Veranstaltungen

Dienstag, 31. Mai 2016, 19.00
Das 'Haus der Geschichte' - Sinn und Zweck
Gespräch

Zum 100-jährigen Jubiläum der Republiksgründung soll 2018 das 'Haus der Geschichte Österreich' seine Pforten öffnen. die Diskussionen darüber ziehen sich bereits über sieben Jahrzehnte. Nun gilt es, das Haus mit Inhalt zu befüllen: Welche zeitliche, räumliche und politische Perspektive müsste ein solches Haus der Geschichte abbilden? Wie ist das Projekt schließlich im europäischen state of the art von Geschichtsmuseen zu verorten?

Christian Klösch, Historiker, Technisches Museum
Stephan Neuhäuser, Historiker, Experte für internationale Forschungskooperation
Florian Wenninger, Historiker, Universität Wien

Eine Kooperation mit der GGS, der Gesellschaft für Geistes- und Sozialwissenschaften und dem BSA Bund sozialdemokratischer Akademiker

Mittwoch, 01. Juni 2016, 19.00
Darstellung von Race Relations in US-Museen
Vortrag

Auf Basis ihrer eigenen Ausstellungspraxis im Kontext von Minderheiten, Migration und Rassismus forschten die Vortragenden zu Fragen der Darstellung von Sklaverei, Rassismus und Bürgerrechtsbewegung in US-amerikanischen Museen. Wie sieht dort die Diversität musealer Praxis in Bezug auf Geschichtsnarrationen, Display-Modelle und den Umgang mit Stereotypen aus?


Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten

Christian Kravagna, Akademie der bildenden Künste Wien

Donnerstag, 02. Juni 2016, 19.00
Die ,Berufsverbrecher‘ des KZ Mauthausen
Gedenkdienst

Sogenannte "Berufsverbrecher‘  wurden aufgrund vergangener Vorstrafen von der Kriminalpolizei ,vorbeugend‘ in Lager deportiert. Meist fehlen sie in der Aufzählung von Opfergruppen, tauchen sie dennoch auf, dann fast immer als degenerierte Kriminelle‘, ,Raubtiere‘, ,animalische‘  Mithäftlinge und sprichwörtlich ,verlängerter Arm der SS“. Doch bestand die Schicht der Funktionshäftlinge tatsächlich mehrheitlich aus ,Berufsverbrechern‘?

Andreas Kranebitter, Politikwissenschafter, Universität Wien und KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Moderatorin: Linda Erker, Gedenkdienst

Montag, 06. Juni 2016, 19.00
Bewährungsprobe#7
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereingung baer stellen jeweils zwei Kunstschaffende ihre Praxen, Strategien und Techniken zur Diskussion.

Anne Wundrak arbeitet in ihren Zeichnungen, Skulpturen und Videos mit dem Motiv der Pietà. Die sinnliche Erfahrung ihrer Kunst, aktuell dem Pietà Karussell, steht im Mittelpunkt.

Linus Riepler schafft mit seinen Raumskulpturen, Installationen und Schaukästen neue Realitäten, die die Beziehung zwischen Erinnerungen und Orten thematisieren.

Dienstag, 07. Juni 2016, 19.00
Moments of Resistance
feminismen diskutieren

Inwiefern wird das alltägliche Leben undokumentierter Migrant_innen von widerständischen Momenten geprägt? Wie wird diese Frage in postkolonialen und rassismuskritischen Überlegungen der Migrationsforschung - etwa dem Denken außerhalb staatsbürger_innenschaftlicher Kategorien und Rahmenbedingungen - behandelt?

 

Cristina Yurena Zerr, Verein KAMA

Moderation: Sabine Prokop (VfW)


Der Verein KAMA bietet Kursangebote von Migrant_innen und geflüchteten Menschen auf Spendenbasis

Mittwoch, 08. Juni 2016, 19.00
Zur Kritischen Edition „Mein Kampf“
Diskussion

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte möchte mit der Herausgabe der kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“ zur Entmythifizierung des Buches beitragen. Die Neuerscheinung stößt aber auch auf heftige Kritik. Kann die kritische Referenzausgabe einen Beitrag für die politische Bildung liefern?

 

Klaus Davidowicz, Institut für Judaistik, Uni Wien

Rainer Fastenbauer, IKG Wien

Winfried Garscha, Historiker, DÖW, Wien

Moderation: Rosenmarie Burgstaller, Historikerin, MUK Wien

Dienstag, 14. Juni 2016, 19.00
Fußball und die Frage des Politischen
Diskussion

Fußball, als Spielfeld gesellschaftlicher und politischer Zustände, muss anlässlich der Europameisterschaft in Frankreich im Spannungsfeld von zunehmender Kommerzialisierung, vermuteter Terrorgefahr und einem damit verbundenen politischem Ausnahmezustand diskutiert werden. Wie eng ist diese Sportart mit politisch aktuellen Themen verwoben?


