Veranstaltungen

Donnerstag, 13. Dezember 2018, 19.00
Die Bedeutung der Fotografie als Kunst
Präsentation und Diskussion

Erschwert der leichte Zugang zu Bildern die Akzeptanz des Mediums Fotografie als Kunst? Bedarf es einer Ökologie der Bilder? Oder ist die Wirkung eines Bildes abhängig von seinem konkreten Gebrauch. Ein geeigneter Raum, ein geeigneter Ort, eine geeignete Ausarbeitung? Die Hello World Gallery stellt sich vor mit Fotografien der Künstler_innen: Anna Breit, Florian Herzog, Matthias Aschauer, Mahir Jamal, Daniela Trost, Erli Gruenzweil, Jamie McGregor Smith, Severin Koller, Dominik Geiger, Suzana Murati, Susanna Hofer, Katharina Maria Schaffer, Andre Sumit Spitzinger, Marko Laitinen, Elodie Grethen, Julian Mullan, Maria Ritsch, Rahman Hak-Hagir, Thomas Groegler, David Payr.

 

Anna Zimm, Auktionsleitung WestLicht, Wien
Felix Leutner, CEO Foto Leutner GmbH, Wien
Elodie Grethen, Fotografin, Wien
Anna Mustapic, Kuratorin und Co-Founder der Hello World Gallery, Wien
Dominik Geiger, Fotograf und Founder der Hello World Gallery, Wien

 

Eine Veranstaltung der Hello World Gallery.

Freitag, 14. Dezember 2018, 19.00
Begrenzte Land(Wirt)schaft
Impuls-Vorträge und Diskussion

Die "Ressource Land" ist ein Konfliktfeld, auf das verschiedene legitime Ansprüche bestehen. Im Rahmen des rasanten Stadtwachstums und der Bodenpreisexplosionen fokussiert die Boden-Debatte auf Baulandreserven als Basis für leistbaren Wohnraum, aber auch auf Städtebau und öffentlichen Raum. Und neben den massiven Ansprüchen der klassischen Wiener Agrarbetriebe geht es Agrar-Aktivist_innen um Ernährungssouveränität und solidarisches Landwirtschaften. Nicht zuletzt braucht qualitätsvolles städtisches Leben auch ausreichend Naherholungsflächen und großzügige Freiräume.

Julianna Fehlinger, Via Campesina Austria
Michael Hofstätter, Architekt, Wien
Hermann Knoflacher, Verkehrsplaner, Wien
Lilli Lička, Institut f. Landschaftsarchitektur, Univ. für Bodenkultur Wien
Isabel Wieshofer, Referat für Landschaftsplanung und öffentlichen Raum, MA 18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung

Moderation: Gabu Heindl, Architektin, Wien, ÖGFA


Veranstaltung im Rahmen des ÖGFA Jahresprogramms 2018: Begrenzte Großstadt: Systeme, Typen, Landschaft

Montag, 17. Dezember 2018, 19.00
Bewährungsprobe#26
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# fragt jeweils zwei Künstler_innen sowohl nach den Arbeitsbedingungen als auch nach ihren künstlerischen Praxen, mit denen sie ihre Umgebung reflektieren. Anne Glassner lotet in ihren ortsspezifischen Interventionen und Schlafperformances die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem aus. Olena Newkrytas zumeist multimediale Arbeiten sind geprägt von der haptischen Präsenz unterschiedlicher Materialien und Oberflächen. Beide Künstlerinnen thematisieren auf unterschiedliche Weise die Körperlichkeiten der Betrachter_innen.

Anne Glassner, Künstlerin, Wien
Olena Newkryta, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Mittwoch, 19. Dezember 2018, 19.30
Eine Erledigung
Buchvorstellung und Gespräch

Binjamin Segel lieferte 1924 mit seiner „Erledigung“ der Protokolle der Weisen von Zion, welche als ‚Bibel‘ der Antisemiten gelten, einen Überblick über deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte, und konnte auch nachweisen, aus welchen Texten sich die Urheber des antisemitischen Pamphlets bedienten, um den Plan einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung zu entwerfen.

Franziska Krah, Historikerin, Herausgeberin
im Gespräch mit Florian Markl, Mena-Watch

Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung. ça ira Verlag, Freiburg/Wien 2017

Donnerstag, 10. Januar 2019, 19.00
Wahlrecht für alle!
Vortrag

Österreichweit sind knapp 15 Prozent, in Wien sogar 28 Prozent der Bevölkerung nicht wahlberechtigt. Die Bindung des Wahlrechts an die Staatsbürger_innenschaft und die strengen Regeln der Einbürgerung führen dazu, dass Wohn- und Wahlbevölkerung zusehends auseinanderdriften und ein immer größerer Teil der Bevölkerung von demokratischer Entscheidungsfindung ausgeschlossen ist. Durch diese Wahlrechtslücke verliert die Demokratie nicht nur an Inklusivität, sondern maßgeblich auch an Legitimation.

Gerd Valchars, Politikwissenschafter, Universität Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Montag, 14. Januar 2019, 19.00
Bewährungsprobe #26
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt jeweils zwei künstlerische Positionen vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln?

Angelika Wischermann zeigt in ihren performativen Arbeiten lange, durch unzählige Wiederholungen körperlich anstrengende Handlungen.
Fanni Futterknecht positioniert ihre Arbeiten medienübergreifend zwischen Video, Performance und Installation und hinterfragt die eingesetzten Medien.
Beide Künstlerinnen dekonstruieren menschliches Handeln und eröffnen dadurch neue Sichtweisen.

Angelika Wischermann, Künstlerin, Wien
Fanni Futterknecht, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19.00
Ort der Unruhe – ein zeitgemäßes Mahnmal?
Buchbesprechung

Viele Jahre beschäftigte sich der Künstler Ernst Logar mit dem vom Österreichischen Bundesheer 2011 errichteten Gedächtnishain in der Belgierkaserne, der ehemaligen SS-Kaserne Graz-Wetzelsdorf. Er versucht, die Problematiken des vom Militär geschaffenen Gedenkortes aufzuzeigen, das in Eigenregie errichtete Mahnmal zu reflektieren und die Hintergründe offizieller Gedenkkultur zu durchleuchten. Wie sollten Funktionen und notwendige Eigenschaften eines
zeitgenössischen Mahnmals in Gegenwart und Zukunft diskutiert werden?

Peter Pirker, Historiker und Politikwissenschafter, Universität Wien
Ernst Logar, Künstler und Kulturarbeiter, Wien
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, Kunsthochschule Kassel

Ernst Logar: Ort der Unruhe / Place of Unrest. Drava Verlag 2018

Montag, 21. Januar 2019, 19.00
Interview mit:
Kerstin von Gabain

Lange Zeit waren die vorderen Reihen in den vom Kunstmarkt definierten Rankings von männlichen Künstlern besetzt. Das ändert sich zunehmend. Eine neue Veranstaltungsreihe fragt nach.
Die Künstlerin Kerstin von Gabain erforscht, basierend auf ihrem Interesse am Anthropomorphismus, die Beziehung zwischen Fotografie und Bildhauerei. Mit ihren Installationen und Ensembles legt sie motivische Bezüge zur Kunst- und Wissenschaftsgeschichte frei. Für ihre komplexe künstlerische Position erhielt sie 2017 den Kardinal König Kunstpreis.

Kerstin von Gabain, Künstlerin, Wien
Moderation: Anne Katrin Feßler, Tageszeitung Der Standard

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.00
Wilhelm Schütte Architekt
Buchpräsentation

Wilhelm Schüttes (1900 – 1968) bewegter Lebenslauf führte ihn von München in das „Neue Frankfurt“ und als Mitarbeiter der Gruppe Ernst May bis in die Sowjetunion, bevor er 1938 ins Exil nach Istanbul gehen konnte. 1947 zog er mit seiner Frau, der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky nach Wien und wurde österreichischer Staatsbürger. Aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit zur KPÖ konnte er hier nur wenige öffentliche Aufträge realisieren, engagierte sich jedoch in Vereinigungen wie etwa dem CIAM-Austria, UNESCO und ÖGFA und wurde zu einer zentralen Figur in der österreichischen Architekturszene der Zweiten Republik.

