Veranstaltungen

Mittwoch, 13. November 2019, 14.30
Hörminute
Präsentation

Es benötigt nur eine Minute am Tag, um aktives Zuhören in eine Schulklasse zu bringen. Mit einfachen Mitteln und geringem Aufwand verschafft die Hörminute Kindern und LehrerInnen in Form einer Mediathek kostenlosen Zugang zur gesamten musikalischen Bandbreite.


14:30   Präsentation „Hörminute“
Sabine Reiter / Veronika Grossberger /  Marie-Therese Rudolph, mica
15:45   Das erste Schuljahr mit der Hörminute. Ergebnisse einer Evaluierung. Christiane Gesierich
16:00   Kaffeepause
16:30   Zur Entwicklung, Bedeutung, und Erhaltung des Gehörs aus wissenschaftlicher Sicht. Bernhard Laback, ÖAW
17:00   Zuhören als Kern von Kulturprojekten. Franziska Breuning, Zuhören Schweiz
17:30   Der Schrei des Schmetterlings oder unterwegs durch die eigene Wahrnehmung. Sylwia Zytynska, Musikerin, Zuhören Schweiz
17:45   Abschließende Fragerunde

Eine Veranstaltung von mica – music austria und Plattform Musikvermittlung Österreich

 

Dienstag, 12. November 2019, 17.30
25 Jahre Depot
Friedrich Zawrel. Zum 90. Geburtstag

Vor 11 Jahren hat Friedrich Zawrel, Überlebender des nationalsozialistischen Kinder-Euthanasie-Programmes, als Zeitzeuge im Depot über sein Leben erzählt. 2015 ist er verstorben. Im November dieses Jahres wäre er 90 Jahre alt geworden. Friedrich Zawrel wurde in der Anstalt Am Spiegelgrund von Ärzt_innen und Pflegepersonal gefoltert. 1944 gelang ihm mit Hilfe einer Krankenschwester die Flucht. Später traf er wieder auf seinen früheren Peiniger Dr. Heinrich Gross. Nach einem weiteren Leidensweg konnte er, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kritische Medizin, den „Fall Gross“ öffentlich machen.

In ihrer Dokumentationsreihe Vergessene Opfer führten die Filmemacher_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber ein lebensgeschichtliches Interview mit Friedrich Zawrel.

17.30    Teil 1: Familie, Heime und die Anstalt „Spiegelgrund“. 72 min.

19.00     Teil 2: Flucht, Gefängnis, Kriegsende. 42 min.
Gespräch mit den Filmemacher_innen

20.15     Teil 3: Leben nach 1945, der „Fall Gross“. 43 min.
Teil 4: „Wiedergutmachung“. 20 min.

Vergessene Opfer, Teil 7: Kinder- und Jugendfürsorge (A 2012).
Regie und Buch: Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber. 170 Min.

Montag, 11. November 2019, 19.00
Bewährungsprobe #31
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt regelmäßig zwei Künstler_innen Fragen zur Kunstproduktion, den Arbeitsbedingungen und ihren jeweiligen Zugängen, mit denen sie im Feld der Kunst die Welt verhandeln. Im Mittelpunkt von Bastian Schwinds Arbeiten steht die Bilderzeugung mit fotografischen Prinzipien. Innerhalb der Regelwerke der Fotografie und der mechanischen Schrift werden Grenzen und Wege ausgelotet. Thomas Laubenberger-Pletzer arbeitet mit minimalem Ansatz: bevorzugtes Medium ist die handgezeichnete Linie, als eine der
ursprünglichsten reduzierten und unmittelbaren Möglichkeiten.

Bastian Schwind, Künstler, Wien
Thomas Laubenberger-Pletzer, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Freitag, 08. November 2019, 18.30

25 Jahre Depot: DAS FEST

3000 Veranstaltungen,
150.000 Besucher_innen,
ein viertel Jahrhundert diskutieren,

- das muß ordentlich gefeiert werden!

Mit Begrüßungsworten von
Stella Rollig, Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere und Gründerin des Depot

Mit allen, die das Depot in den vergangenen 25 Jahren unterstützt und begleitet haben

Mit Essen, Trinken, Plaudern und Musik

Wir wünschen uns alles Gute!

 

 

 


Mittwoch, 06. November 2019, 19.00
25 Jahre Depot. Nachgefragt:
Subversiv?

2010 wurde im Depot über den in der Kunst oft unreflektiert benutzen Begriff Subversion nach- gedacht. Wie hat sich das Verhältnis von Kunst und Subversion entwickelt? Erfüllt Kunst ihre Aufgabe der Kritik in diesem Sinne? Oder ist der Begriff der Subversion in diesem Kontext gar zu einem Label verkommen, um einer Nachfrage am Kunstmarkt zu entsprechen?

Florian Aschka / Larissa Kopp, Künstler_innen
Thomas Edlinger, Donaufestival
Christian Höller, Kunstkritiker, Die Springerin
und vom Podium 2010 wieder mit dabei:
Oliver Ressler, Künstler
Moderation: Astrid Peterle, Kuratorin

Anschließend kleines Büfett

 

 

 

 

Dienstag, 05. November 2019, 19.00
25 Jahre Depot. Nachgefragt:
Europäische Kulturpolitik

Vor 16 Jahren wurde im Depot nach der Möglichkeit gefragt, mittels Kulturpolitik über das Bekenntnis zu rechts- und sozialstaatlichen Prinzipien hinaus eine Gemeinschaft zu konstituieren.
Heute wird die europäische Gemeinschaft zunehmend durch nationalistische Strömungen torpediert. Mehr und mehr EU-Staaten beziehen sich auf einen identitären, nationalen wie europäischen Kulturbegriff, treten dabei aber inhärent europäische Errungenschaften wie Humanismus und Aufklärung mit Füßen. Wie ernsthaft kann vor diesem Hintergrund erneut nach einer europäischen Kultur gefragt werden?

Doron Rabinovici, Schriftsteller, Historiker
André Wilkens, Politikwissenschafter, European Cultural Foundation
Michael Wimmer, Musik- und Politikwissenschafter, educult
und vom Podium 2003 auch diesmal mit dabei:
Moderation: Heidemarie Uhl, Historikerin

Anschließend kleines Büfett

Montag, 04. November 2019, 19.00
Machbarkeit & Mutterglück
Feminismen diskutieren

In den feministischen Kultur- und Sozialwissenschaften gelten Schwangerschaft und Geburt als randständige Themen. Dorothea Rüb blickt auf Narrationen und Bilder von Geburt in österreichi-schen Printmedien und setzt sie in Bezug zu Wissenschafts-Diskursen. Ein Fetisch in den medialen Repräsentationen von Schwangerschaft und Geburt ist das Mutterglück als Wunschprogramm, eingebettet in das biomedizinische Modell. „Normale“ Verläufe und Ambivalenzen bleiben Leerstellen im dominanten, glattgebürsteten Selbstbestimmungs-Machbarkeits-Risiko-Wohlfühldiskurs.

Dorothea Rüb, Hebamme, Redakteurin, Medienwissenschafterin, Klagenfurt/Celovec
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 29. Oktober 2019, 19.00
Landless
Artist talk with Camila Freitas

Landless ist ein Dokumentarfilm der Filmemacherin Camila Freitas, für den sie vier Jahre lang eine Besetzung der Landlosenbewegung MST - Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra in Brasilien begleitete. Es ist ein Film über den Widerstand in einer von Konflikten geprägten Landschaft, in der die MST eine zentrale Rolle spielt: Sie organisiert Menschen, betroffen von städtischer Armut, prekären Arbeitsverhältnissen und Vertreibung im ländlichen Raum, in ihrem fortwährenden Kampf um Zugang zu Land und ein Leben in Selbsterhaltung. Anhand von Filmausschnitten erzählt Camila Freitas von ihrer Zusammenarbeit mit der MST und ihrer künstlerischen Herangehensweise bei der Dokumentation von Brasiliens größter sozialer Bewegung.
Landless is a documentary by filmmaker Camila Freitas, who spent four years following an occupation of the Landless Workers’ Movement MST - Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra in Brazil. It is a film about resistance in a landscape in dispute, in which the MST plays a pivotal role, organising people impacted by urban poverty, precarious working conditions and rural displacement in an on-going struggle for the access to land and a self-sustainable life.
In dialogue with Katalin Erdődi, Camila Freitas talks about the collaboration with MST and her artistic approach to documenting Brazil’s largest social movement, also sharing excerpts of her film.

Camila Freitas, filmmaker, Rio de Janeiro, BR
Katalin Erdődi, independent curator, activist of the Sezonieri campaign, Vienna

Veranstaltung in englischer Sprache / Event in English

Die Österreich-Premiere von Landless findet am 30. Oktober im Rahmen der Viennale statt / The Austrian premiere of Landless takes place on 30 October at the Viennale.


In Kooperation mit Sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelfer_innen in Österreich und UNDOK - Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender

Montag, 28. Oktober 2019, 19.00
25 Jahre Depot. Nachgefragt:
Chancengleich? Künstlerinnenkarrieren

2005 stand im Depot die Chancengleichheit für Frauen im Kunstbetrieb zur Debatte. Wieweit hat sich die Situation verbessert? Lange Zeit waren die vorderen Reihen in den vom Kunstmarkt definierten Rankings von männlichen Künstlern besetzt. Das ändert sich zunehmend. Künstlerinnen erfahren quer durch alle Epochen die längst überfällige Anerkennung, wie es sich auch in der musealen Präsenz der Gegenwart widerspiegelt. Welcher Art waren die Strukturen beschaffen, die Verbesserungen so lange zu behindern vermochten?

Katharina Cibulka, Künstlerin, Innsbruck
Hanna Hacker, Soziologin, Historikerin, Wien
Moderation: Nicole Scheyerer, Kulturredakteurin Der Falter
und vom Podium 2005 auch diesmal mit dabei:
Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Kunsthistorikerin, Wien
Marina Grzinic, Philosophin, Künstlerin, Wien
Christine König, Galeristin, Wien

Anschließend kleines Büfett

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 19.00
Kunsthalle neu!
Gespräch

Die Kunsthalle Wien hat eine neue künstlerische Leitung: Erstmals in der Geschichte des Hauses wird ein Kollektiv die Funktion des Direktoriums übernehmen. Drei Repräsentantinnen der in Zagreb ansässigen und international erfahrenen Gruppe WHW – What, How & for Whom werden gemeinsam die neuen Koordinaten der Kunsthalle bestimmen. Grund genug, um nach ihren Plänen zu fragen.

