Veranstaltungen

Montag, 04. März 2019, 19.00
Bewährungsprobe #27
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt jeweils zwei künstlerische Positionen vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die
Welt zu verhandeln.

Janine Schranz arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie und Architektur, wobei sie mittels Ausstellungskontext und Herstellungsprozess Formen des Aufzeichnens und Erinnerns thematisiert.
Veronika Burger stellt in ihrer Arbeit das Performative, mit oder ohne Anwesenheit des eigenen Körpers, in den Mittelpunkt. Der Körper als Archiv wird selbst zur Performancebühne.
Institutionelle Parameter des Kunstbetriebs werden von beiden Künstlerinnen auf verschiedene Weise auf die Probe gestellt.

Janine Schranz, Künstlerin, Wien
Veronika Burger, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Dienstag, 05. März 2019, 19.00
Artists on the European Refugee Crisis
Vortrag

Die Masterarbeit setzt sich mit zeitgenössischen Künstler_innen auseinander, die in ihren Werken unterschiedliche Positionen des Realismus verarbeiten, um die europäische „Flüchtlingskrise“ von 2011 bis heute darzustellen. Die herangezogenen Künstler_innen arbeiten mit Fotografie, Videodokumentation und Appropriation Art, um Realität zu rekonstruieren. Dabei eignen sie sich bestimmte Codes aus den Medien an, wodurch die Grenze zwischen Kunst und medialer faktenbasierter Dokumentation verschwimmt. Das Mittelmeer als Grenzgebiet und Zentrum sozio-politischer Diskurse bildet dabei eine thematische Gemeinsamkeit der präsentierten Werke.

Roberta Keil, Kunsthistorikerin

Roberta Keil: Artists on the European Refugee Crisis, 2011 to the present. The representation of „Others“ within the mediterranean borderscape. Masterarbeit 2018

Vortrag in englischer Sprache

Montag, 11. März 2019, 19.00
TV M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Let's talk about scripts!

Fritz Langs  Klassiker der Filmgeschichte "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" aus dem Jahr 1931  wurde von Evi Romen und David Schalko für eine TV Miniserie in das Jahr 2018  verlegt: Wien mitten im Winter. Ein Kindermörder treibt sein Unwesen. Die Polizei ist ratlos und rast im Leerlauf. Der Innenminister beginnt die Serienmorde politisch für seine Zwecke zu nutzen. Die Boulevardpresse heizt die Stimmung an. Und in der Bevölkerung beginnt es zu rumoren. Mit steigender Nervosität wird jeder zum Verdächtigen erklär

Evi Romen, Drehbuch und David Schalko, Drehbuch und Regie
Moderation: Ines Häufler,  freiberufliche Drehbuchberaterin

Kooperation Drehbuchforum Wien

Dienstag, 12. März 2019, 19.00
Adria als Urlaubs- und Verteidigungsparadies
Präsentation Forschungsprojekt

Die adriatische Küste der Sozialistisch Föderativen Republik Jugoslawien wurde in der Zeit der Nachkriegsmoderne stark urbanisiert. Besonders prägend war dabei die Entwicklung des Tourismus. Viel unbekannter ist, dass zur gleichen Zeit die Küste als wichtige Verteidigungslinie des Landes aufgerüstet wurde. Im Zuge des Kalten Kriegs wurden entlang der Küste und der Inseln etliche militärische Verteidigungsanlagen gebaut, die das blockfreie Land gegen einen potenziellen Angriff der NATO schützen sollten. Beide Phänomene haben Auswirkungen auf die adriatische Küste und das Leben der Bewohner_innen.

Anamarija Batista, Akademie der bildenden Künste Wien
Antonia Dika, Kunstuniversität Linz
Moderation: Andreas Spiegl, Akademie der bildenden Künste Wien

Kollektive Utopien der Nachkriegsmoderne: Adriatische Küste als Urlaubs- und Verteidigungsparadies. FWF | PEEK-Projekt.

Mittwoch, 13. März 2019, 19.00
Kultur in die Bezirke!
Diskussion

Gegenwärtig gibt es in Wien eine Verlagerung von Kulturinstitutionen in die Bezirke – unter nicht ganz freiwilligen Vorzeichen: Die Umbauten von Künstlerhaus und Wien Museum sind quasi Impulsgeber für eine temporäre, dezentrale Entwicklung der Szene. Welche Erfahrungen gibt es damit? Wie ist die Akzeptanz? Was sind die Strategien, um Publikum vor Ort zu lukrieren bzw. Publikum in die Bezirke zu holen? Und vor allem: Wäre es nicht wünschenswert, das Engagement
dauerhaft in den Bezirken fortzusetzen?

Matti Bunzl, Wien Museum
Kira Kirsch, brut Wien
Ula Schneider, SOHO in Ottakring
Tim Voss, Künstlerhaus Wien
Moderation: Michael Huber, Kurier

Mittwoch, 13. März, 13.00 – 17.00, Donnerstag, 14. März, 9.30 – 19.30, Freitag, 15. März, 9.30 – 13.00
Institutionen des Politischen
Tagung

Innerhalb der Politischen Philosophie wurde in den letzten Jahren intensiv um Unterscheidungen zwischen dem Politischen und der Politik diskutiert. Theorien des Politischen haben betont, dass politische Ordnungen kontingent und antagonistisch verfasst sind. Die Ausarbeitung dieser Perspektive hat jedoch dazu geführt, dass die Dimension der Institutionalisierung untertheoretisiert blieb. Wie könnte unter der Voraussetzung einer Theorie des Politischen heute Politik und ein Institutionendesign aussehen, dass das Außerordentliche, die Alterität und die Singularität nicht nur als Störungen von geregelten Verfahren ansieht, sondern auf diese zu antworten vermag?

Niklas Angerbauer, Oldenburg
Thomas Bedorf, Fernuniversität Hagen
Dominik Finkelde, München
Matthias Flatscher, Universität Wien
Oliver Flügel-Martinsen, Universität Bielefeld
Sara Gebh, Universität Wien
Felix Heidenreich, Universität Stuttgart
Steffen Herrmann, Fernuniversität Hagen
Andreas Hetzel, Universität Hildesheim
Oliver Marchart, Universität Wien
Franziska Martinsen, Universität Hannover
Nadja Meisterhans, Universität Linz
Malte Miram, Universität Bonn
Niklas Plätzer, University of Chicago/Sciences Po Paris
Karsten Schubert, Universität Freiburg
Thorsten Thiel, Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin
Gerhard Thonhauser, Darmstadt
Stefan Wallaschek, Universität Bremen
Manon Westphal, Universität Münster

Kooperation von „Politische Theorie“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Wien und „Praktische Philosophie“ des Instituts für Philosophie, Fernuniversität Hagen.

Montag, 18. März 2019, 19.00
Dialogkunst – Den Wert der Kunst erweitern
Gespräch

Kunst entsteht im Dialog, Kunst ermöglicht Dialog. So liegt ihr Wert nicht ausschließlich in seiner Gegenständlichkeit, in seiner Warenhaftigkeit sondern auch oder vielleicht vor allem vor, neben und nach dem Werk selbst. Diese Befreiung des Wertes der Kunst von ihrer vordergründig „reinen Gegenständlichkeit“ eröffnet Möglichkeiten eines wertschaffenden Dialoges zwischen der Kunst und anderen gesellschaftlichen Akteuren, die aus künstlerischer, wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive ausgelotet und diskutiert werden.

Christian Ahlfeld, Betriebswirt / Bankwesen
Gabriele Gottwald-Nathaniel, gabarage-upcycling design / Anton Proksch Institut
Michael Heindl, bildnerischer Künstler
Susanne Lederer Pabst, 4-your-biz / Impact Investing
Boris Manner, Autor, Kurator, Kulturmanager
Anna Vasof, Architektin und Medienkünstlerin
Moderation: Gernot Deutschmann, Dialogkünstler

In Kooperation mit Lluìs Lipp (DREISECHSFÜNF)

Mittwoch, 20. März 2019, 10:00-12:00
Kunstförderung des BKA
Wie funktioniert’s?

Stipendien, Preise, Ateliers. Vom Kunstankauf bis zur Jahressubvention für Ausstellungsräume, von der Katalog- und Projektförderung bis zu Atelierprogrammen im In- und Ausland. Die Förderaktivitäten für bildende Künstler_innen sind vielfältig. Doch wie läuft es in der Praxis: Was kann gefördert werden? Wofür kann ich wann einreichen? Wie ist eine Bewerbung oder ein Förderantrag idealerweise gestaltet, was ist zu beachten? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Und welche Summen stehen letztlich zur Verfügung?

Gudrun Schreiber und Olga Okunev, Abteilung Bildende Kunst,
Architektur, Design, Mode, Foto und Medienkunst, Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt
Moderation: Carla Bobadilla, Künstlerin

In Kooperation mit der IG BILDENDE KUNST

Donnerstag, 21. März 2019, 19.00
kinokis mikrokino #239
Weltrevolution

Der Film über die vom Zeichenlehrer Stefan Weber gegründeten Drahdiwaberl ist so frech, fröhlich, ungeniert und radikal wie die legendäre Band und ihr im Juni 2018 verstorbener Leader, den man als warmherzigen und klugen Anarchisten erleben darf. Das Portrait der Skandale, die Drahdiwaberl ausgelöst hat, und der Skandale, die Drahdiwaberl auf die Mist- gabel ihrer scham- und schonungslosen Attacken spießen, ist ein zeitgeschichtlicher Parcours mit vielen ästhetisch gewagten Saltos durch 30 Jahre Österreich: von 1978 bis 2007.

Weltrevolution (AT 2008), R: Klaus Hundsbichler mit Stefan Weber, Drahdiwaberl und Freund_innen, 90 min.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Klaus Hundsbichler und der Performerin Ursula Napravnik

Mittwoch, 27. März 2019, 19.00
Mad Max und Naturvorstellungen reloaded
feminismen diskutieren

Geht es nach aktuellen Zukunftsfilmen, ist die Welt bereits verloren. Die unübersichtliche Gegenwart und die Sorge um Ressourcenknappheit verdichten sich in der filmischen Fantasie zu einem apokalyptischen Stimmungsbild. Doch welche Naturvorstellungen stehen dahinter? Nach Jahren postmoderner Naturvergessenheit findet langsam eine vorsichtige feministische Wiederannäherung an die „Naturfrage“ und „Materie“ statt. Vieles war schon mal bekannt, eine Re-Lektüre alter ökofeministischer Texte könnte neue spannende Erkenntnisse bringen.

Lisa Spindelböck, Geistes- und Kulturwissenschafterin, Wien und Klagenfurt/Celovec
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Donnerstag, 28. März 2019, 19.00
Dissensuelle Praktiken der Kunst
Vortrag

Sofia Bempeza geht von der Prämisse der Interdependenz zwischen Streit, Öffentlichkeit und Demokratie aus, um das Verhältnis von Konflikt und Öffentlichkeit auszuloten und so eine dissensuelle Praxis im Bereich der Kunstproduktion zu verteidigen. Der Fokus der Arbeit richtet sich auf die Praktiken der Kunstverweigerung bzw. des Kunststreiks, des Aktionismus, der Überidentifizierung und der dissensuellen Partizipation. Sarkasmus, Humor und Parodie, Provokation und Polemik, Ambivalenz und Überzeichnung, Aktion und Intervention werden als wichtige künstlerische Techniken ins Licht gerückt.

Sofia Bempeza, Künstlerin, Kulturtheoretikerin, Zürich/Athen

Sofia Bempeza: Dissensuelle Praxis. Zum Verhältnis von Konflikt, Hegemonie, Öffentlichkeit und Kunst. Dissertation, Akademie der bildenden Künste Wien, 2017.

Freitag, 29. März 2019, 19.00
GrenzBilder
Präsentation und Respondenz

Der Journalist und Fotograf Antonio Sempere leitet durch seine GrenzBilder das Augenmerk gezielt auf Menschen auf der Flucht. Wie mit „Grenzbildern“ von refugees visuell sowie verbal umgegangen wird, hat bedeutenden Einfluss auf den Diskurs und die Stimmung in Politik und Gesellschaft, im öffentlichen wie auch im privaten Raum. Wie sind diese Bilder zu deuten, und wie lässt sich über sie diskutieren? Müsste, angesichts solcher Bilder, nicht der moralische Kompass
rekalibriert werden?

Präsentation: Antonio Sempere, freier Fotokünstler und Journalist, Ceuta, Spanien


Input: Andreas Oberprantacher, Universität Innsbruck, Forschungszentrum Migration&Globalisierung


Respondenz:
Irene Brickner, Redakteurin, der Standard
Susanne Lummerding, Kunst- und Medientheoretikerin
Sergej Seitz, Philosoph, Universität Wien


Moderation: Sophie Weidenhiller, Philosophin, Aktivistin