Veranstaltungen

Montag, 19. Dezember 2011, 19.00
Feminismus und Kinderschutz
feminismen diskutieren

Die Gründung freiwilliger, auf private Initiative gegründeter Kinderschutzvereine seit den 1840-er Jahren kann als frühe Form zivilgesellschaftlichen Engagements gesehen werden. Die Basis dieser zum Teil miteinander in Konkurrenz stehenden Organisationen bildeten unterschiedlichste politische Wertvorstellungen und gesellschaftliche Entwürfe. Welche waren die Argumente und Aktivitäten von Feministinnen in dieser Debatte um Kinderschutz und die Wahrnehmung familiärer Gewalt?

Elisabeth Malleier, Historikerin

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 19.00
Nicaraguita, Blume des Begehrens
kinokis mikrokino #186

Nach dem Triumph der Sandinistischen Befreiungsfront 1979 begann das Sistema Sandinista de Television mit den Dreharbeiten für ein Revolutionsepos. Der Regisseur der mehrstündigen Erstfassung bat 2007 das Kollektiv La Tercera Puerta um eine Kurzversion – Revolutionserinnerungen mit Verfremdungseffekten.


Aquellos Años / Jene Jahre (Nic 2007). R: La Tercera Puerta. 50 min. OmdtU

Die Brigade Februar 34 ging aus Solidarität mit der sandinistischen Revolution von Österreich nach Nicaragua um die FSLN zu unterstützen. 25 Jahre danach befragt die Filmemacherin Anna Katharina Wohlgenannt die TeilnehmerInnen und montiert einen Film über Engagement, Ernüchterung und die bis heute anhaltende Sehnsucht nach einer anderen Welt.


Einmal mehr als nur reden (A 2010). R: Anna K. Wohlgenannt. 72 min

Anschließend Gespräch mit Anna Katharina Wohlgenannt

Mittwoch, 14. Dezember 2011, 19.00
Krankentötungen im Nationalsozialismus
Vortrag

Gleichzeitig mit dem Kriegsbeginn 1939 begann im nationalsozialistischen deutschen Reich die Ermordung von als „Ballastexistenzen“ bezeichneten, kranken Menschen. Die „Kinder-Euthanasie“ zur „wissenschaftlichen Erfassung erb- und anlagebedingter schwerer Leiden“, sollte dauerhaft in die öffentliche Jugendfürsorge integriert werden. Zwischen 1940 und 1941 wurden im Rahmen der so genannten „Euthanasie-Aktion“ – nach dem Krieg Aktion T4 benannt – mehrere zehntausend PatientInnen von den psychiatrischen Krankenhäusern in sechs eigens dafür eingerichtete Tötungsanstalten transportiert und dort ermordet. Nach dem „Euthanasie-Stopp“ 1941 wurden die Tötungen in den psychiatrischen Anstalten selbst durchgeführt.

Herwig Czech, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Dienstag, 13. Dezember 2011, 19.00
Kolonialismus in Ozeanien
Buchpräsentation

Die massive europäisch-amerikanische Einflussnahme in Ozeanien brachte dramatische Veränderungen für die indigenen Gesellschaften mit sich – durch die Vermittlung neuer Wertmaßstäbe, sowie ihre schrittweise Einbindung in die Geldökonomie und die flächendeckend organisierte Ausbeutung der vorhandenen Ressourcen. Der vorliegende dritte Band der Reihe zur Kulturgeschichte Ozeaniens beleuchtet die verschiedenen Facetten der Beziehung zwischen Einheimischen und Kolonialisten und vergleicht die unterschiedlichen Zugänge, Strategien und Zielsetzungen der einzelnen Kolonialmächte
im sogenannten „Zeitalter des Imperialismus“.

Hermann Mückler, Kultur- und Sozialanthropologe, Universität Wien

Hermann Mückler: Kolonialismus in Ozeanien. Wien: Facultas Verlag 2011

Eine Veranstaltung der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft

Montag, 12. Dezember 2011, 19.00
Population of fragments
Theorie Salon

A contemporary research on materiality could insist and investigate on given archives of unimportant stuff; idiosyncratic curatorial operations may propose different „architectures of assembling“ insignificant material; such architectures could „build“ differently in different conditions and would make sense or not in relation to some site specific strategies. Remodeling and reordering insignificant elements would form utterances by orchestrating fragments. Architecture could then be „determined“ by some alternative „curatorial rationale“.

Aristide Antonas, architect, University of Thessaly, Greece
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design

In Kooperation mit Expanded Design

Mittwoch, 07. Dezember 2011, 19.00
Tauschkreise
Vortrag und Diskusssion

In Tauschkreisern sind oft sonst nicht marktfähige Talente und nicht marktfähige Arbeitsangebote gefragt. Beziehungsweise werden Leistungen nachgefragt, die sich die TeilnehmerInnen am regulären Markt längst nicht mehrt leisten können. Wo ist daher die Grenze zur Schwarzarbeit? Was können Tauschkreise darüber hinaus leisten was der Euro nicht kann? Aus welchen Gründen stehen zum Beispiel Gewerkschaften diesen Initiativen skeptisch bis ablehnend gegenüber?



Renate Schnee, Stadtteilzentrum Basena am Schöpfwerk, FH Campus Wien

Eine Veranstaltung von sinnvoll tätig sein

Dienstag, 06. Dezember 2011, 19.00
The Holocaust Atlas of Lithuania
Lecture and Discussion

In between the World Wars approximately 240,000 Jews lived in Lithuania. During the Holocaust the Germans and their collaborators killed about 94 percent of the Lithuanian Jewish community. The Holocaust Atlas contains maps with precise geographical coordinates and historical facts of each killing site as well as a bibliography to assist further research.

Werner Dreier, erinnern.at
Milda Jakulytė-Vasil, project coordinator Holocaust Atlas
Adalbert Wagner, Gedenkdienst

Montag, 05. Dezember 2011, 19.00
Wohlfahrtsstaat und Soziale Arbeit
Gespräch und Diskussion

Die gegenwärtige Sozialpolitik zeichnet sich durch Abbau von Rechten und Solidaritäten sowie Zunahme von Kontrolle aus. Dem entgegen stellen will der Capability- oder zu deutsch: Befähigungs-Ansatz eine neue Akzentuierung sozialer Gerechtigkeit: Gesellschaftlicher Wohlstand ist nicht nur eine Frage der Einkommen, wichtiger ist die Frage, welche Befähigungen Menschen für ein gutes, gelingendes Leben benötigen.
Inwiefern bietet dieser Ansatz eine tragfähige, normative und innovative Orientierung für die Soziale Arbeit in ihren unterschiedlichen Praxisfeldern?

Elisabeth Hammer, Ökonomin und Sozialarbeiterin, kriSo / neunerHAUS
Holger Ziegler, Erziehungswissenschafter, Universität Bielefeld
Moderation: Josef Bakic, kriSo / FH Campus Wien

In Kooperation mit kriSo – Verein kritische Soziale Arbeit

Freitag, 02. Dezember 2011, 19.00
Scheineheverdächtig?
Vortrag und Diskussion

Mit der vorliegenden Dissertation Intersektionelle Analyse staatlicher Konstruktionen von ‚Schein-‘ bzw. ‚Aufenthaltsehe‘ und ihre Auswirkungen im Fremdenpolizeigesetz 2005 verfolgt Irene Messinger die rechtshistorische Entwicklung des staatlichen Umgangs mit dem Phänomen Scheinehe – von der NS-Zeit über die migrationspolitischen Restriktionen der 1980er und 1990er Jahre bis zur aktuellen strafrechtlichen Relevanz. Und sie stellt Fragen zu strittigen Themen wie der Nachweisbarkeit von Scheinehen, der Konstruktion von „verdächtigen“ Paarkonstellationen und der Praxis fremdenpolizeilicher Kontrolle.

Irene Messinger, Politikwissenschafterin

Irene Messinger: Intersektionelle Analyse staatlicher Konstruktionen von ‚Schein-‘ bzw. ‚Aufenthaltsehe‘ und ihre Auswirkungen im Fremdenpolizeigesetz 2005. Dissertation, Uni Wien 2011.

Donnerstag, 01. Dezember 2011, 19.00
Wie man leben soll
Let's talk about scripts...

Wie man leben soll ist ein Roman von Thomas Glavinic, der nun nach einem Drehbuch von David Schalko und Thomas Maurer mit Star-Besetzung (Josef Hader, Detlev Buck, Robert Palfrader, Bibiana Zeller, uvm.) verfilmt wurde. Charlie, dick, patschert und liebenswert, ist ein „Sitzer“, wie er aus seinen Lebenshilfebüchern lernt. Aber auch für den Faulsten geht‘s ans Erwachsenwerden – und siehe da, das hat auch spannende Seiten zu bieten.

David Schalko, Drehbuchautor und Regisseur, Wie man leben soll (Ö 2011)
Moderation: Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Eine Veranstaltung des drehbuchFORUM Wien

Mittwoch, 30. November 2011, 9.30 - 18.30
Junge Literaturwissenschaft
Graduiertentagung

9.30 Begrüßung

10.00 – 12.00
The Delicate Place. Das Motiv des Fensters als Öffnung ins Innere in Romanen und Erzählungen seit 1945. Gianna Zocco, Vergl. Literaturwissenschaft
(Über) Bilder schreiben. Intermedialität im Werk Paul Nizons. Martina Wunderer, Vergl. Literaturwissenschaft
Macht durch Bücher. Die patriarchale Dimension der Literatur. Ulrike Koch, Vergl. Literaturwissenschaft
Seltsame Schleifen im postmodernen Roman. Christine Hermann, Nederlandistik

12.00 – 12.30 Kaffeepause

12.30 – 14.00
„Post 90er Generation“ – Popliteratur in Russland, Polen und Ukraine. Agnieszka Kowalczyk, Slawistik
Der polnische Poproman. Miriam Kovacs, Slawistik
Der Holocaust aus Kinderperspektive – Autobiographische Werke von „Child survivors“. Judith Götz, Vergl. Literaturwissenschaft

14.00 – 15.00 Mittagspause

15.00 – 16.30
Lyrik nach dem scheinbaren Nullpunkt: lyrische Avantgarde in Österreich nach 1945 und China nach der Kulturrevolution. Lea Pao, Vergl. Literaturwissenschaft
„… da rauscht doch was!“ – Die heimsuchende Kraft der Erinnerung: auf den Spuren der „Winterreise“. Eva Schörkhuber, Germanistik
Körper-welten. Zur Darstellung des Körpers in ausgewählten Werken Maria Lassnigs und Elfriede Jelineks. Kathrin Klöckl, Vergl. Literaturwissenschaft

16.30 – 17.00 Kaffeepause

17.00 – 18.30
Witold Gombrowicz und Ernesto Sábato im Kontext der deutschsprachigen Literatur. Margarethe Glac, Germanistik
Das Interview als künstlerische Praxis. Antonia Rahofer, Vergl. Literaturwissenschaft
Trauma in postkolonialen Bildungsromanen. Hano Pipic, Anglistik und Amerikanistik

18.30 Abschlussworte
Norbert Bachleitner, Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft


Eine Veranstaltung der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft

Mittwoch, 30. November 2011, 19.00
Doktor, und dann? Zukunft (in) der Forschung
Podiumsdiskussion

Welche Fördermöglichkeiten geisteswissenschaftlicher Forschung während und nach der Dissertation gibt es und wie sehen die Zukunftsperspektiven der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung in Österreich aus?

Lutz Musner, IFK - Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften
Lottelis Moser, Forschungsservice und Internationale Beziehungen, Uni Wien
Falk Reckling, Geistes- und Sozialwissenschaften, FWF
Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Forschung und Nachwuchsförderung, Uni Wien
Lucas Zinner, DoktorandInnenzentrum, Uni Wien
Moderation: Sandra Vlasta, Vergleichende Literaturwissenschaft, Uni Wien

In Kooperation mit der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien

Dienstag, 29. November 2011, 19.00
Auf der Suche nach dem verlorenen Körper
feminismen diskutieren

Ausgehend von der Diagnose einer latenten ‚Somatophobie‘ aktueller post/feministischer Strömungen untersucht die Diplomarbeit Die feministische Philosophie und der Frauenkörper deren mögliche Ursachen und Hintergründe und versucht theoretische Alternativen dazu zu erschließen. Die Analyse von Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht, deren Theoretisierung des weiblichen Körpers das feministische Körperverständnis entscheidend geprägt hat, steht dabei im Mittelpunkt.

Eva Scheufler, Philosophin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Montag, 28. November 2011, 19.00
Wie kann Literaturpolitik umgesetzt werden?
Miniaturenquete Literaturpolitik, Teil 2

Wie stehen KulturpolitikerInnen der Stadt zu den Forderungen der Literaturszene nach Veränderung in der Literaturpolitik. Wollen sie mit den AutorInnen, ÜbersetzerInnen, Verlagen, Medien und VeranstalterInnen Wien für Literaturschaffende attraktiver machen? Welche konkreten Schritte wollen sie setzen? Sind die Forderungen der Literaturszene umsetzbar?

Walter Famler, Alte Schmiede
Karin Fleischanderl, kolik
Günther Friesinger, IGKW
Isabella Leeb, ÖVP
Jorghi Poll, gleichzeit
Gerhard Ruiss, IG AutorInnen
Klaus Werner-Lobo, Grüne
Ernst Woller, SPÖ

Eine Initiative der IG Autorinnen Autoren und IG Kultur Wien


Samstag, 26. November 2011, 9.30 - 17.00
Romanistan. Crossing Spaces in Europe
Konferenz, Teil 2

Die IG Kultur Österreich lädt zur Konferenz „Romanistan Crossing Spaces". Romanistan ist ein antirassistisches Kultur-Kooperationsprojekt, organisiert von Roma-Kulturvereinen und Roma-Organisationen in der Europäischen Union gemeinsam mit der IG Kultur Österreich. Der Fokus liegt auf der Ent-Exotisierung von Roma-Kulturarbeit. Die Konferenz bildet den öffentlichen Projektstart.

09.30: Registration

10.00-12.00: Medien: Fremddarstellung und Selbstdarstellung
Selbstermächtigende Medienprojekte stellen sich vor: Welche Ziele haben sie sich gesteckt? Wie wurden diese erreicht, was war erfolgreich, was (noch) nicht? Was kann daraus gelernt werden?

Vina Yun, migrazine, Wien
Orhan Galjus, Radio Patrin/Amsterdam
Cristóbal Laso Silva, Fagic/Barcelona*
Katalin Barsóny, Romedia foundation, Budapest*

12.00-13.00: Mittagspause

13.00-15.00: Self-empowerment durch Netzwerke(n)
Wie können über nationale, religiöse und soziale Grenzen hinweg Kooperationen geschlossen werden?

Jozek Horvat, Roma Union of Slovenia*
Karoline Mirga, ternYpe, International Roma Youth Network*
Vinko Cener, Roma Academic Club/Slowenien
Kenan Emini, Roma Center Göttingen e.V.

15.00-15.30: Pause

15.30-17.00: Diskussion: Romanistan in Österreich
Welche Strategien sind im Rahmen eines in Österreich basierten Kooperationsprojektes sinnvoll? Welche offizielle Maßnahmen werden ergriffen und wie sollten diese ergänzt werden?

Usnija Buligovic, Thara-Haus Volkshilfe
Serdar Erdost, ORF
Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten Wien
Milorad Marinkovic, Roma Kulturzentrum Wien
Rudolf Sarközi, Kulturverein österreichischer Roma
Nicole Sevik, Verein Ketani

Moderation: Gilda Horvath

* Vortrag auf Englisch mit Flüsterdolmetsch

Freitag, 25. November 2011, 19.00
Den Aufstieg der Neofaschisten verhindern
Gespräch

Ungarns neofaschistische Jobbik-Bewegung, die paramilitärischen Aufmärsche, die Brandanschläge gegen Roma haben jene bedrohlichen Entwicklungen vorweggenommen, die aus der sozialen und politischen Krise des 21. Jahrhunderts entstehen konnte. Allerdings geht die konservative Regierung Viktor Orbáns mit der Beschneidung von Grundrechten und dem Demokratieabbau weiter als es sich die Neofaschisten erträumt haben. Wohin kann die politische Krise führen und welche Strategien bringen uns einer linken Alternative zu den diskreditierten neoliberalen Parteien näher?

 

Tamás Gáspár Miklós, Soziologe, Philosoph, Zöld Baloldal, Budapest
Livia Grestenberger, Studentin Geschichte und Aktivistin bei Linkswende
Manfred Ecker, Herausgeber der Monatszeitschrift Linkswende
Hans-Henning Scharsach, Journalist, Autor von „Haiders Kampf“

 

Eine Veranstaltung der Linkswende als Auftakt zum Kongress Marx is Muss 2011

Freitag, 25. November, 10.00 - 17.15
Züge des Wartens. Politik des Films
Workshop und Vorträge

Im Warten bündeln sich Widersprüche, es genügt weder sich selbst, noch der Geschichte, weder der Wirklichkeit, noch dem Bild, in dem sie sich findet. Das Kino materialisiert dessen Bestimmtheit zwischen Bewegung und Ruhe, dessen Spannung zwischen einem Bei-sich- und einem Außer-sich-Sein. Warten schafft Räume. Es nimmt dem Alltäglichen seine Selbstverständlichkeit. Im Kino setzt es Züge frei, die ihre eigenen Territorien hervorbringen, obgleich sie bekannte Landschaften durchqueren.

10.00 - 13.00: Workshops
Verbesserung der Utopie
Valerie Deifel
Petra Löffler
Michael Paninski

 

Landschaften des Möglichen
Viktoria Metschl
Drehli Robnik
Georg Vogt

Mittagspause: 13.00 – 14.00

14.00 – 17.15: Vorträge
Politiken des Dokumentarfilms. Hilde Hoffmann
Respondenz: Andreas Schmiedecker

In der Wartehalle der Geschichte. Daniel Eschkötter
Respondenz: Karin Fest

Eine Veranstaltung des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.

Donnerstag, 24. November 2011, 19.00
Schreib dich nicht ab!
Vortrag mit Respondenz

Das zentrale Ziel der Basisbildungs- und Alphabetisierungsarbeit mit Erwachsenen ist es, Erwachsenen mit Basisbildungsdefiziten den Zugang zu Lernangeboten zu ermöglichen, mit denen sie die Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben, Rechnen und Informations- und Kommunikationstechnologien erwerben und die Fähigkeit zu einem autonomen und selbstorganisierten Lernen entwickeln können. Denn diese sind Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Rechts auf Bildung und für die Teilhabe an Prozessen des lebensbegleitenden Lernens und an der Gesellschaft überhaupt.

Antje Doberer-Bey, Netzwerk.Alphabetisierung.at
Respondenz: Christian Kloyber, Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, Strobl

In Kooperation mit dem Verband österreichischer Volkshochschulen

Dienstag, 22. November 2011, 19.00
Wie sollte Literaturpolitik aussehen?
Miniaturenquete Literaturpolitik, Teil 1

Wien sieht sich gerne als Musik- oder Theatermetropole, dementsprechend richtet sich das Hauptaugenmerk der Kulturpolitik auf diese beiden Bereiche. Der Literatur wird weitaus weniger Beachtung geschenkt. Was braucht es, um Wien auch für Literaturschaffende interessant zu machen, welche notwendigen Maßnahmen fordern die AkteurInnen von einer zukünftigen Literaturpolitik?

Eva Brenner, Fleischerei_mobil
Barbara Eppensteiner, Okto
Marianne Gruber, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Erich Klein, Wespennest
Gerhard Ruiss, IG AutorInnen
Stephan Teichgräber, IGKW

Eine Initiative  der IG Autorinnen Autoren und IG Kultur Wien

Montag, 21. November 2011, 19.00
Protest in der Weltgesellschaft
Buchbesprechung

Protest ist zu einem fixen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Christoph J. Virgl analysiert Protest in seiner vielfältigen Bedeutung. Der Protest ist in seiner Einfachheit unnachahmbar und dennoch vermittelt uns jeder Protest mehr Weltwissen, als wir täglich in Politik und Massenmedien vermittelt bekommen. Kaum eine Formensprache schafft es in der modernen Gesellschaft besser, Konflikte und Widersprüche sichtbar zu machen. Das Buch unternimmt den Versuch, die Wirkungsweise von netzverdichteten Öffentlichkeiten als spannendes Novum einer modernen Protestkultur zu diskutieren und einer kritischen Reflexion zu unterziehen.

Christoph J. Virgl, Politikwissenschafter, Wien
Respondenz: Friedrich E. Rakuschan, Medienepistemologe, Wien / Berlin

Christoph J. Virgl: Protest in der Weltgesellschaft. Wiesbaden: VSVerlag 2011

Samstag, 19. November 2011, 09.30
Stadtentwicklung Johannesburg
Symposium, Teil 2

9.30 – 12.30
Architektonische Impulse. Vorträge
Peter Fattinger, TU Wien
Philip Harrison, Witwatersrand University, Johannesburg
Jutta Leithner, Ethnologin und Ökonomin, Wien
Anna Lindner, Architektin Wien
Peter Nigst, Programmleiter Architektur FH Kärnten
Moderation: Walter Sauer, SADOCC

12.30 – 14.00 Pause

14.00 – 17.00
KünstlerInnen in Johannesburg
Howzit? Life in Johannesburg: Hillbrow and Dainfern. Regie: Marietta Kesting
Der Dokumentarfilm zeigt zwei verschiedene Stadtteile, Hillbrow und Dainfern, die für extrem unterschiedliche urbane Lebensweisen stehen

Arts on Main und Mainstreet Life. Ein Kunst- und Kulturkomplex im Stadtteil Maboneng. Maboneng / Place of Lights. Ein exemplarisches Kultur- und Kunst-Projekt: Walter Stach, Künstler und Kulturvermittler

Eine Veranstaltung von SADOCC – Dokumentations- und Koordinationszentrum Südliches Afrika

Freitag, 18. November 2011, 18.00
Stadtentwicklung Johannesburg
Symposium, Teil 1

Johannesburg ist das wirtschaftliche „powerhouse“ Südafrikas und von kontinentaler Bedeutung. Seit dem Ende der Apartheid sind Stadt- und Kommunalpolitik in Veränderung begriffen. Dennoch spiegeln sich die frühere Separation und soziale Ungleichheit bis heute im städtischen Erscheinungsbild wider.


Eröffnung: Xolisa Mfundiso Mabhongo, Botschafter der Republik Südafrika

Vortrag: Urban transformations in the city of Johannesburg
Philip Harrison, Witwatersrand University, Johannesburg

Moderation: Walter Sauer, SADOCC

Donnerstag, 17. November 2011, 19.00
Das Problem ist meine Frau
kinokis mikrokino #185

Männer, die ihre Frauen schlagen und in der Therapie Rat suchen, stehen im Zentrum der Versuchsanordnung, die dieser gespielte Dokumentarfilm präsentiert. Die Therapeuten sind wirkliche Therapeuten, die Täter jedoch Schauspieler, die Sitzungen inszeniert. Die Aussagen der Männer sind sorgfältig erfunden, auf der Basis von ausführlichen Recherchen. Die Laborsituation im Studio ist offensichtlich, der Filmemacher bisweilen im Bild. Die Inszenierung bewirkt präzisere Einsicht in als „männlich“ eingelernte Reaktionsmuster als das ein voyeuristischer Blick auf Täter je vermöchte.


Das Problem ist meine Frau (D 2003). Regie: Calle Overweg. 52 min

Anschließend Diskussion mit Melek Köse, Referentin für Interkulturalität
und Kommunikation und Romeo Bissuti, Klinischer Psychologe

Mittwoch, 16. November 2011, 19.00
Geldfreier Reichtum
Vortrag

Was nicht mit Geld bewertet und über Markt oder Staat gehandelt wird, entzieht sich unserer Wahrnehmung und der gesellschaftlichen Wertschätzung. Kann die Sichtbarmachung dieser betroffenen Bereiche den politischen Diskurs und die gesellschaftliche Realität verändern?

Nicole Lieger, Forschungsprojekt Politik der Anziehung

Eine Veranstaltung von sinnvoll tätig sein

Dienstag, 15. November 2011, 19.00
They say I’m Different
Buchpräsentation und Diskussion

Technologisierung, Globalisierung und Medialisierung haben die Produktion, Distribution, Rezeption von Popmusiken grundlegend verändert und neben der oft zitierten Krise der Musikindustrie auch für die Forschung neue Fragestellungen eröffnet. Führen diese Prozesse zu einer weltweiten Vereinheitlichung von Musikszenen? Welche Rolle spielt der Einfluss der Creative Industries und wie gestalten sich die Wechselwirkungen zwischen Musikszenen und Stadtentwicklung?

 

Fatih Aydogdu, Musiker, Künstler, Wien
Birgit Englert, Afrikawissenschafterin, Schwerpunkt Jugendkultur, Universität Wien
Roman Horak, Kultursoziologe, Universität für angewandte Kunst Wien
Christina Nemec aka Chra, Musikerin, Labelbetreiberin Comfort Zone, WienElectric Indigo Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo, Musikproduzentin, DJ, Gründerin von "Female Pressure"
Moderation: Rosa Reitsamer, Musiksoziologin, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Rosa Reitsamer, Wolfgang Fichna (Hg.): „They Say I’m Different …“. Popularmusik, Szenen und ihre AkteurInnen. Wien: Löcker Verlag 2011

Montag, 14. November 2011, 19.00
Atmen
Let’s talk about scripts …

Der neunzehnjährige Roman Kogler steht kurz vor seiner möglichen vorzeitigen Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt. Doch Roman hat schlechte Karten – verschlossen, einzelgängerisch, ohne familiären Anschluss, scheint er für eine Sozialisierung unfähig. Ausgerechnet der Freigängerjob bei einem Bestattungsunternehmen führt Roman über den Umweg Tod zurück ins Leben.

Karl Markovics, Drehbuchautor, Regisseur
Moderation: Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

In Kooperation mit dem drehbuchFORUM Wien

Mittwoch, 09. November 2011, 19.00
Film und Psychiatrie
Vortrag

Das Thema Psychiatrie übte im 20. Jahrhundert eine beträchtliche Faszination auf Filmschaffende aus. In Filmen wie Das Kabinett des Dr. Caligari von Robert Wiene, Spellbound von Alfred Hitchcock, Schock-Korridor von Samuel Fuller oder
Einer flog über das Kuckucksnest von Milos Forman, dominierte die kritische Auseinandersetzung mit der Psychiatrie als Zwangsinstitution. Seit den 1980er Jahren kehrte sich der Beobachterstatus um: PhilosophInnen und vor allem PsychoanalytikerInnen entdeckten den Film als Analysematerial zur Exemplifizierung ihrer Theoriekonzepte.

Thomas Stompe, Psychiater, Universitätsklinik für Psychiatrie

Dienstag, 08. November 2011, 19.00
der-, die-, daStandard.at
Blattkritik

Die Zeitung für Menschen die lesen ging 1995 als erste deutschsprachige Zeitung online. Die Print-Artikel werden veröffentlicht, ansonsten agiert die Redaktion eigenständig, mit eigenen Rubriken, Meinung, Blogs und natürlich Postings. Wieviel
Informationsvorsprung bieten die Nachrichten in Echtzeit? Entdecken wir erhobenen Hauptes mit Rückgrat Geschriebenes? Hält die Hirnnahrung politischem Gegenwind stand?

Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten

Montag, 07. November 2011, 19.00
Stadtraum – Kontrolle – Soziale Arbeit
Gespräch und Diskussion

Vor dem Hintergrund postindustrieller Urbanisierung entwickeln sich politische Strategien, die darauf abzielen, das Soziale über den Raum zu regieren. Die neuen Formen der Kontrolle und der Regulierung von städtischen Räumen und der Marginalisierten werden dabei durch das Argument einer vermeintlichen Sicherheit für Bevölkerungsgruppen legitimiert. Welche Rolle spielt dabei Soziale Arbeit in öffentlichen Räumen, wie verändert sich ihr Wissen und ihre Interventionen und wie werden diese begründet?

Ellen Bareis, Gesellschaftswissenschafterin, FH Ludwigshafen am Rhein
Marc Diebäcker, Politikwissenschafter, kriSo / FH Campus Wien
Moderation: Elisabeth Hammer, kriSo / neunerHaus

In Kooperation mit kriSo – Verein kritische Soziale Arbeit

Freitag, 04. November 2011, 19.00
USA2012.at - 365 Tage Wahlkampf
Präsentation und Diskussion

Ein Jahr lang soll mit dem neuen Blog usa2012.at der bevorstehende Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten analysiert und kommentiert werden. Die Blogmacher versuchen damit eine Lücke zwischen der Berichterstattung in den österreichischen Medien und dem Wahlkampfgeschehen vor Ort zu schließen.

Stefan Bachleitner, Josef Barth , Yussi Pick, usa2012.at

Donnerstag, 03. November 2011, 19.00
Wohin geht die Fahrt?
Gespräch

Am 1. September übernahm Christoph Thun-Hohenstein,
zuvor Leiter des Österreichischen Kulturforums New York und
der städtischen Kreativförderagentur departure, die Direktion
des Museums für Angewandte Kunst. Wie wird er das renommierte
Haus positionieren? Wird er Design und Architektur
wieder mehr Platz einräumen, wird auch er, wie sein Vorgänger
Peter Noever, zeitgenössische Kunst integrieren?

Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK - Museum für angewandte Kunst
Thomas Trenkler, Der Standard

Mittwoch, 02. November 2011, 19.00
NS-Morde an ausländischen ZivilarbeiterInnen
Vortrag

Die Tötung von psychisch und physisch kranken ausländischen
ZivilarbeiterInnen ist ein Aspekt des nationalsozialistischen
Massenmordes an den sogenannten ‚Ballastexistenzen‘ und
‚unnützen Essern‘. In ‚Oberdonau‘ wurden psychisch kranke
ZivilarbeiterInnen in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim und
in der Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart in Linz zu Opfern
der ‚Euthanasie‘. In einem ZwangsarbeiterInnenlager in Linz
kamen hunderte physisch Kranke – aufgrund von Unterversorgung
– zu Tode. Kinder von Zwangsarbeiterinnen starben an
der mangelhaften Versorgung in ,fremdvölkischen Kinderheimen‘.

Markus Rachbauer, Politikwissenschafter, Wels

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Freitag, 28. Oktober 2011, 19.00
Menschenrechte
Kurzfilme und Diskussion

Momentaufnahme gibt Daten und Fakten Gesichter und zeigt
Ausschnitte des realen Lebens von Millionen von Menschen
auf diesem Planeten.
Momentaufnahme (IND / Ö 2011). R: Michael Stöger. 16 min

Ciudad Bolivar in Bogotá ist einer der größten Slums der Welt.
Die humanitäre Krise zeigt sich besonders in Form von Vertreibung,
sozialer Säuberung und extralegalen Hinrichtungen.
Ciudad Bolivar – Mosaik einer Realität (COL / Ö 2011). R: David Garcia,
Dominique Doujenis. 25 min

In Äquatorialguinea finden sich weder Verlage noch Buchhandlungen.
Intellektuelle und Kunstschaffende leben isoliert und unter schwierigsten Bedingungen.
Escribir para ser leído – La literatura de Guinea Ecuatorial. R: Mischa G.
Hendel und Pablo Rudich. 25 min

Anschließend Diskussion mit den RegisseurInnen.

In Kooperation mit dem Amnesty International StudentInnen Netzwerk

Dienstag, 25. Oktober 2011, 19.00
Gedenken aktualisieren
Vortrag

Wie können die Shoah, die Massenverbrechen der Nazis und der Zweite Weltkrieg in der heutigen Migrationsgesellschaft vermittelt werden? Welche Rolle können Jugendliche und SchülerInnen dabei spielen? Basierend auf den Erfahrungen im transdisziplinären Forschungs- und Vermittlungsprojekt
Und was hat das mit mir zu tun? und am Beispiel von Jugendprojekten,
die sich mit Vergangenheitspolitik und Geschichtskonstruktionen
befassen, werden methodische Rahmenbe-
dingungen für eine Vermittlungspraxis diskutiert, die in der
Arbeit mit Jugendlichen Räume für Interventionen in das offizielle
Gedenken eröffnen und Gegenperspektiven in der
Schule sowie im öffentlichen Raum Platz machen.

Renate Höllwart, Büro trafo.K

In Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Österreich


Freitag, 21. Oktober 2011, 19.00
Repräsentationsformen von „Dritte Welt Frauen“
feminismen diskutieren

Mit der Kontextualisierung der entwicklungspolitischen Printmedien im postkolonialen Raum stellt sich auch die Frage welche Frauenbilder über diese Medien transportiert werden. Die Diplomarbeit Repräsentationsformen von „Dritte Welt Frauen“ in den entwicklungspolitisch-österreichischen Printmedien stellt die diskursiven Prozesse dar, welche den kolonialen Weißen Blickregimen inhärent sind und macht somit bestimmte Repräsentationen die immer noch unhinterfragt
bestehenbleiben, sichtbar.

Stephanie Lettner, Sozialwissenschafterin, Wien
Respondenz: Stephanie Fürtbauer, Sozialwissenschafterin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19.00
Ordnung. Macht. Extremismus!?
Buchpräsentation und Diskussion

Mit dem Begriff des „Extremismus“ werden im wissenschaftlichen sowie im alltagspolitischen Diskurs unterschiedslos sämtliche Formen politischer Devianz  bezeichnet und damit zum Gegenstand staatlicher Ordnungspolitik erklärt.  Bedingung und Folge dieses Extremismusdenkens ist ein Konzept von Demokratie, das Fragen politischer Partizipation und bestehender Exklusionen ebenso verunmöglicht wie eine Analyse historischer und aktueller entdemokratisierender Tendenzen. Das kürzlich erschienene Buch analysiert die  Praxis und Effekte der politischen Semantik „Extremismus“ und beleuchtet mögliche Alternativen.

Matthias Falter, Autor, Universität Wien
Stefan Kausch, Herausgeber, Forum für Kritische Rechtsextremismusforschung Leipzig FKR
Anne Mehrer, Herausgeberin, FKR
Frank Schubert, Herausgeber, FKR
Gregor Wiedemann, Herausgeber, FKR
Moderation: Verena Stern, Politologin


Forum für Kritische Rechtsextremismusforschung (Hrsg.): Ordnung. Macht. Extremismus. Effekte und Alternativen des Extremismus-Modells. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2011.

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19.00
Anti-Identität und Handlungsfähigkeit
Vortrag

Die Möglichkeiten zu selbstbestimmten Handlungen und ein freier Handlungsspielraum werden durch großteils negativ bewertete Identitäts-Bilder, durch Formen von Anti-Identitäten wie zum Beispiel jemand zu sein, „die /der keine Arbeit hat“ eingeschränkt. In der Auseinandersetzung mit dem „Problem“ Erwerbsarbeitslosigkeit und den Schwierigkeiten von Erwerbs- arbeitslosen-Initiativen stellt sich die Frage nach Identifikationsmöglichkeiten und praktischen Handlungs-möglichkeiten. Ist politische Handlungsfähigkeit trotz mangelnder Anerkennung und einem negativ besetzten Identitäts-Bild möglich?

Werner Titelbach, Philosoph, sinnvoll tätig sein

Eine Veranstaltung von sinnvoll tätig sein

Dienstag, 18. Oktober 2011, 19.00
Ist Ungarn noch eine Demokratie?
Podium

Das neue ungarische Mediengesetz ist nur die Spitze des Eisbergs eines grundlegenden politischen Umbildungsprozesses in Ungarn unter der Regierung Orbán. Eine „geistige Erneuerung“, eine „Wiedergeburt der Nation“ hat er versprochen, und er scheint seine „revolutionären“ Wahlversprechen zu erfüllen: ein neues Kündigungsgesetz für alle staatlichen Bediensteten, die Verabschiedung einer neuen Verfassung, die Beschneidung von Kompetenzen des Verfassungsgerichts zeugen davon. Warum ist die europäische Öffentlichkeit so wenig an den Entwicklungen in einem der EU-Mitgliedsländer interessiert und wieso hat sich in Ungarn selbst bisher keine nennenswerte Oppositionsbewegung formiert?

Michael Frank, Korrespondent, Süddeutsche Zeitung
Andreas Pribersky, Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien
Moderation: Thomas Szanto, Philosoph

Montag, 17. Oktober 2011, 19.00
Der Erfolg des Scheiterns
Theorie-Salon

Wir leben in Ruinen gescheiterter Architektur-Experimente, und die Abwesenheit des einstigen Sinnes der Experimental-Anordnungen lässt uns diese ästhetisch erscheinen: die Idealstädte der Neuzeit genauso wie die „gegliederte und aufgelockerte Stadt“ der Moderne oder die Betonpaläste des untergehenden Sowjetreichs. Das Urteil, ob ein Architektur- Experiment gescheitert oder erfolgreich ist, wird allerdings mit einer zeitlich begrenzten Gültigkeit ausgesprochen. Es ist immer möglich, dass die architektonische Hülle eines gescheiterten
Experiments im Unterschied zu ihrem früheren Verwendungssinn neu besetzt wird, funktional wie semantisch.

Albert Kirchengast, Architekturtheoretiker, ETH Zürich
Akos Moravansky, Architekturtheoretiker, ETH Zürich
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design

In Kooperation mit Expanded Design

Freitag, 14. Oktober 2011, 19.00
Roma in Serbien
kinokis mikrokino #184

Aus dem Kosovo vertriebene Roma versuchen in Belgrad zu überleben, in dem sie alte Autos zu Kleinlastern umbauen. Doch die Fahrzeuge, die aus dem Elend führen sollen, finden keine Gnade vor den Augen der Polizei. Der Film zu dieser Geschichte ist „die am häufigsten raubkopierte Doku des Balkans“.
Pretty Dyana (Belgrad 2003). R: Boris Mitic, 45 min. OmdtUt

Ein Team sucht nach den aus Belgrad vertriebenen Roma der Siedlung unter der Gazela-Brücke und findet sie, verschleppt in entlegene Gegenden. Was verschwunden bleibt, sind die staatlichen Fördermittel, die eigentlich der Unterbringung der Gazela-Familien gewidmet wurden.
Gazela – Temporary Shelter from 100 to 500 Years (Serbien 2009). R: Sasa Barbul, Vladan Jeremic, Sali Kadrijaj, Rena Raedle. 25 min

Anschließend Gespräch mit Sasa Barbul, Regisseur

Donnerstag, 13. Oktober 2011, 19.00
„Pouvoir“ der Zivilgesellschaft
Podiumsdiskussion

Wenn es dem Rechtspopulismus gelingt die Massen zu bewegen, wird er, im Wettstreit um die Gunst der WählerInnenschaft, nicht nur von rechten Parteien bedient. So wurde etwa im vorigen Jahr das Terrorismuspräventionsgesetz beschlossen, trotz Kritik das Gesetz könnte Demonstranten und Aktivisten kriminalisieren. Eine Zivilgesellschaft als politische Macht gibt es derzeit nicht. Wie kann die Struktur und Funktion der NGOs für diese notwendige zivilgesellschaftliche „Gewalt“ aussehen.

Di-Tutu Bukasa, Völkerrechtler, Chefredakteur THE GLOBAL PLAYER
Ali Mohammed, Bundesvorstand der Piratenpartei Österreich
Sabine Sölkner, Sozialwissenschafterin, Trainerin

Eine Veranstaltung von ENARA – European Network Against Racism Austria

Mittwoch, 12. Oktober 2011, 19.00
„Euthanasie“ – Geschichte und Erinnerung
Podiumsdiskussion

Die Erinnerung an die „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus und ihre Aufarbeitung in Österreich ist neuer Themenschwerpunkt im Rahmen der Geh Denken!-Reihe. Zu Beginn werden offene Fragen zu verschiedenen Feldern – von Medizin bis hin zur pädagogischen Vermittlung – behandelt. Wo liegen noch offene Fragen in der historischen Forschung, welche Verbrechen müssen noch aufgearbeitet werden und wie gestaltet sich der Stand der Erinnerung an das ‚Euthanasie‘-Programm des ‚Dritten Reichs‘ in Österreich?

 

Eberhard Gabriel, Otto-Wagner-Spital
Veronika Hofer, MedUni Wien
Wolfgang Neugebauer, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands
Florian Schwanninger, Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Moderation: Adina Seeger


In Kooperation mit GEDENKDIENST

Dienstag, 11. Oktober 2011, 19.00
Die Zukunft der Stadt
Gespräch

Städtische Entwicklungsprozesse waren schon immer mit der
sozialen Frage verknüpft. Diese stellt sich aktuell besonders
angesichts Gentrifizierung, zunehmendem Auseinanderklaffen
der Wohlstandsschere und Kommerzialisierung öffentlichen
Raumes – auch vor dem Hintergrund städtischer Unruhen wie
in Paris oder unlängst in London. In Hamburg kämpfen die
unterschiedlichsten Initiativen gegen städtische Umstrukturierung
und wehren sich gegen Großprojekte, engagieren sich
für bezahlbaren Wohnraum und eine soziale Stadt.


Ted Gaier, Recht auf Stadt, Hamburg
Jens Dangschat, Soziologe, TU Wien

Montag, 10. Oktober 2011, 19.00
Bildung und Soziale Arbeit
Gespräch und Diskussion

Diskurse der Diffamierung von Gruppen sind eine Möglichkeit
Herrschaftsansprüche geltend zu machen und politische Eingriffe
zu legitimieren. In der Debatte um „early school leavers“
– also SchulabbrecherInnen – trifft es meist den männlichen,
jungen Migranten, der in Forschung und Politik als problembeladen,
ungebildet und gewaltbereit etikettiert und durch
spezifische Maßnahmen betreut, verfolgt oder verwaltet wird.
Inwiefern greift Soziale Arbeit in diesen Diskurs ein bzw. intensiviert
ihn und welche Alternativen sind denkbar?


