Veranstaltungen

Freitag, 03. Dezember 2021, 19.00
ONLINE: Vorne – Hinten. Prinzipien zur Wiedergewinnung des Stadtraums
Vortrag via Zoom

Alle reden vom öffentlichen Raum - doch in neueren Projekten entstehen kaum mehr öffentliche Räume, die zugleich auch als Stadträume erfahrbar sind. Bauprojekte thematisieren kaum mehr die Kante zum Straßen- oder Platzraum - die Folge sind freistehende, allseitig gleiche Baukörper, von Restraum umgeben. Es scheint, als wäre das grundlegende Verständnis für das, was Stadt gesellschaftlich und gestalterisch ausmacht, verloren gegangen: die Differenzierung in öffentliche und private Räume und damit die Unterscheidung von Vorne und Hinten beim städtischen Haus. Der Vortrag schildert anhand soziologischer und städtebaulicher Theorien diese die Urbanität begründende Differenz und untersucht anhand von Beispielen, welchen Prinzipien ein Städtebau folgen müsste, um Stadträume zu schaffen.

Wolfgang Sonne, Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Dortmund, wissenschaftlicher Leiter des Baukunstarchivs NRW sowie stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst
Moderation: Andreas Vass/ÖGFA

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur

Details: https://oegfa.at/programm/jahresschwerpunkt/2021-raumbeziehungen/wolfgang-sonne-vorne-hinten

Link zum Zoom-Meeting: https://us02web.zoom.us/j/85301141666
Meeting-ID: 853 0114 1666

Montag, 06. Dezember 2021, 19.00
VERSCHOBEN auf 24. Jänner: Bewährungsprobe #38
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?
Janine Schneider beschäftigt sich mit Fragen rund um Körperidentität im und durch öffentlichen Raum, Architektur sowie Raumpolitik. Dabei arbeitet sie bevorzugt mit den Medien Fotografie, Video, Installation und Performance.
Imre Nagy interessiert das Zusammenspiel zwischen Zeichnungen, Objekten und Architektur. In seiner vermehrt bildhauerischen Arbeit fügen sich zwei Ordnungssysteme – Sprache und Architektur – mit einem dritten zusammen: Körpererfahrung.

Janine Schneider, Künstlerin, Wien
Imre Nagy, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Donnerstag, 09. Dezember 2021, 19.00
ONLINE: feminismen diskutieren
Greta Thunberg: Ikone oder Feindbild? via Zoom

Im August 2018 begann die 16-jährige Greta Thunberg vor dem schwedischen Parlament samt einem Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“ wöchentlich für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Aus diesem Protest entstand die globale Protestbewegung Fridays for Future, welche mit Parolen wie „Es ist fünf vor zwölf" Klimagerechtigkeit einfordert. Wie wird Greta Thunberg als Führungsfigur wahrgenommen und welche Rolle spielt sie für die Bewegung? Der Vortrag setzt hier an und diskutiert die Perzeption Greta Thunbergs zwischen einer ikonografischen Verehrung und ihrer Stilisierung als Hassfigur.

Antje Daniel, Entwicklungsforscherin und Politologin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Online via Zoom, Anmeldung erforderlichdepot@depot.or.at

Dienstag, 14. Dezember 2021, 18.00
Das ‚andere‘ Österreich
ONLINE via Zoom: Buchpräsentation

Die Autorinnen und Autoren dieses Buches thematisieren vier Kategorien, entlang derer ein Anders-Machen vorgenommen wird: Gender, Race, Sprache und Religion. Und gleichzeitig auch die Ambivalenzen, die das Leben von marginalisierten Menschen vor dem Hintergrund der Dominanz einer imaginierten männlich-weiß-heteronormativ-deutsch-katholischen Identitätskonstruktion prägen. Einige der Beiträge in diesem Buch erörtern, was es bedeutet, als „Andere“ markiert zu werden und wie dieses „Andere“ unterdrückt und unsichtbar gemacht wird.

Noomi Anyanwu, Sprecherin Black Voices Volksbegehren
Ali Dönmez, Logopäde und Lehrer für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Farid Hafez, Politikwissenschaftler, Institut für Politikwissenschaft der Universität Salzburg/Senior Research Fellow Georgetown University
Sladjana Mirković, Präsidentin HochschülerInnenschaft österreichischer Roma und Romnja (HÖR)
Moderation:
Asma Aiad, Fotografin und Konzeptkünstlerin, Kuratorin, Wien
Marina Grzinic, Professorin Akademie der bildenden Künste Wien

Farid Hafez (Hg.), Das ‚andere‘ Österreich. Leben in Österreich abseits männlich-weiß-heteronormativ-deutsch-katholischer Dominanz, New Academic Press, Wien 2021. Mit Beiträgen von Noomi Anyanwu, Almina Besic, Andreas Brunner, John Bunzl, Ali Dönmez, Arwa Elabd, Cvetka Lipus, Dzeneta Karabegovic, Sladjana Mirkovic, Bianca Tanase, Katharina Tyran

In Kooperation mit dem Fachbereich Konzeptuelle Kunst/IBK/ Akademie der bildenden Künste Wien

Online via Zoom, Anmeldung erforderlich: depot@depot.or.at

Donnerstag, 16. Dezember 2021, 19.00
Crit Cross // IN ENGLISH
A Forum On Art Criticism

Crit Cross is an open reading and discussion group of current writing about art and society. It has the aim to create a platform for the sustainable promotion of art- and sociocritical dialogue as well as art-related topics in Vienna. Furthermore it aims to promote the ability to read and exchange critically.

Meetings are organized by Vienna-based association Verein K. The event will host a guest.

Donnerstag, 16. Dezember 2021, 19.00
ABGESAGT: PhD in Context // IN ENGLISH
Talks with PhD in Practice

The PhD in Practice program provides a concept of arts-based research that is built upon critical epistemologies, as they have been developed in the context of feminist, queer, postcolonial, ecological, postmarxist and other political and emancipatory projects. Inspired by these struggles, the PhD in Practice program approaches arts-based research as a space for the negotiation of social, political, cultural and economic conflicts. It refers to a history of research in the arts field, which has been developed in dialog with an array of different fields, including academia, activism, high art as much as pop and subculture.
At Depot, the candidates present their projects, discuss ideas and enter into an exchange with the interested public.‘


A cooperation with the Academy of Fine Arts Vienna, coordinated by Renate Lorenz (Professor for Art and Research) and Anette Baldauf (Professor for Methodology and Epistemology)

Freitag, 17. Dezember 2021, 19.00
Hier und anderswo
Buchpräsentation

Die raum-zeitliche Konfiguration „Israel/Palästina“ ist das hochmediatisierte und affektiv aufgeladene Wahrnehmungsobjekt par excellence. Wie haben sich die audiovisuellen Repräsentationen Palästina-Israels und die visuellen Kulturen seit 1960 verändert?

Peter Grabher untersucht Essayfilme, die am Blick arbeiten und ihn verändern. In dichten Beschreibungen wird gezeigt, wie französische, israelische und palästinensische Filmautor*innen auf dominante Repräsentationen und kollektive Narrative eingehen und diese ästhetisch überschreiten. Im Kontext des israelisch-palästinensischen Problems, in dem Bilder zum Schauplatz des Krieges werden, die als affektauslösende Objektivitätsbehauptungen die Wahrnehmung kapern, kommt diesen Beispielen einer essayistischen Ästhetik radikale politische Bedeutung zu.

Julia B. Köhne, Kultur-, Film- und Medienwissenschaftlerin, Humboldt-Universität, Berlin
Peter Grabher, Filmwissenschaftler,kinokis mikrokino, Wien

Ici et ailleurs
(F 1976). R: Jean-Luc Godard & Anne-Marie Miéville, 53 min., OmenglU

Peter Grabher: Hier und anderswo. Palästina-Israel im essayistischen Film (1960–2010), Marburger Schriften zur Medienforschung 82, Schüren Verlag, Marburg 2020

Donnerstag, 13. Januar 2022, 19.00
Das Nichts in der digitalen Kunst
Vortrag

Quer durch das 20. Jahrhundert haben zahlreiche Künstler*innen die bestehende Konvention von Realität und deren Wahrnehmung durch Akte der Entleerung demontiert. Die Reise in das Nichts beginnt bei Kasimir Malewitsch, über Yves Klein bis Roni Horn oder Hiroshi Sugimoto. Letztendlich stellt sich die Frage: Wie kann der Leere im Zeitalter der Digitalisierung mit ihren oft überreizenden Datenräumen Platz gegeben werden?


Valerie Messini, Dissertantin am Peter Weibel-Forschungsinstitut für digitale Kulturen, Universität für angewandte Kunst Wien

Mittwoch, 19. Januar 2022, 19.00
Wie weiter? / What next? // IN ENGLISH
On the future of cultural institutions #5

Many large and also decentralised, small cultural institutions carry a long history in which changes and repositioning have taken place repeatedly. On the occasion of the caesura caused by the Covid crisis, we also want to ask in this autumn series where we go from here. What considerations, strategies and visions for the future do we have with regard to exhibition making, performance concepts and the relationship to the audience? Are democratisation concepts being considered? Could new ideas despite all the difficulties – be gained from the Covid crisis?

Ramesch Daha, President Secession Vienna
Séamus Kealy, Director Salzburger Kunstverein
Moderation: Martin Fritz, Curator, Consultant, Publicist, Vienna

Montag, 24. Januar 2022, 19.00
Bewährungsprobe #38
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?
Janine Schneider beschäftigt sich mit Fragen rund um Körperidentität im und durch öffentlichen Raum, Architektur sowie Raumpolitik. Dabei arbeitet sie bevorzugt mit den Medien Fotografie, Video, Installation und Performance.
Imre Nagy interessiert das Zusammenspiel zwischen Zeichnungen, Objekten und Architektur. In seiner vermehrt bildhauerischen Arbeit fügen sich zwei Ordnungssysteme – Sprache und Architektur – mit einem dritten zusammen: Körpererfahrung.

Janine Schneider, Künstlerin, Wien
Imre Nagy, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Freitag, 28. Januar 2022, 19.00
Cyborg werden
Buchpräsentation

Cyborgs waren ursprünglich ein Produkt technomilitärischer Imagination mit dem Ziel, die Beschränkungen des menschlichen Körpers zu überwinden. Als kybernetischer Organismus sind Cyborgs tatsächlich weder Mensch noch Maschine – und doch beides zugleich.
Gerade dies macht sie für queer_feministische Spekulationen attraktiv, die Dualismen als Fundament von Herrschaftslogiken kritisieren. Dagmar Fink fragt danach, wie Cyborgs Dualismen zur Implosion bringen, wie sich mit Cyborgs Vorstellungen von Differenz jenseits von Dualismen entwickeln lassen und wie queer_feministische Geschichten in Theorien und Science Fictions unsere Möglichkeitshorizonte erweitern.
Nach dem Gespräch Cafébetrieb mit afrofuturistischer Musikbegleitung.


Dagmar Fink, Literatur- und Kulturwissenschafterin, Hochschullektorin, Übersetzerin im queer_feministischen Kollektiv _gender_ _et_ _alia_ sowie Ko-Leiterin von QUEERTACTICS. QUEER_FEMINIST FILMFESTIVAL VIENNA, Wien
Waltraud Ernst, Philosophin, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Johannes Kepler Universität Linz
Roswitha Hofmann, Sozialwissenschafterin, Hochschullektorin und wissenschaftliche Beraterin –uebergrenzendenken, Wien

Dagmar Fink, Cyborg werden. Möglichkeitshorizonte in feministischen Theorien und Science Fictions, Transcript, Bielefeld 2021

Dienstag, 01. März 2022, 19.00
Geh Denken!
Österreichische Geschichtspolitik in der populistischen Revolte

Nach der Ära Wolfang Schüssel (ÖVP) und Jörg Haider (FPÖ) in den 2000er Jahren war Geschichtspolitik in Österreich von einer nachholenden (West-)Europäisierung geprägt: Die Schoah trat ins Zentrum der Erinnerung, andere NS-Opfer und Widerständige bekamen mehr Beachtung, alle distanzierten sich vom Opfermythos, die EU wurde zum Fluchtpunkt der Geschichte, der 27. Jänner und der 8. Mai zu Gedenktagen, der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus war die Lehre. Diese (liberale) Politik trugen mehr oder weniger alle Parteien, außer der FPÖ, Hand in Hand mit zivilgesellschaftlichen Organisationen mit. Mit der Regierungskoalition zwischen Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) 2017 ging dieser Konsens zu Ende: In einer populistischen Revolte wurde die Geschichtspolitik rekonfiguriert. Neue Gedenkstätten entstanden, das staatlich-zivile Bündnis zerfiel, Opferkonkurrenz trat auf, angerufen wurde statt der EU nun Israel, die Täterschaft verschwindet zusehends. Diese und andere Entwicklungen werden anhand jüngerer Beispiele der Erinnerungskultur diskutiert.

Peter Pirker, Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck