Veranstaltungen

Freitag, 20. April 2018, 19.00
Work, Art & a Good Life #1
Lecture and Panel

What is artistic work? What kind of worker is an artist? Could it be a paradigm for post-industrial work-relationships? And if so, would this point towards creative liberation or neoliberal self-exploitation? What utopian potential can we find today in an 'Avantgardist' fusion of art and life?

19.00 Towards an Emancipatory Reconciliation of 'Art' and 'Life'
Michael Hirsch, philosopher, political scientist, Munich

20.00 Case examples, analysis and reflection about the current working conditions of the freelance dance and performance artists in Vienna
Anita Kaya, choreographer, performer, Im_flieger – Free Space and Experimental Ground for Dance, Performance and Transmedia Art, Vienna
WIENER PERSPEKTIVE/working group SALARY LEVELS - WP open platform of the independent dance/performance/theatre scene in Vienna

Moderation: Kilian Jörg, philosopher, Vienna

Samstag, 21. April 2018, 15.30
Faschismus, jetzt auch in Farbe – Teil 2:
Nazis und ihr Krieg im Spielfilm heute

Die Tagung gilt Spielfilmen, die in Massen- und Mainstreamkontexten auf den Zweiten Weltkrieg zurückblicken – in Soziotopen, die politisch wie medial verschieden sind (ohne gleich national cinemas zu sein). Mehr als um "Kriegsfilm" geht es um Wahrnehmungen zu totalitärer Macht und demokratischer Artikulation, historischer Agency und Genderbeziehungen, Holocaust, Rassismus, Kolonialgewalt, Flucht. In ihren ideologischen und formalen Setzungen inszenieren die Filme ihre Gegenwart mit: ein Heute, geprägt von nationalautoritärem Regieren (kurz vor 100. Jahrestagen erster "Ereignisse" der historischen Faschismen).

15.30 Einleitung

16.00 Männerbünde mit Mission und heilige Frauen im totalen Krieg. Symptom-Lektüren rezenter Zweiter Weltkriegs-Filme aus den USA und Russland
Andrey Arnold, Filmkritiker, Die Presse, Wien
Martin Thomson, Filmkritiker, Filmkurator, Filmwissenschafter, Wien
Moderation: Drehli Robnik

17.30 Ohne uns. Ein Monochrom der Entfernungen in den Kriegsfilmen aus dem neuesten Ungarn
Amália Kerekes, Germanistin, ELTE Budapest
Moderation: Béla Rásky, Zeithistoriker, VWI


18.30 National/Socialist/Democratic: Zeit-Rechnungen, Volks(ver)zählungen und "NGO-Wahnsinn" im britischen Kriegsfilm (zwischen Dunkirk und Churchill)
Drehli Robnik, Theoretiker zu Film & Politik, Wien-Erdberg
Moderation: Sara Vorwalder, Medien- und Kulturwissenschafterin, Wien

19.30 Vom obszönen Zeit-Bild zur digitalen Medien-Heterotopie: Transnationales Kino und Zweiter Weltkrieg in Afrika
Ivo Ritzer, Film- und Medienwissenschafter, Universität Bayreuth
Moderation: Joachim Schätz, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft, Wien


Veranstaltungskonzept Drehli Robnik für PolitikProjektionen–>Viel*im*Film
und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien – VWI

ABSAGE: Die für 23.4. geplante Buchvorstellung "Eine Erledigung" muss leider verschoben werden.
Der neue Termin wird sobald wie möglich bekanntgegeben.

Binjamin Segel lieferte 1924 mit seiner „Erledigung“ der Protokolle der Weisen von Zion, welche als ‚Bibel‘ der Antisemiten gelten, einen Überblick über deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte, und konnte auch nachweisen, aus welchen Texten sich die Urheber des antisemitischen Pamphlets bedienten, um den Plan einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung zu entwerfen.

Franziska Krah, Historikerin, Herausgeberin


Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung. Herausgegeben und kommentiert von Franziska Krah.ça ira Verlag, Freiburg/Wien 2017

Mittwoch, 25. April 2018, 19.00
The way out. 15 years Ztohoven
Presentation and talk

Eine live in den tschechischen Wetterkanal eingespielte Atomexplosion, die Überlistung von Behörden durch gefakte Personalausweise, das Verschicken der tschechischen Präsidentenflagge. Mit Aktionen wie diesen sorgt das tschechische Künstlerkollektiv Ztohoven seit 15 Jahren für Verwirrung, aber auch Empörung.

A nuclear explosion cut into a livestream of public TV weather forecast, teasing authorities through fake personal documents, replacing the presidential flag from Prague Castle with a pair red boxer shorts, Interventions like these of the Czech artists’ collective Ztohoven have been a cause for irritation for the past 15 years.

Otto Horsi, Petr Žílka, artists, Zthoven - „The way out“, Prag

Donnerstag, 26. April 2018, 19.00
Klasse in der Populärkultur
Vortrag

Das Auftauchen der „neuen Unterschicht“ im Reality-Fernsehen und die Intimisierung ihrer Lebensweisen gehört mittlerweile zum Fernseh-Alltag. Dabei handelt es sich um bestimmte Inszenierungen und Narrativisierung der Angehörigen aus der sogenannten „unteren Klasse“. Wie werden mit der Darstellung von klassenspezifischen Verhaltensweisen die Protagonist_innen auf
ihre Stellung im sozialen Raum verwiesen und welche sozialen Folgen gehen mit diesen Repräsentationen einher?

Irmtraud Voglmayr, Medienwissenschafterin, Universitäten Wien/Salzburg/BOKU Wien

Eine Veranstaltung vom Referat für Working Class Students der ÖH

Freitag, 27. April 2018, 19.00
Conversations as Research as Art after Art
Discussion

What is war? Why do we need money? What do you dream of? What do you fear? These are some of the questions Dejan Kaludjerović asked children from different socio-economic backgrounds in Austria, Azerbejian, Iran, Israel, Russia and Serbia. The output mirrors the contemporary world with all its violence, contradictions, clichés and fears, but also makes place for occasional surprises or even hope in the next generation. Dejan Kaludjerović’ open-ended, research-driven artwork Conversations and the eponymous book lead to discuss the role of research-based art and the insights it produces, especially as an alternative to other forms of artistic meaning-making and expression.


Jelena Petrović, art theorist and curator, Belgrade/Vienna
Mohammad Salemy, critic, artist and curator, Berlin
Klaus Speidel, philosopher, critic and curator, Vienna
Moderation: Barbara Reisinger, art historian, critic, editor, Vienna/Basel

 

Dejan Kaludjerović: Conversations. Verlag für moderne Kunst, Wien 2018
Dejan Kaludjerović:
Conversations. Ausstellung bis 30.9.2018, Weltmuseum Wien

Dejan Kaludjerović
Mittwoch, 02. Mai 2018, 19.00
Stein des Anstoßes
Wolfram P. Kastner im Gespräch

Seit Jahrzehnten greift der Künstler Wolfram P. Kastner mit seinen Aktionen im öffentlichen Raum dort ein, wo das Erbe des Nationalsozialismus, Kriegsverbrechen und Antisemitismus aus dem öffentlichen Gedenken ausgeblendet wird. So hat er unter anderem mit dem Künstler Martin Krenn auch in Salzburg für Wirbel gesorgt, durch eine Aktion rund um eine heuchlerische Ehrentafel für Theodor Herzl. Seine Arbeit soll, gerade im Gedenkjahr 1938, auch an die politische und gesellschaftliche Verantwortung der Kunst appellieren.

Wolfram P. Kastner, Künstler, München
Gesprächsleitung: Martin Krenn, Künstler, Wien

Donnerstag, 03. Mai 2018, 19.00
Museum wirkt. Kulturvermittlung gestaltet.
Diskussion

Besucher_innenzahlen sind in der medialen Rezeption von Museen und Ausstellungen der wichtigste Indikator für Erfolg. Doch wie ist es um die Wirkungsmacht der Museen tatsächlich bestellt, wie sehr können sie ihr Publikum erreichen? Der Kulturvermittlung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Aber welche gestalterische Kraft darf sie entfalten? Ist Erfolg eine Frage der Haltung?

Wencke Maderbacher, ICOM CECA Austria, Vardemuseerne
Sandra Malez, Österreichischer Verband der KulturvermittlerInnen, Oberösterreichisches Landesmuseum

Eine Veranstaltung des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen und ICOM CECA Austria.

