Archiv


Jänner 2026

Dienstag, 13. Jänner 2026,

Geh denken!

Pizza in Auschwitz

Subtitle

Pizza in Auschwitz

Der damals 74-jährige Danny Chanoch erzählt seinen Kindern vor dem Schlafengehen die Geschichten aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Mauthausen. Als Überlebender der Shoah kämpft er über viele Jahre gegen das Vergessen und für das Erinnern.
In dem Dokumentarfilm von Moshe Zimmermann reist Chanoch mit seinen zwei Kindern in ein Lager und möchte mit ihnen auf einer Pritsche in einer Baracke die Nacht dort verbringen. Die Reise nach Polen ist gespickt mit schwarzem Humor und komischen Situationen. Der Ausflug zu dritt in einem Van zu ihrer „final destination“ wirkt wie ein Plot für eine Familienkomödie.
Humor ist für Chanoch eine Strategie, das Erlebte zu verarbeiten und vor allem gegen das Vergessen in der eigenen Familie anzukämpfen.

Pizza in Auschwitz (IL 2008), R: Moshe Zimmermann, 52 min

Moderation: Sophie Roßberg & Matthias Spadinger, GEDENKDIENST

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Mittwoch, 14. Jänner 2026,

Salon Philosophique

„Wozu heute noch philosophieren?“ – Angewandte Ethik

Subtitle

„Wozu heute noch philosophieren?“ – Angewandte Ethik

Philosophie wird manchmal missverstanden als „Welt-Kompliziererin“: ein Denken, das sich in abstrakten Begriffen verliert und von einem „Elfenbeinturm“ aus, die Welt betrachtend auseinandersetzt. Hingegen können die Philosophie und das philosophische Denken – und hier vor allem die angewandte Ethik – helfen, komplexe Wirklichkeiten so zu durchdringen, dass wir mit ihnen besser umgehen können.
Analytisch beobachten, problematisieren, Alternativen vorstellen, aber vor allem Konzepte hinterfragen und in Frage stellen: Das ist die Aufgabe, die uns die Philosophie lehrt. In dem Teil der Philosophie, der sich mit angewandter Ethik befasst, ist dies mehr denn je sichtbar und wertvoll. Situationen aus dem Bereich der klinischen Ethik werden zur Veranschaulichung der Reflexionen und als Ausgangspunkt für die folgende Diskussion dienen.

Vortrag: Guenda Bernegger

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.

Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at

Montag, 19. Jänner 2026,

How to make art when the world is burning

Ines Doujak, Daria Lytvynenko, Jürgen Münzer

Subtitle

Ines Doujak, Daria Lytvynenko, Jürgen Münzer

How can art confront the current crises? How can artists continue to work in a country at war? Klaus Speidel discusses these questions with different artists in an ongoing series. Ines Doujak will be joined by Jürgen Münzer, who developed a performance in Lviv, Ukraine from August to October 2025, and Daria Lytvynenko, whose work addresses the war in Ukraine on multiple levels.

Ines Doujak, artist, Vienna
Daria Lytvynenko, Yalta, Ukraine / Vienna
Jürgen Münzer, artist, Vienna
Moderation: Klaus Speidel, art theorist, critic, curator, Vienna

In cooperation with University of Applied Arts Vienna.

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Mittwoch, 21. Jänner 2026,

Eine Frage der Perspektive

Lisl Ponger im Gespräch

Subtitle

Lisl Ponger im Gespräch

Seit fünf Jahrzehnten arbeitet Lisl Ponger konsequent an ihrem bildnerischen Werk. Mit ihren Installationen, Filmen und inszenierten Fotografien erweist sie sich als skeptische Beobachterin von kulturellen Konstruktionen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Dabei scheut sie sich nicht, die Rolle von Autor*innenschaft, ästhetischer und gesellschaftlicher Repräsentation kritisch zu hinterfragen.
Ihre Beteiligung an der aktuellen Ausstellung Die Welt von morgen wird eine weitere Gegenwart gewesen sein im Wiener mumok bietet den Anlass zu einem Arbeitsgespräch zwischen der Künstlerin und dem Kurator.