Ivet Ćurlin, Direktorin Kunsthalle Wien, Kollektiv WHW
Nataša Iliċ, Direktorin Kunsthalle Wien, Kollektiv WHW
Sabina Saboloviċ, Direktorin Kunsthalle Wien, Kollektiv WHW
Moderation: Werner Remm, artmagazine.cc

Veranstaltung in englischer Sprache

Dienstag, 22. Oktober 2019, 19.00
25 Jahre Depot. Nachgefragt:
Queer concept versus LesBiSchwule Identität?

1998 wurde im Depot die Praktikabilität, die Sinnhaftigkeit und die Radikalität des Queer concept, ausgehend von New Queer Cinema, beleuchtet. Wo manchmal einfach alte Strategien mit neuem Label versehen werden, finden andernorts grundsätzlich neue Auseinandersetzungen unter dem Begriff queer statt – ein Begriff, der ein althergebrachtes, auf fixierten Identitäten begründetes Verhältnis zwischen Politik und Kunst neu definieren soll. Wo steht die Diskussion 21 Jahre danach?

Yener Bayramoğlu, Medienwissenschafter, Alice Salomon Hochschule Berlin
Andreas Brunner, Historiker, QWIEN – Zentrum für queere Geschichte
Sabine Schwaighofer, Künstlerin
Moderation: Christiane Erharter, Kuratorin, Belvedere 21
und vom Podium 1998 auch diesmal mit dabei:
Andrea B. Braidt, Kultur- und Filmwissenschafterin, Universität Wien
Katja Wiederspahn, Filmwissenschafterin, Viennale

Anschließend kleines Büfett

Freitag, 18. Oktober 2019, 10.00 – 17.00
Mutter Fürsorge
Workshop

Eines der modernsten kommunalen Gesundheitssysteme oder doch ein illegitimer Verfügungsanspruch über die Körper der Bürger_innen? Diese Frage war im Roten Wien an einen neuen Ansatz in Kinder-, Jugend- und Gesundheitseinrichtungen geknüpft – und sie ist es noch heute. Der Spur folgend, die der Bildhauer Anton Hanak 1925 mit seiner Figurengruppe Mutter Fürsorge gelegt hat, stellt sich die Frage, was aus dem materiellen Erbe des Roten Wien über Vorstellungen von Mutterschaft und Politiken der Vorsorge in der Moderne gelernt werden kann.

Thomas Aichhorn, Psychoanalytiker
Reinhard Sieder, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien
Georg Vasold, Kunsthistoriker
Gudrun Wolfgruber, Forschungsbüro
Marianne Zenta, Psychotherapeutin und Sozialarbeiterin
Moderation: Birgit Nemec, Universität Heidelberg und
Katrin Pilz, Kuratorisches Team Das Rote Wien

Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Das Rote Wien im Wien Museum MUSA bis 19.1.2020.

Mittwoch, 16. Oktober 2019, 19.00
Feminismen diskutieren
Arendt, Kofman und die Einbildungskraft

Feministische Philosophie im Kontext von Gedenken: Welches Selbstverständnis von Kunst, von Gesellschaft ist möglich, was kann Einbildungskraft überhaupt sein, nachdem die Realität von Auschwitz als unüberbrückbarer Abgrund die Kultur bestimmt? Hannah Arendt formuliert eine emphatische Erweiterung von Kants Konzept der Einbildungskraft als gesellschaftlich notwendige Utopie. Für Sarah Kofman hingegen bleibt nicht nur das Anschließen an eine diskursive Tradition kategorisch verstellt, sondern auch die Möglichkeit von Narration überhaupt. Was bleibt, sind „Erstickte Worte“ – „Paroles suffoqées“.

Sabine Kock, Philosophin und Kulturwissenschaftlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Montag, 14. Oktober 2019, 19.00
Bewährungsprobe #30
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt regelmäßig zwei Künstler_innen Fragen zur Kunstproduktion, den Arbeitsbedingungen und ihren jeweiligen Zugängen, mit denen sie im Feld der Kunst die Welt verhandeln.
In ihrer fotografischen und installativen Arbeit beschäftigt sich Julia Gaisbacher mit den komplexen Zusammenhängen zwischen sozialen Konventionen im öffentlichen Raum, Architektur und Repräsentation.
Für Miriam Bajtala ist das leitende Moment eine performative Strategie, die in Video, Zeichnung, Fotografie oder in Inszenierung und Installation übersetzt wird, um offene Narrative zu erzeugen.

Miriam Bajtala, Künstlerin, Wien
Julia Gaisbacher, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Mittwoch, 09. Oktober 2019, 19.00
25 Jahre Depot. Nachgefragt:
Zur Notwendigkeit des Sprechens über Kunst

Vor 25 Jahren gründete Stella Rollig das Depot, weil „Themen und Fragen, die die gesellschaftliche Relevanz von Kunst, ihre Autonomie und ihre Kontextualität betrafen, dringlich schienen ...“. Dem Mangel an öffentlicher Auseinandersetzung mit diesen Fragen sollte ein neuer Ort Abhilfe schaffen. So wurde das Depot, damals noch auf dem Areal des heutigen MuseumsQuartiers, mit folgendem Podium eröffnet: Zur Notwendigkeit des Sprechens über Kunst. Nach einem Vierteljahrhundert fragen wir nach: Ist es noch notwendig, über Kunst zu sprechen?

Stella Rollig, Österreichische Galerie Belvedere, Wien
Patricia Grzonka, NZZ, Monopol, Kunstbulletin, Wien/Zürich
Moderation: Stefan Weiss, Der Standard
und vom Podium 1994 auch diesmal mit dabei:
Marius Babias, Neuer Berliner Kunstverein NBK, Berlin
Matta Wagnest, Künstlerin, Graz
Wolfgang Zinggl, Abgeordneter zum Nationalrat, Wien

Anschließend kleines Büfett

 

Freitag, 04. Oktober 2019, 18.00
Max Zirngast: Die Türkei am Scheideweg
Workshop

Der Journalist, Politikwissenschafter und Aktivist Max Zirngast hat zahlreiche Artikel zur politischen Lage in der Türkei, den USA und Europa verfasst. Der neue Band Die Türkei am Scheideweg versammelt seine Schriften und liefert Hintergründe zu den Umständen seiner Inhaftierung sowie seines laufenden Prozesses in Ankara. Wie steht es um die Demokratie, Redefreiheit und Rechtsstaatlichkeit, sowie um Möglichkeiten politischen Engagements in Zeiten der autoritären Wende? Und wie beziehen sich Künstler_innen auf diese Situation?

Berîvan Aslan, Politikwissenschafterin, Juristin und Politikerin, Wien
Ilker Ataç, Politikwissenschafter, Wien / Wiesbaden
Johanna Bröse, Sozialwissenschafterin und Redakteurin, Berlin
Shabnam Chamani / Ezgi Erol / Antonio Semeraro, Künstler_innen, Installation „Briefgeheimnis“, Wien
Alp Kayserilioğlu, freier Autor, Übersetzer und Aktivist, Berlin
Stephan Vesco, Rechtswissenschafter, Universität Wien
Max Zirngast, Journalist und Autor

Solidaritätskampagne #FreeMaxZirngast (Hg): Die Türkei am Scheideweg und weitere Schriften von Max Zirngast. Edition Assemblage, Münster 2019.

 

Organisation: Gerald Posselt & Sergej Seitz, Institut für Philosophie, Universität Wien

 

 

 

 

 

25 Jahre Depot  25 Jahre Depot  25 Jahre Depot  25 Jahre Depot

1994 wurde das Depot von Stella Rollig, damals Bundeskuratorin für bildende Kunst und gegenwärtig Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere, gegründet:
„Als Ort der Interdisziplinarität, an dem Kunst mit anderen Forschungsbereichen wie politischer und ökonomischer Theorie, Filmwissenschaft, Feminismus und Rassismusforschung, Cultural- und Gender Studies u.v.m. kommunizieren sollte …“

Manch Erinnerungswürdiges aus einem Vierteljahrhundert kann in den Veranstaltungsprogrammen des Depot nachgeschlagen werden: So wurde etwa 1995 mit der Präsentation der Zeitschrift Zur Sache: MuseumsQuartier gefragt, ob das MuseumsQuartier tatsächlich realisiert werden wird. Oder: Ab 2001 wiederholten unterschiedlich besetzte Podien die Frage nach einem Haus der Toleranz / der Republik / der Geschichte.
Aber nicht nur schleppend Vorankommendes wurde diskutiert, nein: unzählige Ausstellungen, Filme, Bücher, Dissertationen, Projekte wurden besprochen, Gründungstreffen vom Verband feministischer Wissenschafter*innen, der IG Architektur, von Attac Österreich fanden im Depot statt, die erste Ausgabe der Zeitschrift MALMOE wurde hier präsentiert, die erste Ausgabe der Tageszeitung Österreich einer öffentlichen Blattkritik unterzogen, das neu gegründete Radio Orange präsentierte sich im Depot.
Direktor_innen fast aller Museen und Kunsthäuser in Wien
stellten sich öffentlichen Interviews, die Guerrilla Girls kamen zu ihrem 30., die Artist Placement Group zu ihrem 50., Günter Brus zu seinem 80. Geburtstag. Besonders dankbar ist das Depot für bewegende und aufschlussreiche Stunden mit Zeitzeug_innen wie dem Holocaust-Überlebenden Rudolf Gelbard (1930 – 2018), der Widerstandskämpferin Irma Trksak (1917– 2017), dem Überlebenden der NS-„Jugendfürsorgeanstalt“ Am Spiegelgrund Friedrich Zawrel (1929 – 2015).


Zehn von mehr als 3000 Veranstaltungen aus den vergangenen 25 Jahren werden mit diesem Programm „neu aufgelegt“ und mit ihnen nachgefragt, was sich geändert, vielleicht sogar verbessert hat.


Wir wünschen uns alles Gute!

 

Donnerstag, 3. Oktober 2019, 10:00-12:00
Kunstförderung MA 7 - Wie funktioniert's?
Kurzvortrag und Fragestunde

Für in Wien lebende Künstler_innen bietet die Stadt Wien Fördermöglichkeiten unter anderem für Projekte, Ausstellungen sowie durch Kunstankäufe. Doch wie läuft es in der Praxis: Was kann gefördert werden? Wofür kann ich wann einreichen? Wie ist eine Bewerbung oder ein Förderantrag idealerweise gestaltet, was ist zu beachten? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Und welche Summen stehen letztlich zur Verfügung?

 

Sonja Huber, Leiterin Referat Bildende Kunst und Neue Medien, MA 7
Moderation: Carla Bobadilla, IG Bildende Kunst


In Kooperation mit der IG BILDENDE KUNST.

Dienstag, 24. September 2019, 19.00
Kann Fundraising die Zivilgesellschaft retten?
Vortrag und Diskussion

Wenn eine Regierung die Arbeit von Non-Profit-Organisationen nicht (mehr) subventioniert, sind alternative Finanzierungsmöglichkeiten der organisierten Zivilgesellschaft gefragt. Welche Alternativen gibt es, welche Vor- und Nachteile bringen die einzelnen Methoden im Fundraising (Fundraising-Mix, Crowdfunding, Stiftungen)? Welche neuen Herausforderungen ergeben sich für das Arbeiten im Verein? Und was bedeutet die alternative Finanzierungsform für die Ausübung des eigentlichen Vereinszweckes?

Gerlinde Affenzeller, Geschäftsführung SOS Mitmensch.


NGOs und Selbstorganisationen im Umbruch – Auswirkungen auf die politische Erwachsenenbildung ist eine Vortragsreihe in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung.

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 17. September, 14.00-20.00
Bildung zur utopischen Imagination
Symposium

Wie kann Pädagogik reflexiv und intervenierend Impulse für gerechtere Verhältnisse und Bildungspraktiken geben? Zu dieser Frage sammelten maiz, das kollektiv, COMPA und EGRD Beiträge aus Bolivien, Brasilien, Deutschland und Österreich. Seit der Veröffentlichung von Pädagogik im globalen postkolonialen Raum (Beltz 2019) hat sich auf politischer und auf gesellschaftlicher Ebene viel getan. Wie können diese Texte aktuell gelesen und weitergedacht werden?

Symmy Larrat, Sexarbeiter*in, Transperson, Autor*in, ABGLT - Brasilianische Vereinigung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transpersonen
Sonia Couto Souza Feitosa, Autorin, Koordinatorin und Lehrerin in Alphabetisierungsprojekten für Erwachsene, Instituto Paulo Freire in São Paulo
Rubia Salgado, Unterrichtende in der Basisbildung, in der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden, Autor_in, maiz, das kollektiv

Eine Veranstaltung von maiz und das kollektiv im Rahmen der Wienwoche 2019.

Montag, 09. September 2019, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl
Podiumsdiskussion

Wahlen eröffnen Möglichkeiten für Veränderung, und das ist in der Kulturpolitik dringend nötig. Die Herausforderungen sind zahlreich: Förderpolitik, Fair Pay, rechtliche und soziale Rahmenbedingungen, Kulturbudget. Haben die wahlwerbenden Parteien tragfähige kulturpolitische Konzepte anzubieten, die bessere Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven für alle Kunst- und Kulturschaffenden bringen? Oder droht eine Kulturpolitik, in der Mangelverwaltung und repräsentativer Abglanz genügen müssen? Was nehmen sich die verschiedenen Parteien kulturpolitisch für die nächsten Jahre vor, wo sehen sie Handlungsbedarf?


Airan Berg, JETZT
Eva Blimlinger, Grüne
Thomas Drozda, SPÖ
Karin Feldinger, Neos
Maria Großbauer, ÖVP
Vertreter_innen des Kulturrat Österreich
Moderation: Monika Mokre

 

Eine Veranstaltung vom Kulturrat Österreich.

Freitag, 28. Juni 2019, 19.00
6 Kilometer Stadt
Vorträge und Podium

Zwei kontroverse und komplementäre Visionen für die Trasse der Westbahn in Wien. Dieses letzte, große Bahnareal in der dicht bebauten Stadt wird in der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen. Wie kann die Entwicklung die Chancen wahren, die sich für die Bevölkerung der angrenzenden Bezirke und für die gesamte Stadt eröffnen? Welche Vorstellung von Stadt soll hier Realität werden, und wie gelingt es, dass die Realität nicht jede Vision überrollt?

Impulsreferate:
Michael Hofstätter, Architekt, pauhof
Lilli Lička, Landschaftsarchitektin, Universität für Bodenkultur, Wien

Podium:
Walter Chramosta, Architekturwissenschafter und Stadtplaner
Hermann Czech, Architekt
Bettina Götz, Architektin, ARTEC Architekten, UdK Berlin
Karin Raith, Architektin, Landschaftshistorikerin, Universität für angewandte Kunst Wien

Eine Veranstaltung der ÖGfA – Österreichichsche Gesellschaft für Architektur

Mittwoch, 26. Juni 2019, 19.00
Illiberal!
Diskussion und Heftpräsentation

Die liberale Demokratie, eine Errungenschaft des politischen Aufklärungsdiskurses, gerät zunehmend unter die ideologischen Räder neuer Autoritarismus- und Faschismusformen. Durch welche konkreten Mittel lässt sich diese fortschreitende Politik der Spaltung aufhalten? Inwiefern bedingen zunehmende Globalisierung und Digitalisierung Entwicklungen, die mit einem liberalen Menschenbild unvereinbar sind? Und wie muss sich die Freiheit der Kunst neu justieren, um nicht selber einem Klima steigender Liberalitätsbeschränkung zuzuarbeiten?

Christian Höller, Kunstkritiker, Springerin, Wien
Ana Teixeira Pinto, Kulturtheoretikerin, Berlin
Natascha Sadr Haghighian, Künstlerin, Berlin

Springerin. Heft 2/2019: Illiberal!

Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00
Vivian Maier und der gespiegelte Blick
Buchpräsentation

Die Entdeckung der 2009 verstorbenen US-amerikanischen Fotografin Vivian Maier schrieb Schlagzeilen. Internationale Ausstellungen, Fotobände und Dokumentarfilme erzählen die Geschichte der zu Lebzeiten ungesehenen Künstlerin. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung von Maiers Oeuvre und seiner Rezeption stellt jedoch noch ein wesentliches Forschungsdesiderat dar. Der vorliegende Band nähert sich Maiers Arbeiten werkanalytisch und sucht als Gegenantwort zur medialen Mythologisierung von Maier als „Nanny Photographer“ nach dem feministischen Tenor und künstlerischem Selbstverständnis in ihren Selbstporträts.

Nadja Maria Köffler, Kultur- und Bildungswissenschafterin, Innsbruck

Nadja Maria Köffler: Vivian Maier und der gespiegelte Blick. Fotografische Positionen zu Frauenbildern im Selbstporträt. transcript 2019

Montag, 24. Juni 2019, 17.00
Das radikaldemokratische Museum
Workshop und Buchpräsentation

Im Hinblick auf eine Neudefinition des Museums aktualisiert Nora Sternfeld Ansätze aus Museologie, Vermittlung und Erinnerungskultur in radikaldemokratischer Weise. Die Texte des Bandes verfolgen Strategien, die das Archiv herausfordern, Museumsraum aneignen, alternatives Wissen produzieren und Bildung neu denken. Das Museum wird dabei zu einem Versammlungsraum, der es erlaubt, sich damit auseinanderzusetzen, was geschehen ist, darüber zu verhandeln, was dies für die Gegenwart bedeutet und wie sich eine Zukunft imaginieren lässt, die mehr ist, als bloß die Verlängerung der Gegenwart.

Nora Sternfeld, Kunsttheoretikerin und Philosophin, Uni Kassel im Gespräch mit:
17.00 – 17.45 Anna Wieder, Philosophin, Uni Wien
17.45 – 18.30 Clemens Rettenbacher, Politiktheoretiker, Uni Wien
18.45 – 19.30 Barbara Reisinger, Kunsttheoretikerin, Uni Wien
19.30 – 20.15 Christoph Chwatal, Kunsttheoretiker, Uni Köln
Moderation: Matthias Flatscher, Uni Wien

Nora Sternfeld: Das radikaldemokratische Museum. De Gruyter, Edition Angewandte: Berlin 2018

Mittwoch, 19. Juni 2019, 19.00
Max Zirngast: Die Türkei am Scheideweg
Buchpräsentation

Diese Veranstaltung musste abgesagt werden und wird auf den 4. Oktober verschoben

 

Der Journalist, Politikwissenschafter und Aktivist Max Zirngast hat zahlreiche Artikel zur politischen Lage in der Türkei, den USA und Europa verfasst. Der neue Band Die Türkei am Scheideweg versammelt seine Schriften und liefert Hintergründe zu den Umständen seiner Inhaftierung sowie seines laufenden Prozesses in Ankara. Wie steht es um die Demokratie, Redefreiheit und Rechtsstaatlichkeit, sowie um Möglichkeiten politischen Engagements in Zeiten der autoritären Wende? Und wie beziehen sich Künstler_innen auf diese Situation?

Berivan Aslan, Politik- und Rechtswissenschafterin, WU Wien
Johanna Bröse, Sozialwissenschafterin, Tübingen / Berlin
Shabnam Chamani / Ezgi Erol / Antonio Semeraro, Künstler_innen, Installation „Briefgeheimnis“, Wien
Stephan Vesco, Rechtswissenschafter, Universität Wien

Solidaritätskampagne #FreeMaxZirngast (Hg): Die Türkei am Scheideweg und weitere Schriften von Max Zirngast. Edition Assemblage, Münster 2019

Dienstag, 18. Juni 2019, 19.00
Das Psychologische ist politisch
feminismen diskutieren

Im Rahmen der zweiten Frauenbewegung setzten sich in den 1970er Jahren Wiener Psychologinnen kritisch mit ihrer Profession auseinander und entwickelten alternative, an die Bedürfnisse von Frauen angepasste psychosoziale Angebote sowie Theorien und Methoden, die teils in universitäre Lehre Eingang fanden. Mitarbeiter_innen des Forschungsprojekts The Psychological is Political setzen sich mit diesem Spannungsfeld zwischen Aktivismus, Projektarbeit und Universität auseinander.

Elisabeth Parzer, Psychologin, Institut für angewandte Psychologie
Max Beck, Student der Psychologie
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Montag, 17. Juni 2019, 19.00
Erinnerung entsteht gemeinsam
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Die Gedenkstätte Waldniel-Hostert erinnert an Psychiatriepatient_innen, die während der NS-Zeit Opfer von Zwangssterilisation, Mangelernährung und »Euthanasie« wurden. Die Neugestaltung von struber_gruber geht über das Formale hinaus. Über 700 Menschen haben an ihrer Entstehung mitgewirkt. Die Publikation Erinnerung entsteht gemeinsam zeigt das Unsichtbare, Flüchtige der Beteiligungsprozesse. Im Rahmen von Interviews geht sie der Frage nach, wie die Mitwirkenden ihre Beteiligung sehen.

