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January 2026
Geh denken!
Pizza in Auschwitz
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Pizza in Auschwitz
Der damals 74-jährige Danny Chanoch erzählt seinen Kindern vor dem Schlafengehen die Geschichten aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Mauthausen. Als Überlebender der Shoah kämpft er über viele Jahre gegen das Vergessen und für das Erinnern.
In dem Dokumentarfilm von Moshe Zimmermann reist Chanoch mit seinen zwei Kindern in ein Lager und möchte mit ihnen auf einer Pritsche in einer Baracke die Nacht dort verbringen. Die Reise nach Polen ist gespickt mit schwarzem Humor und komischen Situationen. Der Ausflug zu dritt in einem Van zu ihrer „final destination“ wirkt wie ein Plot für eine Familienkomödie.
Humor ist für Chanoch eine Strategie, das Erlebte zu verarbeiten und vor allem gegen das Vergessen in der eigenen Familie anzukämpfen.
Pizza in Auschwitz (IL 2008), R: Moshe Zimmermann, 52 min
Moderation: Sophie Roßberg & Matthias Spadinger, GEDENKDIENST
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Salon Philosophique
„Wozu heute noch philosophieren?“ – Angewandte Ethik
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„Wozu heute noch philosophieren?“ – Angewandte Ethik
Philosophie wird manchmal missverstanden als „Welt-Kompliziererin“: ein Denken, das sich in abstrakten Begriffen verliert und von einem „Elfenbeinturm“ aus, die Welt betrachtend auseinandersetzt. Hingegen können die Philosophie und das philosophische Denken – und hier vor allem die angewandte Ethik – helfen, komplexe Wirklichkeiten so zu durchdringen, dass wir mit ihnen besser umgehen können.
Analytisch beobachten, problematisieren, Alternativen vorstellen, aber vor allem Konzepte hinterfragen und in Frage stellen: Das ist die Aufgabe, die uns die Philosophie lehrt. In dem Teil der Philosophie, der sich mit angewandter Ethik befasst, ist dies mehr denn je sichtbar und wertvoll. Situationen aus dem Bereich der klinischen Ethik werden zur Veranschaulichung der Reflexionen und als Ausgangspunkt für die folgende Diskussion dienen.
Vortrag: Guenda Bernegger
Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.
Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at
How to make art when the world is burning
Ines Doujak, Daria Lytvynenko, Jürgen Münzer
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Ines Doujak, Daria Lytvynenko, Jürgen Münzer
How can art confront the current crises? How can artists continue to work in a country at war? Klaus Speidel discusses these questions with different artists in an ongoing series. Ines Doujak will be joined by Jürgen Münzer, who developed a performance in Lviv, Ukraine from August to October 2025, and Daria Lytvynenko, whose work addresses the war in Ukraine on multiple levels.
Ines Doujak, artist, Vienna
Daria Lytvynenko, Yalta, Ukraine / Vienna
Jürgen Münzer, artist, Vienna
Moderation: Klaus Speidel, art theorist, critic, curator, Vienna
In cooperation with University of Applied Arts Vienna.
Eine Frage der Perspektive
Lisl Ponger im Gespräch
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Lisl Ponger im Gespräch
Seit fünf Jahrzehnten arbeitet Lisl Ponger konsequent an ihrem bildnerischen Werk. Mit ihren Installationen, Filmen und inszenierten Fotografien erweist sie sich als skeptische Beobachterin von kulturellen Konstruktionen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Dabei scheut sie sich nicht, die Rolle von Autor*innenschaft, ästhetischer und gesellschaftlicher Repräsentation kritisch zu hinterfragen.
Ihre Beteiligung an der aktuellen Ausstellung Die Welt von morgen wird eine weitere Gegenwart gewesen sein im Wiener mumok bietet den Anlass zu einem Arbeitsgespräch zwischen der Künstlerin und dem Kurator.
Lisl Ponger, Filmemacherin, Fotografin, Medienkünstlerin, Wien
Franz Thalmair, Kurator, mumok und Kunstraum Lakeside (Klagenfurt), Wien
Moderation: Elisabeth Streit, Bibliothek Österr. Filmmuseum, Wien
Elisabeth Streit & Dietmar Schwärzler (Hg.), Lisl Ponger. Semiotische Geister / Semiotic Ghosts, Wien: Mandelbaum 2025
In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum.
L-x Landscape Lectures
Matters of Care, Matters of Land
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Matters of Care, Matters of Land
L-x Landscape Lectures 2025/26 turns its attention to care, in a moment marked by profound socio-ecological urgency. It is a term often used lightly in landscape discourse, yet carrying a depth that both steadies and unsettles. Care, in all its forms, threads through the work of shaping landscapes: caring for places, caring with others, caring as a way of reading and responding to the worlds we co-inhabit. These are familiar gestures in everyday practice, yet far from simple. They reveal how every landscape depends on ongoing acts of maintenance, relation, and response.
Björn Bracke, landscape architect, kollektif landscape, Ghent
Moderation: Jennifer Fauster, Jürgen Furchtlehner & Emilie Stecher, ILA, BOKU Wien
An event by ILA Vienna and ÖGLA.
Bewährungsprobe #56
Künstler*innengespräch
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Künstler*innengespräch
Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich drängenden Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt? Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien werden untersucht und Verbindungen hergestellt.
