Veranstaltungen © Bureau Kies

Programm

Dienstag, 27. September 2022, 19.00
Visiting Critics Vienna // IN ENGLISH
A Different Point of View

Visiting Critics Vienna is a residency program for four international established art critics. How does art in Vienna look from the perspective of international art critics? How do they see the role of criticism today? Are there national differences in writing about art?
During an intense 10-day program, the participants of Visiting Critics Vienna 2022 will discover institutions, galleries, the events Curated By as well as Steirischer Herbst and have personal meetings with artists, theorists, curators and other actors of the Austrian art scene. Time for a discussion about their perception of art in Austria and their conception of criticism.

David Mann (South Africa), Ewa Borysiewicz (Poland), Re’al Christian (United States), Vladiya Mihaylova (Bulgaria)
Moderation: Klaus Speidel (Austria)

In cooperation with Verein K.

Livestream: https://youtu.be/6sa-v_TvaKw

Mittwoch, 28. September 2022, 19.00
VERSCHOBEN AUF 30.11.: feminismen diskutieren
sex work – lock down

Im Projekt sex work – lock down setzt sich Helena Lea Manhartsberger mit dem Thema Sexarbeit in Zeiten von Corona in Österreich auseinander. Gemeinsam mit ihren Protagonist*innen – Sexarbeiter*innen, Betreibern, Kunden, Sozialarbeiter*innen und Aktivist*innen – beschäftigt sie sich fotografisch und in Interviews mit den Herausforderungen der aktuellen Situation für die körpernaheste aller Tätigkeiten.
Welche Strategien helfen, um durch die Pandemie zu kommen? Welche Lösungsansätze gibt es zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen? Wie kann es zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz kommen? Welche Rolle spielt sie selbst als Bildproduzentin in diesem Diskurs?

Helena Lea Manhartsberger, Fotografin, Multimediajournalistin, Bildungsarbeiterin, Wien/Hannover
Nora, Sexarbeiterin und Moderatorin bei sexworker.at
Christine Nagl, Beratungsstelle PiA Salzburg
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Livestream: https://youtu.be/4T0xEE270mE

Dienstag, 04. Oktober 2022, 19.00
feminismen diskutieren
Kritische Theorie und Feminismus

Aus soziologischer, philosophischer und psychoanalytischer Perspektive wird das Spannungsverhältnis zwischen zwei Theorieparadigmen beleuchtet, die beide für Emanzipation einstehen. Wenngleich sich die Autor*innen in diesem Band unterschiedlichen Spektren der feministischen Theorie zurechnen sowie unterschiedliche Ansätze der Rezeption Kritischer Theorie haben, besteht ein Grundkonsens der Beiträge darin, die gegenseitige Durchdringung von Kritischer Theorie und Feminismus weitertreiben zu wollen. Der Band beschäftigt sich aus dieser Perspektive mit Fragen von Subjektivität und Identität, Ideologie und Diskriminierung sowie von Arbeit und Körper.

Karin Stögner, Soziologin, Universität Passau / Wien  
Alexandra Colligs, Philosophin, Universität Kassel
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Karin Stögner & Alexandra Colligs (Hg.), Kritische Theorie und Feminismus, Suhrkamp, Berlin 2022

Livestream: https://youtu.be/eIr7mute4bo
Mittwoch, 05. Oktober 2022, 18.00
Archiv der Vermittlung
Das Unarchivierbare aktualisieren

Seit Mitte der 1990er Jahre wurden unter der Bezeichnung „Kunstvermittlung“ Handlungsformen in Museen und Ausstellungen entwickelt, die zahlreiche Diskurse, Praktiken, Methoden und Konzepte hervorgebracht haben.
Das Archiv der Vermittlung schafft einen virtuellen wie physischen Ort, an dem Positionen, Erinnerungen, Erfahrungen und Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Bildung, Politik und Gesellschaft versammelt werden. So wird das Wissen der Vermittlung in die Gegenwart geholt und zugänglich gemacht, damit in Zukunft damit gearbeitet werden kann. Es entsteht in einem dynamischen Prozess, der Vergangenes aktualisiert und auf eine Weise ordnet, die offen bleibt und ständig erweitert werden kann.

Begrüßung Beatrice Jaschke, Kunstvermittlerin, schnittpunkt, purpurkultur, Wien
Einführung
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin, Kuratorin und Theoretikerin, schnittpunkt, trafo.K, HFBK Hamburg / Wien
Lecture Performance
Julia Stolba, Künstlerin und Kunstwissenschafterin, Wien
Online-Archiv
Marie Artaker, Buch- und Archivgestalterin, Wien

Moderation: Renate Höllwart, Kunst- und Kulturvermittlerin, schnittpunkt, trafo.K, Wien

In Kooperation mit trafo.K, schnittpunkt.
Anmeldung: anmeldung@schnitt.org

Donnerstag, 06. Oktober 2022, 19.00
Dekolonialistische Theorie aus Lateinamerika
Buchpräsentation

Seit einigen Jahren ist ein regelrechter Boom dekolonialistischer Ansätze zu verzeichnen: In den theoretischen Debatten der Kultur- und Sozialwissenschaften werden die alten Fragen sozialer Ungleichheit und kultureller Differenz vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte und ihrer Effekte neu verhandelt.
Das Buch bietet eine Einführung in die wichtigsten Begrifflichkeiten und Themenfelder dekolonialistischer Theorie aus Lateinamerika und diskutiert die politischen Konsequenzen, die aus den Analysen der bis heute fortwirkenden „Kolonialität“ (Aníbal Quijano) gezogen werden.

