Programm


April 2026

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Donnerstag, 16. April 2026,

Salon an.schläge

Wechseljahre

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Wechseljahre

Die Wechseljahre sind keine Krankheit – dennoch berichten rund zwei Drittel der Frauen während dieser Phase der Hormonumstellung über verschiedene Beschwerden. Gesellschaftlich galt das Thema lange als Tabu, inzwischen ist ein lukrativer Markt für Wellnessprodukte entstanden. Beim Salon an.schläge geht es passend zum Gesundheitsschwerpunkt der aktuellen Ausgabe um Diskriminierung, den Gender Health Gap und die Lust am Altern.
Sylvia Gaiswinkler ist für die nationale Koordinationsstelle Frauen- und Gendergesundheit verantwortlich. Sie setzt sich mit sozioökonomischen Effekten von Geschlecht, Gender, Migrations- und Fluchthintergrund auf Gesundheit auseinander. Bella Angora befasst sich in Performances und Theaterprojekten auch mit dem Altern. Ihre Auseinandersetzung mit Transformationen vollzieht sich symptomatisch und essenziell anhand ihrer selbst.

Bella Angora, Künstlerin, Wien
Sylvia Gaiswinkler, Senior Health Expert, Gesundheit Österreich GmbH, Wien
Moderation: Lea Susemichel, an.schläge, Wien

Kurzfilm: Joanna Priestley, Streetcar Named Perspire, 2007, 6 Min.

In Kooperation mit an.schläge – das feministische Magazin.

Dienstag, 21. April 2026,

feminismen diskutieren

Kinder, Küchentisch und Klasse

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Kinder, Küchentisch und Klasse

Wer kann sich Kinder, wer eine Abtreibung leisten? Was hat die soziale Herkunft mit reproduktiver Gerechtigkeit zu tun? Bis 1975, als die Fristenregelung in Österreich in Kraft trat, wurden Abtreibungen als Verbrechen noch rigoros verfolgt. Armutsbetroffene konnten sich dem kaum entziehen. Heute, fünfzig Jahre später, spielt Geld immer noch eine große Rolle – eine Abtreibung ist privat zu bezahlen und sehr teuer.
Sylvia Köchl, Autorin von Delikt Abtreibung, und Brigitte Theißl, Co-Autorin von Klassenreise, Solidarisch gegen Klassismus und Ungesunde Verhältnisse, sprechen miteinander über Gestern und Heute.

Sylvia Köchl, Politikwissenschaftlerin, Journalistin, Wien
Brigitte Theißl, Journalistin, Autorin, Vortragende, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Mittwoch, 22. April 2026,

(Un)bequeme Erinnerung

Inklusives Gedenken

Subtitle

Inklusives Gedenken

Perspektiven auf Geschichte, Macht und Non-Praxis: Wie kann Erinnerungskultur inklusiv gestaltet werden – und welche Akteur*innen fehlen bislang? Disclaimer: Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die kritische Feststellung, dass auch sie selbst nicht inklusiv und nicht frei von Ausschlüssen ist. Menschen mit Behinderungen sind in erinnerungspolitischen Diskursen unterrepräsentiert und ausgeschlossen, u. a. durch sprachliche, strukturelle und physische Barrieren. Vor diesem Hintergrund wird eine Definition von Inklusion diskutiert. Davon ausgehend wird der Diskurs zur Verfolgung von Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus und dessen Kontinuitäten kritisch analysiert. Best-Practice-Beispiele eröffnen Perspektiven für eine inklusivere Praxis.

Sebastian Dallinger, Kulturvermittler, Historiker, Wien
Maike Heinrich, Sozialarbeiterin, Wien
Denise Wiesmahr, Inklusionspädagogin, Lehrerin, Wien

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Donnerstag, 23. April 2026,

Vienna meets Prague

Festival

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Festival

Zum siebten Mal bringt das Festival Vienna meets Prague heuer tschechische Kunst und Kultur nach Wien. Das Programm umfasst Lesungen und literarische Performances in deutscher und tschechischer Sprache (im Depot), Filme von Regisseur Otakar Vávra sowie ein Auftaktkonzert in der tschechischen Botschaft Wien mit Werken für Harfe und Klavier. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

18.00: KŘEH-KOST. Über den Schatten und den Klang der Wörter
Autorenlesung und Gespräch

Was den tschechischen Dichter, Performer und Essayisten Jaromír Typlt an den Wörtern interessiert, ist mehr als deren Bedeutung. Sie bedeuten etwas, und sie bedeuten etwas anderes (wie die Psychoanalyse weiß), aber sie klingen auch (wie die Soundpoetry weiß), haben eine Gestalt und einen Schatten. Typlt, dessen Werk stark vom Surrealismus beeinflusst ist, mag das Uneindeutige und Zerbrechliche an den Wörtern und arbeitet in seiner Kunst mit all diesen Ebenen. Seine Lesungen sind Performances, begleitet von Klängen, Bildern, Resonanzen – „mutierte Autorenlesungen“, wie er sie selbst nennt. Unterstützt von Schauspieler und Nestroy-Preisträger Luka Dimić liest Typlt Gedichte „mutiert“ auf Tschechisch und Deutsch.

Jaromír Typlt, Dichter, Performer, Essayist
Luka Dimić, Schauspieler

20.00: „Ihr seid alle so schrecklich gesund.“
Pavel Novotný: Prozedur und andere Texte

Pavel Novotný arbeitet in seiner Poesie mit der Dynamik der lebendigen, gesprochenen Sprache. Entsprechend performativ angelegt sind seine Texte. Bei den Aufführungen nutzt er diverse Klanginstrumente oder präsentiert sie als Partituren und radiophonische Kompositionen. Gemeinsam mit der Übersetzerin Kristina Kallert stellt Novotný Gedichte aus einem seiner jüngeren Werke Procedura / Prozedur vor, die sich um die vielen (vermeintlich) sinnlosen und sinnvollen Rituale und Sprachgewohnheiten des Alltags drehen. Begleitet werden sie hierbei von Animationsfilmer Hubert Sielecki, der einige Gedichte Novotnýs filmisch umgesetzt hat.

Pavel Novotný, Lyriker, Übersetzer, Germanist
Kristina Kallert, Übersetzerin
Hubert Sielecki, Animationsfilmer

Eine Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen im Rahmen des Festivals Vienna meets Prague.

Freitag, 24. April 2026,

Vienna meets Prague

Festival

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Festival

18.00: Anna Luňáková, City Amalgam
Literarische Performance und Gespräch

In Anna Luňákovás Poesie verschmelzen Stimme und Sound. Sie arbeitet mit den realen Geräuschen der Stadt. Es sind authentische Beobachtungen und Aufnahmen – vor allem solche aus Prag –, die in ihre Texte einfließen, dann aber etwas ganz Neues schaffen. Sprache trifft auf elektronische Texturen und überarbeitete Tondokumente, wie in einer poetischen Feldforschung. Die entstehenden Gedichte handeln von einer Stadt, die gleichermaßen real wie imaginiert ist, und beschreiben eine Landschaft zwischen Dystopie und paralleler Realität. Die Lesung auf Deutsch und Tschechisch erfolgt gemeinsam mit der Übersetzerin Julia Miesenböck, untermalt von Klängen Jakub Štouračs.

Anna Luňáková, Schriftstellerin, Künstlerin, Dichterin
Julia Miesenböck, Bohemistin, Übersetzerin
Jakub Štourač, Künstler, Sounddesigner
Moderation: Manfred Müller, ÖGfL

20.00: Kurt Schwitters, Ursonate
Performance von Pavel Novotný und Jaromír Typlt

Vor etwa hundert Jahren entstand die Ursonate des dadaistischen Künstlers und Dichters Kurt Schwitters, der daran insgesamt neun Jahre arbeitete. Das Lautgedicht, komponiert in den Sätzen einer Sonate (Exposition, largo, scherzo, presto, finale), erinnert auf den ersten Blick an ein rhythmisches Durcheinander von Lauten und Schreien, worauf nicht zuletzt die Vorsilbe Ur- verweist. Das 1932 fertiggestellte Stück entsprang einer Zeit heftiger geschichtlicher Verwerfungen, was sich auch aus den Lauten des Gedichts – schreiendes Dominanzgehabe, Agitation, Widerstand, Konkurrenz, und Trotz – erahnen lässt. Jaromír Typlt und Pavel Novotný haben daraus ein Stück für zwei Stimmen entwickelt, das erstmals in Wien zu erleben ist.

Jaromír Typlt, Dichter, Performer, Essayist
Pavel Novotný, Lyriker, Übersetzer, Germanist

Eine Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Rahmen des Festivals Vienna meets Prague.

Montag, 27. April 2026,

Bewährungsprobe #58

Künstler*innengespräch

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Künstler*innengespräch

Die Bewährungsprobe widmet sich Fragen zur Kunstproduktion und den jeweiligen Arbeitsbedingungen.
Alfred Bow positioniert sich in seiner multimedialen künstlerischen Praxis für eine Politik des Lebendigen und der produktiven Uneindeutigkeit. Seine experimentelle und prozessuale Praxis räumt dem Machen den Vorrang ein vor einer festgelegten Bedeutung.
Felix Helmut Wagner beschäftigt sich mit den Funktionslogiken der Welt, die er zerlegt und poetisch neu verschachtelt, was sich formal in Performances, Installationen, Videoarbeiten und Zeichnungen niederschlägt.

Alfred Bow, Künstler, Wien
Felix Helmut Wagner, Medienkünstler, Performer, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien

Dienstag, 28. April 2026,

Artistic Labour of the Body

Book Presentation

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Book Presentation

Rose-Anne Gush examines VALIE EXPORT’s and Elfriede Jelinek’s use of the body and psyche as artistic material to explore Adorno’s concept of artistic labour. By deploying the body as artistic material, their works challenge women’s reduction to reproductive function or sexual object, articulating a feminism beyond „innocence“.
Gush demonstrates how their art critiqued postwar Austria’s culture of disavowal, where unprocessed legacies of Nazism perpetuated Austria’s victimhood myth, while also exploring the complex identifications within this critique. The book reframes postwar artistic practices that revealed the body as both a site of patriarchalcapitalist violence and of resistance.

Rose-Anne Gush, art theorist, historian, IZK, TU Graz
Alexi Kukuljevic, philosopher, artist, University of Applied Arts Vienna
Sophia Rohwetter, art historian, theorist, University of Vienna

Rose-Anne Gush, Artistic Labour of the Body, Leiden / Boston: Brill 2026

In cooperation with IZK – Institute for Contemporary Art, TU Graz.

Schwerpunkt 2026: Allianzen bilden!
Mittwoch, 29. April 2026,

Science all inclusive?

Diskussion (hybrid)

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Diskussion (hybrid)

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Michaela Joch mit der Zugänglichkeit von Universitäten für Wissenschaftler*innen mit Behinderungen. Sie präsentiert zentrale Ergebnisse und bietet einen Einblick in bestehende Exklusionsmechanismen. Welche Lösungsansätze werden diskutiert, um eine inklusivere akademische Umgebung zu schaffen? Der Vortrag richtet sich an Wissenschaftler*innen, Diversitätsbeauftragte, Entscheidungsträger*innen sowie alle Interessierten, die sich mit der Förderung von Inklusion im Wissenschaftsbetrieb auseinandersetzen.
Im Anschluss spricht sie mit der Behindertenbeauftagten für Studierende der Angewandten über konkrete Herausforderungen und Best Practice im Unialltag.
Diese Veranstaltung findet als hybrides Format statt: Veronika Merklein moderiert im Depot, Michaela Joch wird zugeschaltet.

Michaela Joch, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Wien
Moderation: Veronika Merklein, Künstlerin, Behindertenbeauftragte für Studierende, Universität für angewandte Kunst Wien

Die Teilnahme ist vor Ort oder via Livestream möglich.

Mai 2026

Dienstag, 5. Mai 2026,

Wiener KI-Gespräche #6

KI und psychische Gesundheit

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KI und psychische Gesundheit

Im April 2023 wurde aus Belgien erstmals ein Suizid in Zusammenhang mit einem Chatbot bekannt. Expert*innen
veröffentlichten daraufhin den offenen Brief Gegen manipulative KI. Allerdings könnten Chatbots möglicherweise auch überlastete Gesundheitssysteme entlasten. Wie prägt uns unser wiederholter Austausch mit Chatbots? Und was ändert sich, wenn wir uns mit Robotern statt Chatbots unterhalten?

Moderation: Klaus Speidel, Philosoph, Kritiker, Kurator, Wien

Mittwoch, 13. Mai 2026,

Salon Philosophique

Lebensmüdigkeit

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Lebensmüdigkeit

Nicht jeder Wunsch zu sterben ist Ausdruck von Krankheit. Und nicht jede Form zu leben ein Zeichen von Lebendigkeit. Zwischen Lebensmüdigkeit und Suizidalität liegt kein klarer Bruch, sondern ein oft unmerkliches Gleiten. Der Vortrag nähert sich diesem Zwischenraum – dort, wo ein erfülltes Leben in eine stille Sättigung übergeht, wo Bilanz gezogen wird, ohne dass Verzweiflung im Vordergrund steht, und wo sich zugleich die Frage nach der Grenze zwischen Autonomie und Schutz stellt.
Literatur und Philosophie öffnen dabei Perspektiven, die über klinische Kategorien hinausgehen. Sie zeigen: Die Nähe zum Tod ist nicht immer pathologisch – aber immer bedeutsam. Vielleicht ist Lebensmüdigkeit nicht nur ein Verlust von Sinn, sondern auch ein Verlust von Berührbarkeit. Und vielleicht liegt genau hier eine mögliche Antwort: in der Wiederentdeckung jener ästhetischen Momente, die uns mit uns selbst, mit anderen und mit der Welt in Beziehung setzen.

Christian Haring, Primar des Psychiatrischen Krankenhauses des Landes Tirol, Hall

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.

Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Dienstag, 19. Mai 2026,

feminismen diskutieren

Verwandtschaft und Gefährt*innen in Comics

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Verwandtschaft und Gefährt*innen in Comics

Die Idee der Gefährt*innenschaft bietet eine alternative Form des Zusammenlebens. Menschliche Beziehungen wurden durch die traditionellen Konzepte Familie und Verwandtschaft strukturiert, um körperliche und emotionale Bedürfnisse zu befriedigen und die Arbeitskraft wiederherzustellen. Am Beispiel der erfolgreichen Comicserie Hilda werden Körper gezeigt, die sich der Binarität Tier / Mensch entziehen. Diese Wesen stellen einen fruchtbaren Boden für Beziehungen abseits patriarchaler Normen dar, weil sie nicht auf repressiven Kategorisierungen wie Geschlecht, race oder Spezie beruhen. Wie ge- oder misslingt dadurch Gefährt*innenschaft?

V. Erin Sedelmaier, Kulturwissenschaftler*in, Bildungsarbeiter*in, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Mittwoch, 20. Mai 2026,

Crit Cross #28

Talk

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Talk

Crit Cross is an open discussion group of current writing about art. It has the aim to create a platform for the sustainable promotion of art- and sociocritical dialogue as well as art-related topics in Vienna. Furthermore, it aims to promote the ability to read and exchange critically.
The premise of the project is that art texts are part of a social discourse, which also lives from direct exchange and that critical reflections on art and society are essential at a time when art is under pressure of justification in the face of shrinking resources and political change.

Frida Sandström, writer, critic, Paletten Art Journal, Copenhagen
Moderation: Rose-Anne Gush, art theorist, historian, IZK, TU Graz

In cooperation with Verein K.

Donnerstag, 21. Mai 2026,

(Un)bequeme Erinnerung

Plurale Erinnerung

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Plurale Erinnerung

Während die Verbrechen der Nationalsozialist*innen vermeintlich aufgearbeitet sind, schreitet der Rechtsruck in Europa voran und die Zahl rassistischer und antisemitischer Vorfälle, keinesfalls nur von rechts, steigt. Die damit zusammenhängende menschenfeindliche Politik trifft nicht alle gleich und Zugänge, sie zu verstehen sind vielfältig. Deutungsmuster stehen oft in Konkurrenz zueinander.
Kann uns das Konzept der pluralen Erinnerung weiterhelfen, um die Gewalt der postnazistischen und postkolonialen Gesellschaft zu begreifen? Ziel der Diskussion ist es, unterschiedliche Perspektiven dazu miteinander ins Gespräch zu bringen.

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Freitag, 22. Mai 2026,

Mykoästhetik

Pilze, Kunst und Kino

Subtitle

Pilze, Kunst und Kino

Pilze sind ein verbreitetes Phänomen der zeitgenössischen Kunst. Die Entstehungsweisen und Genealogien lassen sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Gibt es eine strukturelle Verwandtschaft zwischen den zersetzenden, vernetzenden und symbiotischen Eigenschaften, die Pilzen zugeschrieben werden, und den sich wandelnden Kunstauffassungen und -praktiken der Moderne und Gegenwart?
Unter dem Begriff der Mykoästhetik versammelt Ilka Becker Studien zu Schauplätzen der Kunst und des Kinos, auf denen sich Pilze tummeln. Dabei treffen Realien, Metaphern, Allegorien und Vernetzungsfiguren auf postkoloniale, (queer-)feministische, (welt-)ökologische, postanthropozentrische sowie agentielle Lesarten der Gegenwart.

Ilka Becker, Kunsthistorikerin, Autorin, Köln / Mainz
Clemens Krümmel, Kunsthistoriker, Autor, Berlin

Ilka Becker, Mykoästhetik – Pilze, Kunst und Kino, Berlin: b_books 2025

Mittwoch, 27. Mai 2026,

Erregung muss erzählt werden!

Buchpräsentation

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Buchpräsentation

Erregung gilt in der Film- und Medienwissenschaft als audiovisuelles Phänomen, welches spiegelgleich jenen Zustand in den Betrachter*innen hervorrufen soll, den es darstellt. Die zentrale Vorannahme von Andrea B. Braidt lautet jedoch, dass Erregung erzählt werden muss: Die Autorin fasst „Erregung“ als Affekt, der als Bestandteil der Erzählung auf die Empathie der Zuschauer*innen wirkt, und von der Erzählperspektivierung spezifisch hervorgebracht wird. Anhand von Filmclips und Medienbeispielen (von Wuthering Heights bis Ashley Hans Scheirl) werden zentrale Thesen des Bandes diskutiert.

Andrea B. Braidt, Film- und Medienwissenschaftlerin, Universität Wien
Lisa Gotto, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Andrea Seier, Medienwissenschaftlerin, Universität Wien

Andrea B. Braidt, Erzählte Erregung. Affekt, Empathie und Geschlecht in den Medien, Wien: Böhlau / Brill 2025

Juni 2026

Montag, 1. Juni 2026,

Bewährungsprobe #59

Künstler*innengespräch

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Künstler*innengespräch

Die Bewährungsprobe widmet sich Fragen zur Kunstproduktion und den jeweiligen Arbeitsbedingungen.
Nadine Lemke verbindet textile Techniken mit Rauminterventionen zu Installationen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Untersuchung persönlicher und gesellschaftlicher Muster; Handarbeit dient als kritisches, politisch konnotiertes Medium, das historische Rollenbilder sichtbar macht und transformiert.
Jakob Neulinger setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit dem bildhauerischen Konzept des Objekts und des jeweiligen Gegenübers auseinander. Seine Objekte und Assemblagen regen an, lenken ab und laden ein zur Partizipation.

Nadine Lemke, Künstlerin, Wien
Jakob Neulinger, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien

Dienstag, 2. Juni 2026,

Soziologische Handlungsanalysen

Buchpräsentation

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Buchpräsentation

Die Publikation mit dem Untertitel Ziemlich interessante Anwendungen soziologischer Theorien zur Analyse ausgewählter Handlungssituationen bietet Texte von Studierenden für Studierende der Soziologie.
Sie ist das Resultat eines Seminars im Masterstudium, in dem Theorien auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden sollten. Dafür wurden soziologische Paradigmen ausgewählt und konkreten Handlungssituationen zur Analyse unterworfen: Eine inszenierte Werbekampagne, eine Straßenblockade, Vorstellungsgespräche und die Institution Ehe.
Wie engagiert man sich über den Hörsaal hinaus, startet eigene Initiativen und bringt Ideen zum Abschluss? Und welche Kompetenzen aus dem Soziologiestudium erweisen sich dabei als besonders wertvoll – auch jenseits der Wissenschaft?

Enese Àgnes Daróczi, Studentin, Universität Wien
Günter Stummvoll, Soziologe, Universität Wien
Moderation: Sara Piątek, kontexte. Netzwerk, Wien

Enese Àgnes Daróczi & Günter Stummvoll, Soziologische Handlungsanalysen, Wiesbaden: Springer VS 2026

In Kooperation mit kontexte. Netzwerk.

Montag, 8. Juni 2026,

ÖGFA

The Alienation Effect

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The Alienation Effect

In the 1930s, tens of thousands of central Europeans sought sanctuary from fascism in Britain. While the rainy, seemingly quaint island they discovered on arrival was a far cry from the dynamism of Weimar Berlin or Red Vienna, it was safe, and it became home.
Yet the émigrés had not arrived alone: they brought with them new and radical ideas, and as they began to rebuild their lives and livelihoods, they transformed the face of Britain forever. In the resulting clash between European modernism and British moderation, imaginations were fundamentally realigned and remade for the better, as Owen Hatherley argues.

Owen Hatherley, author, journalist, London
Moderation: Michael Klein, ÖGFA, Vienna

An event by ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.

Dienstag, 9. Juni 2026,

Anthropographien

Buchpräsentation

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Buchpräsentation

Anthropographien sind die vielfältigen Beschreibungen, Schematisierungen und bildhaften Darstellungen des Menschen. Im Zentrum steht die Frage, welche Denkformen in diesen Darstellungsweisen jeweils Gestalt annehmen, wie diese auf das Denken zurückwirken und welche Folgen es hat, wenn der Mensch sich in seinem Streben nach Selbstinszenierung und Selbsterforschung reflexiv zum Thema macht.
Von den figürlichen Darstellungen der Vor- und Frühgeschichte über klassische Drucktechniken bis hin zu modernen bildgebenden Verfahren elektronischer Art eröffnen sich jeweils spezifische Formen der Präsentation, die ohne diese Mittel undenkbar wären. Es ist ein exklusives Kennzeichen des Menschen, sich auf diese Weise in seinen eigenen Werken auszudrücken.

Sebastian Hackenschmitt, Kunsthistoriker, MAK Wien
Walter Seitter, Philosoph, Übersetzer, Wien
Moderation: Dieter Bandhauer, Verleger, Wien

Sebastian Hackenschmidt & Walter Seitter (Hg.), Anthropographien, Wien: Sonderzahl 2026

Donnerstag, 11. Juni 2026,

Museum und Faschismus

Hinschaun! Poglejmo.

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Hinschaun! Poglejmo.

Im dritten Teil der schnittpunkt-Reihe Museum und Faschismus geht es um die Ausstellung Hinschaun! Poglejmo., die 2025 im Kärnten Museum zu sehen war. Sie markierte einen historischen Moment. Erstmals in Kärnten kamen in einer groß angelegten Museumsausstellung Themen der nazistischen Verbrechen in Kärnten und ihrer Kontinuitäten zur Sprache.
Konzept, Gestaltung, Programm und Rezeption der Ausstellung werden mit den Kuratorinnen besprochen – vor dem Hintergrund dessen, was geschehen ist und was es für die Gegenwart bedeutet.

Andreas Krištof, Kuratorinnen-Kollektiv section.a, Wien
Peter Pirker, Kärnten Museum Klagenfurt und Universität Innsbruck
Ina Sattlegger, Kuratorin, Wien
Nora Sternfeld, HFBK Hamburg, schnittpunkt, Wien
Moderation: Monika Sommer, Haus der Geschichte Österreich, schnittpunkt, Wien

In Kooperation mit schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis
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Dienstag, 16. Juni 2026,

Verax vs. Mendax

Whistleblowing und Ideologie in Film und Medien

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Whistleblowing und Ideologie in Film und Medien

Die Darstellungen von Edward Snowden (Hackername „Verax“) und Julian Assange („Mendax“) in Spiel- und Dokumentarfilmen könnten nicht unterschiedlicher sein: Während der Whistleblower Snowden gerade noch als ein amerikanischer Held gefeiert werden kann, wird der WikiLeaks-Gründer Assange als der ultimative Feind der liberalen Ordnung und der freien Presse dargestellt.
Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht Ideologie, nicht zuletzt weil Whistleblowing auch als ein „ideologiekritischer Akt“ gelesen werden kann. Es stellt sich letzten Endes auch die Frage, wie effektiv diese Whistleblower-Narrative überhaupt sind. Haben sie noch das Potenzial, gesellschaftskritisch zu sein, in einer Zeit, wo jede Aufdeckung zum schnell konsumierbaren „Social-Media-Content“ wird, der bald vergessen wird? Sind die Filme selbst allzu sehr auf das Individuum fixiert und nicht auf die Tat selbst?

Saša Miletić, Autor, Wien
Claus Tieber, Privatdozent, Filmwissenschaftler, Universität Wien / MUK
Moderation: Mara Siegl, LIT Verlag, Wien

Saša Miletić. Verax vs Mendax: Whistleblowing and Ideology in Film and Media with Edward Snowden and Julian Assange, Münster: LIT Verlag 2025

Mittwoch, 17. Juni 2026,

Geh denken!

Lesbische Gedenkpraktiken in der DDR

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Lesbische Gedenkpraktiken in der DDR

Wer durfte in der DDR an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern und unter welchen Bedingungen? Neben staatlich vorgegebenen Gedenknarrativen entwickelten homosexuelle Gruppen eigene Formen des Erinnerns, die öffentlich kaum sichtbar waren. Mitte der 1980er-Jahre trugen etwa kirchliche Fahrten von Lesben zur Gedenkstätte Ravensbrück wesentlich zur historischen Aufarbeitung der Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus bei. Erinnerung kann als kollektive Trauerarbeit, als Praxis des Sichtbarmachens und als politische Handlung verstanden werden.
Der Vortrag eröffnet eine Perspektive auf Erinnerungskultur, die Machtverhältnisse des Erinnerns sichtbar macht und zur Diskussion über Ausschlüsse und die Bedeutung marginalisierter Perspektiven einlädt.

Annika Geiser, Historikerin, Berlin

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Donnerstag, 18. Juni 2026,

feminismen diskutieren

Karikatur Humor Ironie Strategie

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Karikatur Humor Ironie Strategie

Karikaturen amüsieren, irritieren, regen zum Nachdenken an – oder ärgern uns. Als ein Humor, der entwaffnet, wird Ironie beschrieben. Sie kann eine Überlebensstrategie in Anbetracht komplexer, subversiver, bedrückender und hegemonialer Ideologien sein. Die politische Karikatur erzeugt eine kritische Aussage zur Chronik der Zeit – etwa Ironimus, der mit wenigen Strichen Kommentare zu Ereignissen oder zu Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur schuf. Wie schaffen das heute Marjane Satrapi oder Liv Strömquist?

Sabine Prokop, Künstlerin, Kultur- und Medienwissenschaftlerin, Wien und Bad Traunstein
Barbara Schlesinger Gómez, Medizinerin, Kulturwissenschaftlerin, Klagenfurt / Celovec

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.


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