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Heute

Porös werden

Wo finden heute öffentliche Begegnungen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen statt? Wie können die Räume von Theatern oder Museen porös werden, um neue Vorstellungen geteilter Räume in migrantischen und diasporischen Stadtgesellschaften zu erproben? Selbstorganisierte Initiativen, auch in Kollaboration mit Institutionen, leisten Wesentliches für das Porös-Werden und erzeugen durch kulturelle und künstlerische Arbeiten neue Vorstellungen geteilter öffentlicher Räume. Das Buch versammelt Beiträge von Dramaturg*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen, die neue Praxen geteilter Räume, performativen Kuratierens und urbaner Dramaturgien vorstellen und theoretisch reflektieren.

Barbara Büscher, Professorin für Medientheorie und -geschichte an der HTWK Leipzig
Michael Hieslmair, Künstler, Architekt, Wien
Elke Krasny, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien
Gin Müller, Dramaturg*in, Theaterwissenschaftler*in, Performer*in, Queertheoretiker*in, Wien
Birgit Peter, Philosophin, Theaterwissenschaftlerin, Wien
Michael Zinganel, Künstler, Kurator, Graz / Wien

Barbara Büscher, Elke Krasny, Lucie Ortmann (Hg.), Porös-Werden. Geteilte Räume, urbane Dramaturgien, performatives Kuratieren, Wien: Turia + Kant 2024

https://youtube.com/live/xT8hMt4kS9Q

Queer-feministische Positionen

Das Entstehen von Bewegungen wie Movimiento de Mujeres y Diversidades Indígenas por el Buen Vivir und Ni Una Menos oder Symbolen wie dem grünen Tuch für das Recht auf Abtreibung haben es ermöglicht, an einen dekolonialen und anti-hetero-cis-patriarchalen Feminismus aus Südamerika und der Karibik zu denken. Queer-Feministische Positionen bringt dekoloniale, kontra-patriarchale Ideen und diasporisches Wissen feminisierter Körper zusammen und zeichnet eine alternative Geografie queer-feministischer Militanz, politischer Aktivismen und transnationaler Allianzen.

Carla Bobadilla, Akademie der bildenden Künste Wien
Verónica Orsi, Alice Salomon Hochschule Berlin

Orsi, Verónica (Hg.), Queer-Feministische Positionen. Ausgangspunkt Südamerika und die Karibik, Münster: Unrast 2024

https://youtube.com/live/2YX3RpFZe4w?feature=share

Instagram-Wohnen

Welche Auswirkungen hat die mediale Repräsentation ästhetisierter Wohnbildwelten auf Plattformen wie Instagram auf das Verständnis von Architektur, Raum und Wohnen? Der Komplexität des Wohnens werden die dominanten Bildnarrative auf Instagram nicht gerecht, trotzdem finden die visuellen Wohnideale auch gebaute Übersetzungen und Anschlussstellen. Bernadette Krejs analysiert, was gegenhegemoniale Wohnbilder als politisch aktivistische Bilder für das Wohnen leisten können. Im Spannungsverhältnis von Bild und Architektur stellt sie alternative (Bild-)Möglichkeiten für mehr Diversität, Widerstand und Gemeinschaft in den Fokus – und bietet Impulse im Umgang mit digitalen und medial vermittelten Bildern.

Bernadette Krejs, Architekturschaffende und Forscherin, TU Wien
Peter Mörtenböck, Professor für Visuelle Kultur, TU Wien
Irene Nierhaus, Universitätsrätin der AAU-Universität Klagenfurt
Moderation: Maik Novotny, ÖGFA, Wien

Bernadette Krejs, Instagram-Wohnen. Architektur als Bild und die Suche nach gegenhegemonialen Wohnbildwelten,
Bielefeld: transcript 2023

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
Anmeldung: www.oegfa.at

Nachwasser

Was ein Gedicht sein kann? Alles. Frieda Paris‘ Debüt Nachwasser ist durchlässig, tiefschichtig, auffächernd. Hier schreibt eine Schreibende, die den Einflüsterungen ihrer Wortmütter ebenso lauscht wie denen eines Vogels, der auf ihrer Schreibschulter ein Nest gebaut hat. Der Text lässt seine Leser*innen an der Entstehung eines langen Gedichts teilhaben, nimmt sie mit an den Schneidetisch, wo alles zusammenfindet: gestrandetes Poesiegut, Tränensalz, Wörter der Kindheit – und Zettelrückseiten aus dem Nachlass der großen Wortmutter Friederike Mayröcker. Unbeirrt legt die Autorin Sätze für sich und die Lesenden auf die Kante des Tischs, hin zu einem einzigen lebenslangen Satz, in der Hoffnung, er möge – irgendwann – auf jemanden zuhalten.

Frieda Paris, Autorin, Wien
Moderation: Helge Pfannenschmidt, Verleger, Dresden

Frieda Paris, Nachwasser, Berlin: VQ AZUR 2024

Das Leben der Kunst – The Life of Art

Das neue Buch von Bojana Kunst beschäftigt sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen Leben und Kunst und diskutiert dieses unter dem Blickwinkel der Sorge. Dabei werden nicht nur die Hintergründe gegenwärtiger Sorgedebatten untersucht, sondern die Autorin streicht auch deren ambivalenten Charakter heraus: Sorge kann ebenso sehr Teil von Gewaltverhältnissen sein, wie sie zur Grundlage für eine poetisch-imaginative Neuorientierung von sozialer, ökologischer und mikropolitischer Relationalität werden kann.

Bojana Kunst, Philosophin, Dramaturgin und Performance-Theoretikerin, Universität Gießen
Stefan Nowotny, Philosoph, eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies, Wien / Málaga

Bojana Kunst, Das Leben der Kunst. Transversale Linien der Sorge, Wien: transversal texts 2023

Bojana Kunst’s new book deals with the complex relationship between life and art and discusses this relationship from the angle of care. The author not only critically examines various backgrounds to contemporary debates on care, but furthermore lays an emphasis on its ambivalent character: care can be part and parcel of relations of violence as much as it can become the basis for a poetic-imaginative reorientation of social, ecological and micropolitical relationality.

Bojana Kunst, philosopher, dramaturge and performance theorist, University of Gießen
Stefan Nowotny, philosopher, eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies, Vienna / Málaga