Klaus Gruber, Katharina Struber, Künstler_innen struber_gruber
Martin Krenn, Künstler
Inge Manka, Architektin
Moderation: Renate Höllwart, Kunstvermittlerin, schnittpunkt

struber_gruber (Hg.): Erinnerung entsteht gemeinsam. Die Neugestaltung der Gedenkstätte Waldniel-Hostert. Mandelbaum, Wien 2019

Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.00
kinokis mikrokino #242
Whatever Happened to Gelitin

Angela Christlieb portraitiert die Künstlergruppe Gelitin, ein Quartett von fröhlich anarchistischen Quertreibern, Querulanten, Quastenschüttlern, Qualitätsfäkalierern. Das Ergebnis ist ein Dokumentarfilm, „ein Propagandastreifen für die letzte Lockerung, eine Schocktherapie für Zwangsneurotiker_innen, eine Gnackwatschn für übereifrige Überichs.“

Whatever Happened to Gelitin (A 2016). Regie: Angela Christlieb, 82 min.

Anschließend Diskussion mit Angela Christlieb

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19.00
Transitional Justice in Österreich
Geh Denken!

Die Gründung der Zweiten Republik bedeutete einen demokratischen Neuanfang, aber keine ,Stunde Null‘. Kontinuitäten in Politik, Wirtschaft und Kultur aus der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus wirken in die Gegenwart hinein. Der Übergang von diktatorischen zu demokratischen Systemen kann mit Instrumenten von transitional justice bewerkstelligt werden.

Claudia Kuretsidis-Haider, Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, DÖW

In Kooperation mit dem GEDENKDIENST

Dienstag, 11. Juni 2019, 19.00
50 Years Art after Stonewall
Art & The civil rights movement LGBTQ

Anlässlich des 50sten Jahrestages des Stonewall Aufstandes  berichtet Gonzalo Casals, Direktor des Leslie-Lohman Museums in New York - das weltweit  einzige Kunstmuseum das ausschließlich Künstler_ innen mit LGBTQ-Erfahrung gewidmet ist, über die Auswirkungen der Bürgerrechtsbewegung LGBTQ auf die Kunstwelt. Jakob Lena Knebl, Künstler_in, Lehrende der Akademie der bildende Künste bespiegelt die Situation  für Künstler_ innen mit LGBTQ-Erfahrung in Österreich, in Europa.

On the occasion of the 50th anniversary of the Stonewall Uprising, Gonzalo Casals, director of the Leslie-Lohman Museum in New York - the only art museum worldwide exclusively for artists with LGBTQ experience  - will talk about the effects of the civil rights movement LGBTQ on the art world. and Jakob Lena Knebl, artist, Academy of Fine Arts reflects the situation for artists with LGBTQ experience Austria, in Europe.

Gonzalo Casals, Leslie-Lohman Museum, New York
Jakob Lena Knebl, Künstler_in, Akademie der bildenden Künste Wien


Veranstaltung in englischer Sprache

Freitag, 07. Juni 2019, 19.00
vermittlungsraum.ppp
Prozesse / Projekte / Performatives

Unter dem Titel vermittlungsraum.ppp werden künstlerische und kunstvermittlerische Masterprojekte, die am IKL der Akademie der bildenden Künste Wien entstehen, vor und zur Diskussion gestellt. Die Projekte thematisieren u.a. kollektive De-sziplinierung, Formen der Selbstermächtigung, das Sichtbarmachen fehlender Heldinnen* aber auch genderspezifische und identitätsstiftende Momente von (Design-)Objekten. Kurzvorträge und performative Interaktionen geben Einblick in Abeitsprozesse und Umsetzungen.

Veronika Atzwanger, Hannes Gwiggner, Ulrike Leitner, Caroline Mantler, Susanne Palmetzhofer, Anna Vida, Masterstudierende am IKL / Akademie der bildenden Künste Wien
Einführung: Isa Rosenberger, Künstlerin, IKL - Akademie der bildenden Künste Wien

Donnerstag, 06. Juni 2019, 19.00
Identitätspolitiken
Buchvorstellung

Die Veranstalung vom 6. Juni muss leider ABGESAGT/verschoben werden. Wir hoffen auf ihr Verständnis

 

Das Buch bietet einen undogmatischen Überblick über Diskurse und Geschichte linker Identitätspolitiken, von den theoriegeschichtlichen Wurzeln des Begriffs ‚Identität‘ bis zu den identitätspolitischen Debatten in der Linken nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten. Bereits in der frühen Arbeiter_innenbewegung wie später im Feminismus und in den Black-Liberation-Bewegungen seit den 1960er Jahren spielte Identität eine große Rolle. Dabei wurden auch die vielen Fallstricke von Identitätspolitik – die Ausschlüsse und Vereinheitlichungen – bewegungsintern kritisiert und diskutiert.

Jens Kastner, Kunstsoziologe, Akademie der bildenden Künste Wien
Lea Susemichel, Redakteurin an.schläge. Das feministische Magazin
Moderation: Heide Hammer, Journalistin und Philosophin, Wien

Lea Susemichel / Jens Kastner: Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken. Unrast Verlag, Münster 2018.

Mittwoch, 05. Juni 2019, 19.00
UMETNIK*: Footnotes 2012 – 2017
Book presentation

For its 5th anniversary, the Belgrade founded and Vienna based informal group UMETNIK* edited a publication incorporating documentation material and texts by invited art historians / curators / theoreticians. Appropriating the method used in the name Kosovo(*), the group deals with the issue of STATUS, shifting the focus from a linguistic to the socio-econo- mic aspects. Starting from the institutional theory, respectively the problems within the tradition of analytic aesthetics, the works are dealing with criticism of institutions, hierarchies and precarity.

Filip Blagojević, art historian
Asija Ismailovski, art historian
Elke Krasny, cultural theorist
Seraina Renz, art historian
Walter Seidl, curator
UMETNIK*, book editor

 

 

 

 

 

Die Veranstalung vom 6. Juni muss leider ABGESAGT/verschoben werden. Wir hoffen auf ihr Verständnis

Dienstag, 04. Juni 2019, 19.00
Künstler_innenbücher in der ČSSR nach 1968
Dissertationspräsentation

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem Medium des Künstlerbuches im Rahmen der lokalen tschechoslowakischen Kunstgeschichte der späten 1960er- und 1970er Jahre, sowie mit ihren Produktions- und Distributionsmöglichkeiten. Künstlerbücher stellten für Künstler_innen in der Zeit der reaktionären politischen Repressionen nach 1968 eine Möglichkeit dar, ihr Schaffen zu präsentieren, zu dokumentieren und mit anderen Kunstschaffenden im Ausland zu kommunizieren.

Robert Kotasek, Dissertant, Institut für Kunstgeschichte, Wien

Dienstag, 28. Mai 2019, 19.00
Antifeminismus in Bewegung
feminismen diskutieren

Antifeminismus ist kein einheitliches politisches Projekt: Viel mehr wird er von seinen Akteur_innen zu diesem gemacht. Maskulist_tinnen, neurechte Populist_innen, christliche Fundamentalist_ innen und organisierte Neonazis vertraten immer schon geschlechter- und familienfundamentalistische Positionen und nehmen aktuell stärker denn je aufeinander Bezug. Ein neu erschienener Sammelband illustriert die Tragweite des organisierten Antifeminismus und liefert einen Beitrag in der Diskussion um Gegenstrategien.

Juliane Lang, Geschlechter- und Erziehungswissenschafterin, Berlin / Marburg
Birge Krondorfer, politische Philosophin, Wien
Elli Scambor, Soziologin und Pädagogin, Graz
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Juliane Lang / Ulrich Peters (Hg.): Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt. Marta Press, Hamburg 2018.

In Kooperation mit der Frauenbildungsstätte Frauenhetz und dem Verband feministischer Wissenschafteri*innen (VfW)

Montag, 27. Mai 2019, 19.00
Haltung oder Dogma?
Political Correctness im Film

Debatten über Political Correctness und die Gefahr einer „kulturellen Aneignung“ spielen auch im Filmsektor eine Rolle. Es ist wichtig, dass sich ein Problembewusstsein für kontroverse Themen wie Geschlechterkonstruktion, kulturelle Aneignung und ethnische Klischee-Zuschreibungen verfestigt. Welche Konsequenzen hat Political Correctness für Filmschaffende? Wie entstehen Identitäten jenseits der gängigen Geschlechternorm „weiblich/männlich“? Verlief diese ästhetischpolitische Diskussion vor dem Zeitalter der Social Media anders?

Sabine Perthold, Kulturwissenschafterin
Ursula Wolschlager, Produzentin, Autorin und Dramaturgin
Moderation: Gabi Frimberger, FrauenFilmTage

In Kooperation mit FrauenFilmTage 2019

Freitag, 24. Mai 2019, 19.00
George Catlin and the Art of Ideology
Lecture and discussion

As hard as the mid-nineteenth century painter, author and explorer George Catlin worked to challenge the violence of “manifest destiny” and “Indian Removal,” his unexamined assumptions throughout his work accepted the dangerous view that Native Americans were “destined to vanish” promoted by the very dominant regimes Catlin hoped to challenge. John Hausdoerffer explores the contradictoriness of art in the face of political power and violence.

John Hausdoerffer, Western Colorado University, USA
Moderation: David Quigley, Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart

Mittwoch, 22. Mai 2019, 19.00
40 Jahre Islamische Republik Iran
Diskussion

Als Ajatollah Khomeini seine Herrschaft im Iran errichtete, war dies der Beginn der Etablierung eines der brutalsten Regimes der Gegenwart. 40 Jahre „Islamische Republik“ bedeuten 40 Jahre Terror, Antisemitismus und europäisches Appeasement. Welche Rolle spielt die Opposition im Iran und im Exil und welche der europäische Kulturrelativismus? Wie kann eine Kehrtwende in der fatalen Iran-Politik der EU eingeleitet werden?

Mahsa Abdolzadeh, Politikwissenschafterin, Die Grünen
Stephan Grigat, Politikwissenschafter, Uni Wien
Sama Maani, Schriftsteller, Psychoanalytiker, Wien
Gerhard Scheit, Kulturwissenschafter, Publizist, Wien

Eine Veranstaltung von Stop the Bomb

Freitag, 17. Mai 2019, 19.00
Einmal Hunne, immer Hunne
Filmvorführung und Diskussion

Im dokumentarischen Essay Einmal Hunne, immer Hunne dreht sich alles um Hunnen. Ferner geht es um das Hunnentum als Projektionsfläche diverser Sehnsüchte und Phantasmen, um Attilas Grab, um das schwelende Trauma der einstigen Größe. In der dramaturgisch reich geschichteten Arbeit oszilliert der Blick zwischen Schauplätzen in Ungarn und Deutschland. Eine ethnographisch-philologische Annäherung an die Tiefenstrukturen des ethnischen Nationalismus: beklemmend, unbehaglich, anderseits auch überaus humorvoll und befreiend revelatorisch.

 

Katharina Roters, Bildende Künstlerin, Köln & József Szolnoki, Medienkünstler und Dokumentarfilmemacher, Budapest / ROTERS&SZOLNOKI
Moderation: Máté Csanda, Diplomand, Institut für Kunstgeschichte, Wien

 

Einmal Hunne, immer Hunne (H / D 2008). Regie: József Szolnoki. 51 min.

Donnerstag, 16. Mai 2019, 19.00
kinokis mikrokino #241
25 Jahre Zapatistas

Seit ihrem Aufstand 1994 kämpfen die Zapatistas im Südosten Mexikos gegen Ausbeutung, Diskriminierung und Naturzerstörung. Im Laufe dieser 25 Jahre haben sie beachtliche Strukturen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Rechtsprechung, Wirtschaft, Medien und Selbstverwaltung aufgebaut. Entgegen aller Hindernisse durch die offizielle mexikanische Politik wird unermüdlich an der Konstruktion einer guten Regierung und einer gerechteren Gesellschaft gearbeitet. Dabei spielt die Bemühung um gerechten Handel eine zentrale Rolle: Der Verein Zwischenzeit engagiert sich seit Jahren im Vetrieb von fair gehandeltem Zapatista-Kaffee.

Kaffee für eine bessere Welt (Mex / D 2018). R: Luz Kerkeling und Dorit Siemers, 26 min.

Anschließend Jens Kastner, Akademie der bildenden Künste Wien,
im Gespräch mit den Filmemacher_innen
Luz Kerkeling und Dorit Siemers, Verein Zwischenzeit, Münster

Mittwoch, 15. Mai 2019, 19.00
Wenn sich Konflikte nicht lösen lassen …
Geh Denken!

Die Liste der scheinbar unlösbaren Konflikte ist lang. Wie kann in solchen Situationen zu einer Friedensförderung beigetragen werden? Und wie wird in der friedenspolitischen Praxis Erfolg definiert? Damit ist das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK / ASPR) täglich konfrontiert. Anhand von Beispielen Israel / Palästina werden Ansätze der Konflikttransformation erläutert.

Gudrun Kramer, ASPR – Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution, Schlaining

Dienstag, 14. Mai 2019, 19.00
Das amerikanische Museum
Buchpräsentation und Diskussion

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über „post-racial society“, tödliche Polizeigewalt und weiße Vorherrschaft untersuchen Cornelia Kogoj und Christian Kravagna den Umgang US-amerikanischer Museen mit der Geschichte der Sklaverei, des Rassismus und der Bürgerrechtsbewegungen. Wie unterscheiden sich afroamerikanische von weißen Museen und wie positionieren sie sich im Streit um amerikanische Geschichte? Welche Erzählweisen und Darstellungsformen kommen im Ausstellen von Gewalt, Unterdrückung und Widerstand zum Einsatz?

Martin Fritz, Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten
Christian Kravagna, Akademie der bildenden Künste Wien
Amadou-Lamine Sarr, Institut für Geschichte, Universität Wien

Cornelia Kogoj, Christian Kravagna: Das amerikanische Museum: Sklaverei, Schwarze Geschichte und der Kampf um Gerechtigkeit in Museen der Südstaaten. Mandelbaum Verlag, Wien Berlin 2019

Montag, 13. Mai 2019, 19.00
Kunst in der DDR im Rückspiegel
Vortrag

Der ehemalige Verband Bildender Künstler – DDR wirkte als Versorger und zugleich als Observationsinstrument des Staates. Ungeprüft konnte niemand Mitglied dieser Fachschaft werden. Wer Mitglied war, konnte über den Staatlichen Kunsthandel verkaufen, öffentliche Aufträge erlangen und kam in den Genuss von Förderung. Insbesondere in den 1980er Jahren gab es aber auch Künstler_innen, die die staatlichen Regularien ignorierten und Bestrafungen in Kauf nahmen. Wie stellt sich das Verhältnis von staatstragenden und nicht-staatstragenden künstlerischen Produktionsformen von heute aus gesehen dar? Warum wird Kunst aus der Ära der DDR unter aktuellen Bedingungen so selten ausgestellt?

Christoph Tannert, Kunsthistoriker, Künstlerhaus Bethanien Berlin

Freitag, 10. Mai 2019, 19.00
Ökosozialistische Perspektiven
Vortrag und Diskussion

Für Daniel Tanuro, Gründer der belgischen NGO Klima und soziale Gerechtigkeit, bedarf es angesichts der globalen Klimakrise einer antikapitalistischen Lösung. Es gehe darum, gleichzeitig auf den sozialen und den ökologischen Notstand zu reagieren und dabei nicht die Ökologie in den Sozialismus, sondern den Sozialismus in die Ökologie zu integrieren.

According to Daniel Tanuro, founder of the Belgian NGO Climate and Social Justice, the global climate crisis needs an anti-capitalist solution and reactions to the social as well as to the ecological emergency. The real challenge is not to integrate ecology into socialism, but to integrate socialism into ecology.

Daniel Tanuro, Agraringenieur und Umweltaktivist

Veranstaltung zweisprachig (deutsch / englisch)
Eine Veranstaltung der SOAL und der RSO

Donnerstag, 9. Mai 2019, 14.00 - 17.00 Uhr
Armut bekämpfen. Armut vermeiden:
Die österreichische Armutskonferenz

Die Armutskonferenz ist seit 1995 als Netzwerk von über 40 sozialen Organisationen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen aktiv. Sie thematisiert Hintergründe, Daten, Maßnahmen gegen Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich. Die Plattform Sichtbar Werden ist als Teil der Armutskonferenz ein Zusammenschluss von Menschen und Initiativen mit Armuts- und Diskriminierungserfahrungen. Strategien der Armutsbekämpfung sowie Aktivitäten gegen soziale Ausgrenzung und Beschämung von Armutsbetroffenen werden als Formen einer politischen Praxis vorgestellt.

Vera Hinterdorfer, Plattform Sichtbar Werden, Armutskonferenz
Alban Knecht, Sozialwissenschafter, Armutskonferenz
Moderation: Johanna Coulin-Kuglitsch, Marc Diebäcker, Manuela Hofer, FH Campus Wien

Eine Diskussion in der offenen Lehrveranstaltungsreihe Soziale Arbeit als politische Praxis des Studiengangs Soziale Arbeit der FH Campus Wien.

Mittwoch, 08. Mai 2019, 19.00
The Fine Art of Living
Buchvorstellung, Screening und Diskussion

The artist Ina Wudtke gives an overview of 10 years of work in the art context against repression and gentrification and highlights the part of post-reunification politics by which former East German state-owned residential buildings as well as public housing in the West were turned into private, profitoriented real estate.
Die Künstlerin Ina Wudtke gibt einen Überblick über 10 Jahre Arbeit im Kunstkontext gegen Verdrängung und Gentrifizierung, beleuchtet diese Seite der Nachwendepolitik, die volkseigene Wohnhäuser der DDR und soziale Wohnungsbauten im Westen in private, gewinnorientierte Immobilien transformierte.

Elke Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Autorin
Ursula Maria Probst, Kunstkritikerin, Kuratorin, Künstlerin
Ina Wudtke, Künstlerin, Kuratorin, Autorin, Berlin

Veranstaltung zweisprachig (deutsch / englisch)

Ina Wudtke: The Fine Art of Living. Archive Books, Berlin 2018.

Montag, 06. Mai 2019, 19.00
Bewährungsprobe #29
Künstler_innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?

Daniela Grabosch bearbeitet Auswirkungen der Digitalisierung auf räumliche Wahrnehmungen und gesellschaftliche Prozesse. Sie bedient sich digitaler Technologien in ihrem Arbeits- und Formfindungsprozess.

Alexandra Tatars Arbeiten thematisieren Kommunikationcodes der Mainstream Kultur und deren Einfluss auf Konstruktionen unserer bildlichen Darstellung und Identitäten.

Daniela Grabosch, Künstlerin, Wien
Alexandra Tatar, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Freitag, 03. Mai 2019, 19.00
Resistance and Self-Love:
Strategies to decolonize the mind

Referring to postcolonial theory and cultural studies, particularly texts by Stuart Hall, Alicia Soller and bell hooks, Nitin Bharosa analyzes the effects of colonialism on the psyche and the mind. Subsequently he shows how the unconditional acceptance of one’s identity can be a tool to unlearn internalized racism in order to regain confidence and reclaim agency.

Nitin Bharosa, Cultural Theorist

Veranstaltung in englischer Sprache

Donnerstag, 02. Mai 2019, 19.00
Perspektiven zeitgenössischer Kunstvermittlung
Diskussion

Zeitgenössische Kunstvermittlung ist eine heterogene Praxis, die sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Praktiken, kunsthistorischen und kunstwissenschaftlichen Theoriekontexten und multimedialen Kommunikationsformen befindet. Wird Kunstvermittlung selbst als eine Praxis verstanden, die im Wettbewerb der Wissensproduktion steht und Paradigmen und Manifestationen der Inklusion und der Exklusion konstruiert, können neue Fragen für eine kritische und partizipatorisch ausgerichtete Kunstvermittlung aufgeworfen werden.

Anamarija Batista, Akademie der bildenden Künste Wien
Severin Dünser, Kunsthistoriker, Kurator, Belvedere 21
Zahra Khorschidi, Künstlerin und Kunsthistorikerin
Ramón Reichert, Medienwissenschafter, Universität St. Gallen
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin, Kuratorin, Kunsthochschule Kassel
Angela Stief, Kuratorin und Kunstpublizistin

Montag, 29. April 2019, 19.00
Mindestsicherungsreform: Kritik & Perspektive
Podium

Am 1. Juni 2019 soll jenes Gesetzeswerk in Kraft treten, das unter dem Namen "Sozialhilfe-Grundsatzgesetz" seit Monaten für Diskussionen sorgt. Den Bundesländern wird dann bis Anfang 2020 Zeit bleiben, darauf bezogene Ausführungsgesetze zu erlassen. Ob daran auf rechtlichem Weg noch etwas zu ändern sein wird, ist unklar. Klar hingegen ist, dass die Reform einen weitreichenden Umbau des untersten sozialen Netzes im österreichischen Sozialstaat mit sich bringt. Doch was konkret kommt da auf uns zu? Und welche Perspektiven bleiben einer kritischen Zivilgesellschaft zur Verteidigung sozialer Rechte?

