Veranstaltungen

Donnerstag, 01. März 2018, 19.00
66 Kinos
kinoki mikrokino #230

Nach der Fertigstellung seines letzten Films Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe (D 2013) begann Philipp Hartmann, akribisch geplant, mit seinem Film im Gepäck, eine Tour durch die deutsche Kinolandschaft. Wehmütig, berührend und melancholisch, nie sentimental und mit einem wohldosierten Maß an Witz und Subversion, beschreibt der Film anhand von 66 deutschen Kinos, wie sich die Bedingungen und die Aufführungspraxis im allgemeinen verändert haben.

66 Kinos (D 2016), R: Philipp Hartmann, 97 min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Philipp Hartmann, Filmemacher

Dienstag, 06. März 2018, 19.00
Braucht Österreich ein Holocaust-Museum?
Podium

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Gedenkstätte Mauthausen und Zeitgeschichte-Museum Ebensee: Wer sich mit NS-Zeit und Holocaust in Österreich auseinandersetzen will, findet zwar nicht viele, aber einige wichtige, verdienstvolle Ausstellungen und Einrichtungen vor. Diese Institutionen bieten Möglichkeiten der musealen Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit. Ein zentrales, vom Staat Österreich eingerichtetes Holocaust-Museum fehlt jedoch. Braucht es – ähnlich wie in Deutschland, den USA oder Israel – ein eigenes Museum zur Geschichte des Holocaust?

Birgit Johler, Team Neugestaltung der Österreich-Ausstellung/Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau und Kuratorin Haus der Geschichte Österreich
Béla Rásky, Historiker,  Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien VWI
Ingo Zechner, Philosoph und Historiker, Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft, Wien.

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Mittwoch, 07. März 2018, 19.00
Der Mythos von Theuth
Ein Spielabend

Als er aber an die Buchstaben gekommen, habe Theuth gesagt: „Diese Kunst, o König, wird die Ägypter weiser machen und gedächtnisreicher.“

Die Linzer Kunstgruppe qujOchÖ hat rund um diesen Mythos über die Erfindung der Schrift ein Spiel entwickelt. Medienphilosophien von der Antike bis zur Gegenwart werden durchstreift, Marshall McLuhan, Laura Mulvey und Sadie Plant geben sich ein Stelldichein, ein Foucault wird gegessen und Flusser reicht seinen Likör dazu. An diesem  Abend wird der MYTHOS VON THEUTH von  Spieler_innen aus Philosphie, Medienkunst und -theorie zum Leben erweckt.

Spieler_innen:
Sylvia Eckermann, Medienkünstlerin, Technopolitics
Katharina Gsöllpointner, Kunst- und Medientheoretikerin, Universität für angewandte Kunst Wien
Dirk Lüsebrink, Medienkünstler, Art+Com Studios Berlin
Felix Stalder, Kultur- und Medientheoretiker, Hochschule für Gestaltung und Kunst,  Zürich

Spielleitung: Davide Bevilacqua, Eva Maria Dreisiebner und Thomas Philipp, qujOchÖ

Freitag, 09. März 2018, 19.00
Der Fall Albert Speer und Ernst Neufert
Vortrag

Wie sind die logistischen Anforderungen, die der Einsatz von Zwangsarbeiter_innen und KZ-Häftlingen im nationalsozialistischen Deutschland an die Bauindustrie der Jahre 1938-1945 stellte zu analysieren? Welche Ergebnisse zeigt die kritische Prüfung des Umgangs der NS-Architekten Albert Speer und Ernst Neufert mit diesen Herausforderungen in administrativer wie auch in biopolitischer Hinsicht und wie ist die Signifikanz ihrer Theorien und Vorgehensweisen für die Geschichte des sogenannten Qualitätsmanagements und der Qualitätskontrolle zu bewerten?

 

Nader Vossoughian, Architekturhistoriker, New York Institute of Technology

Eine Veranstaltung von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur – ÖGFA

Montag, 12. März 2018, 19.00
Faschismus, jetzt auch in Farbe – Teil 1:
Nazis im Geschichtsfernsehen heute

Ein Abend der Kritik, Analyse, Diagnose am Material zu aktuellem Geschichtsfernsehen im (Rück)Blick auf Nationalsozialismus. Was für Inszenierungen, Anredeweisen, IdeoLogiken dienen nach dem History-TV-Boom, zumal im ORF, zur Erschließung zukunftsträchtiger Nazi-Vergangenheit – bis hin zu "Anschluss" (vorm. "Anschluß")-Produktionen im nationalkonservativ regierten Gedenkjahr und burschigen Verrenkjahr?
Ein Abend der Versprecher und Geheimnisse: Welche Sinnangebote werden schlagend, wenn Nazis als Geheimnis-Träger (bzw. "Kenner der Szene") erscheinen, von denen das Fernsehen etwas wissen möchte? Welche Erzählungen sind demgegenüber nicht rätselhaft genug, von wem möchte das Fernsehen also nichts wissen? Und wie sind rezente, mehr konzentrierte denn zerstreute, wört- und bildliche Versprecher – von Kurzens März '38-"Jubiläum" abwärts – zu verstehen? Weniger als Defekt denn Projekt, als Wendung/Investment, Aussprechen von Versprechen und Vorhaben. Intention als Television: Vorsehen in die Ferne...

 

Renée Winter, Historikerin und Kulturwissenschafterin, Wien
Drehli Robnik, Theoretiker in Sachen Film und Politik, Wien
Moderation: Monika Bernold, Historikerin, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien.

Veranstaltungskonzept von Drehli Robnik für PolitikProjektionen–>Viel*im*Film und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)

Dienstag, 13. März 2018, 19.00
Critical Art in Istanbul
Endangered Voices

After establishing the economic and political hegemony, the oppressive regime in Turkey has officially launched a cultural war against the critical meaning producers in the country. Among other examples of arbitrary persecutions, one of the boldest steps in this Kulturkampf has been the arrest of Osman Kavala, the founder of Anadolu Kültür, Depo and red-thread.org. The presentation will try to contextualise the history of these institutions and to illustrate current obstructions to cultural fields in Turkey.

 

Erden Kosova, editor, Red Thread, Istanbul

Eylem Ertürk, arts manager, formerly at Anadolu Kültür, Istanbul

 

In cooperation with DEPO Istanbul, Anadolu Kültür and Red Thread.

Mittwoch, 14. März 2018, 19.00
Gender Studies in MINT-Fächern
feminismen diskutieren

Inwieweit wirken sich die trotz der behaupteten Objektivität der Naturwissenschaften und Technik für männliche Forscher geschaffenen Arbeits- und Karrieremuster auf deren Inhalte, Ziele und Methoden aus? Könnten andersherum Ergebnisse z. B. der modernen Biologie emanzipatorische Prozesse stärken? Auch ‚Biotechnologische Revolutionen‘ stellen neue Herausforderungen dar.

Margarete Maurer, Mehrfachstudien in Biochemie, Philosophie, Soziologie und Geschichte, interdisziplinär Forschende und  Lehrende, Wien und Bremen
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Kooperation mit Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Donnerstag, 15. März 2018, 19.00
50 Jahre nach „Kunst und Revolution“
Alles Gute: Günter Brus

Nach dem legendären Happening Kunst und Revolution 1968 an  der Uni Wien reagierte die Presse mit einer beispiellosen Kampagne gegen die beteiligten Künstler Peter Weibel, Otto Mühl, Oswald Wiener und Günter Brus. Brus wurde zu sechs Monaten Arrest verurteilt und floh nach West-Berlin. Welche Rezeptions-
geschichte begleitete den Weg vom einstigen „Staatsfeind“ zum mittlerweile mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Künstler – dessen Geburtstag sich heuer zum 80. Mal jährt.

Günter Brus, Künstler, Graz
Moderation: Roman Grabner, Leitung Bruseum Graz

Montag, 19. März 2018, 19.00
Bewährungsprobe #20
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_ innenvereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion: In der Arbeit von Darina Kmetova spielt Zeichnung als visuelle Komposition, die Zeit in Linien umwandelt und ein Bild in den Raum setzt, eine zentrale Rolle. ANONIM steht für situatives und interdisziplinäres Arbeiten. Die gemeinsame Entwicklung künstlerischer Strategien für bestimmte Situationen stehen gleichberechtigt neben dem formalen Endprodukt.

Darina Kmetova, Künstlerin, Wien
ANONIM, Kollektiv, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Dienstag, 20. März 2018, 19.00
Dreaming is common to all
Book launch

The book’s various notes, reports and images referring to the relationship of art and dreams evoke certain aspects: The intersubjective function of dreaming in a community through artistic experience; The dream as collective experience: dream and creative process, logic and dream, dream and immaterial reality; The repercussions of dreams on waking reality and the interconnections between individuals and a community of dreamers.

Emilio Fantin, artist, book author
Sabine Priglinger, PhD candidate Akademie der bildenden Künste, Wien

Emilio Fantin: Dreaming is common to all. With writings by Lucia Lorenzi and Elisa Ottaviani. Musagetes and PS Guelph / Publication Studio, Canada 2018

Mittwoch, 21. März 2018, 19.00
This Baby Doll will be a Junkie
Buchbesprechung

Ulrike Möntmanns Buch fordert zur Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Outcast“ heraus, indem es das vielfältige Material, das in Projekten künstlerischer Forschung mit  weiblichen Drogenabhängigen in europäischen Gefängnissen und Therapieeinrichtungen entstanden ist, ordnet und in Zusammenhang bringt. Inhaltlich und visuell werden die biografische und künstlerische Arbeit mit den Gefangenen und Ergebnisse des interdisziplinären Austausches mit  Wissenschafter_ innen dokumentiert.

Ulrike Möntmann, Künstlerin, Amsterdam und Wien
Gesprächsleitung: Elisabeth Hammer, Sozialarbeiterin und Sozialwissenschafterin, Verein kriSo

Ulrike Möntmann: THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKY. Kunst und Forschung: Projektbericht über Abhängigkeiten und Gewaltträume. Edition Angewandte Buchreihe der Universität für angewandte Kunst (Hg. Gerald Bast), Verlag DE GRUYTER, Berlin 2008

Donnerstag, 22. März 2018, 19.00
Als der Kommunismus stürzte…
Buchpräsentation

Was war der Kommunismus, diese Weltbewegung, die das 20. Jahrhundert wesentlich beeinflusste? Susanne Sohn, von 1990-91 Co-Vorsitzende der KPÖ, reflektiert in Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war über die Geschichte der KPÖ, die engen Beziehungen zu den deutschen Kommunisten, über Spionage und undurchsichtige Finanzen. Die Autorin rechnet ab mit der Beschönigung kommunistischer Diktaturen und deren Massenverbrechen, aber auch mit den eigenen Illusionen und Glaubenssehnsüchten.

 

Susanne Sohn, Autorin
Renata Schmidtkunz, Redakteurin, Ö1

 

Susanne Sohn: Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war. Löcker Verlag 2018