Veranstaltungen

Montag, 22. Oktober 2018, 19.00
ent/grenzen
Buchpräsentation

Die Grenze avancierte in jüngsten gesellschaftspolitischen Debatten zu einer virulenten Denkfigur. Wie verhandeln Kunst- und Kulturwissenschaften dieses komplexe und mehrdeutige Phänomen? Der Band führt Diskussionsstränge zusammen, die einer Naturalisierung und zunehmend polemischen Instrumentalisierung von Grenzen differenzierte Perspektiven entgegensetzen. Im Vordergrund steht die Befragung dichotomischer Konstruktionen eines »Wir« versus »die Anderen«.

Marcel Bleuler, Kunstwissenschaftler, Zürcher Hochschule der Künste
Anita Moser, Literaturwissenschaftlerin, Universität Salzburg und Mozarteum Salzburg

Marcel Bleuler/Anita Moser (Hg.): Künstlerische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Grenzräume, Migration und Ungleichheit. Transcript Verlag, Bielefeld 2018

Dienstag, 23. Oktober 2018, 19.00
Zur Kunsterziehung
Podium

Kunsterziehung ist ein immer wiederkehrendes Thema, wenn es um ihre Bedeutung für die Bildung – und nicht selten um ihre Reduzierung in den Stundenplänen an Österreichs Schulen geht. Die Ausbildung zur Kunsterziehung hingegen gelangte erst in letzter Zeit in öffentliche Debatten. Ist sie nun zu aller Zufriedenheit gelöst – oder besteht noch Bedarf an Verbesserungsvorschlägen, an bildungspolitischen Maßnahmen? Qualitätskriterien für das künstlerische Lehramt zu definieren ist Aufgabe der Ausbildungsstätten. Aber sollte es unterschiedliche Kriterien für die verschiedenen Schultypen geben – wenn ja, welche?

Gernot Grosz, Fachkoordinator Bildnerische Erziehung, Stadtschulrat Wien
Hans Krameritsch, Fachbereich Bildnerische Erziehung, Pädagogische Hochschule Wien
Eva Lausegger, Kunstpädagogin, BÖKWE - Berufsverband Österreichischer Kunst- und WerkerzieherInnen
Elisabeth Sattler, Kunst- und Kulturpädagogik, Akademie der bildenden Künste Wien
Moderation: Ulrike Gießner-Bogner, KulturKontakt Austria

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00
Demokratie + Medienkompetenz = Öffentlichkeit
Vortrag

Medien stellen Öffentlichkeit her – für Themen, Personen, Meinungen. In der Demokratie ist Öffentlichkeit jedoch mehr als das: Sie legitimiert Macht. Weder die Erbfolge wie in der Monarchie, noch der Wille Weniger wie in der Diktatur legitimieren die Macht, sondern das Öffentlich-Machen von Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen. Demokratische Öffentlichkeit ist daher sowohl Kontrolle von Macht als auch das Einbringen von Anliegen der Bürger_innen in diese Prozesse. Genau das sind auch die beiden Grundfunktionen der Medien in der Demokratie. Ob sie funktionieren, hängt nicht zuletzt davon ab, wie wir mit Medien umgehen.

Josef Seethaler, Kommunikationswissenschafter, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Vortragsreihe Kritische Medienkompetenz in der politischen Erwachsenenbildung in Kooperation mit der ÖGPB - Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, COMMIT und der VHS Mariahilf.

Freitag, 26. Oktober und Samstag, 27. Oktober 2018
Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie
100 Jahre österreichische Rätebewegung

1918: Der Krieg ist vorbei, die alte Welt zusammengebrochen. Hunderttausende Menschen beginnen für ein solidarisches, selbstorganisiertes Leben zu kämpfen. Gemeinsam organisieren sie sich in einer Bewegung – der Rätebewegung. Diese Konferenz widmet sich diesen Ereignissen und versucht deren Aktualität nachzuspüren.