David Baum, Architekturforscher, Wien
Burcu Dogramaci, Kunsthistorikerin, Universität München
Thomas Flierl, Bauhistoriker, Publizist und Herausgeber, Berlin
Gabriele Kaiser, Architekturpublizistin und Kuratorin, Wien
Maja Lorbek, Architektin, TU Wien
Andreas Vass, Architekt, Wien
Susanne Veit-Aschenbrenner, Architektin, Wien


ÖGFA / Ute Waditschatka (Hg.): Wilhelm Schütte Architekt. Frankfurt – Moskau – Istanbul – Wien. Park Books, Zürich 2019.

Eine Veranstaltung der ÖGFA

Mittwoch, 23. Januar 2019, 19.00
Fotografie als Unikat?
Podium

Das Medium Fotografie ist vor einer Archivkopie nicht geschützt, gleichzeitig bevorzugt der Kunstmarkt Unikate. So muss die Fotografie tatsächlich auch heute noch um ihren Marktwert kämpfen. Ist eine herkömmliche Galerie der geeignete Ort, um Fotografie zu zeigen? Zumal eine individuell angepasste Limitation der Abzüge die Feststellung des tatsächlichen Wertes zusätzlich erschwert.

Anna Mustapic, Kuratorin, Wien
Cecilia Seilern, Kunstsammlerin
Dominik Geiger, Fotograf, Gründer Hello World Gallery, Wien

In Kooperation mit Hello World Gallery

Donnerstag, 24. Januar 2019, 19.00
kinokis mikrokino #237
Die Rückeroberung des Paradieses

Recuperando el Paraíso ist ein unabhängiger Dokumentarfilm über den Widerstand der indigenen Bevölkerung in Santa María Ostula an der mexikanischen Pazifikküste von Michoacan gegen die Übergriffe organisierter Banden und staatlicher Ordnungskräfte. Die Doku erzählt von den Vertreibungen, Entführungen und Morden, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist, aber auch von ihrem Entschluss, in der Region kommunale Polizeikräfte zu organisieren, und sich zu bewaffnen, um ihre Gemeinde und Anbaugebiete zurückzuerobern.

Recuperando el Paraíso (Mex. 2017), R: José Arteaga und Rafael Camacho, 72 min, OmeU

Anschließend Gespräch mit der Regie-Assistentin Regina López

Montag, 28. Januar 2019, 19.00
Künstler!
Buchpräsentation und Diskussion

Die Geschichte der Künste im 20. Jahrhundert wurde bisher meist als Stilgeschichte dargestellt. Mit diesem Buch wird sie in einer neuen Perspektive als Kulturgeschichte der Künstler_innen und der Erfindungen schöpferischer Kreativität gedeutet. Es ist zugleich die Geschichte eines Mythos, der bis heute von hoher Anziehungskraft ist. Was aber macht das Künstler_innensein so attraktiv – über alle Geschlechterunterschiede hinweg? Welche Eigenschaften bündeln sich in Künstler_innen? Die spannende Frage ist: Gibt es einen durchgängigen Künstler_innenhabitus, an dem alle Kreativen teilhaben, den sie lediglich variieren?

Wolfgang Ruppert, Kulturhistoriker, Universität der Künste Berlin

Wolfgang Ruppert: Künstler! Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession. Böhlau Verlag, Wien / Köln 2018

Mittwoch, 30. Januar 2019, 19.00
Russlandbezogene Gender Studies
feminismen diskutieren

Es macht einen Unterschied, ob jemand in Saratov, Moskau, Wien oder New York verortet über Geschlechterverhältnisse in Russland forscht. Das liegt an der globalen Arbeitsteilung in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Wo entstehen Theorien, wo werden sie angewendet? Wer liefert – oder ist selbst – empirisches Datenmaterial? Welchen Stellenwert haben in Russland arbeitende Forscher_innen in dieser Konstellation?

Therese Garstenauer, Historikerin, Universität Wien
Maria Katharina Wiedlack, Amerikanistin, Universität Flensburg
Veronika Wöhrer, Soziologin, Universität Wien
Susan Zimmermann, Central European University Budapest
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Garstenauer, Therese: Russlandbezogene Gender Studies. Lokale, Globale und transnationale Praxis. L’Homme Schriften, Band 25, Böhlau Verlag Wien 2018

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Donnerstag, 07. Februar 2019, 19.00
kinokis mikrokino #238
Art and Resistance in Exile

Tara Najd Ahmadi’s films allow a very personal and quite political insight into the artistic struggle of a female Iranian expat. Ahmadi is trained in Visual Communication and Animation at the University of Tehran, and a graduate fellow of Visual and Cultural Studies at the University of Rochester, USA. For both her artistic work and her scientific investigations she received several grants and awards, in 2018 she held a fellowship at the George Eastman Museum in Rochester.