Lisl Ponger, Filmemacherin, Fotografin, Medienkünstlerin, Wien
Franz Thalmair, Kurator, mumok und Kunstraum Lakeside (Klagenfurt), Wien
Moderation: Elisabeth Streit, Bibliothek Österr. Filmmuseum, Wien

Elisabeth Streit & Dietmar Schwärzler (Hg.), Lisl Ponger. Semiotische Geister / Semiotic Ghosts, Wien: Mandelbaum 2025

In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum.

Donnerstag, 22. Jänner 2026,

L-x Landscape Lectures

Matters of Care, Matters of Land

Subtitle

Matters of Care, Matters of Land

L-x Landscape Lectures 2025/26 turns its attention to care, in a moment marked by profound socio-ecological urgency. It is a term often used lightly in landscape discourse, yet carrying a depth that both steadies and unsettles. Care, in all its forms, threads through the work of shaping landscapes: caring for places, caring with others, caring as a way of reading and responding to the worlds we co-inhabit. These are familiar gestures in everyday practice, yet far from simple. They reveal how every landscape depends on ongoing acts of maintenance, relation, and response.

Björn Bracke, landscape architect, kollektif landscape, Ghent
Moderation: Jennifer Fauster, Jürgen Furchtlehner & Emilie Stecher, ILA, BOKU Wien

An event by ILA Vienna and ÖGLA.

Montag, 26. Jänner 2026,

Bewährungsprobe #56

Künstler*innengespräch

Subtitle

Künstler*innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich drängenden Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt? Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien werden untersucht und Verbindungen hergestellt.

Christian Bretter, Bildhauer, Wien
PRINZpod, Künstler*innenduo, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Dienstag, 27. Jänner 2026,

Du sollst dir ein Bild machen

Kunst, Kirche und Konflikt

Subtitle

Kunst, Kirche und Konflikt

Das Künstlerhaus war in den vergangenen Monaten von verschiedener Seite der Kritik ausgesetzt, die Ausstellung Du sollst dir ein Bild machen zeige blasphemische Kunstwerke, die das Christentum beleidigen. Im Zuge dessen wurde die Schließung der Schau gefordert.
In Österreich ist die Freiheit der Kunst ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundprinzip. Dem steht die Verletzung religiöser Gefühle gegenüber. Obwohl von kuratorischer Seite ein differenzierter Blick und Dialog im Vordergrund stand, löste die Schau Konflikte aus. Wie soll man damit umgehen?

Jakob Helmut Deibl, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien 
Jan Ledóchowski, Meldestelle für Christenfeindlichkeit, Wien
Günther Oberhollenzer, Kurator, Künstlerhaus, Wien
Deborah Sengl, Künstlerin, Wien
Moderation: Katja Gasser, Kulturjournalistin, ORF, Wien

In Kooperation mit dem Künstlerhaus.

Mittwoch, 28. Jänner 2026,

feminismen diskutieren

Radikale Männlichkeit

Subtitle

Radikale Männlichkeit

Wieso hat der Kult um Andrew Tate bei einem vorwiegend jungen, männlichen Publikum so großen Erfolg? In seinen Postings auf der Plattform X sind Botschaften und Repräsentationsformen von Gender zu erkennen, die auf populären Antifeminismus und Maskulinismus zurückzuführen sind. Diese zunehmende Online-Misogynie herrscht auch bei Markus Streinz, in Incel- und Looksmaxxing-Foren. Spezifische Online-Dynamiken sind zentral für die Verbreitung und Verstärkung antifeministischer und misogyner Inhalte. Studien weisen auf Konsequenzen hin – welche gesellschaftlichen Herausforderungen stehen bevor?

Beate Hausbichler, Journalistin, Der Standard, Wien
Johanna Punz, Sozialwissenschaftlerin, Wien
Thomas Winkelmüller, Journalist, DATUM, Wien / St. Pölten
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Februar 2026

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Dienstag, 10. Februar 2026,

Tiere als künstlerische Akteur*innen

Diskussion

Subtitle

Diskussion

Die Ausrufung des „Animal Turn“ in den 1990er-Jahren markierte einen Wandel des Tier-Mensch-Verhältnisses. Sie leitete eine kulturwissenschaftliche Wende ein, die auch die speziesübergreifende Kunst umfasste. Tierische „Künstler*innen“ wie das Schwein Pigcasso oder die documenta-Hündin Human erlangten Weltruhm.
Inwiefern wird dieser Diskurs von philosophisch-ästhetischen und tierethischen Gesichtspunkten geleitet? Wie kann die Kunst von nichtmenschlichen Tieren den Blick auf Kultur und Ästhetik erweitern und möglicherweise zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Tieren beitragen?