Freitag, 26. Oktober, 18.00-22.00

Budapest, München, Wien - Rätebewegung zwischen Macht und Ohnmacht

Peter Cunderlik, Historiker, Budapest
Robert Foltin, Autor, Wien
Simon Schaupp, Soziologe, Basel
Einleitung und Moderation: Brigitte Rath, Historikerin, Wien


Samstag, 27. Oktober, 10.00-22.00


10.00-13.00
Revolution der Männer? Frauen in der österreichischen Rätebewegung
. Veronika Helfert, Historikerin, Wien
Psychoanalyse und Rätebewegung. Helmut Dahmer, freier Publizist, Wien

14.00-17.00
Räte als Werkzeug zur Selbstorganisation und sozialer Veränderung am Beispiel Großraum Wien. Peter Haumer, Behindertenbetreuer, Wien
Das jüdische Proletariat in der österreichischen Rätebewegung. Mario Memoli, Historiker, Wien
Theorie und Perspektive der Räte. Jens Benicke, Politologe, Freiburg
Radikale Gleichheit: Zur konkreten Utopie der Räteidee. Anna Leder, Physiotherapeutin, Wien

17.30- 18.30
Schreiben für die Revolution, aktivistische Schriftsteller_innen und Zeitungsprojekte in der Zeit des revolutionären Umbruchs. Eva Schörkhuber, Literaturwissenschaftlerin / Andreas Pavlic, Autor, beide Wien

18.30-22.00 Pannekoeks Katze, die Sache mit den Räten. Papiertheater Kollektiv Zunder

Tagung der Initiative Rätebewegung

Montag, 29. Oktober 2018, 19.00
Behemoth und der Weltmarkt
Vortrag

Mit Behemoth verdeutlichte Franz Neumann, wie der - sich als total einheitlich propagierende, nationalsozialistische Staat - in Wahrheit durch die Konkurrenz mächtigster sozialer Cliquen gekennzeichnet war. Die Frage nach deren Einheit, nämlich der Vernichtung der Juden, ließ er allerdings weitgehend unbeachtet. Alfred Sohn-Rethel wiederum zeigte, wie die Autarkiebestrebungen der nationalsozialistischen Witschaftspolitik auf die Folgen der Weltwirtschaftskrise reagierten und zugleich den Vernichtungskriegs vorbereiteten. Analog dazu hat die Autarkiepolitik des politischen Islam im Iran inzwischen die für die Existenz Israels bedrohlichste Form angenommen.

Gerhard Scheit, Essayist, Herausgeber der Zeitschrift sans phrase

Montag, 05. November 2018, 19.00
Hope
Buchpräsentation

In Hope fragen die Autorinnen nach den ungleichen Bedingungen der Hoffnung. Aufbauend auf drei ethnographischen Forschungen zeichnen sie die Spuren von Menschen nach, die in ihrem Hoffen eigene Grenzen sowie Europas Grenzen überschreiten. Die Texte und Fotografien erzählen von Leihmüttern in Moskau, die Kinder für europäische Wunscheltern austragen, von leberkranken Patient_innen in Deutschland, die auf ein lebensrettendes Organ hoffen, und von migrierenden und flüchtenden Menschen, deren Hoffnungen an Europas Küsten zerschellen.

Sarah Hildebrand, Fotografin und Künstlerin, Hamburg
Gerhild Perl, Sozialanthropologin, Universität Bern
Julia Rehsmann, Sozialanthropologin, Universität Bern
Veronika Siegl, Sozialanthropologin, Universität Bern

Sarah Hildebrand, Gerhild Perl, Julia Rehsmann, Veronika Siegl: Hope. Christoph Merian Verlag, Basel 2018

Dienstag, 06. November 2018, 19.00
Die Akademie geht in die Schule
Projektpräsentation

Am Abschluss der fünfjährigen Projektarbeit AgidS - Akademie geht in die Schule an der Akademie der bildenden Künste Wien steht die Broschüre Bricolage: ein Glossar der Praxis, gespeist aus Situationen, Krisenerfahrungen und Lernprozessen. Dem Projekt geht es um den Versuch, gemeinsam mit Kooperationspartner_innen strukturbildende Maßnahmen zur Öffnung der Akademie zu entwickeln und zu setzen, die unterrepräsentierten Gruppen das Studium ermöglichen sollen.

Barbora Chen / Esther Ojo / Anna Pritz, Institut für das künstlerische Lehramt
Antje Lehn, Institut für Kunst und Architektur
Ruth Sonderegger, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften

Mittwoch, 07. November 2018, 19.00
»Global Art History«
Buchpräsentation und Diskussion

Der kontrovers diskutierte Begriff einer globalen Kunstgeschichte steht im Fokus: Es geht um Standortbestimmungen, politische Interessen, theoretische Fundierungen und methodische Klärungen – und nicht zuletzt darum, wie Kunstgeschichten außerhalb euro-amerikanischer Kontexte gedacht und geschrieben werden.

 

Julia Allerstorfer, Institut für Geschichte und Theorie der Kunst, Linz
Jens Kastner, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Wien
Ebba Koch, Asiatische Kunst, Institut für Kunstgeschichte, Univ. Wien
Christian Kravagna, Postcolonial Studies, Akad. d. bild. Künste Wien
Monika Leisch-Kiesl, Kunstwissenschaft und Ästhetik, Kath. Privat-Universität Linz
Moderation: Matthias Michalka, Kurator, mumok

 

Julia Allerstorfer / Monika Leisch-Kiesl (Hg.): »Global Art History«. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft. transcript Verlag, Bielefeld 2017

Julia Allerstorfer / Monika Leisch-Kiesl (Hg.): Global Art History. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft. transcript Verlag, Bielefeld 2017

Freitag, 9. bis Samstag, 10. November 2018
Heil versprechen en detail
Gesten der Ent-täuschung in Politik und Theorie

Längst sind es nicht mehr nur Religionen, die Erlösung versprechen: Waren, Bilder, Technologien, Theorien, politische Bewegungen stellen ein Leben in Aussicht, das reiner, erfolgreicher, ganzheitlich, weniger schambeladen ist, als dasjenige, das allzu menschlich geführt wird. Nicht erst in jüngster Zeit ist es eine hochwirksame politische Geste, das Heilsversprechen des je anderen zu denunzieren: Als strategischen Betrug, als uneinlösbares Wahlversprechen, als schlichtes Unwissen, als kindischen Glauben.

Freitag, 9. November, 13.00-18.00   Medizin / Psychoanalyse

Heil(en) durch Diversität? Andrea zur Nieden, Soziologin, Universität Freiburg
(Gruppen-)Psychoanalytische Resonanzräume im Umgang mit Flucht- und Migrationserfahrungen in klinischen Settings. Ulrike Kluge, Transkulturelle Psychiatrie, Charité, Berlin
Im Erinnern liegt das Heil. Ein Versuch, die Erinnerungskultur der Psychoanalyse durchzuarbeiten. Christian Kläui, Psychiater und Psychoanalytiker, Basel
Befreiung der Sexualität. Befreiung von Schuld. Karl-Josef Pazzini, Psychoanalytiker, Berlin

Samstag, 10. November, 9.30-13.00  Theologie / Befreiung / Moderne

Die verwandelte Gewalt. Politik, Tod und Leben im frühchristlichen Martyrium. Sandra Lehmann, Philosophin, Wien
„Befreiung“ statt „Erlösung“? Zur Kontroverse über das politische Heilsverständnis der lateinamerikanischen Befreiungstheologie. Franz Gmainer-Pranzl, Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen, Universität Salzburg
Utopieexport – Heilimport. Kolonialität und Befreiung. Karin Harrasser, Kulturwissenschaft, Kunstuniversität Linz

14.30-19.00  Aktuelle Problemlagen

Am Verächtlichen hängen: Zum Phänomen „Messie-Sendung“. Insa Härtel, Kulturwissenschaft, International Psychoanalytic University Berlin
Documenta(e). Heil durch/trotz Vermittlung. Daniel Tyradellis, Philosoph, freier Kurator
Tradition als Heilsversprechen, z.B. in der Bundeswehr. Olaf Sanders, Erziehungswissenschaft, Universität der Bundeswehr, Hamburg
Theoretisch heilsam. H. Rosas Resonanztheorie als Beispiel wissenschaftlicher Heilsversprechen. Sonja Witte, Kulturwissenschafterin, Berlin

In Kooperation mit der Kunstuniversität Linz und der International Psychoanalytic University Berlin

Dienstag, 13. November 2018, 19.00
Klitorides auf Zeitreise im Westen der Welt
feminismen diskutieren

Viele Jahrhunderte lang, bis zu ihrer "Wiederentdeckung" 1998, wurden Klitorides von der Bildfläche der Fachliteratur verdrängt. Klein und gleich gemacht. Unter- bis gar-nicht-repräsentiert. Niemand wusste Bescheid. Mit einer Ausnahme: Feministische Kollektive in den 1970ern. Über Biopolitik, kulturelle Geschlechter-Produktion und die Fiktion von zwei Geschlechtern, über Klitoris als Aspekt eines vielschichtigen Phänomens, das Sex genannt wird, Medizintechnik à la Queer, Klitoris-Werden und sexuelles Wesen-Sein.

Christina Goestl, Medienkünstlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Mittwoch, 14. November 2018, 19.00
Ohne Prozess
Buchpräsentation

Wie freiheitlich ist eine sich auf die Werte der Aufklärung berufende Gesellschaft, wenn sie ihren Gegner_innen ein faires Verfahren vorenthält? Und wer sind die Terrorist_innen, deren bloßes Erscheinen die Grundfesten des Rechtsstaats zu Fall zu bringen drohen? Josef Alkatout erforscht die Grundlagen des Konflikts zwischen islamischen Rebellen und der westlichen Welt, hinterfragt das entmenschlichte Selbstverständnis einer Moral des Tötens, findet aber auch engagierte Demokratieverfechter_innen, die sich der Aushöhlung des Rechtsstaats mutig entgegenstellen.

Josef Alkatout, Völkerrechtler, Universität Genf

Josef Alkatout: Ohne Prozess. Die Entrechtung unserer Feinde im Kampf gegen den Terror. Promedia Verlag, Wien 2018

Donnerstag, 15. November 2018, 19.00
Ausstellungshonorare: Das Berliner Modell
Vortrag und Diskussion

Unter der Devise pay the artist now! tritt die IG Bildende Kunst für eine angemessene Bezahlung künstlerischer Arbeit ein. Weltweit sind ähnliche Initiativen zu beobachten: Künstler_innen organisieren sich, verabschieden Honorarrichtlinien, setzen damit neue Standards. In Berlin sind seit 2016 Ausstellungshonorare in den kommunalen Galerien und in allen vom Land Berlin geförderten Ausstellungen verankert, weitere Ausstellungsräume haben sich dieser Regelung angeschlossen. Wie funktioniert das Berliner Modell? Was kann aus diesem Beispiel guter Praxis aufgegriffen werden?

Heidi Sill, Künstlerin, berufsverband bildender künstler*innen berlin
(bbk berlin)
Moderation: Vasilena Gankovska, Künstlerin, IG Bildende Kunst

In Kooperation mit der IG Bildende Kunst.

Freitag, 16. November 2018, 16.00 – 18.00
mica focus:
Concert Promotion & Risk-Taking

„We shouldn’t be rummaging around in comfort zones“ claimed conductor Nikolaus Harnoncourt. This willingness to take risks is demonstrated by many musicians at the Festival Wien Modern 2018. But how about the willingness to take risks among the promoters? How are music and cultural managers, concert halls and festivals dealing with the factors risk and security?

Christos Carras, Director Onassis Cultural Centre Athen
Ruth Goubran, Community Affairs & Sponsoring, Erste Bank
Patricia Kopatchinskaja, Violinist, Bern
Moritz Lobeck, Hellerau, Dresden
Jochem Valkenburg, Holland Festival, Amsterdam
Eleanor Ward, Nonclassical, London
Moderation: Bernhard Günther, Artistic Director, Wien Modern


A cooperation with Wien Modern and mica - music austria.

