Archiv
Jänner 2026
Geh denken!
Pizza in Auschwitz
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Pizza in Auschwitz
Der damals 74-jährige Danny Chanoch erzählt seinen Kindern vor dem Schlafengehen die Geschichten aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Mauthausen. Als Überlebender der Shoah kämpft er über viele Jahre gegen das Vergessen und für das Erinnern.
In dem Dokumentarfilm von Moshe Zimmermann reist Chanoch mit seinen zwei Kindern in ein Lager und möchte mit ihnen auf einer Pritsche in einer Baracke die Nacht dort verbringen. Die Reise nach Polen ist gespickt mit schwarzem Humor und komischen Situationen. Der Ausflug zu dritt in einem Van zu ihrer „final destination“ wirkt wie ein Plot für eine Familienkomödie.
Humor ist für Chanoch eine Strategie, das Erlebte zu verarbeiten und vor allem gegen das Vergessen in der eigenen Familie anzukämpfen.
Pizza in Auschwitz (IL 2008), R: Moshe Zimmermann, 52 min
Moderation: Sophie Roßberg & Matthias Spadinger, GEDENKDIENST
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Juni 2026
Geh denken!
Lesbische Gedenkpraktiken in der DDR
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Lesbische Gedenkpraktiken in der DDR
Wer durfte in der DDR an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern und unter welchen Bedingungen? Neben staatlich vorgegebenen Gedenknarrativen entwickelten homosexuelle Gruppen eigene Formen des Erinnerns, die öffentlich kaum sichtbar waren. Mitte der 1980er-Jahre trugen etwa kirchliche Fahrten von Lesben zur Gedenkstätte Ravensbrück wesentlich zur historischen Aufarbeitung der Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus bei. Erinnerung kann als kollektive Trauerarbeit, als Praxis des Sichtbarmachens und als politische Handlung verstanden werden.
Der Vortrag eröffnet eine Perspektive auf Erinnerungskultur, die Machtverhältnisse des Erinnerns sichtbar macht und zur Diskussion über Ausschlüsse und die Bedeutung marginalisierter Perspektiven einlädt.
Annika Geiser, Historikerin, Berlin
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Mai 2025
Geh Denken!
Jüdische Flucht über den Krimmler Tauern 1947
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Jüdische Flucht über den Krimmler Tauern 1947
Alpine Peace Crossing, Verein für aktive Gedenk- und Erinnerungskultur, beschäftigt sich mit jüdischer Flucht nach 1945. An die Flucht tausender Jüd*innen, die 1947 vor dem weiterhin grassierenden Antisemitismus in Europa auf dem Weg nach Israel den Krimmler Tauern queren mussten, wird mit einer jährlichen Wanderung gedacht. Seit 2020 ergänzt eine Zeitschrift die Erinnerungsarbeit: Alpendistel. Magazin für antifaschistische Gedenkkultur. Wie blickt der Gedenkverein in die Gegenwart und Richtung Zukunft?
Matthias Schreckeis, Alpine Peace Crossing (APC), Wien
Antonia Winsauer, Lehrerin, APC und erinnern:at, Wien
In Kooperation mit GEDENKDIENST und DÖW.
März 2024
Geh Denken!
Die faschistische Stadt heute / morgen?
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Die faschistische Stadt heute / morgen?
Unter einem provokant angesetzten Titel werden Tendenzen der Formung urbaner Gemeinwesen erörtert: aktuelle Tendenzen im städtischen Alltagsraum sowie im Planen und Bauen, die zunehmend antidemokratisch und an manchen Punkten als faschistisch aufzufassen sind. Öffentlicher Raum, Architektur, Wohnbau und die Gestaltung gesellschaftlicher Lebensbedingungen sind Ausprägungen von Politik und von Machtformationen. Ausgehend von Beobachtungen dazu in Österreich und Deutschland sprechen wir invers – anhand des „Anti-“ – von demokratischen Verhältnissen. Wir schlagen Symptomdeutungen und Unterscheidungsansätze vor: Wo haben wir es mit verschärften neoliberalen Zugriffen auf soziale Räume und Sicherungen zu tun? Wo wäre eher von neofeudal-autoritärer Entwicklung zu sprechen? Und wo zeigen sich im gebauten Raum Züge von faschistischen Denk- und Organisationsweisen – von ihrem Weg-haben-Wollen von „anderen“, ihrem Exzess an Mobilisierung, ihrem Flirten mit Gewalt?
Gabu Heindl, Architektin, Planerin, Aktivistin, Wien
Drehli Robnik, Essayist, Autor, Edutainer / Disk-Jockey, Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
November 2024
Geh Denken!
Das Album als Zeugnis
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Das Album als Zeugnis
In den letzten zwei Dekaden hat das Interesse an Fotoalben als Quellen der Zeitgeschichte erheblich zugenommen. Insbesondere im historischen Kontext von Nationalsozialismus und Holocaust haben Studien gezeigt, wie Fotoalben sowohl individuelle als auch kollektive historische Erfahrungen und Geschehnisse vermitteln können.
Anhand eines Albumbestandes aus dem Besitz der österreichisch-jüdischen Schwimmlegende Fritzi Löwy (1910–1994) diskutieren wir visuelle Erinnerungspraxen nach dem Holocaust. Nach ihrer Rückkehr aus dem Exil verarbeitete Löwy ihre Erlebnisse von Verfolgung, den Verlust naher Angehöriger und ihre eigene Flucht in zwei Fotoalben.
Vida Bakondy, Historikerin und Kuratorin
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Dezember 2024
Geh Denken!
Raum schaffen: ein radikales Museumskonzept
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Raum schaffen: ein radikales Museumskonzept
Mit der Ernennung des ehemaligen Texingtaler Bürgermeisters Gerhard Karner zum Innenminister 2021 rückte eine umstrittene Gedächtnisinstitution ins breitere öffentliche Interesse: das Dr.-Engelbert-Dollfuß-Museum. Ein Kurator*innenteam wurde bestellt und präsentierte im November 2023 ein Konzept, das davon absah, problematische Erinnerungszeichen zu entschärfen und stattdessen vorschlug, die bisherige Institution Schritt für Schritt in einem partizipativen Prozess aufzulösen – was schließlich verhindert wurde.
Johanna Zechner, Historikerin, Kurator*innenteam Raum schaffen
Moderation: Linda Erker, Historikerin
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
März 2023
Geh Denken!
tin*stories erzählen
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tin*stories erzählen
Trans*, inter* und nicht-binär (tin*) sind kein Trend – das zeigt ein Blick in die Geschichte. Doch leider werden Geschichten, die nicht in die weiße, cis-, endo-, heteronormative Perspektive von Geschichtsschreibung passen, viel zu selten erzählt und damit unsichtbar gemacht. Der Sammelband tin*stories. Trans | inter | nicht-binäre Geschichte(n) seit 1900 will das anhand verschiedener Beiträge ändern. Anton Schulte hat darin einen Text veröffentlicht, der die Lebensgeschichten von zwei trans* Personen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main und Wien erzählt. Im Rahmen seines Masterstudiums in Queer History am Goldsmiths College in London stieß er auf die Akten von Walter H. und Ernestine W. Anton wird seine Recherche vorstellen und mit uns besprechen, wie die Lebensrealität von trans* und geschlechtsunkonformen Personen in einer Gesellschaft aussah, in der Abweichung von der biologistischen Geschlechtermatrix (oder -binarität?) als undenkbar galt.
Anton Schulte, Institut für Geschichte Martin-Luther-Universität Halle
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
April 2023
Geh Denken!
Wer sind wir? Kon sam ame?
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Wer sind wir? Kon sam ame?
Rom*nja und Sinti*zze sind seit etwa 600 Jahren ein prägender Teil der österreichischen Kultur und Gesellschaft. Doch das Unwissen über die jüngste anerkannte österreichische Volksgruppe ist in der Bevölkerung bis heute groß.
In dem interaktiven Quiz Wer sind wir? Kon sam ame? stellen die Rom*nja-Aktivist*innen Laura Darvas und Samuel Mago von der Hochschüler*innenschaft Österreichischer Rom*nja und dem Verein EXIL dem Publikum Fragen in den vier Kategorien: Allgemein, Geschichte, Kultur und Antiziganismus. Ziel des Ratespiels ist es Punkte zu sammeln – und natürlich Wissen über die größte europäische Minderheit.
Samuel Mago, HÖR, Roma-Aktivist, Antirassismus-Trainer, Schriftsteller, Redakteur, Wien
Laura Darvas, HÖR, Roma-Aktivistin, Jus-Studentin, Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
März 2022
Geh Denken!
Sexuelle und geschlechtliche Differenzen im Spiegel der Akten
2016 wurden auf dem Dachboden der Klinik der Universität Halle an der Saale 232 Laufmeter Patient*innenakten gefunden, die einen Zeitraum von 1888 bis 1989 umfassen. Der Aktenfund ist einzigartig. Unter den Akten finden sich auch jene von Menschen, die aufgrund von wahrgenommenen „sexuellen oder geschlechtlichen Abweichungen“ in die Universitäts-Nervenklinik eingewiesen und dort medizinisch behandelt wurden.
Der Vortrag setzt sich damit auseinander, welche Narrative sich im Laufe der Behandlungen herausbildeten. Wie entwickelten Ärzt*innen ihre Methoden? Wie kamen sie zu einer Diagnose? Welche gesellschaftlichen Ideale und welche konkreten Ziele wurden mit Therapien verfolgt? Am Beispiel von zwei konkreten Fällen (1919–1945) wird aufgezeigt, dass die vermeintliche Therapie Patient*innen vor allem in eine gesellschaftlich sanktionierte Zweigeschlechtlichkeit führen sollte.
Anton Schulte, Institut für Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle (Saale)
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
April 2022
Geh Denken!
Queer History in den Arolsen Archives
In den 1970er Jahren forschten Wissenschafter*innen erstmals ausführlich in den Dokumentenbeständen der heutigen Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution (AroA) zum Schicksal von Männern*, die während der NS-Zeit als homosexuell verfolgt worden waren. Seit einigen Jahren rückt auch die Erforschung der damaligen Lebensumstände lesbischer Frauen* und aus heutiger Perspektive queerer Menschen in den Fokus. Als eines der weltweit größten Archive zur NS-Verfolgung sind die AroA mit Sitz im hessischen Bad Arolsen auch hier Anlaufstelle. Jedoch bestehen nach wie vor große Forschungslücken hinsichtlich der Verfolgung queerer Menschen, die auch auf Leerstellen in der archivischen Erschließung zurückzuführen sind.
Kim Dresel, wissenschaftliche Mitarbeiterin/Archivarin, Arolsen Archives, Berlin
Katharina Menschick, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arolsen Archives, Berlin
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Oktober 2022
Geh denken!
Geschichtskultur 2.0: Der Zweite Weltkrieg im digitalen Spiel
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Geschichtskultur 2.0: Der Zweite Weltkrieg im digitalen Spiel
Erstaunlich viele digitale Spiele verwenden den Zweiten Weltkrieg als thematischen Hintergrund und beeinflussen damit die Geschichtsvorstellungen Jugendlicher. Die angebotenen Geschichtsbilder sind mitunter problematisch: Wehrmachtsverbrechen werden ausgespart, der Krieg wird als Abenteuer dargestellt oder die Shoah schlichtweg nicht thematisiert. Demgegenüber gibt es eine Reihe von Spielen, die sich auf ernste und lehrreiche Art und Weise mit dem Nationalsozialismus, mit dem Widerstand oder mit der NS-Aufarbeitung beschäftigen. Im Zentrum des Workshops steht die Frage, wie ein verantwortungsvoller erinnerungskultureller Umgang mit der NS-Geschichte aussehen kann.
Alexander Preisinger, Leitung GameLab der Fachdidaktik Geschichte der Universität Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
November 2022
Geh Denken!
Holocaust Education – ein Nebenjob?
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Holocaust Education – ein Nebenjob?
Die Bedeutung des Lehrens und Lernens über Nationalsozialismus und Shoah wird in der Öffentlichkeit regelmäßig betont. Insbesondere NS-Gedenkstätten sollen Orte der Demokratiebildung und der Prävention von Rechtsextremismus sein. Selten wird jedoch nach den erforderlichen Rahmenbedingungen gefragt. Diese weisen erhebliche Diskrepanzen zu den ambitionierten pädagogischen Zielsetzungen auf.
Während Rassismus und Antisemitismus in den Ausbildungen von Guides bzw. Vermittler*innen weitgehend fehlen, sind sie mit prekären Beschäftigungsbedingungen konfrontiert – mit weitreichenden Folgen. Ein Positionspapier präsentiert konkrete
Verbesserungsmöglichkeiten.
Michael Hollogschwandtner, Netzwerk transform! Europe, Wien
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Mai 2021
Zeitzeugen*innenschaft im Museum
Geh Denken!
Seit über 70 Jahren werden Erinnerungen von Überlebenden des Holocaust gesammelt und dokumentiert. Die Rolle und die Funktion dieser Erzählungen unterliegen einem ständigen Wandel. Die Ausstellung Ende der Zeitzeugenschaft? zeigt exemplarisch einen kulturhistorischen Abriss dieser Entwicklung unter anderem mit dem Einsatz und der Analyse von Oral History Interviews. . Wie kann Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft von Zeitzeugen*innenschaft in Ausstellungen reflektiert werden?
Steffi de Jong, Historikerin, Universität zu Köln u
Victoria Kumar, Historikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin von erinnern.at.
Anika Reichwald, Kuratorin, Jüdisches Museum Hohenems
Niko Wahl, Historiker, freier Kurator
In Kooperation mit dem Gedenkdienst.
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Geh Denken!
September 2021
Geh Denken!
Filmscreening „Voices of Children“
Der mit einem Emmy prämierte Dokumentarfilm Voices of Children (1998) der Filmemacherin und Holocaustüberlebenden Zuzana Justman erzählt die Geschichte der drei Überlebenden Michael Kraus, Helga Weissová-Hošková und Helga Pollak-Kinsky des Ghetto Theresienstadt.
Vom NS-Regime als ‚Vorzeigeghetto‘ und ‚Altenghetto‘ propagandistisch inszeniert, diente die ehemalige Garnisonsstadt ab 1941 als Sammel- und Durchgangslager für Jüd*innen. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Erinnerungen schildert der Film eindrücklich die Erlebnisse im Lager.
Daneben steht vor allem das Weiterleben nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Zentrum.
Aylin Basaran, Filmemacherin und Historikerin, Wien
Zuzana Justman, Voices of Children (1998), OV (DE/CZ/EN) mit engl. UT
Mit Genehmigung von Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Oktober 2021
Geh Denken! // ONLINE-Veranstaltung // IN ENGLISH
Can we remember? – Remembrance culture and politics in the Czech Republic
The memory and remembrance of the Holocaust in Czech Republic and other Eastern Countries was deeply influenced by 40 years of communist rule and is now institutionalized in established commemorations and memorials. At this point it is time to reflect on the current remembrance culture and its importance in the Czech Republic.
How do the Commemoration and “commemoralization” look like 80 years after the end of the Second World and of communist rule? How do we connect the official commemoration to the living memory of our communities and each one of us? How do memorials shape our view and perception of history and how is our view of history shaping the memorials?
Tereza Štepkovà, former director of the Terezin Initiative Institute in Prague, member of the of the Czech Delegation at International Holocaust Remembrance Alliance
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.
Subtitle
Can we remember? – Remembrance culture and politics in the Czech Republic
März 2019
Über die Transformation des Krieges nach 1945
Geh Denken!
Carl von Clausewitz hat dem Krieg einen Chamäleoncharakter attestiert. Tatsächlich brachte die Ächtung des Krieges in der UN-Charter den zwischenstaatlichen Krieg fast zum Verschwinden, doch intensivierten sich Formen des Bürgerkrieges, die in hohem Ausmaß die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft ziehen und mit schweren Menschenrechtsverbrechen einhergehen. Im Völkerrecht findet ein Nachziehverfahren statt, das jedoch mit den sich ständig wandelnden Gewaltszenarien schwer Schritt halten kann. Welche Interventionsmechanismen stehen der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung, um potentielle Kriegsopfer zu retten und auch rezente bewaffnete Konflikte möglichst einzudämmen?
Irene Etzersdorfer, Politikwissenschafterin, Universität Wien / Donau Universität Krems
In Kooperation mit dem Verein Gedenkdienst
April 2019
Flucht sammeln
Geh Denken!
Für das Volkskundemuseum Wien sammelte das Kurator*innenteam um Alexander Martos und Niko Wahl 2017 Fluchtobjekte in der griechischen und türkischen Ägäis sowie in einem Wiener Notquartier. Daraus wurde die Dauerausstellung Die Küsten Österreichs.
Niko Wahl, freier Kurator, Wien
Mai 2019
Wenn sich Konflikte nicht lösen lassen …
Geh Denken!
Die Liste der scheinbar unlösbaren Konflikte ist lang. Wie kann in solchen Situationen zu einer Friedensförderung beigetragen werden? Und wie wird in der friedenspolitischen Praxis Erfolg definiert? Damit ist das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK / ASPR) täglich konfrontiert. Anhand von Beispielen Israel / Palästina werden Ansätze der Konflikttransformation erläutert.
Gudrun Kramer, ASPR – Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution, Schlaining
Juni 2019
Transitional Justice in Österreich
Geh Denken!
Die Gründung der Zweiten Republik bedeutete einen demokratischen Neuanfang, aber keine ,Stunde Null‘. Kontinuitäten in Politik, Wirtschaft und Kultur aus der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus wirken in die Gegenwart hinein. Der Übergang von diktatorischen zu demokratischen Systemen kann mit Instrumenten von transitional justice bewerkstelligt werden.
Claudia Kuretsidis-Haider, Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, DÖW
In Kooperation mit dem GEDENKDIENST
Jänner 2017
Aktualität des Spanischen Bürger_innenkrieges
Geh Denken!
Mehr als achtzig Jahre sind seit dem Beginn des spanischen Bürger_innenkrieges vergangen, und noch immer provoziert dieses Thema heftige politische Debatten. Der lange Prozess aus der Diktatur bis in die Gegenwart macht Spannungen deutlich, die zeigen, dass die Spaltung der Gesellschaft bis heute nicht überwunden ist.
Georg Pichler, Universidad de Alcalá, Madrid
Dezember 2017
Die Transformation der Stadt Wien 1938 – 1945
Geh Denken!
Mit der Ausschmückung Wiens für Hitlers Einmarsch begann die Transformation des Stadtraumes im Sinne der NS-Ideologie. Viele Großprojekte zur Neugestaltung der Stadt gingen jedoch nie über das Planungsstadium hinaus. Stattdessen wurden Schutz- und Abwehrbauten für den Krieg errichtet, die als Erbe der NS-Diktatur kaum noch wahrgenommen werden.
Ingrid Holzschuh, Freie Kunst- und Architekturhistorikerin, Wien
Jänner 2016
Scheinehe als Fluchtstrategie
Geh Denken!
Eheschließungen mit Ausländern bewahrten vom NS-Regime verfolgte Frauen vor einer Rückschiebung ins Deutsche Reich. Manche dieser Ehen stellten als Scheinehen eine weibliche Flucht- und Überlebensstrategie dar. Wie können weitere Quellen über Scheinehen abseits der bekannten Fälle gefunden werden?
Irene Messinger, Politikwissenschafterin, Universität Wien
Moderation: Elisa Heinrich
In Kooperation mit Gedenkdienst
Gehen und Bleiben
Geh Denken!
Wie sieht die Arbeit in der Flüchtlingsberatung aus Sicht der organisierten Zivilgesellschaft aus? Welche Möglichkeiten sowie Beschränkungen politischer Teilhabe haben Asylwerber_innen, wie kann die Entwicklung von Parallelgesellschaften vermieden werden? Der Abschluss der Vortragsreihe Gehen und Bleiben bietet Einblicke in aktivistische Perspektiven auf die gegenwärtige Arbeit mit Asylsuchenden und Migrant_innen.
Johanna Griesmayr, Verein Homebase Wien
Knorri (Karin Pertl), Queer Base – Welcome and Support for LGBTIQ Refugees
Christoph Riedl, Diakonie Flüchtlingsdienst
Verena Stern, Doktorandin und Projektmitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
März 2016
Leben im Land der Täter_innen
Geh Denken!
In Österreich wurden die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus mit ihren traumatischen Erfahrungen von staatlicher Seite allein gelassen. Dies änderte sich erst, als im Jahr 1994 Alexander Friedmann, David Vyssoki und Elvira Glück das Psychosoziale Zentrum ESRA in Wien gründerten. Ein Schwerpunkt der Arbeit von ESRA sind Angebote für Überlebende der NS-Verfolgung und ihre Angehörigen sowie die Funktion als Anlaufstelle für die Wiener jüdische Bevölkerung.
Klaus Mihacek, Psychiater und Neurologe, Psychosoziales Zentrum ESRA
Dezember 2016
Der Faschismus in Griechenland
Geh Denken!
Am 4. August 1936 etablierte der ehemalige General Ioannis Metaxas sein Regime des Vierten August. Nur wenige Monate nach Metaxas Tod besetzten deutsche Truppen gemeinsam mit italienischen und bulgarischen Streitkräften Griechenland. Wie ist die Metaxas-Diktatur im Vergleich zu den faschistischen Diktaturen Europas interpretierbar? Gibt es personelle und inhaltliche Kontinuitäten der Metaxas- Diktatur nach 1941? Welche Rolle spielt das 4. August-Regime in der griechischen Erinnerungskultur bis heute?
Nathalie Patricia Soursos, Historikerin, Institut für Byzantinistik und Neogräzistik, Universität Wien
Oktober 2015
Repatriierung ungarischer Deportierter 1945-1946
Geh Denken! Special
1945 reiste der Leiter der ungarischen Jewish Agency in die Tschechoslowakei und nach Polen um Information über den Aufenthaltsort jener Jüd_innen zu sammeln, die seit 1944 aus Ungarn deportiert worden waren. Nach seiner Rückkehr dokumentierte er umfangreich die Situation in den beiden kriegszerstörten osteuropäischen Ländern sowie die verschiedenen Herausforderungen, welche die Versuche der Repatriierung begleiteten.
Regina Fritz, Historikerin, Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945
Kooperation mit Gedenkdienst und Momentum-Geschichte
Mai 2014
Geh Denken! Spezial: Auschwitz, wie im Film?
Buchpräsentation und Diskussion
Welchen Stellenwert haben visuelle Eindrücke der Besucher_innen von Gedenkstätten wie Auschwitz-Birkenau oder Mauthausen für das deutende Verstehen der Vergangenheit? Die semiotische Kraft dieser Orte ist heute eine Ausdrucksfläche für universale und partikulare Bildnarrative. Halböffentliche mediale Praktiken, wie sie im Fotografieverhalten an Gedenk-stätten zum Ausdruck kommen, werden die Zukunft der Erinnerung entscheidend mitprägen.
Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung, Wien
Till Hilmar, Center for Cultural Sociology,Yale University
Till Hilmar: Storyboards der Erinnerung. Eine empirische Fall-studie zu Geschichtsbildern und ästhetischer Wahrnehmung beim Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Wien, New Academic Press 2014.
In Kooperation mit Gedenkdienst
Oktober 2014
Die Wiener Flaktürme als Erinnerungsorte
Geh Denken!
Der Semesterschwerpunkt der Reihe Geh Denken! widmet sich der Geschichte und Erinnerung an ˈvergessene Lagerˈ und Aspekten von Lager- und Täter_innengeschichten, die in der Öffentlichkeit wenig beachtet wurden und derzeit Gegenstand historischer Forschungen sind.
Das Wissen um den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auf den Baustellen, im Betrieb sowie in den Produktionsstätten innerhalb der Flaktürme fehlt ebenso wie ein öffentliches Bewusstsein für diesen Aspekt der NS-Stadtgeschichte. Ute Bauer-Wassmann leitet das Projekt Fundort Flakturm zur Dokumentation der historischen Überreste im Inneren des Turmes im Augarten.
Ute Bauer-Wassmann, Interdisziplinäres Forschungszentrum Architektur und Geschichte
In Kooperation mit Gedenkdienst
Dezember 2014
„Noch eine kontaminierte Landschaft“
Geh Denken!
Erst 2009 wurde damit begonnen, die Geschichte des Lagerkomplexes Strasshof, einem Durchgangslager für Zwangsarbeiter_innen, systematisch zu erarbeiten. Irene Suchy sammelte gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Strasshof Fakten über die insgesamt sieben Lager und befragte Zeitzeug_innen. Die Recherche nach Art und Weise der Zwangsarbeit zeigte einen großen Kreis von Mittätern auf: 40ˈArbeitgeber in Wien, fast 200 in Niederösterreich, darunter Kloster- und fürstliche Betriebe, Land- und Kriegswirtschaft.
Irene Suchy, Ö1-Redakteurin, Verein Arbeitsgruppe Strasshof
In Kooperation mit Gedenkdienst
Oktober 2011
„Euthanasie“ – Geschichte und Erinnerung
Die Erinnerung an die „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus und ihre Aufarbeitung in Österreich ist neuer Themenschwerpunkt im Rahmen der Geh Denken!-Reihe. Zu Beginn werden offene Fragen zu verschiedenen Feldern – von Medizin bis hin zur pädagogischen Vermittlung – behandelt. Wo liegen noch offene Fragen in der historischen Forschung, welche Verbrechen müssen noch aufgearbeitet werden und wie gestaltet sich der Stand der Erinnerung an das ‚Euthanasie‘-Programm des ‚Dritten Reichs‘ in Österreich?
Eberhard Gabriel, Otto-Wagner-Spital
Veronika Hofer, MedUni Wien
Wolfgang Neugebauer, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands
Florian Schwanninger, Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Moderation: Adina Seeger
In Kooperation mit GEDENKDIENST
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