Josef Bakic, Erziehungswissenschafter, kriSo / FH Campus Wien
Mari Steindl, Sozialanthropologin, Interkulturelles Zentrum
Moderation: Marc Diebäcker, kriSo / FH Campus Wien


In Kooperation mit kriSo – Verein kritische Soziale Arbeit

Donnerstag, 06. Oktober 2011, 19.00
Différance und Barbarei
Buchpräsentation

Besonders die akademische Linke missversteht den Charakter
der postmodernen Philosophie als legitime Nachfolgerin
der Kritischen Theorie. Dagegen gilt es, das postmoderne
Denken als eine postnazistische Version des NS-Philosophen
Heidegger zu dechiffrieren. Weil der radikale Bruch mit dem
Denken, das zu Auschwitz führte, ausblieb, weil versucht wurde,
die nationalsozialistische Philosophie für scheinbar „emanzipatorische“
Projekte nutzbar zu machen, erscheint die deutsche
Ideologie heute als links und progressiv. Diese neueste deutsche
Ideologie ist auch Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz.


Alex Gruber, Politikwissenschafter und Autor
Philipp Lenhard, Politikwissenschafter und Autor


Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung. Der postmoderne
Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft. Freiburg: ça ira Verlag 2011


Eine Veranstaltung von Café Critique

Mittwoch, 05. Oktober 2011, 19.00
Friede, Freude, deutscher Eintopf
Buchpräsentation und Diskussion

Der Schwerpunkt dieses Sammelbands zur Geschichtspolitik
und Erinnerungskultur in Österreich liegt auf Kärnten / Koroska
und dem umstrittenen Ulrichsbergtreffen. Der Bogen der Beiträge
reicht von einer Auseinandersetzung mit den Traditionsbezügen
des Bundesheeres und deren Veränderung in den
letzten Jahren, über die spezifisch kärntnerslowenische Geschichte
von Widerstand und Verfolgung bis zur kaum diskutierten
Frage nach dem Andenken von NS-TäterInnen in der
Wissenschaft.


Mathias Lichtenwagner, Politikwissenschafter
Stefanie Mayer, Politikwissenschafterin
Janine Wulz, Politikwissenschafterin
Moderation: Peter Pirker, Historiker


Arbeitskreis gegen den kärntner Konsens (Hg.): Friede, Freude, deutscher
Eintopf. Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest.
Wien: Mandelbaum Verlag 2011

Dienstag, 04. Oktober 2011, 19.00
Michael
Let’s talk about scripts ...

Der Film von Markus Schleinzer beschreibt die letzten fünf
Monate unfreiwilligen Zusammenlebens des 10jährigen Wolfgang
und des 35jährigen Michael, der den Jungen in seinem
Keller gefangen hält. Die Geschichte glaubt man aus der
Zeitung zu kennen. Markus Schleinzer realisierte mit Michael
einen Debütfilm, der es auf Anhieb in die offizielle Auswahl
des Wettbewerbs in Cannes schaffte.


Markus Schleinzer, Drehbuchautor und Regisseur Michael (Ö 2011)
Moderation: Robert Buchschwenter


Eine Veranstaltung des drehbuchFORUM Wien

Montag, 03. Oktober 2011, 19.00
Museum der Wünsche
Ausstellungsgespräch

Alles neu im MUMOK: Nach dem Umbau öffnet das Museum
seine Pforten mit der ersten Ausstellung der neuen Direktorin
Karola Kraus. Die Schau, ein Statement über die zukünftige
Ausrichtung des Hauses, zeigt neben Arbeiten aus der bestehenden
Sammlung auch Werke die das Museum neu anzukaufen
wünscht, wäre nur das Budget dafür vorhanden. Werden
sich private FörderInnen finden, diese Wünsche zu erfüllen?
Ein genauer Blick lohnt sich – in die Zukunft des MUMOK.


Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Kunstkritikerin
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin

Mittwoch, 28. September 2011, 19.00
Making Sex
White Ribbon Gender Talk

Biologisches Geschlecht erscheint vielen als "sicher", als "natürlich" im Sinne von vorgegeben und unabänderlich. Das ist es nicht. Auch bei den einzelnen biologischen Konzepten über Geschlecht - genauso wie bei den historischen - handelt es sich um Theorien. Sie sind Resultat einer gesellschaftlichen Ordnung, die zwei Geschlechter unterscheidet. Und die in der Bundesrepublik Deutschland noch immer nicht vor menschenrechtsverletzender Gewalt zurückschreckt, wenn es darum geht, eindeutig "weiblich" oder "männlich herzustellen. Heinz-Jürgen Voß arbeitet heraus, dass mit den aktuellen biologischen und medizinischen Theorien über Geschlecht viele Geschlechter besser erklärbar sind als nur zwei oder drei.

Heinz-Jürgen Voß, Biologie und queer-feministischer Theoretiker

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Gender Talk" von White Ribbon Österreich
http://www.whiteribbon.at

Sommer 2011
Das Programm für Herbst ist in Vorbereitung
Einen schönen Sommer wünscht das Depot-Team
Donnerstag, 30. Juni 2011, 19.00
Lernen als Erfahrung?
Vortrag

NeurowissenschafterInnen arbeiten oft mit einem Alltagsverständnis von Lernen und ignorieren pädagogisches ExpertInnenwissen. Umgekehrt überlassen PädagogInnen ihnen die gesamte Fachkompetenz, ohne dabei die Aussagen der Hirnforschung im Hinblick auf ihre Reichweite zu prüfen. Daraus resultieren Trivialisierungen auf beiden Seiten, die dem Phänomen des Lernens nicht gerecht werden können.

Käte Meyer-Drawe, Institut für Erziehungswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
Respondenz: Gudrun Kern, Institut für Bildungswissenschaft, Uni Wien

In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien und dem IWK - Jour fixe Bildungstheorie

Mittwoch, 29. Juni 2011, 19.00
Hybrid Fotofilm
Buchpräsentation

»Die Verwendung des Fotos als tragendes Element im Film irritiert zunächst, da das Foto selbst, allgemein betrachtet, einen Moment aus der Vergangenheit herauskopiert. Wenn das Foto nun im Film präsent wird, scheint die zuvor als kontinuierlich und gegenwärtig rezipierte Zeit aus ihrem Rahmen zu fallen.« Der „Fotofilm“ als wenig bekannte Kunstform steht im Mittelpunkt des vorliegenden Werks „Hybrid Fotofilm“ von Lydia Nsiah. Auf der Grundlage der Bildtheorien von Walter Benjamin, Vilèm Flusser, Hans Belting und Paul Virilio sowie der Filmtheorie von Gilles Deleuze erarbeitet die Autorin die eigene Ästhetik des Fotofilms. Sie ergänzt diese durch eine Reihe von Beispielen, beginnend mit dem Fotoroman La Jetée von Chris Marker bis hin zu gegenwärtigem Filmschaffen.

Lydia Nsiah, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft
Thomas Tode, Filmemacher und Filmwissenschafter, Hamburg

Lydia Nsiah: Hybrid Fotofilm. Dem Sehen Zeit und Raum geben. Wien / Berlin: Verlag Turia + Kant 2011

Mittwoch, 22. Juni 2011, 19.00
Želimir Žilnik: The Old School of Capitalism
kinokis mikrokino # 174

Serbien in der Zeit der postkommunistischen Transformation: Die Überreste des zerschlagenen Proletariats versuchen, ihre Rechte zu erkämpfen. Žilniks Dokudrama mixt die dokumentarischen Aufnahmen von Streiks mit Fiktion: Ein Unternehmer, der sich weigert, seine Arbeiter auszuzahlen, wird von einer Gruppe Anarchisten entführt. Die Erpressung scheitert. Was lernt man in der alten Schule des Kapitalismus? Ein Arbeiter im Film fasst die erste Lektion in einem einzigen Satz zusammen: „Wenn du nicht kämpfst, wirst du gar nichts bekommen.“ Warum müssen wir es immer wieder erneut lernen?

Boris Buden, Philosoph, im Gespräch mit Želimir Žilnik, Filmemacher The Old School of Capitalism (Serbien 2009). Regie: Želimir Žilnik. 122 min. OmeU

In Kooperation mit eipcp discursive lines im Rahmen von Creating
Worlds

Dienstag, 21. Juni 2011, 19.00
Hegemonie und Heteronormativität
Vortrag

Kaum eine politische Analyse, die nicht vom Begriff „hegemonial“ Gebrauch macht. Auch in der Queer Theory ist er beliebt. Doch was kann eine hegemonietheoretische Perspektive der Queer Theory bieten, um zeitgenössische Geschlechter- und Sexualitätsverhältnisse zu verstehen? Und wie verändert sich die Hegemonietheorie, wenn sie der Heteronormativitätskritik begegnet? Mit Bezug auf das neue Buch Hegemony and Heteronormativity bringt der Vortrag zwei entscheidende Analysekategorien der Queer Theory in einen lebendigen Austausch. Die These ist, dass sie gerade in ihrem Zusammenspiel Möglichkeiten eröffnen, komplexe, in sich widersprüchliche und intersektionale Formen spätmoderner Herrschaft zu verstehen.

María do Mar Castro Varela/Nikita Dhawan/Antke Engel: Hegemony and Heteronormativity. Revisiting 'The Political' in Queer Politics. London/Surrey: Ashgate Publishers 2011

Antke Engel, Institut für Queer Theorie, Berlin

Freitag, 17. Juni 2011, 19.00
Echte Demokratie jetzt!
Diskussion

Am Sonntag, den 15. Mai, demonstrierten circa 130.000 Menschen in ganz Spanien unter diesem Motto. In Madrid blieben etwa fünfzig der Indignados / Empörten über Nacht auf der Puerta del Sol. Im Laufe des nächsten Tages kamen mehr Menschen auf den Platz und eröffneten unter dem Motto Toma la plaza! / Nehmt Euch den Platz! ein Zeltdorf, wo von Beginn an alle gemeinsamen Forderungen mittels demokratischer Versammlungen (asambleas) formuliert wurden. Dem folgend entstand rasch in jeder spanischen Stadt ein ständig besetzter Platz - ein basisdemokratisches Zeltdorf.

Wir sind Menschen, die frei und freiwillig zusammen gekommen sind. Jeder von uns hat beschlossen, nach den Demonstrationen vom 15. Mai hier zu bleiben um unserer Forderung nach politischem Anstand und sozialer Gerechtigkeit Nachdruck zu verleihen. Wir repräsentieren keine politische Partei oder Verbindung. Uns verbindet der Ruf der Veränderung. Wir sind hier aus Solidarität mit denen und für die, die heute nicht hier sein können.

Rocío Pozo, Teilnehmerin der Bewegung 15M in Sevilla, Andalusien
Daniel Álvarez, Teilnehmer des 15M vorausgehenden virtuellen Forums

Es werden Fotos und Videos gezeigt.

Donnerstag, 16. Juni 2011, 19.00
Looking back at Genova
kinokis mikrokino #183

Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua 2001 markierten einen Bruch in der Entwicklung der globalisierungskritischen Bewegung. Die tödlichen Schüsse eines Carabinieri auf Carlo Giuliani und das brutale Vorgehen der Polizei lösten einen Schock aus. Zehn Jahre danach wurden endlich die Verfahren gegen AktivistInnen der VolxTheaterKarawane von der italienischen Justiz eingestellt. Lisbeth Kovacics Kurzfilm genua, november 2006 kehrt an den Ort zurück und verbindet persönliche Erinnerungen mit politischer Reflexion. Get Rid of Yourself ist ein Videoessay, der die Ereignisse von Genua aus der Perspektive der Post - 9/11- Welt betrachtet.

genua, november 2006 (2011). R: Lisbeth Kovacic, 12 min
Get Rid of Yourself (2003). R: Bernadette Corporation, 61 min, eOV

Anschließend Gespräch mit Lisbeth Kovacic

 

Mittwoch, 15. Juni 2011, 19.00
Nachbarschaften herstellen
feminismen diskutieren

Welche Bedeutung haben alltägliche Praktiken für die Herstellung von urbanen Räumen? Heide Studer forscht in einer marokkanischen Kleinstadt zu Raum und Geschlechterverhältnissen. Am Beispiel unterschiedlicher Praktiken von Mädchen und Frauen nähert sie sich der Herstellung von Raum als Anordnung von in Beziehung stehenden Menschen und gesellschaftlich produzierten Gütern. Bietet ein solches relationales Raumkonzept
neue Möglichkeiten zum Verständnis des Miteinanders
der Geschlechter, der Grenzziehungen von Nachbarschaften und den Umgang mit neu in die Stadt ziehenden Menschen?

Heide Studer, Landschaftsplanerin, büro tilia, Kultur- und
Sozialanthropologin
Doris Damyanovic, Institut für Landschaftsplanung, Universität für Bodenkultur, Wien
Gabriele Habinger, Freie Wissenschafterin, Uni Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Donnerstag, 9. Juni, 16. 00 – 18.15 Freitag, 10. Juni, 10.00 & Samstag, 11. Juni,10.00
Fernsehen als Agentur des Sozialen
Tagung

Fernsehen ist eine gesellschaftliche Agentur, die in ihrem Kern damit beschäftigt ist, Bürgerschaftlichkeit herzustellen, zu problematisieren und zu verhandeln. Die Frage nach dem Fernsehen ist daher nicht nur eine nach „Inhalten“ und „Programmen“; vielmehr liegen die Gebrauchsweisen seines Dispositivs darin, Teilhabe an Prozessen der Vergesell- schaftung zu ermöglichen und somit gleichsam eine Form der Verbürgerlichung darzustellen – und zwar unter sehr spezifischen, politischen Vorzeichen, die es zu untersuchen gilt.

Donnerstag, 9. Juni, 16.00
16.00 Begrüßung: Klassenproduktion – Zur Einführung. Andrea Seier/Thomas Waitz (Universität Wien)
17.00 Zuschauern zuschauen. As-Sociationen des Fernsehens. Markus Stauff, Universiteit van Amsterdam

19.00 Ort: Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Hofburg, Batthyanystiege
Keynote – Digital housework and the changing aesthetics of television. Charlotte Brunsdon, University of Warwick

anschließend Empfang

Freitag, 10. Juni
10.00 Die Dystopie Fernsehen. Vrääth Öhner, Uni Wien
11.00 Fakt, Fetisch, Faitiche: Fernsehen. 
Christina Bartz, Universität Paderborn
12.00 Ästhetische Konzepte des Gewöhnlichen und das Nebenschichten-Fernsehen. Herbert Schwaab, Universität Regensburg

15.00 Sozialexperimente im Fernsehen. 
Ramón Reichert, Universität Wien
16.00 Die Couch der Gesellschaft. 
Matthias Thiele, TU Dortmund
17.00 „Raus aus den Schulden“. Applikationsvorgaben für das ‚unternehmerische Selbst‘. Rolf Nohr, HBK Braunschweig

Samstag, 11. Juni
10.00 Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst – Zur Verhandlung des Medial-Sozialen. 
Uwe Wippich, Ruhr-Universität Bochum
11.00 „Whatever … frak!“ Repräsentationen von ‚white trash‘ inUS-amerikanischen Serien. 
Ralf Adelmann, Universität Paderborn
12.00 Echte Lesben?! Klassenspezifische Adressierung in reality /quality Queer TV. Andrea B. Braidt, Uni Wien

Eine Tagung des TFM - Institut für Theater-, Film- und Medien wissenschaft,Universität Wien. Konzept: Andrea Seier, Thomas Waitz

Donnerstag, 09. Juni 2011, 19.00
Zum Wandel von Arbeit, Beruf und Bildung
Vortrag und Respondenz

Im 20. Jahrhundert werden Arbeit und Beruf als Bildungsdomäne wieder „entdeckt“. Neukantianismus, Lebensphilosophie und Pragmatismus greifen eine bereits seit längerem virulente Schul- und Sozialkritik gegenüber klassischen und bildungsbürgerlichen Zuschneidungen von Erziehung und Unterricht auf und erweitern einen Lernbegriff, der eine auf enge Fachlichkeit und Zweckorientierung gerichtete Integration in den Arbeitsprozess vorsieht. Diese auch am Erwerb orientierte Perspektive hat allerdings bereits ihre Vorläufer in der „Industrie“ und „Gewerbsamkeit“. Im Leitbild des auf Beschäftigung und Kompetenz ausgerichteten selbstorganisierten Lernunternehmertums konvergieren sinnbezogene Bildungsansprüche und zweckorientiertes Selbstmanagement.

Philipp Gonon, Universität Zürich
Respondenz: Peter Schlögl, Österreichisches Instituts für Berufsbildungsforschung in Wien, ÖIBF

In Kooperation mit dem IWK - Jour fixe Bildungstheorie

Mittwoch, 08. Juni 2011, 19.00
Ceija Stojka
Zeitzeuginnengespräch

Ceija Stojka wurde als Kind im Nationalsozialismus verfolgt, weil sie Romni ist. Ein Großteil ihrer Familie wurde ermordet, sie selber in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, danach in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück und von dort nach Bergen-Belsen deportiert. In den 1980er Jahren begann sie sich literarisch mit ihrer Verfolgungsgeschichte, aber auch mit der Situation der Roma im Österreich der Nachkriegszeit auseinanderzusetzen.

Ceija Stojka, Schriftstellerin, Malerin, Musikerin
Moderation: Andreas Peham, Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes

In Kooperation mit GEDENKDIENST 

Dienstag, 07. Juni 2011, 19.00
Film und Psychiatrie
Vortrag

Das Thema Psychiatrie übte im 20. Jahrhundert eine beträchtliche Faszination auf Filmschaffende aus. In Filmen wie Das Kabinett des Dr. Caligari von Robert Wiene,Spellbound von Alfred Hitchcock, Schock-Korridor von Samuel Fuller oder Einer flog über das Kuckucksnest von Milos Forman, dominierte die kritische Auseinandersetzung mit der Psychiatrie als Zwangsinstitution. Seit den 1980er Jahren kehrte sich der Beobachterstatus um: PhilosophInnen und vor allem PsychoanalytikerInnen entdeckten den Film als Analysematerial zur Exemplifizierung ihrer Theoriekonzepte.

Thomas Stompe, Psychiater, Universitätsklinik für Psychiatrie

Montag, 06. Juni 2011, 19.00
Mittels Raum regieren
Vortrag und Respondenz

Städtische Bevölkerungen werden durch staatliche Apparate in vielfältiger Weise mittels Raumproduktionen regiert. Bei Raumverboten, Videoüberwachung, crime mapping oder räumlich selektiver Polizeiarbeit wird von sozialen Verhältnissen abstrahiert, indem Räume als gefährlich oder gar kriminell behandelt werden. Diese Abstraktion mittels Verräumlichung erlaubt es, gesellschaftliche Widersprüche ohne Bezug auf Gesellschaft zu regieren. Legitimiert wird sie durch Ideologien wie der Broken Windows-These, selbst legitimiert sie extralegale Kontrollpraxen, indem sie diese in die Rechtsform überführt.

Bernd Belina, Institut für Humangeographie, Goethe Universität, Frankfurt a. M.
Respondenz: Michael Zinganel, Architekturtheoretiker

In Kooperation mit dem IWK – Culture of Control? 

 

Montag, 30. Mai 2011, 19.00
Activism and Counter-Activism in Cyberspace
Vortrag

The enforcement of media control has been evidently busted throughout the Arab spring as an effect of decentralizing and personalizing media tools. This new personalized utilization of the media allowed individuals to exploit all the affordances of the WWW medium leading to the rise of new phenomena such as Twitter journalism. Where there are benefits to such mediums there are also risks that are posed by control and distortion of information. The persistence and spreading of the Arab spring suggests that emergent self-driven reporting activity will eventually prevail over powers to control.

Kinda Al_Sayed, University College London

Montag, 23. Mai 2011, 19.00
Geschlechtlich codierte (Un-)Sicherheitsräume?
Vortrag

Das Verständnis von öffentlichen Stadträumen als „spezifischweiblichen“ Angsträumen ist erst im Zusammenhang mit der Kriminalisierung von Räumen grundlegend revidiert worden. Demnach ist nicht ein bestimmter Raumausschnitt „sicher“ oder „unsicher“; vielmehr basieren solche Bewertungen auf dem wechselseitigen Wirkungsgefüge von geschlechtlich codierten Identitäten und Räumen und dem ihm zugrunde liegenden gesellschaftlichen Ordnungssystem. Welche Formen von sozialer Kontrolle existieren in der postfordistischen Stadtgesellschaft, wie führen diese zur Raumkonstitution, welche Rolle spielen dabei geschlechtlich codierte Subjektidentitäten?

Anke Strüver, Institut für Geographie, Universität Hamburg
Respondenz: Elke Krasny, Kulturtheoretikerin

In Kooperation mit dem IWK – Culture of Control?

Freitag, 20. Mai 2011, 19.00
The Yes Men Fix the World
media activism #2

Die US-amerikanischen Medienaktivisten The Yes Men machen seit den frühen 1990er Jahren mit spektakulären Aktionen wie der Fälschung der WTO Website oder der Fälschung einer New York Times-Ausgabe mit der Bekanntgabe des Endes des Irak-Kriegs auf sich aufmerksam. In der Tradition der Kommunikationsguerilla geben sie sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele.
Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“.

Klaus Schönberger, Kulturwissenschafter und Autor, Zürcher Hochschule der Künste

The Yes Men Fix the World (USA / F / GB 2009). R: Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, Kurt Engfehr. 90 min, eOF
The Yes Men (USA 2003). R: Dan Ollman, Sarah Price, Chris Smith. 80 min. eOF

Eine Veranstaltung des TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit kinoki.

Donnerstag, 19. Mai 2011, 19.00
Von Kindern & Eltern & weiteren Verdächtigen
Filmpräsentation und Diskussion

Mit einer Auswahl von Kurz- und Experimentalfilmen stellt der Regisseur Philip Aleksiev einen Teil seiner Arbeit zu seinem Weltbild sowie Annäherungen und Andeutungen an eine überholte Gesellschaft vor. In unterschiedlichen Erzählstrukturen, bewegen sich archetypische Charaktere im Kreise, immer auf der Suche nach einer Wahrheit oder wenigstens nach einem Opfer oder Sündenbock.

Augenblicke (2007) 14 min.
Curriculum Vitae (2008) 5 min.
X-Charaktere, Bruchstücke einer Erzählung (2009) 24 min.
Angels of Death (2009) 15 min.
Jetzt oder Nie (2011) 99 sec.

Anschließend Gespräch mit Philip Aleksiev, Autor und Regisseur und Franziska Bruckner, Filmwissenschafterin, Universität Wien

 

Donnerstag, 12. Mai 2011, 19.00
Ilija Jovanovic
Buchpräsentation

Im vergangenen Herbst starb in Wien der bekannte Roma-Dichter Ilija Jovanovic. 1950 in Serbien geboren, übersiedelte Ilija Jovanovic 1971 mit seiner Frau nach Wien. Lange Jahre war er Obmann des Romano Centro. 1999 erhielt er für seine Arbeiten den Theodor-Körner-Preis, im November 2010 den Exil-Lyrikpreis. Vor kurzem erschien – mit einem Nachwort von Elfriede Jelinek – der letzte von ihm persönlich zusammengestellte Gedichtband Mein Nest in deinem Haar – Moro kujbo ande cire bal.

Zu Ilija Jovanovic und seinem Werk sprechen Ursula Hemetek, Mozes Heinschink, Alev Korun, Dragan Jevremovic, Christa Stippinger, Peter Paul Wiplinger
Moderation: Thomas Busch

Ilija Jovanovic: Mein Nest in deinem Haar / Moro kujbo ande cire bal. Gedichte. Romanes und Deutsch. Edition Niemandsland, Klagenfurt: Drava Verlag 2011

Eine Veranstaltung von Drava Verlag, Romano Centro, Grüne Bildungswerkstatt Minderheiten

Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.00
Genozid an österreichischen Roma und Sinti
Vortrag

Mit dem „Anschluss“ Österreichs kam es zu einer Radikalisierung der Verfolgung von Roma und Sinti im gesamten „Großdeutschen Reich“, treibende Kraft dahinter waren ostösterreichische Gauleiter. Bereits 1938 und 1939 wurden im Burgenland 3200 Roma und Sinti in Konzentrationslager gesperrt. Die angestrebte schnelle Deportation scheiterte vorerst, wurde aber mit dem Vordringen der Deutschen Wehrmacht Richtung Osten 1941 Realität, parallel zu den Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem gesamten Reichsgebiet. Anfang 1943 wurden wieder tausende Roma und Sinti deportiert; sie wurden in Auschwitz ermordet.

Florian Freund, Institut für Zeitgeschichte, Uni Wien

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Dienstag, 10. Mai 2011, 19.00
Kultur des Todes in El Salvador
kinokis mikrokino #182

Für sein Portrait einer Generation, die sich selbst auslöscht, begleitete der Filmemacher Christian Poveda zwei Jahre lang Angehörige der Jugendbande Mara 18 in El Savador, die einen Großteil der Ermordeten, aber auch der MörderInnen stellt. Jorge Dalton analysiert im Dokumentarfilm Entre los muertos die Omnipräsenz des Todes in El Salvador als eine Erscheinung, die nicht nur Schicksal und Effekt politischer Verhältnisse ist, sondern auch Ausdruck einer Kultur des Todes, nach deren Wurzeln Dalton sucht.

La Vida loca – Das verrückte Leben (F / Mex / E 2008). R: Christian Poveda. 90 min
Entre los muertos – Inmitten der Toten (El Salvador 2006). R: Jorge Dalton. 60 min

Anschließend Gespräch mit Jorge Dalton und Tina Leisch, kinoki

Samstag, 07. Mai 2011, 19.00
nowiswere
Präsentation und Diskussion

nowiswere agiert seit 2008 als Online-Magazin zur zeitgenössischen Kunst mit Sitz in London und Wien. Internationale AutorInnen, KünstlerInnen, KuratorInnen und KritikerInnen werden eingeladen, in Bild- und Textbeiträgen über ihre eigene, oder die Produktion und Praxis anderer zu sprechen. Anlässlich seines zweijährigen Jubiläums präsentieren Herausgeberinnen und Beitragende das Magazin erstmals in Wien.

Anita di Bianco, Künstlerin, Berlin
Yane Calovski, Künstler und Kurator, Skopje
Mara Ferreri, unabhängige Autorin, London
Veronika Hauer, Künstlerin, Autorin, Herausgeberin nowiswere, Wien
Fatos Ustek, Kuratorin, Kritikerin, Herausgeberin nowiswere, London

Freitag, 06. Mai 2011, 17.00
Phantombilder – Zwischen Fakt und Fiktion
KINOLOG – Vorträge, Filme, Diskussion

Phantombilder beschreiben Grauzonen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vergessen und Erinnern, zwischen Wahrnehmung und Einbildung; dabei gehören sie weder zu der einen noch zu der anderen Zone, wohl eher sind sie ein Ausdrucksmittel auszuverhandelnder Grenzen. Sie sind Mittel der Konstruktion wie der Re- und Dekonstruktion zur Vergegenwärtigung des Abwesenden, um es ins Bild zu bringen.

17.00 Vortrag: Fait – Fétiche – Faitiche. Laurette Burgholzer, Studentin der TFM, Uni Wien – Film: Dialog von Michael Paninski, Kameramann und Student der TFM, Uni Wien

18.30 Vortrag: Verdichtungen. Mirjam Garscha, Studentin der Komparatistik, Uni Wien – Film: Schwester von Christian Müller, freischaffender Filmemacher und Student der TFM, Uni Wien

20.00 Vortrag: Drehbarkeiten des Tabus. Markus Lehner, Student der TFM, Uni Wien – Film: Der Widerwärter  von Tanja Wögerbauer, freischaffende Filmemacherin, Wien

Moderation: Viktor Dill,  Andreas Schmiedecker, Studierende der TFM, Uni Wien

In Kooperation mit KINOLOG

Donnerstag, 05. Mai 2011, 19.00
Dekonstruktion, Differenz und Lernen
Vortrag

Dekonstruktiv orientierte Differenztheorien eröffnen neue reflexive Perspektiven für die Analyse wie auch für die konzeptionelle Gestaltung von Lehr- und Lernsituationen. Wie können Lehr- und Lernsituationen unter Bezugnahme auf die Theorien der Dekonstruktion und die Theorien der Differenz neu verstanden und anders gestaltet werden? Was sind die Besonderheiten dekonstruktiver Perspektiven auf Differenzverhältnisse, was können Ansatzpunkte für eine dekonstruktive Didaktik sein?

Melanie Plößer, Fachhochschule Kiel

In Kooperation mit IWK – Jour fixe Bildungstheorie

Mittwoch, 04. Mai 2011, 19.00
Another Road Map for Arts Education
Präsentation und Diskussion

Anlässlich der UNESCO-Weltkonferenz für kulturelle Bildung wurde 2006 die Road Map for Arts Education verabschiedet. In dieser werden Strategien für eine „effektive Bildung“ durch Kultur als Empfehlungen an Regierungen und Bildungseinrichtungen weitergegeben. Als kritische Reaktion rief das Institute for Art Education in Zürich das Projekt Another Road Map for Arts Education ins Leben: „One that does not take for granted the positing of creative education in relation to the expansion of a creative class, or a creative economy.“ Im Rahmen dieser
Initiative hat eine Gruppe aus Wien ihre eigene Analyse und Kritik der UNESCO-Variante erarbeitet.

Carla Bobadilla, Fotografin
Barbara Mahlknecht, Kulturorganisatorin
Katharina Morawek, Kunstvermittlerin
Karin Schneider, Kunstvermittlerin
Iver Ohm, Kunstheoretiker

Dienstag, 03. Mai 2011, 19.00
Fair Flowers - Mit Blumen für Menschenrechte
Vortrag und Diskussion

Kenia ist der größte außereuropäische Blumenproduzent für die Europäische Union. Guatemala hingegen produziert, wenn auch in weitaus kleinerem Maßstab, hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt. Gemeinsam sind ihnen Arbeitsrechtsverletzungen und Belastungen der Umwelt durch die Blumenproduktion. Redempta Akoth Josia und José Gabriel Zelada Ortiz sprechen über die spezifische Situation der BlumenarbeiterInnen in Kenia und Guatemala und von den Strategien ihrer Organisationen im Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

José Gabriel Zelada Ortiz, Direktor der Arbeitsrechtsorganisation CEADEL- Centro de  Estudios y Apoyo al Desarrollo Local/ Studien- und Unterstützungszentrum für lokale  Entwicklung
Moderation: Sophie Veßel, FIAN Österreich und Philip Doyle, Südwind Agentur

Veranstaltung mit Übersetzung aus dem Spanischen

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne Fair Flowers - Mit Blumen für Menschenrechte  von FIAN Internationalen Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren, der Volkshilfe Österreich, sowie I SHOP FAIR - KonsumentInnen-Netzwerk von Südwind

Montag, 02. Mai 2011, 19.00
Embedded Feminism?
feminismen diskutieren. Workshop

Die Bezugnahme auf Frauenrechte und sexuelle Minderheiten spielt bei militärischen Interventionen immer wieder eine Rolle, auch in Debatten um Migration und Integration, um innere und äußere Sicherheit, um Bildung. Krista Hunt spricht daher analog zur Strategie des in militärische Aktivitäten integrierten ‚embedded journalism‘ von ‚embedded feminism‘, wenn es um die Indienstnahme von Frauen- und Geschlechterfragen für die Legitimation staatlicher Gewalt geht. Doch tragen feministische und queere Positionen mitunter nicht auch selbst dazu bei, repressive Politiken zu legitimieren?

Claudia Brunner, Politikwissenschafterin, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Katrin Oberdorfer, Psychologin, Universität Wien
Moderation: Sabine Prokop, Kulturwissenschafterin, Verband feministischer Wissenschafterinnen

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Samstag, 30. April 2011, 19.00
Sozionik
Podiumsdiskussion

Das Nachdenken über künstliche Intelligenz und soziale Robotik in technologischen und kulturellen Zukunftsvorstellungen war und ist immer eingebettet in idealistische und abstrakte Szenarien von Gesellschaft. Eifrig werden Vorstellungen einer Zukunft entworfen
die den Menschen im Sinne des Fortschritts zugute kommen sollen. Ob die Legende des Golem, die Distopie des Terminators oder die Utopie von Spielbergs A.I., alle beleben damit einen ideologischen Futurismus. Mit dem Rahmenthema Sozionik (W. Rammert) wird die Zukunft sozialer- und technischer Kooperationen zwischen Menschen, Maschinen und Robotern, vor allem unter dem Aspekt ihrer Hybridisierung und Sozietät im 21. und 22.
Jahrhundert zum Thema gemacht.

Judith Denkmayr, digital affairs
Johannes Grenzfurthner, monochrom
Martin Stepanek, futurezone.at
Moderation: Lorenz Seidler, esel.at

Eine Veranstaltung von Maispace

Freitag, 29. April 2011, 19.00
Abschied von der Illusion
Krise ohne Ende. Teil 1

Angesichts der Verwerfungen nach dem Finanzcrash und der folgenden Weltwirtschaftskrise richten sich die Hoffnungen vieler auf eine „andere“ Politik. Regulierungen im Dienste des Allgemeinwohls sollten die Macht der Finanzmärkte bändigen und eine soziale und ökologische Neuausrichtung ermöglichen. Stattdessen bleibt den staatlichen Krisenverwaltern kaum mehr als die Aufrechterhaltung „systemrelevanter Funktionen“.
Warum die Politik die Krise nicht lösen kann und es
einer neuen Perspektive sozialer Emanzipation bedarf.

Norbert Trenkle, Gruppe Krisis, Nürnberg
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich

Dienstag, 26. April 2011, 19.00
Die Vaterlosen
Let’s talk about scripts …

Ein großes, halbverfallenes Haus auf dem Lande. Hans, der von seiner deutlich jüngeren Lebensgefährtin gepflegt wird, liegt im Sterben. Sein Sohn Niki, der mittlerweile als Mediziner in München lebt, kommt gerade noch rechtzeitig ans Sterbebett. Aber er bekommt nicht, was er sich von Hans erhofft hat: eine späte Bekundung von Anerkennung und Liebe.

Marie Kreutzer, Drehbuchautorin, Regisseurin, Robert Buchschwenter, Ursula Wolschlager, DramaturgInnen Die Vaterlosen (Ö 2011)
Moderation: Dagmar Streicher, drehbuchFORUM

In Kooperation mit dem drehbuchFORUM

Donnerstag, 21. April 2011, 19.00
Zu früh, zu spät
kinokis mikrokino #181

Die Revolten in mehreren arabisch-sprachigen Ländern schaffen offene Situationen, deren Entwicklung niemand absehen kann; scheinbar unvorhersehbar kommt die Revolution immer „zu früh“ oder „zu spät“. Straub / Huillet gaben 1981 einem Film diesen Titel, in dem Aufnahmen aus Ägypten mit Texten aus Klassenkämpfe in Ägypten von Mahmoud Hussein verbunden wurden. Wie spiegelt sich die Kette von Ereignissen, die seit Beginn des Jahres die „arabische Welt“ verändert, in Filmen? Ältere und neue Filme, Videos und YouTube-Streams, machen die historischen Gründe, sozialen Verhältnissen aktuellen Selbstverständnisse und Erfahrungen in arabischen Ländern sichtbar.

Zu früh, zu spät – Trop tôt, trop tard (Frankreich / Ägypten 1981). R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet. Omu (Ausschnitte)

Freitag, 15. April 2011, 19.00
Das Subjekt der Normalität
feminismen diskutieren

Michaela Ralser zeigt die historische Psychiatrie als Muster und Motor einer spezifischen Konstituierung der Menschen als Subjekte. Die psychiatrische Wissensproduktion erlangt um 1900 herausragende Deutungsmacht und verschafft sich weit über die Klinik hinaus soziale Geltung. Als Gesellschaftswissenschaft
interveniert die Jahrhundertwende-Psychiatrie erfolgreich in die Debatten um die Krise der Moderne, die soziale Frage, die Ordnung der Geschlechter, um Degeneration, Sozial- und Rassehygiene. Als interdisziplinäres Projekt einer frühen Public Health Policy wandelt sie den Diskurs über
die Kranken zunehmend in einen über die Gesunden.

Michaela Ralser, Institut für Erziehungswissenschaft, Uni Innsbruck

Moderation: Sabine Prokop, VfW

Michaela Ralser: Das Subjekt der Normalität. Wissensarchiv der Psychiatrie. Kulturen der Krankheit um 1900. Paderborn: Verlag Wilhelm Fink 2010

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Donnerstag, 14. April 2011, 19.00
Eine unerhörte Diskriminierung?
Vortrag und Diskussion

Im Zuge des aktuellen Präsidentschaftswahlkampfes wurde einmal mehr die Frage nach der Zeitmäßigkeit der Habsburger-Gesetze aufgeworfen. Kurzfristig schien über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit über die notwendige Streichung des entsprechenden Passus zu herrschen, doch inzwischen formiert sich Widerstand. Inmitten des großen Getöses macht es Sinn, sich Zeit zu nehmen, um sich in Ruhe mit dem die Habsburger betreffenden Gesetzeskomplex auseinander zu setzen.

Ilse Reiter-Zatloukal, Juristin, Institut für Rechtsgeschichte, Universität Wien
Ronald Faber, Jurist, Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes

In Kooperation mit Gedenkdienst

Mittwoch, 13. April 2011, 19.00
Rechtsextrem
Buchbesprechung

Was einst Bomberjacken und Springerstiefel vermittelten,
wird heute mit weniger auffälligen Kleidungsstücken erzielt.
Die Garderobe von Rechtsextremen hat sich dem Mainstream angepasst. Für Laien kaum zu erkennen, weisen Symbole oder Abkürzungen auf die Zugehörigkeit zur Szene hin. Ein Ratgeber für LehrerInnen, AusbildnerInnen, Eltern und andere Interessierte erklärt Hintergründe und zeigt aktuell verwendete Codes auf. Nicht zuletzt am Beispiel rechtsradikaler Musik, denn diese ist es, die für immerhin 80 % der rechtsextrem gesinnten Jugendlichen den Einstieg bedeutet.

Christa Bauer, Willi Mernyi, Mauthausen Komitee Österreich

Christa Bauer, Willi Mernyi: Rechtsextrem. Wien: ÖGB Verlag 2010

In Kooperation mit GEDENKDIENST 

Montag, 11. April 2011, 16.00
The Journal for Northeast Issues
Vienna Meeting

Das Journal for Northeast Issues bringt künstlerische Arbeiten zusammen, die sich mit kulturgeografischen, urbanen,architektonischen und ortsspezifischen Fragestellungen auseinandersetzen und die Offenheit sozialer Räume einfordern. In Revitalisierungsbestrebungen von Metropolen und aktuellen Konzepten von Stadtplanung spielt Kunst eine gefragte Rolle. Das Journal erkundet und initiiert künstlerische Strategien, die selbstbestimmte kollektive Perspektiven entwickeln.

Megastructures:
Martins Duselis, Christian Gattringer, Sara Hammer, Nefeli Papakyriakopoulou, Dagnija Smilga, Marc Werner, Elisabeth Zeininger, Studierende am Institut für Kunst und Architektur; Angelika Schnell, Architekturtheoretikerin,
Akademie der bildenden Künste Wien

Markets:
Theresia Klestorfer, Studierende am Institut für Kunst und Architektur
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Birgit Lurz, Kuratorin
Inge Manka, Institut für Kunst und Gestaltung, TU Wien
Katharina Petru, Studierende am Institut für das künstlerische Lehramt
Allan Siegel, Künstler, Budapest
Melanie Wurth, Studierende am Institut für das künstlerische Lehramt

Maps:
Veronika Barnas, Künstlerin
Carla Bobadilla, Künstlerin
Antonia Dika, Architekturschaffende
Miklós Erhardt, Künstler, Budapest
Aino Korvensyrjä, Künstlerin
Renate Mihatsch, Künstlerin
Levente Polyák, Kurator, Budapest
Michael Zinganel, Künstler und Kulturtheoretiker

Freie Sektion:
Peter A. Krobath, Schriftsteller
Andrea Seidling, Kuratorin
Ruby Sircar, Künstlerin und Kuratorin

Vienna Meeting entstand in Zusammenarbeit von Elke Krasny und Angelika Schnell, Akademie der bildenden Künste Wien, anlässlich der Doppelnummer 5– 6 des Journal for Northeast Issues.

Dienstag, 05. April 2011, 19.00
Verteilen und Zentralisieren in sozialen Medien
10 THESEN

Unbestreitbar gibt es einen Zusammenhang zwischen technischer und sozialer Entwicklung – aber welchen? Neue soziale Medien wie Facebook, Twitter, Piratebay und Wikileaks werfen diese Frage mit besonderer Dringlichkeit auf. Sind ihre Effekte zentralisierend oder dezentralisierend? Statt einer generellen Antwort und den damit verbundenen wohlbekannten Mustern der Euphorie oder Depression soll die widersprüchliche Gleich-
zeitigkeit beider Tendenzen in den Blick genommen werden.

Eva Horn, Inst. f. Germanistik, Uni Wien
Ramon Reichert, Inst. f. Theater-, Film- u. Medienwissenschaft, Uni Wien
Felix Stalder, Inst. f. Gegenwartskunst, HS f. Kunst u. Gestaltung Zürich

Montag, 04. April 2011, 19.00
Ein Denkmal für Deserteure
Vorträge und Diskussion

2009 rehabilitierte die Republik Österreich die Opfer der NSMilitärjustiz. Das zwischen SPÖ und Grünen abgeschlossene Wiener Regierungsübereinkommen sieht nun die Errichtung eines Deserteursdenkmals vor und kommt damit einer langjährigen Forderung des Personenkomitees Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz nach, das seine Positionen zum geplanten Denkmal zur Diskussion stellt.

Anmerkungen zur Auseinandersetzung um die
Deserteursdenkmale in der Bundesrepublik Deutschland

Magnus Koch, Historiker, Hamburg

Erinnerungspolitik und Erinnerungsorte in Österreich
Heidemarie Uhl, Historikerin, Wien

Gedenkorte für die Opfer der NS-Militärjustiz in Wien
Paula Bolyos, Politikwissenschafterin, Wien

Einige Grundthesen zum Denkmal
Thomas Geldmacher, Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz, Wien

Moderation: Eva Blimlinger, Historikerin, Wien

In Kooperation mit dem Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz

Freitag, 01. April 2011, 19.00
Figuren des Immunen
Buchpräsentation

Die republikanischen Auseinandersetzungen zwischen Plebejern und Patriziern bilden ein Urszenarium politischer Theorie. Der Exodus der Plebejer, die darauf folgenden Kämpfe zweier politischer Ordnungen um eine neue Konstituierung und die widerständige Funktion des „homo sacer“ liefern das Material für eine Neuinterpretation der römischen Geschichte und bieten den Hintergrund für eine epochenübergreifende Analyse des Wechselspiels zwischen dem Gefährdet-Bedrohlichen und der herrschenden Ordnung.

Isabell Lorey, Politologin, Humboldt-Universität Berlin
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der bildenden Künste Wien

Isabell Lorey: Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie. Zürich: diaphanes 2011

Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating Worlds.

Mittwoch, 30. März 2011, 19.00
Organisierung queer-kollektiv?
feminismen diskutieren

Persönliche Herrschaft in quasi-feudalen Abhängigkeits-strukturen, wie zum Beispiel an Universitäten, einerseits und abstrakte Herrschaft durch Kapitalismus andererseits sollen mit besonderer Aufmerksamkeit für Prozesse der Schein-Partizipation in Frage gestellt werden. Bieten nicht-hierarchieförmige, basisdemokratische, queere, rotierende und experimentierende Kollektive und Identitäten eine Alternative, um heteronormative Zwänge aufzuweichen und Anerkennung neben den etablierten Institutionen zu organisieren? Was hilft gegen Männerbünde? Oder was können emanzipatorische Zusammenhänge von diesen lernen?

Eva Aichholzer, Historikerin, Bündnis für Eine Welt, Klagenfurt
Barbara Eder, Soziologin
Heide Hammer, Philosophin, Gruppe mañana
Utta Isop, Philosophin, Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien Klagenfurt
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Dienstag, 29. März 2011, 19.00
10 Thesen zu: YouTube
Podiumsgespräch

Die Film- und Medienwissenschafterin Andrea Seier untersuchte Re-enactments von Fernsehserien, die ZuschauerInnen mit ihren YouTube-Clips verbreiten. Welche neuen Perspektivierungen verlangen diese Medienpraktiken der ‚active audience‘, die Henry Jenkins als Teilelement einer neuen Partizipationskultur diskutiert? Inwiefern können die politischen Register, in denen diese Diskussion geführt wird, zur Disposition gestellt werden? Lassen sich die Re-Enactments mit Marc Andrejevic – Autor von The work of being watched – etwa auch als ‚Arbeit‘ verstehen?

Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Andrea Seier, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Veranstaltungreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramon Reichert

Donnerstag, 24. März 2011, 19.00
Übergang
Theoriesalon

Mathieu Wellner interessiert die Konstante der Veränderung von einem Zustand zu einem anderen: der Übergang. Nur dass sich zum Beispiel bei abrupten Veränderungen die Übergangsdauer sehr verkürzen kann. Kann diese Situation auch isoliert und rein räumlich betrachtet werden? Geht es doch immer um Übergangs-Räume: zum Beispiel in Brachen, leerstehenden Gebäuden, Treppenhäusern, Gefängnissen oder gar in der eigenen Gedankenwelt.

Mathieu Wellner, Architekt und Kurator, München
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien

In Kooperation mit Expanded Design

Freitag, 18. März 2011, 19.00
Private Investigation II
kinokis mikrokino #180/2

„Jinga“ bezeichnet eine Grundfigur des Capoeira, einer afrobrasilianischen Kampf- und Tanztechnik. In diesem von Sklaven entwickelten Kampfstil sind Angriff und Verteidigung nicht zu unterscheiden. Ula Tabari setzt in Jinga48 die in Private Investigation begonnene Recherche fort. Aus der Generation der Kinder sind nun selbstbewusste, Capoeira übende Teenager geworden, die die filmische Forschung nach palästinensischen Identitäten in Israel und ihrer historischen Wurzeln in den Jahren 1948 und 1976 nun selbst übernehmen.

Jinga48 (Palästina / Qatar 2009). Regie: Ula Tabari. 76 min, OmeU

Anschließend Gespräch mit Ula Tabari

Donnerstag, 17. März 2011, 19.00
Private Investigation I
kinokis mikrokino #180/1

Mit Private Investigation richtet die Filmemacherin Ula Tabari den Blick auf die palästinensische Bevölkerung in Israel. Kurz vor dem israelischen Unabhängigkeitstag, dem palästinensischen Tag der „Naqba“ – Tag der Katastrophe – spricht sie mit ihren Eltern, mit FreundInnen, mit Menschen auf der Straße darüber, was dieser Tag für sie bedeutet. Sie alle haben die israelische Staatsangehörigkeit und sind gleichzeitig palästinensisch, werden aber bei allen Verhandlungen über Lösungsmodelle für den Konflikt zwischen Israel und Palästina nahezu ignoriert.

Private Investigation (F / D 2002). Regie: Ula Tabari. 85 min, OmdtU

Anschließend Gespräch mit Ula Tabari
   

Mittwoch, 16. März 2011, 19.00
MUMOK neu
Gespräch

Seit dem 1. Oktober 2010 hat das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien mit Karola Kraus eine neue Direktorin. Lange blieben die Pläne für die Neuausrichtung des MUMOK etwas im Dunkeln. Nun werden erste Ideen der Öffentlichkeit genannt: von einer Umbauphase ist die Rede, ebenso von neuen Konzepten für Wechselaus-stellungen und Sammlungspräsentationen. Wie sehen die Pläne für Museum und Sammlung nun im Konkreten aus? Wie wird sich das Mumok in Zukunft präsentieren? Und wo wird sich das Haus in der Wiener Museumslandschaft positionieren?

Karola Kraus, Direktorin MUMOK
Thomas Trenkler, Der Standard

Montag, 14. März 2011, 19.00
100 Jahre. FrauenPolitiken. Woher – wohin?
feminismen diskutieren

Am 19. März 1911 gingen an die 20000 Frauen – und Männer – auf die Wiener Ringstraßen, um für Frauenrechte zu kämpfen. Ihre Anliegen waren allgemeines Frauenwahlrecht, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, 8-Stunden-Tag, die Senkung der Lebensmittelpreise, die Einführung einer Sozialversicherung, die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und Frieden. Ähnliche Demonstrationen fanden in Deutschland, der Schweiz, Dänemark und den USA statt. Am 19. März 2011 soll wieder eine große Demonstration am Wiener Ring stattfinden. Noch immer gibt es vielfältige und uneingelöste feministische Forderungen, die nach Umsetzung rufen.

Susanne Dermutz, Bildungsforscherin, Klagenfurt
Andrea Ellmeier, Historikerin, Wien
Monika Jarosch, Juristin, Innsbruck
Ulli Weish, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Wien
Moderation: Birge Krondorfer, Philosophin, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen, der Plattform_20000frauen und der Frauenhetz

Donnerstag, 10. März 2011, 19.00
Urbanismus und räumliche Demografie
Theoriesalon

Deane Simpson untersucht die zunehmend wichtige Rolle von statistischen Marketinginstrumenten in der Produktion von Stadträumen. Im Speziellen fokussiert er auf die Auswirkungen einer speziellen zeitgenössischen Art der Demografie, die sich ausschließlich auf Populationscharakteristiken wie Alter, Gender, Rasse, Bildung und verfügbares Einkommen konzentriert und überwiegend für Marketingzwecke eingesetzt wird. Als Fallbeispiele dienen Deane Simpson PensionistInnen-
Enklaven, die so genannten Sun Cities.

Deane Simpson, Architekt, Zürich / Kopenhagen
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien

Veranstaltung in englischer Sprache.

In Kooperation mit Expanded Design

Mittwoch, 09. März 2011, 19.00
Zur sozialen Lage der Roma und Sinti
Vortrag

Roma und Sinti wurden in Österreich über Jahrhunderte benachteiligt und verfolgt, lange vor dem so genannten Anschluss. Die Mehrheit der rund 12.000 Mitglieder der bis lange nach dem Krieg als „Zigeuner“ diskriminierten Volksgruppe fiel der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zum Opfer. Für die Überlebenden war die Situation nach dem Krieg nicht anders als vor 1938. Berichte von Polizei und Fürsorge sowie fotografische Quellen geben Auskunft über die soziale Lage der Roma und Sinti von der Zwischen- bis zur Nachkriegszeit.

Gerhard Baumgartner, Historiker und Journalist

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Dienstag, 08. März 2011, 19.00
Black Brown White
Let´s talk about...Scripts

Der Fernfahrer Don Pedro fährt nicht zum ersten Mal mit einer Ladung ukrainischem Knoblauch nach Marokko. Dort nimmt er Flüchtlinge auf, um sie hinter das Gemüse gepfercht nach Europa zu schmuggeln. Eine tückenreiche Reise nach Schengenland beginnt.

Erwin Wagenhofer, Drehbuchautor und Regisseur Black Brown White (Allegro Film, A 2010)
Moderation: Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien

Montag, 07. März 2011, 19.00
Psychische Erkrankung und Armut
Podiumsgespräch

Die Gesundheit gilt in der Armutsdiskussion als eine besonders wichtige Komponente. Zwischen psycho-sozialen Erkrankungen und Armut besteht ein deutlicher Zusammenhang: Zwei von drei chronisch psychisch kranken Menschen in Österreich leben unter der Armutsgrenze. Oft ist der Zugang zu Therapien und Medikamenten für sie erschwert. Groß ist die Forderung, das Bewusstsein für die Lage armer Menschen zu schärfen, ihren Zugang zu Rechten, Ressourcen und
Dienstleistungen zu fördern und Stereotype und Stigmatisierungen zu bekämpfen.

Werner Schöny, Psychiater, OÖ Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg, pro mente Österreich
Martin Schenk, Sozialexperte, Diakonie Österreich
Moderation: Gabriele Horak-Böck, freie Journalistin

Dienstag, 01. März 2011, 19.00
Generali Foundation: unExhibit
Ausstellungsbesprechung

Am 3. Februar wird in der Generali Foundation die Ausstellung unExhibit eröffnet. Diese nimmt Bezug auf Richard Hamiltons legendäre Ausstellung an Exhibit in der Hatton Gallery in Newcastle von 1957, deren Strategie es war, „no objects, no ideas“ zu zeigen, und damit das Display selbst zum Gegenstand der Ausstellung zu machen. Die Generali-Schau möchte diesen Ansatz radikalisieren und das Nichtausstellen im buchstäblichen und übertragenen Sinne ausstellen.

Marion von Osten, Akademie der bildenden Künste Wien
Christian Höller, Springerin
Moderation: Eva Maria Stadler, freie Kuratorin

Mittwoch, 23. Februar 2011, 19.00
Die Landschaft vor der Ökologie
Theoriesalon

Im Architekturdiskurs der 1940er und 1950er Jahre wurde – lange vor dem Ausdruck „Ökologie“ – der Begriff „Landschaft“ verwendet. Die vielfältigen Verwendungen dieses Begriffes wurden 1956 von Gyorgy Kepes in der paradigmatischen Ausstellung The New Landscape in Art and Science zusammengefasst. Eliana Sousa Santos begreift diese Ausstellung als ein holistisches Experiment im Kalten Krieg, dessen Ziel es war, die kreativen Disziplinen als ein Feld zu definieren, das alle
Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften vereint.

Eliana Sousa Santos, Architektin, Universidade de Coimbra, Portugal
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien

Veranstaltung in englischer Sprache.

In Kooperation mit Expanded Design

Donnerstag, 17. Februar 2011, 19.00
Februar 34: Tränen statt Gewehre
kinokis mikrokino #179

"Im Goethehof hat es dann geheißen: Ein jeder hat seine Waffen! Jetzt haben sie das Bad aufgehaut, die Mauer vom Bad, eine bestimmte Stelle. Da waren drinnen vier Revolver und zehn Gewehre! Und 170 Mann sind dagestanden zum Kampf bereit. Kannst du dir das vorstellen!“ Anni Haider schildert in Tränen statt Gewehre wie sie als aktive Sozialdemokratin die Ereignisse der Februarkämpfe 1934 erlebte.
Mit seinem Spielfilm Die Kameraden des Koloman Wallisch erzählt Michael Scharang von Menschen, die in den Sog der Ereignisse um die Februarkämpfe 1934 gerissen werden. Ausgungspunkt für die filmische Schilderung alltäglicher Schicksale ist der Nationalratsabgeordnete Koloman Wallisch, der kurz nach Beginn der Kämpfe durch die Dollfuß-Regierung hingerichtet wurde.

Anschließend Gespräch mit Karin Berger und Elisabeth Holzinger

Tränen statt Gewehre (A 1983). R: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik, Nadja Trallori. 30 Min
Die Kameraden des Koloman Wallisch (A 1983/84). R: Michael Scharang. 90 Min

Freitag, 04. Februar 2011, 19.00
Architektur: Zwischen Gemeinwesen und Raum
Theoriesalon

John Palmesino und Ann-Sofi Rönnskog fragen nach den Relationen von gebauter Umwelt in Beziehung zu den zeitgenössischen Spielarten sozialer Aneignung von Raum und Architektur. Kann die aktuelle Veränderung des Begriffes „BürgerInnenschaft“ durch eine Analyse konkreter, materieller Konfigurationen von Territorien, Metropolen und den sich ausdehnenden urbanen Gebieten verstanden werden?

John Palmesino, Ann-Sofi Rönnskog, Territorial Agency, London
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien

Veranstaltung in englischer Sprache.

In Kooperation mit Expanded Design

Dienstag, 01. Februar 2011, 19.00
Echte Wiener 2
Let´s talk about...Scripts

Die Familie Sackbauer erbt eine Villa in Baden. Während Edmund überlegt was man mit dem Garten alles anstellen kann, bahnen sich einige Veränderungen an: Enkel Rene hat große finanzielle Schwierigkeiten, desse Sohn Edi jagt seiner Hip Hop Karriere nach und zwischen Edmund und seiner Toni kriselt es, als sie beschließt nach Irland zu reisen um das Erbe zu regeln. So ist also Edmund auf sich alleine gestellt und versucht, über die Runden zu kommen…

Barbara Gräftner, Drehbuchautorin, Regisseurin Echte Wiener 2 (Bonus Film, Ö 2010)

Moderation: Dagmar Streicher, drehbuchFORUM

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien

Montag, 31. Januar 2011, 19.00
Die „Pädagogisierung“ der Erinnerung
Buchpräsentation und Diskussion

Vor 66 Jahren wurde Auschwitz befreit. Heute ist das ehemalige Konzentrationslager ein Ort des Gedenkens aber auch ein Ort, an dem gelernt werden soll. Das "Lehren der Vergangenheit“ entwickelt sich zunehmend zur Fachdisziplin, die viele Fehler des Schulunterrichts auf diesem Gebiet aufdeckt. Muss die Vergangenheit didaktisch aufbereitet werden, um zugänglich zu sein? Inwiefern kann Pädagogik hier eine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte fördern, inwiefern wird
sie zum Selbstläufer?

Till Hilmar, GEDENKDIENST
Nora Sternfeld, Büro trafo.K
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Florian Wenninger, Institut für Zeitgeschichte, Uni Wien

Hilmar, Till (Hg.): Ort, Subjekt, Verbrechen. Koordinaten historischpolitischer Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus. Wien: Czernin 2010

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Freitag, 28. Januar 2011, 19.00
Community Based Design, and Beyond!
Theoriesalon

Mathias Heyden thematisiert autogenerative, radikal-emanzipative Zivil- und Raumpolitiken hinsichtlich möglicher Planungs- und Architekturpraktiken. Entlang dreier Berliner Generationen alternativer Wohn-, Arbeits- und Kulturbauten diskutiert er eine zunehmend informelle, situative Stadtentwicklung. Wie kann eine basisdemokratische, konsequent nachhaltige Entwicklun von Stadt als Ganzes gedacht werden?

Mathias Heyden, ISPARA – Institut für Strategien partizipativer Architektur und räumlicher Aneignung, Berlin
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien

In Kooperation mit Expanded Design. Theoriesalon – eine von Expanded Design konzipierte Reihe von architektur- und designtheoretischen Seminaren, diskutiert die Ausweitung des Design- und Architekturbegriffs und fragt nach Möglichkeiten einer kritischen zeitgenössischen Architektur- und Designpraxis.

Donnerstag, 27. Januar 2011, 19.00
Feministische Ökonomie
Vortrag

Konzepte der alternativen Politischen Ökonomie ermöglichen es, die Kritik an der Ökonomisierung von Bildung zu erweitern. Die Feministische Ökonomie ist ein Teil einer solchen alternativen Politischen Ökonomie; ein diesbezügliches Praxisfeld mit langjähriger Erfahrung ist der Frauenakademie-Lehrgang Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln. Zur Diskussion steht die theoretische Grundlegung, Umsetzung und die Wirkungen des Lehrgangs sowie Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen einer kritischen Wirtschaftskompetenz für übergreifende Prozesse der individuellen und kollektiven Ermächtigung.

Margit Appel, Gesellschaftspolitik und Politische Erwachsenenbildung in der Katholischen Sozialakademie Österreichs
Luise Gubitzer, Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien

In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste und dem IWK

Mittwoch, 26. Januar 2011, 19.00
Bevor Big Brother kam
feminismen diskutieren

Mit ihrem neuen Buch fragt Sabine Prokop nach den Mechanismen des Fernsehens und wie ZuseherInnen diese umgehen können. Im durch die TV-Unterhaltung entstehenden Vergnügen vermuten feministische Wissenschaften eine Möglichkeit, Widerstandspotential gegen repressive soziokulturelle Strukturen zu entwickeln. Populär kann im Fernsehen nur werden, was Subtexte anbietet und Lesen gegen den Strich möglich macht. Mediensemiotik und Cultural Studies gehen dabei von
Texten als offene und keinesfalls reibungslos vor sich gehende Prozesse aus.

Sabine Prokop, Kultur- und Medienwissenschafterin, Künstlerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin und Historikerin, Universität Wien
Gloria Withalm, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst, Wien
Moderation: Harriet Leischko, Handelswissenschafterin

Sabine Prokop: Bevor Big Brother kam. Über das Fernsehen am Ende des 20. Jahrhunderts. Angewandte Kulturwissenschaften Wien, Bd 16. Wien: Praesens 2010

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen

Montag, 24. Januar 2011, 19.00
Geschlecht und Heteronormativität überwachen
Vortrag

Die Zeiten, in denen das geschlechtsspezifisch „richtige“ Verhalten von Frauen und Männern sowie die Grenzziehung zwischen „normaler“ und „perverser“ Sexualität rigide geregelt wurden, scheinen in Mitteleuropa vorbei zu sein. Haben Geschlecht und Heteronormativität für die gesellschaftliche Ordnung an Bedeutung verloren? Oder sind, durch die neoliberale Flexibilisierung auch von Normen, zwar einerseits rigide Formen des Überwachens von Geschlecht und Heteronormativität aufgeweicht, zugleich aber die Weisen, wie geschlechtliche und sexuelle „Normalität“ hergestellt wird, subtiler geworden?

Gundula Ludwig, Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Universität Marburg

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.00
Wundkanal / Unser Nazi
kinokis mikrokino #178

Das Verhör eines Entführten durch seine Kidnapper legt dessen Biografie als SS-Führer und Massenmörder frei. Thomas Harlan, kürzlich verstorbener Sohn des Nazipropagandisten Veit Harlan, begnügte sich in seinem Film Wundkanal aber nicht mit dem Versuch, die Geschichte des Täters – gespielt vom verurteilten NS-Täter Alfred Filbert – zu rekonstruieren. Mit Notre Nazi – Unser Nazi dokumentiert Robert Kramer die Dreharbeiten zu Wundkanal. „Es ist, als wäre jene Ermordung der 11.000 Juden, an der Filbert beteiligt war, ein Fluch, der noch jene verwirrt und blind macht, die sie verarbeiten wollen.“ (Ulrich Greiner, Die Zeit 14. 9. 1984)

Einführung: Studierendengruppe des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft

Wundkanal (D / F 1984). R: Thomas Harlan. 107 Min
Notre Nazi (F / D 1984). R: Robert Kramer. 116 Min

Mittwoch, 19. Januar 2011, 19.00
UrheberInnenvertragsrecht – in Österreich?
Tatort Kulturpolitik #6

In Ermangelung eines UrheberInnenvertragsrechts ist es in Österreich UrheberInnen und ProduzentInnen überlassen, sich auf konkrete Vertragsbedingungen zu einigen. Damit dabei ein Verhandeln auf Augenhöhe möglich wird, braucht es aber einen klaren rechtlichen Rahmen. Was ein UrheberInnenvertragsrecht können soll, warum es dieses hierzulande noch nicht gibt und wie es um die politische Durchsetzung steht, wollen wir an diesem Abend mit jenen PolitikerInnen diskutieren, die sich in den vergangenen Monaten zu diesem Thema geäußert haben.

Sonja Ablinger, Kultursprecherin SPÖ
Werner Richter, Übersetzergemeinschaft, IG Autorinnen Autoren
Wolfgang Zinggl, Kultursprecher Die Grünen
Moderation: Maria Anna Kollmann, Dachverband Filmschaffende

Eine Veranstaltung vom Kulturrat aus der Serie fair statt prekär

Dienstag, 18. Januar 2011, 18.00
Politics, Film and Memory
Filmscreening und Diskussion

Die Dokumentarfilme des Black Audio Film Collective zählen zu den wichtigsten Arbeiten zur Auseinandersetzung mit Schwarzer Geschichte und bilden ein Archiv zu Fragen politischer Repräsentation, Geschichte und Erinnerung. Teil der filmischen Praxis war eine Diskursbildung, die in die Cultural Studies und Postcolonial Studies hineinwirkte. Was bedeutet dieses Wissen heute in Zeiten seiner Kommodifizierung in Universitäten, Museen und Kinos? Wie steht es um die Auseinandersetzung mit Schwarzer österreichischer Geschichte?

Einleitung: Sophie Goltz, Kuratorin, Berlin
Therese Kaufmann, eipcp

18.00: Handsworth Songs (UK 1986). R: Black Audio Film Collective. 60 Min
19.00: The Genome Chronicles (UK 2009). R: John Akomfrah. 33 Min

Diskussion: John Akomfrah, David Lawson, Smoking Dogs Films / Black Audio Film Collective, London

Kooperation eipcp mit LUX, London und Kinoki, Wien

Montag, 17. Januar 2011, 19.00
Politischer Antirassismus
Buchpräsentation

Das prinzipielle Moment des politischen Antirassismus ist das nach Emanzipation strebende handelnde Subjekt der MigrantInnen. Diese Denk- und Handlungsrichtung entwickelte sich entlang praktischer Fragestellungen nach Self-Empowerment, Selbstorganisation, Allianzenbildung und Konfliktinszenierung. Von Kultur- und Sportvereinen zur Szene, vom moralischen zum politischen Zugang. Die im vorliegenden Buch gesammelten Schriftstücke sind ein kurzer Rückblick auf einen politischen Moment der Kämpfe der Ausgeschlossenen um ihre Rechte und vielleicht auch um eine andere und vor allem bessere Gesellschaft.

Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien

Ljubomir Bratic´: Politischer Antirassismus. Selbstorganisation, Historisierung als Strategie und diskursive Interventionen. Wien: Löcker 2010

Freitag, 14. Januar 2011, 19.00
Sozialismus für das 21. Jahrhundert?
Publikumsdiskussion

Der Sozialismus ist als eine Alternative zum Kapitalismus durch Stalins brutale Diktatur diskreditiert worden. Ebenso haben die sozialistischen Parteien außerhalb der Sowjetunion ihren Teil zum schlechten Ruf einer guten Idee beigetragen. Wie kann an das ursprüngliche sozialistische Konzept einer grundlegend demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft wiederangeknüpft werden und welche Relevanz kann Sozialismus im 21. Jahrhundert haben?

Einführung: Manfred Ecker, Linkswende

Eine Veranstaltung der Linkswende

Mittwoch, 12. Januar 2011, 19.00
Die Erfahrung Gedenkdienst
Vortrag und Diskussion

Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, auch in Bezug auf das gegenwärtige – und mögliche zukünftige – politische Bewusstsein, stehen im Zentrum der Gedenkdienste an KZ-Gedenkstätten. Für ihre Studie befragte die Erziehungswissenschafterin Doreen Cerny GedenkdienerInnen zu ihren Motiven für dieses Engagement, sowie zu ihren Erfahrungen vor Ort. Anhand der Ergebnisse lassen sich Fragen nach dem Potential, aber auch den Grenzen des „Lernfeldes KZ-Gedenkstätte“ stellen und somit auch Perspektiven für biographisch relevante Bildungsprozesse eröffnen.

Doreen Cerny, Erziehungswissenschafterin, Salzburg

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Dienstag, 11. Januar 2011, 19.00
Existenz – Differenz – Konstruktion
Buchpräsentation und Diskussion

Existenz, Differenz, Konstruktion fanden als Leitbegriffe des 20. Jahrhunderts auch Eingang in die Geschlechterforschung. Simone de Beauvoir, Luce Irigaray und Judith Butler sind ihre prominenten Vertreterinnen. Wurden deren philosophische Positionen bislang als Gegensätze rezipiert, geht Silvia Stollers Studie mittels eines phänomenologischen Ansatzes einen ganz anderen Weg.

Arno Böhler, Institut für Philosophie, Universität Wien
Christina Schües, Hochschule Vechta
Silvia Stoller, Institut für Philosophie, Universität Wien
Moderation: Thomas Hübel, IWK

Silvia Stoller: Existenz – Differenz – Konstruktion. Phänomenologie der Geschlechtlichkeit bei Beauvoir, Irigaray und Butler. München: Wilhelm Fink 2010

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Montag, 10. Januar 2011, 19.00
Mord durch Hunger
Vortrag

Nach dem Abbruch der Erwachsenen-Euthanasieaktion „T4“ 1941 wurden die NS-Euthanasiemorde dezentral in den einzelnen Anstalten fortgesetzt. Diese Anstaltsmorde müssen vor allem auch im Kontext der Lebensmittel- versorgungspolitik NS-Deutschlands gesehen werden. Während das NS-Regime die Nahrungsmittelversorgung für die „arische“ Bevölkerung bis zum Zusammenbruch 1945 knapp zu sichern vermochte, wurde ganzen Bevölkerungsgruppen eine ausreichende Ernährung verweigert. Insbesondere die Wagner von Jauregg
Heil-und Pflegeanstalt am Steinhof entwickelte sich zu einem Zentrum des organisierten Hungersterbens.

Peter Schwarz, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes