Leitidee von Bildung als Humankapital und die Erschließung des Bildungsbereichs als lukrativem Zukunftsmarkt verändert auch die Institutionen der Wissensvermittlung. Staatliche Schulen und Hochschulen sollen sich dem Wett bewerb stellen und sich zur Wirtschaft hin öffnen. Doch sind public-private-partnerships im Bildungsbereich tatsächlich eine win-win-Situation? Oder verstärken sie vielmehr den Trend zur Durchsetzung von Partikularinteressen?

Andrea Liesner, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität
Hamburg

In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien

Dienstag, 07. Dezember 2010, 19.00
Kilometer 11
Filmvorführung und Gespräch

Svay Pak, auch bekannt als K 11, ein Rotlichtviertel 11 Kilometer nördlich von Phnom Penh gelegen, erlangte weltweit traurige Bekanntheit als Reiseziel für Sextouristen. Nach massivem internationalen Druck auf die kambodschanische Regierung wurde Svay Pak 2005 offiziell geschlossen. Seither hat sich das Geschäft lediglich in die Hinterhöfe verlegt. Puja Khoschsorurs verstörende Bild-Ton-Kollage aus den unverblümten Erzählungen eines Schweizer Sextouristen gibt einen seltenen und drastischen Einblick in die Welt der Kinder- Prostitution aus der Sicht eines Täters.

Puja Khoschsorur, Filmemacher, Le Donja – Verein zur Förderung der Menschenrechte
Karl Schönswetter, Das Bündnis, Projekt Bilderstreifen

K 11 – Confessions of a Sex Tourist (A 2009). Regie: Puja Khoschsorur. 39 min, directors cut, OmeU

Montag, 06. Dezember 2010, 19.00
Die politische Differenz
Buchbesprechung

Kaum ein Begriff wird derzeit heftiger diskutiert als der des Politischen. Oliver Marchart analysiert in seinem neuen Buch die Schriften der Denker des Politischen Jean-Luc Nancy, Claude Lefort, Alain Badiou, Ernesto Laclau und Giorgio Agamben, verortet sie im Linksheideggerianismus und bezieht sie auf den systematischen Horizont eines Denkens ohne Letztbegründungen. In diesem Horizont zeigen sich die philosophischen, politischen und ethischen Implikationen eines Denkens der politischen Differenz: die heutige Rolle politischer Ontologie, die Möglichkeiten einer „minimalen Politik“ und eine demokratische Ethik der Selbstentfremdung.

Oliver Marchart, Autor, Philosoph, Universität Luzern
Respondenz: Boris Buden, Philosoph, Berlin
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der bildenden Künste Wien

Oliver Marchart: Die politische Differenz – Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010

Freitag, 03. Dezember 2010, 19.00
Landschaftsarchitektur 1912 bis 1945
Vorträge

Heute sind die VertreterInnen der Gartenarchitektur aus den 1920er und 1930er Jahren – viele von ihnen jüdischer Herkunft – in Vergessenheit geraten. Seit der Gründung der ersten Berufsvertretung im Jahr 1912 hat sich der Berufs stand neuen politischen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten angepasst. Wie wirkten sich politische Entwicklungen auf das Berufsverständnis aus? Wie veränderte sich die Stellung der LandschaftsarchitektInnen in Hinblick auf Architektur, Stadtplanung, Kunst? Ein Forschungsprojekt am Institut für Landschaftsarchitektur der BOKU Wien analysiert die Entwicklung der Garten- und Landschaftsarchitektur in Österreich zwischen 1912 und 1945.

FWF-Forschungsprojekt Landschaftsarchitektur in Österreich zwischen 1912 und 1945
Lilli Licka, Universität für Bodenkultur

Botanik, Dendrologie, Gartengestaltung – Wiens private Gartenbauschulen vor 1938
Ulrike Krippner Landschaftsarchitektin, BOKU Wien

Der Garten als eine organische Einheit – Gartenarchitektinnen der Ersten Republik in Österreich
Iris Meder, Architekturkritikerin, ÖGFA Österreichische Gesellschaft für Architektur

Beruf: Gartenarchitekt, Gartenarchitektin
Barbara Bacher, Landschaftsarchitektin, BOKU Wien

Gastvortrag
Gert Gröning, emeritierter Professor für Gartenkultur und Freiraumentwicklung, HdK Berlin

Eine Veranstaltung des Instituts für Landschaftsarchitektur, Universität für Bodenkultur

Donnerstag, 02. Dezember 2010, 19.00
Gouvernementale Prekarisierung, existentielle Verletzbarkeit
Vortrag

In welchem Verhältnis steht soziale, ökonomische und politische Prekarisierung zur existenziellen Verletzbarkeit eines jeden Lebens? Was kann Judith Butler mit ihren Ausführungen über grundlegende Gefährdetheit zur aktuellen Problematisierung von Prekarisierung beitragen? Inwiefern ist diese Prekarisierung als ein neoliberales Regierungsinstrument zwischen Gehorsam und politischer Handlungsfähigkeit zu verstehen? Wie kann Selbstregierung zu einer widerständigen Praxis werden?


Isabell Lorey, Politikwissenschafterin, Berlin


Eine Veranstaltung des Gender Initiativkollegs der Universität Wien

Mittwoch, 01. Dezember 2010, 19.00
NS-Täter im Film
Podium

Im Zentrum der filmischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in den Nachfolgestaaten des Dritten Reiches standen seit 1945 Opfer und WiderstandskämpferInnen. Auch das US-amerikanische kommerzielle Kino setzte bis zur Verfilmung von Bernhard Schlinks "Vorleser" vor allem auf Publikumssympathie für Verfolgte. Wer beschäftigte sich filmisch mit TäterInnen? Welche Trends und Stereotypen, aber auch welche Unterschiedlichkeitensind feststellbar? Vier WissenschafterInnen präsentieren einander und dem Publikum einschlägige Filmsequenzen.

Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Wien
Nora Sternfeld, Geschichts- und Kunstvermittlerin, Wien
Renée Winter, Historikerin, Wien
Christian Cargnelli, Filmwissenschafter, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Freitag, 26. November 2010, 14.30
Unsicherer Grund – Mitteilbarkeiten des Dokumentarischen
Vorträge

Dokumentarische Verfahren des Kinos bedienen einen Zustand der Paradoxie. Sie verbinden Bilder, die ein Naheverhältnis zur Realität vorgeben. Doch die Aufschlüsse über die Realität, die von der filmischen Situation definiert werden, sind so fragil wie trügerisch. Die Identität von Bild und Abgebildetem – das vermeintliche Versprechen des Dokumentarischen – gründet auf einem fundamentalen Riss. Der Gestus des Unmittelbaren beruht auf Vermittlung. Das Medium selbst, die Dinge und die Geschichte mischen sich ein. Sie hinterlassen Spuren im Konzept des Bildes und weisen Techniken der Montage als Prozeduren eines Wahrheitsprozesses aus. (Elisabeth Büttner)

Ethnografie des Alltags
Britta Hartmann, Film- und Medienwissenschaftlerin,Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg
Respondenz: Marina Sawall, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Moderation: Dominik Zechner, Studium der Philosophie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Politik des Schwenks
Volker Pantenburg, Filmwissenschaftler, Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, Bauhaus-Universität Weimar
Respondenz: Regina Wuzella, Junior Fellow, Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, Bauhaus-Universität Weimar
Moderation: Valentin Mertes, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft Universität Wien

Infos zu den Workshops:
Einsamkeiten der Geschichte (Britta Lange / Melanie Letschnig / Sara Vorwalder)
Namen der Geschichte (David Krych / Vrääth Öhner / Michaela Wünsch)
unter:www.tfm.univie.ac.at/veranstaltungen/tfm-veranstaltungshinweis

Donnerstag, 25. November 2010, 19.00
Muezzin
Filmvorführung und Diskussion

Seit den Tagen des Propheten Mohammed folgen gläubige Muslime fünf Mal täglich dem Gebetsaufruf des Muezzins. Ein neuzeitliches Phänomen sind die türkischen Gebetsrufwettbewerbe. Bei diesen wetteifern jedes Jahr die Muezzins des Landes darum, den schönsten Gebetsruf zu performen. Die kraftvollen und expressiven Darbietungen zeigen, dass es sich dabei um eine ganz eigene Art von Kunst handelt, bei der sich das Selbstverständnis des Künstlers in einer Spannung zwischen individueller Aufführung und der Vorstellung, ein „Instrument Gottes“ zu sein, befindet.

Sebastian Brameshuber, Regisseur
Hikmet Kayahan, Das Bündnis
Karl Schönswetter, Das Bündnis

Muezzin (A 2010). Regie: Sebastian Brameshuber. 90 min. OmdU

In Kooperation mit Das Bündnis

Dienstag, 23. November 2010, 19.00
Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott
Lets talk about...Scripts

HORST kassiert seit zwei Jahren die Pension der verstorbenen Oma, um sich das Leben ein wenig zu erleichtern. Alles kein Problem – bis sich ein Lokalpolitiker ansagt, um der betagten  Jubilarin zum Geburtstag zu gratulieren. Kurzentschlossen „borgt“ sich Freund Toni eine alte Dame aus. Dass er dabei zufällig die Kammerschauspielerin Elfiede Ott erwischt, ist der Beginn zahlreicher turbulenter Verwicklungen.

Uwe Lubrich, Michael Ostrowski, Alfred Schwarzenberger,  Drehbuchautoren und Andreas Prochaska, Regisseur  Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott (Ö 2010) im Gespräch mit Robert Buchschwenter

In Kooperation mit dem drehbuchforum

Montag, 22. November 2010, 19.00
Wissenschaft – Hauptschule: Eine Begegnung
Podium

Wissenschaft und Schule nutzen und produzieren unterschiedliche Formen des Wissens. Wenn WissenschaftlerInnen die soziale Welt von Jugendlichen gemeinsam mit diesen erkunden, kommt es zu einem komplexen Prozess des Wissensaustausches und der Wissensproduktion. In dem vom
Wissenschafts- und Unterrichtsministerium geförderte Programm Sparkling Science arbeiten aber nur wenige Projekte mit Hauptschulen oder Kooperativen Mittelschulen zusammen. Wie sind die Erfahrungen in diesem von Migration, Sprachenvielfalt und sozialer Benachteiligung geprägten Kontext?

Ines Garnitschnig, Psychologin, Trafo.K
Andreas Novy, Ökonom, WU Wien
Gerda Reissner, Lehrerin, Kooperative Mittelschule Wien 18
Dagmar Schulz, Lehrerin Kooperative Mittelschule Wien 8
Veronika Wöhrer, Soziologin, Universität Freiburg
Moderation: Gerald Faschingeder, Kulturwissenschaftler, Univ. Wien

Eine Veranstaltung von Science Communications Research und dem Paolo Freie Zentrum

Donnerstag, 18. November 2010, 19.00
Die Zeitlichkeit von Zeichen
kinokis mikrokino #176

Als Chris Marker 1960 mit der Kamera Israel bereiste, betrachtete er das Sichtbare als Zeichenlandschaft: Er entzifferte Zeichen und Chiffren, um aus deren Deutung Fragen zur Zukunft des jungen, utopisch anmutenden Staates zu formulieren. Sein nach einer Erzählung Kafkas benannter Essayfilm Beschreibung eines Kampfes diente fast 50 Jahre später dem israelischen Regisseur Dan Geva als Ausgangspunkt
für seinen Film Description of a Memory. In diesem wird Markers Film zu einem Medium für die Konfrontation einer vergangenen Zukunft Israels mit einer Gegenwart, die Kafkas Welten immer ähnlicher sieht.

Einführung: Peter Grabher, kinoki

Beschreibung eines Kampfes (F/Israel 1960). Regie: Chris Marker.59 min, DF
Description of a Memory (Israel 2006). Regie: Dan Geva. 80 min, OmeU

Montag, 15. November 2010, 19.00
Kunst und Psychiatrie
Podiumsdiskussion

Die Auseinandersetzung mit der Kunst psychiatrieerfahrener Personen blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Ausgehend von Jean Dubuffet wird im aktuellen Diskurs die Art Brut emanzipiert von psychologisierenden Deutungsversuchen behandelt. Was oberflächlich betrachtet wie eine Erfolgsgeschichte im Sinne einer Aufhebung von Werthierarchen erscheint, kann ebenso als „kulturelle Planierung“ verstanden werden. So hängt Art Brut heute Seite an Seite mit anderer zeitgenössischer Kunst. Wie frei ist der perfekt vermarktete Außenseiter-Künstler in diesem Szenario überhaupt noch?

Werner Moser, Künstler, Atelier Sonnensegel pro mente Wien
Elizabeth McGlynn, Künstlerin, Kunsttherapeutin, Universitätslektorin
Thomas Stompe, Psychiater, DGPA – Deutschsprachige Gesellschaft für Kunst & Psychopathologie des Ausdrucks e.V.
Johann Feilacher, Künstler, Psychiater, Art/Brut Center Gugging
Dagmar Weidinger, Kunsthistorikerin, Universitätslektorin, Journalistin
Moderation: Andrea Reisinger, Kunsthistorikerin

Freitag, 12. November 2010, 19.00
Männer, Macker, Militanz
Diskussionsabend

Ist Militanz auf der Straße oder in der Sprache ein männliches Phänomen, das es als mackerhaft zu entlarven gilt? Was bringt es, wenn Feministinnen in Antifagruppen männliche Selbstreflexion und gendersensibles Verhalten einfordern, dieses jedoch bei Lippenbekenntnissen stehen bleibt und keine emanzipatorische Praxis erkennbar wird? „Verqueeren“ uneindeutige, weil geschlechtlich nicht klar zuordenbare, Bilder von radikalen Aktionen unsere Vorstellungen vom harten, männlichen Streetfighter oder reichen rosa Sternchen auf Aufrufplakaten, um der feministischen Kritik an "Antifa Hooligans" entgegenzuwirken?

Eine Veranstaltung der AG Mili tanzt! In Kooperation mit der autonomen antifa [w]

Donnerstag, 11. November 2010, 19.00
Zielkonflikte in Kulturorganisationen
Podium

Kulturorganisationen sind in einer komplexen Umwelt eingebettet: sich verändernde Rahmenbedingungen, verschiedene AkteurInnen, heterogene und kontingente Publikumspräferenzen. Auch ihre Innenwelt ähnelt morphologisch dieser äußeren Komplexität: variierende Kommunikations- und Partizipationsformen
von MitarbeiterInnen, neue Produkte und Technologien, die neue Prozesse und Kompetenzansprüche entstehen lassen, ständige Interferenz partikulärer Interessen im Betriebsalltag. Daraus ergeben sich sowohl bei der Definition der Ziele als auch bei ihrer Realisierung signifikante Schwierigkeiten.

Juliane Alton,  Gabriele Gerbasits, IG Kultur Österreich
Andrea Schmidt, Abt. Nonprofit-Management, Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und
Kulturwissenschaft, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Tasos Zembylas: Die Mönchsrepublik Athos. Eine sprituelle Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Wien: Passagen Verlag 2010

Mittwoch, 10. November 2010, 19.00
Erzwungene Emigration
Buchpräsentation

Anhand von Interviews mit ÖsterreicherInnen, die während der NS-Zeit vertrieben worden waren stellt Mettauer die individuellen Erfahrungen der Emigration nach Argentinien dar, gewissermaßen den »Alltag des Exils«. Schwerpunkte der präsentierten Untersuchung sind neben der Sozialisation der interviewten Personen in Österreich und dem Leben bis zum »Anschluss«die Beraubung und Vertreibung, die Emigrationsvorbereitungen, die Flucht sowie schließlich die Ankunft und Akkulturation in Argentinien. Ein weiterer Fokus beinhaltet die nicht erfolgte Remigration. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage nach der persönlichen Identität durch die Lebensgeschichten, die unweigerlich in der einen oder anderen Form mit dem Herkunftsland Österreich verbunden sind.

Philipp Mettauer, Historiker, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Dienstag, 09. November 2010, 19.00
Dr.in Kunst
Podium

Bis 2009 war es an den Kunstuniversitäten in Österreich nur möglich, theoretische Doktorarbeiten zu schreiben. Voriges Jahr wurde an der Kunstuniversität Graz, erstmals in Österreich, das künstlerische Doktoratsstudium zum „Dr. Artium“ eingeführt und mit Oktober 2010 trat an der Wiener Akademie
der bildenden Künste der Studienplan für den „Doctor of Philosophy in Practice“ in Kraft. In der anhaltenden Diskussion um das post-graduale Studium künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung stehen die Fragen nach der Notwendigkeit einerseits und der Wissenschaftlichkeit von Kunst andererseits
im Mittelpunkt.

Wolfgang Hattinger, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Susi Krautgartner, ÖH, Studienvertretung Doktoratsstudien
Robert Pfaller, Universität für angewandte Kunst Wien
Johanna Schaffer, Akademie der bildenden Künste Wien
Moderation: Christa Benzer, Kunstkritikerin, springerin

Montag, 08. November 2010, 19.00
Kontrollkulturen im Wandel: auf dem Weg in die Sicherheitsgesellschaft?
Vortrag

Im Übergang vom Fordismus zum Postfordismus erfahren Formen sozialer Kontrolle einen erheblichen Wandel. Soziale Beziehungen werden in immer mehr Bereichen durch das Primat der Sicherheit strukturiert. Die Versicherheitlichung des Sozialen geht dabei nicht einfach nur von einem "Überwachungsstaat" aus, sondern wird auch ganz alltäglich durch die Individuen selbst vollzogen. Das besagt zumindest eine hier aufgegriffene These, deren Stichhaltigkeit am Beispiel Österreich überprüft wird. Der Vortrag schließt mit einer Diskussion der Möglichkeit, Kritik an neuen Kontrollformen zu üben.

Walter Fuchs, Rechtssoziologe, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Wien

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Culture of Control?

Donnerstag, 04. November 2010, 19.00
„Ich war mit Freuden dabei!“
Buchpräsentation und Diskussion

Zu österreichischen KZ-Ärzten liegen, mit einer Ausnahme, keine biografischen Arbeiten vor. Das Buch von Lisa Rettl und Peter Pirker zeichnet die Biografie eines bisher wenig bekannten KZ-Arztes nach und folgt dabei Spuren, die durch verschiedene KZs führen und sich schließlich zu einer zutiefst österreichischen Geschichte zusammenfügen: Typisch im Umgang mit NS-Tätern und ihren Opfern, im umfassenden
Verschweigen, in der breiten Hilfe für NS-Kriegsverbrecher und auch in einer strafrechtlich mangelhaften Verfolgung. Schließlich zeigt das Buch, dass die Beschäftigung mit den Tätern von damals auch heute noch von ungebrochener Relevanz ist.

Lisa Rettl, Autorin, Zeithistorikerin, Universität Klagenfurt
Peter Pirker, Autor, Politikwissenschaftler, Universität Wien
Claudia Kuretsidis-Haider, Historikerin, Forschungsstelle Nachkriegsjustiz
Moderation: Evelyn Steinthaler, Milena Verlag

Lisa Rettl, Peter Pirker: „Ich war mit Freuden dabei!“ Der KZ-Arzt Sigbert Ramsauer – Eine österreichische Geschichte. Reihe Zeitgeschichte, Wien: Milena 2010

Mittwoch, 03. November 2010, 19.00
Ein Atlas der Dinge
Projektpräsentation

Seit fünf Jahren arbeitet René Schmalz an seinem Schauwerk-Projekt und lädt hierfür KünstlerInnen ein, ihm ein Artefakt aus dem aktuellen Arbeitsprozess per Post zukommen zu lassen. Diese „blackboxes“ bilden eine außergewöhnliche Sammlung von Momentaufnahmen und sind in einer permanenten Installation in der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden zugänglich gemacht. René Schmalz bezeichnet
sich selbst als Handlungsreisender in Sachen Kunst und thematisiert mit Ausstellungsprojekten rund um die Sammlung – aktuell mit VALIE EXPORT – Fragen zur institutionellen Genese von Kunst und zu den Bedingungen von Orten des kulturellen Gedächtnisses.

René Schmalz, Künstler, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz

Dienstag, 02. November 2010, 19.00
Diverse Geschichten
Projektpräsentation

Diverse Geschichten – Drehbücher inspiriert durch kulturelle Vielfalt richtet sich an AutorInnen und Nachwuchstalente mit Migrationshintergrund um sie in der Erstellung von Drehbüchern dramaturgisch und praktisch bestmöglich zu unterstützen. Das Programm umfasst Workshops, Lectures und individuelle Beratung. Ausgewählte Projekte werden dabei in das Babylon Europe (GB)- Programm übernommen und bei Workshops in Rotterdam und Cannes weiterentwickelt.

Ursula Wolschlager, Witcraft
Robert Buchschwenter, Witcraft
Senad Halilbasic, Drehbuchautor

In Kooperation mit WITCRAFT

Donnerstag, 28. Oktober 2010, 19.00
Spuren des Widerstands
Filmvorführung und Diskussion

Die Widerstandsgruppe Willy-Fred versteckte von 1943 bis zum Ende des 2. Weltkrieges Deserteure im Hochgebirge des Salzkammerguts, später unterstützte sie die Alliierten beim Vorrücken und bei der Verhaftung von geflüchteten Nazifunktionären. Damit steht diese Gruppe als ein Beispiel für die
Möglichkeit des Auflehnens in einem System. Die Geschichte von Willy-Fred ist aber auch dicht verwoben mit den Narrativen dieses Landes und so führt der Film noch weit in die Zweite Republik, und wirft Fragen auf, die auch 70 Jahre nach dem „Anschluss“ hoch aktuell sind.

Jörg Hartenthaler, Filmemacher
Christian Stoppacher, Filmemacher
Karl Schönswetter, Das Bündnis, Projekt Bilderstreifen

Spuren des Widerstandes (A 2009). Regie: Jörg Hartenthaler, Christian Stoppacher. 44 min

In Kooperation mit Das Bündnis

Mittwoch, 27. Oktober 2010, 19.00
10 Thesen zu: Was ist ein Medium?
Podiumsgespräch

In 10 Thesen thematisiert die Philosophin Sybille Krämer Grundsatzfragen um die Zukunft der Medienwissenschaften. Sie fokussiert die Frage nach dem Medialen und untersucht die Bedingungen der Möglichkeit von Medialität. Wie vermitteln Medien Wissen und Anschauung? Warum verkörpern Boten, Engel, Geld oder Viren die Strukturmerkmale von Medienvorgängen? Warum ist das Nachdenken über Spuren medientheoretisch relevant?

Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Sybille Krämer, Institut für Philosophie, Freie Universität Berlin
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert

Montag, 25. Oktober 2010, 19.00
Die Ökonomie des Lernens
Vortrag

Bildung und Ökonomie werden gerne als Gegensätze betrachtet, während von pragmatischer Seite gefordert wird, beides „irgendwie“ miteinander zu verbinden. Bildung und Ökonomie sind in der bürgerlichen Gesellschaft aber immer schon vermittelt. Auch das klassische Bildungsideal und die Aufklärung waren nicht „gegen“ die Gesellschaft gerichtet, sondern haben die bürgerliche Gesellschaft erst möglich gemacht. Insofern ist in jeder neuen Phase der Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse – und eben auch in der
einer neoliberalen Gouvernementalität – zu fragen, in welchem Verhältnis Subjektivierungsweisen und Ökonomie stehen.

Daniel Wrana, Fachhochschule Nordwestschweiz in Liestal

In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste

Freitag, 22. Oktober 2010, 19.00
Kunst der Kritik
Buchpräsentation und Diskussion

Michel Foucault hat die Frage nach der Kunst der Kritik mit dem viel erörterten Diktum „die Kunst, nicht so regiert zu werden“ beantwortet. Damit eröffnet sich eine bestimmte Perspektive auf die Verknüpfung von Kritik und Politik. Der neue Band der eipcp-Reihe republicart behandelt dementsprechend nicht nur die klassischen Professionen der Kunst- und Kulturkritik. Im weiteren Sinn werden kritische Haltung und kritische Praxis einerseits von ihrem Verhältnis zur
Regierung her gedacht, andererseits aus der Notwendigkeit, in einer Kunst der Kritik die Potenziale des Politischen selbst zu aktualisieren.

Isolde Charim, Philosophin, Kritikerin, Wien
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der Bildenden Künste, Wien

Birgit Mennel, Stefan Nowotny, Gerald Raunig (Hg.): Kunst der Kritik (republicart, Band 10). Wien: Turia+Kant 2010

In Kooperation mit Creating Worlds / eipcp

Donnerstag, 21. Oktober 2010, 19.00
Wilde Minze – Die Gegenwart der Vergangenheit
kinokis mikrokino #175

1944 werden am NS-Volksgerichtshof acht Todesurteile vollstreckt. Unter den Ermordeten ist auch die Villacher Kommunistin Maria Peskoller. Ihre Tochter, Helga Peskoller, entgeht einer Anklage und überlebt. Die Dokumentation Wilde Minze portraitiert die Jugendliche von damals und zeigt in behutsamen Einstellungen, wie sie zu den verstörenden Bildern eine Sprache gefunden und gelernt hat, das Leben zu lieben. Der Film rekonstruiert ihre bewegenden und persönlichen Lebenserinnerungen: dem Schmerz zum Trotz,den Nazis zum Trotz, ihrer Mutter zuliebe.

Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen Lisa Rettl und Jenny Gand.

Wilde Minze (A 2009). Regie: Jenny Gand, Produktion: Lisa Rettl. 85 min

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 19.00
Rammbock
Lets talk about...Scripts

Ein schreckliches Virus vermehrt sich im Norden Europas in rasantem Tempo und verwandelt die daran Erkrankten zu wütenden Bestien. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael in Berlin ein, um seine Liebe, seine Ex-Freundin zu besuchen. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von ihr jede  Spur.

Marvin Kren, Regisseur, Benjamin Hessler, Drehbuchautor Rammbock (D 2010) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchforum

Dienstag, 19. Oktober 2010, 19.00
Die Fight-For-Freedom-Gruppe
Buchpräsentation

Bis heute ist der Mythos vom „anderen Österreich“ und die Legende vom „anderen Deutschland“ die Grundlage jenes volksverliebten Antifaschismus, dem die Verteidigung der Ehre der Nation schon immer so wichtig war, dass er die im Nationalsozialismus Realität gewordene Volksgemeinschaft konsequent
ignorieren musste. Die Fight for Freedom-Gruppe, ein Kreis von exilierten Linken aus Deutschland und Österreich, deren Schriften nun erstmals auf Deutsch im ça ira-Verlag erschienen sind, gehörte zu den Ersten, die sich mit diesem Antifaschismus kritisch auseinandergesetzt haben.

Jan Gerber, Politikwissenschaftler, Autor, Universität Leipzig
Peter Pirker, Politikwissenschaftler, Autor, Universität Wien
Gerhard Scheit, wissenschaftlicher Autor, Universität Wien
Moderation: Stephan Grigat, Politikwissenschaftler, Autor, Univ. Wien

Jan Gerber, Anja Worm (Hg.): Curt Geyer, Werner Loeb u.a.: Fight for Free dom. Die Legende vom anderen Deutschland. Freiburg: ça ira Verlag 2010

Eine Veranstaltung von Café Critique

Montag, 18. Oktober 2010, 19.00
Wie europäisch ist Österreich?
Buchbesprechung

Die Publikation Europäische Bilderwelten geht dem oft monierten „Bilderdefizit“ anhand von österreichischen Fallbeispielen nach. Wie kommen die BürgerInnen Europas in jenen Bildern vor, die EU-Europa visuell repräsentieren? Sind es traditionelle Symbole – wie die EU-Fahne und das €-Zeichen – die identitätsstiftend wirken, oder nicht doch jene Bilder, die unsere alltäglichen visuellen Umwelten in der Informations- und Mediengesellschaft ausmachen? Wie Europa in österreichischen Medien visuell dargestellt wird, welche Vorstellungen vom EU-Europa dabei kommuniziert werden, ist Ausgangspunkt der Diskussion über die „Europeanness“ Österreichs.

Otmar Lahodynsky, Europapolitik, profil
Vrääth Öhner, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte u. Gesellschaft
Sieglinde Rosenberger, Institut für Politikwissenschaft,  Universität Wien
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Moderation: Gertraud Diendorfer, Demokratiezentrum Wien

Gertraud Diendorfer / Heidemarie Uhl (Hrsg.): Europäische Bilderwelten. Visuelle Darstellungen EU-Europas aus österreichischer Perspektive. Innsbruck, Wien, Bozen: Studienverlag 2009

Donnerstag, 14. Oktober 2010, 19.00
David wants to fly
Let´s talk about ...Scripts

Fast sechs Millionen Menschen weltweit praktizieren heute die Transzendentale Meditation des Maharishi Mahesh Yogi. Auch David, ein junger Filmemacher wählt jene Form der Meditation, wobei er  sich von seinem großen Vorbild David Lynch leiten lässt, der ihm höchspersönlich versichert, dass TM eine Quelle der Kreativität und der Schlüssel zum Erfolg sei. Auf seiner abenteuerlichen Odyssee vom Berliner Teufelsberg über Hollywood bis in den Himalaya verknüpft er spirituelle Erfahrungen und skurrile Beobachtungen mit spannender dokumentarischer Investigation.

David Sieveking , Drehbuchautor, Regisseur David wants to fly (D/Ö/CH 2010) im Gespräch mit Constantin Wulff, drehbuchforum

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 19.00
Muhammed Amin al-Husayni
Vortrag und Diskussion

Als einer der bekanntesten und meist umstrittenen außereuropäischen Kollaborateure des Dritten Reiches wurde der Großmufti von Jerusalem, Muhammed Amin al-Husayni, in den letzten Jahren immer mehr zum Objekt der historischen Forschung. Trotz dieses erhöhten Interesses scheinen viele Details und Interpretationen noch umstritten oder unklar: Welchen Wert hatte al-Husayni für die Nazis? Dirigierte er wirklich von Deutschland aus den arabischen Nationalismus? Wie viel wusste der Mufti von der Vernichtung der Juden, beteiligte er sich daran, und wie weit ging seine Beteiligung?

Johannes Breit, Filmemacher, Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Sonntag, 10. Oktober 2010, 17.00
Gemeinderatswahl Wien 2010
ORF Übertragung




8.10.2010
Post Autonomy Today
Symposium

Most recently, the artist and author David Goldenberg initiated a movement in the form of a website called Post Autonomy. Post Autonomy reflects the state of contemporary art and stems from the idea that modern art, as a research or understanding of autonomy, has reached its limits in comprehending autonomy. In that respect art can be seen to have exited autonomy. What comes after autonomy in art can be discussed by Post Autonomy. Using a practice-orientated analysis of cultural, social, and political forces, the aim is to develop a new mental framework out of which art can be reinvented.

10.00 Introduction Presenting Recent Research and Developments into the Understanding and Definition of Post Autonomy
David Goldenberg, artist, curator, author, London

11.00 Recent Theoretical Formulations of Post Autonomy, covering Derrida and Heidegger
Michael Ligner, artist, art theorist, Hochschule für bildende Künste, Hamburg

11.45 – 12.00 Break

12.00 Living Politically
Oxana Timopheeva, philospher, chto delat, Moskau / Maastricht

12.45 The End of Colonisation
Elizabeth Penker, artist, Wien

13.30 – 15.00 Break

15.00 Common Ground
Maja Ciric, art critic, curator, Belgrad

15.45 Current Research into Participatory Practices
Leo Nordwell, artist, art theorist, Interacting Arts, Stockholm

16.30 Post Autonomy and the Crisis in Places for Art
Stephen Wright, art critic, curator, Plausible Art Worlds with Basekamp

17.15 Workshop on Autonomy
Freek Lomme, curator, author, Eindhoven

18.00 The Language and Thinking to open out the Space of Post Autonomy
David Goldenberg, artist, curator, author, London

18.45 – 19.00 Break

19.00 Panel Discussion
Michael Lingner, Elisabeth Penker, Moderation: David Goldenberg

Donnerstag, 07. Oktober 2010, 19.00
Gerechtigkeit und Demokratie in der Globalisierung
Buchpräsentation und Diskussion

Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie im Rahmen von Wahlen oder Volksbefragungen keine wirkliche Möglichkeit der politischen Mitgestaltung wahrnehmen können. Vor diesem Hintergrund wird die Frage, wo Demokratie und Gerechtigkeit in der Globalisierung noch ihren Platz haben, diskutiert. Wo greifen traditionelle, an den Nationalstaat gebundene, Vorstellungen von Demokratie und Gerechtigkeit in einer globalen Welt zu kurz? Und wo werden neue Modelle und Formen progressiver und emanzipatorischer Gesellschaftsgestaltung sichtbar, für die es sich zu kämpfen lohnt?

Kurt Mayer, Vertreter der HerausgeberInnen
Werner Kogler , Abg. zum NR; Grüner Budgetsprecher
Vanessa Redak, BEIGEWUM
Karin Küblböck, ÖFSE
Moderation: Elisabeth Hammer, Autorin

Kurt Mayer, Magdalena Schrefel, Dagmar Tutschek (Hg): Platz für alle?! Gerechtigkeit und Demokratie in der Globalisierung. Wien: planetVerlag 2010

Mittwoch, 06. Oktober 2010, 19.00
Politische Skandale. Wie entstehen sie?
Podium

Politische Entscheidungen bewegen sich entlang von Gruppeninteressen,  pragmatischen Kalkülen und Ideologien. Gelegentlich können politische Auseinandersetzungen und Maßnahmen auch rechtlich relevant sein, was aber noch keinen politischen Skandal konstituiert. Welche spezifischen Merkmale weisen Skandalisierungsprozesse auf, und sind Massenmedien Initiatoren von Skandalen oder nur deren Berichterstatter? Die Analyse und das tiefere Verständnis von Skandalen kann eine Dimension des Politischen sichtbar machen, die vielleicht zunächst verborgen ist: die politische Kultur bzw. Verfasstheit des Gemeinwesens.

Fritz Hausjell, Institut für Publizistik, Universität Wien
Hubert Sickinger, Institut für Konfliktforschung Wien
Moderation: Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und
Kulturwissenschaft, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Tasos Zembylas: Die Mönchsrepublik Athos. Eine sprituelle Gesellschaft
mit beschränkter Haftung. Wien: Passagen Verlag 2010

Dienstag, 29. Juni 2010, 19.00
Kapitalistischer Realismus
Buchpräsentation

»Leben mit Pop – eine Demonstration für den kapitalistischen Realismus«: Unter diesem Motto veranstalteten die Künstler Gerhard Richter und Konrad Lueg 1963 ein Happening in einem Düsseldorfer Möbelhaus. Der kapitalistische Realismus wollte die Konsum- und Lebensgewohnheiten der Nachkriegszeit ästhetisch entlarven. Das Buch nimmt das Motto der damaligen Kunstaktion auf, um in gesellschaftskritischer Absicht ähnliche Fragen zu stellen. Wie sieht die Realität des Kapitalismus heute aus, seitdem dieser in alle Verästelungen des Lebens Eingang gefunden hat? Es geht um die Paradoxien, die entstehen, wenn der Kapitalismus Kultur und Lebensstil wird; aber auch um seine Bruchstellen und Grenzen in Kunst und Arbeit, Ökonomie und Moral, Alltag und Subjektivität.

Präsentation:
Sighard Neckel, Herausgeber, Institut für Soziologie, Universität Wien
Judith Wilke-Primavesi, Campus-Verlag

Respondenz:
Ruth Sonderegger, Akademie der Bildenden Künste Wien
Andrea Roedig, Philosophin und Journalistin

ready-made photography by Maren Flößer

Anschließend: food, drinks & music (live DJ)

Sighard Neckel (Hg.): Kapitalistischer Realismus: Von der Kunstaktion zur Gesellschaftskritik. Mit Beiträgen von Ulrich Bröckling, Diedrich Diederichsen, Georg Franck, Isabelle Graw, Cornelia Klinger, Birgit Mahnkopf, Robert Misik u.a. Campus Verlag 2010

Donnerstag, 24. Juni - Samstag, 16. Juni 2010
Im Netz der Eindeutigkeiten
Tagung

Was meint der Begriff der „Identität“ heute? Subjekte, die beschreibbar, erfassbar gemacht werden, liefern uns davon eine Idee: Identität benennt etwa eine Fixierung nach Geschlecht, Hautfarbe, Physiognomie oder auch Staatszugehörigkeit. Dabei liefern gerade Figuren, die gängige Festlegungen von Identität unterlaufen und irritieren, eine eindrucksvolle Schnittmenge kultur- und geisteswissenschaftlicher Debatten der letzten hundert Jahre. Welche Funktion in einem Netz der
Eindeutigkeit aus Begriffen und Zuschreibungen übernehmen Figuren mehrfacher Identität und Formen der Irritation von Identitätsanforderungen?

Donnerstag, 24. Juni, 18.00: Keynote
Ach wie gut, dass jeder weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß! Subjekt-Effekte in der neoliberalen Ideologie
Robert Pfaller, Philosoph, Universität für angewandte Kunst, Wien

Freitag, 25. Juni
11.00 Die Identität der Amöben
Peter Berz, Kulturwissenschaftler, Inst. f. Philosophie, Universität Wien

12.00 Pause

12.15 „Freunde“ haben. Traffic der Identitäten und Zeichen der Freundschaft in den „Sphären“ aktueller Medienanwendungen
Andrea Sick, Kulturwissenschaftlerin, Hochschule für Künste Bremen

13.15 – 14.45 Mittagspause

14.45 Die verstellte Stimme. Zur Identität des Ventriloquisten
Stefan Rieger, Medien- und Kulturtheoretiker, Institut für Medienwissenschaften der Universität Bochum

15.45 Pause

16.00 Instabile Figuration: weiße Männlichkeit im Film Maja Figge, Kulturwissenschaftlerin, Berlin
17.00 Formen von Film-Ichs
Eva Kuhn, Kunst- und Filmwissenschaftlerin, Kunsthistorisches Seminar Universität Basel



19.30 Präsentation / Filmprogramm

Samstag, 26. Juni
9.00 The Curious Case of Michael Joseph Jackson. Queere und postkoloniale Gratwanderungen
Michael Andreas, Medienwissenschaftler, Institut für Medienwissenschaften der Universität Bochum
Natascha Frankenberg, Medienwissenschaftlerin, Institut für Medienwissenschaften der Universität Bochum
10.00 Sich nicht entscheiden wollen, aber dennoch eine Haltung haben
Nanna Heidenreich, Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin der Internationalen Filmfestspiele Berlin

11.00 Pause

11.15 Aufgezeichnete Auflösung – Synthespians und die Identitätskrise des Filmschauspielers
Julia Eckel, Promotionsstipendiatin, Fakultät für Philologie,
Ruhr-Universität Bochum

12.15 … aus eins mach zwei … – Selbstgespräche am Ende der Zeit
Florian Sprenger, Medienwissenschaftler, Initiativkolleg Sinne – Technik – Inszenierung: Medien und Wahrnehmung, Universität Wien

In Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 23. Juni, 15.00 - 21.00
Zeitgenössische Kunstvermittlung?
Mini-Symposium

Mittwoch, 23. Juni, 15.00 – 21.00



Was will und kann eine zeitgenössische und kritische Kunstvermittlung? Ist eine systemkritische Kunstvermittlung
überhaupt möglich oder beinhaltet die Bezeichnung Kunstvermittlung einen Widerspruch in sich? Diese Fragen bildeten Ausgangspunkte für die Veranstaltungsreihe Kunst Dialoge im Rahmen des sound:frame Festivals 2010. Die hierbei entstandenen Projekte und Aktionen werden vorgestellt und hinterfragt. Um auch außenstehende Zugänge zu thematisieren, wechseln sich die Präsentationen mit Gastreferaten und offenen
Diskussionsrunden ab.

Team der Kunst Dialoge: Sylvia Hirschvogel, Sarah Gspandl, Verena
Faißt, Michaela Götsch, Johanna Schwediauer und Iver Ohm

Montag, 21. Juni 2010, 19.00
Mutige Helden und helfende Frauen?
Dissertation

In der Literatur zum österreichischen Widerstand gegen das
nationalsozialistische Regime findet sich eine Vielzahl an
Bildern über oppositionelle Frauen und Männer. Dabei kommt es zu geschlechtsspezifischen Darstellungsweisen hinsichtlich Handlungsorten, Motivationen und Tätigkeiten. Anhand zweier unterschiedlicher politischer Widerstandsgruppen wird dies unter Einbeziehung des gesellschaftlichen Kontexts näher behandelt. Die leitende Frage betrifft die Auswirkungen von den gesellschaftlichen Veränderungen in der Nachkriegszeit auf die Geschichtswissenschaft.

Cathrin Hermann, Historikerin

Cathrin Hermann: Geschlechterrollen im Österreichischen Widerstand und deren Darstellungen in der Forschungsliteratur. Universität Wien 2009

Donnerstag, 17. Juni 2010, 19.00
Klimawandel – das Zeitalter der Dummen
kinokis mikrokino # 173

Franny Armstrongs Dokudrama The Age of Stupid zeichnet
ein apokalyptisches Bild der Konsequenzen globaler Klimaerwärmung: 2055 sind weite Teile der Erde unbewohnbar. In einem metallenen Turm in der Arktis lebt ein alter Mann, der anhand von visuellen Bruchstücken aus der Vergangenheit – unserer Gegenwart – erzählt, wie es zur ökologischen Katastrophe kam und sich fragt, weshalb nichts unternommen wurde, als dies noch möglich war. Der Film wurde durch „Crowd Sourcing“ finanziert, über den geringen CO2-Verbrauch der Filmproduktion gibt der Abspann Auskunft.

The Age of Stupid (GB 2009). Regie: Franny Armstrong, Produktion:
Lizzie Gillett. 89 min. OmdU

Anschließend Gespräch mit Klaus Radunsky, Klimaexperte am Umweltbundesamt,Teilnehmer am Internationalen Klimaprozess UNFCCC, IPCC

Dienstag, 15. Juni 2010, 19.00
Sun City und die (Post-)Apartheid Kultur
Buchpräsentation und Diskussion

Als afrikanische Las Vegas-Imitation führte Sun City etwas vor, was sich heute in Dubais glitzernden Hotelpalästen manifestiert: Verschwendung, Eskapismus und ein Begehren nach einem künstlichen Zeit-Raum. Der Ort Sun City wird im vorliegenden Buch sowohl als historische, bildwissenschaftliche Fallstudie, als auch als fragmentarischer Erinnerungsraum der über Oral-History-Perspektiven eingefangen wird, rekonstruiert. Ausserdem wird die urbane Entwicklung Johannesburgs, die eine Politik kleiner abgeschotteter Paradiese offenbart, mit Sun City in Beziehung gesetzt.

Marietta Kesting, Kulturhistorikerin, Filmemacherin, Universität Wien
Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft, Wien
Aljoscha Weskott, Filmemacher, Autor, Berlin
Michael Zinganel, Architekturtheoretiker, bildender Künstler, Graz / Wien

Marietta Kesting, Aljoscha Weskott (Hg.): SUN TROPES. Sun City and
(Post-)Apartheid Culture in South Africa. Berlin: August Verlag 2009

Montag, 14. Juni 2010, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: Die Grünen
Gespräch

Den Abschluss der Gesprächsreihe über kulturpolitische Konzepte für das Wien nach den Wahlen übernehmen die Grünen. Im Unterschied zur SPÖ und ÖVP mussten die
Wiener Grünen noch nie ihre Kulturpolitik durch eine Regierungsbeteiligung unter Beweis stellen. Allerdings konnten sie sich mit den sogenannten „rot-grünen Projekten“ an Verwirklichungen beteiligen. Was blieb von diesen Projekten, was von dem umfangreichen Kulturprogramm, mit dem die Wiener Grünen zur letzten Gemeinderatswahl antraten? Hat dieses Programm noch Gültigkeit oder hat sich an den Forderungen etwas geändert?

Marco Schreuder, Kulturpolitiker, die Grünen Wien
Willi Hejda, IG Kultur Wien
Barbara Petsch, die Presse

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien

Donnerstag, 10. Juni 2010, 19.00
Perspektiven von citizenship education
Vortrag

Wenn heute zwischen Politischer Bildung und „citizenship education“ unterschieden wird, so steht erstere meist für die Entwicklung eines nationalen StaatsbürgerInnentums und letztere meist für die eines kosmopolitischen WeltbürgerInnentums. Eine wichtigere, beide Ansätze verbindende, Unterscheidung ergibt sich daraus, ob diese eher in Richtung Kritik oder Anpassung definiert werden. In den Mittelpunkt rückt dann die Frage, welche Reichweite Politische Bildung oder „citizenship education“ in einer globalisierten Welt haben müssten – und für wen sie eigentlich da sein sollen.

Christine Zeuner, Erziehungswissenschaftlerin, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Respondenz: Johanna Lütterfelds, Politikwissenschaftlerin, VHS
Donaustadt Wien

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 09. Juni 2010, 19.00
Der Krieg im Volkskörper. Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
Vortrag und Diskussion

Auf Basis des nationalsozialistischen "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" wurden zwischen 1934 und 1945 schätzungsweise 400.000 Menschen zwangssterilisiert, davon mindestens 6.000 in der "Ostmark" und 1.200 in Wien. In ihrem 2009 erschienenen Buch beschreibt Claudia Spring den medizinisch-wissenschaftlichen Kontext dieser Verbrechen sowie deren Institutionen und Akteure. Wie vollzog sich der Übergang von der Sozialpolitik der Zwischenkriegszeit zur NS-Selektionspolitik? Welche Maßnahmen dienten der Verfolgung von als „minderwertig“ kategorisierten Menschen und welche Möglichkeiten hatten die betroffenen Frauen und Männer, sich dagegen zur Wehr zu setzen? Der Vortrag beleuchtet dabei nicht nur die NS-Zeit, sondern auch den Umgang mit Opfern und Tätern in der Zweiten Republik.

Claudia Spring, Historikerin, Wien
Monika Löscher, Historikerin, Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 08. Juni 2010, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: SPÖ
Gespräch

Im zweiten Teil der Gesprächsreihe mit Wiener Kulturpolitikern über Wiens kulturelle Zukunft nach den Wahlen wird die SPÖ als bisher regierungsverantwortliche Partei zu Verwirklichtem und zu ihren Zukunftsplänen befragt. Was ist der sozialdemokratischen Kulturpolitik in den letzten Jahren gelungen, was weniger, mit welchen Vorhaben kann den KritikerInnen der Wind aus den Segeln genommen werden? Und was sehen die kulturpolitischen Visionen für Wien, erarbeitet auf dem vom Kulturstadtrat für das Frühjahr 2010 angekündigten kulturpolitischen Kongress, vor?

Ernst Woller, Kultursprecher, SPÖ Wien
Martin Blumenau, FM4
Martin Just, IG Kultur Wien

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien

Mittwoch, 02. Juni 2010, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: ÖVP
Gespräch

Im kommenden Herbst wird in Wien gewählt. Höchste Zeit, um nach den  kulturpolitischen Vorstellungen von zuständigen Wiener Politikern zu fragen. Der Auftakt dieser dreiteiligen Gesprächsreihe ist der ÖVP gewidmet. Auf deren Website findet sich leider kein eigenes Kapitel zum Thema Kultur; umso dringlicher stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Kulturverständnis der Volkspartei. Was soll eine konservative Kulturpolitik leisten, welche Förderschwerpunkte würde sie setzen? Und wie sehr interessiert sich die ÖVP für die Besetzung des Kulturstadtrates / der Kulturstadträtin aus ihren Reihen?

Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher der ÖVP Wien
Caroline Krupp, IG Kultur Wien
Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien

Dienstag, 01. Juni 2010, 19.00
Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten und Hochschuldialog?
Podiumsdiskussion

Die hochschulpolitischen Ereignisse im vergangenen Studienjahr haben sich geradezu überschlagen: Feierlichkeiten für die Bologna-Reform, Studierendenprotestbewegung, Hörsaalbesetzung, Hochschuldialog, Ausstieg der RektorInnen und der ÖH aus demselben: All dies hat die Universitäten wieder ins Zentrum eines breiten öffentlichen Interesses gerückt. Höchste Zeit also, um brennende Aspekte in kompetenter Runde zu diskutieren: freier Hochschulzugang, qualitative Aufnahmeverfahren,Zulassungsbedingungen für Studien, mögliche Alternativen zu Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren, bestehende soziale Selektion, die Mitsprache für Studierende und Mittelbau, sowie die Frage nach der angestrebten Erhöhung der Budgetmittel und die nach den Beschäftigungs- wie Betreuungsverhältnissen für alle Menschen im Lehrbetrieb.

Gerald Bast, Vizepräsident der Rektorenkonferenz, Rektor der Universität für angewandte Kunst
Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung
Daniel Knopper, Studierendenprotestbewegung
Heinz Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Wien
Sophie Wollner, Bundesvorsitzende VSSTÖ

Moderation: Alexander Leuteritz

Veranstaltung der neuBASIS in Kooperation mit dem Depot

Montag, 31. Mai 2010, 19.00
Unwahrnehmbarkeit von Erinnerungen mappen
Vortrag und Diskussion

Vier Karten, entstanden im Rahmen eines filmischen Projektes von Brigitta Kuster und Moise Merlin Mabouna versuchen, das Ringen um die Geografie im Zuge kolonialer Erschließung herauszuarbeiten. Anhand der Frage „Was ist eine koloniale Expedition?“ zeichnen sie die Widersprüche aus einem Expansionsversuch von 1892 ins „Hinterland“ des heutigen Kamerun nach. Sie nehmen die Spur von Fluchten und anderen Bewegungen auf, welche die koloniale Konzeption des Raumes möglicherweise umgehen oder anfechten und zielen auf die Produktion einer Geografie von „unten“.

Brigitta Kuster, Künstlerin, Berlin
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Eine Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating Worlds

Freitag, 28. Mai 2010, 19.00
Die Performance der Wissensarbeit
Buchpräsentation

Arbeit ist in gewissem Sinne nichts anderes als die Organisation der vielen Schnittstellen und Ketten, die ständig neue Formen des Schaffens von Dienstleistungen und Produkten hervorbringen. Um Wertschöpfungsketten zu organisieren, bedarf es nicht so sehr der Spezialisierung und Individualisierung von Kompetenzen, sondern der Vermittlung von Kenntnissen, Ideen und Bedürfnissen durch Sprache. Die Dynamik der Wertschöpfung, das geänderte Recht und der sich wandelnde Markt der Neuen Selbstständigkeit werden deshalb als die verschiedenen symbolischen Bühnenbilder untersucht, vor
denen die Wissensarbeit ihre Performance abliefert.

Klaus Neundlinger, Philosoph
Sergio Bologna, Historiker und Selbstständiger Berater für Logistik
Jeanny Gucher, Autorin und Selbstständige Organisationsberaterin
Peter Nausner, Selbstständiger Berater und Verleger

Klaus Neundlinger: Die Performance der Wissensarbeit. Immaterielle
Wertschöpfung und Neue Selbstständigkeit. Graz / Wien: Nausner &
Nausner 2010

Donnerstag, 27. Mai 2010, 19.00
Lebenslanges Lernen
Vortrag

Lebenslanges Lernen wird als Schlüsselkonzept europäischer Politik mit einem doppelten Ziel verbunden: „Fithalten“ für den sich wandelnden Arbeitsmarkt und zur Entwicklung aktiver StaatsbürgerInnenschaft. Bildungspolitik und pädagogische Praxis konstruieren ein sich permanent selbst reflektierendes Subjekt, das die Fähigkeit zu selbstorganisiertem Lernen und biografischer Kompetenz besitzen oder erwerben soll. Wie sieht es mit positiven Bestimmungsmöglichkeiten eines biografischen Ansatzes zu Fragen von Partizipation und politischem Lernen aus?

Bettina Dausien, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Respondenz: Michael Nußbaumer, Soziologe und Erwachsenenbildner,
Institut für ganzheitliche Politik

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 26. Mai 2010, 19.00
Wem gehört die Welt?
Krise ohne Ende. Teil 4

Beinahe vergessen, erlebt der Begriff der Gemeingüter in den letzten Jahren eine Renaissance. Das Konzept der commons kann als strategische Plattform für verschiedene soziale Bewegungen dienen und eröffnet Denkräume jenseits des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Commons ist ein Paradigma,
das individuelle Freiheit an kollektives Handeln und nicht an
Privateigentum bindet. Kennzeichnend für commons sind
„Beitragen statt Tauschen“, „Kooperation statt Zwang“ und
„gemeinsame Nutzung statt Privateigentum“.

Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin, Graz
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich

Dienstag, 25. Mai 2010, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

Nach zehn BackTalks ist es an der Zeit zu fragen: Was hat es gebracht, welche Strategien wurden erarbeitet? Reicht es aus zu diskutieren? Was muss dem Wort folgen? Nun muss erörtert werden, ob es möglich und sinnvoll ist, progressive Kräfte in Bündnissen zusammen zu führen, warum es scheinbar so kompliziert ist, Menschen, die das Selbe wollen auch dazu zu bewegen, gemeinsam an dem Selben aktiv zu arbeiten, und welche Herausforderungen auf die Zivilgesellschaft in Wien, wo im Herbst gewählt wird, warten.

Publikumsdiskussion mit Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS

Freitag, 21. Mai 2010, 19.00
Radio Alice. Filme & Kommentare
kinokis mikrokino # 172

In den 1970er Jahren verwandelte sich Italien in ein soziales Laboratorium, in dem Medienexperimente eine entscheidende Rolle spielten. Kurz vor der Ankunft des Privatfernsehens, das heute unter Berlusconi eine TV-Diktatur ausübt, ließ ein Netzwerk von lokalen, „freien“ Radiostationen das staatliche Monopol zusammenbrechen. Anfang 1976 begann ein Radiokollektiv aus den Studios von Radio Alice zu senden: Eines Morgens wünscht eine sanfte Frauenstimme den HörerInnen einen guten Morgen: „Eine Einladung an euch, heut morgen nicht aufzustehen, mit jemandem im Bett zu bleiben, euch Musikinstrumente zu bauen und deleuzianische Maschinen.“

Kommentare von Franco Berardi „Bifo“, Enrico Palandri, Maurizio
Torrealta und Klemens Gruber

Alice é in Paradiso (I 2002). Regie: Guido Chiesa. 77 min. Dt. Übers. live eingesprochen Videomaterial aus Bologna 1977

In Kooperation mit dem TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00
Zum Denken der sexuellen Differenz
Buchbesprechung

Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das Wort zu reden und mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition die Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Laut der Philosophin Tove Soiland interveniert Irigaray mit ihrem
Theorem in eine innerfranzösische Kontroverse, die als Dekonstruktion der Psychoanalyse bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund wird die Kritik an Irigaray an das dekonstruktive gender-Verständnis zurückgegeben, für das im deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers stehen.

Birge Krondorfer, Philosophin
Tove Soiland, Philosophin

Tove Soiland: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine Dritte
Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Wien / Berlin:
Turia + Kant 2010

Dienstag, 18. Mai 2010, 19.00
10 Thesen zu: Visueller Politik
Podiumsgespräch

In 10 Thesen skizziert Tom Holert aktuelle Tendenzen visueller Politik. Seine politisch pointierte Medienreflexion exemplifiziert er unter anderem am Einsatz von Überwachungsvideos als Beweismaterial in den Prozessen gegen iranische Oppositionelle und knüpft daran Fragen nach dem Zusammenhang von dokumentaristischer Ästhetik und forensischer Funktion von Videobildern.

Tom Holert, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste, Wien
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert

Montag, 17. Mai 2010, 19.00
Halbinseln gegen den Strom
Krise ohne Ende. Teil 3

Bei immer mehr Menschen wächst die Offenheit, oder schlicht die Einsicht in die Notwendigkeit, grundlegende Alternativen zu denken, die einen Ausweg aus unserer gegenwärtigen Produktions- und Lebensweise und die Abkehr vom Dogma des quantitativen Wachstums ermöglichen – bevor der verrückte Selbstzweck eines einzig auf die Profitmaximierung des Kapitals ausgerichteten Systems alle Lebensgrundlagen zerstört. Halbinseln gegen den Strom beschreibt Wege jenseits von Kapitalismus, Geld und Tauschlogik.

Friederike Habermann, Ökonomin und Autorin, Berlin
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom: Anders leben und wirtschaften im Alltag. Sulzbach / Taunus: Ulrike Helmer Verlag 2009

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich

Freitag, 14. Mai 2010, 19.00
Herzl und die Abschaffung des Staates
Vortrag

In Theodor Herzls zionistischem Utopie-Roman Altneuland ist – gemessen an der nationalstaatlich gedachten „modernen Lösung der Judenfrage“ im zuvor erschienenen Judenstaat – eine erstaunliche Feststellung zu finden: „Wir sind kein Staat.“ Davon ausgehend lässt sich eine Spur zum heute weitgehend vergessenen zionistischen Nationalökonomen und Soziologen Franz Oppenheimer verfolgen, mit dessen Modell einer sozialliberalen Freibürgerschaft Herzl während der Arbeit am Roman in Berührung kam. Inwiefern handelt es sich bei Herzls Utopie nicht allein um eine national-jüdische, sondern auch um eine universal verstandene Sozial-Utopie des dritten Weges?

Clemens Peck, Germanist, Universität Salzburg

Eine Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19.00
Geschichte und Öffentlicher Raum
Vortrag und Diskussion


In ganz Wien existieren zahlreiche Initiativen zur Umbenennung von Straßen und Plätzen, von der Arnezhofer Gasse über den Dr.-Karl-Lueger-Ring bis zur Anschlußgasse. So engagiert und scheinbar gut vernetzt die ProponentInnen der Umbenennung auch sein mögen – etwa die Universität Wien – so erfolglos war ihr Unterfangen bisher. Von den politisch Verantwortlichen sind stets dieselben Argumente zu hören: Zu teuer, mit zuviel Aufwand für die AnrainerInnen verbunden und obendrein ob des „denkmalstürmenden Charakters“ abzulehnen. War das immer so? Unter welchen Bedingungen erfolgten in den letzten hundert Jahren nach Maßgabe welcher Kriterien tatsächlich Umbenennungen? Und welche gesellschaftlichen und politischen Akzente wurden dabei jeweils eingeschrieben?

Birgit Nemec, Historikerin, Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 11. Mai 2010, 19.00
Solidarische Ökonomie – ein Kind der Not?
Krise ohne Ende. Teil 2

Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen des globalisierten Kapitalismus machen die Suche nach Auswegen aus einer allein am Profit orientierten Produktionsweise zur zentralen Herausforderung unserer Zeit. Solidarische Ökonomie bemüht sich um Alternativen, die soziale und ökologische Kriterien in den Vordergrund stellen. Obwohl einzelne Projekte erfolgreich sind, scheitern doch viele an kapitalistischen Marktlogiken, denen sie sich oft nicht entziehen können. Welche Veränderungen sind notwendig, damit Solidarische Ökonomie ihr
emanzipatorisches Potential entwickeln kann?

Markus Auinger, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich

Montag, 10. Mai 2010, 19.00
Schlagwort Borderline
Podiumsgespräch

Immer häufiger taucht in den Medien das Schlagwort Borderline auf – nicht selten im Kontext von Gewalt oder dem Sensationsaspekt der Selbstverletzung. Der Großteil der Bevölkerung steht dem Begriff mit Ratlosigkeit gegenüber. Psychiatrische Konzepte der Borderline-Störung scheinen Ausdruck einer
zunehmend individualisierten Gesellschaft zu sein. Strukturlosigkeit, abnehmende Einbindung in soziale Netze, beruflich prekäre Situationen und die daraus resultierende Identitätsunsicherheit – das postmoderne Individuum wird nicht selten selbst zum Grenzgänger. Doch sind deshalb alle Borderliner? Was ist dran an der medial vermittelten Borderline-Gesellschaft?

Irene Apfalter, Integrative Therapeutin i.A.u.S. und ehemals Betroffene
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Univ. Wien
Sonja Krückl, Borderline-Netzwerk e.V. / Österreich, Betroffene
Alice Sendera, Verhaltenstherapeutin, Österreichische Gesellschaft
für Dialektisch Behaviorale Therapie und Skills-Training (ÖDBT)
Gabriela Wagner, Psychosozialer Dienst der Stadt Tulln, Ärztin und Integrative Gestalttherapeutin
Moderation: Dagmar Weidinger, freie Wissenschaftlerin und Journalistin

Donnerstag, 06. Mai 2010, 19.00
Kunst und Gesellschaft im öffentlichen Raum
Vortrag und Respondenz

Der Kunstwettbewerb common berlin zielt auf modellhafte
Projekte, die sich mit Veränderungen im öffentlichen Raum,
mit gesellschaftspolitischen Fragen und alternativen Lebensweisen im urbanen Raum Berlins auseinander setzen: Die Stadt soll zu einem Bürgercampus im Sinne einer Gesellschaftsuniversität werden, in dem Kommunikationsprozesse initiiert und aktiviert, Kooperationen angestoßen und verwirklicht
werden. Bürgerlnnen und Künstlerlnnen arbeiten ergebnisorientiert zusammen und setzen Bewusstseinsprozesse sowie Veränderungen in Gang.

Kerstin Polzin, Künstlerin, Berlin
Stefan Krüskemper, Künstler, Berlin
Respondenz: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS-Forschungsgesellschaft
für kulturökonomische und kulturpolitische Studien

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Dienstag, 04. Mai 2010, 19.00
Leben und arbeiten in Wien
Podiumsgespräch

Zum dritten Mal findet in der Kunsthalle Wien eine Ausstellung der Reihe Lebt und arbeitet in Wien statt. Grund genug, um nachzufragen, was sich seit Beginn dieser Ausstellungsreihe 2000 für Kunstschaffende in Wien geändert hat, wie sich die Produktionskontexte entwickelt haben und wie es um die Arbeitsverhältnisse bestimmt ist. Worin liegen die Vorteile, worin die Nachteile, von Wien als Hafen und Ausgangspunkt einer künstlerischen Lebens- und Arbeitsexistenz?

Anna Jermolaewa, Künstlerin
Mahony, KünstlerInnengruppe
Angela Stief, Kuratorin, Kunsthalle Wien
Moderation: Nina Schedlmayr, Kunstkritikerin

Freitag, 30. April 2010, 19.00
Universidad Nómada
Präsentation und Diskussion

In den letzten Jahren dienten Monster-Institutionen als experimenteller Rahmen, um die politischen Diagramme sozialer Bewegungen in die institutionelle Organisation von gesellschaftlicher Kooperation und von Wissensproduktion einzubringen. So wurden sowohl Kunstinstitutionen als auch unabhängige Institutionen zum Ort des Experimentierens. Hybridisierung, Metamorphose und Innovation wurden dabei zu Stichwörtern für die Herausbildung nicht-repräsentationistischer politischer Formationen und für die Analyse des Verhältnisses von Krise und sozialem Wandel. In diesem Kontext fungiert Universidad Nómada als Dispositiv für die Produktion autonomen Wissens und politischer Interventionen.

Francesco Salvini and Raúl Sánchez Cedillo, Universidad Nómada
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Veranstaltung in englischer Sprache

Mittwoch, 28. April 2010, 19.00
Migrationsforschung in Österreich
Podiumsdiskussion

Migrationsberichte, Diversity Management, Integrationsleitbilder – Wissenschaft und Politik rücken zunehmend zusammen, wenn es um Fragen der Migration geht. Viele begrüßen die nunmehr verbesserte Zusammenarbeit, doch welche Konsequenzen hat die neue „Nähe“ für Ressourcen und Möglichkeiten einer sich kritisch verstehenden Migrationsforschung? Um dieses Spannungsverhältnis auszuloten, werden die alte wie neuere Geschichte sowie die aktuelle Positionierung von Migrationsforschung in Österreich vor dem Hintergrund internationaler Diskussionen beleuchtet.

Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler, Berlin
Barbara Herzog-Punzenberger, Anthropologin, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien
Assimina Gouma, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Salzburg und [KriMi]

Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung

Dienstag, 27. April 2010, 19.00
RUHRTEXT
Buchpräsentation

Angeregt von den Dérive-Experimenten der Situationisten, die der von den Verheerungen des Kapitalismus und einer „autogerechten“ Verkehrsplanung gezeichneten modernen Stadt ihre bewußt subjektive Aneignung des Stadtraums entgegensetzten, durchstreife ich „Deutschlands größte Stadt“, die eigentlich keine ist – oder ein Patchwork aus vielen. Das mag absurd erscheinen, zumal das Ruhrgebiet zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus „automobilen Zonen“ besteht, die in der Regel durchfahren werden und nicht durchwandert. (Florian Neuner)


Florian Neuner, Autor
Georg Driendl, Architekt
Ralph Klever, Klever Verlag
Bernhard Widder, Lyriker und Architekt

Florian Neuner: Ruhrtext. Eine Revierlektüre. Wien: Klever Verlag 2010

Donnerstag, 22. April 2010, 19.00
Corazón del tiempo / Heart of Time
kinokis mikrokino # 171

Während die Armee der Bundesregierung widerständige
Gebiete besetzt, soll mitten im aufständischen Gebiet der
Zapatistas Sonia verheiratet werden. Doch ihr Herz schlägt für einen anderen, einen Aufständischen. Damit gerät sie nicht nur mit den überlieferten Gebräuchen in Widerspruch, sondern auch mit dem revolutionären zapatistischen Gesetz. Dieser erste zapatistische Spielfilm aus der Selva Lacandona wurde nicht zuletzt möglich durch die Zusammenarbeit der aufständischen Räteregierungen mit Hermann Bellinghausen, der den indigenen Aufstand seit 1994 journalistisch begleitet.

Anschließend Gespräch mit Tom Waibel, kinoki
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker
Luz Kerkeling, Filmemacher und Autor

Corazón del tiempo / Heart of Time (MEX 2008). Regie: Alberto Cortés. 90 min. OmeU

Mittwoch, 21. April 2010, 19.00
‚Kunst dem Volk‘
Dissertation

Zwischen 1939 und 1944 gab Heinrich Hoffmann, „Hoffotograf“ Adolf Hitlers, in Wien die Zeitschrift „Kunst dem Volk“ heraus. Durch das Heft ziehen sich bestimmte Topoi der NS-Kunstliteratur, die ihre Parallelen in der akademischen unstgeschichtsschreibung finden. Untersucht wurden dabei die – häufig absurd erscheinenden –Zuschreibungen an die deutsche sowie die „ostmärkische“ Kunst; zudem ließen sich bestimmte zeittypische Künstlerideale herausarbeiten. Obwohl sich „Kunst dem Volk“ auf den ersten Blick weniger offensiv-propagandistisch gebärdete als andere NS-Kunstzeitschriften, diente auch in diesem Heft die Erzählung von Kunstgeschichte eindeutig propagandistischen Zwecken.

Nina Schedlmayer: Die Zeitschrift ‚Kunst dem Volk‘. Populärwissenschaftliche Kunstliteratur im Nationalsozialismus und ihre Parallelen in der akademischen Kunstgeschichtsschreibung. Dissertation, Universität Wien 2010

Dienstag, 20. April 2010, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

Das Bündnis gegen den Rechtsruck ist nun DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus; und immer noch eine Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden. Was unternehmen die Parteien gegen diese Tendenzen?

Sirvan Ekici, ÖVP, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Alev Korun, Die Grünen, Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat
Nurten Yilmaz, SPÖ, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Moderation: Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS

Montag, 19. April 2010, 19.00
Das Vaterspiel
Let’s talk about ... SCRIPTS!

Eigentlich ist Rupert Kramer, genannt Ratz, Sohn eines sozialdemokratischen Ministers, ein unpolitischer Mensch, ein Politikverweigerer. Ausgerechnet er gerät, als er einen Anruf von seiner Jugendliebe Mimi erhält, in einen brutalen geschichtlichen Lehrgang. Ratz fliegt zu ihr nach Amerika und bald wird klar, er soll ihr helfen, das Versteck ihres Vaters, eines litauischen Nazis, der für die Ermordung zahlloser Juden verantwortlich ist, auszubauen.

Michael Glawogger, Regisseur und Drehbuchautor Das Vaterspiel (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

In Kooperation mit dem drehbuchFORUM Wien

Freitag, 16. April 2010, 19.00
Kritik des Kapitalismus
Buchpräsentation

Der Grazer Journalist Christian Stenner beschäftigt sich mit
den sozialen Auswirkungen ökonomischer Verhältnisse, besonders mit den dem Kapitalismus eigenen strukturellen
Deformationen und zyklischen Krisen. Unmittelbar nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA befragte er ausgesuchte SpezialistInnen zu den Hintergründen der aktuellen Krise und zu möglichen Ansätzen, diese zu überwinden. In knapp zwei Jahren entstanden fünfzehn Gespräche.

Stephan Schulmeister, Ökonom am Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
Erhard Glötzl, ehemaliger Vorstandsdirektor der Linz AG
Kurt Rothschild, Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften
Christian Stenner, Journalist

Christian Stenner (Hg.): Kritik des Kapitalismus. Gespräche über die
Krise. Wien: Promedia 2010

Montag, 12. April 2010, 19.00
Impersonal Intersex
Vortrag

Operationen für Intersexuelle versteht Iain Morland als queere Praxis. Trotz ihrer konservativen Ziele hat Chirurgie Morland zufolge einen desorientierenden Effekt auf Individuen; Queer Theory ermöglicht ein kritisches Verständnis der zeitlichen und räumlichen Eigenschaften des post-operativen Körpers. In seinem Votrag Impersonal Intersex. Genital Surgery in the Public Sphere vertritt Morland die These: Wenn Desorientierung nicht als private Angelegenheit individueller Körper, sondern als historisch produzierte Bedingung der Persönlichkeit verstanden wird, dann wäre die Behandlung von Intersexualität auch Thema für einen öffentlichen Dialog.

Iain Morland, Kulturwissenschaftler, Cardiff University, UK
Moderation: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Susanne Hochreiter, Literaturwissenschaftlerin, Universität Wien

Veranstaltung in englischer Sprache

Queere Interventionen. Veranstaltungsreihe und interdisziplinäre Kooperation, Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien

Dienstag, 30. März 2010, 19.00
Sponsored by Eltern: Praktika im Kunstfeld
Podiumsdiskussion

Während ihres Studiums leisten StudentInnen im Kunstbetrieb oft unbezahlte oder unterbezahlte Arbeit in Form von Praktika. Ähnlich prekäre Arbeitssituationen gehen auch viele junge AbsolventInnen ein, mit der Hoffnung, im Kunstfeld Fuß zu fassen. Eine derartige Arbeitssituation können sich meist nur diejenigen leisten, die über einen entsprechenden finanziellen Background verfügen, über Eltern, die somit indirekt den Kunstbetrieb sponsern. Haben prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Kunstfeld einen systemerhaltenden Stellenwert? Wie stellt sich die Situation für ArbeitgeberInnen dar?

Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Paul Ringler, Soziologe, Plattform Generation Praktikum
Gabriele Senn, Galeristin, Vorsitzende des Verbands Österreichischer Galerien Moderner Kunst
Stefan Wagner, stellvertretender Direktor des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Moderation: Klaus Neundlinger, Philosoph und Autor

Dienstag, 23. März 2010, 19.00
Subversiv?
Podiumsdiskussion

Der Begriff der Subversion bleibt in der gegenwärtigen Kunstpraxis und Kunsttheorie bezüglich seiner Bedeutungen oft unreflektiert. Ist „subversiv“ weit entfernt von seiner ursprünglichen Bedeutung als „unterwandernd“ zu einem Label der Rezeption geworden, das KunstkritikerInnen, KuratorInnen und Institutionen für all jene Kunst anwenden, die sie für radikal halten? Oder ist ein solcher „Subversions-Pessimismus“ fehl am Platz und die Subversion noch immer ein effektives Konzept künstlerischer Intervention?

Jens Kastner, Soziologe, Kunsthistoriker, Akademie der bildenden Künste Wien
Jakob Lena Knebl, Künstler_in, Akademie der bildenden Künste Wien
Oliver Ressler, Künstler
Moderation: Astrid Peterle, Depot

Montag, 22. März 2010, 19.00
Alltag und Handeln in Psychiatrien
Vortrag und Diskussion

In der Historiographie der Psychiatrie werden Fragen danach, wie PatientInnen mit den restriktiven Maßnahmen umgingen, mit denen sie in psychiatrischen Institutionen konfrontiert waren, nur selten gestellt. Dabei können gerade Krankenakten und Selbstzeugnisse wie Zeichnungen, textile Arbeiten oder Briefe vielfältige Antworten auf diese Fragestellungen geben. Ein praxistheoretischer Ansatz stellt der Wirkmächtigkeit räumlicher und diskursiver Strukturen die Eigenmächtigkeit gewöhnlicher Praktiken gegenüber. Mit dem Fokus auf alltägliche Handlungsweisen von Frauen in Psychiatrien um 1900, soll diese „Kunst des Handelns“ (Michel de Certeau) beleuchtet werden.

Monika Ankele, Historikerin, Kunstvermittlerin, Künstlerin Schwestern Brüll
Respondenz: Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien

Monika Ankele: Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn. Wien / Köln /Weimar: Böhlau 2009.

Donnerstag, 18. März 2010, 19.00
Uni brennt.
Buchpräsentation und Diskussion

»Uni brennt« war im Herbst 2009 der Ruf der Studierenden, aber auch vieler Lehrender, an der Universität Wien. Das Buch „Uni brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches“ liefert einen kritischen Diskussionsbeitrag zur Bildungsdebatte, unterschiedliche, zum Teil sich widersprechenden Positionen und Informationen für eine kritische Öffentlichkeit. Entstanden aus der Initiative von protestierenden Studierenden, macht sich der Sammelband auf die Suche nach den Ursachen, stellt grundsätzliche Fragen zum Bildungsbegriff und zur Bildungspolitik und gibt atmosphärische Stimmungsbilder aus den ehemals besetzten Hörsälen wieder.

Eva Maltschnig, ÖH Generalsekretärin
Erich Ribolits, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Wien
Karin Schönpflug, Projekt Internationale Entwicklung,Universität Wien
Marlene Streeruwitz, Schriftstellerin
Phillip, KriSU, Kritische und Solidarische Universität
Moderation: Leo Hiesberger

Stefan Heissenberger, Viola Mark, Susanne Schramm, Peter Sniesko, Rahel Sophia Süß. (hg) UNI BRENNT. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches. Turia+Kant, Wien 2010

Mittwoch, 17. März 2010, 19.00
Volkskrieg – ein Heimatfilm
kinokis mikrokino #170

Volkskrieg – ein Heimatfilm erzählt eine Geschichte über Solidarität und reflektiert dabei aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen wie Arbeitsverhältnisse und Migration. Fünf Menschen treffen sich auf einer Almhütte, bilden eine nicht nur kulturell vielfältige Gemeinschaft und schicken sich an, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher Selbstverständlichkeit soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die unabhängige Filmemacherinnengruppe RMP132 bedient sich dabei der Stilmittel des Heimatfilms der 50er und 60er Jahre, stellt sich in die Tradition des kritischen Heimatfilms der späten 70er und 80er Jahre und kombiniert dies mit den Möglichkeiten des epischen Theaters.


Anschließend Gespräch mit Jan Pirker und weiteren am Film Beteiligten

Volkskrieg – ein Heimatfilm (A 2008) Regie / Buch / Schnitt: Jan Pirker, Kamera: Barbara Wimmer, Produktion: RotesMeidlingProduktion132.

Mit Alev Irmak, Mamadou H. Wane, Thomas Hoschek, Wang Zhou, Erland Secrieru u. a., 82 min.

Dienstag, 16. März 2010, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung nd Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit eklärt werden.

Lakis Jordanopoulos, Journalist, ORF Minderheitenredaktion
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck


Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck

Donnerstag, 11. März bis Samstag, 13. März
Negative Sozialphilosophie
Symposion

Einerseits ist es plausibel, die Aufhebung, Entschärfung oder Regelung von Phänomenen negativer Sozialität anzustreben; andererseits kann argumentiert werden, dass Gemeinschaften und Gesellschaften mit unaufhebbarem Widerstreit, innerem Konflikt oder dem sogenannten „Unvernehmen“ leben müssen. Die Tagung unternimmt den Versuch, diese negativen Erfahrungennicht nicht von vornherein als Mangelphänomene zu beschreiben, sondern sie aus einer sozial- und kulturphilosophischen Perspektive näher zu untersuchenund damit auch gängige Konzepte des Sozialen einer grundlegenden Revision zu unterziehen...

Donnerstag, 11. März

15.30
Einführung
Burkhard Liebsch, Universität Bochum

16.00
Grenzen eines dialektischen Negativismus
Zum Konzept einer negativistischen Sozialphilosophie
Burkhard Liebsch, Universität Bochum

17.15
Antagonismus
Oliver Marchart, Soziologisches Seminar der Universität Luzern



Freitag, 12. März

9.00
Alterität
Zur leeren Mitte der Kommunikation
Andreas Hetzel, Darmstadt

10.15
Schweigen
Zum Zentrum von Kafkas sozialer Welt
Tobias Klass, Philosophisches Seminar der Universität Wuppertal Wuppertal

11.30
Entfremdung
Unheimliche Seiten des Arbeitens
Andreas Oberprantacher, Institut für Philosophie der Universität Innsbruck


12.45 Mittagspause


14.00
Indifferenz
Ontologische Struktur, anthropologisches Faktum oder geschichtlich-gesellschaftliche Entwicklung?
Sophie Loidolt, Philosophie, Universitäten Wien und Klagenfurt

15.15
Widerstand
Zwischen pathischer Negation und negativer Aktion
Hans Rainer Sepp, Humanwissenschaftliche Fakultät der Karls-Universität Prag

16.30 Pause

16.45
Missverständnis
Dialektik und Hermeneutik generativer Verhältnisse
Tatiana Shchyttsova, Philosophie, European Humanities University in Vilnius

18.00
Unterbrechung der Ökonomie - Ökonomie der Unterbrechung
Arthur Boelderl, katholisch-theologische Universität Linz


Samstag, 13. März

9.00 Uhr
Hass
Haltung des Unversöhnlichen
Sandra Lehmann, Philosophin, Wien

10.15 Uhr
Willkür
Andreas Niederberger, Institut für Philosophie der Uni Frankfurt am Main

11.45 Uhr
Rassismus: Zur Phänomenologie leibhaftiger sozialer Inferiorisierung
Michael Staudigl, Philosoph, Visiting Fellow am IWM, Wien


Eine Veranstaltung des IWK - Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 10. März 2010, 19.00
Die Jüdischnationale Partei 1906 –1938
Vortrag

Bei den ersten Wahlen in der Republik im Jahr 1919 erzielte die Jüdischnationale Partei ein Mandat im österreichischen Nationalrat und drei Mandate im Wiener Gemeinderat. Im Mittelpunkt jüdischnationaler Politik standen die Forderungen nach Gleichberechtigung der JüdInnen und ihrer Anerkennung als Nation sowie die Schaffung eines Judenstaates in Palästina / Eretz Israel. 90 Jahre danach liegt nun eine Publikation über die Jüdischnationale Partei vor, die erstmals eine Gesamtdarstellung ihrer Geschichte in Österreich bietet. Die Ergebnisse der umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen dieses Bandes gehen über konkrete jüdischnationale Politik hinaus und machen einen lange ignorierten Teil jüdischer Lebensentwürfe sichtbar.


Dieter J. Hecht, Historiker und Herausgeber

Dieter J. Hecht (Hg.): Die Jüdischnationale Partei in Österreich 1906 –1938. In: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 7/09.

In Kooperation mit dem Gedenkdienst, zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl.

Montag, 8. März und Dienstag, 9. März, 10.00
Freiraum Leerstellen
Vorträge und Diskussion

In Ballungszentren ist der Bedarf nach Freiräumen in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen. Deshalb hat die kunstschule.at für die heurige Projektwoche das Thema "Freiraum Leerstellen" ausgewählt. Die gemeinsame Nutzung des Schulhauses in der Lazarttgasse mit der künstlerischen Volkshochschule führte und führt immer wieder zu Konflikten, Raumnot stellt daher ein permanentes Problem der Schule dar. Die Sehnsucht nach mehr Raum sensibilisiert den Blick auf die Stadt, auf leer stehende Lokale, Industrieanlagen, Mietshäuser und führt zu der Frage, wieso diese Räume nicht genutzt werden.


Montag, 8. März

10.00 Dieter Schrage, Kurator, Kulturwissenschafter

11.00 Alexander Scheer, Wohnrecht

12.00 Jutta Kleedorfer, Projektkoordination für Mehrfachnutzung, MA18

14.00 Barbara Jeitler, Gebietsbetreuung Stadterneuerung 16. Bezirk

15.00 Gartenpolylog, österreichisches Netzwerk interkultureller Gemeinschaftsgärten


Dienstag, 9. März

10.00 Sissa Micheli, Aspekte der Zwischennutzung anhand von Beispielen aus Wien

10.00 MIK, Moblie Initiative Kultur/Mission Ignition Kagran (Genochmarkt Kagran)

13.00 Kampolerta, Netzwerk zur ungewöhnlichen Nutzung von öffentlichen Raum

14.00 Filmprogramm

Eine Veranstaltung der kunstschule.at

Dienstag, 02. März 2010, 19.00
Perspektiven kollektiver Interessenvertretung
Buchpräsentation und Diskussion

Mit dem verstärkten Auftreten von Wissensarbeit gewinnt eine Erwerbsgruppe an Bedeutung, bei der die etablierten Interessensvertretungen gewöhnlich auf wenig Resonanz stoßen. Das Buch „Wissensarbeiter organisieren“ untersucht die Arbeitssituation und Interessen hochqualifizierter Beschäftigter in wissensintensiven Tätigkeitsfeldern, einer Gruppe, die paradigmatisch für 'moderne' Formen der Arbeit und Interessenvertretung steht. Die AutorInnen gehen theoretisch und empirisch am Beispiel Österreichs der Frage nach, welche Unterschiede es in der Organisationseignung und Mobilisierbarkeit von WissensarbeiterInnen gibt und welche neuen Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die Interessenvertretungen ergeben.


Christine Kasper, Betriebsrätin Universität Wien und Funktionärin GÖD
Friedrich Kofler, Obmann der Fachgruppe UBIT der WKW
Manfred Kofranek, MAS Knowledge Management Austria
Eva Wilhelm, Betriebsratsvorsitzende AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Moderation: Wolfgang Gerlich

Susanne Pernicka, Anja Lasofsky-Blahut, Manfred Kofranek, Astrid Reichel: Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver Interessenvertretung, Berlin: Edition Sigma, 2010.

Donnerstag, 25. Februar 2010, 19.00
Bologna burns!
Informationsveranstaltung

Vom 11. bis 12. März werden die BildungsministerInnen 46 europäischer Staaten, zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.Grund genug, um den Sinn und Zweck des Bologna-Prozesses zu hinterfragen und über den alternativen Gegengipfel vom 12.-13. März zu informieren.

Eine Veranstaltung von bolognaburns.org

Dienstag, 23. Februar 2010, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Corinna Milborn, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck

Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck

Mittwoch, 17. Februar 2010, 19.00
Was ist Demokratie?
kinokis mikrokino # 169

"What is democracy?“ Oliver Ressler stellte diese Frage AktivistInnen und politischen AnalystInnen aus Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest, Kopenhagen, Moskau, New York, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh, Tel Aviv, Thessaloniki und Warschau. Obwohl allen GesprächspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten von Menschen, die in Staaten leben, welche üblicherweise als Demokratien bezeichnet werden. Ist aber die dominierende parlamentarisch-repräsentative Form tatsächlich Demokratie? Und wie könnte ein alternatives demokratisches System aussehen und welche organisatorische Form könnte es annehmen?

Anschließend Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler

What Is Democracy?, Oliver Ressler, 2009, 118 min., OmdU.

Donnerstag, 04. Februar 2010, 19.00
Fair Flowers
Vortrag und Diskussion

Mit der Kampagne Fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte macht FIAN Österreich gemeinsam mit Partnerorganisationen auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Schnittblumenindustrie in den Ländern des Südens aufmerksam und versucht das Bewusstsein über faire Kaufalternativen zu stärken. In Simbabwe, einem der Produktionsländer, engagiert sich die NGO Kunzwana Women’s Association für Möglichkeiten einer Produktion unter menschenwürdigen Bedingungen, etwa durch Gütesiegelprogramme wie das „Flower Label Program – FLP“, die auf strengen Kriterien und externen Prüfungen basieren.

Emma Mahlunge, Direktorin der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Spiwe Chigwande, Arbeiterin einer Blumenfarm, Mitglied des National
Employment Council und der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Moderation: Sophie Veßel, FIAN Österreich und Sabine Stelczenmayr, Grüne Bildungswerkstatt Wien

Eine Veranstaltung von FIAN Österreich, in Kopperation mit der Grünen Bildungswerkstatt Wien und dem Depot

Montag, 01. Februar 2010, 19.00
Dezentriertheit des Subjekts bei Judith Butler
Vortrag und Diskussion

Judith Butler postuliert eine durch den Anderen konstituierte „Nichtfreiheit am Ursprung unserer selbst“. Mit diesem Ansatz
versucht sie, das Subjekt als Halluzination zu dekonstruieren und es damit seinem „wohlverdienten Tod zuzuführen“. Zu diskutieren ist der Widerspruch, dass ein Denken, das von sich behauptet, die Überwindung der Metaphysik zu leisten, selber von vor-ontologischen Strukturen ausgeht. Auch muss geklärt werden, inwiefern es gerechtfertigt ist, etwa gegen den „marxistischen Humanismus“ mit Foucault den Tod einer „falschen“ Subjektivität zu fordern.

Alex Gruber, Politikwissenschaftler und Autor

Eine Veranstaltung von Café Critique


Samstag, 30. Januar 2010, 19.00
Antislawismus in Kärnten
Vortrag und Diskussion

2010 feiert Kärnten den 90. Jahrestag der Volksabstimmung über den Verbleib Südkärntens bei Österreich. Der Grenzkonflikt nach dem Zerfall der Monarchie wird in der deutschnationalen Ideologie als „Abwehrkampf gegen den slawischen Aggressor“ mystifiziert: Die Volksabstimmung habe gezeigt, dass dieses Land ein deutsches ist und mit der „Kärntner Einheit“ eine deutsche Volksgemeinschaft zu etablieren sei. Den Höhepunkt erreichte dieses wahnhafte Projekt mit der Deportation slowenischsprachiger Menschen während der NS-Zeit. Bis heute ist der Deutschnationalismus das hegemoniale Prinzip in der Kärntner Politik. Was sind die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen für die antislawischen Ressentiments?

Mirko Messner, Politiker und Autor

Eine Veranstaltung der autonomen antifa [w]


Dienstag, 26. Januar 2010, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Beatrice Achaleke, Soziologin, Obfrau Schwarze Frauen Community
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck

Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck

Montag, 25. Januar 2010, 19.00
Lourdes
Let’s talk about ... SCRIPTS!

Im Zentrum von Jessica Hausners Film Lourdes steht Christine, die sowohl dem touristischen Wallfahrtsort als auch dem Wunderglauben eher skeptisch gegenübersteht. Während des Aufenthaltes in Lourdes wird gerade sie überraschend geheilt. Man beginnt sich zu fragen, ob es sich um ein Wunder handelt und ob das Glück von Dauer ist.

Jessica Hausner, Regisseurin und Drehbuchautorin Lourdes (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19.00
Zum Selbstverständnis der Kunstvermittlung
Vortrag und Respondenz

Anhand einer kursorischen Geschichte von Kunstvermittlung in Wien seit den 1980er Jahren wird die Frage aufgeworfen, ob und wie deren Rahmenbedingungen ihr Selbstverständnis prägen. Welche Spuren hinterlassen Selbst-professionalisierung oder „KundInnenorientierung“ einerseits und prekäre Arbeitsverhältnisse andererseits in der jeweiligen Praxis und Theoriebildung von Vermittlung? Wie wirken sich museums- und bildungspolitische Setzungen auf den Umgang mit und die Definition von Zielgruppen aus? Was könnte dies für bildungspolitische Forderungen in diesem Bereich bedeuten?

Karin Schneider, Zeithistorikerin, Kunst- und Wissenschaftsvermittlerin
Respondenz: Stefan Palaver, Künstler und Kunstvermittler

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 20. Januar 2010, 19.00
Fernand Delignys Floß in den Bergen
kinokis mikrokino # 168

Nach seiner Begegnung mit einem als autistisch eingestuften 12-Jährigen gründete der Erzieher und Anti-Psychiater Fernand Deligny 1965 eine offene Anlaufstelle für Kinder, die von SpezialistInnen als unerziehbar und unheilbar eingestuft wurden. So entstand eine „Gegeninstitution“ ohne PflegerInnen und ohne institutionelle Zwänge als Ort der Existenz, an dem Kinder ihre eigene Geschichte beginnen konnten. Der Dokumentarfilm Ce gamin, là ist dem „Experiment Deligny“ gewidmet, das weit über den Bereich der Therapie hinaus für antiautoritäre Gruppen, KünstlerInnen und Intellektuelle – etwa Félix Guattari – inspirierend wirkte.

Präsentation: Birgit Mennel, Peter Grabher, kinoki

Ce gamin, là / Dieser Junge, da (F 1975). Regie: Renaud Victor, 96 min., frz. OV / dt. Übersetzung eingesprochen.




Montag, 18. Januar 2010, 19.00
Schreiben über Wien 1
city system /s # 8

 Im Jahr 2009 erschienen zahlreiche Publikationen zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Positionen im Bereich
Kunst im öffentlichen und sozialen Raum und zur Stadtwahrnehmung. Sie reichen von historischen über wissenschaftliche bis hin zu praxis- und projektbezogenen Texten und verweisen ebenso auf die Qualitäten künstlerischer Produktionsweisen wie auf deren unterschiedliche Kontexte und Konfliktpotenziale.

Pamela Bartar, Kunst- und Kulturtheoretikerin
Konrad Becker, Autor und Produzent im Bereich Wissenschaft und Kunst
Thomas Edlinger, Radiojournalist, freier Autor und Kurator
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin, Kuratorin und Autorin
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Stadtforscherin, Autorin
Bettina Leidl, Kulturmanagerin, Geschäftsführerin von KÖR
Philipp Rode, Landschaftsarchitekt
Moderation: Anne Katrin Feßler, Kulturjournalistin und Angela Heide, Kuratorin

city system /s #8 ist Teil der Veranstaltungsreihe von WOLKE7 in Kooperation mit der Gesellschaft für Kulturanalytik und artminutes



Donnerstag, 14. Januar 2010, 19.00
Das Exil der Frauen
Podiumsgespräch

Im Rahmen der Tätigkeit des Nationalfonds wurde eine nicht unbeträchtliche Menge an autobiographischen Aussagen verschiedener Generationen von Exilantinnen und Remigrantinnen gesammelt. Im Zentrum der Überlegungen stehen Spezifika des weiblichen Lebenszusammenhanges im Exil und die damit verbundene Erinnerungskultur.

Hannah Lessing, Generalsekretärin, Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und des Allgemeinen Entschädigungsfonds
Moderation: Siglinde Bolbecher, Herausgeberin Zwischenwelt, Theodor Kramer Gesellschaft

Eine Veranstaltung der öge-FrauenAG in Kooperation mit der Österreichschen Gesellschaft für Exilforschung öge und dem Depot



Mittwoch, 13. Januar 2010, 19.00
Die NAPOLAS in Österreich 1938 – 45
Vortrag

Wie im Deutschen Reich ab 1933 wurden in Österreich zwischen 1938 und 1945 Napolas – Nationalpolitische Erziehungsanstalten errichtet. Napolas waren NS-Internatsschulen, deren SchülerInnen nach rassisch-biologistischen Kriterien ausgewählt wurden. Drill, vormilitärische Übungen und ein straffer Anstaltsalltag kennzeichneten diese „Ausleseschulen“, die durchwegs in repräsentativen Gebäuden, zum Teil auch Klöstern, untergebracht waren. Insgesamt wurden in Österreich neun Napolas errichtet, in denen im Jahr 1942 1200 SchülerInnen erzogen wurden. Zu den Zöglingen gehörten mehrere Prominente der Zweiten Republik.

Sebastian Pumberger, Historiker und Journalist, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Dienstag, 12. Januar 2010, 19.00
Kulturelle Konstruktion der Finanzmärkte
Buchpräsentation und Diskussion

Die zwei Neuerscheinungen Mythos Markt und Das Wissen der Börse setzen sich mit der kulturellen Konstruktion der Finanzmärkte auseinander. Mythos Markt zeigt, dass die Wirtschaftskrise auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftslehre ist. Im Glauben an „den“ Markt konnte der Kapitalismus sich zu einem Finanz- oder Renditen-Kapitalismus wandeln. Neue Perspektiven auf die me diale und kulturelle Dimension der Finanzmärkte und ihrer Krise eröffnet das Buch Das Wissen der Börse.

Corinna Milborn, Politikwissenschaftlerin und Journalistin
Robert Misik, Journalist und Schriftsteller
Walter Ötsch, Volkswirt und Kulturhistoriker
Ramón Reichert, Autor und Film- und Medienwissenschaftler

Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie. Marburg: Metropolis Verlag 2009.

Ramón Reichert: Das Wissen der Börse. Medien und Praktiken des Finanzmarktes. Bielefeld: transcript Verlag 2009.

Montag, 11. Januar 2010, 19.00
Zur Theodor Herzl-Rezeption im Film
Filmvorführung und Vortrag

Der 150ste Geburtstag von Theodor Herzl gibt Anlass für einen Veranstaltungsschwerpunkt zur Gründung der zionistischen Bewegung. Zu Beginn der Reihe steht die Vorführung des Filmes Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes und ein Vortrag, der den Zugang zur Thematik nicht über die politische Debatte, sondern über ästhetische Reflexion und filmwissenschaftliche Analysen sucht. Der Film aus dem Jahr 1921 schildert das Leben des Schriftstellers und Juristen, sowie Szenen aus der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes, die die Sehnsucht nach einem eigenen Judenstaat begreiflich machen.

Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler, Filmarchiv Austria, Wien

Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (A 1921) Regie: Otto Kreisler, Stummfilm mit engl. Zwischentiteln, 60 min

In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, Wien, zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl.