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Wider die Grausamkeit

Strategien der Grausamkeit sind dort am Werk, wo das Unvorhersehbare des Lebens gezwungen ist, sich Aspek­ten von Messbarkeit und Konsumierbarkeit, also den Nützlichkeitserwägungen des Kapitalismus, zu unter­werfen. Paradigmatisch hierfür stehen das Patriachat, die Gewalt gegen Frauen und die Ausbeutung ihrer Kör­per.
Dieser Grausamkeit gilt es, etwas entgegen zusetzen: eine Strategie des subversiven Ungehorsams und einer widerständigen Unkonventionalität, für die Ambivalen­zen zentral sind. Im Denken der Dekolonialität, das sich mit der auch von Marxist*innen unterstellten Prämisse eines vorgefertigten Bildes der idealen Gesellschaft aus­einandersetzt, besteht die wahre Utopie der Geschichte in ihrer Unvorhersehbarkeit.
Für Rita Segato spielt ihre anthropologische Feldfor­schung zu den Femiziden in Mexiko eine ebenso bedeu­tende Rolle wie eine spezifische theoretische Rahmung: Die Analyse der lateinamerikanischen Realität zeigt, wie der eurozentrische Blick, der auch die Wissenskon­figurationen Lateinamerikas prägt, die Sicht auf das Entscheidende eher verstellt denn erhellt.

Sandra Schmidt, Journalistin, Übersetzerin, Berlin / Köln
Rita Laura Segato, Anthropologin, Tilcara (Argentinien) / Brasília (Brasilien)
Kathrin Wohlmuth-Konrad, Mandelbaum Verlag, Wien

Rita Laura Segato, Wider die Grausamkeit. Für einen feministischen und dekolonialen Weg, Wien: Mandelbaum 2021

In Kooperation mit dem Mandelbaum Verlag.