Veranstaltungen

Montag, 27. Mai 2019, 19.00
Haltung oder Dogma?
Political Correctness im Film

Debatten über Political Correctness und die Gefahr einer „kulturellen Aneignung“ spielen auch im Filmsektor eine Rolle. Es ist wichtig, dass sich ein Problembewusstsein für kontroverse Themen wie Geschlechterkonstruktion, kulturelle Aneignung und ethnische Klischee-Zuschreibungen verfestigt. Welche Konsequenzen hat Political Correctness für Filmschaffende? Wie entstehen Identitäten jenseits der gängigen Geschlechternorm „weiblich/männlich“? Verlief diese ästhetischpolitische Diskussion vor dem Zeitalter der Social Media anders?

Sabine Perthold, Kulturwissenschafterin
Ursula Wolschlager, Produzentin, Autorin und Dramaturgin
Moderation: Gabi Frimberger, FrauenFilmTage

In Kooperation mit FrauenFilmTage 2019

Dienstag, 28. Mai 2019, 19.00
Antifeminismus in Bewegung
feminismen diskutieren

Antifeminismus ist kein einheitliches politisches Projekt: Viel mehr wird er von seinen Akteur_innen zu diesem gemacht. Maskulist_tinnen, neurechte Populist_innen, christliche Fundamentalist_ innen und organisierte Neonazis vertraten immer schon geschlechter- und familienfundamentalistische Positionen und nehmen aktuell stärker denn je aufeinander Bezug. Ein neu erschienener Sammelband illustriert die Tragweite des organisierten Antifeminismus und liefert einen Beitrag in der Diskussion um Gegenstrategien.

Juliane Lang, Geschlechter- und Erziehungswissenschafterin, Berlin / Marburg
Birge Krondorfer, politische Philosophin, Wien
Elli Scambor, Soziologin und Pädagogin, Graz
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Juliane Lang / Ulrich Peters (Hg.): Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt. Marta Press, Hamburg 2018.

In Kooperation mit der Frauenbildungsstätte Frauenhetz und dem Verband feministischer Wissenschafteri*innen (VfW)

Dienstag, 04. Juni 2019, 19.00
Künstler_innenbücher in der ČSSR nach 1968
Dissertationspräsentation

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem Medium des Künstlerbuches im Rahmen der lokalen tschechoslowakischen Kunstgeschichte der späten 1960er- und 1970er Jahre, sowie mit ihren Produktions- und Distributionsmöglichkeiten. Künstlerbücher stellten für Künstler_innen in der Zeit der reaktionären politischen Repressionen nach 1968 eine Möglichkeit dar, ihr Schaffen zu präsentieren, zu dokumentieren und mit anderen Kunstschaffenden im Ausland zu kommunizieren.

Robert Kotasek, Dissertant, Institut für Kunstgeschichte, Wien

Mittwoch, 05. Juni 2019, 19.00
UMETNIK*: Footnotes 2012 – 2017
Book presentation

For its 5th anniversary, the Belgrade founded and Vienna based informal group UMETNIK* edited a publication incorporating documentation material and texts by invited art historians / curators / theoreticians. Appropriating the method used in the name Kosovo(*), the group deals with the issue of STATUS, shifting the focus from a linguistic to the socio-econo- mic aspects. Starting from the institutional theory, respectively the problems within the tradition of analytic aesthetics, the works are dealing with criticism of institutions, hierarchies and precarity.

Filip Blagojević, art historian
Asija Ismailovski, art historian
Elke Krasny, cultural theorist
Seraina Renz, art historian
Walter Seidl, curator
UMETNIK*, book editor

Donnerstag, 06. Juni 2019, 19.00
Identitätspolitiken
Buchvorstellung

Das Buch bietet einen undogmatischen Überblick über Diskurse und Geschichte linker Identitätspolitiken, von den theoriegeschichtlichen Wurzeln des Begriffs ‚Identität‘ bis zu den identitätspolitischen Debatten in der Linken nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten. Bereits in der frühen Arbeiter_innenbewegung wie später im Feminismus und in den Black-Liberation-Bewegungen seit den 1960er Jahren spielte Identität eine große Rolle. Dabei wurden auch die vielen Fallstricke von Identitätspolitik – die Ausschlüsse und Vereinheitlichungen – bewegungsintern kritisiert und diskutiert.

Jens Kastner, Kunstsoziologe, Akademie der bildenden Künste Wien
Lea Susemichel, Redakteurin an.schläge. Das feministische Magazin
Moderation: Heide Hammer, Journalistin und Philosophin, Wien

Lea Susemichel / Jens Kastner: Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken. Unrast Verlag, Münster 2018.

Freitag, 07. Juni 2019, 19.00
vermittlungsraum.ppp
Prozesse / Projekte / Performatives

Unter dem Titel vermittlungsraum.ppp werden künstlerische und kunstvermittlerische Masterprojekte, die am IKL der Akademie der bildenden Künste Wien entstehen, vor und zur Diskussion gestellt. Die Projekte thematisieren u.a. kollektive De-sziplinierung, Formen der Selbstermächtigung, das Sichtbarmachen fehlender Heldinnen* aber auch genderspezifische und identitätsstiftende Momente von (Design-)Objekten. Kurzvorträge und performative Interaktionen geben Einblick in Abeitsprozesse und Umsetzungen.

Veronika Atzwanger, Hannes Gwiggner, Ulrike Leitner, Caroline Mantler, Susanne Palmetzhofer, Anna Vida, Masterstudierende am IKL / Akademie der bildenden Künste Wien
Einführung: Isa Rosenberger, Künstlerin, IKL - Akademie der bildenden Künste Wien

Dienstag, 11. Juni 2019, 19.00
50 Years Art after Stonewall
Presentation

Das Leslie-Lohman Museum in New York ist weltweit das einzige Kunstmuseum, welches ausschließlich Künstler_innen mit LGBTQ-Erfahrung gewidmet ist. Was 1969 mit der ersten Ausstellung von schwulen Künstlern begann, ist zum international angesehenen Museum mit einer beachtlichen Kunstsammlung geworden. Anlässlich des 50sten Jahrestages des Stonewall Aufstandes zeigt eine große Ausstellung die Auswirkungen der Bürgerrechtsbewegung LGBTQ auf die Kunstwelt.

The Leslie-Lohman Museum in New York is the only art museum in the world dedicated exclusively to artists with LGBTQ experience. What began in 1969 with the first exhibition of gay artists has become an internationally renowned museum with a remarkable art collection. On the occasion of the 50th anniversary of the Stonewall Uprising, a major exhibition shows the impact of the civil rights movement LGBTQ on the art world.

Gonzalo Casals, Leslie-Lohman Museum, New York

Veranstaltung in englischer Sprache

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19.00
Transitional Justice in Österreich
Geh Denken!

Die Gründung der Zweiten Republik bedeutete einen demokratischen Neuanfang, aber keine ,Stunde Null‘. Kontinuitäten in Politik, Wirtschaft und Kultur aus der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus wirken in die Gegenwart hinein. Der Übergang von diktatorischen zu demokratischen Systemen kann mit Instrumenten von transitional justice bewerkstelligt werden.

Claudia Kuretsidis-Haider, Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, DÖW

In Kooperation mit dem GEDENKDIENST

Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.00
kinokis mikrokino #242
Whatever Happened to Gelitin

Angela Christlieb portraitiert die Künstlergruppe Gelitin, ein Quartett von fröhlich anarchistischen Quertreibern, Querulanten, Quastenschüttlern, Qualitätsfäkalierern. Das Ergebnis ist ein Dokumentarfilm, „ein Propagandastreifen für die letzte Lockerung, eine Schocktherapie für Zwangsneurotiker_innen, eine Gnackwatschn für übereifrige Überichs.“

Whatever Happened to Gelitin (A 2016). Regie: Angela Christlieb, 82 min.

Anschließend Diskussion mit Angela Christlieb

Montag, 17. Juni 2019, 19.00
Erinnerung entsteht gemeinsam
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Die Gedenkstätte Waldniel-Hostert erinnert an Psychiatriepatient_innen, die während der NS-Zeit Opfer von Zwangssterilisation, Mangelernährung und »Euthanasie« wurden. Die Neugestaltung von struber_gruber geht über das Formale hinaus. Über 700 Menschen haben an ihrer Entstehung mitgewirkt. Die Publikation Erinnerung entsteht gemeinsam zeigt das Unsichtbare, Flüchtige der Beteiligungsprozesse. Im Rahmen von Interviews geht sie der Frage nach, wie die Mitwirkenden ihre Beteiligung sehen.

Klaus Gruber, Katharina Struber, Künstler_innen struber_gruber
Martin Krenn, Künstler
Inge Manka, Architektin
Moderation: Renate Höllwart, Kunstvermittlerin, schnittpunkt

struber_gruber (Hg.): Erinnerung entsteht gemeinsam. Die Neugestaltung der Gedenkstätte Waldniel-Hostert. Mandelbaum, Wien 2019

Dienstag, 18. Juni 2019, 19.00
Das Psychologische ist politisch
feminismen diskutieren

Im Rahmen der zweiten Frauenbewegung setzten sich in den 1970er Jahren Wiener Psychologinnen kritisch mit ihrer Profession auseinander und entwickelten alternative, an die Bedürfnisse von Frauen angepasste psychosoziale Angebote sowie Theorien und Methoden, die teils in universitäre Lehre Eingang fanden. Mitarbeiter_innen des Forschungsprojekts The Psychological is Political setzen sich mit diesem Spannungsfeld zwischen Aktivismus, Projektarbeit und Universität auseinander.

Elisabeth Parzer, Psychologin, Institut für angewandte Psychologie
Max Beck, Student der Psychologie
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Mittwoch, 19. Juni 2019, 19.00
Max Zirngast: Die Türkei am Scheideweg
Buchpräsentation

Der Journalist, Politikwissenschafter und Aktivist Max Zirngast hat zahlreiche Artikel zur politischen Lage in der Türkei, den USA und Europa verfasst. Der neue Band Die Türkei am Scheideweg versammelt seine Schriften und liefert Hintergründe zu den Umständen seiner Inhaftierung sowie seines laufenden Prozesses in Ankara. Wie steht es um die Demokratie, Redefreiheit und Rechtsstaatlichkeit, sowie um Möglichkeiten politischen Engagements in Zeiten der autoritären Wende? Und wie beziehen sich Künstler_innen auf diese Situation?

Berivan Aslan, Politik- und Rechtswissenschafterin, WU Wien
Johanna Bröse, Sozialwissenschafterin, Tübingen / Berlin
Shabnam Chamani / Ezgi Erol / Antonio Semeraro, Künstler_innen, Installation „Briefgeheimnis“, Wien
Stephan Vesco, Rechtswissenschafter, Universität Wien

Solidaritätskampagne #FreeMaxZirngast (Hg): Die Türkei am Scheideweg und weitere Schriften von Max Zirngast. Edition Assemblage, Münster 2019

Montag, 24. Juni 2019, 17.00
Das radikaldemokratische Museum
Workshop und Buchpräsentation

Im Hinblick auf eine Neudefinition des Museums aktualisiert Nora Sternfeld Ansätze aus Museologie, Vermittlung und Erinnerungskultur in radikaldemokratischer Weise. Die Texte des Bandes verfolgen Strategien, die das Archiv herausfordern, Museumsraum aneignen, alternatives Wissen produzieren und Bildung neu denken. Das Museum wird dabei zu einem Versammlungsraum, der es erlaubt, sich damit auseinanderzusetzen, was geschehen ist, darüber zu verhandeln, was dies für die Gegenwart bedeutet und wie sich eine Zukunft imaginieren lässt, die mehr ist, als bloß die Verlängerung der Gegenwart.

Nora Sternfeld, Kunsttheoretikerin und Philosophin, Uni Kassel im Gespräch mit:
17.00 – 17.45 Anna Wieder, Philosophin, Uni Wien
17.45 – 18.30 Clemens Rettenbacher, Politiktheoretiker, Uni Wien
18.45 – 19.30 Barbara Reisinger, Kunsttheoretikerin, Uni Wien
19.30 – 20.15 Christoph Chwatal, Kunsttheoretiker, Uni Köln
Moderation: Matthias Flatscher, Uni Wien

Nora Sternfeld: Das radikaldemokratische Museum. De Gruyter, Edition Angewandte: Berlin 2018

Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00
Vivian Maier und der gespiegelte Blick
Buchpräsentation

Die Entdeckung der 2009 verstorbenen US-amerikanischen Fotografin Vivian Maier schrieb Schlagzeilen. Internationale Ausstellungen, Fotobände und Dokumentarfilme erzählen die Geschichte der zu Lebzeiten ungesehenen Künstlerin. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung von Maiers Oeuvre und seiner Rezeption stellt jedoch noch ein wesentliches Forschungsdesiderat dar. Der vorliegende Band nähert sich Maiers Arbeiten werkanalytisch und sucht als Gegenantwort zur medialen Mythologisierung von Maier als „Nanny Photographer“ nach dem feministischen Tenor und künstlerischem Selbstverständnis in ihren Selbstporträts.

Nadja Maria Köffler, Kultur- und Bildungswissenschafterin, Innsbruck

Nadja Maria Köffler: Vivian Maier und der gespiegelte Blick. Fotografische Positionen zu Frauenbildern im Selbstporträt. transcript 2019

Mittwoch, 26. Juni 2019, 19.00
Illiberal!
Diskussion und Heftpräsentation

Die liberale Demokratie, eine Errungenschaft des politischen Aufklärungsdiskurses, gerät zunehmend unter die ideologischen Räder neuer Autoritarismus- und Faschismusformen. Durch welche konkreten Mittel lässt sich diese fortschreitende Politik der Spaltung aufhalten? Inwiefern bedingen zunehmende Globalisierung und Digitalisierung Entwicklungen, die mit einem liberalen Menschenbild unvereinbar sind? Und wie muss sich die Freiheit der Kunst neu justieren, um nicht selber einem Klima steigender Liberalitätsbeschränkung zuzuarbeiten?

Christian Höller, Kunstkritiker, Springerin, Wien
Ana Teixieria Pinto, Kulturtheoretikerin, Berlin
Natascha Sadr Haghighian, Künstlerin, Bremen

Springerin. Heft 2/2019: Illiberal!

Freitag, 28. Juni 2019, 19.00
6 Kilometer Stadt
Vorträge und Podium

Zwei kontroverse und komplementäre Visionen für die Trasse der Westbahn in Wien. Dieses letzte, große Bahnareal in der dicht bebauten Stadt wird in der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen. Wie kann die Entwicklung die Chancen wahren, die sich für die Bevölkerung der angrenzenden Bezirke und für die gesamte Stadt eröffnen? Welche Vorstellung von Stadt soll hier Realität werden, und wie gelingt es, dass die Realität nicht jede Vision überrollt?

Impulsreferate:
Michael Hofstätter, Architekt, pauhof
Lilli Lička, Landschaftsarchitektin, Universität für Bodenkultur, Wien

Podium:
Walter Chramosta, Architekturwissenschafter und Stadtplaner
Hermann Czech, Architekt
Bettina Götz, Architektin, ARTEC Architekten, UdK Berlin
Karin Raith, Architektin, Landschaftshistorikerin, Universität für angewandte Kunst Wien

Eine Veranstaltung der ÖGfA – Österreichichsche Gesellschaft für Architektur