Montag, 07. Mai 2018, 19.00
„Objektivierung“ der Frau in der Kunst?
Vortrag

Wie tauglich ist der Begriff „Objektivierung“, um die Darstellung von Frauen in der Kunst zu kritisieren? Dies überprüft Anna Angela Libal, indem sie die Verwendung weiblicher Figuren für Allegorien und Personifikationen im 19. Jahrhundert analysiert. Im Vergleich mit feministischen Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert soll die Qualität der Darstellungsweise verdeutlicht werden.

Anna Angela Libal, Kunsthistorikerin, Wien

Dienstag, 08. Mai 2018, 19.00
Ethnologische Museen im 21. Jahrhundert
feminismen diskutieren

Die kritische Reflexion der kolonialen Vergangenheit Europas, der Entstehungskontext von Sammlungen und ethnologischen Museen in der kolonialen Ära, und damit einhergehend die Infragestellung von Museen als ‚objektive‘ Wissensinstitutionen sind Herausforderungen, denen sich ethnologische Museen im 21. Jahrhundert stellen müssen. Wie werden diese Aspekte in Wien und Berlin thematisiert?

Elisa Frei, Sozialwissenschafterin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Mittwoch, 09. Mai 2018, 19.00
Alltagsverstand und politische Bildung
Vortrag und Gespräch

Der Alltagsverstand ist ein wesentliches Element in der Hegemonietheorie Antonio Gramscis. Ausgehend von der Rekonstruktion dieses Konzepts werden die sich daraus ergebenden politischen und (sozial)pädagogischen Perspektiven diskutiert. Für diejenigen, die in den Bereichen Erziehung und Bildung emanzipatorisch handeln wollen, geht es dabei um das eigene Selbstverständnis, und damit auch um das Verhältnis zu den Lernenden, sowie um den Entwurf einer Didaktik, die die Selbsttätigkeit in den Fokus einer politischen „Bildung im Alltag“ rückt.

Uwe Hirschfeld, Sozialwissenschafter, Evangelische Hochschule Dresden im Gespräch mit
Ingo Pohn-Lauggas, Kulturwissenschafter, Universität Wien

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kulturanalyse - aka und dem Verband der Österreichischen Volkshochschulen

Montag, 14. Mai 2018, 19.00
Bewährungsprobe #22
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion.

Den Ausgangspunkt in Edith Payers Arbeit bilden gefundene Materialien und Werkstoffe, die objekthaft so in Form gebracht werden, dass sie neue Diskurse schaffen.
Mit Fotografie und Video sucht Lea Titz nach vom Menschen Übersehenem im städtischen Alltag. Diese Beobachtungen werden zu poetischen und manchmal ironischen Bildern.


Edith Payer, Künstlerin, Wien
Lea Titz, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

In Kooperation mit der Künstler_innengruppe baer

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00
The Sound of Österreich
Podiumsdiskussion

Seit Zeiten der Monarchie bis in die Gegenwart wird in Österreich mit Musik Identitätspolitik betrieben. Sichtbar wird das schon in Genrebezeichnungen wie Wiener Klassik, Wiener Walzer, Austropop und auch dem Neologismus Schnitzelbeat. Die Rede vom „Musikland Österreich“ ist Teil der Mythenbildung rund um die „Kulturnation“. Diese wird in Kampagnen der Tourismusindustrie gerne vermarktet und taucht im Moment auch in der konkreten politischen Debatte wieder verstärkt auf.

Anita Mayer-Hirzberger, Musikwissenschafterin, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Martina Nußbaumer, Historikerin, Wien Museum
Al Bird Sputnik, Subkulturforscher, Trash Rock Archives
Moderation: Christian König, Historiker, Universität Wien

In Kooperation mit VIS Vienna Shorts im Rahmen der Ausstellung SHAPING DEMOCRACY

Donnerstag, 17. Mai 2018, 19.00
Der Gipfel – Performing G20
kinoki mikrokino #232

Der Gipfel – Performing G20 (D 2017), R: Rasmus Gerlach, 77 min

Rasmus Gerlach taucht Anfang Juli 2017 mit einem Team von fünf Kamera-Leuten tief in das Protest-Geschehen rund um den G20-Gipfel in Hamburg ein. Auf den Straßen finden Protest-Performances als neue Form des Demonstrierens viel Anklang, doch die bunten Szenen werden bald von den Bildern der Gewalt-Eskalation überschattet. Das Filmprojekt holt die interessanten Momente der Aktionskunst auf den Demonstrationen wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zurück und entwirft ein komplexes Bild der Gipfel-Tage, die Hamburg weltberühmt machten.