Nikola Staritz, Politikwissenschafterin, FairPlay

Jérôme Segal, Historiker, Paris IV, Sorbonne

Georg Spitaler, Politikwissenschafter, ballesterer

Mittwoch, 15. Juni 2016, 19.00
Rassismus und Homophobie im Fußball
Diskussion

Rasen und Tribünen werden immer wieder für rassistische und homophobe „Entgleisungen“ missbraucht. Gelten Rassismus und Homophobie im Umfeld des Fußballs als Standard, oder gibt es wirksame Strategien um auch hier mehr Respekt und Antidiskriminierung sicht- und lebbar zu machen?


Moderation: Hikmet Kayahan,  DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage

 

Kooperation mit DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage und ES WIRD BESSER ÖSTERREICH

Donnerstag, 16. Juni 2016, 19.00
THNK TNAK präsentiert...
Mögliche Filmsets - Ein performatives Screeing

Wie lassen sich angesichts identitärer, vollständiger Verkörperung von Überzeugungen Irritationen herstellen und wie kann in diesem Zusammenhang eine politische Handlung gesetzt werden? Welcher Art von Darstellung weiblicher Körper kann unter digitalen Bedingungen emanzipatorisches Potential zugeschrieben werden?


Anna Barfuss, Dissertantin, Akademie der bildenden Künste Wien

Freitag, 17. Juni 2016, 19.00
Bleiben wir realistisch: Almut Rink
Screenings und Werkstattgespräche

Almut Rinks Videoarbeiten sind an der Schnittstelle zwischen realen und virtuellen Räumen zu verorten. Mit Hilfe von 3D-Rendering-Software erschafft sie hier täuschend echte Landschaften, die sie in ihren pointierten Texten kritisch befragt. Den Realitätsgehalt von Formaten wie Online-Tutorials kontrastiert sie dabei mit dem futuristischen Potential der Landschaftsentwürfe.

Almut Rink, Künstlerin, Bildende Künstlerin, Wien
Moderation: Simona Obholzer und Marlies Pöschl, Golden Pixel Cooperative, Wien

Bleiben wir realistisch ist eine Veranstaltungsreihe der Golden Pixel Cooperative.

In Kooperation mit Golden Pixel Cooperative

Dienstag, 21. Juni 2016, 20.30
Heiner Müllers Gedenkort für Luigi Nono
Vortrag und Gespräch

Heiner Müller hat ein einziges Mal neben seiner Arbeit als Schriftsteller ein raumplastisches Environment entworfen, den Gedenkort 'Bruchstück für Luigi Nono', der in Groningen/NL errichtet worden ist. Mark Rabes interdisziplinäre Studie macht Müllers radikale Wirkungsästhetik durch seine erstmals an den Quellen orientierte Interpretation eines der bedeutungsvollsten Dispositive der ästhetischen Moderne für die zeitgenössischen Kulturwissenschaften fruchtbar: "Besiegte durch Schmerzerfahrung".

Mark Rabe, freier Kunstwissenschaftler, Dramaturg, Hamburg

Mark Rabe, Besiegte durch Schmerzerfahrung. Heiner Müllers Gedenkort für Luigi Nono in Groningen, Essen: Die Blaue Eule, 2012

Donnerstag, 23. Juni und Freitag, 24. Juni 2016
kinokis mikrokino # 217

Donnerstag, 23. Juni, 19.00
Lampedusa auf St. Pauli - Monument
D 2013/16, Regie: Rasmus Gerlach, 84 min

Eine Gruppe von 80 Westafrikanern steht im Juni 2013 plötzlich vor der Tür der St. Pauli-Kirche in Hamburg. Der Krieg in Libyen hatte sie auf die Flüchtlingsboote nach Lampedusa getrieben, von Italien wurden sie nach Deutschland weiter geschickt. Der Film bewahrt wichtige Etappen der in dem Hafenviertel St. Pauli von je her geübten Willkommenskultur auf und zeigt Bruchstücke einer neuen Flüchtlingskultur.


Anschließend: Gespräch mit Rasmus Gerlach


Freitag, 24. Juni, 19.00
Lang lebe Dziga Vertov!

Vor 120 Jahren wurde Dziga Vertov geboren: unermüdlicher Avantgardist, bedeutender Pionier der Filmgeschichte und erster Theoretiker des Dokumentarfilms. Seine Filme beschreiben nicht eigentlich die Gesellschaft wie sie war, sondern wie sie noch werden sollte.


Im Land der Kinoveteranen D 1996, R: Thomas Tode, Ale Muñoz und Rasmus Gerlach, 86 min
Diese Filmexpedition zu Dziga Vertov beginnt auf dem Schienenstrang als Expedition in Vertovs Moskau (Darsteller des Rechercheurs: Ale Muñoz). Eine Filmgruppe folgt seinen Filmen und Manifesten, aber registriert auch die Veränderungen im Russland der Perestroika.


Vorfilm: Moskau Enigma 1994/2016, 12min., R: Ale Muñoz
Am 8. März 2015 ist der Filmemacher, Architekt und Höhlenforscher Ale Muñoz im Alter von 50 Jahren in einer spanischen Höhle an Sauerstoffknappheit verstorben. Dieser Abend ist unserem Freund gewidmet, den wir sehr vermissen.                                                                                                   
Anschließend Gespräch mit Thomas Tode und Rasmus Gerlach.