Eynas Awad, Plattform Sichtbar Werden
Iris Woltran, AK Oberösterreich
Martina Kargl, Armutskonferenz
Stefanie Stadlober, Institut für Höhere Studien - IHS
Moderation: Markus Griesser, Kurswechsel

 

In Kooperation mit dem BEIGEWUM und der Kurswechsel-Redaktion.
Kurswechsel 1/2019 mit einem Debattenforum zum Thema.

Mittwoch, 24. April 2019, 19.00
Feministische Strategien im Comic
feminismen diktutieren

Feministisch-gesellschaftskritische Comics wie z.B. von Alison Bechdel und Marjane Satrapi haben es geschafft, Kritik auszuüben, die weitreichend gehört werden konnte. Sie haben dem Diskurs Comic widerständige und persönliche Stimmen hinzugefügt, die als Identifikationsmöglichkeit ermächtigend wirken können. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Comics wächst stetig und gestaltet sich sehr divers.

Marlene Wantzen, Sozial- und Literaturwissenschafterin, Wien und Mainz
Moderation: Sabine Prokop (VfW)

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 23. April 2019, 19.00
Rechtsextremismus: Geschlechterreflektierte Perspektiven
Buchpräsentation

Der dritte Band der von der Wiener Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit herausgegebenen Rechtsextremismus-Reihe befasst sich mit Verhandlungen von Geschlecht im Rechtsextremismus. Er versucht auch auf bislang kaum bearbeitete Themenaspekte und Akteur_innen einzugehen, wie etwa die aktive Partizipation von Trans*-Personen innerhalb des rechtsextremen Spektrums.
Weiters wird auf die Bedeutung von unterschiedlichen Männlichkeitskonstruktionen innerhalb der extremen Rechten eingegangen und auf antifeministische Mobilisierungen.

Eva Grigori, FH-Dozentin für Soziale Arbeit
Carina Klammer, Soziologin
Heribert Schiedel, Rechtsextremismusforscher

Donnerstag, 11. April 2019, 19.00
Driftende Gewissheiten
kinokis mikrokino #240

Flucht und Migration setzen nicht nur Menschen in Bewegung, sondern auch Weltbilder, Überzeugungen, kulturelle Codes. Ein Kurzfilmprogramm, das Gewissheiten und Gewohnheiten, Wahrnehmungsmuster und Glaubenssätze ins Wanken bringt.

Der unfertige Mann. Regie: Bagher Ahmadi, 6:20 Min
Fruitless-XIRIṢ. Regie: Sarkaut Mostefa, 8:46 Min
Seeds. Regie: Maryam Sehhat, Leila Samari,  2 Min
Der Morgenmensch. Regie: Özgur Anil, 5 Min

Happy New year. Regie: Bagher Ahmadi,1 Min
The mirror of the lake. Regie: Maryam Sehhat, Leila Samari,  2:26 Min  
Die Interpretation, die ich will. Regie: Jivan Shahin & Victor Kössl, 3 Min
Integrate. Regie: Andreas Steinkogler, 1 Min

Die Geschichte vom Eisbär, der nach Afrika wollte.
Regie: Mo Harawe, 27:30 Min
Haram. Regie: Mahir Yildiz, 11 Min
Das habe ich mir schon immer gedacht. Du nicht?
Regie: Sallar Othman, 8:45 Min
PPC Airlines. Regie: PPC-Kollektiv, 3 Min
Armaggedon. Regie: Kurdwin Ayoub, 4 Min

In Zusammenarbeit mit dem Verein Cardamom&Nelke und der Initiative #KlappeAuf.

Dienstag, 09. April 2019, 19.00
Flucht sammeln
Geh Denken!

Für das Volkskundemuseum Wien sammelte das Kurator*innenteam um Alexander Martos und Niko Wahl 2017 Fluchtobjekte in der griechischen und türkischen Ägäis sowie in einem Wiener Notquartier. Daraus wurde die Dauerausstellung Die Küsten Österreichs.

Niko Wahl, freier Kurator, Wien

Montag, 08. April 2019, 19.00
Bewährungsprobe#28
Künstler_innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?

Catherine Ludwig transzendiert die traditionelle Schranken zwischen den einzelnen analogen wie digitalen Medien und arbeitet spartenübergreifend. Sie ist Mitglied des Künstlerinnenkollektivs 3plus.
Klaus Taschler beschäftigt sich mit der zwischenmenschlichen Interaktion des Alltags und dessen medialen Interpretationen durch eine ökonomistische Bildproduktion. Seine Themen setzt er vor allem mit den Medien Video, Foto und Zeichnung um.

Catherine Ludwig, Künstlerin, München und Wien
Klaus Tischler, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz- Figeac, baer, Wien

Freitag, 05. April 2019, 19.00
Logik + Mystik
Buchpräsentation

In seinem Buch Logik + Mystik entwickelt Robert König einen Begriff des logisch erfassten und mystisch erfahrenen menschlichen Selbstverständnisses im Rahmen eines philosophischen Konzeptes des Verwundertseins.

Robert König, Philosoph, Universität Wien

König, Robert: Logik + Mystik. 2 Bände. Norderstedt. 2019

Freitag, 29. März 2019, 19.00
GrenzBilder
Präsentation und Respondenz

Der Journalist und Fotograf Antonio Sempere leitet durch seine GrenzBilder das Augenmerk gezielt auf Menschen auf der Flucht. Wie mit „Grenzbildern“ von refugees visuell sowie verbal umgegangen wird, hat bedeutenden Einfluss auf den Diskurs und die Stimmung in Politik und Gesellschaft, im öffentlichen wie auch im privaten Raum. Wie sind diese Bilder zu deuten, und wie lässt sich über sie diskutieren? Müsste, angesichts solcher Bilder, nicht der moralische Kompass
rekalibriert werden?

Präsentation: Antonio Sempere, freier Fotokünstler und Journalist, Ceuta, Spanien


Input: Andreas Oberprantacher, Universität Innsbruck, Forschungszentrum Migration&Globalisierung


Respondenz:
Irene Brickner, Redakteurin, der Standard
Susanne Lummerding, Kunst- und Medientheoretikerin
Sergej Seitz, Philosoph, Universität Wien


Moderation: Sophie Weidenhiller, Philosophin, Aktivistin

Donnerstag, 28. März 2019, 19.00
Dissensuelle Praktiken der Kunst
Vortrag

Sofia Bempeza geht von der Prämisse der Interdependenz zwischen Streit, Öffentlichkeit und Demokratie aus, um das Verhältnis von Konflikt und Öffentlichkeit auszuloten und so eine dissensuelle Praxis im Bereich der Kunstproduktion zu verteidigen. Der Fokus der Arbeit richtet sich auf die Praktiken der Kunstverweigerung bzw. des Kunststreiks, des Aktionismus, der Überidentifizierung und der dissensuellen Partizipation. Sarkasmus, Humor und Parodie, Provokation und Polemik, Ambivalenz und Überzeichnung, Aktion und Intervention werden als wichtige künstlerische Techniken ins Licht gerückt.

Sofia Bempeza, Künstlerin, Kulturtheoretikerin, Zürich/Athen

Sofia Bempeza: Dissensuelle Praxis. Zum Verhältnis von Konflikt, Hegemonie, Öffentlichkeit und Kunst. Dissertation, Akademie der bildenden Künste Wien, 2017.

Mittwoch, 27. März 2019, 19.00
Mad Max und Naturvorstellungen reloaded
feminismen diskutieren

Geht es nach aktuellen Zukunftsfilmen, ist die Welt bereits verloren. Die unübersichtliche Gegenwart und die Sorge um Ressourcenknappheit verdichten sich in der filmischen Fantasie zu einem apokalyptischen Stimmungsbild. Doch welche Naturvorstellungen stehen dahinter? Nach Jahren postmoderner Naturvergessenheit findet langsam eine vorsichtige feministische Wiederannäherung an die „Naturfrage“ und „Materie“ statt. Vieles war schon mal bekannt, eine Re-Lektüre alter ökofeministischer Texte könnte neue spannende Erkenntnisse bringen.

Lisa Spindelböck, Geistes- und Kulturwissenschafterin, Wien und Klagenfurt/Celovec
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 26. März 2019, 19.00
Nahostkonflikt im Klassenzimmer
Podiumsdiskussion

Schulische Auseinandersetzungen über den „Nahen Osten“ beschränken sich häufig auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser*innen - ein Themenkomplex, der vielfach überfordernd scheint. Um diesen pädagogischen Herausforderungen adäquat zu begegnen, stellt „Fluchtpunkte“ exemplarische Lebensgeschichten mit Flucht- und Migrationserfahrungen vor, welche die Verflechtungen der deutschen und österreichischen Geschichte mit der des Nahen Ostens erschließen. Die Bearbeitung der Themen Flucht und Migration sowie Antisemitismus und Rassismus geschieht im Bewusstsein und im Kontext der Geschichte des Nationalsozialismus und unter Berücksichtigung der Folgen historischer europäischer (Nahost-)Politik.

Werner Dreier, _erinnern.at_
Adrienne Homberger, Entwicklung des Materials
Axel Schacht, Entwicklung des Materials
Stefan Schmid-Heher, Pädagogische Hochschule Wien
Moderation: Patricia Hladschik, Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule

Das Lernmaterial wird ab dem 26.03.2019 auf einer eigenen Website kostenlos zum Download bereit stehen.

Freitag, 22. März 2019, 19.00
Costas Douzinas: Syriza in Power
Book presentation and discussion

Amid the turmoil of economic crisis, Greece has become the first European experiment of left rule in a sea of neoliberalism. What happens when a government of the Left, committed to social justice and the reversal of austerity, is blackmailed into following policies it has fought against and strongly opposes? What can the experience of the Syriza government tell us about the prospects for the Left in the twenty-first century?

Costas Douzinas, Birkbeck Institute for the Humanities, University of London / Member of the Hellenic Parliament, Athens

Costas Douzinas: Syriza in Power: Reflections of an Accidental Politician. Polity, 2017

Eine Veranstaltung von transform!