Anschließend Gespräch mit Rasmus Gerlach

Mittwoch, 23. Mai 2018, 19.00
Zur Kritik der Weiblichkeit
Buchbesprechung

„Nichts muss den Frauen so angelegen sein, als gegen die Abstraktion zu kämpfen, in die sie beständig durch das männliche Denken verwandelt werden.“ Rosa Mayreder hat grundlegende Fragen zu Machtverhältnissen, Gewaltformen und Sexualität gestellt wie kaum eine andere Feministin ihrer Zeit. Zu ihrem 160. Geburtstag versammelt Eva Geber eine Reihe ihrer Essays, die zwischen 1905 und 1923 erschienen sind und sich radikaler als beispielsweise die Standpunkte Simone de Beauvoirs in Das andere Geschlecht zeigen.

Eva Geber, Kulturpublizistin, Autorin, Grafikerin
Gesprächsleitung: Petra Unger, Kunst- und Kulturvermittlerin, feministische Stadtforscherin

Eva Geber (Hg): Rosa Mayreder. Zur Kritik der Weiblichkeit. Essays. Mandelbaumverlag, Wien 2018 (in Vorbereitung)

Samstag, 26. Mai 2018, 19.00
Sarah Maldoror: Portrait – Revolte – Kino
Filmpräsentationen und Diskussion

Sarah Maldoror zählt zu den wichtigsten Filmemacherinnen des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora. Sie fand ihren Weg zum Kino über das Theater und die Befreiungsfronten in Angola und Guinea-Bissau. Konsequent kritisiert sie leere Diskurse vom „revolutionären Kino“ und nennt ihre Werke cinéma utilitaire. Die Portrait-Arbeiten speisen sich aus dem Austausch mit und der Liebe zu Poesie und Malerei. So entsteht eine Sammlung feinsinniger Darstellungen revolutionärer Charaktere und Formen.

Christian Kravagna, Postcolonial Studies, Akademie der bildenden Künste Wien
Viktoria Metschl, Filmwissenschafterin, Wien

Léon G. Damas (F 1995), R.: Sarah Maldoror, 26 min
Eïa pour Césaire / Papa Césaire (F 2009), R.: Sarah Maldoror, 58 min
Toto Bissainthe (F 1984), R.: Sarah Maldoror, 5 min
Vlady – Peintre (F 1989), R.: Sarah Maldoror, 24 min

Eine Veranstaltung im Rahmen der Retrospektive zu Sarah Maldorors Werk im Filmmuseum

Dienstag, 29. Mai 2018, 19.00
Vergessen? Niemals!
Buchpräsentation

Die Ausstellung Niemals vergessen! wurde 1946 im Wiener Künstlerhaus gezeigt und zählt zu den wichtigsten Kunstschauen der Nachkriegszeit. Als erste ihrer Art setzte sie sich dezidiert mit dem Nationalsozialismus in Österreich auseinander. Nun wurde die Ausstellung analytisch inhaltlich von Heidrun-Ulrike Wenzel rekonstruiert. Herbert Peter hat die Ausstellung virtuell wieder zum Leben erweckt.

 

Herbert Peter, Architekt Heidrun-Ulrike Wenzel, Kunsthistorikerin


Heidrun-Ulrike Wenzel: Vergessen! Niemals! Die antifaschistische Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus 1946. Mandelbaum Verlag, Wien 2017

Montag, 04. Juni 2018, 19.00
Bewährungsprobe #23
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion

Durch Noële Odys Skulpturen werden nicht selten die Betrachter_innen herausgefordert und ebenso in Szene gesetzt.

Seit 2015 arbeiten Ana de Almeida und Stephanie Misa zusammen. Ihr Projekt Archipelago Mountain behandelt Landschaft als formale und formlose Verteilung von Elementen.

Noële Ody, Künstlerin Ana de Almeida,
Stephanie Misa, Künstlerinnen
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

In Kooperation mit der Künstler_innengruppe baer

Dienstag, 05. Juni 2018, 19.00
raum_innen und außen
feminismen diskutieren

Im fluiden Raumverständnis von Katharina Heinrich ist Raum ein Prozess sozialer Handlungen und Bewegungen und Skulptur ein aus Raum- und Körperrelationen verdichteter, stets offener und wandelbarer Prozess. Im Akt des Dekonstruierens stellt sie ungewohnte Raum-Körperbezüge her, unterwandert normative Strukturen und legt kontinuierlich herrschende Macht-, Besitz- und Geschlechterverhältnisse frei.

Katharina Heinrich, Künstlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Donnerstag, 07. Juni 2018, 19.00
Die Kunstwelt nach dem „Anschluss“
Podiumsgespräch

Der sogenannte „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 brachte auch für die Kunst tiefgreifende Einschnitte. Obwohl die nationalsozialistische Zeit von Künstler_innenvereinigungen wie zum Beispiel dem Künstlerhaus, der Secession, der VBKÖ oder dem Hagenbund aufgearbeitet wurde, ist die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Verhalten zahlreicher heimischer Kunstschaffender im Nationalsozialismus bis heute unwillkommen. Nicht wenige haben noch Jahrzehnte nach der NS-Zeit öffentliche Aufträge und hohe staatliche Auszeichnungen erhalten, während andere Existenzen zerstört worden sind.

Julia Wieger, Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs VBKÖ
Paul Rachler, Künstlerhaus Archiv
Harald Krejci, Belvedere 21, Forschungsprojekt Hagenbund
Moderation: Veronika Floch, Kunsthistorikerin

Dienstag, 12. Juni 2018, 19.00
The Way of Water
Videoprojection and project presentation

The Way of Water is an art project, dedicated to the bond that appears between human societies around the world and water as a symbol, an element, an entity and source of life. Based on a performance realized and recorded on video in Venice in 2015 artists at other places responded to invitation with their own enactments and recordings, corresponding to their own local experiences and attitudes toward water.

Davide Skerlj, artist, Triest
Introduction: Vasja Nagy-Hofbauer, curator, Triest / Vienna

Donnerstag, 14. Juni 2018, 19.00
You Can’t Be Neutral On A Moving Train
kinoki mikrokino #233

Der Versuch, Howard Zinn’s Leben in 78 Minuten zu porträtieren, hätte nur zu leicht scheitern können. Die politischen Interventionen des rastlosen Menschen, der keine Neutralität kennt, sind facettenreich: Werftarbeiter in New York, Kampfflieger im 2. Weltkrieg, Professor für Geschichte in den bürgerrechtsbewegten Südstaaten der frühen 1960er, Anti-Vietnamkriegsaktivist, Gewerkschafter, Intellektueller und Autor einer umfassenden Geschichte der USA aus der Perspektive der Ausgebeuteten und Marginalisierten. Doch der Versuch ist geglückt.

Howard Zinn: You Can't Be Neutral On A Moving Train. Eine amerikanische Lebensgeschichte (USA 2004), R: Deb Ellis & Denis Müller, 78 min., OmdtU.

Montag, 18. Juni 2018, 19.00
Agieren und Handeln
Buchpräsentation

Ausgehend von Freuds Begriff des unbewussten Agierens spannt Alice Pechriggl ein semantisches Feld auf, in dem das Begriffspaar »Freiheit zu Handeln – Zwang zu Agieren« mit dem überkreuz gelegten Begriffspaar »freies Agieren – Handlungszwang/ Zwangshandlung« verknüpft wird.

 

Karoline Feyertag, Philosophin

Alice Pechriggl, Philosophin

 

Alice Pechriggl: Agieren und Handeln. Studien zu einer philosophisch-psychoanalytischen Handlungstheorie. Bielefeld, transcript 2018

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19.00
Elmer Luchterhand
Buchpräsentation

Elmer Luchterhand, in den 1930er Jahren politischer Aktivist in den USA und während des Krieges Nachrichtenoffizier,  hat nach der Befreiung Überlebende in acht Konzentrationslagern befragt. Zurück in den USA forschte er weiter systematisch über die Lager und interviewte 52 KZ-Überlebende zu sensiblen Themen wie Diebstahls- und Sexualverhalten. 1953 schrieb er darüber eine Dissertation, die 2018 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Christian Fleck, Soziologe, Universität Graz
Andreas Kranebitter, Soziologe, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Christian Fleck, Andreas Kranebitter (Hg): Elmer Luchterhand. Einsame Wölfe und stabile Paare. Verhalten und Sozialordnung in den Häftlingsgesellschaften nationalsozialistischer Konzentrationslager. Mauthausen-Studien, Band 11, 2018