Veranstaltungen © Bureau Kies

Programm

Mittwoch, 01. Februar 2023, 18.00
Ost*Post-Café
Vernetzung und Diskussion

Der von der Community proklamierte Begriff „Post-Ost“ ist aus der dringenden Notwendigkeit einer Selbstermächtigung entstanden.
Das neue Ost*Post-Café ermöglicht einen persönlichen Austausch von in Österreich lebenden (post-ost-)migrantischen Vertreter*innen unterschiedlicher Generationen: Wie können Personen aus dem ehemaligen Ostblock und Ex-Jugoslawien an diskriminierenden Erfahrungen und intersektionalen Ausschlussmechanismen gemeinsam wachsen? Wie können Fragmente eigener Biografien und gelebte Expertisen zu Empowerment beitragen?
Durch die Sichtbarmachung gemeinsamer Anliegen sowie radikaler Verschiedenheiten sollen Visionen im Umgang mit der Post-Ost-Debatte angeregt werden.

Milan Mijalkovic, Architekt, Künstler und Autor, Wien/Skopje/Belgrad
Moderation: Małgorzata Oliwa, Lektorin, Kunstpädagogin, Akademie der bildenden Künste Wien

Anmeldung: m.oliwa@akbild.ac.at

Livestream: https://youtube.com/live/HfsUH48UEJ8

Montag, 13. Februar 2023, 17.00
Drehübung
Intimacy Coordination beim Film

Die aus der Metoo-Debatte entstandene Diskussion über die Betreuung von intimen Szenen hat in mehreren Ländern der Welt den neuen Beruf der Intimacy Coordinators hervorgebracht. Im englischsprachigen Ausland, wie den USA & UK, ist diese Position bereits zu einem fest etablierten Standard am Filmset geworden. In Österreich gibt es mit Cornelia Dworak, Tom Waldek & Katharina Haudum aktuell drei aktive Intimacy Coordinators.
Sie werden an diesem Abend Einblicke in ihre Arbeitsabläufe am Filmset geben und über ihre Herangehensweise aufklären. Wie sieht die Zusammenarbeit mit den anderen Departments beim Film aus? Was sind die bisherigen Erfahrungswerte? Was sind aktuelle Herausforderungen in der Arbeit am Filmset? Ebenso stehen die drei für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Cornelia Dworak, Thai Yoga Trainerin, Stunt and Intimacy Coordinator, Wien
Katharina Haudum, Schauspielerin, Intimacy Coordinator, Coach, Wien
Tom Waldek, Intimacy Coordinator, Schauspieler, Regisseur, Wien

Anmeldung: https://www.drehuebung.wien

Montag, 27. Februar 2023, 19.00
Kunst und Demenz
Präsentation und Gespräch

125 Millionen Menschen leiden weltweit unter Demenz, darunter10 Millionen in Europa. Persönliche und gesellschafliche Herausforderungen sind die Folge. Das Projekt DEMEDARTS erforscht Wahrnehmungs- und Handlungsmuster im Kontext einer alternden Gesellschaft. Wie können Kunst und Design dazu beitragen, das Lebensgefühl von Betroffenen zu verbessern? Wie kann eine generationenübergreifende Solidarität mit dementen Personen gewährleistet werden?

Brigitte Hauptner, Kunsthistorikerin, Mal-/Gestaltungstherapeutin, Wien
Ruth Mateus-Berr, Künstlerin, Forscherin, Sozialdesignerin, Universität für angewandte Kunst Wien
Pia Scharler, Designerin und künstlerische Forscherin, Universität für angewandte Kunst Wien
Moderation: Juliane Nagiller, Journalistin, Ö1, Wien

DEMEDARTS Dementia.Empathy.Education.Arts.
Künstlerisches Forschungsprojekt des FWF und der Universität für Angewandte Kunst Wien. Zentrum Didaktik für Kunst und interdisziplinären Unterricht

Mittwoch, 01. März 2023, 18.00
Ost*Post-Café
Vernetzung und Diskussion

Das neue Ost*Post-Café ermöglicht einen persönlichen Austausch von (post-ost-)migrantischen Vertreter*innen unterschiedlicher Generationen. Ani Menua, Künstlerin und Übersetzerin der armenischen Sprache, stellt „performative Poetik“ als anarchistischen Akt vor: Welche transformatorischen Bilder entstehen, wenn die Technik der Übersetzung nicht greift? Auf welche Bilder muss man verzichten, wenn man sich täglich zwischen mehreren Sprachen bewegt? Persönliche Bildassoziationen formen eine neue Sprache, die grammatikalischer und orthografischer Richtigkeit gegenüber stehen. Sprache bleibt ein unmittelbares Experiment – gezeichnet, gesprochen, gelesen.
Ani Menuas Arbeit hat aufgrund der politischen Situation aktuelle Brisanz, ihre Kunst eröffnet neue Ansätze für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit: Wie kann das gestalterische Potenzial bei Personen mit nichtdeutscher Erstsprache, die aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit auf ein breites Spektrum vom Bild- und Wortwelten zugreifen können, gehört werden?

Ani Menua, Künstlerin, Podcasterin, Übersetzerin, Berlin
Moderation: Małgorzata Oliwa, Lektorin, Kunstpädagogin, Akademie der bildenden Künste Wien

Anmeldung: m.oliwa@akbild.ac.at

Livestream: https://youtube.com/live/mIK4hE1l3AU

Donnerstag, 02. März 2023, 19.00
Der Halle-Prozess
Buchpräsentation

Am 9. Oktober 2019, dem jüdischen Feiertag Jom Kippur, griff ein Rechtsterrorist erst die Synagoge, dann einen nahegelegenen Dönerimbiss im deutschen Halle an der Saale an. Im Laufe seines Anschlags ermordete er zwei Menschen und verletzte und traumatisierte viele weitere in Halle und Wiedersdorf.
Der Gerichtsprozess gegen den Täter im Jahr 2020 wurde durch das Buch Der Halle-Prozess: Mitschriften umfänglich dokumentiert.
Der Folgebandbeleuchtet Aspekte und Hintergründe der Tat, des juristischen Verfahrens und politischer und gesellschaftlicher Konsequenzen und Strategien gegen antisemitische, rassistische und frauenfeindliche Gewalt.

Christina Brinkmann, Kunstwissenschafterin, Herausgeberin, Halle (Saale)
Matthias Peter Lorenz, politischer Theoretiker, Autor, Wien

Christina Brinkmann, Nils Krüger, Jakob Schreiter (Hg.), Der Halle-Prozess: Hintergründe und Perspektiven, Leipzig: Spector Books 2022

Dienstag, 14. März 2023, 19.00
Geh Denken!
Vorträge, Diskussionen, Zeitzeug*innen

Geh Denken! versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Gedächtniskultur. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus bildet den Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit historischen Themen, deren Bedeutung im vergangenheitspolitischen Diskurs sowiemit Fragen der Geschichtsvermittlung.
Im Zentrum stehen offene Reflexion und Diskussion kontroverser Themen.

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Montag, 20. März 2023, 19.00
Dance of Urgency // IN ENGLISH
Lecture

The project I Dance Alone observes dance floors from a bird’s eye view or what used to be considered the divine perspective. Crowds are analysed as microscopic samples. Zooming in on dancing gestures and anonymous dancing bodies has provided extensive knowledge and insight into club culture intimes of socio-political changes.
The project awarded Bogomir Doringer with the term “dance of urgency”, a dance that rises in times of personal and collective crises, and such a dance aims to empower individualsand groups.

Bogomir Doringer, PhD candidate at University of Applied Arts Vienna, Curator and Head of Education and Research at Nxt Museum, Amsterdam

Dienstag, 21. März 2023, 19.00
feminismen diskutieren
Frauenbilder in der Neuen Rechten

Die Bedeutung von Frauen in der extremen Rechten hat einige Wandlungen durchlaufen. Lange Zeit galten sie als harmlose Mitläuferinnen, deren Daseinsgrund die Mutterrolle war.
Doch welche Rolle haben und spielen Frauen in einer sich neu formierenden und entsprechend organisierenden extremen Rechten im 21. Jahrhundert? In einem (eng begrenzten) Rahmen gibt es vielfältige Möglichkeiten, aktivistisch tätig zu sein. Wie sehen die Geschlechterbilder aus? Welche Funktionhat (Anti-)Feminismus von Rechts für Verschwörungsdenken?

Natascha Strobl, Politikwissenschafterin und Publizistin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Livestream: https://youtu.be/WS9UrDFqsj0

Donnerstag, 23. März 2023, 19.00
Vagabondage
Buchpräsentation

Vagabondage – eine soziale Bewegung aus Not, eine grenzüberschreitende Suche nach Freiheit oder ein Konzept, das die Kunst wie die Theorie beflügelt: Im Band Vagabondage werden all diese historischen und zeitgenössischen Facetten des Vagabundierens in Wien beleuchtet.
Von den Vagabund*innen-Kongressen in den 1920er Jahren geht es über  nomadisierende Philosophie bis hin zu aktuellen Fragen zuWohnungslosigkeit und Migration sowie zu gegenwärtigen Ausdrucksformen in Straßenmusik und Straßenzeitung.

Lisa Bolyos, Straßenzeitung Augustin, Wien
Ljubomir Bratic, Mit-Initiator des Migrationsmuseums Wien
Enesi M., Performerin und Aktivistin bei AFRO-Rainbow Austria, Wien
Alexander Machatschke, Bundesarge Wohnungslosenhilfe Wien
Elena Messner, Mit-Initiatorin des Migrationsmuseums Wien
Moderation: Andreas Pavlic und Eva Schörkhuber

Andreas Pavlic & Eva Schörkhuber (Hg.), Vagabondage. Historischeund zeitgenössische Facetten des Vagabundierens in Wien, Wien: Sonderzahl 2022

In Kooperation mit dem Sonderzahl Verlag.

Montag, 27. März 2023, 19.00
Wir sind die Neuen
Perspektiven für Wien

Es tut sich etwas in der Kulturstadt: Mit dem Foto Arsenal Wien ist nach vielen Jahren nun ein Fotomuseum (oder„Kompetenzzentrum“) fixiert, in einigen Institutionen weht ein frischer Wind.
Die kürzlich von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler präsentierte Wiener Kulturstrategie 2030 verspricht Partizipationund setzt auf Themenfelder wie Diversität, Fair Pay, Teilhabe und Klimaverträglichkeit. Was bedeutetdas für die Weiterentwicklung des Kulturstandorts? Wie sieht die Zukunft der neu besetzten Institutionen aus?

Felix Hoffmann, Foto Arsenal Wien
Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Wien
Günther Oberhollenzer, Künstlerhaus Wien
Frederike Sperling, Kunstraum Niederösterreich, Wien
Moderation: Nina Schedlmayer, Kulturjournalistin, Wien

Dienstag, 28. März 2023, 19.00
Crit Cross #19 // IN ENGLISH
A Forum on Art Criticism

Crit Cross is an open discussion group of current writing about art. It has the aim to create a platform for the sustainable promotion of art- and sociocritical dialogue as well as art-related topics in Vienna. Furthermore, it aims to promotethe ability to read and exchange critically.
The premise of the project is that art texts are part of a social discourse, which also lives from direct exchange and that critical reflections on art and society are essential at a time when art is under pressure of justification in the face of shrinking resourcesand political change.

In cooperation with Verein K.

Donnerstag, 30. März 2023, 19.00
Das Museum als Anthropozän-Institution
Buchpräsentation

Elke Krasnys Schrift mit dem Untertitel Für Feministisches Kuratieren im Zeitalter des Massensterbens vertritt die These, dass das Museum eine Institution ist, anhand derer wir die Entstehung der Kultur des Anthropozäns untersuchen können.
Das moderne Museum repräsentiert, wie das „Zeitalter des Menschen“ das Leben neu organisierte. Auf Logiken von Gewalt, Raub und Enteignung beruhend, wird das Gesammelte als Totes konserviert und zur Schau gestellt.
Inwiefern kann feministisches Kuratieren dazu beitragen, das Anthropozän im Museumskontext begreifbar zu machen? Können durch Trauerarbeit neue kulturelle Vorstellungen geschaffen werden?

Carla Bobadilla, Künstlerin, Kunstvermittlerin
Elke Krasny, Kuratorin, Kulturtheoretikerin
Karin Reisinger, Architekturforscherin, Naturkulturtheoretikerin
Hansel Sato, Künstler, Grafiker
(alle Akademie der bildenden Künste Wien)

Elke Krasny (Hg.), Das moderne Museum als Anthropozän-Institution. Für feministisches Kuratieren im Zeitalter des Massensterbens, Kunstpädagogische Positionen, Heft 57, Köln 2022

Freitag, 31. März 2023, 19.00
Countdown zur Kreislaufwirtschaft
Vorträge

Jede Sekunde werden in der Schweiz über 500 Kilogramm Bauabfälle durch den Abriss von Bauten produziert. Die Baubranche ist somit für 84% des Abfalls in der Schweiz verantwortlich. Mit dieser Art der Verschwendung lassen sich keine Klimaziele erreichen. Dies machte 2022 die Ausstellung „Die Schweiz – ein Abriss“ am Schweizer Architekturmuseum (S AM) in Basel deutlich, die von Countdown2030, einer Initiative von Architekturschaffenden, kuratiert wurde. Der Verein Countdown2030 setzt sich für einen dringend notwendigen und schnellen Umbau der Bauwirtschaft und für eine Neuerfindung der Moderne und der Architektur ein.

Ebenfalls in Basel arbeiten Baubüro in situ seit 20 Jahren als Pioniere der Kreislaufwirtschaft in der Architektur und beschäftigen sich intensiv mit Möglichkeiten von Re-Use und Recycling, mit preisgekrönten gebauten Beispielen wie dem K118 in Winterthur und dem Lysbüchel-Areal in Basel. Auf der von ihnen mitinitiierten Bauteilbörse können gebrauchte Bauteile wieder in den Bauprozess eingespeist werden, und die „Bauteiljägern“ wurde ein neues Berufsbild für Architekt*innen geschaffen. Seit 2020 kümmert sich die eigenständige Baubüro-Abteilung zirkular explizit um die praktische Anwendung des Re-Use.

In ihrem Doppel-Vortrag zeigen Mirjam Kupferschmid (Countdown2030) und Christoph Müller (Baubüro in situ/zirkular) die Dringlichkeit und die Handlungsmöglichkeiten zwischen Abbruch-Moratorium und Bauwende. Ein dialogischer Abend unter dem Motto: Learning from Switzerland!

Mirjam Kupferschmid, Stadtentwicklerin, Zürich
Christoph Müller, Stadtentwickler, Basel

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
Anmeldung: www.oegfa.at