Samuel Camenzind, Tierethiker, Institut für Philosophie, Universität Wien
Lena Lieselotte Schuster, Künstlerin, Verein für speziesübergreifende Kunst, Wien
Moderation: Marissa Lôbo, Künstlerin, Kuratorin, Wien

Donnerstag, 19. Februar 2026,

Riders on the Storm

Infrastrukturen der Versorgung

Subtitle

Infrastrukturen der Versorgung

Plattforms, Food Delivery, Gig-Jobs und die Stadt dazwischen: Wie verändert sich die Stadt, wenn nicht mehr zu Hause gekocht und auch nicht auswärts gegessen wird? Was bedeutet das für Haushalte, den öffentlichen Raum und diejenigen, die für die anderen unterwegs sind – bei jedem Wetter? Spätestens seit der Pandemie sind die Rider mit ihren Würfeln am Rücken nicht mehr aus den Städten wegzudenken.
Ist die plattformbasierte Gig-Economy das moderne Tagelöhnertum, sind Rider das neue Subproletariat unserer Städte? Wie werden diese Akteur*innen im öffentlichen Raum berücksichtigt? Und welche Infrastruktur brauchen Menschen, die unser Essen liefern?

Emilia Bruck, Raumplanerin und Mobilitätsforscherin, TU Wien
Fabio Hofer & Ana Mikadze, Kurator*innen der Ausstellung Zwischen Pick-up & Drop-off. Wer unser Essen liefert (Wien Museum 2025)
Harald Tapp, Architekt und Soziologe, TU Wien
Robert Walasinski, Riders Collective, Wien
Andreas Zechner, Rider, Wien
Moderation: Michael Klein & Amila Širbegović, ÖGFA, Wien

In Kooperation mit ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.

Mittwoch, 25. Februar 2026,

Artistic Practice in Times of War

4th Commemoration Day of the Invasion in Ukraine

Subtitle

4th Commemoration Day of the Invasion in Ukraine

What does it mean to speak, write, and create while a war is still unfolding? Art theorists and artists examine the ethical stakes of cultural discourse in times of ongoing conflict, questioning the limits of interpretation, representation, and critical distance. The discussion asks how artistic, theoretical, and public forms of discourse can engage with violence, responsibility, and lived realities without simplifying them or reducing them to stereotypical or externally imposed narratives.

Asia Bazdyrieva, scholar, writer, Weibel Institute for Digital Cultures at the University of Applied Arts Vienna
Katia Denysova, art historian and curator, University of Tübingen, fellow IWM Vienna
Nikolay Karabynovych, artist, Amsterdam
Georg Schöllhammer, springerin, tranzit.at, Office Ukraine, Vienna
Moderation: Anastasiia Diachenko, Office Ukraine Vienna

In cooperation with Office Ukraine, kindly supported by solidarity matters.

März 2026

Mittwoch, 4. März 2026,

Salon Philosophique

Zur Sozialästhetik des Lebens

Subtitle

Zur Sozialästhetik des Lebens

Als Gemeinschaftswesen ist für uns bei der Gestaltung eines schönen Lebens das Gelingen von freudvoll erlebten Begegnungen und Beziehungen von vorrangiger Bedeutung. Schöne Begegnungen und Beziehungen zu leben und zu erleben, eröffnet uns das Tor zu dem, was wir heute „sozialästhetische Existenz“ nennen: eine Daseinsform und Lebensweise, in der das schöne Leben im gedeihlichen Zusammenleben mit anderen einem selbst zur Religion wird: zu einem wahrlich kostbaren Leben, sowohl im Sinne eines in besonderer Weise sinnlich erlebten Lebens, aber auch im Sinne eines besonders wertvollen Lebens. Die höchste und zugleich tiefste Form des schönen Zusammenlebens ist jenes in Liebe – in Liebe zu den anderen, aber auch in Liebe zu sich, vor allem aber darüber hinaus in Liebe zum Leben selbst.