Dienstag, 20. November 2018, 19.00
Informationsfreiheit auf österreichisch
Podiumsdiskussion

Österreich zählt international zu den Schlusslichtern, was Informationsfreiheit betrifft, wobei seitens der Behörden immer wieder auf das Amtsgeheimnis und den Datenschutz verwiesen wird. Länder wie die Dominikanische Republik, der Kosovo oder Serbien, die sich erst in einer demokratischen Entwicklung befinden, sind Österreich diesbezüglich weit voraus. Wie ist die restriktive Handhabung der Auskunftspflicht in Österreich im Lichte des modernen internationalen Rechtes noch argumentierbar?

Josef Barth, Journalist, Forum Informationsfreiheit Wien
Bettina Knötzl, Juristin, Transparency International
Hans Peter Lehofer, Jurist, Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Edith Meinhart, Journalistin, Nachrichtenmagazin Profil

Mittwoch, 21. November 2018, 19.00
Politisch und feministisch Schreiben
Analyse und Diskussion

Von zeitgenössischen Beschreibungen der Verhältnisse bis zur lautstarken Selbstermächtigung: Was macht feministisches und politisches Schreiben heute aus? Welche Handlungsspielräume eröffnen Akte des Schreibens in all ihren literarischen, wissenschaftlichen und journalistischen Spielarten, wo stoßen sie an ihre Grenzen? Wie werden sprachliche Realisierungs- und Artikulationsmöglichkeiten ausgelotet? In welcher Form finden soziale Realitäten von Frauen und Kritik an politischen Zuständen Eingang in Texte?

Jelena Gučanin, Journalistin
Nadine Kegele, Schriftstellerin, Basisbildungstrainerin
Elena Messner, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin
Eva Schörkhuber, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin

Elena Messner / Eva Schörkhuber / Petra Sturm (Hg): Warum feiern. Beiträge zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. Edition Atelier, Wien 2018

Donnerstag, 22. November 2018, 19.00
Der Zirkel
kinoki mikrokino #235

Der Zirkel widmet sich in seiner jüngsten Ausgabe der Frage nach den Möglichkeiten der Rekonstruktion von Biographien vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Forschung stehen die vielfältigen Schwierigkeiten einer historischen Untersuchung der Gegenwart: unvollständige Archive, disparate Materialien und unsystematische Bemühungen von Amateurforscher_innen. Auf den Spuren eines gewissen Kurt Günther Maria Fride wird die kritische Untersuchung von bereits konstruierten Sinnstiftungen zu einer Suche nach dem Sinn dieser Konstruktionen selbst.

Peter Schreiner, Herausgeber

Der Zirkel. Über die unmögliche Möglichkeit biographischer Forschung. Halbjahresheft für Zeitgeschichte. Hg. Peter Schreiner, Muthesius Kunsthochschule/Raum der Publikation, Kiel 2018

Freitag, 23. November 2018, 19.00
Ashley Hans Scheirl
Künstler_innengespräch

Ashley Hans Scheirls Leben und Werk hinterfragt gesellschaftliche Normen und Verhältnisse im Entwurf eines erweiterten Umgangs mit der eigenen Identität und Sexualität ihrer oft medienübergreifenden Arbeiten. Der Kurator Pawel Leszkowicz fragt nach den Mechanismen des Überwindens der Geschlechter-und Genregrenzen im künstlerischen Kontext.

Pawel Leszkowicz, Kunsthistoriker, Kurator, Polen
Ashley Hans Scheierl, Künstler_in, Akademie der bild. Künste, Wien

Veranstaltung in englischer Sprache

Montag, 26. November 2018, 19.00
Kulturtransfer im Kontext des Kalten Kriegs
Vortrag

Der Ideen- und Kulturtransfer, der nach 1945 zwischen den USA und Westeuropa stattfand, wird unter dem Begriff der Westernisierung zusammengefasst. Ziel war es, prowestliche (und liberale) Kräfte zu stärken und die Gesellschaften gegen kommunistische (und antiliberale) Tendenzen zu immunisieren. Der transatlantische Prozess der Meinungsbildung hat auch auf und durch österreichische Kulturinstitutionen gewirkt. Eine genaue Beobachtung der Netzwerke und Akteur_innen macht die Wirkmächtigkeit dieses Wertetransfers sichtbar.