Christian Bretter, Bildhauer, Wien
PRINZpod, Künstler*innenduo, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien
Du sollst dir ein Bild machen
Kunst, Kirche und Konflikt
Subtitle
Kunst, Kirche und Konflikt
Das Künstlerhaus war in den vergangenen Monaten von verschiedener Seite der Kritik ausgesetzt, die Ausstellung Du sollst dir ein Bild machen zeige blasphemische Kunstwerke, die das Christentum beleidigen. Im Zuge dessen wurde die Schließung der Schau gefordert.
In Österreich ist die Freiheit der Kunst ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundprinzip. Dem steht die Verletzung religiöser Gefühle gegenüber. Obwohl von kuratorischer Seite ein differenzierter Blick und Dialog im Vordergrund stand, löste die Schau Konflikte aus. Wie soll man damit umgehen?
Jakob Helmut Deibl, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien
Jan Ledóchowski, Meldestelle für Christenfeindlichkeit, Wien
Günther Oberhollenzer, Kurator, Künstlerhaus, Wien
Deborah Sengl, Künstlerin, Wien
Moderation: Katja Gasser, Kulturjournalistin, ORF, Wien
In Kooperation mit dem Künstlerhaus.
feminismen diskutieren
Radikale Männlichkeit
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Radikale Männlichkeit
Wieso hat der Kult um Andrew Tate bei einem vorwiegend jungen, männlichen Publikum so großen Erfolg? In seinen Postings auf der Plattform X sind Botschaften und Repräsentationsformen von Gender zu erkennen, die auf populären Antifeminismus und Maskulinismus zurückzuführen sind. Diese zunehmende Online-Misogynie herrscht auch bei Markus Streinz, in Incel- und Looksmaxxing-Foren. Spezifische Online-Dynamiken sind zentral für die Verbreitung und Verstärkung antifeministischer und misogyner Inhalte. Studien weisen auf Konsequenzen hin – welche gesellschaftlichen Herausforderungen stehen bevor?
Beate Hausbichler, Journalistin, Der Standard, Wien
Johanna Punz, Sozialwissenschaftlerin, Wien
Thomas Winkelmüller, Journalist, DATUM, Wien / St. Pölten
Moderation: Sabine Prokop, VfW
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.
February 2026
Tiere als künstlerische Akteur*innen
Diskussion
Subtitle
Diskussion
Die Ausrufung des „Animal Turn“ in den 1990er-Jahren markierte einen Wandel des Tier-Mensch-Verhältnisses. Sie leitete eine kulturwissenschaftliche Wende ein, die auch die speziesübergreifende Kunst umfasste. Tierische „Künstler*innen“ wie das Schwein Pigcasso oder die documenta-Hündin Human erlangten Weltruhm.
Inwiefern wird dieser Diskurs von philosophisch-ästhetischen und tierethischen Gesichtspunkten geleitet? Wie kann die Kunst von nichtmenschlichen Tieren den Blick auf Kultur und Ästhetik erweitern und möglicherweise zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Tieren beitragen?
Samuel Camenzind, Tierethiker, Institut für Philosophie, Universität Wien
Lena Lieselotte Schuster, Künstlerin, Verein für speziesübergreifende Kunst, Wien
Moderation: Marissa Lôbo, Künstlerin, Kuratorin, Wien
Riders on the Storm
Infrastrukturen der Versorgung
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Infrastrukturen der Versorgung
Plattforms, Food Delivery, Gig-Jobs und die Stadt dazwischen: Wie verändert sich die Stadt, wenn nicht mehr zu Hause gekocht und auch nicht auswärts gegessen wird? Was bedeutet das für Haushalte, den öffentlichen Raum und diejenigen, die für die anderen unterwegs sind – bei jedem Wetter? Spätestens seit der Pandemie sind die Rider mit ihren Würfeln am Rücken nicht mehr aus den Städten wegzudenken.
Ist die plattformbasierte Gig-Economy das moderne Tagelöhnertum, sind Rider das neue Subproletariat unserer Städte? Wie werden diese Akteur*innen im öffentlichen Raum berücksichtigt? Und welche Infrastruktur brauchen Menschen, die unser Essen liefern?
Emilia Bruck, Raumplanerin und Mobilitätsforscherin, TU Wien
Fabio Hofer & Ana Mikadze, Kurator*innen der Ausstellung Zwischen Pick-up & Drop-off. Wer unser Essen liefert (Wien Museum 2025)
Harald Tapp, Architekt und Soziologe, TU Wien
Robert Walasinski, Riders Collective, Wien
Andreas Zechner, Rider, Wien
Moderation: Michael Klein & Amila Širbegović, ÖGFA, Wien
In Kooperation mit ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
Artistic Practice in Times of War
4th Commemoration Day of the Invasion in Ukraine
Subtitle
4th Commemoration Day of the Invasion in Ukraine
What does it mean to speak, write, and create while a war is still unfolding? Art theorists and artists examine the ethical stakes of cultural discourse in times of ongoing conflict, questioning the limits of interpretation, representation, and critical distance. The discussion asks how artistic, theoretical, and public forms of discourse can engage with violence, responsibility, and lived realities without simplifying them or reducing them to stereotypical or externally imposed narratives.
Asia Bazdyrieva, scholar, writer, Weibel Institute for Digital Cultures at the University of Applied Arts Vienna
Katia Denysova, art historian and curator, University of Tübingen, fellow IWM Vienna
Nikolay Karabynovych, artist, Amsterdam
Georg Schöllhammer, springerin, tranzit.at, Office Ukraine, Vienna
Moderation: Anastasiia Diachenko, Office Ukraine Vienna
In cooperation with Office Ukraine, kindly supported by solidarity matters.
