Programm
Jänner 2026
Eine Frage der Perspektive
Lisl Ponger im Gespräch
Subtitle
Lisl Ponger im Gespräch
Seit fünf Jahrzehnten arbeitet Lisl Ponger konsequent an ihrem bildnerischen Werk. Mit ihren Installationen, Filmen und inszenierten Fotografien erweist sie sich als skeptische Beobachterin von kulturellen Konstruktionen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Dabei scheut sie sich nicht, die Rolle von Autor*innenschaft, ästhetischer und gesellschaftlicher Repräsentation kritisch zu hinterfragen.
Ihre Beteiligung an der aktuellen Ausstellung Die Welt von morgen wird eine weitere Gegenwart gewesen sein im Wiener mumok bietet den Anlass zu einem Arbeitsgespräch zwischen der Künstlerin und dem Kurator.
Lisl Ponger, Filmemacherin, Fotografin, Medienkünstlerin, Wien
Franz Thalmair, Kurator, mumok und Kunstraum Lakeside (Klagenfurt), Wien
Moderation: Elisabeth Streit, Bibliothek Österr. Filmmuseum, Wien
Elisabeth Streit & Dietmar Schwärzler (Hg.), Lisl Ponger. Semiotische Geister / Semiotic Ghosts, Wien: Mandelbaum 2025
In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum.
L-x Landscape Lectures
Matters of Care, Matters of Land
Subtitle
Matters of Care, Matters of Land
L-x Landscape Lectures 2025/26 turns its attention to care, in a moment marked by profound socio-ecological urgency. It is a term often used lightly in landscape discourse, yet carrying a depth that both steadies and unsettles. Care, in all its forms, threads through the work of shaping landscapes: caring for places, caring with others, caring as a way of reading and responding to the worlds we co-inhabit. These are familiar gestures in everyday practice, yet far from simple. They reveal how every landscape depends on ongoing acts of maintenance, relation, and response.
Björn Bracke, landscape architect, kollektif landscape, Ghent
Moderation: Jennifer Fauster, Jürgen Furchtlehner & Emilie Stecher, ILA, BOKU Wien
An event by ILA Vienna and ÖGLA.
Bewährungsprobe #56
Künstler*innengespräch
Subtitle
Künstler*innengespräch
Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich drängenden Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt? Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien werden untersucht und Verbindungen hergestellt.
Christian Bretter, Bildhauer, Wien
PRINZpod, Künstler*innenduo, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien
Du sollst dir ein Bild machen
Kunst, Kirche und Konflikt
Subtitle
Kunst, Kirche und Konflikt
Das Künstlerhaus war in den vergangenen Monaten von verschiedener Seite der Kritik ausgesetzt, die Ausstellung Du sollst dir ein Bild machen zeige blasphemische Kunstwerke, die das Christentum beleidigen. Im Zuge dessen wurde die Schließung der Schau gefordert.
In Österreich ist die Freiheit der Kunst ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundprinzip. Dem steht die Verletzung religiöser Gefühle gegenüber. Obwohl von kuratorischer Seite ein differenzierter Blick und Dialog im Vordergrund stand, löste die Schau Konflikte aus. Wie soll man damit umgehen?
Jakob Helmut Deibl, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien
Jan Ledóchowski, Meldestelle für Christenfeindlichkeit, Wien
Günther Oberhollenzer, Kurator, Künstlerhaus, Wien
Deborah Sengl, Künstlerin, Wien
Moderation: Katja Gasser, Kulturjournalistin, ORF, Wien
In Kooperation mit dem Künstlerhaus.
feminismen diskutieren
Radikale Männlichkeit
Subtitle
Radikale Männlichkeit
Wieso hat der Kult um Andrew Tate bei einem vorwiegend jungen, männlichen Publikum so großen Erfolg? In seinen Postings auf der Plattform X sind Botschaften und Repräsentationsformen von Gender zu erkennen, die auf populären Antifeminismus und Maskulinismus zurückzuführen sind. Diese zunehmende Online-Misogynie herrscht auch bei Markus Streinz, in Incel- und Looksmaxxing-Foren. Spezifische Online-Dynamiken sind zentral für die Verbreitung und Verstärkung antifeministischer und misogyner Inhalte. Studien weisen auf Konsequenzen hin – welche gesellschaftlichen Herausforderungen stehen bevor?
Beate Hausbichler, Journalistin, Der Standard, Wien
Johanna Punz, Sozialwissenschaftlerin, Wien
Thomas Winkelmüller, Journalist, DATUM, Wien / St. Pölten
Moderation: Sabine Prokop, VfW
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.
Februar 2026
Tiere als künstlerische Akteur*innen
Diskussion
Subtitle
Diskussion
Die Ausrufung des „Animal Turn“ in den 1990er-Jahren markierte einen Wandel des Tier-Mensch-Verhältnisses. Sie leitete eine kulturwissenschaftliche Wende ein, die auch die speziesübergreifende Kunst umfasste. Tierische „Künstler*innen“ wie das Schwein Pigcasso oder die documenta-Hündin Human erlangten Weltruhm.
Inwiefern wird dieser Diskurs von philosophisch-ästhetischen und tierethischen Gesichtspunkten geleitet? Wie kann die Kunst von nichtmenschlichen Tieren den Blick auf Kultur und Ästhetik erweitern und möglicherweise zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Tieren beitragen?
Samuel Camenzind, Tierethiker, Institut für Philosophie, Universität Wien
Lena Lieselotte Schuster, Künstlerin, Verein für speziesübergreifende Kunst, Wien
Moderation: Marissa Lôbo, Künstlerin, Kuratorin, Wien
Riders on the Storm
Infrastrukturen der Versorgung
Subtitle
Infrastrukturen der Versorgung
Plattforms, Food Delivery, Gig-Jobs und die Stadt dazwischen: Wie verändert sich die Stadt, wenn nicht mehr zu Hause gekocht und auch nicht auswärts gegessen wird? Was bedeutet das für Haushalte, den öffentlichen Raum und diejenigen, die für die anderen unterwegs sind – bei jedem Wetter? Spätestens seit der Pandemie sind die Rider mit ihren Würfeln am Rücken nicht mehr aus den Städten wegzudenken.
Ist die plattformbasierte Gig-Economy das moderne Tagelöhnertum, sind Rider das neue Subproletariat unserer Städte? Wie werden diese Akteur*innen im öffentlichen Raum berücksichtigt? Und welche Infrastruktur brauchen Menschen, die unser Essen liefern?
Fabio Hofer & Ana Mikadze, Kurator*innen der Ausstellung Zwischen Pick-up & Drop-off. Wer unser Essen liefert? (Wien Museum 2025)
Riders Collective, Wien
Harald Tapp, Architekt und Soziologe, TU Wien
Emilia Bruck, Raumplanerin und Mobilitätsforscherin, TU Wien
Moderation: Michael Klein & Amila Širbegović, ÖGFA, Wien
In Kooperation mit ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
März 2026
Raumgestaltung
Partizipative Stadtentwicklung
Subtitle
Partizipative Stadtentwicklung
Der öffentliche Raum hat großen Einfluss auf die Lebensqualität von Stadtbewohner*innen. Metropolen genauso wie kleinere Gemeinden erleben gerade eine dynamische Transformation.
Welche Möglichkeiten bieten sich Bürger*innen heute und in Zukunft, um ihre Umgebung mitzugestalten? Isa Klee diskutiert mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Kultur über bestehende Verfahren, Praxisbeispiele und Potenziale partizipativer Raumgestaltung. Ein Abend rund um politische und soziale Teilhabe, künstlerische Interventionen und nachhaltige, ko-kreative Stadtentwicklung.
Peter Fattinger, Architekt, TU Wien
Sophie Netzer, Künstlerin, kollektiv raumarbeiterinnen, Linz
Sithara Pathirana, Kuratorin, Klima Biennale Wien
Sabine Pollak, Architektin, Kunstuniversität Linz
Alexandra Rupp-Ebenspanger, Stabstelle BürgerInnenbeteiligung, Stadt Wien
Moderation: Isa Klee, Künstlerin und Aktivistin, Öko Campus Wien
In Kooperation mit Öko Campus Wien.
Archäologie für Subkultur*
Offenes Labor / Lecture Performance
Subtitle
Offenes Labor / Lecture Performance
Archäologie für Subkultur* ist ein kollektives Artistic-Research-Projekt, das sich mit den Bedeutungen, Geschichten und Erinnerungen rund um Orte der Subkultur auseinandersetzt. Es widmet sich der performativen Dokumentation und Archivierung von jenen, die sich in einem Transformationsprozess befinden, gefährdet oder bereits verschwunden sind und nur noch Spuren hinterlassen haben.
In dem temporären Archäologie-Department für Subkultur* können Besucher*innen des Depot Teil der kollektiven Geschichtsschreibung werden und kleine Fundstücke zur Archivierung mitbringen.
16.00–18.30: Offenes Labor des Archäologie-Departments für Subkultur
19.00: Lecture Performance
Lia Quirina, Künstlerin*, St. Pölten
MEZEKƎRƎ
Forming a new Space
Subtitle
Forming a new Space
Opening in May in the former Sophienspital, MEZEKƎRƎ is a space for global and diasporic artistic practices. It aims to explore cosmologies of care, conviviality and social transformation.
MEZEKƎRƎ deliberately anchors its artistic and curatorial reference points in the Global Majority and its diaspora. It will host not only exhibitions and performances, but also formats for exchange, residency programs, and long-term research projects.
How can a new translocal space with international connections be created?
Concept: Marisel Bongola, Daliah Touré, Mbatjiua Hambira, Faris Cuchi Gezahegn, Marissa Lôbo, Maria Herold, Danilo Jovanović, Catrin Seefranz
In cooperation with MEZEKƎRƎ.
Sinn & Brandung
Buchpräsentation // Depot Café
Subtitle
Buchpräsentation // Depot Café
Die Veranstaltung findet im Depot Café statt.
Mit SINN & BRANDUNG legt Benedikt Steiner seinen zweiten Gedichtband vor. Erneut bilden die Texte durch eine Verräumlichung des Sinns im Blattraum skulpturale, an musikalische Partituren erinnernde Felder. Anstelle von Titeln kommt dabei ein fortlaufendes JETZT zu stehen, das die Texte strukturiert. Surreale Bilder von Versehrtheit und Verlust mischen sich mit widerständiger Sehnsucht und bittersüßer Lebendigkeit. Die Atmosphäre der Gedichte ist geprägt von einer flirrenden Spannung zwischen Bedeutungsüberschuss und Sinnmangel, was von Zeichnungen des Autors nochmal unterstrichen wird.
Benedikt Steiner, Dichter, Künstler, Wien
Bewährungsprobe #57
Künstler*innengespräch
Subtitle
Künstler*innengespräch
Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich drängenden Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt? Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien werden untersucht und Verbindungen hergestellt.
Thomas Laubenberger-Pletzer, Künstler, Wien
Christine Pellikan, Künstlerin, Wien / München
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien
SOAL: Von Rio nach Belem
Ein kapitalistisches Ringelspiel?
Subtitle
Ein kapitalistisches Ringelspiel?
Beim „Erdgipfel“ (Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung) 1992 in Rio de Janeiro nahmen vorwiegend Politiker*innen und 2.400 Vertreter*innen von NGOs teil. Schienen bei den folgenden Weltklimakonferenzen Ursachen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels noch ernst genommen zu werden, stellen bei den Treffen seit den 2020er-Jahren zunehmend Lobbyist*innen der fossilen und immer stärker der erneuerbaren Energie die Mehrheit der Teilnehmenden. Belem gleicht schon einer riesigen Messeveranstaltung für „grüne“ Energie. Ganz im Sinne des kapitalistischen Wachstumsfetischs – besser, größer, mehr. Dieses kapitalistische Profitstreben vertieft die Klimakrise, vergrößert die soziale Ungleichheit und zerstört unseren Planeten.
Eine Veranstaltung der Sozialistische Alternative (SOAL).
Klasse für Alle
Composting Compost
Subtitle
Composting Compost
Since 2022, composting has been the focus of collaborative learning in the Klasse für alle. Composting means engaging in ecological cycles on a daily basis – developing a care for what nourishes us – and recognizing the relationships between decay, transformation, and change.
Composting is a physical practice that connects us to the world, requiring attention and solemn presence. Cultivating compost means cultivating relationships in learning from and learning with people, plants, earth, the non-human world. Composting strategies are for everyone, but so are artistic practices such as (deep) listening, moving, writing, fermenting, braiding nettles, and much more. Together with members of the compost collective, we explore and reflect on different forms of composting.
In cooperation with University of Applied Arts Vienna.
Mai 2026
Erregung muss erzählt werden!
Buchpräsentation
Subtitle
Buchpräsentation
Erregung gilt in der Film- und Medienwissenschaft als audiovisuelles Phänomen, welches spiegelgleich jenen Zustand in den Betrachter*innen hervorrufen soll, den es darstellt. Die zentrale Vorannahme von Andrea B. Braidt lautet jedoch, dass Erregung erzählt werden muss: Die Autorin fasst „Erregung“ als Affekt, der als Bestandteil der Erzählung auf die Empathie der Zuschauer*innen wirkt, und von der Erzählperspektivierung spezifisch hervorgebracht wird. Anhand von Filmclips und Medienbeispielen (von Wuthering Heights bis Ashley Hans Scheirl) werden zentrale Thesen des Bandes diskutiert.
Andrea B. Braidt, Film- und Medienwissenschaftlerin, Universität Wien
Lisa Gotto, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Andrea Seier, Medienwissenschaftlerin, Universität Wien
Andrea B. Braidt, Erzählte Erregung. Affekt, Empathie und Geschlecht in den Medien, Wien: Böhlau / Brill 2024
Suche im Programm
Filter
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Depot ist frei.
Durch Ihre Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass während der Veranstaltung angefertigte Aufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit des Depot verwendet werden dürfen.