Carla Bobadilla, Künstlerin, Wien
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker, Wien

Jens Kastner: Dekolonialistische Theorie aus Lateinamerika. Einführung und Kritik, Unrast Verlag, Münster 2022

Montag, 10. Oktober 2022, 19.00
Orchidelirium: An Appetite for Abundance // IN ENGLISH
Book Presentation

What happens when a person of humble origins from Estonia, a country–one that had been struggling to find a presence in Europe–becomes an elite member of the Dutch upper class? What choices did she make to become emancipated as a female artist in a patriarchal society that had denied her recognition? What were the experiences of the colonised and indigenous people of Java who were not afforded the same privileges as her? To what extent is the Colonial Empire still actively with us from political, economic and conscientious perspectives?
These questions will be explored during a presentation by Corina L. Apostol, curator of Estonia’s national pavilion at the 59th Venice Biennale presented in the Dutch Rietveld Pavilion.

Corina L. Apostol, Curator, Tallinn Art Hall / Guest Lecturer, MA POST, Art Academy of Latvia

Corina L. Apostol, Orchidelirium: An Appetite for Abundance, Sternberg Press, 2022–2023

Livestream: https://youtu.be/X5RSUr1_gHk

Mittwoch, 12. Oktober 2022, 19.00
Salon Philosophique
Orpheus singt auch heute noch! - Zur sozialästhetischen Existenz des Menschen unserer Zeit

Ob Orpheus ein realer Mensch, der wahrscheinlich in vordorischer Zeit lebte oder aber
eine später erdachte Kunst- und Kultfigur ist, darüber streiten sich die Gelehrten.
Unbestritten ist dagegen die Wirkkraft seiner Gesänge: Sie bezähmen wilde und
gefährliche Tiere, übertönen die todbringend lockenden Sirenen und besänftigen selbst
aggressiv streitende Krieger. Sie betören Charon, Persephone und Hades so, dass er das
Totenreich betreten und auch wieder verlassen darf, sie bewegen Sisyphos dazu, sein
Stein-auf-den-Berg-Rollen zu unterbrechen, um den wunderbaren Klängen zu lauschen
und vieles andere mehr. Zuletzt wird er von den Mänaden zerrissen, die die verbleibenden
Körperteile und seinen Kopf in einen Fluss werfen. Dort aber singt der Kopf des Orpheus
weiter. Er singt bis heute - wenn wir es nur wollen!

Michael Musalek, Psychiater, Neurologe, Psychotherapeut, Wien/Berlin

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien.

Donnerstag, 13. Oktober 2022, 19.00
Strategien kritischer Kunstvermittlung
Vortrag

Wer spricht, und was gilt eigentlich als relevantes Wissen? Wie lassen sich kollaborative Prozesse gestalten, in denen sich neue Räume für demokratisches Handeln öffnen? Kritische Kunst- und Kulturvermittlung setzt an der Schnittstelle von künstlerischen Strategien und emanzipatorischer Bildung einen Prozess des Verlernens in Gang. Entlang von Konzepten und Erfahrungen aus der Vermittlungspraxis werden Möglichkeiten und Grenzen des gemeinsamen Sprechens und Handelns beleuchtet und in Hinblick auf eine verändernde Praxis in Bildung, Kunst und Vermittlung reflektiert.

Renate Höllwart, Kunst- und Kulturvermittlerin, schnittpunkt, trafo.K, Wien

In Kooperation mit der ÖGPB – Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung.

Dienstag, 18. Oktober 2022, 19.00
Geh denken!
Geschichtskultur 2.0: Der Zweite Weltkrieg im digitalen Spiel

Erstaunlich viele digitale Spiele verwenden den Zweiten Weltkrieg als thematischen Hintergrund und beeinflussen damit die Geschichtsvorstellungen Jugendlicher. Die angebotenen Geschichtsbilder sind mitunter problematisch: Wehrmachtsverbrechen werden ausgespart, der Krieg wird als Abenteuer dargestellt oder die Shoah schlichtweg nicht thematisiert. Demgegenüber gibt es eine Reihe von Spielen, die sich auf ernste und lehrreiche Art und Weise mit dem Nationalsozialismus, mit dem Widerstand oder mit der NS-Aufarbeitung beschäftigen. Im Zentrum des Workshops steht die Frage, wie ein verantwortungsvoller erinnerungskultureller Umgang mit der NS-Geschichte aussehen kann.

Alexander Preisinger, Leitung GameLab der Fachdidaktik Geschichte der Universität Wien

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Mittwoch, 19. Oktober 2022, 18.30
Unter Kriegsbedingungen
Gesellschaftliche Verhältnisse in Ukraine und Russland

In den Medien wird meist nur über Entwicklungen an der Kriegsfront, über (russische) Kriegsverbrechen, über ukrainische Flüchtlinge in der EU bzw. über unterdrückte Meinungs- und Medienfreiheit in Russland berichtet. Wie sich aber unter den Bedingungen des Krieges in den beiden Ländern die gesellschaftlichen Verhältnisse tatsächlich entwickeln, wie die Ausnahmesituation genutzt wird, um (noch mehr) Freiheiten einzuschränken, um Arbeitsgesetze und Arbeitsbedingungen zu verschärfen, um staatliche Befugnisse zu erweitern, um LGBTIQ*-Personen und Angehörige von Randgruppen noch mehr zu unterdrücken und nationalistischen Pathos zu verbreiten, wird kaum Beachtung geschenkt. Wir analysieren mit ukrainischen und russischen Aktivist*innnen diese Entwicklungen sowie die Stellung der gewerkschaftlichen und feministischen Opposition.

 

Eine Veranstaltung der Sozialistischen Alternative (SOAL).

Dienstag, 15. November 2022, 19.00
Mindclouds/Mindgames
Präsentation

Der zeitgenössische digitale Imperativ zur Selbstüberwachung des Alltagslebens wirft tiefere Fragen zu Privatsphäre und Körper auf. Personenbezogene Daten werden online zugänglich gemacht, kapitalisiert und Teil eines sozialen Bewertungssystems. Wie kann das Potenzial von Kunst als Aktivismus genutzt werden, um eine neue Form der experimentellen Spielkunst zu schaffen?
Im künstlerischen Forschungsprojekt Neuromatic Game Art. Critical Play with Neurointerfaces wurde eine audio-visuelle 3D-Engine entwickelt. Als Installation entwarf das Forschungsteam eine partizipative skulpturale Schnittstelle, die sich wie ein Instrument 'bespielen' lässt – und mit Gedanken Realität schafft – zumindest in Form eines filmischen Games.

Margarete Jahrmann, Game Artist, Leitung Experimental Game Cultures, Universität für angewandte Kunst Wien
Thomas Wagensommerer, Medienkünstler und Lehrbeauftragter, Wien/St. Pölten

Livestream: https://youtu.be/_qbBgVpMQQI

Dienstag, 29. November 2022, 19.00
Kulturteil – Kunst und Journalismus
Formate und Zielgruppen

Bildende Kunst wird medial zumeist über Ausstellungsbesprechungen großer Museen oder spektakuläre Auktionsergebnisse verhandelt. Anknüpfend an frühere Blattkritiken im Depot treten wir im dritten Teil der neuen Reihe Kulturteil mit Medienschaffenden aus Print, Web und TV in einen Austausch: Welche Art der Berichterstattung wendet sich an welche Zielgruppen? Warum funktionieren bestimmte Formate beim Publikum? Und was möchten wir in Zukunft lesen und sehen?

Nada El-Azar-Chekh, Ressortleiterin Kultur Biber, Wien
Peter Fässlacher, Sendungsverantwortlicher KulturHeute, ORF III, Wien
Nicole Scheyerer, Kunstkritikerin für Falter, FAZ, ORF.at, Wien
Moderation: Djamila Grandits, Kuratorin und Kulturarbeiterin, Wien

Mittwoch, 30. November 2022, 19.00
VERSCHOBEN VOM 28.9.: feminismen diskutieren
sex work – lock down

Im Projekt sex work – lock down setzt sich Helena Lea Manhartsberger mit dem Thema Sexarbeit in Zeiten von Corona in Österreich auseinander. Gemeinsam mit ihren Protagonist*innen – Sexarbeiter*innen, Betreibern, Kunden, Sozialarbeiter*innen und Aktivist*innen – beschäftigt sie sich fotografisch und in Interviews mit den Herausforderungen der aktuellen Situation für die körpernaheste aller Tätigkeiten.
Welche Strategien helfen, um durch die Pandemie zu kommen? Welche Lösungsansätze gibt es zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen? Wie kann es zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz kommen? Welche Rolle spielt sie selbst als Bildproduzentin in diesem Diskurs?

Helena Lea Manhartsberger, Fotografin, Multimediajournalistin, Bildungsarbeiterin, Wien/Hannover
Nora, Sexarbeiterin und Moderatorin bei sexworker.at
Christine Nagl, Beratungsstelle PiA Salzburg
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Livestream: https://youtu.be/4T0xEE270mE