Donnerstag, 21. März 2019, 19.00
kinokis mikrokino #239
Weltrevolution

Der Film über die vom Zeichenlehrer Stefan Weber gegründeten Drahdiwaberl ist so frech, fröhlich, ungeniert und radikal wie die legendäre Band und ihr im Juni 2018 verstorbener Leader, den man als warmherzigen und klugen Anarchisten erleben darf. Das Portrait der Skandale, die Drahdiwaberl ausgelöst hat, und der Skandale, die Drahdiwaberl auf die Mistgabel ihrer scham- und schonungslosen Attacken spießen, ist ein zeitgeschichtlicher Parcours mit vielen ästhetisch gewagten Saltos durch 30 Jahre Österreich, 1978 bis 2007.

Weltrevolution (AT 2008), R: Klaus Hundsbichler mit Stefan Weber, Drahdiwaberl und Freund_innen, 90 min.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Klaus Hundsbichler und der Performerin Ursula Napravnik

Mittwoch, 20. März 2019, 10:00-12:00
Kunstförderung des BKA
Wie funktioniert’s?

Stipendien, Preise, Ateliers. Vom Kunstankauf bis zur Jahressubvention für Ausstellungsräume, von der Katalog- und Projektförderung bis zu Atelierprogrammen im In- und Ausland. Die Förderaktivitäten für bildende Künstler_innen sind vielfältig. Doch wie läuft es in der Praxis: Was kann gefördert werden? Wofür kann ich wann einreichen? Wie ist eine Bewerbung oder ein Förderantrag idealerweise gestaltet, was ist zu beachten? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Und welche Summen stehen letztlich zur Verfügung?

Gudrun Schreiber und Olga Okunev, Abteilung Bildende Kunst,
Architektur, Design, Mode, Foto und Medienkunst, Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt
Moderation: Carla Bobadilla, Künstlerin

In Kooperation mit der IG BILDENDE KUNST

Dienstag, 19. März 2019, 19.00
Über die Transformation des Krieges nach 1945
Geh Denken!

Carl von Clausewitz hat dem Krieg einen Chamäleoncharakter attestiert. Tatsächlich brachte die Ächtung des Krieges in der UN-Charter den zwischenstaatlichen Krieg fast zum Verschwinden, doch intensivierten sich Formen des Bürgerkrieges, die in hohem Ausmaß die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft ziehen und mit schweren Menschenrechtsverbrechen einhergehen. Im Völkerrecht findet ein Nachziehverfahren statt, das jedoch mit den sich ständig wandelnden Gewaltszenarien schwer Schritt halten kann. Welche Interventionsmechanismen stehen der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung, um potentielle Kriegsopfer zu retten und auch rezente bewaffnete Konflikte möglichst einzudämmen?

 

Irene Etzersdorfer, Politikwissenschafterin, Universität Wien / Donau Universität Krems


In Kooperation mit dem Verein Gedenkdienst

Montag, 18. März 2019, 19.00
Dialogkunst – Den Wert der Kunst erweitern
Gespräch

Kunst entsteht im Dialog, Kunst ermöglicht Dialog. So liegt ihr Wert nicht ausschließlich in seiner Gegenständlichkeit, in seiner Warenhaftigkeit sondern auch oder vielleicht vor allem vor, neben und nach dem Werk selbst. Diese Befreiung des Wertes der Kunst von ihrer vordergründig „reinen Gegenständlichkeit“ eröffnet Möglichkeiten eines wertschaffenden Dialoges zwischen der Kunst und anderen gesellschaftlichen Akteuren, die aus künstlerischer, wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive ausgelotet und diskutiert werden.

Christian Ahlfeld, Betriebswirt / Bankwesen
Gabriele Gottwald-Nathaniel, gabarage-upcycling design / Anton Proksch Institut
Michael Heindl, bildnerischer Künstler
Susanne Lederer Pabst, 4-your-biz / Impact Investing
Boris Manner, Autor, Kurator, Kulturmanager
Anna Vasof, Architektin und Medienkünstlerin
Moderation: Gernot Deutschmann, Dialogkünstler

In Kooperation mit Lluìs Lipp (DREISECHSFÜNF)

Mittwoch, 13. März, 13.00 – 17.00, Donnerstag, 14. März, 9.30 – 19.30, Freitag, 15. März, 9.30 – 13.00
Institutionen des Politischen
Tagung

Innerhalb der Politischen Philosophie wurde in den letzten Jahren intensiv um Unterscheidungen zwischen dem Politischen und der Politik diskutiert. Theorien des Politischen haben betont, dass politische Ordnungen kontingent und antagonistisch verfasst sind. Die Ausarbeitung dieser Perspektive hat jedoch dazu geführt, dass die Dimension der Institutionalisierung untertheoretisiert blieb. Wie könnte unter der Voraussetzung einer Theorie des Politischen heute Politik und ein Institutionendesign aussehen, dass das Außerordentliche, die Alterität und die Singularität nicht nur als Störungen von geregelten Verfahren ansieht, sondern auf diese zu antworten vermag?

Niklas Angerbauer, Oldenburg
Thomas Bedorf, Fernuniversität Hagen
Dominik Finkelde, München
Matthias Flatscher, Universität Wien
Oliver Flügel-Martinsen, Universität Bielefeld
Sara Gebh, Universität Wien
Selin Gerlek, Fernuniversität Hagen
Margarete Haderer, Universität Wien
Felix Heidenreich, Universität Stuttgart
Steffen Herrmann, Fernuniversität Hagen
Andreas Hetzel, Universität Hildesheim
Oliver Marchart, Universität Wien
Franziska Martinsen, Universität Hannover
Nadja Meisterhans, Universität Linz
Malte Miram, Universität Bonn
Niklas Plätzer, University of Chicago/Sciences Po Paris
Karsten Schubert, Universität Freiburg
Sergej Seitz, Universität Wien
Anna T. Steffner de Marco, Universität Wien
Thorsten Thiel, Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin
Gerhard Thonhauser, Darmstadt
Stefan Wallaschek, Universität Bremen
Manon Westphal, Universität Münster

Kooperation von „Politische Theorie“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Wien und „Praktische Philosophie“ des Instituts für Philosophie, Fernuniversität Hagen.

Mittwoch, 13. März 2019, 19.00
Kultur in die Bezirke!
Diskussion

Gegenwärtig gibt es in Wien eine Verlagerung von Kulturinstitutionen in die Bezirke – unter nicht ganz freiwilligen Vorzeichen: Die Umbauten von Künstlerhaus und Wien Museum sind quasi Impulsgeber für eine temporäre, dezentrale Entwicklung der Szene. Welche Erfahrungen gibt es damit? Wie ist die Akzeptanz? Was sind die Strategien, um Publikum vor Ort zu lukrieren bzw. Publikum in die Bezirke zu holen? Und vor allem: Wäre es nicht wünschenswert, das Engagement
dauerhaft in den Bezirken fortzusetzen?

Matti Bunzl, Wien Museum
Kira Kirsch, brut Wien
Ula Schneider, SOHO in Ottakring
Tim Voss, Künstlerhaus Wien
Moderation: Paula Pfoser, ORF

Dienstag, 12. März 2019, 19.00
Adria als Urlaubs- und Verteidigungsparadies
Präsentation Forschungsprojekt

Die adriatische Küste der Sozialistisch Föderativen Republik Jugoslawien wurde in der Zeit der Nachkriegsmoderne stark urbanisiert. Besonders prägend war dabei die Entwicklung des Tourismus. Viel unbekannter ist, dass zur gleichen Zeit die Küste als wichtige Verteidigungslinie des Landes aufgerüstet wurde. Im Zuge des Kalten Kriegs wurden entlang der Küste und der Inseln etliche militärische Verteidigungsanlagen gebaut, die das blockfreie Land gegen einen potenziellen Angriff der NATO schützen sollten. Beide Phänomene haben Auswirkungen auf die adriatische Küste und das Leben der Bewohner_innen.

Anamarija Batista, Akademie der bildenden Künste Wien
Antonia Dika, Kunstuniversität Linz
Moderation: Andreas Spiegl, Akademie der bildenden Künste Wien

Kollektive Utopien der Nachkriegsmoderne: Adriatische Küste als Urlaubs- und Verteidigungsparadies. FWF | PEEK-Projekt.

Montag, 11. März 2019, 19.00
TV M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Let's talk about scripts!

Fritz Langs  Klassiker der Filmgeschichte "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" aus dem Jahr 1931  wurde von Evi Romen und David Schalko für eine TV Miniserie in das Jahr 2018  verlegt: Wien mitten im Winter. Ein Kindermörder treibt sein Unwesen. Die Polizei ist ratlos und rast im Leerlauf. Der Innenminister beginnt die Serienmorde politisch für seine Zwecke zu nutzen. Die Boulevardpresse heizt die Stimmung an. Und in der Bevölkerung beginnt es zu rumoren. Mit steigender Nervosität wird jeder zum Verdächtigen erklärt.

Evi Romen, Drehbuch und David Schalko, Drehbuch und Regie
Moderation: Ines Häufler,  freiberufliche Drehbuchberaterin

Kooperation Drehbuchforum Wien

Dienstag, 05. März 2019, 19.00
Artists on the European Refugee Crisis
Vortrag

Die Masterarbeit setzt sich mit zeitgenössischen Künstler_innen auseinander, die in ihren Werken unterschiedliche Positionen des Realismus verarbeiten, um die europäische „Flüchtlingskrise“ von 2011 bis heute darzustellen. Die herangezogenen Künstler_innen arbeiten mit Fotografie, Videodokumentation und Appropriation Art, um Realität zu rekonstruieren. Dabei eignen sie sich bestimmte Codes aus den Medien an, wodurch die Grenze zwischen Kunst und medialer faktenbasierter Dokumentation verschwimmt. Das Mittelmeer als Grenzgebiet und Zentrum sozio-politischer Diskurse bildet dabei eine thematische Gemeinsamkeit der präsentierten Werke.

Roberta Keil, Kunsthistorikerin

Roberta Keil: Artists on the European Refugee Crisis, 2011 to the present. The representation of „Others“ within the mediterranean borderscape. Masterarbeit 2018

Vortrag in englischer Sprache

Montag, 04. März 2019, 19.00
Bewährungsprobe #27
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt jeweils zwei künstlerische Positionen vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die
Welt zu verhandeln.

Janine Schranz arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie und Architektur, wobei sie mittels Ausstellungskontext und Herstellungsprozess Formen des Aufzeichnens und Erinnerns thematisiert.
Veronika Burger stellt in ihrer Arbeit das Performative, mit oder ohne Anwesenheit des eigenen Körpers, in den Mittelpunkt. Der Körper als Archiv wird selbst zur Performancebühne.
Institutionelle Parameter des Kunstbetriebs werden von beiden Künstlerinnen auf verschiedene Weise auf die Probe gestellt.