A Week with Azar. Short experimental documentary film, based on a true story.
Productive Frustration. A short experimental film investigating an artist’s struggle.
Gut Theory. Stop motion animation that explores commodity and cultural consumerism.
Measuring the Level of Resistance. Resistance as an everyday life activity, using three of the Iranians' basic foods.

Artist Talk and Discussion with Tara Najd Ahmadi

Montag, 04. März 2019, 19.00
Bewährungsprobe #27
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt jeweils zwei künstlerische Positionen vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die
Welt zu verhandeln.

Janine Schranz arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie und Architektur, wobei sie mittels Ausstellungskontext und Herstellungsprozess Formen des Aufzeichnens und Erinnerns thematisiert.
Veronika Burger stellt in ihrer Arbeit das Performative, mit oder ohne Anwesenheit des eigenen Körpers, in den Mittelpunkt. Der Körper als Archiv wird selbst zur Performancebühne.
Institutionelle Parameter des Kunstbetriebs werden von beiden Künstlerinnen auf verschiedene Weise auf die Probe gestellt.

Janine Schranz, Künstlerin, Wien
Veronika Burger, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Dienstag, 05. März 2019, 19.00
Artists on the European Refugee Crisis
Vortrag

Die Masterarbeit setzt sich mit zeitgenössischen Künstler_innen auseinander, die in ihren Werken unterschiedliche Positionen des Realismus verarbeiten, um die europäische „Flüchtlingskrise“ von 2011 bis heute darzustellen. Die herangezogenen Künstler_innen arbeiten mit Fotografie, Videodokumentation und Appropriation Art, um Realität zu rekonstruieren. Dabei eignen sie sich bestimmte Codes aus den Medien an, wodurch die Grenze zwischen Kunst und medialer faktenbasierter Dokumentation verschwimmt. Das Mittelmeer als Grenzgebiet und Zentrum sozio-politischer Diskurse bildet dabei eine thematische Gemeinsamkeit der präsentierten Werke.

Roberta Keil, Kunsthistorikerin

Roberta Keil: Artists on the European Refugee Crisis, 2011 to the present. The representation of „Others“ within the mediterranean borderscape. Masterarbeit 2018

Vortrag in englischer Sprache

Dienstag, 12. März 2019, 19.00
Adria als Urlaubs- und Verteidigungsparadies
Präsentation Forschungsprojekt

Die adriatische Küste der Sozialistisch Föderativen Republik Jugoslawien wurde in der Zeit der Nachkriegsmoderne stark urbanisiert. Besonders prägend war dabei die Entwicklung des Tourismus. Viel unbekannter ist, dass zur gleichen Zeit die Küste als wichtige Verteidigungslinie des Landes aufgerüstet wurde. Im Zuge des Kalten Kriegs wurden entlang der Küste und der Inseln etliche militärische Verteidigungsanlagen gebaut, die das blockfreie Land gegen einen potenziellen Angriff der NATO schützen sollten. Beide Phänomene haben Auswirkungen auf die adriatische Küste und das Leben der Bewohner_innen.

Anamarija Batista, Akademie der bildenden Künste Wien
Antonia Dika, Kunstuniversität Linz
Moderation: Andreas Spiegl, Akademie der bildenden Künste Wien

Kollektive Utopien der Nachkriegsmoderne: Adriatische Küste als Urlaubs- und Verteidigungsparadies. FWF | PEEK-Projekt.

Mittwoch, 13. März 2019, 19.00
Kultur in die Bezirke!
Diskussion

Gegenwärtig gibt es in Wien eine Verlagerung von Kulturinstitutionen in die Bezirke – unter nicht ganz freiwilligen Vorzeichen: Die Umbauten von Künstlerhaus und Wien Museum sind quasi Impulsgeber für eine temporäre, dezentrale Entwicklung der Szene. Welche Erfahrungen gibt es damit? Wie ist die Akzeptanz? Was sind die Strategien, um Publikum vor Ort zu lukrieren bzw. Publikum in die Bezirke zu holen? Und vor allem: Wäre es nicht wünschenswert, das Engagement
dauerhaft in den Bezirken fortzusetzen?

Matti Bunzl, Wien Museum
Kira Kirsch, brut Wien
Ula Schneider, SOHO in Ottakring
Tim Voss, Künstlerhaus Wien
Moderation: Michael Huber, Kurier

Mittwoch, 13. März, 13.00 – 17.00, Donnerstag, 14. März, 9.30 – 19.30, Freitag, 15. März, 9.30 – 13.00
Institutionen des Politischen
Tagung

Innerhalb der Politischen Philosophie wurde in den letzten Jahren intensiv um Unterscheidungen zwischen dem Politischen und der Politik diskutiert. Theorien des Politischen haben betont, dass politische Ordnungen kontingent und antagonistisch verfasst sind. Die Ausarbeitung dieser Perspektive hat jedoch dazu geführt, dass die Dimension der Institutionalisierung untertheoretisiert blieb. Wie könnte unter der Voraussetzung einer Theorie des Politischen heute Politik und ein Institutionendesign aussehen, dass das Außerordentliche, die Alterität und die Singularität nicht nur als Störungen von geregelten Verfahren ansieht, sondern auf diese zu antworten vermag?

Niklas Angerbauer, Oldenburg
Thomas Bedorf, Fernuniversität Hagen
Dominik Finkelde, München
Matthias Flatscher, Universität Wien
Oliver Flügel-Martinsen, Universität Bielefeld
Sara Gebh, Universität Wien
Felix Heidenreich, Universität Stuttgart
Steffen Herrmann, Fernuniversität Hagen
Andreas Hetzel, Universität Hildesheim
Oliver Marchart, Universität Wien
Franziska Martinsen, Universität Hannover
Nadja Meisterhans, Universität Linz
Malte Miram, Universität Bonn
Niklas Plätzer, University of Chicago/Sciences Po Paris
Karsten Schubert, Universität Freiburg
Thorsten Thiel, Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin
Gerhard Thonhauser, Darmstadt
Stefan Wallaschek, Universität Bremen
Manon Westphal, Universität Münster

Kooperation von „Politische Theorie“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Wien und „Praktische Philosophie“ des Instituts für Philosophie, Fernuniversität Hagen.

Montag, 18. März 2019, 19.00
Dialogkunst – Den Wert der Kunst erweitern
Gespräch

Kunst entsteht im Dialog, Kunst ermöglicht Dialog. So liegt ihr Wert nicht ausschließlich in seiner Gegenständlichkeit, in seiner Warenhaftigkeit sondern auch oder vielleicht vor allem vor, neben und nach dem Werk selbst. Diese Befreiung des Wertes der Kunst von ihrer vordergründig „reinen Gegenständlichkeit“ eröffnet Möglichkeiten eines wertschaffenden Dialoges zwischen der Kunst und anderen gesellschaftlichen Akteuren, die aus künstlerischer, wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive ausgelotet und diskutiert werden.

Christian Ahlfeld, Betriebswirt / Bankwesen
Gabriele Gottwald-Nathaniel, gabarage-upcycling design / Anton Proksch Institut
Michael Heindl, bildnerischer Künstler
Susanne Lederer Pabst, 4-your-biz / Impact Investing
Boris Manner, Autor, Kurator, Kulturmanager
Anna Vasof, Architektin und Medienkünstlerin
Moderation: Gernot Deutschmann, Dialogkünstler

In Kooperation mit Lluìs Lipp (DREISECHSFÜNF)

Mittwoch, 20. März 2019, 10:00-12:00
Kunstförderung des BKA
Wie funktioniert’s?

Stipendien, Preise, Ateliers. Vom Kunstankauf bis zur Jahressubvention für Ausstellungsräume, von der Katalog- und Projektförderung bis zu Atelierprogrammen im In- und Ausland. Die Förderaktivitäten für bildende Künstler_innen sind vielfältig. Doch wie läuft es in der Praxis: Was kann gefördert werden? Wofür kann ich wann einreichen? Wie ist eine Bewerbung oder ein Förderantrag idealerweise gestaltet, was ist zu beachten? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Und welche Summen stehen letztlich zur Verfügung?

Gudrun Schreiber und Olga Okunev, Abteilung Bildende Kunst,
Architektur, Design, Mode, Foto und Medienkunst, Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt
Moderation: Carla Bobadilla, Künstlerin

In Kooperation mit der IG BILDENDE KUNST

Donnerstag, 21. März 2019, 19.00
kinokis mikrokino #239
Weltrevolution

Der Film über die vom Zeichenlehrer Stefan Weber gegründeten Drahdiwaberl ist so frech, fröhlich, ungeniert und radikal wie die legendäre Band und ihr im Juni 2018 verstorbener Leader, den man als warmherzigen und klugen Anarchisten erleben darf. Das Portrait der Skandale, die Drahdiwaberl ausgelöst hat, und der Skandale, die Drahdiwaberl auf die Mist- gabel ihrer scham- und schonungslosen Attacken spießen, ist ein zeitgeschichtlicher Parcours mit vielen ästhetisch gewagten Saltos durch 30 Jahre Österreich: von 1978 bis 2007.

Weltrevolution (AT 2008), R: Klaus Hundsbichler mit Stefan Weber, Drahdiwaberl und Freund_innen, 90 min.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Klaus Hundsbichler und der Performerin Ursula Napravnik

Mittwoch, 27. März 2019, 19.00
Mad Max und Naturvorstellungen reloaded
feminismen diskutieren

Geht es nach aktuellen Zukunftsfilmen, ist die Welt bereits verloren. Die unübersichtliche Gegenwart und die Sorge um Ressourcenknappheit verdichten sich in der filmischen Fantasie zu einem apokalyptischen Stimmungsbild. Doch welche Naturvorstellungen stehen dahinter? Nach Jahren postmoderner Naturvergessenheit findet langsam eine vorsichtige feministische Wiederannäherung an die „Naturfrage“ und „Materie“ statt. Vieles war schon mal bekannt, eine Re-Lektüre alter ökofeministischer Texte könnte neue spannende Erkenntnisse bringen.

Lisa Spindelböck, Geistes- und Kulturwissenschafterin, Wien und Klagenfurt/Celovec
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Donnerstag, 28. März 2019, 19.00
Dissensuelle Praktiken der Kunst
Vortrag

Sofia Bempeza geht von der Prämisse der Interdependenz zwischen Streit, Öffentlichkeit und Demokratie aus, um das Verhältnis von Konflikt und Öffentlichkeit auszuloten und so eine dissensuelle Praxis im Bereich der Kunstproduktion zu verteidigen. Der Fokus der Arbeit richtet sich auf die Praktiken der Kunstverweigerung bzw. des Kunststreiks, des Aktionismus, der Überidentifizierung und der dissensuellen Partizipation. Sarkasmus, Humor und Parodie, Provokation und Polemik, Ambivalenz und Überzeichnung, Aktion und Intervention werden als wichtige künstlerische Techniken ins Licht gerückt.

Sofia Bempeza, Künstlerin, Kulturtheoretikerin, Zürich/Athen

Sofia Bempeza: Dissensuelle Praxis. Zum Verhältnis von Konflikt, Hegemonie, Öffentlichkeit und Kunst. Dissertation, Akademie der bildenden Künste Wien, 2017.

Freitag, 29. März 2019, 19.00
GrenzBilder
Präsentation und Respondenz

Der Journalist und Fotograf Antonio Sempere leitet durch seine GrenzBilder das Augenmerk gezielt auf Menschen auf der Flucht. Wie mit „Grenzbildern“ von refugees visuell sowie verbal umgegangen wird, hat bedeutenden Einfluss auf den Diskurs und die Stimmung in Politik und Gesellschaft, im öffentlichen wie auch im privaten Raum. Wie sind diese Bilder zu deuten, und wie lässt sich über sie diskutieren? Müsste, angesichts solcher Bilder, nicht der moralische Kompass
rekalibriert werden?

Präsentation: Antonio Sempere, freier Fotokünstler und Journalist, Ceuta, Spanien


Input: Andreas Oberprantacher, Universität Innsbruck, Forschungszentrum Migration&Globalisierung


Respondenz:
Irene Brickner, Redakteurin, der Standard
Susanne Lummerding, Kunst- und Medientheoretikerin
Sergej Seitz, Philosoph, Universität Wien


Moderation: Sophie Weidenhiller, Philosophin, Aktivistin