March 2026
Salon Philosophique
Zur Sozialästhetik des Lebens
Subtitle
Zur Sozialästhetik des Lebens
Als Gemeinschaftswesen ist für uns bei der Gestaltung eines schönen Lebens das Gelingen von freudvoll erlebten Begegnungen und Beziehungen von vorrangiger Bedeutung. Schöne Begegnungen und Beziehungen zu leben und zu erleben, eröffnet uns das Tor zu dem, was wir heute „sozialästhetische Existenz“ nennen: eine Daseinsform und Lebensweise, in der das schöne Leben im gedeihlichen Zusammenleben mit anderen einem selbst zur Religion wird: zu einem wahrlich kostbaren Leben, sowohl im Sinne eines in besonderer Weise sinnlich erlebten Lebens, aber auch im Sinne eines besonders wertvollen Lebens. Die höchste und zugleich tiefste Form des schönen Zusammenlebens ist jenes in Liebe – in Liebe zu den anderen, aber auch in Liebe zu sich, vor allem aber darüber hinaus in Liebe zum Leben selbst.
Michael Musalek, Psychiater, Neurologe, Psychotherapeut, Wien / Berlin
Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.
Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at
Raumgestaltung
Partizipative Stadtentwicklung
Subtitle
Partizipative Stadtentwicklung
Der öffentliche Raum hat großen Einfluss auf die Lebensqualität von Stadtbewohner*innen. Metropolen genauso wie kleinere Gemeinden erleben gerade eine dynamische Transformation.
Welche Möglichkeiten bieten sich Bürger*innen heute und in Zukunft, um ihre Umgebung mitzugestalten? Isa Klee diskutiert mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Kultur über bestehende Verfahren, Praxisbeispiele und Potenziale partizipativer Raumgestaltung. Ein Abend rund um politische und soziale Teilhabe, künstlerische Interventionen und nachhaltige, ko-kreative Stadtentwicklung.
Sophie Netzer, Künstlerin, kollektiv raumarbeiterinnen, Linz
Sithara Pathirana, Kuratorin, Klima Biennale Wien
Sabine Pollak, Architektin, Kunstuniversität Linz
Alexandra Rupp-Ebenspanger, Stabstelle BürgerInnenbeteiligung, Stadt Wien
Moderation: Antonia Dika, Architektin, Urbanistin, Forscherin, Wien
In Kooperation mit Öko Campus Wien.
(Un)bequeme Erinnerung
Ein Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze
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Ein Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze
Ein Großteil der österreichischen Rom*nja und Sinti*zze wurde im Nationalsozialismus ermordet. Über lange Zeit wurde der rassistische Völkermord an den Rom*nja und Sinti*zze geleugnet und verschwiegen. Die Überlebenden waren in der Zweiten Republik mit ungebrochenem Rassismus und mit Diskriminierung konfrontiert. Ende der 1980er-Jahre formierte sich eine soziale Bewegung von Rom*nja und Sinti*zze, die ihr Eintreten für gleiche Rechte und Chancen mit der Forderung nach Anerkennung und Aufklärung über den nationalsozialistischen Völkermord verknüpfte. Trotz wichtiger Erfolge gibt es bis heute keinen zentralen Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze in Wien. Der Vortrag diskutiert den langen Kampf um Anerkennung und aktuelle Fragen zu Erinnerungslücken im öffentlichen Raum.
Mirjam-Angela Karoly, Politikwissenschaftlerin, Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Tricky Women Tricky Realities
Artist Talk: From Where They Stood
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Artist Talk: From Where They Stood
This year’s Tricky Women Tricky Realities Artist Talk brings together selected animated works featured in the festival program that all negotiate “terms of proximity” as in exploring proximity and distance in relation to (auto)biographical experiences and stories. The featured filmmakers center narrative and visual strategies that approach the fine line between the private and public from a feminist standpoint. By doing so, personal experience is approached not only as a basis for narrative or visual storytelling, but also as something that is emotionally affected by what is close: memories, bodies, body parts, community, kin.
By exploring both the film’s (auto-)biographical aspects and the experiences of the filmmakers engaging with them, questions arise: What “terms of proximity” exist in (auto-)biographical or autofictional storytelling? How is closeness and distance negotiated when it comes to biographical or autobiographical stories? Under what circumstances can intimate spaces, memories and testimonies be translated into public spheres? What is the potential of animation to hold space for the personal, the private, the intimate – the “unfolded” person?
An event by Tricky Women Tricky Realities.
Kollektive Kämpfe
Feminismus in Lateinamerika und der Karibik
Subtitle
Feminismus in Lateinamerika und der Karibik
Wie haben Bewegungen wie Ni Unas Menos FLINTA weltweit inspiriert? Und warum wurden sie für feministische Aktivist*innen zum Vorbild? Über das Lernen von diesen feministischen Bewegungen schreibt Sophia Boddenberg, die seit 2014 in Lateinamerika lebt und von dort als Journalistin berichtet, in ihrer Publikation Revolution der Frauen. Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen. Marcela Torres Heredia ist in Kolumbien aufgewachsen und Mitautorin des Buches Femi(ni)zide: patriarchale Gewalt bekämpfen. Im Forum Decolonizing in Vienna macht sie zwischen Wissenschaft und Kunst dekoloniale Praktiken sichtbar.
In Argentinien, das lange als Vorzeigeland galt, schränkt die Milei-Regierung Rechte von FLINTA ein, in Costa Rica und Chile erstarken die Rechten. Auch in den USA und Europa sind antifeministische Kräfte auf dem Vormarsch. Im Gespräch entsteht ein transnationaler Dialog zwischen Erfahrungen und verschiedenen Wissensformen aus beiden Seiten des Atlantiks. Wie lassen sich internationale feministische Allianzen und solidarische Komplizenschaften bilden?
Sophia Boddenberg, Journalistin, Buenos Aires
Marcela Torres Heredia, Pädagogin, Forscherin, Universität Wien
Moderation: Stefanie Klamuth, Buchhandlung Librería Utopía, Wien
In Kooperation mit Mandelbaum Verlag und Verbrecher Verlag.
Archäologie für Subkultur*
Offenes Labor / Lecture Performance
Subtitle
Offenes Labor / Lecture Performance
Archäologie für Subkultur* ist ein kollektives Artistic-Research-Projekt, das sich mit den Bedeutungen, Geschichten und Erinnerungen rund um Orte der Subkultur auseinandersetzt. Es widmet sich der performativen Dokumentation und Archivierung von jenen, die sich in einem Transformationsprozess befinden, gefährdet oder bereits verschwunden sind und nur noch Spuren hinterlassen haben.
In dem temporären Archäologie-Department für Subkultur* können Besucher*innen des Depot Teil der kollektiven Geschichtsschreibung werden und kleine Fundstücke zur Archivierung mitbringen. In der Lecture Performance wird Archäologie für Subkultur* präsentiert und ein Dialog zu performativer Forschung, Archivierung und Archäologie geführt.
16.00–18.30: Offenes Labor des Archäologie-Departments für Subkultur
19.00: Lecture Performance von Lia Quirina
Ljubica Jakšić, Archivar*in, Kunstsammlung und Archiv, Universität für angewandte Kunst Wien
Leona Kohl, Archäologin, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie, Universität Wien
Lia Quirina, Künstlerin*, St. Pölten
Wird verschoben: MEZEKƎRƎ
Forming a new Space
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Forming a new Space
Opening in May in the former Sophienspital, MEZEKƎRƎ is a space for global and diasporic artistic practices. It aims to explore cosmologies of care, conviviality and social transformation.
The name is derived from the Amharic word መዘክር / mäzäkr and refers to practices of collecting, remembering, and preserving. It stands for what refuses to be lost: stories, movement, knowledge, aesthetics, and political experiences of the Global Majority. The space offers them a home.
For more than a decade, kültüř gemma! has accompanied artists from the Global Majority. From this community, from their conversations, friendships, and collaborations, the desire for a place of their own arose. MEZEKƎRƎ is a continuation of this work—and at the same time something new. It will host not only exhibitions and performances, but also formats for exchange, residency programs, and long-term research projects. How can a new translocal space with international connections be created?
Marisel Bongola, Curator, MEZEKƎRƎ, Vienna
Marissa Lôbo, Artistic Director, MEZEKƎRƎ, Vienna
In cooperation with MEZEKƎRƎ.
Sinn & Brandung
Buchpräsentation // Depot Café
Subtitle
Buchpräsentation // Depot Café
Die Veranstaltung findet im Depot Café statt.
Mit SINN & BRANDUNG legt Benedikt Steiner seinen zweiten Gedichtband vor. Erneut bilden die Texte durch eine Verräumlichung des Sinns im Blattraum skulpturale, an musikalische Partituren erinnernde Felder. Anstelle von Titeln kommt dabei ein fortlaufendes JETZT zu stehen, das die Texte strukturiert. Surreale Bilder von Versehrtheit und Verlust mischen sich mit widerständiger Sehnsucht und bittersüßer Lebendigkeit. Die Atmosphäre der Gedichte ist geprägt von einer flirrenden Spannung zwischen Bedeutungsüberschuss und Sinnmangel, was von Zeichnungen des Autors nochmal unterstrichen wird.
Benedikt Steiner, Dichter, Künstler, Wien
Bewährungsprobe #57
Künstler*innengespräch
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Künstler*innengespräch
Die Bewährungsprobe widmet sich Fragen zur Kunstproduktion und den jeweiligen Arbeitsbedingungen. Zwei Positionen werden durch die Künstler*innen vorgestellt. Dabei werden regelmäßig Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien untersucht und mit dem Publikum verhandelt.
Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf arbeiten in gemeinsamer Autorinnenschaft an künstlerisch-forschenden Projekten zu Wechselwirkungen zwischen Raum- und Geschlechterordnungen, zu öffentlichen Räumen sowie mit fotografischen Inszenierungen und textilen Objekten.
In Nora Jacobs Arbeiten steht Scheitern an erster Stelle; es besitzt die Kraft für (positive) Veränderungen wie Selbstermächtigung und Möglichkeitsorten, die Platz machen für queere Utopien. Dabei entstehen großformatige installative Werke für den öffentlichen Raum oder Performances in Laut- und Gebärdensprache.
Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf, Künstlerinnen, Wien
Nora Jacobs, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien
Fossile Klimapolitik
Technikversprechen und politische Strategien
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Technikversprechen und politische Strategien
Die Emissionen steigen weiter – und dennoch wird Klimapolitik als Fortschrittsgeschichte erzählt. Tatsächlich erleben wir aber eine fossile Offensive: neue Förderprojekte fossiler Rohstoffe, steigende Investitionen in fossile Energie (etwa Gaskraftwerke), abschwächen bereits beschlossener Regelungen zur CO2-Reduktion. Gleichzeitig werden CCS (Carbon capture and storage), grüner Wasserstoff und technische Manipulationen der Erdatmosphäre als Ausweg inszeniert. Die Botschaft: Keine Sorge, wir müssen nichts ändern, die Technik wird’s richten. Doch diese „Lösungen“ sind energieintensiv, ressourcenhungrig und nur begrenzt umsetzbar. Gerade die letzte COP hat gezeigt, wie sehr an fossilen Interessen festgehalten wird.
Statt der dringend nötigen Energiewende erleben wir einen Energiezuwachs: Erneuerbare kommen hinzu, ohne das fossile Fundament ernsthaft zu verringern. Technische Experimente drohen so zur Absicherung eines Systems zu werden, das seine Grundlagen nicht infrage stellt.
Was bedeutet diese Entwicklung für eine realistische Einschätzung der Klimapolitik? Und welche Strategien braucht es, wenn das Fossile nicht verschwindet, sondern sich neu organisiert – und unser Narrativ einer Energiewende durch technische Chimären als Rechtfertigung dafür vereinnahmt wird.
Verena Kreilinger, Medienwissenschaftlerin, Autorin, Aktivistin, Salzburg
Eine Veranstaltung der Sozialistische Alternative (SOAL).
Klasse für Alle
(de)form – extraction to interaction
Subtitle
(de)form – extraction to interaction
Since 2022, composting has been the focus of collaborative learning in the Klasse für alle. Composting means engaging in ecological cycles on a daily basis – developing a care for what nourishes us – and recognizing the relationships between decay, transformation, and change.
Composting is a physical practice that connects us to the world, requiring attention and solemn presence. Cultivating compost means cultivating relationships in learning from and learning with people, plants, earth, the non-human world. Composting strategies are for everyone, but so are artistic practices such as (deep) listening, moving, writing, fermenting, braiding nettles, and much more.
In this compost session we are crafting space to reflect upon building community and continuity, to touch soil and memory, and to connect with the circularity of matter and seasons.
11.00 Gardening
14.00 Workshop with Cultural Hybrid Collective
18.00 Panel at Depot
Cultural Hybrid Collective: Beatrice Aimée, Andrea Elaiza & Merci Ewuresi
Klasse für Alle: Vik Bayer & Ritger Traag
In cooperation with University of Applied Arts Vienna.
April 2026
Lob der Überwachung
Buchpräsentation
Subtitle
Buchpräsentation
Überwachung hat einen schlechten Ruf, jede Datensammlung – ob durch den Staat oder von Digitalkonzernen betrieben – ist suspekt. Demgegenüber gälte es, Überwachung auch positiv zu denken: als Form der Sorge, als Möglichkeit guten Regierens, als Produktivkraft. Denn Überwachung kann auch bedeuten, Vermieter an Preistreiberei zu hindern, Raser im Straßenverkehr auszumachen, Finanzkriminalität aufzudecken. Auch für eine post-kapitalistische Gesellschaft sind die Technologien des Überwachungskapitalismus von entscheidender Bedeutung.
Timo Daum, Universitätsdozent, Autor, Wien / Berlin
Lesung: Maria Harpner, Übersetzerin, Sängerin, Wien
Moderation: Sigrid Kroismayr, Soziologin, Wien
Timo Daum, Lob der Überwachung. Für eine kollektive Datenpolitik, Hamburg: Edition Nautilus 2026
Mensch gegen Maschine?
Buchpräsentation
Subtitle
Buchpräsentation
Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr gesellschaftliche Bereiche vor, oft ohne Bewusstsein dafür, ob es auch sinnvoll ist. Häufig heißt es, KI sei unausweichlich und nicht aufzuhalten. Doch gibt es sensible Bereiche, in denen ihr Einsatz zu riskant ist? Wie verstärkt KI ohne klare Regeln bestehende Ungleichheiten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und soziale Isolation? Wie können solidarische Strategien aussehen, damit die KI Arbeit erleichtert?
Angelika Adensamer, Juristin, Kriminologin, Wien
Sara Hassan, Autor*in, Trainer*in, Wien
Sebastian Klocker, ÖGB-Stabstelle Digitalisierung und Technik, Wien
Sara Hassan & Josefa Niedermaier (Hg.), Wer gegen wen? Gespräche über organisierte Ungleichheit – und wie wir solidarisch das System hacken, Wien: ÖGB 2026
Sebastian Klocker & Adele Siegl (Hg.), KI verstehen und gestalten. Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt, Wien: ÖGB 2026
Rethinking Politics: Student Protests in Serbia
World Café & Discussion
Subtitle
World Café & Discussion
How can civil protests reshape political practice? How does grassroot activism work without leaders? What role can universities play as spaces of democratic engagement? Student activists from Serbia will reflect on their protests and strategies and discuss broader political implications.
Before the panel discussion, Depot opens for networking, exchange and practicing solidarity for a World Café with further guests from the diasporic Post-Yugoslav community in Vienna.
15.00–17.00 World Café
Registration: rethinkingpolitics.hkw@univie.ac.at
19.00 Panel Discussion
Davud Delimeđac, Faculty of Political Science, Belgrade University
Natalija Petrović, journalist, Blokada INFO, Faculty of Philosophy, University of Novi Sad
Tatjana Rašić, Faculty of Philosophy, University of Novi Sad
Moderation: Tamara Cvetković, Department of Gender Studies at Central European University, Vienna
The event is part of the Days of Attention — Student Protests in Serbia at the University of Vienna.
Salon an.schläge
Wechseljahre
Subtitle
Wechseljahre
Die Wechseljahre sind keine Krankheit – dennoch berichten rund zwei Drittel der Frauen während dieser Phase der Hormonumstellung über verschiedene Beschwerden. Gesellschaftlich galt das Thema lange als Tabu, inzwischen ist ein lukrativer Markt für Wellnessprodukte entstanden. Beim Salon an.schläge geht es passend zum Gesundheitsschwerpunkt der aktuellen Ausgabe um Diskriminierung, den Gender Health Gap und die Lust am Altern.
Sylvia Gaiswinkler ist für die nationale Koordinationsstelle Frauen- und Gendergesundheit verantwortlich. Sie setzt sich mit sozioökonomischen Effekten von Geschlecht, Gender, Migrations- und Fluchthintergrund auf Gesundheit auseinander. Bella Angora befasst sich in Performances und Theaterprojekten auch mit dem Altern. Ihre Auseinandersetzung mit Transformationen vollzieht sich symptomatisch und essenziell anhand ihrer selbst.
Bella Angora, Künstlerin, Wien
Sylvia Gaiswinkler, Senior Health Expert, Gesundheit Österreich GmbH, Wien
Moderation: Lea Susemichel, an.schläge, Wien
Kurzfilm: Joanna Priestley, Streetcar Named Perspire, 2007, 6 Min.
In Kooperation mit an.schläge – das feministische Magazin.
feminismen diskutieren
Kinder, Küchentisch und Klasse
Subtitle
Kinder, Küchentisch und Klasse
Wer kann sich Kinder, wer eine Abtreibung leisten? Was hat die soziale Herkunft mit reproduktiver Gerechtigkeit zu tun? Bis 1975, als die Fristenregelung in Österreich in Kraft trat, wurden Abtreibungen als Verbrechen noch rigoros verfolgt. Armutsbetroffene konnten sich dem kaum entziehen. Heute, fünfzig Jahre später, spielt Geld immer noch eine große Rolle – eine Abtreibung ist privat zu bezahlen und sehr teuer.
Sylvia Köchl, Autorin von Delikt Abtreibung, und Brigitte Theißl, Co-Autorin von Klassenreise, Solidarisch gegen Klassismus und Ungesunde Verhältnisse, sprechen miteinander über Gestern und Heute.
Sylvia Köchl, Politikwissenschaftlerin, Journalistin, Wien
Brigitte Theißl, Journalistin, Autorin, Vortragende, Wien
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.
(Un)bequeme Erinnerung
Inklusives Gedenken
Subtitle
Inklusives Gedenken
Perspektiven auf Geschichte, Macht und Non-Praxis: Wie kann Erinnerungskultur inklusiv gestaltet werden – und welche Akteur*innen fehlen bislang? Disclaimer: Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die kritische Feststellung, dass auch sie selbst nicht inklusiv und nicht frei von Ausschlüssen ist. Menschen mit Behinderungen sind in erinnerungspolitischen Diskursen unterrepräsentiert und ausgeschlossen, u. a. durch sprachliche, strukturelle und physische Barrieren. Vor diesem Hintergrund wird eine Definition von Inklusion diskutiert. Davon ausgehend wird der Diskurs zur Verfolgung von Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus und dessen Kontinuitäten kritisch analysiert. Best-Practice-Beispiele eröffnen Perspektiven für eine inklusivere Praxis.
Sebastian Dallinger, Kulturvermittler, Historiker, Wien
Maike Heinrich, Sozialarbeiter*in, Wien
Denise Wiesmahr, Inklusionspädagogin, Lehrerin, Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Vienna meets Prague
Festival
Subtitle
Festival
Zum siebten Mal bringt das Festival Vienna meets Prague heuer tschechische Kunst und Kultur nach Wien. Das Programm umfasst Lesungen und literarische Performances in deutscher und tschechischer Sprache (im Depot), Filme von Regisseur Otakar Vávra sowie ein Auftaktkonzert in der tschechischen Botschaft Wien mit Werken für Harfe und Klavier. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
18.00: KŘEH-KOST. Über den Schatten und den Klang der Wörter
Autorenlesung und Gespräch
Was den tschechischen Dichter, Performer und Essayisten Jaromír Typlt an den Wörtern interessiert, ist mehr als deren Bedeutung. Sie bedeuten etwas, und sie bedeuten etwas anderes (wie die Psychoanalyse weiß), aber sie klingen auch (wie die Soundpoetry weiß), haben eine Gestalt und einen Schatten. Typlt, dessen Werk stark vom Surrealismus beeinflusst ist, mag das Uneindeutige und Zerbrechliche an den Wörtern und arbeitet in seiner Kunst mit all diesen Ebenen. Seine Lesungen sind Performances, begleitet von Klängen, Bildern, Resonanzen – „mutierte Autorenlesungen“, wie er sie selbst nennt. Unterstützt von Schauspieler und Nestroy-Preisträger Luka Dimić liest Typlt Gedichte „mutiert“ auf Tschechisch und Deutsch.
Jaromír Typlt, Dichter, Performer, Essayist
Luka Dimić, Schauspieler
20.00: „Ihr seid alle so schrecklich gesund.“
Pavel Novotný: Prozedur und andere Texte
Pavel Novotný arbeitet in seiner Poesie mit der Dynamik der lebendigen, gesprochenen Sprache. Entsprechend performativ angelegt sind seine Texte. Bei den Aufführungen nutzt er diverse Klanginstrumente oder präsentiert sie als Partituren und radiophonische Kompositionen. Gemeinsam mit der Übersetzerin Kristina Kallert stellt Novotný Gedichte aus einem seiner jüngeren Werke Procedura / Prozedur vor, die sich um die vielen (vermeintlich) sinnlosen und sinnvollen Rituale und Sprachgewohnheiten des Alltags drehen. Begleitet werden sie hierbei von Animationsfilmer Hubert Sielecki, der einige Gedichte Novotnýs filmisch umgesetzt hat.
Pavel Novotný, Lyriker, Übersetzer, Germanist
Kristina Kallert, Übersetzerin
Hubert Sielecki, Animationsfilmer
Eine Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen im Rahmen des Festivals Vienna meets Prague.
Vienna meets Prague
Festival
Subtitle
Festival
18.00: Anna Luňáková, City Amalgam
Literarische Performance und Gespräch
In Anna Luňákovás Poesie verschmelzen Stimme und Sound. Sie arbeitet mit den realen Geräuschen der Stadt. Es sind authentische Beobachtungen und Aufnahmen – vor allem solche aus Prag –, die in ihre Texte einfließen, dann aber etwas ganz Neues schaffen. Sprache trifft auf elektronische Texturen und überarbeitete Tondokumente, wie in einer poetischen Feldforschung. Die entstehenden Gedichte handeln von einer Stadt, die gleichermaßen real wie imaginiert ist, und beschreiben eine Landschaft zwischen Dystopie und paralleler Realität. Die Lesung auf Deutsch und Tschechisch erfolgt gemeinsam mit der Übersetzerin Julia Miesenböck, untermalt von Klängen Jakub Štouračs.
Anna Luňáková, Schriftstellerin, Künstlerin, Dichterin
Julia Miesenböck, Bohemistin, Übersetzerin
Jakub Štourač, Künstler, Sounddesigner
Moderation: Manfred Müller, ÖGfL
20.00: Kurt Schwitters, Ursonate
Performance von Pavel Novotný und Jaromír Typlt
Vor etwa hundert Jahren entstand die Ursonate des dadaistischen Künstlers und Dichters Kurt Schwitters, der daran insgesamt neun Jahre arbeitete. Das Lautgedicht, komponiert in den Sätzen einer Sonate (Exposition, largo, scherzo, presto, finale), erinnert auf den ersten Blick an ein rhythmisches Durcheinander von Lauten und Schreien, worauf nicht zuletzt die Vorsilbe Ur- verweist. Das 1932 fertiggestellte Stück entsprang einer Zeit heftiger geschichtlicher Verwerfungen, was sich auch aus den Lauten des Gedichts – schreiendes Dominanzgehabe, Agitation, Widerstand, Konkurrenz, und Trotz – erahnen lässt. Jaromír Typlt und Pavel Novotný haben daraus ein Stück für zwei Stimmen entwickelt, das erstmals in Wien zu erleben ist.
Jaromír Typlt, Dichter, Performer, Essayist
Pavel Novotný, Lyriker, Übersetzer, Germanist
Eine Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Rahmen des Festivals Vienna meets Prague.
Bewährungsprobe #58
Künstler*innengespräch
Subtitle
Künstler*innengespräch
Die Bewährungsprobe widmet sich Fragen zur Kunstproduktion und den jeweiligen Arbeitsbedingungen.
Alfred Bow positioniert sich in seiner multimedialen künstlerischen Praxis für eine Politik des Lebendigen und der produktiven Uneindeutigkeit. Seine experimentelle und prozessuale Praxis räumt dem Machen den Vorrang ein vor einer festgelegten Bedeutung.
Felix Helmut Wagner beschäftigt sich mit den Funktionslogiken der Welt, die er zerlegt und poetisch neu verschachtelt, was sich formal in Performances, Installationen, Videoarbeiten und Zeichnungen niederschlägt.
Alfred Bow, Künstler, Wien
Felix Helmut Wagner, Medienkünstler, Performer, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien
Artistic Labour of the Body
Book Presentation
Subtitle
Book Presentation
Rose-Anne Gush examines VALIE EXPORT’s and Elfriede Jelinek’s use of the body and psyche as artistic material to explore Adorno’s concept of artistic labour. By deploying the body as artistic material, their works challenge women’s reduction to reproductive function or sexual object, articulating a feminism beyond „innocence“.
Gush demonstrates how their art critiqued postwar Austria’s culture of disavowal, where unprocessed legacies of Nazism perpetuated Austria’s victimhood myth, while also exploring the complex identifications within this critique. The book reframes postwar artistic practices that revealed the body as both a site of patriarchalcapitalist violence and of resistance.
Rose-Anne Gush, art theorist, historian, IZK, TU Graz
Alexi Kukuljevic, philosopher, artist, University of Applied Arts Vienna
Sophia Rohwetter, art historian, theorist, University of Vienna
Jenni Tischer, artist, University of Applied Arts Vienna / Berlin
Rose-Anne Gush, Artistic Labour of the Body, Leiden / Boston: Brill 2026
In cooperation with IZK – Institute for Contemporary Art, TU Graz.
Science all inclusive?
Diskussion (hybrid)
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Diskussion (hybrid)
In ihrer Dissertation beschäftigt sich Michaela Joch mit der Zugänglichkeit von Universitäten für Wissenschaftler*innen mit Behinderungen. Sie präsentiert zentrale Ergebnisse und bietet einen Einblick in bestehende Exklusionsmechanismen. Welche Lösungsansätze werden diskutiert, um eine inklusivere akademische Umgebung zu schaffen? Der Vortrag richtet sich an Wissenschaftler*innen, Diversitätsbeauftragte, Entscheidungsträger*innen sowie alle Interessierten, die sich mit der Förderung von Inklusion im Wissenschaftsbetrieb auseinandersetzen.
Im Anschluss spricht sie mit der Barrierefreiheitsbeauftragten der Angewandten über konkrete Herausforderungen und Best Practice im Unialltag.
Diese Veranstaltung findet als hybrides Format statt: Veronika Merklein moderiert im Depot, Michaela Joch wird zugeschaltet.
Michaela Joch, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Wien
Moderation: Veronika Merklein, Künstlerin, Barrierefreiheitsbeauftragte, Universität für angewandte Kunst Wien
May 2026
Wiener KI-Gespräche #6
KI und psychische Gesundheit
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KI und psychische Gesundheit
Im Frühjahr 2023 machte der Fall eines belgischen Mannes Schlagzeilen, dessen Suizid mit der Interaktion mit einem Chatbot in Verbindung gebracht wurde. Kurz darauf warnten Forschende im offenen Brief We are not ready for manipulative AI vor manipulativen Systemen, die emotionale Abhängigkeiten verstärken können. Inzwischen diskutieren Psychiatrie und Psychologie unter Stichworten wie „AI psychosis“, wie Chatbots Wahnvorstellungen verstärken oder bei vulnerablen Menschen problematische Dynamiken auslösen könnten.
Zugleich gilt KI vielen als mögliche Antwort auf die die Krise der psychischen Gesundheit und Versorgung: als jederzeit verfügbare, breit ausrollbare und niederschwellige Unterstützung in überlasteten Versorgungssystemen. Bleibt die grundsätzliche Frage: Was macht der wiederholte, oft intime Austausch mit Chatbots mit uns – auch dann, wenn keine klinische Störung vorliegt? Und was verändert sich, wenn uns nicht nur Textbots, sondern verkörperte Roboter antworten?
Christiane Eichenberg, Psychoanalytikerin, Institut für Psychosomatik, Sigmund Freud Privatuniversität, Wien
Michael Funk, Musiker, Philosoph, Fakultät für Informatik der Universität Wien
Moderation: Klaus Speidel, Philosoph, Universität für angewandte Kunst Wien
Zeitzeuginnengespräch mit Lucy Waldstein
Flucht aus Wien, Exil und Neubeginn
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Flucht aus Wien, Exil und Neubeginn
Das Mauthausen Komitee Österreich, der Verein GEDENKDIENST und die Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen (JöH) laden zu einem Gespräch mit Lucy Waldstein ein. Die 1930 in Wien geborene Zeitzeugin berichtet von ihrer Kindheit im 9. Bezirk, der Flucht ihrer Familie im Jahr 1938, der Trennung der Familie und ihrem Exil, ihrer Internierung auf Trinidad sowie ihrem späteren Neubeginn in den USA.
Mehr als acht Jahrzehnte nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Terror erinnert Lucy Waldsteins Lebensgeschichte eindringlich daran, wie schnell Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung zum Alltag werden können.
Lucy Waldstein, Zeitzeugin, New York
Moderation: Lia Guttmann, JöH & Yuno Schwingshandl, GEDENKDIENST, Wien
In Kooperation mit Mauthausen Komitee Österreich, GEDENKDIENST und JöH.
Escape from Vienna, Exile, and a New Beginning
The Mauthausen Committee Austria, the GEDENKDIENST association, and the Jewish Austrian University Students (JöH) invite you to a conversation with Lucy Waldstein. Born in Vienna in 1930, this surviving witness her childhood in the 9th district, her family’s flight in 1938, the separation of the family and her exile, her internment in Trinidad, and her subsequent new beginning in the United States. More than eight decades after liberation from Nazi terror, Lucy Waldstein’s life story serves as a powerful reminder of how quickly exclusion, disenfranchisement, and persecution can become part of everyday life.
Lucy Waldstein, surviving witness, New York
Moderation: Milli Li Rabinovici, JöH & Yuno Schwingshandl, GEDENKDIENST, Vienna
In cooperation with the Mauthausen Committee Austria, GEDENKDIENST, and JöH.
Salon Philosophique
Lebensmüdigkeit
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Lebensmüdigkeit
Nicht jeder Wunsch zu sterben ist Ausdruck von Krankheit. Und nicht jede Form zu leben ein Zeichen von Lebendigkeit. Zwischen Lebensmüdigkeit und Suizidalität liegt kein klarer Bruch, sondern ein oft unmerkliches Gleiten. Der Vortrag nähert sich diesem Zwischenraum – dort, wo ein erfülltes Leben in eine stille Sättigung übergeht, wo Bilanz gezogen wird, ohne dass Verzweiflung im Vordergrund steht, und wo sich zugleich die Frage nach der Grenze zwischen Autonomie und Schutz stellt.
Literatur und Philosophie öffnen dabei Perspektiven, die über klinische Kategorien hinausgehen. Sie zeigen: Die Nähe zum Tod ist nicht immer pathologisch – aber immer bedeutsam. Vielleicht ist Lebensmüdigkeit nicht nur ein Verlust von Sinn, sondern auch ein Verlust von Berührbarkeit. Und vielleicht liegt genau hier eine mögliche Antwort: in der Wiederentdeckung jener ästhetischen Momente, die uns mit uns selbst, mit anderen und mit der Welt in Beziehung setzen.
Christian Haring, Primar des Psychiatrischen Krankenhauses des Landes Tirol, Hall
Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.
Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at
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