Janine Schranz, Künstlerin, Wien
Veronika Burger, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Donnerstag, 07. Februar 2019, 19.00
kinokis mikrokino #238
The Revenge of the Incomplete

Tara Najd Ahmadi’s films allow a very personal and quite political insight into the artistic struggle of a female Iranian expat. Ahmadi is trained in Visual Communication and Animation at the University of Tehran, and a graduate fellow of Visual and Cultural Studies at the University of Rochester, USA. For both her artistic work and her scientific investigations she received several grants and awards, in 2018 she held a fellowship at the George Eastman Museum in Rochester.

A Week with Azar. Short experimental documentary film, based on a true story.
Productive Frustration. A short experimental film investigating an artist’s struggle.
Gut Theory. Stop motion animation that explores commodity and cultural consumerism.
Measuring the Level of Resistance. Resistance as an everyday life activity, using three of the Iranians' basic foods.

Artist Talk and Discussion with Tara Najd Ahmadi

Mittwoch, 30. Januar 2019, 19.00
Russlandbezogene Gender Studies
feminismen diskutieren

Es macht einen Unterschied, ob jemand in Saratov, Moskau, Wien oder New York verortet über Geschlechterverhältnisse in Russland forscht. Das liegt an der globalen Arbeitsteilung in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Wo entstehen Theorien, wo werden sie angewendet? Wer liefert – oder ist selbst – empirisches Datenmaterial? Welchen Stellenwert haben in Russland arbeitende Forscher_innen in dieser Konstellation?

Therese Garstenauer, Historikerin, Universität Wien
Maria Katharina Wiedlack, Amerikanistin, Universität Flensburg
Veronika Wöhrer, Soziologin, Universität Wien
Susan Zimmermann, Central European University Budapest
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Garstenauer, Therese: Russlandbezogene Gender Studies. Lokale, Globale und transnationale Praxis. L’Homme Schriften, Band 25, Böhlau Verlag Wien 2018

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Montag, 28. Januar 2019, 19.00
Künstler!
Buchpräsentation und Diskussion

Die Geschichte der Künste im 20. Jahrhundert wurde bisher meist als Stilgeschichte dargestellt. Mit diesem Buch wird sie in einer neuen Perspektive als Kulturgeschichte der Künstler_innen und der Erfindungen schöpferischer Kreativität gedeutet. Es ist zugleich die Geschichte eines Mythos, der bis heute von hoher Anziehungskraft ist. Was aber macht das Künstler_innensein so attraktiv – über alle Geschlechterunterschiede hinweg? Welche Eigenschaften bündeln sich in Künstler_innen? Die spannende Frage ist: Gibt es einen durchgängigen Künstler_innenhabitus, an dem alle Kreativen teilhaben, den sie lediglich variieren?

 

Wolfgang Ruppert, Kulturhistoriker, Universität der Künste Berlin
Moderation: Almuth Spiegler, Kulturredakteurin, die Presse


Wolfgang Ruppert: Künstler! Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession. Böhlau Verlag, Wien / Köln 2018

Moderation: Almuth Spiegler, Kulturredakteurin, die Presse

Moderation: Almuth Spiegler, Kulturredakteurin, die Presse

Donnerstag, 24. Januar 2019, 19.00
kinokis mikrokino #237
Die Rückeroberung des Paradieses

Recuperando el Paraíso ist ein unabhängiger Dokumentarfilm über den Widerstand der indigenen Bevölkerung in Santa María Ostula an der mexikanischen Pazifikküste von Michoacan gegen die Übergriffe organisierter Banden und staatlicher Ordnungskräfte. Die Doku erzählt von den Vertreibungen, Entführungen und Morden, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist, aber auch von ihrem Entschluss, in der Region kommunale Polizeikräfte zu organisieren, und sich zu bewaffnen, um ihre Gemeinde und Anbaugebiete zurückzuerobern.

Recuperando el Paraíso (Mex. 2017), R: José Arteaga und Rafael Camacho, 72 min, OmeU

Anschließend Gespräch mit der Regie-Assistentin Regina López

DIE VERANSTALTUNG vom 23.01.2019 WURDE LEIDER ABGESAGT
Fotografie als Unikat?
Podium

Das Medium Fotografie ist vor einer Archivkopie nicht geschützt, gleichzeitig bevorzugt der Kunstmarkt Unikate. So muss die Fotografie tatsächlich auch heute noch um ihren Marktwert kämpfen. Ist eine herkömmliche Galerie der geeignete Ort, um Fotografie zu zeigen? Zumal eine individuell angepasste Limitation der Abzüge die Feststellung des tatsächlichen Wertes zusätzlich erschwert.

Anna Mustapic, Kuratorin, Wien
Cecilia Seilern, Kunstsammlerin
Dominik Geiger, Fotograf, Gründer Hello World Gallery, Wien

In Kooperation mit Hello World Gallery

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.00
Wilhelm Schütte Architekt
Buchpräsentation

Wilhelm Schüttes (1900 – 1968) bewegter Lebenslauf führte ihn von München in das „Neue Frankfurt“ und als Mitarbeiter der Gruppe Ernst May bis in die Sowjetunion, bevor er 1938 ins Exil nach Istanbul gehen konnte. 1947 zog er mit seiner Frau, der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky nach Wien und wurde österreichischer Staatsbürger. Aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit zur KPÖ konnte er hier nur wenige öffentliche Aufträge realisieren, engagierte sich jedoch in Vereinigungen wie etwa dem CIAM-Austria, UNESCO und ÖGFA und wurde zu einer zentralen Figur in der österreichischen Architekturszene der Zweiten Republik.

David Baum, Architekturforscher, Wien
Burcu Dogramaci, Kunsthistorikerin, Universität München
Thomas Flierl, Bauhistoriker, Publizist und Herausgeber, Berlin
Gabriele Kaiser, Architekturpublizistin und Kuratorin, Wien
Maja Lorbek, Architektin, TU Wien
Andreas Vass, Architekt, Wien
Susanne Veit-Aschenbrenner, Architektin, Wien


ÖGFA / Ute Waditschatka (Hg.): Wilhelm Schütte Architekt. Frankfurt – Moskau – Istanbul – Wien. Park Books, Zürich 2019.

Eine Veranstaltung der ÖGFA

Montag, 21. Januar 2019, 19.00
Interview mit:
Kerstin von Gabain

Lange Zeit waren die vorderen Reihen in den vom Kunstmarkt definierten Rankings von männlichen Künstlern besetzt. Das ändert sich zunehmend. Eine neue Veranstaltungsreihe fragt nach.
Die Künstlerin Kerstin von Gabain erforscht, basierend auf ihrem Interesse am Anthropomorphismus, die Beziehung zwischen Fotografie und Bildhauerei. Mit ihren Installationen und Ensembles legt sie motivische Bezüge zur Kunst- und Wissenschaftsgeschichte frei. Für ihre komplexe künstlerische Position erhielt sie 2017 den Kardinal König Kunstpreis.

Kerstin von Gabain, Künstlerin, Wien
Moderation: Anne Katrin Feßler, Der Standard

Freitag, 18. Januar 2019, 19.00
Gelbe Westen - Gefahr von rechts, Chance für links?
Diskussion

Die Bewegung der Gelbwesten hat politische Beobachter_innen überrascht. Ende Oktober 2018 gegen eine Kraftstoffsteuer entstanden, entfaltete die Bewegung bald eine politische Dynamik, die ein Wiederaufflammen der sozialen Frage in Zeiten der politischen Hegemonie des Rassismus darstellt. Woher kam das Momentum? Welche konkreten Forderungen und Organisationsformen entstanden? Wie sah und sieht die soziale Zusammensetzung des Protests aus? Wie versucht die extreme Rechte, in die Proteste zu intervenieren? Wie reagierten etablierte politische Institutionen? Und wie greift die französische Linke ein?

Bernard Schmid, Autor und Jurist, Paris
Moderation: Monika Mokre, Politikwissenschaftlerin, ÖAW, Wien
Eine Veranstaltung der Sozialistischen Alternative (SOAL)

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19.00
Ort der Unruhe – ein zeitgemäßes Mahnmal?
Buchbesprechung

Viele Jahre beschäftigte sich der Künstler Ernst Logar mit dem vom Österreichischen Bundesheer 2011 errichteten Gedächtnishain in der Belgierkaserne, der ehemaligen SS-Kaserne Graz-Wetzelsdorf. Er versucht, die Problematiken des vom Militär geschaffenen Gedenkortes aufzuzeigen, das in Eigenregie errichtete Mahnmal zu reflektieren und die Hintergründe offizieller Gedenkkultur zu durchleuchten. Wie sollten Funktionen und notwendige Eigenschaften eines zeitgenössischen Mahnmals in Gegenwart und Zukunft diskutiert werden?

 

Eduard Freudmann, Künstler
Erich Klein, Journalist, Publizist und Übersetzer
Ernst Logar, Künstler und Kulturarbeiter, Wien
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, Kunsthochschule Kassel


Ernst Logar: Ort der Unruhe / Place of Unrest. Drava Verlag 2018

Montag, 14. Januar 2019, 19.00
Bewährungsprobe #26
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt jeweils zwei künstlerische Positionen vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln?

Angelika Wischermann zeigt in ihren performativen Arbeiten lange, durch unzählige Wiederholungen körperlich anstrengende Handlungen.
Fanni Futterknecht positioniert ihre Arbeiten medienübergreifend zwischen Video, Performance und Installation und hinterfragt die eingesetzten Medien.
Beide Künstlerinnen dekonstruieren menschliches Handeln und eröffnen dadurch neue Sichtweisen.

Angelika Wischermann, Künstlerin, Wien
Fanni Futterknecht, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Donnerstag, 10. Januar 2019, 19.00
Wahlrecht für alle!
Vortrag

Österreichweit sind knapp 15 Prozent, in Wien sogar 28 Prozent der Bevölkerung nicht wahlberechtigt. Die Bindung des Wahlrechts an die Staatsbürger_innenschaft und die strengen Regeln der Einbürgerung führen dazu, dass Wohn- und Wahlbevölkerung zusehends auseinanderdriften und ein immer größerer Teil der Bevölkerung von demokratischer Entscheidungsfindung ausgeschlossen ist. Durch diese Wahlrechtslücke verliert die Demokratie nicht nur an Inklusivität, sondern maßgeblich auch an Legitimation.

Gerd Valchars, Politikwissenschafter, Universität Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst