Veranstaltungen

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19.00
Elmer Luchterhand
Buchpräsentation

Elmer Luchterhand, in den 1930er Jahren politischer Aktivist in den USA und während des Krieges Nachrichtenoffizier,  hat nach der Befreiung Überlebende in acht Konzentrationslagern befragt. Zurück in den USA forschte er weiter systematisch über die Lager und interviewte 52 KZ-Überlebende zu sensiblen Themen wie Diebstahls- und Sexualverhalten. 1953 schrieb er darüber eine Dissertation, die 2018 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Christian Fleck, Soziologe, Universität Graz
Andreas Kranebitter, Soziologe, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Christian Fleck, Andreas Kranebitter (Hg): Elmer Luchterhand. Einsame Wölfe und stabile Paare. Verhalten und Sozialordnung in den Häftlingsgesellschaften nationalsozialistischer Konzentrationslager. Mauthausen-Studien, Band 11, 2018

Freitag, 22. Juni 2018, 19.00
Stadtwerkstatt: Keine 68er Seife sein
Podiumsgespräch

Die Gründung der Linzer Stadtwerkstatt im Jahr 1979 verstand sich als Anstiftung zur Initiative. Die kulturelle Pionierarbeit im Kultur- und Werkstatthaus setzte auf Aneignung und Öffnung von Freiräumen, auf die Verbindung von Aktionismus mit Leben und Arbeit, mit Experiment und Kunst. Eine konsequente Entgrenzung des Kulturbegriffs widersetzte sich der gesellschaftlichen Erstarrung und der Überheblichkeit der Macht. Doch worin lagen die ästhetischen Intentionen zum radikalen Aufbruch in einem Abbruchviertel der Stadt? Auf welche Weise sollte die kulturelle Selbstbestimmung gelingen? Und wie spiegeln sich die Diskurse in aktuellen Vorhaben wie der künstlerischen Währung Gibling, STWST48 und dem diesjährigen Beitrag zur Biennale in Taipei wider?


Gründungsmitglieder Stadtwerkstatt:
Gudrun Bielz, Medienkünstlerin
Franz Blaas, Künstler
Karin Binder, Künstlerin
Tommy Schneider, Künstler
Gotthard Wagner, Musiker und Kulturarbeiter
Moderation: Martin Wassermair, Politikredakteur Dorf TV

Donnerstag, 05. Juli 2018, 19.00
Präsenz durch Verschwinden
Buchpräsentation

Die Bevölkerungsgruppe der Kärntner Slowen_innen behauptete sich trotz anhaltender Diskriminierung, Stigmatisierung und Sprachverlust. Die Auswirkungen dieser Situation auf das alltägliche soziale Miteinander untersuchte Jonas Kolb in seiner Dissertation, die nun als Buch erscheint. Darin schildert er lebensnah Sozialisationsprozesse junger Slowenischsprachiger in Familie, Schule und Freizeit. Seine empirische Analyse zeigt: Der Schlüssel zum Verständnis der Bevölkerungsgruppe liegt im drohenden Verschwinden der slowenischen Sprache. Mittels vielfältiger performativer Strategien wirken Heranwachsende aktiv dieser Bedrohung entgegen und setzen sich für die Präsenz ihrer Sprache ein.

Jonas Kolb, Soziologe, Universität Innsbruck
im Gespräch mit Gudrun Blohberger, Društvo/Verein Peršman, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Jonas Kolb: Präsenz durch Verschwinden. Sprache und Ethnizität in der Alltagspraxis junger Kärntner Slowen_innen. Bielefeld: transcript 2018

In Kooperation mit Društvo/Verein Peršman