Veranstaltungen

Donnerstag, 27. April 2017, 19.00
Kino Buch
Buchvorstellung und Gespräch

Zu Siegfried Kracauers berühmtem Text Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino liefern die Aufzeichnungen von Charlotte Gerth die nötige Empirie. Die Leipziger Stenotypistin hat über jeden der von ihr zwischen 1931 bis 1951 gesehenen Filme genau Buch geführt. Gerths handschriftliches Kinobuch, ein Flohmarktfund, haben Tabea Nixdorff und Katrin Erthel transkribiert und sind davon zu einer Drehbuchvorlage inspiriert worden.

Paolo Caneppele, Sammlungsleiter Österreichisches Filmmuseum, Wien
Katrin Erthel und Tabea Nixdorff, Autorinnen und Typografinnen, Leipzig

Katrin Erthel, Tabea Nixdorff: Kino Buch. Filme, die ich gesehen habe. Protokolle der Stenotypistin Charlotte Gerth aus Leipzig. Institut für Buchkunst, Leipzig, 2016

www.kinobuch.com

Mittwoch, 26. April 2017, 19.00
Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus
Buchpräsentation

In neoliberalen Zeiten ist alles »psychisch«. Der berufliche Erfolg, die körperliche Fitness oder aber Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit und sogar Armut - alles und jedes wird einer psychologischen Betrachtung unterworfen. Unter Rückgriff auf die Überlegungen Michel Foucaults unterzieht Angelika Grubner die Psychotherapie einer machttheoretischen Prüfung. Sie zeigt deren unentwirrbare Liason mit dem Neoliberalismus und beschreibt die Idee eines machtfreien psychotherapeutischen Raumes als eine naive, irreführende Illusion.


Angelika Grubner, Psychotherapeutin, Sozialarbeiterin
Moderation: Martin Birkner, mandelbaum verlag

 

Angelika Grubner: Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus. Eine Streitschrift. Mandelbaum Verlag, Wien 2017

Dienstag, 25. April 2017, 19.00
Rethinking the Ontology of Technology
Lecture and Panel

In Alf Hornborgs view technological progress is not so much a matter of ingenious and innocent breakthroughs in engineering as of devising new and profitable systems for displacing work and environmental pressures to other populations and geographical areas.The essential rationale of globalized technological systems is thus as inextricably connected to societal injustices as slavery or serfdom. Hornborg´s political scope enables to better understand how social and environmental problems are inherently connected.

Alf Hornborg, Human Ecology, Lund University

Discussion:
Anita Kaya, Im_flieger Artists’ Association
Bernd Kräftner, Art & Science, University of Applied Arts Vienna
Moderation: Kilian Jörg, Philosopher/Artist

In Kooperation mit Art & Science master´s programme, Universität für Angewandte Kunst Wien, Im_flieger - independent Artists’ Association Wien und dessen Forschungsprojekt Stoffwechsel - Ökologien der Zusammenarbeit

Montag, 24. April 2017, 19.00
Fake/Fiction? Verschwörungstheorien im Netz
Diskussion

Fake News, Filter Bubbles und Echokammern – Verschwörungstheorien und Dystopien manipulativer Macht haben Konjunktur in der neu konfigurierten Medienöffentlichkeit. Häufig genug wird dabei das Internet selbst angeprangert, die sprudelnde Quelle dieser Falschmeldungen zu sein. Das macht es notwendig, sich dem Phänomen der „Mythenbildungsmaschine Internet“ zu nähern. Und sowohl die technisch-infrastrukturellen Rahmenbedingungen als auch die text- und bildbasierten Figuren und Merkmale der Verschwörungsdiskurse im und um das Netz zu untersuchen.

Ramón Reichert, Medienwissenschafter, Universität Wien
Ann-Marie Riesner, Dissertantin der Germanistik, Justus-Liebig-Universität Gießen

Donnerstag, 20. April 2017, 19.00
OCCUPY - RESIST - PRODUCE
kinoki mikrokino #222

Massenentlassungen und Fabrikschließungen als Folge der seit 2007 andauernden Finanzkrise haben die Frage nach der Arbeiter_innen-Selbstverwaltung neu gestellt. Oliver Ressler und Dario Azzellini untersuchen in der Dokumentarfilm-Trilogie OCCUPY, RESIST, PRODUCE drei Beispiele von Fabriksbesetzungen, in Mailand, Rom und Thessaloniki, die sich in erfolgreiche Experimente zur Neuerfindung der Arbeit im 21. Jahrhundert entwickelt haben. Die gesamte Trilogie ist zum ersten Mal in Wien zu sehen:

Occupy, Resist, Produce – Vio.Me. (2015), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 30 min, OmdtU
Occupy, Resist, Produce – Officine Zero (2015), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 33 min, OmdtU
Occupy, Resist, Produce – RiMaflow (2014), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 34 min, OmdtU

Anschließend Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler, Filmemacher

Donnerstag, 6. April 2017, 14.00 – 18.45, Freitag, 7. April, 10.00 – 19.00, Samstag, 8. April, 10.00 – 14.00
Widerstreitende Erfahrung
Spielarten ästhetischer Bildungsprozesse

Inwieweit sind sich ästhetische Erfahrungsweisen – samt ihrer Praktiken, den Institutionen, in denen diese initiiert werden, und der Zeit, in der sie sich vollziehen, einander ähnlich? Weisen sie  Gemeinsamkeiten auf? Wenn ja, wie können diese, präziser als in den bestehenden Debatten, formuliert werden?  Die Beiträge widmen sich der Heterogenität ästhetischer Erfahrungsweisen und widmen sich dem Ziel, besser zu verstehen, welche Chancen und Probleme sich spezifisch mit diesen verbundenen Bildungsprozessen eröffnen können.

 

Donnerstag, 6. April
14:00–15:15 Uhr: »It’s about us.« (Selbst-)Beobachtungen zu »The Walking Dead« und »Orange Is the New Black«. Iris Laner, Tübingen/Wien, Markus Rieger-Ladich, Tübingen

15:45–17:00 Uhr: Bildende Kunst. Künstlerische Praxis als Wissensvermittlung. Eva Kernbauer, Wien

17:30–18:45 Uhr: Dissonanz – Atonalität – Präsenz. Annäherungen an ästhetische Erfahrungsräume im frei improvisierten Jazz. Alfred Schäfer, Halle-Wittenberg

Freitag, 7. April
10:00–11:15 Uhr: Andere Mitwisser*innen. PolylogischeWissenspraktiken in und mit recherchebasierter Kunst. Ines Kleesattel, Zürich

 

11:45–13:00 Uhr. Die Erziehung des Blicks. Sehen als Dispositiv. Andreas Dörpinghaus, Würzburg

 

14:15-15.30 Uhr: »Poesie ist nicht etwas, was gut tut.« Zu Herta Müllers transmedialer Reflexion über ästhetische Bildungsprozesse. Natalie Moser, Potsdam

 

16:00–17:15 Uhr: Lesen als Fremdheitserfahrung. Bildungstheoretische Überlegungen am Beispiel von Clemens J. Setzʼ Roman »Indigo«. Hans- Christoph-Koller, Hamburg

 

17:45–19:00 Uhr: Zwischen Herrschaftsinstrument und Freiheitsversprechen. Zur Geschichte der ästhetischen Erfahrung. Ruth Sonderegger, Wien


Samstag, 08.04.2017
10:00–11:15 Uhr: Ohne Grund. Lissitzkys Pressa-Pavillon, 1928. Simon Baier, Wien

11:45–13:00 Uhr: Lesen und schauen. Ästhetische Erfahrung im Comic. Markus Brunner, Wien

13.00–14.00 Uhr: Abschlussdiskussion



In Kooperation mit dem IWK - Institut  für Wissenschaft und Kunst

Dienstag, 04. April 2017, 19.00
Bewährungsprobe#13
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereinigung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre Praxen und Techniken zur Diskussion.


Manfred Hubmann hinterfragt in seiner künstlerischen Tätigkeit, welche Werte und Verhaltensmuster von wirtschaftlichen Prozessen und Strukturen produziert werden.
Katrin Hornek folgt als künstlerische Strategie Geschichten und Spuren der materiellen Welt, indem sie den Diskurssträngen oder die Transformationen ihrer Umwelt verfolgt.

Manfred Hubmann, Künstler, Wien
Katrin Hornek, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Donnerstag, 30. März 2017, 19.00
Institutionskritik als Methode
Buchpräsentation und Diskussion

Institutionskritik übt Kritik an Kunstinstitutionen mit den künstlerischen Mitteln selbst. Zunächst an Kunstinstitutionen im engeren Sinn – also Museen und Galerien – und später, in einem erweiterten Sinn, an einem institutionellen Rahmen, am gesamten künstlerischen Feld mit allen beteiligten Akteur_innen. Sønke Gau untersucht in seiner umfassenden Genealogie der Institutionskritik das Potenzial dieser künstlerischen Verfahren und fragt nach deren Aktualisierung unter den heutigen Bedingungen.

Sønke Gau, Kunst- und Kulturwissenschaftler, ZHdK Zürich

Sønke Gau: Institutionskritik als Methode. Hegemonie und Kritik im künstlerischen Feld. Turia + Kant, Wien und Berlin 2016

Montag, 27. März 2017, 19.00
Aussicht auf Kunst 1
Staffelgespräch

Spielen die Kriterien „Originalität“ oder „neu“ noch eine Rolle in der Kunstproduktion, der Kunstbeurteilung? Eine neue Veranstaltungsreihe wird dieser Frage auf den Grund gehen und stellt sie zuerst den Lehrenden und Studierenden der entsprechenden Kunsteinrichtungen. Muss sich zeitgenössiche Kunstproduktion von vergangener signifikanter unterscheiden als bloß durch Variationen? Welche Ausblicke auf Entwicklungen und Tendenzen werden in der Künstler_innenausbildung verhandelt?
In 15 kurzen „Staffelgesprächen“ werden abwechselnd jeweils zwei Teilnehmer_innen auf die Fragestellung eingehen, so dass eine Art fließender Diskurs entsteht.

Studierende:
Diana Barbosa Gil, Transmediale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien

Julia Bugram, Malerei und Prozess, Kunstschule Wien
Magdalena Fritsch, Doktorandin, Akademie der bildenden Künste Wien
Lehrende:
Renée Gadsden, Kunsthistorikerin, Universität für Angewandte Kunst Wien
Felicitas Thun-Hohenstein, Kunsthistorikerin, Akademie der bildenden Künste Wien
Tom Waibel, Philosoph, Kunstschule Wien

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00
Kärntner Slowen_innen – Verfolgung und Widerstand
GehDenken!

Entnationalisierungsbestrebungen in Kärnten führten während des gesamten 20. Jahrhunderts für die slowenisch-sprechende Minderheit zu Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung. Höhepunkt dieser Politik stellten die Jahre 1938–1945 dar. Dennoch gelang es der Minderheit, den effizientesten antifaschistischen militärischen Widerstand auf dem Gebiet des heutigen Österreich aufzubauen.


Brigitte Entner, Historikerin, Klagenfurt/Celovec


In Kooperation mit Gedenkdienst

ACHTUNG: DIE FÜR 22.3. GEPLANTE VERANSTALTUNG WIRD AUF 30.5. VERSCHOBEN
Pop zwischen Normativität und Subversion
Thnk Tnak
Dienstag, 21. März 2017, 19.00
“Die Karte Europas würde heute anders aussehen”
Projektpräsentation

Das interdisziplinäre Projekt untersucht anhand von Monumenten und Museen zum Zweiten Weltkrieg die Gedenkkulturen in der Stadt Lwiw. Die Recherche ist dabei auf die Erforschung des Visuellen fokusiert und nimmt auch die aktuelle ukrainische Geschichtspolitik ins Visier. Vorgestellt werden die vier großen Narrative der Stadt: das ukrainische, das sowjetische, das jüdische und das polnische, zu deren VertreterInnen im Rahmen mehrerer Feldforschungen ein Dialog aufgebaut wurde.


Ekaterina Shapiro-Obermair, Künstlerin
Alexandra Wachter, Historikerin


Ekaterina Shapiro-Obermair / Alexandra Wachter: Lwiw. Kriegsmuseum. Lemberg/Wien 2016

Montag, 20. März 2017, 19.00
AEP - Feminismus und Sexualität
Zeitschriftenpräsentation

Das AEP ist die älteste feministische Zeitschrift Österreichs und wird von abwechselnden Herausgeber_innen editiert. Der thematische Schwerpunkt des aktuellen Heftes widmet sich dem im Feminismus umkämpften Terrain von Sexualitäten. Ein Anlass, um auch nach den Ursachen und Folgen des Hurenstigmas zu fragen und die Rolle, die es in einer sexistischen Gesellschaft spielt, zu diskutieren.

Sara Ablinger, Kunsthistorikerin, Lebensspiralen, Wien
Helga Pregesbauer, Historikerin, Herausgeberin AEP - Feminismus und Sexualität, Innsbruck

Freitag, 17. März 2017, 19.00
Mobilisierung der Träume
kinoki mikrokino #221

Was allen Bild- und Tonmaschinen gemeinsam ist, sind die Wünsche, Vorstellungen und Ängste, die ihnen vorausgingen und die sie teils begleiteten: So wurde das Radio als Mittel der Völkerverständigung und des Weltfriedens gefeiert, und kam das Fernsehen als Überwachungsapparat des organisierten Verbrechens in Verdacht. Was ist aus diesen Utopien und Vorstellungen geworden? In welchen der modernen Mythen finden sie sich wieder?


Martin Reinhart, Filmemacher und Filmtechniker

Ausschnitte aus Mobilisierung der Träume (R: Manu Luksch, Martin Reinhart, Thomas Tode, A 2015)

Donnerstag, 16. März 2017, 19.00
Kunst-Räume: Neue Strategien
Podiumsgespräch

Wie könnten Räume und Ideen für neuartige Präsentationsmodelle von zeitgenössischer Kunst abseits von Staatsmuseen, etablierten Galerien und typischen Off-Spaces aussehen? Eine neue Veranstaltungsreihe will Strategien und alternative Formate Kunst zu präsentieren vorstellen und ökonomische Modelle jenseits des klassischen Kunstmarktes, eine breitere Zugänglichkeit von Gegenwartskunst und die Verbesserung von bestehenden Strukturen erkunden.


Angela Stief, Kuratorin, Wien
Rudolf Leeb, ARCC art, Wien
Alexandra-Maria Toth, Sozialwissenschafterin und Kunstkritikerin, Wien
Moderation: Nina Schedlmayer, Profil, Wien

 

Dienstag, 14. März 2017, 19.00
Thick Sections: Gas Works Park & Rich Haag
Lecture

A history of Richard Haag's creation of Gas Works Park reveals a paradigm shift in the imagination of urban public landscapes. The post industrial urban landscape holds a powerful legacy in the 21st century city. Such sites are toxic, poisonous, and associated with the worse of industrial excesses and waste. Historically we have hidden such sites as wasted places. More recently we have sought to open such landscapes, transforming them into public parks.


Thaisa Way, Landscape Architecture, University of Washington, Seattle


In Kooperation mit dem Institut für Landschaftsarchitektur, Universität für Bodenkultur Wien

Montag, 13. März 2017, 19.00
When Exhibitions become Politics
Buchpräsentation

In jüngster Zeit behandeln nicht nur immer mehr Ausstellungen politische Themen, es nehmen auch häufiger Ausstellungen selbst einen dezidiert politischen Charakter an. Eine Tagung in Jena 2014 widmete sich den vielfältigen Kontexten und Hintergründen, durch die Ausstellungen zum ‚Politikum‘ werden. Der kürzlich erschienene Tagungsband enthält Analysen der Geschichte, Strategien und Ergebnisse politisch involvierter Kunstausstellungen seit den 1960er Jahren bis zur Gegenwart, darunter auch Rückblicke von Beteiligten.

Elisabeth Fritz, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller Universität Jena
Verena Krieger, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller Universität Jena

Verena Krieger / Elisabeth Fritz (Hrsg): When Exhibitions become Politics. Geschichte und Strategien der politischen Kunstausstellung seit den 1960er Jahren. Böhlau Verlag, Köln 2017

Dienstag, 07. März 2017, 19.00
Feministische Bildung
feminismen diskutieren

Die feministische Erwachsenenbildung existiert, marginalisiert, zwischen Notwendigkeit und Ideal. In einer Situation, die die Verknüpfung von kritischem Wissen mit ebensolchem Handeln in institutionalisierten Bildungsstrukturen nicht mehr fördert, kann eine Frauenbildung, die auf Selbst- als Widerständigkeit baut,  Einsicht in Abhängigkeiten, Vermittlung wie Stärkung kritischen Bewusstseins ermöglichen.

Birge Krondorfer, Initiative feministische Erwachsenenbildung

Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer Wissenschafter*innen

 

In Kooperation mit VfW und der Frauenbildungsstätte Frauenhetz

Montag, 06. März 2017, 19.00
Bewährungsprobe#12
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereinigung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre Praxen und Techniken zur Diskussion.
Philip Pichler mischt in seinen Arbeiten Gegensatzpaare wie „Könner_innenschaft“ und „Unfähigkeit“ und erforscht diese Kategorien bildhauerisch.
In Michaela Schweighofers Arbeit werden skulpturale Installationen zur Bühne und Objekte zu Charakteren, Requisiten oder zur Kulisse.

Philip Pichler, Künstler, Wien
Michaela Schweighofer, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Donnerstag, 02. März 2017, 19.00
ABSAGE - DER VORTRAG MUSS LEIDER VERSCHOBEN WERDEN
feminismen diskutieren

Wegen dringender Verhinderung der Vortragenden muss die Veranstaltung Feministisch an den Nationalsozialismus erinnern? abgesagt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis. Der neue Termin wird voraussichtlich im Herbstprogramm 2017 angekündigt.

Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus durch feministische und queere Gruppen ist oft dem Vorwurf ausgesetzt, historisch unangemessene Opferidentifizierung zu betreiben oder zu emotional zu sein. Gibt es feministische Konzepte, diese Erinnerung emotional und politisch zu denken, ohne dabei ahistorisch und vereinnahmend zu werden?


Verena Wetzel, Geschlechterforscherin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW


In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafter*innen

Montag, 27. Februar 2017, 20.00
Zukunft jetzt #1 - Die Zukunft der Arbeit
Diskussion

Für das Diskursformat Zukunft jetzt! entwickeln jeweils zwei Diskutant_innen aus Kunst und Theorie einen Austausch zu Zukunftsszenarien. Diesmal zum Thema Arbeitswelt: Wie kann politisch und sozial auf die veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen reagiert werden? Das unternehmerische Selbst wurde zur Leitfigur der Arbeit unter intelligenten Maschinen. Seine Imperative sind aus diversen Stellenanzeigen bekannt: Sei flexibel! Sei kreativ! Kommuniziere! Sei eigenverantwortlich und selbstständig!

Philip Kovce, Philosoph, Berlin
Niki Passath, Künstler, Wien

In Kooperation mit dem Kunstraum MemphisMemphis und der Zeitschrift engagée politisch-philosophische Einmischungen

Dienstag, 14. Februar 2017, 19.00
Etappen einer Flucht
Buchbesprechung

Nermin Ismail begleitete als Übersetzerin Menschen aus dem arabischen Raum auf ihrem Weg nach Europa - in Österreich, Slowenien, Ungarn, Griechenland und der Türkei. Mit ihrem neuen Buch übersetzte sie - nun umgekehrt - deren Geschichten und Schicksale für deutschsprachige Leser_innen.
Adisa Begić interviewte Zeitzeug_innen, die während des Krieges gegen Bosnien-Herzegowina zwischen 1992 bis 1995 nach Österreich geflüchtet sind. Ihre Erlebnisse wurden bisher in der Öffentlichkeit nur unzureichend thematisiert.

 

Adisa Begić,  Kommunikationswissenschafterin, freie Journalistin
Nermin Ismail, Politologin, Autorin, Journalistin ORF

Nermin Ismail: Etappen einer Flucht. Tagebuch einer Dolmetscherin. Promedia, Wien 2016

Adisa Begić: Über/Leben im Krieg, Erlebnisse aus dem Krieg gegen Bosnien und Herzegowina. Al Hamra Verlag, Wien 2016

Montag, 13. Februar 2017, 19.00
Protest - Polizei – Demokratie
Diskussion

Im Zuge von Krisen- und Antiterrorismusgesetzgebung wachsen polizeiliche Handlungsspielräume, das Versammlungsrecht wird zu Gunsten von Sicherheitsmotiven eingeschränkt. Wie hat sich das Demokratieverständnis in Bezug auf Protest und wie haben sich polizeiliche Strategien gewandelt? Welche Rolle hat die Polizei bei Protesten? Ist die Polizei in einer Demokratie zur Regulierung von Protest notwendig? Kann es überhaupt eine demokratische Polizeipraxis geben?

 

Angelika Adensamer, Redakteurin juridikum, Rechtsinfokollektiv

Andrea Kretschmann, Institut für Bewegungsforschung, Centre Marc Bloch / HU Berlin

Oliver Marchart, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien,

Moderation: Maria Sagmeister, Institut für Rechtsphilosophie, Universität Wien

Mittwoch, 01. Februar 2017, 19.00
Oma war ein Nazi
Visuelles Hörexperiment

Ich zeige ein Bild, auf dem Dokumente zu sehen sind. Wie von oben auf einem Tisch fotografiert, so dass die Leser*in nur Teile erkennen kann. Ähnlich einem Stoß von Unterlagen, die im Archiv darauf warten, in die Hand genommen und genauer betrachtet zu werden. Das Bild hat keine Bildunterschrift und es könnte auch von der Leser*in stammen. Ist die Vergangenheit der künstlerischen Arbeit anzusehen?


Jo Schmeiser, Künstlerin, Autorin, Filmemacherin

DIE FÜR 31.1.2017 ANGESETZTE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN
UND WIRD ZU EINEM SPÄTEREN TERMIN NACHGEHOLT

Belvedere neu: Stella Rollig
Gespräch

Im Jänner 2017 bekommt die Österreichische Galerie Belvedere in Wien eine neue Führung: Als Direktorin qua künstlerisch-wissenschaftliche Leiterin wurde Stella Rollig berufen. Die ehemalige Bundeskuratorin für bildende Kunst, Gründerin des Depot und von 2004 bis zuletzt für das Lentos Kunstmuseum Linz verantwortlich gibt Auskunft über ihre Pläne für das große Haus in Wien.


Stella Rollig, Direktorin Belvedere
Sabine Nikolay, Ö1 Wissenschaft, ORF

Freitag, 27. Januar 2017, 19.00
Fiction is the greatest Force
Lecture

While architecture is oftentimes reduced to the production of buildings, architecture is also the practice of envisioning cities and civic form. In the process of producing these urban edifices that house social, political and spatial relations, architects produce new models of society in its operational and aspirational terms, constantly innovating new forms of collective life. Storefront for Art and Architecture is dedicated to the production of such alternatives. 

Eva Franch i Gilabert, Storefront for Art and Architecture, NYC

In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Architektur - ÖGFA

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19.00
Radical Faeries
Buchpräsentation und Filmvorführung

Der Auftakt einer neuen Reihe zur Rolle der Kunst in LGBTQ Bewegungen stellt zwei Arbeiten über Radical Faeries vor. Der Künstler Gunny Catell erzählt in seinem Buch - das erste außerhalb der USA über diese aus der Gay Liberation Ära entstandene Bewegung -  von einer queeren, emphatischen, naturverbundenen Welt. Georg Vogt und Christian Karst begleiteten mit ihrem filmischen Art Based Research Projekt Mitglieder der Radical Faeries, zeigen ihre Performances und Interviews, fragen nach ihrem Zugang zu sozialen Zusammenhängen und visueller Kunst.

Gunny Catell, Künstler, Aktivist, Autor
Bastian Petz, Kunst & Forschung, SelfSightSeeing Company
Georg Vogt, Filmemacher, Autor u.Lektor, Uni Wien

Gunny Catell: Rise like a Faerie. Freedom Love Respect. A Radical Faerie Trail. Manifest für ein Umdenken. Wien, Eigenverlag, 2015

Symbiofaerietaxiplasm oder die Feen von Hadres. R: Georg Vogt, Christian Karst, Bastian Petz  (A 2015), 113 min., D/E mit Untertiteln

Mittwoch, 25. Januar 2017, 19.00
Aktualität des Spanischen Bürger_innenkrieges
Geh Denken!

Mehr als achtzig Jahre sind seit dem Beginn des spanischen Bürger_innenkrieges vergangen, und noch immer provoziert dieses Thema heftige politische Debatten. Der lange Prozess aus der Diktatur bis in die Gegenwart macht Spannungen deutlich, die zeigen, dass die Spaltung der Gesellschaft bis heute nicht überwunden ist.

Georg Pichler, Universidad de Alcalá, Madrid

Dienstag, 24. Januar 2017, 19.00
Österreichische Afrika-Narrationen 1957-1985
Buchbesprechungen

Österreichs Verhältnis zum Kolonialismus ist von Nichtauseinandersetzung und Unbedarftheit geprägt, so lautete das vor allem ab der Nachkriegszeit gültige Credo. Wie sich Contact Zones tatsächlich gestalteten und welche Bilder mit der Dekolonisation nach Österreich drangen, ist Thema zweier Präsentationen: Sie zeigen TV-Ausschnitte der Afrika-Repräsentation sowie Bildmaterial zum österreichischen Bergbau in Sierra Leone.


Juma Hauser, Künstlerin, Wien
Paula Pfoser, Kulturwissenschaftlerin, Wien


Juma Hauser: Das Marampa Projekt. Als es im kolonialen Clubhouse Schnitzel gab. Mandelbaum, Wien 2016


Paula Pfoser: Bilder der Dekolonisation. Afrika-Repräsentationen im frühen österreichischen TV. Zaglossus, Wien 2016

Freitag, 20. Januar 2017, 19.00
Wir sind ein Künstler
Vortrag

Künstler_innengruppen sind mehr als Zusammenschlüsse von kollaborativen Einzelpersonen. Mit ihrer Masterarbeit behauptet Alice Neusiedler, dass sie über eine gemeinsame performative Erzählung ein kollektives Subjekt bilden, um als Gruppe angesprochen werden zu können. Dieser These folgt die Autorin ausgehend von einer empirischen Studie zu den Künstler_innengruppen Steinbrener/ Dempf & Huber, Muntean/Rosenblum und WochenKlausur.

Alice Neusiedler, Soziologin

Alice Neusiedler: Wir sind ein Künstler - Wie Künstler_innengruppen über performative Erzählungen zu Subjekten werden. Masterarbeit, Institut für Soziologie, Uni Wien, 2016

Donnerstag, 19. Januar 2017, 19.30
Frauen in der Gestalttherapie
Buchpräsentation

Women In Gestalt Therapy zollt Wegbereiterinnen der Gestalttherapie und deren substantiellen theoretischen, praktischen und politischen Beiträgen zur Entwicklung dieser Form der Psychotherapie die längst fällige Anerkennung. Aktuelle Interviews erlauben den Leser_innen einen persönlichen Einblick in die Lebenswege dieser faszinierenden Frauen über Kontinente hinweg.

Cordula Zimmermann, Gestalttherapeutin, Berlin
Wiltrud Krauss  Kogan, Soziologin, Gestalttherapeutin, Frankfurt
Nancy Amendt-Lyon, Gestalttherapeutin, Wien
Adriena Feckova, Gestalttherapeutin, Bratislava
Beatrix Wimmer, Psychologin, Gestalttherapeutin, Wien
Moderation: Elke Rehm, Psychologin, Gestalttherapeutin, Wien


Adriena Feckova, Beatrix Wimmer (Hg.): Women In Gestalt Therapy. Autobiographical Reflections and Future Prospects in Contemporary Interviews. Gestalt Book. Istituto di Gestalt HCC Italy, Siracusa, Italy. 2016

Mittwoch, 18. Januar 2017, 19.00
London und Wien: Umkämpfte Städte?
Buchbesprechung

In seinem Buch London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole beschreibt der Schweizer Journalist Peter Stäuber die Veränderungen im Stadtbild der britischen Hauptstadt durch den Einfluss des Kapitals. Gibt es Parallelen zur Situation in Wien?

Peter Stäuber, Journalist, Autor
Mara Verlic, Stadtforscherin

Peter Stäuber: London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole. Wien, Promedia Verlag 2016

Dienstag, 17. Januar 2017, 19.00
Bewährungsprobe#11
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerische Praxis und Techniken zur Diskussion. Katharina Höglinger verfolgt mit ihren zumeist malerischen Arbeiten eine paradoxe Struktur, die nach greifbaren Utopien und exzessiven Erfahrungen begehrt. David Kellner gab eigentlich andere ausprobierte Kunstformen auf im Zuge seiner Begeisterung zum Animieren. Dort werden Themen von ihm eher angespielt als behandelt.

Katharina Höglinger, Künstlerin, Wien
David Kellner, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz, Künstler, Wien

Donnerstag, 12. Januar 2017, 19.00
Making the Invisible Visible
kinoki mikrokino #220

Konzepte der Sichtbarmachung im gebauten Raum wie auch in unterschiedlichen Medien werden von der Künstlerin Vera Kumer kritisch hinterfragt. Der "klinische Blick" von Röntgenbildern oder CAT Scans, der "überwachende Blick" von Infrarotkameras und Satellitenüberwachung eröffnen den Einblick in die Welt des Nicht-Sichtbaren. Welche räumlichen Strukturen werden über die Institutionalisierung des Blickes etabliert?

Vera Kumer, Künstlerin / Lecture mit Filmausschnitten

Dienstag, 10. Januar 2017, 19.00
feminismen diskutieren
DIESE VERANSTALTUNG WIRD WEGEN KRANKHEIT ABGESAGT UND AN EINEM SPÄTEREN TERMIN NACHGEHOLT

Die feministische Erwachsenenbildung existiert, marginalisiert, zwischen Notwendigkeit und Ideal. In einer Situation, die die Verknüpfung von kritischem Wissen mit ebensolchem Handeln in institutionalisierten Bildungsstrukturen nicht mehr fördert, kann eine Frauenbildung, die auf Selbst- als Widerständigkeit baut, Einsicht in Abhängigkeiten, Vermittlung wie Stärkung kritischen Bewusstseins ermöglichen.

Birge Krondorfer, Initiative feministische Erwachsenenbildung
Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer Wissenschafter*innen

In Kooperation mit Verband feministischer Wissenschafter*innen und der Frauenbildungsstätte Frauenhetz