Michael Musalek, Psychiater, Neurologe, Psychotherapeut, Wien / Berlin

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien / Berlin.

Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at

Donnerstag, 5. März 2026,

Raumgestaltung

Partizipative Stadtentwicklung

Subtitle

Partizipative Stadtentwicklung

Der öffentliche Raum hat großen Einfluss auf die Lebensqualität von Stadtbewohner*innen. Metropolen genauso wie kleinere Gemeinden erleben gerade eine dynamische Transformation.
Welche Möglichkeiten bieten sich Bürger*innen heute und in Zukunft, um ihre Umgebung mitzugestalten? Isa Klee diskutiert mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Kultur über bestehende Verfahren, Praxisbeispiele und Potenziale partizipativer Raumgestaltung. Ein Abend rund um politische und soziale Teilhabe, künstlerische Interventionen und nachhaltige, ko-kreative Stadtentwicklung.

Sophie Netzer, Künstlerin, kollektiv raumarbeiterinnen, Linz
Sithara Pathirana, Kuratorin, Klima Biennale Wien
Sabine Pollak, Architektin, Kunstuniversität Linz
Alexandra Rupp-Ebenspanger, Stabstelle BürgerInnenbeteiligung, Stadt Wien
Moderation: Antonia Dika, Architektin, Urbanistin, Forscherin, Wien

In Kooperation mit Öko Campus Wien.

Donnerstag, 12. März 2026,

(Un)bequeme Erinnerung

Ein Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze

Subtitle

Ein Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze

Ein Großteil der österreichischen Rom*nja und Sinti*zze wurde im Nationalsozialismus ermordet. Über lange Zeit wurde der rassistische Völkermord an den Rom*nja und Sinti*zze geleugnet und verschwiegen. Die Überlebenden waren in der Zweiten Republik mit ungebrochenem Rassismus und mit Diskriminierung konfrontiert. Ende der 1980er-Jahre formierte sich eine soziale Bewegung von Rom*nja und Sinti*zze, die ihr Eintreten für gleiche Rechte und Chancen mit der Forderung nach Anerkennung und Aufklärung über den nationalsozialistischen Völkermord verknüpfte. Trotz wichtiger Erfolge gibt es bis heute keinen zentralen Gedenkort für Rom*nja und Sinti*zze in Wien. Der Vortrag diskutiert den langen Kampf um Anerkennung und aktuelle Fragen zu Erinnerungslücken im öffentlichen Raum.

Mirjam-Angela Karoly, Politikwissenschaftlerin, Wien

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Samstag, 14. März 2026,

Tricky Women Tricky Realities

Artist Talk: From Where They Stood

Subtitle

Artist Talk: From Where They Stood

This year’s Tricky Women Tricky Realities Artist Talk brings together selected animated works featured in the festival program that all negotiate “terms of proximity” as in exploring proximity and distance in relation to (auto)biographical experiences and stories. The featured filmmakers center narrative and visual strategies that approach the fine line between the private and public from a feminist standpoint. By doing so, personal experience is approached not only as a basis for narrative or visual storytelling, but also as something that is emotionally affected by what is close: memories, bodies, body parts, community, kin.
By exploring both the film’s (auto-)biographical aspects and the experiences of the filmmakers engaging with them, questions arise: What “terms of proximity” exist in (auto-)biographical or autofictional storytelling? How is closeness and distance negotiated when it comes to biographical or autobiographical stories? Under what circumstances can intimate spaces, memories and testimonies be translated into public spheres? What is the potential of animation to hold space for the personal, the private, the intimate – the „unfolded“ person?

An event by Tricky Women Tricky Realities.

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Montag, 16. März 2026,

Kollektive Kämpfe

Feminismus in Lateinamerika und der Karibik

Subtitle

Feminismus in Lateinamerika und der Karibik

Wie haben Bewegungen wie Ni Unas Menos FLINTA weltweit inspiriert? Und warum wurden sie für feministische Aktivist*innen zum Vorbild? Über das Lernen von diesen feministischen Bewegungen schreibt Sophia Boddenberg, die seit 2014 in Lateinamerika lebt und von dort als Journalistin berichtet, in ihrer Publikation Revolution der FrauenVon Feministinnen aus Lateinamerika lernen. Marcela Torres Heredia ist in Kolumbien aufgewachsen und Mitautorin des Buches Femi(ni)zide: patriarchale Gewalt bekämpfen. Im Forum Decolonizing in Vienna macht sie zwischen Wissenschaft und Kunst dekoloniale Praktiken sichtbar.
In Argentinien, das lange als Vorzeigeland galt, schränkt die Milei-Regierung Rechte von FLINTA ein, in Costa Rica und Chile erstarken die Rechten. Auch in den USA und Europa sind antifeministische Kräfte auf dem Vormarsch. Im Gespräch entsteht ein transnationaler Dialog zwischen Erfahrungen und verschiedenen Wissensformen aus beiden Seiten des Atlantiks. Wie lassen sich internationale feministische Allianzen und solidarische Komplizenschaften bilden?

Sophia Boddenberg, Journalistin, Buenos Aires
Marcela Torres Heredia, Pädagogin, Forscherin, Universität Wien
Moderation: Stefanie Klamuth, Buchhandlung Librería Utopía, Wien

In Kooperation mit Mandelbaum Verlag und Verbrecher Verlag.

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Mittwoch, 18. März 2026,

Archäologie für Subkultur*

Offenes Labor / Lecture Performance

Subtitle

Offenes Labor / Lecture Performance

Archäologie für Subkultur* ist ein kollektives Artistic-Research-Projekt, das sich mit den Bedeutungen, Geschichten und Erinnerungen rund um Orte der Subkultur auseinandersetzt. Es widmet sich der performativen Dokumentation und Archivierung von jenen, die sich in einem Transformationsprozess befinden, gefährdet oder bereits verschwunden sind und nur noch Spuren hinterlassen haben.
In dem temporären Archäologie-Department für Subkultur* können Besucher*innen des Depot Teil der kollektiven Geschichtsschreibung werden und kleine Fundstücke zur Archivierung mitbringen. In der Lecture Performance wird Archäologie für Subkultur* präsentiert und ein Dialog zu performativer Forschung, Archivierung und Archäologie geführt.

16.00–18.30: Offenes Labor des Archäologie-Departments für Subkultur
19.00: Lecture Performance von Lia Quirina

Ljubica Jakšić, Archivar*in, Kunstsammlung und Archiv, Universität für angewandte Kunst Wien
Leona Kohl, Archäologin, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie, Universität Wien
Lia Quirina, Künstlerin*, St. Pölten

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Donnerstag, 19. März 2026,

Wird verschoben: MEZEKƎRƎ

Forming a new Space

Subtitle

Forming a new Space

Opening in May in the former Sophienspital, MEZEKƎRƎ is a space for global and diasporic artistic practices. It aims to explore cosmologies of care, conviviality and social transformation.
The name is derived from the Amharic word መዘክር / mäzäkr and refers to practices of collecting, remembering, and preserving. It stands for what refuses to be lost: stories, movement, knowledge, aesthetics, and political experiences of the Global Majority. The space offers them a home.
For more than a decade, kültüř gemma! has accompanied artists from the Global Majority. From this community, from their conversations, friendships, and collaborations, the desire for a place of their own arose. MEZEKƎRƎ is a continuation of this work—and at the same time something new. It will host not only exhibitions and performances, but also formats for exchange, residency programs, and long-term research projects. How can a new translocal space with international connections be created?

Marisel Bongola, Curator, MEZEKƎRƎ, Vienna
Marissa Lôbo, Artistic Director, MEZEKƎRƎ, Vienna

In cooperation with MEZEKƎRƎ.

Freitag, 20. März 2026,

Sinn & Brandung

Buchpräsentation // Depot Café

Subtitle

Buchpräsentation // Depot Café

Die Veranstaltung findet im Depot Café statt.

Mit SINN & BRANDUNG legt Benedikt Steiner seinen zweiten Gedichtband vor. Erneut bilden die Texte durch eine Verräumlichung des Sinns im Blattraum skulpturale, an musikalische Partituren erinnernde Felder. Anstelle von Titeln kommt dabei ein fortlaufendes JETZT zu stehen, das die Texte strukturiert. Surreale Bilder von Versehrtheit und Verlust mischen sich mit widerständiger Sehnsucht und bittersüßer Lebendigkeit. Die Atmosphäre der Gedichte ist geprägt von einer flirrenden Spannung zwischen Bedeutungsüberschuss und Sinnmangel, was von Zeichnungen des Autors nochmal unterstrichen wird.

Benedikt Steiner, Dichter, Künstler, Wien

Montag, 23. März 2026,

Bewährungsprobe #57

Künstler*innengespräch

Subtitle

Künstler*innengespräch

Die Bewährungsprobe widmet sich Fragen zur Kunstproduktion und den jeweiligen Arbeitsbedingungen. Zwei Positionen werden durch die Künstler*innen vorgestellt. Dabei werden regelmäßig Möglichkeitsräume zeitgenössischer Kunstpraxis in Wien untersucht und mit dem Publikum verhandelt.
Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf arbeiten in gemeinsamer Autorinnenschaft an künstlerisch-forschenden Projekten zu Wechselwirkungen zwischen Raum- und Geschlechterordnungen, zu öffentlichen Räumen sowie mit fotografischen Inszenierungen und textilen Objekten.
In Nora Jacobs Arbeiten steht Scheitern an erster Stelle; es besitzt die Kraft für (positive) Veränderungen wie Selbstermächtigung und Möglichkeitsorten, die Platz machen für queere Utopien. Dabei entstehen großformatige installative Werke für den öffentlichen Raum oder Performances in Laut- und Gebärdensprache.

Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf, Künstlerinnen, Wien
Nora Jacobs, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Künstler, Wien

Mittwoch, 25. März 2026,

Fossile Klimapolitik

Technikversprechen und politische Strategien

Subtitle

Technikversprechen und politische Strategien

Die Emissionen steigen weiter – und dennoch wird Klimapolitik als Fortschrittsgeschichte erzählt. Tatsächlich erleben wir aber eine fossile Offensive: neue Förderprojekte fossiler Rohstoffe, steigende Investitionen in fossile Energie (etwa Gaskraftwerke), abschwächen bereits beschlossener Regelungen zur CO2-Reduktion. Gleichzeitig werden CCS (Carbon capture and storage), grüner Wasserstoff und technische Manipulationen der Erdatmosphäre als Ausweg inszeniert. Die Botschaft: Keine Sorge, wir müssen nichts ändern, die Technik wird’s richten. Doch diese „Lösungen“ sind energieintensiv, ressourcenhungrig und nur begrenzt umsetzbar. Gerade die letzte COP hat gezeigt, wie sehr an fossilen Interessen festgehalten wird.
Statt der dringend nötigen Energiewende erleben wir einen Energiezuwachs: Erneuerbare kommen hinzu, ohne das fossile Fundament ernsthaft zu verringern. Technische Experimente drohen so zur Absicherung eines Systems zu werden, das seine Grundlagen nicht infrage stellt.
Was bedeutet diese Entwicklung für eine realistische Einschätzung der Klimapolitik? Und welche Strategien braucht es, wenn das Fossile nicht verschwindet, sondern sich neu organisiert – und unser Narrativ einer Energiewende durch technische Chimären als Rechtfertigung dafür vereinnahmt wird.

Verena Kreilinger, Medienwissenschaftlerin, Autorin, Aktivistin, Salzburg

Eine Veranstaltung der Sozialistische Alternative (SOAL).

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Freitag, 27. März 2026,

Klasse für Alle

(de)form – extraction to interaction

Subtitle

(de)form – extraction to interaction

Since 2022, composting has been the focus of collaborative learning in the Klasse für alle. Composting means engaging in ecological cycles on a daily basis – developing a care for what nourishes us – and recognizing the relationships between decay, transformation, and change.
Composting is a physical practice that connects us to the world, requiring attention and solemn presence. Cultivating compost means cultivating relationships in learning from and learning with people, plants, earth, the non-human world. Composting strategies are for everyone, but so are artistic practices such as (deep) listening, moving, writing, fermenting, braiding nettles, and much more.
In this compost session we are crafting space to reflect upon building community and continuity, to touch soil and memory, and to connect with the circularity of matter and seasons.

11.00 Gardening
14.00 Workshop with Cultural Hybrid Collective

18.00 Panel at Depot

Cultural Hybrid Collective: Beatrice Aimée, Andrea Elaiza & Merci Ewuresi
Klasse für Alle: Vik Bayer & Ritger Traag

In cooperation with University of Applied Arts Vienna.

April 2026

Montag, 13. April 2026,

Lob der Überwachung

Buchpräsentation

Subtitle

Buchpräsentation

Überwachung hat einen schlechten Ruf, jede Datensammlung – ob durch den Staat oder von Digitalkonzernen betrieben – ist suspekt. Demgegenüber gälte es, Überwachung auch positiv zu denken: als Form der Sorge, als Möglichkeit guten Regierens, als Produktivkraft. Denn Überwachung kann auch bedeuten, Vermieter an Preistreiberei zu hindern, Raser im Straßenverkehr auszumachen, Finanzkriminalität aufzudecken. Auch für eine post-kapitalistische Gesellschaft sind die Technologien des Überwachungskapitalismus von entscheidender Bedeutung.

Timo Daum, Universitätsdozent, Autor, Wien / Berlin
Lesung: Maria Harpner, Übersetzerin, Sängerin, Wien
Moderation: Sigrid Kroismayr, Soziologin, Wien

Timo Daum, Lob der Überwachung. Für eine kollektive Datenpolitik, Hamburg: Edition Nautilus 2026

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Dienstag, 14. April 2026,

Mensch gegen Maschine?

Buchpräsentation

Subtitle

Buchpräsentation

Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr gesellschaftliche Bereiche vor, oft ohne Bewusstsein dafür, ob es auch sinnvoll ist. Häufig heißt es, KI sei unausweichlich und nicht aufzuhalten. Doch gibt es sensible Bereiche, in denen ihr Einsatz zu riskant ist? Wie verstärkt KI ohne klare Regeln bestehende Ungleichheiten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und soziale Isolation? Wie können solidarische Strategien aussehen, damit die KI Arbeit erleichtert?

Angelika Adensamer, Juristin, Kriminologin, Wien
Sara Hassan, Autor*in, Trainer*in, Wien
Sebastian Klocker, ÖGB-Stabstelle Digitalisierung und Technik, Wien

Sara Hassan & Josefa Niedermaier (Hg.), Wer gegen wen? Gespräche über organisierte Ungleichheit – und wie wir solidarisch das System hacken, Wien: ÖGB 2026
Sebastian Klocker & Adele Siegl (Hg.), KI verstehen und gestalten. Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt, Wien: ÖGB 2026

Schwerpunkt 2026: Übergänge / Transitions
Mittwoch, 15. April 2026,

Rethinking Politics: Student Protests in Serbia

World Café & Discussion

Subtitle

World Café & Discussion

How can civil protests reshape political practice? How does grassroot activism work without leaders? What role can universities play as spaces of democratic engagement? Student activists from Serbia will reflect on their protests and strategies and discuss broader political implications.
Before the panel discussion, Depot opens for networking, exchange and practicing solidarity for a World Café with further guests from the diasporic Post-Yugoslav community in Vienna.

15.00–17.00 World Café
Registration: rethinkingpolitics.hkw@univie.ac.at

19.00 Panel Discussion

Davud Delimeđac, Faculty of Political Science, Belgrade University
Mila Jovanović, Faculty of Political Science, Belgrade University
Natalija Petrović, journalist, Blokada INFO, Faculty of Philosophy, University of Novi Sad
Tatjana Rašić, Faculty of Philosophy, University of Novi Sad
Moderation: Tamara Cvetković, Institute for Culture Management and Gender Studies, mdw – University of Music and Performing Arts Vienna

The event is part of the Days of Attention — Student Protests in Serbia at the University of Vienna.


Suche im Archiv



Filter


  Depot-Kanal auf YouTube

10 Jahre Depot (PDF)
Veranstaltungen 1994–2004

25 Jahre Depot (PDF)
Broschüre 1994–2019

30 Jahre Depot (PDF)
Augustin-Beilage