Veronika Floch, Kunsthistorikerin

Dissertation (in Arbeit): Österreichische Kulturinstitutionen im Kontext von Westernisierung und US-amerikanischer Kulturdiplomatie

Dienstag, 27. November 2018, 19.00
Art in a Suitcase
Presentation of a curatorial practice

Art in a Suitcase is a traveling project that experiments with the position of a curator of contemporary art within the art world and the society in general. It was launched in 2010 when the curator travelled across Europe with artworks in his small suitcase. He visited eight cities in six countries in four weeks to present these artworks. Aditionally talks about the art system, independent and self-employed curatorship, museums and art market took place. Further travels led him to Mexico, to Austria and the project goes on with future events.

Vasja Nagy-Hofbauer, Independent Curator

Mittwoch, 28. November 2018, 19.00
Hass im Netz
Vortrag und Diskussion

Auf Social Networking Sites (SNS) wie Twitter oder Facebook wettern private und öffentliche Personen zunehmend ungehemmt gegen Flüchtlinge, Ausländer oder Frauen. Die Ausweitung des Zugangs zur Öffentlichkeit auf nicht-öffentliche Personen, welche die SNS ermöglichen, wirkt hierbei verstärkend auf diesen „Hass im Netz“. Was aber ist genau unter „Hass im Netz“ zu verstehen? Was unterscheidet die Beschimpfung von Politiker_innen von der Hetze gegen Minderheiten? Wie verändert die Onlinekommunikation diese bekannten Formen symbolischer Gewalt? Und was hat all das mit „Hate Speech“ zu tun?

Liriam Sponholz,Österreichische Akademie der Wissenschaften, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Teil der Vortragsreihe Kritische Medienkompetenz in der politischen Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, der VHS Mariahilf und COMMIT.

Donnerstag, 29. November 2018, 19.00
eopictureNight10+5
Projektpräsentationen

eop, ein offenes, prozessuales Netzwerk, vereint als Brain Trust kreative und professionelle Kompetenzen und fördert als Verein interdisziplinäre Projekte in Kunst und Wissenschaft. Mit dem Format eopictureNight10+5 wird diesen Projekten eine öffentliche Plattform für Kurzpräsentationen sowie die Möglichkeit auf Feedback und Diskussion geboten.

Minna Antova, Künstlerin: public space/reminder
Michael Bachhofer, Artistic Researcher: Real
Ines Birkhan, Schriftstellerin und Performerin: Experimente im Erweiterten Literaturfeld
Synusia Casaluce-Geiger, Künstlerin: casaluce' s narrative multiverso
Andy Chicken, Künstler, Gestalttherapeut: Die Blasphemie der Dinge
Thomas Jelinek, Regisseur, Dramaturg, Projektkünstler: LABfactory, die Plattform for Advanced Arts and Science
Mara Niang, Videokünstler, Designer: Art im Dienst / Die KunstOrdination
Renate Quehenberger, Artistic Researcher: Im Dienste des Ideenreichs
Susi Rogenhofer, Künstlerin, Kuratorin, Elektronik Musikerin & Manfred Schmeczka, Sozialpädagoge, Musikschaffender: Gemeindebautöne: ein künstlerischer Protest
Johanna Tatzgern, Dance Ability-Trainerin, Projektarbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen: Verortung(en)

In Kooperation mit Emergence of Projects

Freitag, 30. November 2018, 16.30
Schreiben zu Film als/in Ding-Versammlung
Tagung

In letzter Zeit greift die Auseinandersetzung mit Film manches aus Ding-Theorien auf: Im Licht etwa von Motiv- und Agency-Konzepten erscheint "Film" als Geflecht (oder Haufen?) von Objekten – einzelne Filme, das Kino, seine Geschichte und Situationen dazwischen. Zugleich scheint es immer mehr Motiv-Objekt-Kompilationsfilme zu geben, die ein Schreiben zu Film among other things anstoßen. Was sind Moves und Positionierungen solchen Schreibens als tastendrückendes object among objects? Das umfasst nicht nur Sach-Fragen und -Zwänge, und Verdi ist nicht nur ein Komponist, sondern auch eine Gewerkschaft und der Anfang von Verdinglichung.

16.30 Das Crowd-Unding: Film-Theorie als Schreiben im Zeichen von Res-Sentiment
Drehli Robnik, Theoretiker in Sachen Film/Politik, Wien-Erdberg

18.00 Dinge drehen. Vom Film und seinem Umgang mit Objekten
Linda Waack, Film- und Medienwissenschaftlerin, FU Berlin

19.30 Dingforschung im Kino (nach Marx und Murks)
Dennis Göttel, Film- und Medienwissenschaftler, Universität zu Köln

Moderationen: Alejandro Bachmann, Autor, Vermittler, Kurator
Valerie Dirk, Institut fürTheater-, Film- & Medienwissenschaft / Diskollektiv
Joachim Schätz, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft

Konzept: Drehli Robnik für PolitikProjektionen–>Viel*im*Film und IWK

Montag, 03. Dezember 2018, 19.00
Der gefährliche Kampf um die Pressefreiheit
Vortrag

In den letzten zehn Jahren wurden weltweit knapp 700 Journalist_innen getötet. Kritische Medienberichterstatter_innen werden zu militärischen Zielen oder Opfer politischen Kalküls. Seit dem Attentat auf Charlie Hebdo schärft sich das Bewusstsein dafür, welche Gefahren Pressefreiheit birgt. Über aufsehenerregende Morde und Inhaftierungen wie in den Fällen von Anna Politkowskaja, Marie Colvin oder Deniz Yücel empört sich - zu Recht - die Weltöffentlichkeit. Unbemerkt aber bleiben oft die Schicksale der Menschen, die zwar Verfolgung und Mord entkommen konnten, aber ihrer Meinungs- und Bewegungsfreiheit beraubt sind.


Rubina Möhring, Publizistin, Reporter ohne Grenzen, Wien

 

In Kooperation mit Gedenkdienst

Dienstag, 04. Dezember 2018, 19.00
Plečnik, the City and Me
Presentation

Architect Jože Plečnik improved public space through rigorous changes in the urban environment. He connected diverse spatial elements to weave a complementary urban tissue to make cities more complex, denser and richer. Contemporary architects reference Plečnik as an inspiration for their projects in public space.

François Burkhardt, domus 1996-2000, Paris
Aljoša Dekleva/Tina Gregorič, dekleva gregorič Architekt_innen, Ljubljana
Moderation: Christian Burkhard and Bostjan Bugaric, Architectuul

Veranstaltung von Skica - Slowenisches Kulturinstitut, Architectuul und ÖGFA.

Donnerstag, 06. Dezember 2018, 19.00
Das schönste Land der Welt
kinoki mikrokino #236

Želimir Žilnik, der Großmeister des „armen Filmes“, bringt mit seinem neuesten, in Wien gedrehten Werk die Geschichten Geflüchteter und Immigrierter witzig und gewitzt, präzise und mitreißend auf den Punkt. Durch seine Arbeitsweise, das Drehbuch mit den Protagonist_innen gemeinsam zu entwickeln, ohne sie zur reinen Selbstdarstellung zu verurteilen, entstand ein authentisch gespielter Dokumentarfilm, der sichtbar und spürbar macht, wie politische Entscheidungen die Lebensentwürfe der Menschen durchkreuzen. Und was die Menschen tun, um sich das nicht gefallen zu lassen.

Das schönste Land der Welt. R: Želimir Žilnik (AT/HR/SI/RS 2018). 101 min.

Anschließend Gespräch mit Želimir Žilnik

Montag, 10. Dezember 2018, 19.00
Die Kunstwelt nach dem „Anschluss“
Podiumsgespräch

Der sogenannte „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 brachte auch für die Kunst tiefgreifende Einschnitte. Obwohl die nationalsozialistische Zeit von Künstler_innenvereinigungen wie zum Beispiel dem Künstlerhaus, der Secession, der VBKÖ oder dem Hagenbund aufgearbeitet wurde, ist die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Verhalten zahlreicher heimischer Kunstschaffender im Nationalsozialismus bis heute unwillkommen. Nicht wenige haben noch Jahrzehnte nach der NS-Zeit öffentliche Aufträge und hohe staatliche Auszeichnungen erhalten, während andere Existenzen zerstört worden sind.

Nina Höchtl, Künstlerin / Julia Wieger, Künstlerin, beide Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs VBKÖ, Sekretariat für Geister, Archivpolitik und Lücken
Paul Rachler, Archivar, Künstlerhaus
Harald Krejci, Kurator, Belvedere 21, Forschungsprojekt Hagenbund
Moderation: Veronika Floch, Kunsthistorikerin

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 19.00
LGBTIQ+ Politiken revisited
feminismen diskutieren

2014 gewann Conchita Wurst den Eurovision Song Contest, seit 2016 dürfen schwule und lesbische Paare Kinder adoptieren und bald wird die „Ehe für alle“ auch in Österreich Realität sein. Die optimistische Aussage der Kampagne It gets better scheint sich auf den ersten Blick also zu realisieren. Aber: Does it really get better? Wenn ja, für wen, zu welchen Bedingungen und mittels welcher (neuen) Ausschlüsse?


Christine M. Klapeer, Politikwissenschafterin und Queer-Theoretikerin, Göttingen/Kassel
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Freitag, 14. Dezember 2018, 19.00
Begrenzte Land(Wirt)schaft
Impuls-Vorträge und Diskussion

Die "Ressource Land" ist ein Konfliktfeld, auf das verschiedene legitime Ansprüche bestehen. Im Rahmen des rasanten Stadtwachstums und der Bodenpreisexplosionen fokussiert die Boden-Debatte auf Baulandreserven als Basis für leistbaren Wohnraum, aber auch auf Städtebau und öffentlichen Raum. Und neben den massiven Ansprüchen der klassischen Wiener Agrarbetriebe geht es Agrar-Aktivist_innen um Ernährungssouveränität und solidarisches Landwirtschaften. Nicht zuletzt braucht qualitätsvolles städtisches Leben auch ausreichend Naherholungsflächen und großzügige Freiräume.

Julianna Fehlinger, Via Campesina Austria
Michael Hofstätter, Architekt, Wien
Hermann Knoflacher, Verkehrsplaner, Wien
Lilli Lička, Institut f. Landschaftsarchitektur, Univ. für Bodenkultur Wien
Isabel Wieshofer, Referat für Landschaftsplanung und öffentlichen Raum, MA 18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung

Moderation: Gabu Heindl, Architektin, Wien, ÖGFA


Veranstaltung im Rahmen des ÖGFA Jahresprogramms 2018: Begrenzte Großstadt: Systeme, Typen, Landschaft

Montag, 17. Dezember 2018, 19.00
Bewährungsprobe#26
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# fragt jeweils zwei Künstler_innen sowohl nach den Arbeitsbedingungen als auch nach ihren künstlerischen Praxen, mit denen sie ihre Umgebung reflektieren. Anne Glassner lotet in ihren ortsspezifischen Interventionen und Schlafperformances die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem aus. Olena Newkrytas zumeist multimediale Arbeiten sind geprägt von der haptischen Präsenz unterschiedlicher Materialien und Oberflächen. Beide Künstlerinnen thematisieren auf unterschiedliche Weise die Körperlichkeiten der Betrachter_innen.

Anne Glassner, Künstlerin, Wien
Olena Newkryta, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Mittwoch, 19. Dezember 2018, 19.30
Eine Erledigung
Buchvorstellung und Gespräch

Binjamin Segel lieferte 1924 mit seiner „Erledigung“ der Protokolle der Weisen von Zion, welche als ‚Bibel‘ der Antisemiten gelten, einen Überblick über deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte, und konnte auch nachweisen, aus welchen Texten sich die Urheber des antisemitischen Pamphlets bedienten, um den Plan einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung zu entwerfen.

Franziska Krah, Historikerin, Herausgeberin
im Gespräch mit Florian Markl, Mena-Watch

Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung. ça ira Verlag, Freiburg/Wien 2017